[HoI2 DDA] Gott mit Uns - Eine Alternativweltgeschichte

AARs zum Zeitpunkte der beiden Weltkriege

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[HoI2 DDA] Gott mit Uns - Eine Alternativweltgeschichte

Beitragvon Vampy » 27. August 2012 10:04

An dieser Stelle wird mein AAR aus dem Paradox-Games Forum weitergeführt. Der AAR ist in einer Alternativwelt angesiedelt, in der 1923 ein Putsch durch Loyalisten durchgeführt und der deutsche Kronprinz als Kaiser Wilhelm III. installiert wurde. Die NSDAP spielt im kaiserlichen Deutschland von 1936 folglich keine Rolle.

Das Spiel selbst wird bis zum Danzig-Event in weiten Bereichen historisch gespielt, weicht jedoch in einigen Punkten vom gewohnt historischen Verlauf des DR ab. Zusätzlich sind auch mehrere eigene Events an Bord, um beispielsweise Gebietsansprüche zu regeln, der KI unter die Arme zu greifen oder zu "glatt" verlaufende Feldzüge anspruchsvoller zu gestalten. Beispiele dafür sind Events, bei denen zum Kriegsausbruch zusätzliche immobile Truppen an der Maginot-Linie erscheinen, da die Frankreich-KI dazu neigt die Festungswerke recht ungeschützt zu lassen. Andere Events sollen einen Vormarsch der (nicht mit dem DR verbündeten) Italien-KI rund ums Mittelmeer sichern. Und auch die England-KI erhält Events, damit die Manpower dort nicht unter 100 fallen kann.

Basis des Spiels ist Hearts of Iron 2 Doomsday Armageddon V1.1. Zusätzlich zu eigenen Anpassungen kommen Teile des 1914 MOD (hauptsächlich Grafiken), einige DMP-Module und ein Community-Patch betreffend der fehlenden deutschen Übersetzungen in Armageddon zum Einsatz. Gespielt wird im MP auf 2 Rechnern, um Screenshots MIT und OHNE ... "Glourios World" zu schießen.

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Re: [HoI2 DDA] Gott mit Uns - Eine Alternativweltgeschichte

Beitragvon Vampy » 27. August 2012 13:03

Gott mit Uns - Eine Alternativweltgeschichte

Bild
Szenario-Beschreibung

Bild
Das Kabinett Wilhelm III.


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Re: [HoI2 DDA] Gott mit Uns - Eine Alternativweltgeschichte

Beitragvon Vampy » 31. August 2012 13:09

01. Januar 1936

Zur Lage der Nation

Heute ist ein ganz besonderer Tag. Beim Kaiser ist nämlich eine Sitzung angesagt. Eine Sitzung im kleinen Kreis. Ich bin früh dran. Zeit genug, aus dem Wagen auszusteigen und die Parkanlagen von Sanssouci bis zum Neuen Palais zu Fuß zu durchqueren. Das gibt mir eine kurze Verschnaufpause und die herrliche Winterluft macht den Kopf frei. Als ich in das Arbeitszimmer des Kaisers geleitet werde, bin ich einer der ersten. Nur der Geheimdienstminister von Schubert war schneller als ich. Wahrscheinlich merkt er sich, in welcher Reihenfolge wir kommen und schreibt sich das dann später in seinem Büro in eine Aktennotiz. Als nächstes kommt der Sicherheitsminister, Rudolf Diels. Pünktlich auf die Minute kommt auch die versammelte Generalität. Wie war noch der Spruch aus der Grundausbildung? 5 Minuten vor der Zeit ist des Soldaten Pünktlichkeit? Für den Stabschef und die einzelnen Chefs von Heer, Luftwaffe und Marine trifft das jedenfalls zu. Ich wette, die Brüder haben sich vorher abgesprochen um Eindruck beim Kaiser zu schinden. Der Außenminister von Neurath schafft es auch noch pünktlich. Nur der Rüstungsminister läßt sich Zeit. Bestimmt ist Schacht schon im Büro und kümmert sich um irgendwelchen bürokratischen Kram. Doch selbst er schafft es noch pünktlich. Zuletzt erscheint der Kaiser in seiner großen Generalsuniform. Ich lehne mich entspannt im Sessel zurück. Mal sehen was der Tag so bringt.


Bild
Neues Palais


"Meine Herren, ich hoffe sie alle wissen, warum wir heute hier zusammen gekommen sind." Mit diesen Worten eröffnet der Kaiser die Sitzung. Ein heimlicher Blick auf meine anderen Kollegen bekräftigt mir, daß natürlich KEINER weiß, warum er heute hier ist. Außer dem Geheimdienstminister. Der tut so, als ob er selbst wüßte, wieviel Schneeflocken gerade gegen die Scheibe geweht werden.
"Heute ist ein historischer Tag. Wir werden heute die Weichen für den Weg in die Zukunft stellen. Deshalb sind sie hier."
Oha, daher weht der Wind. Klar, der Tag mußte ja kommen. Die letzten Jahre ging es richtig gut. Die Deutschen mögen ihren Kaiser und die Reformen der letzten 12 Jahre ziehen kräftig an. Also genau der richtige Zeitpunkt, um der Welt mal zu zeigen, daß es uns noch gibt. Der Kaiser spricht seit einem knappen Jahr nur noch davon, den einstigen Glanz Deutschlands wiederherzustellen. Das ist selbst dem guten Constantin aufgefallen.
"Majestät meinen die Restauration?", fragt unser Außenminister verzagt. Am Tisch verziehen sich die Gesichter. Wir alle wissen was da kommt. Und da legt der Kaiser auch schon los.
"Richtig, Constantin. Seit dem Schandfrieden ist Deutschland das Gespött der Welt. Als Verlierer sind wir natürlich an allem Schuld. Die Grenzen dieses Deutschlands, wurden gegen den Willen des Volkes gezogen. Das Urteil stand bereits fest, bevor der Prozeß überhaupt gemacht wurde. Und dafür werden mir die Misters und Monsieurs teuer bezahlen."
"Das ist absurd!" Hjalmar, unser arbeitswütiger Rüstungsminister, springt auf. "Wir können ja noch nicht mal unsere Grenzen verteidigen, geschweige denn einen Krieg führen!" Respekt! Soviel Hintern in der Hose hätte ich ihm gar nicht zugetraut.
"Nun, die militärische Lage ist gewiß etwas schwierig, aber verteidigen können wir uns schon noch." Bayerlein, der Generalstabschef will sich die Butter nicht vom Brot nehmen lassen. Weiß ja auch jeder, daß er viel auf die kaiserliche Armee hält.
"Genau! Und eben deswegen trieb sich der Franzose ja auch im Ruhrgebiet herum.", hält Hjalmar dagegen. Autsch, das hat gesessen. Bayerlein läuft sofort rot an.
Zeit zum Handeln. "Ruhe!", donnere ich dazwischen. Hjalmar steht mit offenem Mund da und Bayerlein´s Gesichtsfarbe wird wieder etwas gesünder. "Wir wußten ja wohl alle, daß dieser Schritt irgendwann kommen würde. Keiner hier drinn kann behaupten, daß ihn dieses Thema klat erwischt." Ganz besonders der Geheimdienstminster kann das nicht, aber das sag ich lieber nicht.
"Nun, meine Herren, wenn wir zurück zum Thema kommen wollen?" Der Kaiser blickt uns mit finsterem Gesicht an. "Ich kann sie alle beruhigen. Ich lege es nicht darauf an, einen Krieg mit Frankreich vom Zaun zu brechen. Besonders bei den sonnigen Verhältnissen, die im Moment zwischen Paris und London herrschen." Damit gibt Hjalmar sich vorerst zufrieden. "Dennoch kann ein Krieg nicht ausgeschlossen werden. Unsere Außenpolitik braucht ein stabiles Fundament, um sich darauf zu stützen. Ich will, daß Deutschland bereit ist jeden Gegner zu bezwingen, der sich uns in den Weg stellt. Deshalb sind sie hier. Ich habe hier die fähigsten Männer im gesamten Reich, jeder ein Spezialist auf seinem Gebiet. Doch das alleine wird nicht ausreichen. Mein langjähriger Berater hier wird einen Plan ausarbeiten, wie wir in etwa 4 Jahren unsere Forderungen notfalls auch durchsetzen können. Sie alle hier werden eng mit ihm zusammenarbeiten." Oh Mann. Das ging in meine Richtung. Langjähriger Berater. Das ist starker Tobak. Und ich soll ihm einen Plan liefern, wie wir in 4 Jahren kriegsbereit sind?
"Ich erwarte in einer Woche einen ungefähren Plan, wie die weitere Vorgehensweise ist. Noch Fragen?" Ein paar Hände zucken in die Luft. "Wunderbar. Dieser Raum steht zu ihrer Verfügung. Wenn sie mich bitte entschuldigen würden?"

Die Minister und die Herren Militärs starren mich in einer Mischung aus Erstaunen und Ugläubigkeit an. Bis auf den von Schubert. Der tut natürlich wieder einmal so, als ob er das alles schon wieder vorher gewußt und nur vergessen hat, es uns mitzuteilen.
"Meine Herren, sie haben seine Majestät gehört. Constantin! Wie sieht die Außenpolitik aus?" Irgendwie muß ich die Initiative gewinnen. Tu einfach so, als wäre es das normalste auf der Welt.
"Ähm, ja ..." Constantin braucht eine Sekunde bevor er sich wieder fängt. "Im Moment stehen wir ohne Verbündete da. Leider. Aber die Gesamtlage sieht eigentlich sehr rosig aus. Die meisten der europäischen Nationen stehen uns aufgeschlossen gegenüber. Sogar die Briten. Nur die Franzosen können uns einfach nicht ausstehen. Polen und die Tchechoslowakei können uns auch nicht leiden ..."
"Das wundert mich gar nicht.", platzt Hjalmar dazwischen. Mein Gott, was ist denn nur los mit dem? Hat der heute schlecht gefrühstückt?
Constantin macht weiter, als wäre nichts passiert. "... Nur, warum die Norweger uns auf der Abschußliste haben, konnte ich nicht herausfinden."
"Na, das sieht doch gar nicht mal so schlecht aus." Ich wähle mir mein nächstes Opfer aus. "Hjalmar, wie sieht es mit der Rüstung aus?"
"Es ist eine einzige Katastrophe! Alleine die ständigen Anforderungen aus dem Heeresamt verschlingen ein vielfaches der verfügbaren Wirtschaftskraft. Zum Glück laufen im Moment keine größeren Rüstungsvorhaben ..." Oha, ich muß ihn stoppen, bevor er sich heißredet.
"Wenn wir alle Reserven zusammenkratzen und die jetzige Auslastung auf das absolut nötigste konzentrieren ... wieviel Kapazität haben wir frei?" Bitte Hjalmar, ich will doch NUR diese eine Information von dir.
Er rechnet kurz und legt den Kopf dabei schief. "So um die 74 IK könnten da wohl verfügbar sein. Allerdings übersteigen alleine die Kosten für die Modernisierung ..."
"Ähm, danke Hjalmar. Für die Modernisierung haben wir noch etwas Zeit. Rudolf, wie sieht die Lage im Reich aus?", wende ich mich an Diels.
"Alles ruhig. Es gibt keinerlei Anzeichen von Bandenbildung oder anderen staatsfeindlicher Vereinigungen."
"General von Fritsch?"
"Das Heer verfügt im Moment über 38 Divisionen an Infanterie, 6 Panzerdivisionen und ein Feldhauptquartier. Allesamt ausgeruht und zu allem bereit."
"General Koller?"
"Die Luftwaffe verfügt über 12 Geschwader Abfangjäger und 8 Geschwader Taktischer Bomber. Leider handelt es sich ausnahmslos um veraltete Modelle. Ich habe in der Vergangenheit vergeblich versucht Mittel für neues Material bewilligt zu bekommen." Ein böser Blick zu Hjalmar, der diesen demonstrativ erwidert. "Dabei hat unsere Industrie durchaus überzeugende Entwürfe."
"Admiral Fulda? Wie sieht die Marine aus?"
"Der Kriegsmarine unterstehen im Moment 6 Leichte Kreuzer, 2 Schwere Kreuzer, 2 Schlachtkreuzer und 4 Zerstörerflottillen. Bei den Schlachtkreuzern und den Zerstörern handelt es sich allerdings um die veraltete Baltische Flotte. Diese Schiffe waren schon 1914 nicht mehr modern. Die anderen Einheiten sind allerdings Neubauten."
"Gut. Ich fasse dann mal kurz zusammen. Unsere freie IK beträgt 74. Wir haben keinen Ärger mit Dissidenten. Das Heer ist als einzige Teilstreitkraft halbwegs in der Lage es mit einem Gegner aufzunehmen. Über Luftwaffe und Kriegsmarine breiten wir besser den Mantel des Schweigens. Meine Herren, ich komme zu dem Schluß, daß wir zwar unsere Heimat durchaus verteidigen können. Einen offensiven Krieg können wir jedoch nicht einmal gegen eine dieser Bananenrepubliken führen. Das muß sich ändern! Wir brauchen mehr IK, mehr Truppen, mehr moderne Flugzeuge und Kampfschiffe. Ich will dem Kaiser einen Plan präsentieren, der auf soliden Grundlagen basiert. Diese Grundlagen werden wir jetzt erarbeiten. Stellen sie sich auf Überstunden ein." War das zu hart? Nein, war wohl genau richtig. Zumindest scheinen die anderen meine Androhung von Überstunden ernst zu nehmen.
"Ähm, ich müßte da noch meine Frau anrufen ...", versucht es von Neurath und sofort stimmen alle ein. "Ja, ich auch. Sonst gibt es Ärger, wenn ich nicht zum Mittagessen zuhause bin."
Alle stürmen zum Telefon. Bis auf den Geheimdienstminister. Der hat sogar belegte Brötchen in seiner Aktentasche. Als ob er das alles schon laaange vorher gewußt hätte.



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Re: [HoI2 DDA] Gott mit Uns - Eine Alternativweltgeschichte

Beitragvon Vampy » 6. September 2012 16:50

In kleinen Schritten

Ein Anruf der die Welt bedeutet. Zumindest wenn er vom Rüstungsminister kommt. Und der schlechte Nachrichten hat. Die Schätzung mit den 74 IK hat Schacht wieder zurückgenommen. Bestenfalls kann er mir 69 IK geben. Sonst bleibt zu wenig Reserve bei den flüssigen Mitteln. Jaja, da bricht der Bankier in ihm durch. Nachdem ich General Koller zugesichert hatte, mich für eine modernere Luftwaffe einzusetzen, habe ich auch 5 IK in die Modernisierung gesteckt. Für wirkliche Rüstungsmaßnahmen bleiben so noch 64 IK übrig. Damit sollen vorerst neue Fabriken errichtet und vorhandene ausgebaut werden. Wenn wir wirklich in 4 Jahren Krieg führen müssen, sollen unsere Streitkräfte wenigstens eine vernünftige Basis haben und nicht unter dem Gerangel um den Nachschub leiden müssen.
Nach langen Beratungen mit General Bayerlein habe ich beschlossen, Heer und Luftwaffe zu Lasten der Marine zu stärken. Mit unserer verfügbaren Wirtschaftskraft werden wir es uns auf absehbare Zeit nicht leisten können, eine schlagkräftige Marine aufzubauen. Auch wenn es den Widerstand des Marinechefs hervorruft, werde ich dem Kaiser empfehlen, die veraltete Baltische Flotte abzuwracken und nur die modernen Neubauten der Hipper-Klasse zu behalten. Vielleicht werden wir in zwei oder drei Jahren einige Uboote bauen können. Wenn wir gegen England in den Krieg ziehen müssen, wäre das jedenfalls von Vorteil. Unsere Uboote standen ja schon einmal kurz davor die Inselnation von der Versorgung abzuschneiden. Mit einer brach liegenden Wirtschaft wird England einen Krieg im großen Maßstab nicht lange durchhalten können. Und ohne Nachschub werden die kolonialen Truppen erhebliche Probleme bekommen und uns erst einmal nicht stören.

Das Rückgrat der kaiserlichen 'Schlachtflotte':
Bild
Linienschiffe 'Schlesien' und 'Schleswig-Holstein', BJ 1908 bzw. 1906
Beides 'Vor-Dreadnaughts' und bereits vor Beginn des Weltkrieges veraltet

Die modernste Einheiten der Kriegsmarine:
Bild
Schwerer Kreuzer der Hipper-Klasse

Bild
Leichter Kreuzer der K-Klasse


Apropos Wirtschaft. Heute Nachmittag steht ein Treffen mit Vertretern der Industrie an. Es geht dabei um die Vergabe von Fördergeldern und Forschungszuschüßen. Irgendwie bin ich auch ein wenig froh, daß Hjalmar so aufs Geld achtet. Ein klein wenig zumindest. Da als potentielle Kriegsschauplätze nicht nur Frankreich sondern auch Polen in Frage kommt, muß die Armee diesen beiden Ländern zumindest technologisch einen Schritt voraus sein. Alleine kräftemäßig dürfte eine Überlegenheit schwer herbeizuführen sein. Oder zumindest nur mit einem gewaltigen Kraftakt. Sollte dann auch noch England dazukommen, ist ein größenmäßiger Schulterschluß sowieso nicht machbar.


Bild
Heeresvergleich 1936


Überhaupt bereitet mir das Bündnis zwischen Frankreich und England große Kopfschmerzen. Eine ähnliche Konstellation war schon im letzten Krieg verhängnisvoll. Wir müssen um jeden Preis vermeiden, daß sich noch mehr Staaten gegen uns zusammen schließen. Vor allem, da die genaue Zusammensetzung unserer Streitkräfte in 4 Jahren kaum vorherzusehen ist. Und die unserer Gegner noch weniger. Verrückt, wir befinden uns im tiefsten Frieden und trotzdem bezeichne ich unsere Nachbarn schon als Feind. Ich muß aufpassen, daß ich nicht zu sehr in bestimmten Mustern denke.
Constantin, unser Außenminister, hat den Vorschlag gemacht, unter den Staaten in Südosteuropa langfristig nach Verbündeten zu suchen. Österreich und Ungarn stehen uns wohlwollend gegenüber. Italien ebenfalls. Auch wenn mir der Gedanke an eine Zusammenarbeit mit den Verrätern von 1915 schwer im Magen liegt, so können wir uns doch nicht mit der ganzen Welt anlegen. Obwohl ich die Kameraden südlich der Alpen doch mal gerne meine Meinung sagen würde. Unser ehemaliger Kriegsgegner im Osten, die Sowjetunion, gibt mir ebenfalls Rätsel auf. Laut Constantin stehen sie uns eher neutral gegenüber. Einerseits ist dieses riesige Land so reich an Rohstoffen, daß es sich als Handelspartner förmlich aufdrängt. Andererseits ist dieser Stalin viel zu unberechenbar, um sich auf seine Rohstofflieferungen verlassen zu können. Wenn er uns im falschen Moment den Hahn absperrt, stehen wir da mit herunter gelassenen Hosen. Und das kann tödlich enden. Sollte es tatsächlich zu einem Krieg kommen, müssen wir ihn unbedingt gewinnen. Um jeden Preis. Sonst steh Gott uns bei. Fehler können wir uns da nicht erlauben. Und sollte sich dieses rote Riesenreich gegen uns erheben ... Ich kann Constantin nur beipflichten. Wir brauchen dringend Verbündete. Solche, auf die wir uns verlassen können. Vielleicht ist das mit dem Balkan gar keine so schlechte Idee. Ich werde mal mit dem Kaiser darüber sprechen.


Bild
Allianzen im Jahre 1936


Apropos Kaiser ... Ich schätze, daß wir spätestens morgen einen ungefähren Plan über unsere langfristigen Aktivitäten abgeben können. Für Details ist die Lage momentan zu instabil und die Wunschliste der einzelnen Teilstreitkräfte viel zu umfangreich.



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Re: [HoI2 DDA] Gott mit Uns - Eine Alternativweltgeschichte

Beitragvon Vampy » 6. September 2012 23:40

Aufrüstungsplan der Streitkräfte
(auch bekannt als "DIE Wunschliste")

Aufrüstungsplan des Heeres (Laufzeit bis 1941)
- 9 motorisierte Divisionen
- 12 Panzerdivisionen
- 18 Spezialdivisionen (3x Fallschirmjäger, 6x Marineinfanterie, 9x Gebirgsjäger)
- 150 Infanteriedivisionen

Aufrüstungsplan der Luftwaffe (Laufzeit bis 1942)
- 40 Kampfgeschwader (8.000 Flugzeuge)
- 16 Jagdgeschwader (3.000 Flugzeuge)
- 16 Zerstörergeschwader (3.000 Flugzeuge)
- 12 Stukageschwader (2.000 Flugzeuge)
- 10 Seekampfgeschwader (2.000 Flugzeuge)
- 4 Fernkampfgeschwader (800 Flugzeuge)
- 4 Transportgeschwader (500 Flugzeuge)
- 36 Trägerflugzeugstaffeln (500 Flugzeuge)

Aufrüstungsplan der Marine (Laufzeit bis 1948/49)
- 10 Schlachtschiffe (2x Bismarck-Klasse, 2x Scharnhorst-Klasse, 6x H-Klasse)
(2x Verbessertes Schlachtschiff, 2x Verbesserter Schlachtkreuzer, 6x Superschweres Schlachtschiff)

- 12 Panzerschiffe von 20.000 t (Projekt "Kreuzer P")
(12x Fortschrittlicher Schlachtkreuzer)

- 8 Flugzeugträger von 12.000 t bzw. 20.000 t
(8x Einfacher bzw. Verbesserter Flugzeugträger)

- 5 Schwere Kreuzer der Hipper-Klasse (zusätzlich zu vhd. 2 Einheiten)
(5x Verbesserter Schwerer Kreuzer)

- 36 Leichte Kreuzer von 8.000 t (Projekt "Kreuzer 1938" / "M-Klasse")
(36x Fortschrittlicher Leichter Kreuzer)

- 94 Zerstörer ("Zerstörer 1936B" bzw. "Zerstörer 1936C")
(30 x Verbesserter bzw. Fortschrittlicher Zerstörer = 3 Zerstörer pro HoI-Flottille)

- 400 U-Boote (300 große, 70 kleine, 30 Spezialboote)
(30 x Mittelstrecken U-Boot, 7 Kurzstrecken U-Boot, 3 Langstrecken U-Boot = 10 U-Boote pro HoI-Flottille)



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Re: [HoI2 DDA] Gott mit Uns - Eine Alternativweltgeschichte

Beitragvon Vampy » 28. September 2012 14:52

I. Quartal 1936

Lagebericht

Das erste Quartal dieses viel versprechenden Jahres ist für uns ausgesprochen günstig verlaufen. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, daß uns ausgrechnet die deutsch-feindlichen Bestrebungen Frankreichs einen ersten Erfolg bei der Revidierung des Versailler Vertrages eingebracht haben. Die Nachricht, daß die Franzosen einen Beistandspakt mit Moskau unterzeichnet hatten, rief in Zeitungen und Rundfunk ein gewaltiges Echo hervor und wurde von der Presse einhellig als ein Versuch gewertet, Deutschland einzuschüchtern und uns den Willen fremder Mächte aufzuzwingen. Stellenweise wurde sogar behauptet, Frankreich habe die Verträge von Locarno gebrochen, da es sich als unterzeichnende Macht zu einer friedlichen Politik verpflichtet habe, der Beistandspakt mit Sowjetrussland sich aber eindeutig gegen Deutschland richte. Daraufhin kam es überall im Reich zu Protestdemonstrationen. Alleine in Berlin gingen Zehntausende auf die Straßen.
In einer eilig einberufenen Konferenz wurde schließlich entschieden, die Gunst der Stunde zu nutzen und mit der Besetzung der entmilitarisierten Zone die Zügel, die wir uns in Locarno anlegen mußten, abzustreifen. Als unsere Soldaten nur 2 Tage später in die entmilitarisierte Zone einrückten, wurden sie mit Beifall und Blumen von der jubelnden Bevölkerung begrüßt. Die Franzosen reagierten auf unseren Truppeneinmarsch absehbar schlecht und kündigten die Mobilmachung an. Doch letztlich war die Regierung in Paris, auch mit Blick auf die bevorstehenden Wahlen, nicht gewillt einen Krieg zu beginnen. So landete die Angelegenheit vor dem Völkerbund, in dem zwar viel debattiert, aber nichts beschlossen wurde. Liegt wohl auch daran, daß sich im Augenblick alle mit dem Abessinienkrieg beschäftigen.


Bild
Die ehemalige entmilitarisierte Zone

Bild Bild Bild
Paraden der Armee anläßlich der 'Wiederherstellung der territorialen Souveränität Deutschlands'


Die angeschlagenen Beziehungen zu London konnte seine Majestät übrigens nur wenig später selbst wieder ein wenig aufpolieren, als er anläßlich des Todes König George V. zu den Trauerfeierlichkeiten nach London reiste. Schließlich war der verstorbene König der Sohn des Bruders der Großmutter des Kaisers. Ich will eigentlich gar nicht genauer darüber nachdenken. Bei den ganzen Verwandschaftsverhältnissen wird man nur wirr im Kopf. Alleine die Vorstellung, daß in Europa alle Monarchen irgendwie miteinander verwandt sind, sich aber trotzdem nicht ausstehen können ...
Wirtschaftlich hat sich auch etwas getan. Der IK-Bedarf der Rüstungsproduktion kann zu 100% gedeckt werden. Wir haben sogar etwas IK übrig, sodaß ich angeordnet habe insgesamt 6 IK in die Aufrüstung zu investieren. Das leidige Problem mit der Rohstoffversorgung ist vorerst auch aus der Welt geschafft. Ein Vertrag mit Stalin sichert uns vorerst eine gewaltige Lieferung an seltenen Rohstoffen, die unsere Wirtschaft dringend benötigt. So können wir nicht nur den Bedarf befriedigen, sondern sogar noch Vorräte anlegen, um einen mittelfristigen Ausfall ohne Verlust abzufedern. Zudem reist der gute von Neurath fleissig in der Welt herum und versucht ständig neue Partner für Handelsabkommen zu finden.
Ende Februar erreichte uns ein Telegramm aus unserer Botschaft in Japan. Das Militär hatte einen Aufstand niedergeschlagen und zahlreiche Rebellen wurden im Schnellverfahren abgeurteilt und hingerichtet. Das Botschaftspersonal nennt Zahlen um die 1400 Putschisten. Wenn die Beamten in Japan nur halb so gut arbeiten wie der Geheimdienstminister, zweifle ich keine Sekunde an den Zahlen. Die Aufständischen hatten das Parlament, das Kriegsministerium und einige Polizeidienststellen besetzt. Auch drei Kabinettsmitglieder, unter ihnen auch der Finanzminister, sollen von ihnen ermordet worden sein. In solchen Fällen kennt der japanische Kaiser kein Erbarmen. Hoffentlich passiert soetwas bei uns nicht.
Anfang März kam dann eine weitere Eilmeldung. Diesmal aus Afrika. Der Kaiser von Abessinien mußte fluchtartig das Land verlassen. Es scheint so, als hätten die Italiener hier ihren ersten großen Sieg davongetragen. Jedenfalls haben sie sich das Land unter den Nagel gerissen und ihren eigenen König als Kaiser von Abessinien ausgerufen. Eigentlich hätte ich darauf ein großes Donnerwetter aus London erwartet. Aber wie es scheint gelten für Siegermächte aus dem großen Krieg andere Regeln, als für die Verlierer. Das bekräftigt mich nur in meinem Entschluß, alles in meiner Macht stehende zu tun, um in einem möglichen Konflikt eine erneute Niederlage abzuwenden.
Pünktlich zum Ablauf des ersten Quartals konnte ich übrigens eine weitere gute Nachricht in meinen Bericht an den Kaiser aufnehmen. Das Hauptquartier der Obersten Heeresleitung unter Feldmarschall von Blomberg wurde als erste Einheit der Reichswehr modernisiert und dem aktuellen Stand der Zeit angepaßt. Ich hoffe, daß dieser kurzfristige Erfolg seine Majestät auch weiterhin bekräftigt, mir freie Hand zu lassen.



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Re: [HoI2 DDA] Gott mit Uns - Eine Alternativweltgeschichte

Beitragvon Vampy » 5. Oktober 2012 13:41

II. Quartal 1936

Lagebesprechung

Es ist mal wieder soweit. Kabinettsbesprechung mit den hohen Ministern und Militärs im Reichstag. Der von Schubert ist natürlich wieder als erster da. Obwohl ich extra früh da sein wollte, hat er schon vor der Tür zum Besprechungsraum gewartet. Die Militärs sind natürlich wieder alle gleichzeitig gekommen, genau 5 Minuten vor dem angesetzten Termin. Als dann endlich alle da sind, eröffne ich die Sitzung.
"Guten Morgen, meine Herren. Wir sind heute hier, um einen Zwischenbilanz über das erste Halbjahr 1936 zu ziehen. Wer möchte zuerst?"
Natürlich will niemand zuerst. Ich unterdrücke einen Seufzer.
"Na gut, nicht alle auf einmal. Herr Außenminister, wie ist die Lage?"
Constantin erhebt sich und ordnet seine Unterlagen.
"Wir haben noch immer keinen Verbündeten. Dafür konnten wir mit diversen Nationen in Europa und Südamerika Handelsverträge abschließen, die uns einen stetigen Fluß an Rohstoffen sichern. Ich möchte Sie noch kurz über die Lage im chinesischen Bürgerkrieg informieren. Guangxi und Xibei San Ma befinden sich mit den Chinesischen Nationalisten im Krieg. Damit ist China jetzt endgültig zu einem Hexenkessel geworden. Ich empfehle dringend uns aus diesem Konflikt herauszuhalten und deutschen Staatsbürgern von einer Einreise nach China abzuraten, bis deren Sicherheit wieder gewährleistet werden kann. In Schweden ist die Sozialdemokratische Regierung unter Ministerpräsident Hansson zurückgetreten. Gegenwärtig übernimmt der Bauernbund unter Phersson-Bramstorp bis zur Wahl im September die Regierungsgeschäfte."


Bild
Erbittert geführte Kämpfe im chinesischen Bürgerkrieg

Bild
Axel Pehrsson-Bramstorp, Schwedischer Ministerpräsident während der Sommerregierung


"Danke Constantin. Herr Verteidigungsminister?"
"Wir können die vorhandene Produktion zu 100% bedienen und noch zusätzliche IK für die Modernisierung der Streitkräfte abstellen, auch wenn wir auf diesem Gebiet lediglich 20% des Bedarfs decken können. Unsere verfügbare IK beträgt im Moment 170. Das sind 21 mehr als noch vor einem halben Jahr, hauptsächlich weil wir nun die volle Wirtschaftsleistung des Ruhrgebietes für die Rüstung nutzen können. Die Industrie hat mehrere Forschungsaufträge abgeschlossen. So verfügen wir jetzt über ein neues Zerstörermodell, effizientere Maschinenwerkzeuge und einfache Rechenmaschinen. Anfang April wurden übrigens die letzten Einheiten der Baltischen Flotte aufgelöst, was die Unterhaltskosten ebenfalls gesenkt hat."
"Ja, eine Schweinerei ist das!", meldete sich der Marinechef. "Unsere Marine ist im Vergleich mit den anderen Nationen bereits ein Witz und jetzt haben wir auch die einzigen schweren Einheiten verloren."
"Wir werden hier nicht über die Verschrottung dieser Flotte diskutieren, Ludwig. Dieser Schritt war von Seiner Majestät genehmigt." Ich hab ja gewußt, daß der Marinechef damit unglücklich sein wird. "Mit veralteten Schiffen kann man keinen Krieg gewinnen."
"Unsere Bemühungen um eine moderne und schlagkräftige Armee haben übrigens weitere Erfolge erzielt. Zahlreiche Einheiten der Luftwaffe wurden mit neuen Maschinen ausgerüstet und weitere Geschwader werden in diesem Moment nach und nach auf neue Maschinen umgerüstet. Wir erwarten, daß wir spätestens bis Jahresende die Modernisierung der Luftwaffe abgeschlossen haben. Falls sich an IK Zuweisung und Bedarf nichts verändert.", beendet Hjalmar seinen Bericht.
"Ausgezeichnet." Am zufriedenen Grinsen des Luftwaffenchefs kann ich seine Zustimmung erkennen. "Noch jemand?" Keiner meldet sich. "Gut, dann treffen wir uns wohl erst in einem halben Jahr wieder."


Bild
Die Messerschmidt 109, nur eines der neuen Baumuster, das die veraltete Ausrüstung der Luftwaffe ersetzen soll



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Re: [HoI2 DDA] Gott mit Uns - Eine Alternativweltgeschichte

Beitragvon Vampy » 12. Oktober 2012 14:27

Sommer 1936

Tagebucheintrag

17. Juli 1936
Ich habe heute einen Bericht vom Außenminister auf den Tisch bekommen. Rotchina und die Kuomintang haben einen Frieden geschlossen und sind zu den Vorkriegsgrenzen zurückgekehrt. Laut einem beigefügtem Dossier, das von Schubert beigesteuert hatte, wagte jedoch ein meuternder General Chiang Kai-shek, den Machthaber der Kuomintang, zu verhaften. Laut Dossier wollte der meuternde General mit Unterstützung der Sowjets die Macht an sich reißen. Scheinbar ist bei diesem Plan aber etwas gründlich schief gelaufen, da Kai-shek bereits kurze Zeit später wieder freigesetzt wurde


Bild
Der Anführer der Kuomintang, Chiang Kai-shek


18. Juli 1936
Eilmeldung aus dem Außenministerium! In Spanien ist ebenfalls ein Bürgerkrieg ausgebrochen. Fast hat es den Anschein, als würde die ganze Welt in Krieg und Anarchie versinken. Eigentlich würde uns das alles gar nicht betreffen. Allerdings befürchte ich, daß der Putsch der nationalistischen Kräfte eine Kette von Ereignissen auslösen wird, der wir uns nicht entziehen können.

23. Juli 1936
Hab ich es nicht gesagt? Die Sowjets haben die Unterstützung der Republikaner mit Material und Freiwilligen angekündigt und bereits erste Transporte in Marsch gesetzt. Es ist davon auszugehen, daß Stalin diese Gelegenheit nutzen wird, um den Einfluß der Kommunisten in Spanien zu stärken, wie es bereits in China der Fall war.
Das wiederum bringt uns in eine prekäre Lage. Ein unter sowjetischem Einfluß stehendes Spanien wird uns früher oder später Probleme bereiten. Ich habe Seiner Majestät eine kurze Zusammenfassung der Ereignisse in Spanien zukommen lassen, mit der Empfehlung die Nationalisten ebenfalls zu unterstützen.


Bild
Der Anführer der Nationalisten, General Franco


24. Juli 1936
Seine Majestät haben schnell reagiert. Von Neurath ist noch gestern mit einer Unabhängigkeitsgarantie nach Burgos aufgebrochen. Gleichzeitig wurde alles für den Transport von Versorgungsgütern, Waffen und Freiwilligen vorbereitet.
Neben den Sowjets haben inzwischen auch die Italiener angekündigt, die Nationalisten mit Freiwilligen und Material zu unterstützen. Wenn ich allerdings an die Isonzoschlachten des Weltkrieges denke, werden die Italiener wohl keine große Hilfe sein. Selbst in Abessinien hatten sie große Probleme. Wenn ich mir vorstelle, daß irgendwelche Bauern, barfuß und ohne die geringste militärische Ausbildung, die Offensive der Italiener nicht nur gestoppt haben, sondern sogar erfolgreich zum Gegenangriff übergegangen sind, so schäme ich mich fast, daß ich auf dem selben Kontinent wie diese Pizzabäcker lebe. Ich frage mich, ob die Italiener überhaupt wissen, wo das gefährliche Ende eines Gewehrs ist.
Ausnahmsweise gibt es auch gute Nachrichten. Es scheint so, als würden sich die Engländer und Franzosen aus dem Bürgerkrieg heraushalten und eine neutrale Haltung einnehmen. Ich hoffe nur, daß wir die Olympiade im August wie geplant ausrichten können. Ich habe schon die Winterspiele im Februar verpaßt, weil ich viel zu beschäftigt war, die Pläne für unsere Wiederaufrüstung auszuarbeiten. Da will ich wenigstens die Sommerspiele sehen.


Bild
Olympia 1936



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Re: [HoI2 DDA] Gott mit Uns - Eine Alternativweltgeschichte

Beitragvon Vampy » 16. Oktober 2012 13:07

12. August 1936

Lagebesprechung im Reichswehrministerium

War ja auch zu schön um wahr zu sein! Mitten in der Nacht klingelt das Telefon und ein aufgeregter Hjalmar sagt mir, daß ich sofort ins Reichswehrministerium kommen soll, meine Anwesenheit würde von höchster Ebene verlangt. Auf mein halbgemurmeltes "Wirklich?" sagt er mir eiskalt "Natürlich nicht, aber ich finde das klingt so toll.". Ich glaub ich muß Hjalmar mal zeigen, was ich toll finde. Wie es scheint komme ich als letzter. Alle sind schon da. Obwohl alle außer dem Geheimdienstminister total verschlafen aussehen. Ich hoffe, daß es wenigstens wichtig ist. Wenn ich zu solch einer unchristlichen Zeit aus dem Bett geholt werden, habe ich immer schlechte Laune. Wenigstens gibt es starken Kaffee.
"So, kommen wir zur Sache!", grummle ich.
"Unsere spanischen Freunde haben große Probleme den Vormarsch der Republikaner aufzuhalten ...", setzt der Außenminister gerade an.
"Ja, kein Wunder. Schließlich kämpfen die Italiener auf ihrer Seite.", unterbricht ihn der Generalstabschef.
"Nun ja, jedenfalls hat mein Kollege im spanischen Außenministerium offiziell um militärische Hilfe ersucht.", beendet Constantin seinen Satz.
"Wir können den Republikanern unmöglich einfach so den Krieg erklären.", werfe ich ein. "Wir sind gerade Gastgeber der Olympiade und propagieren der ganzen Welt unsere Friedfertigkeit. Es ist eine Sache, die Rebellen mit Hilfsgütern zu beliefern, aber eine völlig andere, mit regulären Truppen einzugreifen."
"So ähnlich hat sich Seine Majestät auch ausgedrückt.", antwortet Constantin. "Jedenfalls hat er meinem Kollegen Francisco de Asis Serrat y Bonastre deutlich gesagt, daß er nicht gewillt ist, in eine interne spanische Angelegneheit einzugreifen."
Francisco de wie-hieß-der-Kerl? "Und wieso stehen wir dann hier alle herum anstatt im Bett zu liegen?" Wenn Constantin uns alle aus dem Bett geholt hat, nur um uns das zu sagen ...
"Nun ja, in diesem Fall war mein Amtskollege dazu ermächtigt, uns ein Bündnisgesuch zu unterbreiten."


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Spanisches Bündnisgesuch


Daher weht der Wind! Mir schwant da so einiges. Zum Beispiel, daß der Kaiser das Bündnis angenommen hat. Und das bedeutet ... "Wir haben Krieg?", denke ich laut vor mich hin. "Wie ist die militärische Lage in Spanien?", frage ich den Geheimdienstminister.
"Mit einem Wort: Aussichtslos! Die Republikaner halten viele strategisch wichtige Gebiete und sind den Nationalisten zahlenmäßig überlegen. Dazu kommt, daß General José Sanjurjo auf dem Flug nach Burgos tödlich verunglückt ist. Damit fehlt eine Leitfigur an der Spitze der Nationalisten, was sich in Rivalitäten niederschlagen könnte."


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Militärische Lage in Spanien am 13. August 1936


"Na gut. Wir müssen schnell handeln, bevor die Lage noch schlimmer wird. General Bayerlein, Feldmarschall von Blomberg soll mit dem Großen Hauptquartier nach Kiel verlegen und sich auf die Einschiffung vorbereiten. Ebenso die III., IV. und V. Infanterie Armee, sowie die I. und II. Panzer Armee. Wahrscheinlich brauchen wir die. Zielhafen wird La Coruna." Jetzt hilft nur kühles Planen.
"Ähem, es gibt da noch ein winziges Problem.", meldet sich der Marinechef. "Wegen der empfindlichen Kürzungen bei der Flotte sind wir nicht in der Lage auch nur annähernd so viele Truppen zu verschiffen." Dabei grinst er mich auch noch selbstzufrieden an. Mein Zornpegel steigt wieder.
"Mein Gott Ludwig, muß ich denn an alles denken? Dann chartern Sie eben zivile Schiffe, oder requirieren Sie!", stauche ich ihn zusammen. "La Coruna ist immer noch ein Verbündeter Hafen. Da brauchen wir keine amphibische Landung starten. Und lassen Sie wenigstens unsere vorhandene Flotte auslaufen und in der Biskaya auf Patrouille gehen. Da können ihre Jungs wenigstens mal zeigen, ob ihre Ausbildung das Geld wert ist." Das saß. Ich wette, daß er daran nicht gedacht hat. "Und wenn Sie auf unseren Sitzungen nicht immer gelangweilt in der Nase popeln würden, dann hätten Sie sicherlich bemerkt, daß mein Plan zur Aufrüstung auch die Marine nicht vergessen hat. Von Ihrer ständigen Nörgelei will ich nichts mehr hören." Nun zum Rüstungsminister. "Hjalmar, ich brauche dringend mehr IK. Uns fehlen qualifizierte militärische Führer. Wir brauchen für einen erfolgreichen Vorstoß in Spanien noch mindestens 2 weitere Hauptquartiere im Einsatz."
"Wir könnten diesem Projekt oberste Priorität geben und dafür einige unwichtigere Projekte zurückstecken.", kommt die Antwort.
Nanu? Gar keine Widerworte von Hjalmar? "Sehr gut. Constantin, um koordiniert vorzugehen, wäre es sehr hilfreich, wenn wir den Oberbefehl über die spanische Armee bekommen. Tun Sie Ihr bestes."
"Bin schon auf dem Weg!"
"Wir treffen uns dann heute Nachmittag noch einmal." Damit ist die Sitzung beendet. An Schlaf ist aber nicht mehr zu denken.



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Re: [HoI2 DDA] Gott mit Uns - Eine Alternativweltgeschichte

Beitragvon Vampy » 24. Oktober 2012 13:10

Der Spanienfeldzug

Die Oberste Heeresleitung gibt bekannt
August 1936

Unmittelbar nach der Unterzeichnung des Bündnisvertrages begannen in Deutschland erste Mobilisierungsmaßnahmen. Einige Verbände der Reichswehr, darunter das Hauptquartier unter Feldmarschall von Blomberg, die III., IIII. und V. Infanterie Armee, sowie die I. und II. Panzer Armee wurden zu den Seehäfen in Kiel in Marsch gesetzt, während an der gesamten Küste Schiffe für den raschen Transport der Truppen requiriert wurden. Schließlich erreichte die I. Panzer Armee am 18. August als erste deutsche Einheit den spanischen Hafen in La Coruna und vereinigte sich mich den dort stehenden nationalspanischen Truppen.
Der August war vorwiegend geprägt von vereinzeltem Kräftemessen in diesem Konflikt. So konnten die unter deutschem Befehl stehenden nationalspanischen Truppen am 19. August das Gebiet um Villa Sanjuro und am 21. August Sigüenza erobern. Im gleichen Zeitraum mußte jedoch unter dem starken Druck des Gegners Huelva geräumt werden. Die in Barcelona und Seville stehenden Einheiten sind somit gänzlich von den eigenen Linien abgeschnitten und auf die Offenhaltung der Seewege zur Sicherung des Nachschubs angewiesen. Zu diesem Zweck operieren starke Verbände der Marine vor der spanischen Küste.


September 1936

Nach der Ankunft weiterer deutscher Truppen in La Coruna wurde am 02. September ein massiver Angriff auf Oviedo gestartet. Ziel ist es den von der Vernichtung bedrohten Einheiten in Barcelona zu Hilfe zu eilen. Die Besetzung der Provinz wurde am 17. September abgeschlossen.
Ein entschlossen vorgetragener Angriff brachte die erst kürzlich eroberte Provinz Sigüenza wieder in die Hand des Gegners. Im weiteren Verlauf der Kampfhandlungen drohte den Einheiten in Madrid die Einkesselung, sodaß die schwere Entscheidung getroffen wurde, Madrid aufzugeben und die dort stehenden Einheiten nach Valladolid zurückzuziehen. Nur wenige Tage später konnte unter dem äußersten Einsatz der siegreichen Reichswehrverbände ein großangesetzter Angriff auf Valladolid abgewiesen werden. Ein Erfolg hätte das Aus für die von Madrid kommenden Truppen bedeutet.
Während der Kampf auf dem spanischen Festland mit unerbitterlicher Härte geführt wird, konnten die marokkanischen Gebiete in Nordafrika sowie die kanarischen Inseln ohne weitere Gegenwehr gesichert werden.


Oktober 1936

Die erste Hälfte des Oktobers war gezeichnet durch ein allgemeines Abflauen der Kämpfe und eine Phase der Konsolidierung auf beiden Seiten begann. Mit der Einnahme von Saragossa am 15. Oktober durch Truppen Nationalspaniens sowie Einheiten der Reichswehr flammten die Kämpfe schlagartig wieder auf. Nur einen Tag später folgte die 2. Schlacht von Sigüenza, die mit der Einnahme der Provinz am 23. Oktober endete. Trotz erbitterter Gegenangriffe konnten deutsche und nationalspanische Truppen die Frontlinie halten. Obwohl der Feind mehrmals drohte die Linien zu durchbrechen und die Verteidiger abzuschneiden, wich kein Soldat, sei es Deutscher oder Spanier, von seinem Posten, bis der Angriff abgewehrt wurde. Der Feind konnte schließlich durch gewagte Flankenmanöver zurückgeworfen werden.
Nach dem fehlgeschlagenen Angriff auf Sigüenza versuchte der Feind in den frühen Stunden des 25. Oktobers die in Seville eingeschlossenen Einheiten aufzureiben. Dank der stehenden Versorgungskette per Schiff standen dem Gegner ausgeruhte und zu Allem entschlossene Soldaten statt der erwarteten ausgemergelten Reste gegenüber, sodaß auch die Schlacht um Seville mit dem Rückzug der Republikaner endete.
Während der Vormarsch auf Barcelona mit dem Angriff auf Tarragona am 29. Oktober weiterhin gut verlief, mußte der Entlastungsangriff auf Madrid aufgrund der hartnäckigen Verteidigung schließlich abgebrochen werden.


November und Dezember 1936

In einer gemeinsamen Kraftanstrengung konnte am 08. November mit der Eroberung von Tarragona der Korridor eröffnet werden, der den eingeschlossenen Einheiten in Barcelona den Ausbruch erlaubte. Bis auf einen erneuten Angriff auf Seville, der erneut abgewiesen werden konnte, brachte der November eine Kampfpause.


Bild
Der Korridor nach Barcelona wird geöffnet


Der Dezember wurde durch einen erneuten schweren Angriff auf Seville eröffnet, dem heftigsten Angriff bisher, der nur noch unter gewaltigen Anstrengungen abgewiesen werden konnte. Zwar gelang es am gleichen Tag den Kessel in Bilbao zu schließen und die dort stehenden 7 Divisionen des Feindes in Gefangenschaft zu führen, doch die Lage im Süden ist weiterhin gespannt. Das Oberkommando hat entschieden, mit aller Entschlossenheit nach Süden vorzustoßen, um die Einheiten in Seville zu entlasten. In rascher Folge wurden Castellon, Bilbao und Guadalajara erobert, sodaß deutsche und nationalspanische Truppen jetzt unmittelbar vor Madrid stehen. In einem letzten, verzweifelten Aufbäumen wagte der Feind am 19. Dezember eine erneute Offensive auf Seville. Doch wiederum waren die tapferen und entschlossenen Verteidiger siegreich. Der Nachrichtendienst geht davon aus, daß der Feind aufgrund der erlittenen Verluste keine offensiven Operationen mehr durchführen kann.
Am 24. Dezember wurde Salamanca erobert. 3 Tage später landete die neu aufgestellte Heeresgruppe A in Seville und startete einen zunächst erfolgreichen Ausbruchsversuch nach Norden, um sich mit dem restlichen Einheiten der Spanienarmee zu vereinen. Durch starke Gegenwehr mußten sich die angegliederten Verbände jedoch wieder auf die Ausgangsstellungen zurückziehen.


Bild
Militärische Lage im Dezember


Januar 1937

Das Neue Jahr startete mit der Einnahme von Badajoz und Valencia am 11. Januar. Bis zum 26. Januar war der Widerstand der Republikaner auf die Insel Mallorca zusammengeschrumpft. Die Invasionsflotte, unterstützt von Einheiten der Kriegsmarine, wurde noch auf See von der vollständigen Kapitulation der Republikaner am 01. Februar 1937 überrascht. Seine Majestät persönlich ist bereits auf dem Weg nach Madrid, um zusammen mit General Franco eine Parade der siegreichen Truppen abzunehmen und die Deutsch-Spanische Waffenbruderschaft zu festigen.



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Re: [HoI2 DDA] Gott mit Uns - Eine Alternativweltgeschichte

Beitragvon Vampy » 8. November 2012 13:36

01. Januar 1937

Zur Lage der Nation

Oh man, war das eine miese Party gestern nacht! Hätte ich doch nur meine Hose schneller gefunden, ich wäre um Stunden früher zuhause gewesen! Den anderen geht es nicht besser. Sogar der Geheimdienstminister sieht aus, als wäre er von einem Spähpanzer überrollt worden. Ich habe mich deshalb dazu entschlossen, die Sitzung kurz zu halten.
"Meine Herren, wie sieht es aus in unserem Land?" Zugegeben, eine wenig originelle Einleitung. Aber ich schaffe es tatsächlich deutlich zu sprechen und die anderen sind sowieso zu verkatert um hohe Ansprüche zu stellen.
"Das vergangene Jahr brachte uns eine Reihe von Durchbrüchen in der Forschung. Besonders im Bereich der industriellen Forschung, Geräten zur sicheren Verschlüsselung, der Luftwaffe und auch der Marine gab es einige Fortschritte zu vermelden. Aktuell konzentrieren sich unsere Wissenschaftler auf die Verbesserung der Schlagkraft unserer Armee. Die Erkenntnisse, die wir aus Spanien gewinnen konnten, haben sich dazu als überaus wertvoll erwiesen." Hjalmar sortiert kurz seine Unterlagen bevor er fortfährt. "Unsere Wirtschaft hat von den fortgesetzten Förderprogrammen enorm provitiert. Wir verfügen insgesamt über eine nutzbare IK von 193, eine Steigerung von 44 Punkten gegenüber dem Vorjahreswert. Sollten die jetzt laufenden Programme nach Fertigstellung nicht fortgesetzt werden, wird sich unsere IK in einem Jahr auf geschätzte 230 Punkte belaufen."
"Danke Hjalmar. Das sind doch gute Nachrichten." Ich hätte ja Beifall geklatscht, aber diese Kopfschmerzen!
"Dank der fortgesetzten Handelspolitik erzielen wir derzeit in allen Bereichen deutliche Überschüße, die unser Polster für weniger rosige Zeiten erhöhen. Besonders unsere Verbündeten in Spanien beliefern uns zu ausgesprochen günstigen Konditionen mit Öl und seltenen Materialien.", legt der Außenminister seinen Bericht vor. "Unsere Lage in der Welt ist weiterhin moderat. Aufgrund der geschickten Verbrüderung mit Nationalspanien konnten wir unseren Kriegseintritt plausibel belegen. Statt als Agressor sieht die Welt uns als eine Art Weltpolizei, der für eine gerechte Sache in Spanien kämpft und Sicherheit und Ordnung wieder herstellt."
Ich kann mir ein schiefes Grinsen nicht verkneifen. Weltpolizei! Wer weiß, wo Constantin diesen Begriff wieder aufgeschnappt hat. "Ja, äh, danke. Wie sieht es eigentlich im Rest der Welt aus?"
"Ende September endete die Sommerregierung in Schweden gemäß der Abmachung der einzelnen Parteien und die Vereinigten Staaten haben den Demokraten Roosevelt als Präsidenten wiedergewählt. In Asien tobt noch immer der Krieg. In England gab es einen Skandal als König Edward VIII. gegen den Willen der Regierung diese Amerikanerin heiraten wollte und beinahe hätte er Abdanken müssen. Inzwischen dürften sich die Wogen wieder geglättet haben. Vielleicht gereicht uns das einmal zum Vorteil. Edward ist für seine deutschfreundliche Haltung bekannt."
"Ausgezeichnet. Bayerlein, wie lauten die letzten Meldungen aus Spanien?"
"Sie könnten besser nicht sein. Trotz des Winters machen wir gute Fortschritte. Madrid ist eingekreist und der Kessel wird sich bald schließen. Die Republikaner sind auf der gesamten Front in ungeordnetem Rückzug. Die Heeresgruppe A hat einen Ausbruch aus Seville erzwungen und wird sich bald mit dem Rest des Heeres vereinen. Wir erwarten das Ende der Kämpfe innerhalb der nächsten 4 Wochen."
"Sehr gut! Nun, meine Herren, wenn es weiter nichts gibt, dann schließe ich die Sitzung."



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Re: [HoI2 DDA] Gott mit Uns - Eine Alternativweltgeschichte

Beitragvon Vampy » 14. November 2012 13:34

I. und II. Quartal 1937

Lagebesprechung

Langsam hängen mir die ganzen Sitzungen zum Hals heraus. Sitzung im Reichswehrministerium, im Außenministerium, im Rüstungsministerium, im Heeresamt, im Marineamt, im Luftwaffenamt ... und heute schon wieder eine Sitzung! Bemüht, nicht zu genervt auszusehen, eröffne ich die Sitzung.
"Meine Herren, wir sind wieder einmal zusammengekommen, um uns einen Überblick über die Gesamtlage zu machen und unsere nächsten Schritte zu besprechen. Ich erteile das Wort unserem geschätzten Sicherheitsminister."
"Danke.", Diels erhebt sich und nickt mir zu. "Die Lage im Reich könnte besser nicht sein. Trotz des Krieges in Spanien blieben Demonstrationen aus, es gab keine Unruhen, keine subversiven Elemente. Die Bevölkerung steht geschlossen hinter der Politik Seiner Majestät."
Ich quittiere den Bericht mit einem zufriedenem Nicken. "Herr Geheimdienstminster?"
"Der Feldzug in Spanien brachte uns wichtige Erkenntnisse auf dem Gebiet der Dechiffrierung feindlicher Nachrichten und mindestens ebenso wichtige Erkenntnisse, wie wir verhindern können, daß der Feind unsere Nachrichten dechiffriert. Während des Feldzuges waren wir nicht immer in der Lage die feindlichen Nachrichten zeitnah zu entschlüsseln. Ich spreche im Namen aller Mitarbeiter meines Ministeriums, wenn ich betone, wie wichtig es ist über die Schritte des Gegners informiert zu sein. Ich rate dringenst, die Forschungen in diesem Bereich nicht zu vernachlässigen. Gegenüber der europäischen Konkurrenz haben wir momentan einen Vorsprung erreicht, den wir unter allen Umständen halten oder sogar ausbauen müssen, sollte es wirklich zu einem militärischen Konflikt mit Frankreich kommen."


Bild Bild
Diese Geräte sorgen dafür, daß unser Funkverkehr sicher ist, der des Gegners aber nicht


Von Schubert blickt während seines Vortrages ernst in die Runde, während ich mir Notizen mache. Ich nehme mir vor, Hjalmar nach der Sitzung darauf anzusprechen.
"Danke, Herr Geheimdienstminister. Hjalmar, ihr Bericht bitte."
"Auch aus meinem Ressort habe ich nur gute Nachrichten. Der Ausbau der Wirtschaft verläuft planmäßig. Im Moment beträgt unsere IK 216 Punkte. Die Förderprogramme sind fast alle ausgelaufen. Bis zum Jahresende wird der weitere Zuwachs deshalb etwas geringer ausfallen, aber dafür sind Kapazitäten zur Aufrüstung unserer Streitkräfte und der Befestigung unserer Grenzen frei geworden. Wir mußten allerdings die Modernisierungsvorhaben der Streitkräfte zugunsten der Aufstellung neuer Truppen vernachlässigen, sodaß sich dort ein immenser Rückstau gebildet hat. Wir würden schätzungsweise das doppelte der aktuell verfügbaren IK benötigen, nur um bereits bestehende Einheiten auf den neuesten Stand zu bringen. Wir sollten diesen Rückstau in den nächsten Monaten nicht noch höher wachsen lassen."
Okay, das könnte sich zu einem ernsten Problem entwickeln. Auch das wird ein Thema für die nächsten Besprechungen werden. Wir brauchen einen vernünftigen Plan für die weitere Aufrüstung und Modernisierung.


Bild
Beherrscht sein Metier aus dem FF: Hjalmar Schacht

"General Bayerlein, Sie haben das Wort."
"Jawohl! Der Feldzug in Spanien endete am 01. Februar mit der bedingungslosen Kapitulation der Republikaner. Die Kämpfe dauerten insgesamt knapp 6 Monate. Während dieser Zeit hatten wir ausreichend Gelegenheit Waffen und Einsatztaktiken unter Gefechtsbedingen zu prüfen und zu überarbeiten. Die Auswertung der Kämpfe ist zwar noch nicht abgeschlossen, aber es zeichnet sich ab, daß eine enge Verzahnung von schnellen Panzereinheiten und Luftwaffe in einem zukünftigen Konflikt eine wichtige, wenn nicht sogar entscheidende, Rolle spielen wird. Allerdings ist dazu zwingend eine Weiterentwicklung unserer derzeitigen Panzerwagen erforderlich. Die derzeit vorhandenen Panzerkampfwagen I haben sich in Spanien als kaum gefechtstauglich und sowjetischen Baumustern klar unterlegen erwiesen."


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Hat sich in Spanien als klar überlegen erwiesen: Sowjetischer T-26

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Während unsere Panzer nur noch als Fahrschulfahrzeuge taugen


"Sobald ihr abschließender Bericht vorliegt können wir über weitere Schritte beraten.", kommentiere ich Bayerleins Vortrag und wende mich dann von Neurath zu. "Herr Außenminister, bitte schildern Sie uns die Lage in Europa und der Welt."
"Die Spanier haben Anfang Februar die Sicherung ehemals republikanischer Provinzen abgeschlossen und unsere Freiwilligenkorps aufgelöst. Etwa um die gleiche Zeit bemühten sich Italien und Japan um einen Vertrag, um die Aktivitäten der Kommunisten einzudämmen.", beginnt Constantin seinen Bericht. An diesen unseligen Vorschlag der Japaner zur Bekämpfung der kommunistischen Internationalen kann ich mich noch gut erinnern. Ich konnte Seine Majestät überzeugen, dieses Papier nicht zu unterzeichnen. Zwar halte ich die aggressive Verbreitung dieser Ideologie ebenfalls für bedenklich. Eine Provokation Stalins zu diesem Zeitpunkt wäre aber töricht. Das Risiko, daß Stalin seine Rohstofflieferungen an uns stoppt, ist einfach zu groß. Gerade bei den seltenen Materialien sind wir nahezu von ihm abhängig. Und dieser Georgier unterbreitet uns noch nicht einmal schlechte Konditionen.


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Beliefert uns zu unglaublich günstigen Konditionen: Josef Stalin


"Im März schlossen China und Guangxi Frieden und beendeten die Kampfhandlungen.", führt Constantin seinen Vortrag weiter. "Unsere Hoffnungen, daß auch in dieser Region bald wieder Ruhe und Frieden einkehren, haben sich allerdings als verfrüht herausgestellt. Japan und China befinden sich seit knapp einer Woche im Kriegszustand. Damit ist der gesamte asiatische Raum weiter von Frieden entfernt als je zuvor. Unsere Agenten berichten, daß die Chinesen mit ihren ehemaligen Bürgerkriegsgegnern eine große Allianz gegen die Japaner bilden wollen. Durch diesen Krieg verschlechtert sich auch das Verhältnis zwischen Japan auf der einen Seite und England und Amerika auf der anderen Seite rapide. Ein Nebeneffekt dieser Spannungen ist jedoch, daß sich der Fokus der Öffentlichkeit nach Asien verlagert. Möglicherweise können wir diesen Umstand zu unserem Vorteil nutzen."
"Danke Constantin." Ich überfliege noch einmal meine Notizen. "Meine Herren, unsere Fortschritte zum jetzigen Zeitpunkt sind sehr erfreulich. Lassen sie uns den eingeschlagenen Kurs halten, wir haben noch einen weiten Weg vor uns. Hjalmar, Sie bleiben bitte, ich muß mit Ihnen noch ein paar Termine absprechen."



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Re: [HoI2 DDA] Gott mit Uns - Eine Alternativweltgeschichte

Beitragvon Vampy » 23. Mai 2013 13:07

III. und IV. Quartal 1937

Lagebesprechung

Im Gegensatz zu den letzten Sitzungen beginnt diese hier sehr ruhig. Wahrscheinlich liegt das an der Planung. Statt die Sitzung gleich auf die frühen Morgenstunden zu legen, beginnt der Jahresrückblick erst am Nachmittag. Schließlich ist heute Sylvester. Alle haben sich bereits für die anschließende Sylvesterfeier im Neuen Palais verkleidet. Wobei ich doch sagen muß, daß einige Minister etwas einfallslos in ihrer Kostümwahl sind. Dem Sicherheitsminister etwa sieht man den Zivilpolizisten schon im Dunkeln an. Und unser Marinechef in seiner Uniform wirkt kühn wie Admiral Nelson höchstpersönlich. Der Generalstabschef erscheint gar als Napoleon!
Nur aus dem Kostüm des Geheimdienstministers, einem völlig in schwarz gehaltenem Anzug, bin ich nicht schlau geworden. Auf meine Frage antwortete er nur knapp, er verkleide sich als "Men in Black" und grinste dabei. Einen merkwürdigen Sinn für Humor hat er ja schon, der von Schubert. Und immer diese Anglizismen! Nur der Rüstungsminister beweist etwas Einfallsreichtum. Als Zauberer mit Spitzhut, langem Umhang mit aufgedruckten Sternen und langem Bart schreitet er würdevoll durch den Saal und zieht ab und zu Zinnsoldaten, kleine Panzer, Schiffchen oder auch Flugzeuge aus seinem Hut hervor. Ich bin echt erstaunt, wieviel er in diesem Hut unterbringen kann, ohne daß er wie ein Sack auf seinem Kopf aussieht. Auf der Sylvesterfeier hat er damit sicher gute Chancen für die Wahl zum ausgefallensten Kostüm.
Als die Stunde voll ist, eröffne ich schließlich die Sitzung.
"Meine Herren, ich weiß daß sie alle darauf brennen schnell auf die Feier zu kommen, aber lassen sie uns vorher noch einmal den aktuellen Stand der Dinge besprechen. Herr Rüstungsminister, bitte machen Sie doch den Anfang."
Hjalmar erhebt sich würdevoll, greift in seinen Hut und zieht das Rüstungsdossier heraus. Himmel, in den Hut paßt wirklich eine ganze Menge mehr, als man ihm zutrauen würde. Ich muß Hjalmar unbedingt fragen, ob ich mir den Hut für den nächsten Umzug ausleihen kann.
"Unser Programm zum Ausbau der Wirtschaft hat auch in diesem Halbjahr Früchte getragen. Wir haben es geschafft unsere IK auf 222 Punkte auszubauen. Das sind zwar gerade einmal 6 Punkte mehr als vor einem halben Jahr, aber immer noch 29 Punkte über dem Stand vom Jahresanfang und 73 Punkte über dem Stand vom Januar 1936. Da das Programm weitgehend beendet ist, wird sich an diesen Zahlen wohl nicht mehr viel ändern. Wir erwarten Anfang 1938 lediglich eine weitere Steigerung um 6 Punkte. Statt dessen haben wir die freigewordenen Kapazitäten in den Ausbau der Streitkräfte und in die Grundlagenforschung gesteckt."
"Ah ja, Seine Majestät hatte ja persönlich die Mittel für den Bau einer Raketentestanlage bewilligt. Sie wurde doch diesen Monat erst eingeweiht, nicht wahr?", unterbreche ich Hjalmar.
"Richtig. Die Anlage wurde auf Peenemünde errichtet. Sie ist dort recht abgeschieden untergebracht und kann trotzdem problemlos erweitert werden.", klärt mich der Rüstungsminister auf. "Dank intensiver Forschung steht uns modernere Ausrüstung für die Infanterie zur Verfügung. Desweiteren können wir jetzt motorisierte Divisionen aufstellen. Neue Modelle für Abfangjäger werden unseren Luftraum effektiver schützen können. In der Marineforschung konnten wir moderne Uboote und Zerstörer entwickeln ..."
"Moment!", falle ich Hjalmar ins Wort. "Marineforschung? Wer hat das genehmigt?" Aus den Augenwinkeln sehe ich, wie der Marinechef verschreckt zusammenzuckt. Ich blättere kurz durch meine Unterlagen, ob ich dort noch weitere Überraschungen finde. Zum Glück habe ich Kopien der Dossiers der einzelnen Minister. Ein unauffälliger schwarzer Briefumschlag im Dossier des Geheimdienstministers fällt mir ins Auge. Als ich ihn öffne, stehen dem Marinechef Schweißperlen auf der Stirn. Auf den Fotos ist ein großer Tisch zu sehen mit Sekt und belegten Brötchen, im Hintergrund ein nagelneuer Schiffsrumpf, von der Ausmaßen her ein defintiv größer als ein Zerstörer, wahrscheinlich ein leichter Kreuzer. Ein großes Fest an der Pier, eine feierliche Einweihung und mittendrin der Marinechef, voll wie eine Strandhaubitze. Ich weiß nicht was ich sagen soll. Ich war nicht einmal eingeladen! "Wieviele?", dringt mir über die Lippen.
"Der Bauauftrag beläuft sich auf 4 leichte Kreuzer und 9 Truppentransporter. Die letzten Einheiten werden voraussichtlich im 3. Quartal 1938 in Dienst gestellt. Zudem wurde erst kürzlich ein Bauauftrag über 8 Zerstörer vergeben ..."
Ich blicke nur streng in Richtung Marinechef. "Wenn so eine Sauerei noch einmal vorkommt, lasse ich Sie erst über die Planke gehen, dann Kielholen und zum Schluß an der Rah aufknüpfen. Und sollte danach noch etwas von Ihnen übrig sein, verfüttere ich Sie an die Haie!" Fulda sitzt kreidebleich in seinem Sessel. Jetzt sieht er gar nicht mehr wie Admiral Nelson aus, sondern eher wie einer der Meuterer der Bounty. Ich blicke wieder zu Hjalmar. "Noch etwas?"
Der arme Hjalmar sieht etwas verwirrt aus. Er blickt erst zu mir, dann zu Fulda und wieder zu mir, bevor er fortfährt. "Die Aufrüstung der Streitkräfte schreitet voran, auch wenn längst noch nicht alle Einheiten auf den aktuellen Stand umgerüstet wurden. Wir haben unsere erfahrensten Infanterie-Divisionen, Panzer und Bomber priorisiert, um sie als erste Aufzurüsten und zu Verstärken."
"Gut, Hjalmar." Ich blicke zum Außenminister, der sich als mittelalterlicher Wandermönch verkleidet hat.
"Viator, narra mihi longinquis terris?", krame zusammen, was noch an Lateinkenntnissen hängengeblieben ist.
Von Neurath knobelt angestrengt, bis er schließlich würdevoll zu einer Antwort ansetzt. "Gallia omnis obsessa est."
"Gallia omnis?" frage ich ungläubig zurück.
"Gallia omnis totaque!", bekräftigt unser Außenminister zufrieden lächelnd, nur um dann etwas ernster zu werden. "Es gibt Neuigkeiten aus China. Nachdem die Amerikaner bereits Hilfe angekündigt haben, lassen sich auch die Russen nicht Lumpen und schicken Ausrüstung und Freiwillige nach China. Zudem verlegen die Chinesen ihre Industrie ins Landesinnere, um sie nicht den Japanern in die Hände fallen zu lassen. Die Japaner sind auf der gesamten Front im Vormarsch und haben in der Inneren Mongolei ihre Marionette Mengkukuo installiert." Constantin blättert kurz in seinem Dossier. "Das Ganze könnte sich leicht zu einem größeren Konflikt ausbreiten. Es gibt Berichte über ungezügelte Übergriffe der Japanischen Armee gegen die Zivilbevölkerung in Nanjing. In einem Bericht des Geheimdienstministeriums wird bereits von einem Massaker gesprochen. Zudem haben japanische Bomber das amerikanische Kanoneboot Panay angegriffen und versenkt. Zwar hat Japan eine hohe Summe als Entschädigung gezahlt, aber einige Politiker in Amerika denken laut über ein Handelsembargo nach. Wie ich bereits Seiner Majestät in einem Kommunique geraten habe, sollten wir uns in der Angelegenheit neutral verhalten und von einer engeren Zusammenarbeit mit Japan absehen. Intensiver Handel oder gar Abkommen könnten die USA gegen uns aufbringen, abgesehen von der öffentlichen Meinung im eigenen Land."


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"Genau wie die Italiener in Abessinien. Und die italienischen Gräueltaten waren London und Paris auch nur einen moralischen Zeigefinger wert! Nur ein Jahr danach interessiert es keinen Menschen mehr.", meldet sich Bayerlein in seinem Napoleonkostüm zu Wort.
"Meine Herren, ein symphatisieren mit Kriegsverbrechern steht hier nicht zur Debatte. Wie Constantin werde auch ich Seiner Majestät dringend anraten, uns von jeder Nation zu distanzieren, die das Völkerrecht mit Füßen tritt. Es wird keine Annäherung an Italien oder Japan geben.", spreche ich ein Machtwort. Wäre ja noch schöner, wenn das Ansehen Deutschlands mit solchen Geschichten beschmutzt wird. "Wenn sonst nichts mehr auf der Tagesordnung steht, dann lassen sie uns zur Sylvesterfeier übergehen. Die Sitzung ist geschlossen."



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Beitragvon Vampy » 27. Mai 2013 13:10

I. Quartal 1938

Tagebucheintrag

30. Januar 1938

Bei einem Gespräch mit dem Außenminister habe ich beiläufig erfahren, daß der englische Außenminister Eden nur mit Mühe von einem Rücktritt abgehalten werden konnte. Offenbar waren dieser Entscheidung mehrere Konfrontationen mit dem Premier Chamberlain vorangegangen. Ich bin mir nicht sicher, ob das ein gutes Zeichen für uns ist. Aber solange sich die Engländer mit internen Problemen befassen, haben sie hoffentlich kein Auge für uns.

07. Februar 1938

Der Besuch des österreichischen Kanzlers von Schuschnigg wurde leider von einem kleinen diplomatischen Zwischenfall beeinträchtigt. China hat unseren Beauftragten für die Chinamission, von Falkenhausen, kurzerhand des Landes verwiesen, nachdem wir den japanischen Marionettenstaat Manchukuo anerkannt haben. Außerdem haben die Chinesen sämtliche Handelsverträge aufgekündigt. Zum Glück konnten wir die Ausfälle kurzfristig mit Lieferungen aus Russland abfangen. Unser Rüstungsminister war jedoch alles andere als erfreut, daß wir damit noch tiefer in die Abhängigkeit sowjetischer Rohstofflieferungen gerutscht sind.
Trotzdem war der Besuch von Schuschniggs ein großer diplomatischer Erfolg. In Österreich werden immer mehr Stimmen laut, die einen Anschluß an Deutschland fordern. Daß wir kein Blatt vor den Mund nehmen und, trotz der latenten Kriegsdrohung durch Frankreich und England, auf unseren Gebietsforderungen bestehen, tut sein Übriges. Jedenfalls war der gute von Schuschnigg sehr angetan, daß wir nicht vor den Franzosen kuschen. Ich wette, da erwartet uns noch eine spannende Überraschung.

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02. März 1938

Heute morgen lag ein Kommunique des Geheimdienstministers auf meinem Schreibtisch. Dieser Stalin hat irgendeine große Sache vor. Laut unserem "Botschaftspersonal" in Moskau wurden eine ganze Menge Offiziere der Roten Armee verhaftet oder sogar an Ort und Stelle standrechtlich erschossen. Der Schock darüber sitzt tief. Wenn dieser Georgier sich schon gegen seine eigene Armee wendet, könnte er sich auch gegen uns wenden. Angesichts der Tatsache, daß wir bei den Importen für Öl, seltenen Materialien und Metall nahezu vollständig von sowjetischen Lieferungen abhängig sind, gewinnt das unberechenbare Verhalten zusätzliche Brisanz. Zwar konnte unser Außenminister in den letzten Monaten mehrere lukrative Handelsverträge mit unseren westlichen Nachbarn abschließen, einen Ersatz für die Ostimporte stellen sie jedoch auch langfristig nicht dar.

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12. März 1938

Die Landeflotte I ist mit der Indienststellung der ersten neuen Zerstörer komplett und führt gerade ein Manöver vor Helgoland durch. Der Marinechef hat mir den Termin vorsorglich schon 4 Wochen im voraus angekündigt und mich seit Montag JEDEN Tag schriftlich UND telefonisch an den Termin erinnert! Ich muß dringend mit Seiner Majestät über eine Ablösung Fuldas sprechen. Langsam fängt der Mann an, mir auf die Nerven zu gehen. Wenigstens wurde aus der feierlichen Indienststellung der beiden Zerstörer eine schöne Party. Da wir noch heute Nacht nach Linz fliegen, konnten der Marinechef und ich nur für ein paar Stunden bleiben. Trotzdem schaffte es Fulda, sich innerhalb kürzester Zeit zu betrinken und mit zwei Serviermädchen zu verschwinden. Ich muß neidvoll zugeben, daß er mit seiner Admiralsuniform gehörig Eindruck beim weiblichen Geschlecht macht.

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13. März 1938

Hätte ich mich doch gestern nur nicht so gehen lassen! Als ich heute morgen in die Hotelhalle wankte, hat mich der Concierge sofort "verhaftet". Für die nächste Stunde fehlt mir jegliche Erinnerung. Aber pünktlich zum Termin im Rathaus sah ich jedenfalls wieder salonfähig aus und war sogar hellwach. Dafür habe ich dem Concierge auch ein großzügiges Trinkgeld zugesteckt. Diskret versteht sich.
Als ich im Linzer Rathaus ankam, wurde ich gleich in den großen Saal geführt. Es liegt eine Menge Arbeit vor uns. Schließlich soll hier die Grundlage für ein Gesetz zur Vereining Österreichs und Deutschlands ausgearbeitet werden. Und die Rede für Seine Majestät muß auch noch geschrieben werden. Bis morgen muß alles in trockenen Tüchern sein. Dann will der Kaiser in Wien den Anschluß Österreichs verkünden. Ich sehe einen streßigen Tag auf uns alle zukommen.

13. März 1938, Nachtrag

Offenbar hat unser Concierge von Fuldas sparsamen Umgang mit Trinkgeldern bereits gehört. Als er mit einer guten Stunde Verspätung im Rathaus ankam, konnte er jedenfalls immer noch nicht geradeaus gehen und stank, als käme er geradewegs aus einer Schnapsbrennerei. Seine Majestät war darüber sehr verärgert und trug mir auf dem Weg zum Mittagessen auf, die Augen nach einem qualifizierten Ersatz offen zu halten. Als ich am abend zurück im Hotel war, habe ich dem Concierge ganz diskret noch einmal ein großzügiges Trinkgeld zukommen lassen. Wenn der Mann so weiter macht, könnte er mit etwas Glück und Talent Karriere im Geheimdienstministerium machen.
Unser Marinechef war von dem Vorfall heute morgen so betrübt, daß er den ganzen Abend und einen Großteil der Nacht damit verbrachte, seinen Kummer an der Hotelbar zu ertränken. Ich habe das Gefühl, daß Seine Majestät und der Marinechef morgen ein Déjà-vu-Erlebnis der besonderen Art haben werden. Fast tut er mir leid.



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Re: [HoI2 DDA] Gott mit Uns - Eine Alternativweltgeschichte

Beitragvon Vampy » 7. Juni 2013 12:42

14. März 1938

Konferenz in der Wiener Hofburg

Heute ist der große Tag. Ich bin etwas nervös. Alle sind anwesend. Seine Majestät und die Herren vom Militär tragen ihre Paradeuniformen. Die anderen Minister haben ihre besten Anzüge aus dem Schrank geholt. Zum Glück hat mir der Concierge einen exklusiven Herrenschneider empfohlen. Der Anzug sitzt wie angegossen. Der Marinechef wirft mir sogar gelegentlich neidische Blicke zu.
Um 11:55 Uhr sind die letzten Formalitäten erledigt. Seine Majestät und von Schuschnigg haben die Urkunden unterzeichnet. Pünktlich zur Mittagszeit tritt das Gesetz zum Anschluß Österreichs in Kraft und der Kaiser soll seine Rede auf dem Balkon der Hofburg halten.
Endlich ertönt vom Stephansdom das 12:00 Uhr Geläut. Seine Majestät stellt sich vor die Balkontüren. Schuschnigg postiert sich links hinter seiner Majestät und ich nehme meinen Platz auf der rechten Seite ein. Auf dem Platz haben sich tausende Wiener versammelt, um der Rede zu lauschen. Als sich die Balkontüren öffnen und seine Majestät würdevoll den Balkon betritt, brandet uns der Jubel der tosenden Menschen entgegen. Erst als der Kaiser nach endlos scheinenden Minuten beide Arme hebt, kehrt eine erwartungsvolle Ruhe auf Heldenplatz ein und der Kaiser beginnt seine Rede.
"Bürger Wiens! Fast 135 Jahre ist es her, daß Deutschland und Österreich eine Nation, ein Volk waren. Doch das Deutsche Reich, welches fast 1000 Jahre Bestand hatte, fiel schließlich durch Niedertracht und Expansionsgelüste seiner Feinde. Unsere Nation wurde zerschlagen und Unfriede herrschte zwischen den Fürsten, auf daß Deutsche und Österreicher untereinander und gegen sich selbst Krieg um Krieg führten, während unsere Feinde zusahen. Doch schließlich erhoben wir uns und forderten Einigkeit und Friede zurück. Unsere Feinde fürchteten, wir könnten Rache nehmen für das, was sie uns angetan hatten. Wir mußten unsere eben erst erkämpfte Freiheit verteidigen! Wir besiegten unsere mißgünstigen Feinde. Doch statt sie zu vernichten, setzten wir auf Versöhnung! Zum Dank verbündeten sie sich gegen uns und zwangen uns in den Großen Krieg, in dem Deutschland und Österreich tapfer um ihre Freiheit kämpften, Seite an Seite, Brüder im Felde ebenso wie Brüder im Geiste. Doch letztendlich wurden unsere Armeen von der Niedertracht und Hinterhältigkeit unserer Feinde besiegt. Und erneut wurden unsere Nationen in Ketten gehüllt." Seine Majestät macht eine kurze Pause, um seine Worte wirken zu lassen. "Umso mehr erfüllt es mich mit tiefer Freude und es ist eine besondere Ehre, in diesen schwierigen Zeiten hier zu sein. Für die Zukunft werden Deutschland und Österreich endlich wieder vereint sein. Eine Nation, ein Volk. Gemeinsam werden wir uns zur Wehr setzen. Denn nur gemeinsam haben wir die Kraft, das Joch der Unterdrückung abzuschütteln. Vereint zu einer starken Nation haben unsere Vorfahren 1000 lange Jahre allen Gefahren und Feinden getrotzt, so wie der Fels der tosenden Brandung trotz, die ihn verschlingen will. Wenn wir uns gemeinsam erheben, um unsere Rechte einzufordern, wird es keine Ketten geben, die uns halten können! Es wird keinen Feind geben, der uns standzuhalten vermag! Ich verkünde hiermit die Vereinigung Österreichs und des Deutschen Reiches!"
Kaum sind die letzten Worte des Kaisers verklungen, als der Balkon der Hofburg unter den Jubelschreien der Bürger erzittert. Noch lange nachdem sich die Türen des Balkons hinter uns geschlossen haben, ertönen von draußen die Jubelrufe der Wiener.

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