[HoI2 DDA] Gott mit Uns - Eine Alternativweltgeschichte

AARs zum Zeitpunkte der beiden Weltkriege

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Re: [HoI2 DDA] Gott mit Uns - Eine Alternativweltgeschichte

Beitragvon Vampy » 4. Juli 2014 13:21

17. April 1938

Berliner Stadtschloß

Mein Dienstwagen schaukelt behäbig durch Berlin. Ich habe den Fahrer angewiesen sich nicht zu beeilen. Schließlich ist der Termin mit seiner Majestät und dem ungarischen Botschafter erst in einer halben Stunde. Zeit genug um nicht hetzen zu müssen. Ich weiß nicht genau, um was es bei diesem Treffen geht und seltsamerweise habe ich das Gefühl, als hätte ich irgendetwas wichtiges verpaßt. Gestern war mein erster Arbeitstag nach meinem wohlverdienten Urlaub. Und schon da ist mir aufgefallen, daß eine Anspannung in der Luft liegt. Unsere Beziehungen zu Ungarn sind merklich abgekühlt und laut einem Dossier des Geheimdienstministers bereitet Ungarn die Mobilmachung vor. Sicher wird sich der Termin beim Kaiser um dieses Problem drehen.

Pünktlich um 09:55 Uhr betrete ich das Arbeitszimmer seiner Majestät. Der Kaiser sitzt mit dem ungarischen Botschafter in den ausladenden Sesseln an dem kleinen Tisch. Beide haben sich eine Zigarre aus dem Privatvorrat Seiner Majestät angesteckt und auf dem Tisch stehen Cognacgläser. Trotz der bemüht gelösten Atmosphäre liegt auch hier eine unverkennbare Anspannung in der Luft.
Schön, daß Sie da sind. begrüßt mich der Kaiser. István, darf ich Ihnen meinen persönlichen Berater vorstellen? Ich hoffe zu dritt können wir unsere Differenzen beilegen.
Ich schüttele die Hand des ungarischen Botschafters und setze mich auf einen freien Sessel.
Nun, Graf Simonyi, um welche Art Differenzen handelt es sich? versuche ich mir vorsichtig einen Überblick zu verschaffen.
Die ungarische Regierung ist angesichts der jüngsten Ereignisse äußerst beunruhigt. kommt der Botschafter schnell auf den Punkt.
Nachdem sich das Deutsche Reich ja nun mit Österreich vereinigt hat, gibt es viele Stimmen in Ungarn, die eine aggressive deutsche Außenpolitik befürchten.
DAS also ist es, weswegen alle in letzter Zeit so angespannt sind.
Herr Botschafter, ich muß mich ehrlich gesagt sehr wundern. Deutschland engagiert sich seit Jahren in Ungarn. Unsere Wirtschaft hat hohe Summen in den ungarischen Markt investiert. Wir haben mit Ihrer Regierung mehrere Handelsverträge abgeschlossen. Und jetzt sitzen Sie hier bei Zigarre und Cognac und sagen mir ins Gesicht, Sie sagen Seiner Majestät ins Gesicht, daß Sie fest daran glauben wir würden in Ihr Land einmarschieren? gebe ich mich entrüstet.
Der ungarische Botschafter sitzt stocksteif in seinem Sessel.
Meine Regierung befürchtet genau das. bringt er reserviert hervor.
István, ich weiß nicht, was Ihre Landsleute von uns denken. Wir marschieren nicht einfach in andere Länder ein! Wir verfolgen eine aggressive Außenpolitik gegen Länder wie Polen und die Tschechoslowakei. Und zwar aus dem Grund, daß diese Länder uns nach dem Weltkrieg Gebiete gestohlen haben. Gerade da Ungarn diese schmerzliche Erfahrung mit uns teilt, hätte ich eine solche Reaktion nicht erwartet.
Ich mache eine kurze Pause um meine Worte wirken zu lassen.
Bitte korrigieren Sie mich, wenn ich mich irre. Meines Wissens nach war Ungarn niemals Teil des Deutschen Reiches.
Der Botschafter sitzt mit steinerner Miene da.
Sie haben recht. Dennoch war Ungarn sehr eng mit Österreich verbunden. Wie Sie sicher wissen, war der Kaiser von Österreich auch der König von Ungarn. Und er hat nie formell abgedankt. Da Österreich und Deutschland nun vereint sind, teilen viele meiner Landsleute die Befürchtung, daß Deutschland nun versuchen wird, die ehemals österreichischen Ansprüche durchzusetzen. Das können Sie doch sicher verstehen.
István, ich fürchte Sie vergessen eine Kleinigkeit. Ich bin weder der Kaiser von China, noch der König von Ungarn. Ich bin der Kaiser von Deutschland! meldet sich Seine Majestät zu Wort.
Wir haben diesen Punkt sehr ausführlich während der Verhandlungen mit der österreichischen Regierung besprochen und sind uns einig geworden, daß es keine derartigen Forderungen geben wird. Ungarn war völkerrechtlich gesehen nie ein Teil von Österreich. bekräftige ich.
Übrigens sind nicht nur Sie beunruhigt. Ihre Regierung bereitet die Mobilmachung vor. Bereits jetzt stehen starke Truppenverbände an unserer Grenze. setze ich schnell nach.
Wir hatten vor dieser Geschichte ein gutes Verhältnis miteinander. Und jetzt sieht es so aus, als ob wir kurz vor einem Krieg stehen!
Eine knappe Minute vergeht, in der keiner etwas sagt. Schließlich ergreift der Kaiser wieder das Wort.
Wenn es Ihre Regierung in Budapest beruhigt, wäre ich bereit, Ihnen schriftlich zu bestätigen, daß wir keine Absichten hegen, in Ungarn einzumarschieren. Zuerst jedoch müssen Ihre Truppen von der Grenze abziehen. Schließlich wollen wir doch keinen Krieg riskieren, oder?

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Re: [HoI2 DDA] Gott mit Uns - Eine Alternativweltgeschichte

Beitragvon Vampy » 17. Juli 2014 13:31

I. und II. Quartal 1938

Lagebesprechung

Die Lagebesprechungen sind inzwischen schon zur Routine geworden. Nachdem alle pünktlich erschienen sind, eröffne ich die Sitzung.
Lassen Sie uns kurz die Ereignisse der vergangenen Monate zusammenfassen. Herr Außenminister, wie verlief denn Ihre Reise nach Budapest?
Außenminister von Neurath erhebt sich.
Hervorragend! Im Beisein der ungarischen Regierung und einiger Pressevertreter, habe ich für das Reich eine Urkunde unterzeichnet, nach der wir die Grenzen Ungarns respektieren und auf sämtliche Gebietsforderungen verzichten. Der Staatsakt wurde von den ungarischen Medien durchweg positiv aufgefaßt und als großer Schritt für die Verständigung unserer Völker proklamiert. strahlt der Außenminister über das ganze Gesicht.
Ausgezeichnet! Was ist sonst noch in der Welt passiert?
Anfang des Jahres durchlitt England eine schwere politische Krise, als der Außenminister Eden nach Differenzen mit dem Premier Chamberlain um seinen Rücktritt ersuchte. Zwar konnte Eden davon abgehalten werden, aber es wird die Politik im Commonwealth dennoch beeinflußen.

Im Februar bat uns die japanische Regierung um die Anerkennung ihrer Marionette Manchukuo. Nachdem die Japaner den Abschluß einiger lukrativer Handelsverträge in Aussicht stellten, haben wir erste diplomatische Beziehungen zu Manchukuo aufgenommen. China hat daraufhin allerdings alle Handelsverträge mit uns gekündigt und unseren Militärberater des Landes verwiesen.

Nach der Angliederung Österreichs gab es natürlich heftige Proteste aus Frankreich und England. International gab es allerdings kaum negative Reaktionen. Schließlich gab es ja eine österreichische Volksabstimmung. Lediglich die Reaktion Ungarns kam unerwartet. Doch auch hier haben sich die Wogen geglättet. Ich wage sogar zu behaupten, daß unsere Beziehungen zu Ungarn seit meinem Besuch besser sind als je zuvor.

Der Krieg in Asien hat übrigens an Härte und Brutalität zugenommen, sofern das noch möglich war. Die Chinesen haben einige Deiche des Gelben Flußes um die Provinz Henan gesprengt, um den Vormarsch der japanischen Truppen gegen Wuhan aufzuhalten. Die internationale Berichterstattung geht von mehr als einer Million Todesopfern unter der Zivilbevölkerung aus. Diese Zahl wird vermutlich noch stark ansteigen, da die Ernte in diesem Jahr wohl größtenteils ausfallen wird. Der Vormarsch der Japaner in dieser Region wurde jedoch vorerst tatsächlich gestoppt. Japan hat allerdings viele Zwangsarbeiter verpflichtet, um die Deiche wieder aufzubauen. Vermutlich werden die japanischen Offensiven bereits im Sommer wieder aufgenommen.


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Wie barbarisch! Das ist ja Krieg gegen die eigene Bevölkerung! entrüstet sich der Generalstabschef.
Herr Rüstungsminister, Ihr Bericht bitte. versuche ich das Thema zu wechseln. Auch wenn mir die Sache ebenfalls nicht gefällt, so führen uns fruchtlose Diskussionen nicht weiter.
Der Ausbau der Festungswerke an der französischen Grenze geht wie geplant voran. Die Anlagen sind voraussichtlich im Januar 1940 voll einsatzfähig. Bis dahin sollte, neben dem Ausbau der Überwasserstreitkräfte, auch die Aufrüstung von Heer und Luftwaffe weitestgehend abgeschlossen sein. Derzeit laufen etliche Programme, um die Leistung unserer Streitkräfte zu verbessern. Wenn die derzeitigen Programme auslaufen, können wir vermutlich ab dem IV. Quartal 1939 damit beginnen, die Modernisierung unserer Truppen in Angriff zu nehmen.
Und sollte sich die politische Lage bis dahin gegen uns wenden? hake ich nach.
Die Streitkräfte sind uneingeschränkt zur Durchführung defensiver und offensiver Aufträge geeignet. antwortet Bayerlein. Die Modernisierungen, von denen der Rüstungsminister sprach, werden jedoch zusätzlich das Offensivpotential der Armee deutlich steigern. Gerade die ehemals österreichischen Truppen sind vollständig mit völlig veralteten Waffen und Gerät ausgerüstet und höchstens als Reserven zu gebrauchen. Da der Rüstungsminister derzeit leider keine Mittel zur Aufrüstung zur Verfügung stellen kann, haben sich unsere beiden Dienststellen auf diesen Weg geeinigt. Die Zuführung der neuen Einheiten hat absoluten Vorrang vor der Modernisierung der bestehenden Heereseinheiten.
Ich sehe die beiden einen Moment fragend an. Schacht und Bayerlein haben sich im Streit um die Zuweisung von Mitteln geeinigt? Vor meinem geistigen Auge sehe ich die beiden mit Knüppeln aufeinander einschlagen, um zu einer Einigung zu gelangen.
Nun gut, Bayerlein. Ich nehme Sie beim Wort. Hoffen wir, daß wir genug Zeit bekommen, um die Planung umzusetzen.
Ich mache eine kurze Pause.
Weitere besondere Vorkommnisse?
Als sich niemand meldet schließe ich die Sitzung.



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Re: [HoI2 DDA] Gott mit Uns - Eine Alternativweltgeschichte

Beitragvon Vampy » 1. September 2014 13:08

III. und IV. Quartal 1938

Tagebucheintrag

16. August 1938

Der Außenminister hat mich heute von einem Zwischenfall an der Russisch-Koreanischen Grenze informiert. Offenbar hat Japan den Abzug russischer Truppen von 2 Anhöhen beim Chasansee gefordert. Als die Russen sich weigerten, ihre Truppen von ihrem eigenen Gebiet abzuziehen, sind die Japaner kurzerhand einmarschiert und haben die russischen Truppen selbst von den Anhöhen getreten. Natürlich haben sich die Russen so eine Unverschämtheit nicht gefallen lassen. Eine energisch vorgetragene Gegenoffensive trieb die Japaner vor sich her, bis sie heute um Frieden baten.
Dieser Vorfall bestärkt mich darin, sich möglichst nicht in die Vorgänge in dieser Region einzumischen.

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30. September 1938

Heute ist uns ein weiterer wichtiger Schritt auf unserem steinigen Weg geglückt. In München fand eine Konferenz zwischen Vertretern Deutschlands, Englands und Frankreichs statt, in der die Rückforderung einiger tschechischer Grenzgebiete besprochen wurde. Die Westmächte sicherten uns zu, das Sudetenland zu besetzen.
Widerwillig akzeptierten die Tschechen unsere Forderungen.
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05. Oktober 1938

Von Neurath hat heute in Budapest für das Reich eine weitere Urkunde unterzeichnet. Im sogenannten "Deutsch-Ungarischen Freundschaftsvertrag" verpflichten sich Ungarn und das Deutsche Reich zur engeren Zusammenarbeit bei der Verteidigung und der wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Ungarn ist somit, neben den Spaniern, ein weiterer Bündnispartner für Deutschland geworden. Desweiteren bekommen wir zukünftig günstigere Konditionen beim Import von Rohstoffen. Im Gegenzug unterstützen wir die Ungarn bei der Modernisierung der Streitkräfte.

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05. November 1938

Seine Majestät und der Außenminister sind heute zu einem Staatsbesuch in die Türkei aufgebrochen. Mustafa Kemal Atatürk ist dort in den frühen Morgenstunden verstorben. Ich bedauere es, daß ich nicht mitfliegen kann. Als Mustafa Kemal Pascha hatte ich ihn zum ersten Mal Ende 1917 im Großen Hauptquartier in Spa getroffen. Er war schon damals ein fähiger Soldat, gezeichnet von einer bemerkenswerten Weitsicht und einer gewaltigen inneren Kraft, der er es letztlich zu verdanken hat, sein Land streng auf dem Reformkurs zu halten.

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05. Dezember 1938

Auf einer Pressekonferenz verkündete Seine Majestät heute die offizielle Rückforderung ehemals Reichsdeutscher Gebiete. Dieser Schritt hat erhebliche Unruhe im Ausland ausgelöst und bei einigen Ländern, insbesondere den Westmächten, für eine deutliche Abkühlung der Beziehungen gesorgt. Bis auf einige Protestnoten blieb eine Reaktion jedoch aus.

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09. Dezember 1938

Dänemark hat als erste Nation reagiert und Gebiete in Nordschleswig um Kolding abgetreten. Damit gehört ganz Schleswig wieder zum Deutschen Reich, ohne daß es zu Blutvergießen gekommen ist. In Berlin wurde dieses Entgegenkommen der Dänen bei einem offiziellen Empfang begrüßt und ausdrücklich als ein Akt des Guten Willens und des Friedens zwischen den Völkern bezeichnet. Das soll den Dänen helfen, ihr Gesicht zu wahren und gleichzeitig die abgekühlten Beziehungen wieder stabiliseren.

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12. Dezember 1938

Obwohl mit der Rückgabe Koldings unsere Ansprüche an Dänemark befriedigt sind, veranstaltete die dänische Presse in den vergangenen Tagen eine regelrechte Hetzkampagne. Wir wurden als habgierige Imperialisten dargestellt, gegen die es sich zu schützen gilt und der dänischen Regierung wurde sogar offen Feigheit vorgeworfen, da sie sich unseren Ansprüchen so schnell gebeugt hat. Zweifellos stecken England und Frankreich hinter dieser Kampagne. Sie lassen nichts unversucht, um unsere diplomatischen Bemühungen zu untergraben und betreiben in allen Teilen der Welt eine beispiellose anti-deutsche Propaganda!
Als Reaktion auf die Presse, und um die entstehenden Unruhen im eigenen Land in den Griff zu bekommen, hat Dänemark sich dem Englisch-Französischen Bündnis angeschlossen. Im Kriegsfall sind wir somit sowohl im Westen, als auch im Norden bedroht, was eine weitere Zersplitterung unserer Truppen nötig werden läßt. Auch wenn ich großes Vertrauen in die Kaiserlichen Streitkräfte habe, so bin ich mir nicht sicher, ob wir diesen Kraftakt bewältigen können. Dänemark könnte von England als Einfallstor in das Reich genutzt werden, was offenbar von Anfang an das Ziel des Gegners war. Bayerlein hat daraufhin den Auftrag bekommen, einen Plan zur raschen Niederwerfung Dänemarks auszuarbeiten, sollte es zu einem Krieg kommen.

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31. Dezember 1938

Am Ende unserer diesjährigen Jahresabschlußsitzung teilte ich den versammelten Ministern die bereits lange geplante Absetzung unseres Marinechefs mit. Bei der anschließenden Sylvesterfete wurde Admiral Ludwig Fulda von Seiner Majestät verabschiedet und gleichzeitig der neue Marinechef Admiral Karl Dönitz in sein neues Amt eingeführt.
Dönitz war bereits seit einigen Monaten mein Wunschkandidat. Der Mann hat einige gute Ideen, wie wir England zur See schädigen können, ohne eine teuere Schlachtflotte zu bauen. Ich muß bald eine Besprechung mit unserem Rüstungsminister ansetzen. Sobald genug Kapazitäten frei sind, soll der Aufbau der Ubootwaffe begonnen werden.



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Re: [HoI2 DDA] Gott mit Uns - Eine Alternativweltgeschichte

Beitragvon Vampy » 6. Januar 2015 13:40

1. März 1939

Berliner Stadtschloß

Überraschend wurde für heute vormittag eine Konferenz beim Kaiser angesetzt, zu der, neben den Herren vom Militär, auch der ungarische Botschafter geladen ist. Es geht um unsere festgefahrenen Bemühungen, die Tschechoslowakei wieder in das Reich einzugliedern, ein wegweisender Schritt für unsere weitere außenpolitische Planung. In gewisser Weise haben wir uns nämlich selbst in eine Sackgasse hinein manövriert. Denn das Münchner Abkommen war für uns lediglich ein Teilerfolg. Wegen des Widerstands der Westmächte war es nicht möglich, unsere Gebietsansprüche in vollem Umfang geltend zu machen, und so mußten wir uns schließlich mit einem kleinen Teil zufrieden geben. In Folge sind die Tschechen und die Westmächte nicht bereit, weitere Zugeständnisse zu machen. Eine verfahrene Situation, die heute besprochen und geklärt werden soll.

Meine Herren, wir befinden uns in einer äußerst prekären Lage. Unsere Bemühungen zur Eingliederung der Tschechoslowakei sind seit Monaten an einem toten Punkt angelangt. Selbst das Abkommen von München letztes Jahr konnte nur durch die Vermittlung Frankreichs und Englands zustande kommen, in der Hoffnung, daß wir uns damit zufrieden geben. Ein weiteres Entgegenkommen dürfen wir zweifellos nicht mehr erwarten. Kurz: Die Mittel der Diplomatie sind erschöpft! schildert von Neurath die verfahrene Situation.
Eine militärische Lösung ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht erwünscht. werfe ich in die Runde, bevor ein derartiger Vorschlag geäußert werden kann. Ein direkter Angriff würde England und Frankreich nur einen Vorwand für eine Kriegserklärung liefern. Ich denke sie stimmen mit mir überein, dass wir diesen Schritt jetzt noch nicht wagen sollten. Wir müssen also eine andere Möglichkeit finden, die es uns erlaubt, das Land zu besetzen und zwar ohne daß wir den Westmächten einen Kriegsgrund liefern.
In diesem Moment klopft es leise an der Tür und der Hofmeister betritt mit einem großen, brauen Umschlag den Raum und kommt auf mich zu. Ich betrachte den Umschlag genauer. Er ist aus dickem Papier, mit einer Paketschnur verschnürt und zusätzlich mit einer Plombe versiegelt. Auf der Oberseite ist das Wort Dringend! in großen roten Buchstaben aufgedruckt. Wer mag diesen Umschlag wohl abgegeben haben? Wer wusste überhaupt, dass ich heute hier zu finden sein würde? Nachdenklich öffne ich den Umschlag und überfliege den Inhalt, Kartenmaterial der Tschechoslowakei mit handschriftlichen Notizen, ausführliche Pläne und Namenslisten und einer kurzen erläuternden Notiz, wenn ich mich nicht täusche mit der Handschrift des Geheimdienstministers persönlich. Allmählich wird mir der von Schubert richtig unheimlich. Woher wußte er nur, daß ich mich hier und heute in einer Lagebesprechung zum weiteren Vorgehen in der tschechoslowakischen Frage befinden würde?
Seine Majestät und die Militärs sehen mich fragend an. Ich breite den Inhalt auf dem Konferenztisch aus, so daß alle die Papiere sehen können.
Was sie hier sehen ist möglicherweise die Lösung unseres Problems. Laut Geheimdienstberichten gibt es in der Slowakei eine starke separatistische Bewegung, die den Staat aus dem Verbund mit den Tschechen lösen will. Wir sollten diesen Umstand ausnutzen. Durch entsprechende Propaganda und einer gezielten Stärkung der Separatisten könnte die Tschechoslowakei an den Rand eines Bürgerkriegs gebracht werden. Im Interesse des Schutzes der ungarischen und deutschen Bevölkerungsteile, gäbe uns eine Eskalation der Lage die nötige Legitimation für ein militärisches Eingreifen. trage ich meinen improvisierten Plan vor.
Das funktioniert niemals. Sobald ungarische oder deutsche Truppen ihren Fuß über die Grenze setzen, werden die Tschechen sofort in Paris und London um Hilfe rufen und wir haben jenen Krieg, den wir unbedingt vermeiden wollen. dämpft der Generalstabschef die aufkeimende Euphorie.
Ich muß Ihnen widersprechen. Ich denke schon, daß der Plan eine gewisse Aussicht auf Erfolg hat. meldet sich der ungarische Botschafter. Mit Ihrer Erlaubnis würde ich diese Pläne gerne der Regierung in Budapest vorlegen. Sie können sicher sein, daß sie dort auf großes Interesse stoßen. Der Verlust der Slowakei lastet unserem Land immer noch schwer auf dem Herzen.
Und Sie denken tatsächlich, daß das funktionieren kann? der Kaiser blickt mir direkt in die Augen.
Jawohl, Majestät. Wenn wir es schaffen, die Tschechen als die eigentlichen Aggressoren hinzustellen, gibt das uns und unseren ungarischen Verbündeten den perfekten Vorwand für ein militärisches Eingreifen.
Nun gut! Beginnen Sie mit den Planungen für dieses Unternehmen, Deckname Grün. Und lassen Sie Kopien der Unterlagen für Graf Simonyi anfertigen.



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Zuletzt geändert von Vampy am 14. Januar 2015 13:05, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: [HoI2 DDA] Gott mit Uns - Eine Alternativweltgeschichte

Beitragvon Vampy » 7. Januar 2015 12:50


Auszug aus "Lexikon der Deutschen Geschichte, Berlin, 1970"
"Der tschechoslowakische Bürgerkrieg"


Die unüberbrückbaren Differenzen zwischen den Slowaken einerseits und den Tschechen andererseits führten zu einem offenen Separatismus des slowakischen Landesteiles. Dieser Entwicklung versuchte die Regierung zunächst mit hartem Durchgreifen und Verboten slowakischer Parteien Einhalt zu gebieten. Durch diese Repressalien weiter angestachelt, erklärte die Slowakei am 9. März 1939 schließlich einseitig ihre Unabhängigkeit, worauf tschechische Truppen, trotz scharfer Protestnoten aus dem Ausland, in die Slowakei einrückten.
Im Laufe des Bürgerkrieges entsandte die ungarische Regierung am 12. März Truppen in die Slowakei, um die ungarische Minderheit vor dem Bürgerkrieg zu schützen. Es gilt nach heutigen Erkenntnissen als gesichert, daß dieser Schritt von den Schutzmächten Frankreich und England zumindest gebilligt wurde.
Die tschechische Regierung erklärte Ungarn daraufhin den Krieg. Dieser Schritt zwang das Deutsche Reich dazu, seinen Bündnispflichten gegenüber Ungarn nachzukommen. Am 14. März rückten Truppen der Kaiserlichen Armee in die Tschechei ein. Noch am selben Tage brachen im ganzen Land schwere Unruhen aus. Am 15. März ordnete die Regierung die gewaltsame Niederschlagung eines Protestmarsches in Prag durch militärische Einheiten an. Die eingesetzten Einheiten weigerten sich jedoch auf die Bürger zu schießen und schloßen sich diesen an, was zur Verhaftung der bestehenden Regierung führte. Größere Kampfhandlungen blieben daraufhin aus. Fast überall wurden Ortschaften und Städte kampflos übergeben. Besonders in der Slowakei und in den von Deutschen besiedelten Gebieten Tschechiens wurden die vorrückenden Soldaten freundlich begrüßt.
Mit der vollständigen Besetzung endete die Existenz der Tschechoslowakei als eigenständiger Staat. Später wurde das Staatsgebiet nach Volksentscheid zwischen Deutschland (Tschechei) und Ungarn (Slowakei) aufgeteilt. Dies war der erste Bewährungsprobe der neugeordneten Deutsch-Ungarischen Beziehungen, die noch ein Jahr zuvor durch große Spannungen belastet waren.

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Beitragvon Vampy » 14. Januar 2015 13:17

17. März 1939

Berliner Stadtschloß

Die heutige Lagebesprechung zum Unternehmen Grün findet beim Kaiser statt. Die Minister und die Herren vom Militär geben sich zufrieden. Bis auf einige kleine Ärgernisse, wurde das Unternehmen wie geplant durchgeführt. Auf dem Tisch steht echter französischer Champagner bereit, um auf den erfolgreichen Abschluß anzustoßen. Schließlich ergreift Seine Majestät das Wort.
Meine Herren, ich habe hier ein Glückwunschtelegramm aus Budapest. Die ungarische Regierung empfiehlt sich mit den besten Grüßen. Man ist dort sehr zufrieden mit dem Ablauf des gemeinsamen Unternehmens Grün. Ich möchte ihnen auch noch einmal persönlich zu diesem großen Erfolg gratulieren und das weitere Vorgehen besprechen.
Auf diese Einleitung wird Beifall geklatscht.
Die Entwaffnung der ehemaligen tschechischen Armee geht gut voran. Die erbeuteten Waffen wurden fast ausnahmslos unseren Streitkräften zu Übungszwecken und der Wirtschaft zu Forschungszwecken überstellt. Nach der Ankündigung einer Volksabstimmung bleibt die Lage in den besetzten Gebieten weiterhin angespannt aber ruhig. Die von vielen Tschechen befürchteten Verhaftungswellen blieben aus, was sich äußerst positiv für uns auswirkt. Aus der Slowakei hat inzwischen eine Art Flüchtlingswelle eingesetzt. Viele Tschechen lassen alles zurück, um über die Grenze in unsere Besatzungszone zu kommen und so Repressalien der Slowaken zu entgehen. Im Moment verfahren wir so, daß alle Flüchtlinge in Auffanglagern festgesetzt werden, bis die Personalien erfaßt sind und gegebenenfalls auf der Flucht getrennte Familien zusammengeführt wurden. Die zuständigen Stellen vor Ort haben jedoch bereits wiederholt um weitere Anweisungen gebeten, da der Flüchtlingsstrom eher noch weiter zu- als abnimmt. Ich möchte noch einmal hervorheben, daß es eine gute Entscheidung war, die Polizei und Verwaltungsbeamten vorerst auf ihren Stellen zu belassen. Wir werden von der Bevölkerung zumindest im Moment nicht als Besatzer wahrgenommen. trägt der Sicherheitsminister seinen Bericht vor.
Ich werfe einen Blick zum Kaiser.
Wenn Majestät einverstanden sind, würde ich vorschlagen, daß wir auch weiterhin Flüchtlinge aus dem ungarischen Sektor aufnehmen. Ich erwarte mir damit vor allem ein Ansteigen unseres Ansehens unter der Bevölkerung. Desweiteren sollten wir einen Volksentscheid über den weiteren Verbleib der besetzten Gebiete durchführen, solange die Stimmung in der Bevölkerung zu unseren Gunsten steht.
Einverstanden. Treffen Sie entsprechende Vorbereitungen. gibt der Kaiser nach einem kurzen Moment sein Einverständnis. Zudem sollten wir uns Gedanken über die weiteren Schritte machen.
Wir sollten die Gunst der Stunde nutzen und weitere Gebiete einfordern. tönt der Generalstabschef. Wir haben in der Tschechoslowakei militärische Stärke und Entschlossenheit gezeigt und uns eine günstige strategische Lage gegenüber Polen verschafft. Wir sollten diese Position ausbauen und das Kurland von Litauen fordern.
Ich möchte die Euphorie ja nicht trüben. meldet sich nun der Außenminister. Aber die Besetzung der Tschechoslowakei hat im Ausland einigen Unmut hervorgerufen. Es ist den Polen trotz unserer Bemühungen gelungen, Frankreich und England gegen uns aufzuwiegeln. Zwar dürfte noch kein Kriegsgrund vorliegen, aber Polen hat recht überzeugend den Eindruck einer Deutschen Aggression vermittelt und sich selbst als nächstes Opfer hingestellt. Wenn wir jetzt unsere Gebiete in Ostpreußen zurückfordern, so wird das Polens Position nur stärken.
Ich stimme Ihnen in dieser Hinsicht völlig zu. Meine Herren, wir müssen uns über eines im Klaren sein! Der Kurs, den wir vor 3 Jahren eingeschlagen haben, führt uns zweifellos in einen Krieg. Dennoch müssen militärische Auseinandersetzungen um jeden Preis vermieden werden, solange wir unsere Ziele auch auf diplomatischem Wege erreichen können. Allerdings wird Litauen das Kurland nicht freiwillig hergeben. Ich lasse meine Worte kurz wirken, bevor ich mich an den Generalstabschef wende. Bayerlein, wir benötigen ein groß angelegtes Manöver in Ostpreußen. Heer, Luftwaffe, Marine. Planen Sie mit so vielen Einheiten, wie Sie entbehren können. Die Einheiten müssten innerhalb eines halben Tages volle Gefechtsbereitschaft herstellen können. Aber es darf auf keinen Fall wie ein Truppenaufmarsch aussehen. Bis wann können Sie soweit sein?
Ich lasse meine Männer rund um die Uhr arbeiten. Aber eine Woche werden wir mindestens für die Planungen und Vorbereitungen benötigen. Die Truppen in Ostpreußen sind auf Friedensniveau.
Gut. Sie haben diese Woche. Constantin, Sie nehmen Kontakt mit dem litauischen Botschafter auf. Versuchen Sie es erst auf die sanfte Tour. Wenn Bayerleins Truppen bereitstehen, steigern Sie den Druck. Stellen Sie ein Ultimatum. Machen Sie den Litauern klar, daß wir für den Raubzug von 1923 Vergeltung üben werden und ausschließlich die vollständige und bedingungslose Rückgabe der Gebiete akzeptieren werden. Bayerlein wird Sie über den Stand der Truppenbewegungen auf dem Laufenden halten.
Verstanden. Was werden wir wegen der Polen unternehmen?
Versuchen Sie ein wenig die Wogen zu glätten. Aber konzentrieren Sie sich vorerst auf Litauen.
Ich blicke zum Kaiser. Mit einem unauffälligen Nicken sind meine Pläne genehmigt.

Die folgende Woche wurde zu der bisher arbeitsreichsten. Bayerlein hielt Wort und schaffte es, ein Großmanöver aus dem Hut zu zaubern, während sich unsere Beziehungen zu Litauen immer mehr verschlechterten. Schließlich war der Tag gekommen und von Neurath überreichte dem litauischen Botschafter ein Ultimatum, unterzeichnet von Seiner Majestät, in der die Rückgabe des Memellandes bis zum 24. März 1939 gefordert wurde.

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Beitragvon Vampy » 27. Januar 2015 13:08

1. April 1939

Lagebesprechung im Berliner Stadtschloß

Heute ist wieder die übliche Quartalsbesprechung angesetzt. Business as usual, wie die Tommies sagen würden. Als die Minister vollzählig erschienen sind, eröffne ich die Besprechung.
Nun, meine Herren, wie sieht die Lage aus? Herr Sicherheitsminister?
Die Annektierung der Tschechei kann als abgeschlossen betrachtet werden. Ein Volksentscheid hat sich mit großer Mehrheit für den Verbleib beim Reich ausgesprochen. Das Protektorat Böhmen und Mähren wurde daraufhin als Bundesmitglied Böhmen und Mähren in das Reich eingegliedert. Die Abwicklung der Flüchtlinge wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen, da immer noch vereinzelte Wellen über die slowakische Grenze kommen. Die Ungarn scheinen diese Flüchtlinge zudem gezielt zu ermuntern. Zumindest scheint es in ihre Pläne zu passen, die tschechische Bevölkerung auf eine elegante Weise loszuwerden. Wir halten dem Andrang jedoch gut stand. Im Schnitt verbringen Flüchtlinge kaum mehr als eine Woche in den Auffanglagern, bevor sie auf weitere Wohnheime verteilt werden. Überraschend ist der große Anteil an Fachkräften. Die Rüstung hat damit begonnen, Facharbeiter bereits in den Auffanglagern zu rekrutieren. beginnt Diels seinen Vortrag.
Gut. Diese Entwicklung ist sehr erfreulich. Wie sieht es im Memelland aus?
Die Rückgliederung ins Reich geht nur schleppend voran. Das liegt hauptsächlich an den chaotischen Verhältnissen, die wir vorgefunden haben. Die Litauer hatten ihre eigenen Leute in der Verwaltung eingesetzt, die nach dem Rückzug ihrer Truppen und der Rückgabe der Gebiete mehrheitlich geflohen sind, vermutlich aus Furcht vor Vergeltungsmaßnahmen. Der öffentliche Dienst, Infrastruktur, Post, etc. sind quasi völlig zusammengebrochen. Bis sich die Lage bessert, wurde der Notstand über das gesamte Memelgebiet verhängt.
Das sind unerfreuliche Nachrichten. Wir müssen schleunigst dafür Sorge tragen, daß zumindest die Grundversorgung der Bevölkerung sichergestellt wird. Suchen Sie Freiwillige. Sprechen Sie sich mit dem Rüstungsminister ab, ob wir dafür Sonderzulagen in Aussicht stellen können.
Entsprechende Maßnahmen sind bereits eingeleitet. Zudem haben wir das Hilfsangebot des Internationalen Roten Kreuzes angenommen, das dort ebenfalls mit freiwilligen Helfern vor Ort ist.
Gut. Ich möchte täglich über die Fortschritte informiert werden. Constantin, wie sieht es im Ausland aus?
Ich habe leider auch schlechte Nachrichten. Nach unserem Erfolg im Kurland, haben die Polen es geschafft, uns außenpolitisch zu isolieren. Erst gestern wurde offiziell ein Bündnisvertrag zwischen England und Polen unterzeichnet. Das schwächt unsere Position gegenüber den Polen ungemein. Die polnische Presse hat den Vertrag als großen Sieg über uns gefeiert. Einige Stellen sind sogar der Ansicht, daß Deutschland damit als ernstzunehmende Kontinentalmacht ausscheidet. Die italienische Kriegserklärung an Albanien scheint bei den Engländern den Ausschlag gegeben zu haben. Man will dort offenbar weiteren Expansionen, egal welcher Macht, verhindern. Notfalls eben mit Kriegsdrohungen. trägt von Neurath vor.
Constantin hat nicht übertrieben. An eine friedliche Rückgewinnung der von Polen annektierten Gebiete ist jetzt nicht mehr zu denken. Die Polen werden uns ab wohl kaum noch ernstnehmen. Ein Krieg gegen Polen scheint unausweichlich und damit auch ein Krieg gegen die beiden Bündnispartner Frankreich und England.
Meine Herren, damit stehen die Zeichen auf Krieg. Auf Krieg gegen Polen und auf Krieg gegen Frankreich und England. Damit kommen wir in die prekäre Lage eines Zweifrontenkrieges. Und das vermutlich noch in diesem Jahr! Bayerlein, Ihre Einschätzung bitte!
Einem Krieg an zwei Fronten halten wir nicht lange Stand. Es ist zwingend nötig, eine Front schnellstmöglich zu schließen. Ich schlage deshalb hinhaltenden Widerstand im Westen und einen schnellen und entschlossenen Angriff im Osten vor. Polen steht alleine. Unterstützung kann nur über die Ostsee erfolgen und die ist immerhin unser Meer. Aus Ungarn und Ostpreußen kann der Angriff zudem von drei Seiten aus erfolgen. Auch wenn wir nur begrenzte Kräfte einsetzen können, um den Westwall nicht zu entblößen, so kann mit einem erfolgreichen Abschluß des Feldzuges in vier bis acht Wochen gerechnet werden. Solange gilt es im Westen auszuharren. Zudem müssen wir uns bereits jetzt entsprechende Vorbereitungen treffen. Ein Feldzug gegen Frankreich und England wird uns ein langes Kräfteringen abverlangen. erläutert Bayerlein. Die Haltung Russlands macht mir zudem weitere Sorgen. Stalin erhebt Anspruch auf weite Teile Ostpolens. Wir dürfen nicht damit rechnen, daß er einen Einmarsch in Polen tatenlos hinnehmen wird. Es muß die vordringlichste Aufgabe der Politik sein, einen Krieg gegen die Sowjetunion um jeden Preis zu verhindern. Ich sehe keine Möglichkeit, in der derzeitigen Lage siegreich aus einem Krieg gegen Rußland hervorzugehen.
Darum wird sich der Außenminister kümmern. Lassen Sie uns die nötigen Schritte einleiten. Ich wünsche, daß bis spätestens August detaillierte Pläne für Feldzüge in Ost und West vorliegen und Streitkräfte und Wirtschaft kriegsbereit sind. Dazu ist es unbedingt nötig, daß sie alle eng zusammenarbeiten. Eine Niederlage ist gleichbedeutend mit dem Ende des Reiches, vergessen sie das nicht! Die Sitzung ist geschlossen.

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Re: [HoI2 DDA] Gott mit Uns - Eine Alternativweltgeschichte

Beitragvon Vampy » 20. März 2015 12:51

24. August 1939

Treffen mit der sowjetischen Regierung, Kreml, Moskau

Die Entwicklung der letzten Monate hat Europa in ein einziges Pulverfaß verwandelt, das lediglich auf den Zündfunken wartet. Wir stehen am Abgrund eines Krieges, der unser aller Schicksal entscheiden wird. Der Mitte April beendete Feldzug der Italiener in Albanien verschärfte die Stimmung auf dem internationalen Parkett noch zusätzlich. Wir bekommen starken Gegenwind. Mit der Rückenendeckung aus England und Frankreich waren die Polen erwartungsgemäß zu keinen weiteren Verhandlungen bezüglich der geraubten Gebiete mehr bereit. Der Botschafter in Warschau berichtete sogar, daß er während eines Gesprächs mit der polnischen Regierung plötzlich von bewaffneten Wächtern gewaltsam aus dem Gebäude entfernt und der Polizei übergeben wurde. Erst nach 2 Tagen wurde er wieder auf freien Fuß gesetzt. Solch eine bodenlose Frechheit und Demütigung sowie der Bruch sämtlicher diplomatischer Gepflogenheiten schreit geradezu nach Vergeltung. Als Reaktion kam es zur Besetzung des fast fertig gestellten Westwalls, sowie zu massiven Truppenaufmärschen an den polnischen Grenzen. Die Ungarn haben uns zudem den Oberbefehl über ihre Truppen gewährt. Beide Nationen sind bereit für einen schnellen und harten Schlag gegen diese lächerliche Nation, die in ihrer Überheblichkeit bereits ankündigte, im Kriegsfall innerhalb von 2 Wochen in Berlin zu stehen. An eine diplomatische Lösung glaubt hier ohnehin niemand mehr.
Das ist auch ein Grund, warum ich mich zusammen mit dem Außenminister in Moskau befinde. Mit dem Auslaufen des Nichtangriffspakt mit Polen gegen Ende Juli ist die Kriegsgefahr akut geworden. Eine Verständigung mit den Sowjets, die ebenfalls eine Rechnung mit den Polen offen haben, ist dringender als je zuvor. Die Befürchtungen Bayerleins sind berechtigt. Ein Kräfteringen mit der Allianz Frankreich/England im Westen und Rußland im Osten können wir uns nicht leisten.

Nach der obligatorischen Besichtigung des Kremlgeländes empfängt uns das sowjetische Staatsoberhaupt Josef Stalin persönlich in einem geräumigen Salon. Die Atmosphäre ist herzlich gelöst. Zur Begrüßung gibt mir Stalin den 'sozialistischen Bruderkuss' auf die Wange, als Zeichen der engen Verbundenheit unserer Nationen. Vor dem Gespräch steht noch ein weiterer Punkt auf dem Protokoll: Ein Glas Wodka, des 'Wässerchens', wie der Schnaps hier liebevoll genannt wird. Endlich lädt uns Stalin mit einer ausladenden Handbewegung zum Setzen auf dem Divan ein. Er selbst setzt sich uns gegenüber in einen Sessel. Kein Tisch steht zwischen uns, man ist unter Freunden. Nach etwas gepflegter Konversation nähern wir uns dem eigentlichen Grund unseres Besuchs.
Nun, Sie haben doch sicher nicht den weiten Weg nach Moskau unternommen um unsere schöne Hauptstadt zu besichtigen und die Errungenschaften des Sozialismus zu bestaunen?
Genosse Stalin, ich wünschte das wären tatsächlich die einzigen Gründe für unseren Besuch in dieser beeindruckenden Stadt. Doch leider führen uns ernste Angelegenheiten hierher.
Stalin sieht mich ernst an. Sie sind sicher wegen dieses Schandflecks zwischen den Grenzen unserer schönen Nationen hier. Das großmäulige Geschrei der Polen ist sogar noch hier in Moskau zu hören. Es wundert mich ehrlich, daß Ihr Kaiser diese Tölpel noch nicht zertreten hat. In gespielter Wut zieht der Georgier seine Augenbrauen zu einem finsteren Blick zusammen.
Ebenso wie die friedliebenden Werktätigen der Sowjetunion ist es unser erklärtes Ziel, Frieden und Stabilität in Europa zu bewahren. Dennoch verlangen wir von Polen nicht weniger, als die Rückgabe der Gebiete, die uns nach dem Weltkrieg geraubt wurden. Doch die Polen verhöhnen und verspotten uns. Wir sind nicht länger gewillt, diese Provokation hinzunehmen. Ein offener Krieg gegen Polen könnte allerdings auch weitreichende Konsequenzen nach sich ziehen, die zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehbar sind. Ich bin deshalb persönlich nach Moskau gereist, um die fruchtbare Zusammenarbeit zwischen unseren friedliebenden Staaten zu vertiefen.
So, die Katze ist aus dem Sack. Stalin blickt mich eine Weile durchdringend an.
Ich bin ein einfacher Mann des Volkes, der mit den schönen Reden der Diplomaten nichts anfangen kann. bringt er schließlich milde lächelnd hervor. Sie wollen also meine Zustimmung für einen Feldzug gegen Polen?
Das ist der Grund meines Besuches. Ein Krieg gegen Polen und seine Bündnispartner ist kaum mehr vermeidbar, wenn die Polen nicht sehr bald ihre Einstellung überdenken. Dennoch ist es nicht in unserem Interesse die Sowjetunion zu verärgern. Seine Majestät schätzte in der Vergangenheit die enge Freundschaft zwischen unseren Nationen und wäre erfreut, wenn wir die Zusammenarbeit auch auf anderen Gebieten fortsetzen würden.
Stalin verfällt erneut in eine Denkpause.
Ich soll also wegsehen, während ihre Armee den Polen eine Lektion erteilen. Warum sollte ich dulden, daß unsere Länder eine gemeinsame Grenze bekommen? Die gegenwärtige Situation, mit Polen als Puffer zwischen uns, erscheint mir als denkbar günstige Lösung. bringt er schließlich hervor.
Warum sollte Russland ausgerechnet jetzt seine schützende Hand über Polen ausstrecken? Einem Land, dass keine Gelegenheit ausläßt, seine Nachbarn zu schädigen und zu demütigen? Ein Land, das die Not seiner Nachbarn unbarmherzig ausnutzt, ihnen nachteilige Verträge aufzwingt und unverschämte Zugeständnisse abpresst? Weshalb sonst sollte die Sowjetunion den Frieden von Riga unterzeichnet haben, wenn nicht aus dem Grund, weil es den polnischen Dolch an seiner Kehle spürte? kontere ich.
Zugegeben, diese diebischen Hunde verdienen ihre Tracht Prügel. Doch welchen Nutzen hat Mütterchen Russland davon?
Mit diesem Satz geht das Gespräch in die entscheidene Phase. Jetzt geht es um die Höhe des Blutgeldes, damit Stalin uns in Polen freie Hand gewährt.
Genosse Stalin, unsere Nationen verbindet ein gemeinsames Schicksal. Beide haben wir durch den Weltkrieg viel verloren, ihr Land vielleicht noch mehr als meines, wurde Deutschland doch wenigstens nicht von seinen Freunden und Bundesgenossen gedemütigt und beraubt. Beide warten wir auf den Tag, an dem wir die Schmach abschütteln und Vergeltung üben können. Doch stehen wir im Streben um unsere gerechte Sache gegen eine Welt von Feinden, die uns lieber geschwächt sehen wollen, als uns Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. In dieser Welt von Feinden kann ein wohlwollender Freund nicht hoch genug geschätzt werden.
In der Tat, musste das Vaterland große Verluste an der gesamten Westgrenze verschmerzen. Aber wer würde uns in freundschaftlicher Verbundenheit beistehen, wenn wir von den abtrünnigen Hunden in Finnland, im Baltikum und in Bessarabien Rechenschaft einfordern? Wer wäre bereit, unseren Ruf nach Gerechtigkeit anzuerkennen? Natürlich, wenn unsere Nationen Seite an Seite stehen würden, wer könnte es dann noch wagen, sich uns in den Weg zu stellen?
Vielleicht ist es wirklich an der Zeit, dass wir uns Seite an Seite stellen und unsere Ansprüche in Europa einvernehmlich durchsetzen? werfe ich ein.
Wieder folgt eine Denkpause des Georgiers, das kritische Taxieren unter zusammengekniffenen Augenbrauen.
Das ist ein großer Schritt, den ich mit dem Politbüro beraten muss. kommt die zögernde Antwort. Es wäre mir eine große Ehre, wenn sie sich während der Beratung als Gäste der Sowjetunion betrachten würden.

Die Audienz ist beendet. Mit gespielter Schwerfälligkeit erhebt sich Stalin aus seinem Sessel und ruft nach seinem Sekretär, mit dem er leise Worte in Russisch wechselt. Als wir unser Hotel erreichen, werden wir bereits von einer hübschen jungen Russin in Uniform erwartet, die sich in perfektem Deutsch als unser Verbindungsoffizier vorstellt. Die nächsten Tage kommen wir kaum zur Ruhe. Während von Neurath in der deutschen Botschaft das Vertragswerk vorbereitet, lasse ich mir von Natascha die Sehenswürdigkeiten Moskaus zeigen, bis sie mich schließlich am Abend des vierten Tages in einem atemberaubendem Abendkleid zu einem Bankett im Kreml begleitet, während unsere Außenminister als Bevollmächtigte unserer Länder den Vertrag unterzeichnen. Damit sind die Weichen für die Zukunft Europas gestellt.

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Re: [HoI2 DDA] Gott mit Uns - Eine Alternativweltgeschichte

Beitragvon Vampy » 21. Oktober 2018 21:33

28. August 1939

Lagebesprechung, Hauptquartier des OKSt, Berlin

Unsere Besprechungen finden heute zum ersten Mal in den Räumen des Oberkommandos der Streitkräfte statt. Der Lageraum befindet sich tief in den verbunkerten Kellern des unscheinbaren Bendlerblocks, gut geschützt gegen eventuelle Angriffe. Die lange Wand gegenüber des Konferenztisches wird von einer Europakarte in großem Maßstab fast vollständig verdeckt. Vor uns liegen Mappen mit Kartenmaterial und Informationen über die Organisation der Armee. Während wir auf das Eintreffen Ihrer Majestät warten, überfliege ich kurz die Unterlagen.

Heeresaufstellung nach Region

West:

Freiburg
XVIII., XVI., XXI., VII. Infanteriearmee = 12 Divisionen Infanterie

Stuttgart
XX., XVII., XI., X. Infanteriearmee = 12 Divisionen Infanterie

Saarbrücken
XIX., XV., XII., VI., Infanteriearmee = 12 Divisionen Infanterie

Köln:
I. Gebirgs Armee = 3 Divisionen Gebirgsjäger

München:
II. Luftlandekorps = 1 Division Fallschirmjäger


Ost:

Königsberg
I., XXII. Infanteriearmee = 6 Divisionen Infanterie
AOK 'von Kayser' = 3 Divisionen mot. Infanterie

Elbing
II., XXIII. Infanteriearmee = 6 Divisionen Infanterie
AOK 'von Rundstedt' = 3 Divisionen mot. Infanterie

Stettin
I. Panzerkorps, I. Panzerarmee = 4 Division Panzer
V., VIII. Infanteriearmee = 6 Divisionen Infanterie
Heeresgruppe 'von Blomberg' = 1 Hauptquartier

Küstrin
AOK 'von Bergmann' = 3 Divisionen mot. Infanterie
XIII., IX., III. Infanteriearmee = 9 Divisionen Infanterie
I. Schlachtfliegerflotte = 4 Geschwader Schlachtflieger

Berlin
I. Taktische Bomberflotte = 4 Geschwader Taktische Bomber

Oppeln
Heeresgruppe 'von Berendt' = 1 Hauptquartier
XIV., IV. Infanteriearmee = 6 Divisionen Infanterie
II. Panzerarmee = 3 Divisionen Panzer
II. Taktische Bomberflotte = 4 Geschwader Taktische Bomber


Nord:

Kolding
I. Berittenes Korps = 1 Division Kavallerie
I. Marine Sturmarmee = 3 Divisionen Marineinfanterie

Lübeck
II. Panzerkorps = 1 Division Panzer (zur Neuausrüstung von Panzer II auf III)

Rostock
I. Luftlandekorps = 1 Division Fallschirmjäger

Breslau
XXIV. Infanteriearmee = 3 Divisionen Infanterie

Ostrava
XXV. Infanteriearmee = 3 Divisionen Infanterie


Verbündete:
33 ungarische Divisionen Infanterie


Kriegsmarine noch nicht kriegsbereit, da in Ausrüstung.


Das ist durchaus nicht schlecht, und sollte jedenfalls ausreichen, um Polen im Osten zu schlagen und Frankreich vorerst im Westen zu binden. Schließlich erscheint der Kaiser und Bayerlein beginnt seinen Vortrag.

Meine Herren, wie sie anhand der ausliegenden Unterlagen entnehmen können, ist die Hauptlast unserer Streitkräfte an den Grenzen zu Polen konzentriert, um einen schnellen Abschluß des Feldzuges zu gewährleisten, während wir im Westen vorerst hinhaltenden Widerstand am Westwall leisten. Ich möchte auf die Aufstellung nicht näher eingehen, sondern gleich den Plan des Generalstabes erörten.
Zusammen mit den anderen blicke ich auf die große Wandkarte, auf der soeben Symbole und Fähnchen aufgesteckt werden.

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Schlachtplan des Generalstabes

In Phase Eins werden das I. Panzerkorps unter Generalmajor Guderian und die I. Panzerarmee unter Generalleutnant von Kleist über Danzig vorstoßen und den Angriff der II. und XXIII. Infanteriearmee unter dem Befehl von General von Rundstedt auf Torun unterstützen. Gleichzeitig werden die Ungarn einen Angriff auf Przemysl einleiten. Die Panzer werden anschließend über Radom und Kielce eine Zangenbewegung ausführen und die polnischen Streitkräfte in Bydgoszcz, Poznan, Lodz, Czestochowa und Cracow einschließen. In Phase Zwei wird nachrückende Infanterie dem Gegner den Rückzug über die Weichsel verwehren, während die restlichen Streitkräfte von Stettin, Küstrin, Oppeln, Breslau, Ostrava und Ungarn vorrücken und den gebildeten Großkessel eindrücken. Nach erfolgreichem Abschluß dieser Operation werden sich die freigewordenen Verbände Richtung Warschau bewegen, um die Stadt einzunehmen. erläutert Bayerlein das Kartenmaterial.
Im Norden steht die I. Marinesturmarmee und das I. Berittene Korps bereit, um eventuelle Angriffe der Dänen abzuschlagen und bei günstiger Lage selbst in die Offensive zu gehen. Dazu steht auch das I. Luftlandekorps in Rostock zur Verfügung, welches bereits in die Transportmaschinen verladen wurde, um ohne Verzögerung auf günstige Ziele zu operieren. Ein Schlachtplan für Operationen im Westen steht hingegen noch nicht zur Verfügung. Der Generalstab ist der Ansicht, daß wir zuerst unsere Erfahrungen in Polen auswerten sollten und die Truppen anschließend geordnet nach Westen verlegen. Die Ankunft der Truppen am Westwall wird je nach Abschluß des Polenfeldzugs voraussichtlich Mitte Oktober sein. Aufgrund des nahenden Winters wird dann von Operationen gegen Frankreich abgeraten.
Der Plan hört sich nicht schlecht an. Jedoch verfügen wir über keinerlei Reserven, falls der Gegner im Westen aktiv wird! werfe ich ein.
Wir haben diesen Umstand berücksichtigt. Jedoch ist der Generalstab der Ansicht, daß Frankreich noch nicht in der Lage ist, eine Offensive zu führen. Im Gegensatz zu uns befinden sich Frankreich und England noch auf Friedensniveau. Es wird eine gewisse Zeit brauchen, um die Mobilmachung durchzuführen. Allerdings stützt sich der Plan auch auf eine schnelle Entscheidung im Osten. Dauern die Kämpfe in Polen länger als erwartet, hätte Frankreich genug Zeit, um eine Offensive vorzubereiten und auszuführen. Für diesen Fall haben uns jedoch die Spanier ihre Unterstützung zugesichert. Frankreich kann nicht gleichzeitig die Pyrenäen sichern und eine große Offensive am Rhein starten. Auch wenn der Westwall noch nicht vollständig ausgebaut ist, so wäre ein Angriff über den Rhein nur mit einer großen Streitkraft durchführbar. Ein großer Teil der französischen Armee ist jedoch für den Festungseinsatz ausgebildet. Die restlichen Kräfte reichen für eine Offensive dieser Größenordnung nicht aus.
Sie alle haben eine ausgezeichnete Arbeit geleistet. verkündet der Kaiser. Constantin, Sie werden im Anschluß das Ultimatum an den polnischen Botschafter übergeben. Bereiten Sie dann ein Treffen in zwei Tagen im Adlon vor, an dem wir eine Entscheidung der Polen erwarten. Bayerlein, Sie sorgen dafür, daß alle Truppen bis dahin vollständig einsatzbereit sind und ihre Befehle vorliegen haben. Nach den letzten Demütigungen bin ich nicht länger bereit, mir die polnischen Provokationen gefallen zu lassen.



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Re: [HoI2 DDA] Gott mit Uns - Eine Alternativweltgeschichte

Beitragvon Vampy » 30. Oktober 2018 22:15

Der Polenfeldzug


Auszug aus "Lexikon der Deutschen Geschichte, Berlin, 1970"
Der Ausbruch des zweiten Weltkrieges


Nachdem die Deutsch-Polnischen Verhandlungen über die Rückgabe ehemaliger reichsdeutscher Gebiete im Osten mehrmals am Widerstand der polnischen Regierung scheiterten, stellte das Reich ein Ultimatum von 48 Stunden. Am Abend des 29. August 1939 verkündete der polnische Botschafter in den Räumen des Hotels Adlon die Ablehnung seiner Regierung. Reichsaußenminister Constantin von Neurath überreichte dem Botschafter daraufhin die formelle Kriegserklärung des Deutschen Reiches und erklärte das Treffen für beendet.

Einer verbreiteten Anekdote zufolge, wurde die Kriegserklärung erst überreicht, als der polnische Botschafter die deutschen Verhandlungsteilnehmer mit den Worten "... und richten Sie Ihrem Kaiser aus, daß er mich am Allerwertesten küssen kann." provozierte. Der Wahrheitsgehalt konnte jedoch nie zufriedenstellend nachgewiesen werden.

Bereits in den frühen Morgenstunden des 30. August verließen deutsche und ungarische Truppen ihre Bereitschaftsräume und überschritten die polnischen Grenzen. Der Generalstabsplan sah eine große Zangenbewegung von Ostpreußen und Ungarn aus am Ufer der Weichsel vor, um den Großteil der sich westlich befindlichen polnischen Armee einzukesseln. Nach Schließung dieses Großkessels sollte der Rest des Heeres von Westen her nachrücken und den Gegner niederkämpfen.

Bereits am 01. September rückten deutsche Panzer in Danzig ein. Bis zum 06. September wurden in rascher Folge Torun, Przemysl, Radom und Suwalki erobert. Nach der Schließung des Kessels durch die Einnahme von Kielce in den frühen Morgenstunden des 08. September durch Einheiten des I. Panzerkorps entbrannte die bis dato größte Kesselschlacht der Geschichte, in deren Verlauf 31 polnische Divisionen aufgerieben wurden und über 450.000 polnische Soldaten in Kriegsgefangenschaft gerieten.

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Noch während der Schlacht um Westpolen bereiteten Verbände der kaiserlichen Armee die Belagerung Warschaus vor. Besonders um die Gegend um Lomza entbrannten erbitterte Kämpfe zwischen der Armeegruppe 'von Kayser' mit den unterstellten Truppen der I. und XXII. Infanteriearmee und den Verteidgern Warschaus, die um jeden Preis den letzten Zugang zur Stadt offen halten wollten. Im Verlauf der Kämpfe, die vom 13. bis 15. September tobten, führte das polnische Oberkommando weitere Truppen aus den östlichen Landesteilen heran, sodaß sich die deutschen Truppen schließlich der Gefahr der eigenen Einkesselung gegenübersahen. Erst durch das eigenmächtige Eingreifen der I. Panzerarmee unter Generalleutnant von Kleist brachen die polnischen Verteidiger ihren Gegenangriff ab und zogen sich zurück.

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Nachdem die letzten Einheiten ihre Stellungen am 17. September erreichten, begann der Sturm auf Warschau, in dem sich 14 polnische Divisionen einer Übermacht von 28 deutschen Divisionen gegenüber sahen, sodaß der Widerstand schnell zusammenbrach. Bereits am 21. September meldete das Oberkommando der Streitkräfte die vollständige Besetzung Warschaus und die Gefangennahme weiterer 200.000 Soldaten. Damit endete faktisch die Existenz der polnischen Armee, die noch 3 Jahre zuvor zu den schlagkräftigsten Streitkräften Europas zählte.
Danach rückten deutsche und ungarische Truppen nur noch bis zur Demarkationslinie vor und trieben vereinzelte Truppenreste vor sich her. Mit der Besetzung Ostpolens durch die UdSSR am 23. September 1939, und der Annektion Polens durch das Deutsche Reich am selben Tag, endete der Polenfeldzug.

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Generalleutnant von Kleist, der Befehlshaber der I. Panzerarmee, dessen eigenmächtiges Eingreifen die Armeegruppe 'von Kayser' aus einer schweren Krise rette und den Angriff auf Warschau vor dem Zusammenbau bewahrte, wurde nach dem Feldzug mit dem "Pour le merite" ausgezeichnet.

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Zuletzt geändert von Vampy am 27. September 2019 12:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: [HoI2 DDA] Gott mit Uns - Eine Alternativweltgeschichte

Beitragvon Vampy » 5. April 2019 13:31

23. September 1939

Lagebesprechung, Hauptquartier des OKSt, Berlin

Unser Präsident läßt ausrichten, daß der Kaiser ihn gepflegt am Arsch küssen kann. Und wenn er nicht endlich die Füße still hält, dann steht unsere Armee spätestens in 2 Wochen hier in Berlin und dann klären wir diese leidige Angelegenheit ein für allemal!
Ich kann die Worte des polnischen Botschafters immer noch durch den Konferenzsaal des Adlon hallen hören, nachdem wir unsere Forderungen nach der Rückgabe der gestohlenen Gebiete vorgebracht hatten. Ich habe sogar seinen überheblichen Tonfall und den selbstsicheren Gesichtsausdruck vor Augen. Selbst als Constantin ihm daraufhin den versiegelten Umschlag mit der offiziellen Kriegserklärung übergab, wich die Arroganz nicht aus diesem schmierigen Mann. Wir sehen uns dann in 2 Wochen!, warf er noch durch den Raum, als er das Adlon verließ. Dabei sah er aus, als hätten wir ihm mit der offiziellen Kriegserklärung noch einen Gefallen erwiesen.

Komisch, daß ich ausgerechnet jetzt an diesen schleimigen Menschen denken muß, dem man den Geheimdienstler schon von weitem ansah. Aus dem versprochenem Wiedersehen ist jedenfalls nichts geworden. Vermutlich hat er sich, wie so viele andere Amtsträger, nach England abgesetzt. Jedenfalls ist die Sache jetzt ein für allemal geklärt. Solange das Reich besteht, wird es keinen polnischen Staat mehr geben. Einer weniger. Dann bleiben ja nur noch 12 Nationen übrig, mit denen wir uns im Krieg befinden., gleiten meine Gedanken ins Sarkastische ab.

Bayerlein doziert vor der großen Wandkarte gerade über den Verlauf des Feldzugs in Polen. Da ich mir täglich eine Übersicht über die Lage an der Front verschafft habe, kann ich es mir leisten, nur mit halbem Ohr zuzuhören. Tatsächlich nehme ich an dieser Sitzung nur teil, um zu verhindern, daß ein zweiter Hindenburg oder Ludendorff den Krieg der Kontrolle des Kaisers entzieht. Das Debakel vom August 1916 darf sich nicht wiederholen. Hauptthema ist erwartungsgemäß die erfolgreiche Bildung eines Großkessels, in dem ein Großteil der polnischen Armee westlich der Weichsel gefangen war. Die Bilanz kann sich sehen lassen. Zusammen mit den Verteidigern Warschaus gingen fast 650.000 Mann in Kriegsgefangenschaft und über das erbeutete Kriegsgerät liegen, wegen der enormen Masse, immer noch keine vollständigen Listen vor.
Als nächstes ist Koller, unser Luftwaffenchef, an der Reihe. Man sieht ihm den Zwiespalt förmlich an. Während unsere Bomberverbände, in engem Zusammenspiel mit dem Heer, maßgeblich an den Erfolgen in Polen beteiligt waren, sieht die Rolle der Luftwaffe bei der Reichsverteidigung eher düster aus. Die Lufthoheit im Westen ist auf absehbare Zeit fest in den Händen der Alliierten. Unsere Jäger kommen kaum an die feindlichen Bomberpulks heran. Schaffen sie es doch einmal, werden sie böse gefleddert, ohne die Bomber am Abladen ihrer tödlichen Fracht nennenswert zu behindern. Ein untragbarer Zustand, an dem jedoch, zumindest vorerst, nichts zu ändern ist.
Da die Kriegsmarine lediglich in überschaubaren Aktionen eingesetzt wurde, fällt der Bericht von Dönitz erwartungsgemäß am kürzesten aus. Der einzige nennenswerte Erfolg fand beim Angriff auf Copenhagen statt, der von den schweren Einheiten unterstützt wurde.

Nach Dönitz ergreift jetzt wieder Bayerlein das Wort.
Meine Herren, nachdem der Feldzug gegen Polen und Dänemark erfolgreich abgeschlossen wurde, sollten wir uns jetzt um einen Schlachtplan für den Feldzug gegen Frankreich kümmern. Die Verlegung der Truppen an die Westgrenze wird voraussichtlich nicht vor Ende Oktober abgeschlossen sein. Der nahende Winter verbietet dann allerdings jegliche Angriffe. Die Franzosen haben die Zeit genutzt und die Festungsgürtel der Maginotlinie besetzt. Ein direkter Angriff wäre selbst im Frühjahr nur unter großen Verlusten möglich. Wir erwarten personelle Verluste von mindestens 50 bis 60 Prozent. Im Winter sind die Bedingungen noch schlechter. Ein Angriff über den Rhein käme einem Himmelfahrtskommando gleich. Ich möchte dringenst anraten, vor dem Mai nächsten Jahres keine Offensiven zu starten., doziert Bayerlein vor dem Westabschnitt der Wandkarte.
Geben wir den Franzosen damit nicht noch mehr Zeit, ihre Befestigungen auszubauen? Wenn ein Angriff zum jetzigen Zeitpunkt schon aussichtlos erscheint, dürfte sich die Lage bis Mai doch noch mehr verschlechtern. Wir reden hier immerhin über einen Zeitraum von mehr als 7 Monaten., werfe ich ein.
In der Tat., gibt Bayerlein zu. Ein Angriff im Mai wäre äußerst verlustreich und ausschließlich unter Aufbietung aller Kräfte durchführbar. Wir müßten uns mit allen Kräften auf einen Frontabschnitt konzentrieren. Ein enges Zusammenspiel zwischen Heer und Luftwaffe, wie es bereits in Polen erfolgreich stattfand, wäre auch hier unabdingbar. Zudem müßten Luftlandetruppen hinter der Front landen, um den Angriff von dort zu unterstützen. Die Erringung der Luftüberlegenheit muß zudem ebenfalls zwingend gegeben sein. Grund genug, über Alternativen nachzudenken.
Die wären?, hake ich sofort nach.
Eine amphibische Landung im Ärmelkanal beispielsweise. Der Feind wäre dann gezwungen, Truppen aus den Festungswerken abzuziehen, sodaß die Verluste dort etwas geringer ausfüllen würden. Dieses Vorhaben wurde bereits mit der Kriegsmarine durchgespielt. Die Erfolgsaussichten sind jedoch auch hier wenig beeindruckend. Die Seeherrschaft im Bereich des Ärmelkanals liegt uneingeschränkt in den Händen der Royal Navy. Selbst wenn die Landungsoperation gelingt, würde es quasi den Verlust der gesamten Kriegsmarine bedeuten. Eine weitere Alternative wäre eine Art Neuauflage des Schlieffenplans, der den Durchbruch durch Belgien, Luxemburg und den Niederlanden vorsieht. Dieser Plan sieht sehr vielversprechend aus. Die französischen Grenzen zu diesen Ländern sind kaum befestigt, wie auch deren Grenzen zu uns. Die Streitkräfte sind den unseren sowohl qualitativ als auch quantitativ deutlich unterlegen. Ist der Durchbruch erst einmal geglückt, so steht uns der Weg zur Küste frei. Wir können so verhindern, daß englische Truppen nach Frankreich verschifft werden und den Festungsgürtel von hinten aufrollen.
Ich blicke Bayerlein entsetzt an. In meinem Kopf schrillt eine Alarmklingel.
Auch wenn diese Nationen zur Zeit nicht mit uns im Krieg sind, so würde ich empfehlen, diese Pläne dennoch vollständig auszuarbeiten. Falls unsere anderen Optionen versagen, so könnten wir quasi als Notfallplan darauf zurückgreifen., setzt Bayerlein seinen Vortrag fort. Es wäre durchaus begrüßenswert, wenn die Politik einen Weg finden würde, der es uns erlaubt, kampflos durch diese Gebiete zu marschieren. Zumindest eine Ausgangsstellung von den belgischen Gebieten aus ist eine Grundvoraussetzung zur Durchführung dieses Plans.
Ich werde dem Kaiser von ihren Plänen in Kenntnis setzen. Bis zu seiner ausdrücklichen Genehmigung werden Sie diese Alternative nicht weiter verfolgen. Die bereits ausgearbeiteten Pläne unterliegen allerstrengster Geheimhaltung! Ich hoffe, ich habe mich klar ausgedrückt!

Damit ist das Treffen beendet. Wie ich an den Reaktionen der anderen Minister erkennen kann, bin ich mit meinen Bedenken nicht alleine. Der Schlieffenplan II! Gott behüte uns. Angriff auf neutrale Länder, nur aus dem Grund, weil sie der Armee im Weg liegen. Bereits im Weltkrieg war das ein schlechter Plan, der letztendlich kläglich gescheitert ist. Wohin wird dieser Krieg uns noch führen?



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Beitragvon Vampy » 10. April 2019 13:29

III. und IV. Quartal 1939

Tagebucheintrag

24. September 1939

Constantin hat mich informiert, daß die Kapitulationsverhandlungen mit dem dänischen Königshaus erfolgreich beendet wurden. Somit scheidet Dänemark aus dem Krieg aus, was es uns erlaubt, uns ganz auf den Westfeldzug zu konzentrieren. Laut Vereinbarung bleibt das Land vorerst von uns besetzt, während die Zivilverwaltung weiterhin in dänischer Hand bleibt. Damit hat unser Außenminister einen guten Kompromiß erarbeitet, der den Widerstand der Bevölkerung gering hält. Damit das auch so bleibt, soll Bayerlein die zuständigen Einheitsführer anweisen, gegen Unregelmäßigkeiten und Übergriffe gegen die dänische Bevölkerung mit aller Härte vorzugehen.
Die sowjetische Besetzung Ostpolens wurde heute ebenfalls ohne besondere Vorkommnisse abgeschlossen. In einer Depesche an den sowjetischen Botschafter bekräftigte Seine Majestät noch einmal, daß Deutschland sich an die vertraglichen Vereinbarungen halten wird.
Heute Nachmittag war eine Besprechung mit Diels und Schacht angesetzt. Schweren Herzens habe ich mich dazu entschlossen, die Aufrüstung der Truppen vorerst zugunsten einer Kampagne zum Abbau der Unruhen im Reich zu verschieben. Eine Offensive in diesem Jahr erscheint sowieso unwahrscheinlich, da die Truppen noch nicht in ihren Bereitschaftsräumen sind und der Winter vor der Tür steht.

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6. Oktober 1939

Heute morgen Besprechung mit von Schubert. Unsere Propaganda hat den gewünschten Erfolg erbracht. In Paris kam es zu großen Anti-Kriegs-Demonstrationen und Streiks. Die Regierung wird alle Hände voll zu tun haben, um die Wogen zu glätten und ihren Kriegskurs weiter zu verfolgen. Laut Agentenberichten beginnt die Kampfmoral der Truppe ebenfalls zu leiden. Ich habe von Schubert angewiesen, die Aktionen unbedingt fortzusetzen.

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14. Oktober 1939

Laut Diels ist die Unruhe im Reich abgebaut. Die freigewordenen Mittel wurden sofort wieder in die Modernisierung der Armee gesteckt. Besonders die Luftwaffe leidet mittlerweile unter veraltetem Material. Ich habe angeordnet, daß die Einführung des neuen Jägermodells BF-109E von Messerschmitt erhöhte Priorität haben soll. Wenn eine Offensive im Westen Erfolg haben soll, müssen wir die Luftherrschaft erringen. Der derzeitige Zustand, daß die Alliierten am Himmel über Deutschland operieren können, wie ihnen beliebt, ist nicht weiter tragbar.

30. Oktober 1939

Bayerlein hat mich darüber informiert, daß die Truppenbewegungen mittlerweile abgeschlossen sind und die Truppen die Bereitstellungsräume beziehen. Die fortgesetzten Luftangriffe behindern die Truppenbewegungen mittlerweile empfindlich.
Nachdem Seine Majestät den Notfallplan des Generalstabs genehmigt hat, stehen auch starke Truppen an der Grenze zu Luxemburg und Belgien bereit. Nach den letzten Vorfällen vor Norwegen hält der Geheimdienst die Neutralität dieser Staaten nicht mehr für gesichert.
Der bevorstehende Wintereinbruch macht eine Offensive noch in diesem Jahr nahezu unmöglich. Besonders die Spanier haben darunter zu leiden. Obwohl die Franzosen auch in den Pyrenäen nicht offensiv vorgehen, sieht die Lage in Spanien äußerst düster aus. Die Flotte ist in großen Teilen nicht mehr existent und ein britisches Expeditionskorps konnte aus Gibraltar ausbrechen und große Geländegewinne erzielen. Es heißt, daß Madrid schon bald bedroht sein könnte und der Zusammenbruch der Spanier nur noch eine Frage der Zeit ist.
Ich bin mir mit Bayerlein einig, daß eine Angriff auf Frankreich stattfinden muß, sobald es die Wetterlage erlaubt. Ein Zusammenbruch Spaniens käme einer Katastrophe gleich.

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14. November 1939

Stalin hat nicht lange gezögert. Seit heute morgen marschieren sowjetische Verbände in Finnland ein. Das hat den positiven Effekt, daß die Alliierten sich streiten, ob und wie eine Hilfe für die Finnen aussehen könnte. Das kann uns nur zu Gute kommen.

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20. November 1939

Schweden hat sich auf die Seite der Finnen geschlagen und seinerseits den Sowjets den Krieg erklärt. Das bringt uns in eine prekäre Lage. Unsere Rüstung ist auf die schwedischen Erze angewiesen. Zwar kommen die Russen in Finnland kaum voran, aber laut Einschätzung des Generalstabes ist es nur eine Frage der Zeit, bis Finnland der erdrückenden Übermacht unterliegt. Was passiert, wenn die Russen dann nicht haltmachen, sondern gleich nach Schweden weitermarschieren?

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09. Dezember 1939

Koller, unser Luftwaffenchef, hat mich heute frühmorgens aus dem Bett geklingelt. Offenbar ist eines seiner Flugzeuge gestern in dichtem Nebel über die belgische Grenze geflogen und mußte dort Notlanden. Das prekäre an der Situation ist, daß ein Kurier mit den Angriffsplänen für den Westfeldzug an Bord war und diese von den Belgiern erbeutet wurden. Zwar hat Constantin sofort versucht die Wogen zu glätten, aber dennoch sind Belgien und Luxemburg den Alliierten beigetreten und befinden sich seit heute im Krieg mit uns. Hoffentlich hat Constantin wenigstens bei den Holländern Erfolg. Die Westfront ist jetzt schon unerfreulich lange geworden, auch ohne Holland.

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Re: [HoI2 DDA] Gott mit Uns - Eine Alternativweltgeschichte

Beitragvon Vampy » 12. April 2019 13:00

10. Dezember 1939

Krisensitzung, Hauptquartier des OKSt, Berlin

Ich sitze mit unbeweglicher Miene am Tisch, während Bayerlein die neue Lage an der Wandkarte darstellt. Unsere Aufklärer haben an der Grenze starke französische Truppenbewegungen Richtung Norden ausgemacht. Zweifellos sind diese Truppen unterwegs nach Belgien, um die schwachen Kräfte dort zu verstärken. Wenn das passiert, haben wir es an der gesamten Front mit starken Feindverbänden zu tun, die uns wirkungsvoll von einer Offensive abhalten können. Zudem müßten wir dann ebenfalls unsere Truppen über die Front aufteilen, um einen Durchbruch der Franzosen zu verhindern.
Meine Herren, ich erwarte ihre Vorschläge!, läßt sich der Kaiser vernehmen.
Wir müssen sofort angreifen, solange die Verteidigung in Belgien noch nicht koordiniert ist., antwortet Bayerlein.
Ich muß dem Herrn Generalstabschef beipflichten!, melde auch ich mich zu Wort. Der Kriegseintritt Belgiens ist höchst unerfreulich, aber daran ist nichts mehr zu ändern. Wir sollten Angreifen, solange wir noch dazu in der Lage sind. Wenn die Franzosen erst einmal Truppen nach Belgien verlegt haben, werden Angriffe an der gesamten Front schwierig. Die Kämpfe werden dann ähnlich blutig werden wie vor Verdun, wo jeder Meter Bodengewinn mit dem Blut unserer Männer bezahlt wurde. Zudem würde ein rascher Angriff unsere Verbündeten in Spanien entlasten. Die Lage dort ist bereits jetzt als kritisch einzustufen. Madrid wird unmittelbar durch englische Truppen bedroht und den Truppen in Südspanien droht die Einkesselung. Wenn jetzt auch noch die Franzosen durch die Pyrenäen brechen, fällt ganz Spanien in sich zusammen, wie ein Kartenhaus.
Nun gut. Ich gebe die Feindseligkeiten gegen Belgien frei., spricht der Kaiser schließlich mit müder Stimme und fügt kaum hörbar hinzu: Möge Gott uns beistehen.



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Re: [HoI2 DDA] Gott mit Uns - Eine Alternativweltgeschichte

Beitragvon Vampy » 20. April 2019 14:28

Der Westfeldzug


Auszug aus "Lexikon der Deutschen Geschichte, Berlin, 1970"



Vorgeschichte


Während des Ostfeldzugs des deutschen Heeres im September 1939 kam es an der deutschen Westgrenze nur vereinzelt zu kleineren Scharmützeln und örtlich begrenzten französischen Vorstößen. Während die Franzosen sich vorerst damit begnügten die Festungswerke der Maginot-Linie zu besetzen, war es die Aufgabe der deutschen Armee einen feindlichen Durchbruch durch den Westwall bis zum Abschluß der Kämpfe im Osten um jeden Preis zu verhindern. So kam es zum sogenannten Sitzkrieg oder komischen Krieg (Drôle de guerre), der auch dann fortgesetzt wurde, als das deutsche Ostheer längst seine Bereitstellungsräume im Westen bezogen hatte, wegen des frühen Wintereinbruchs jedoch nicht mehr offensiv tätig werden konnte.
Die Planungen des deutschen Generalstabes sahen zunächst einen massiven Durchbruch durch die Maginotlinie im Frühjahr 1940 vor, der mit Einsatz aller Mittel vorgetragen werden sollte. Doch noch im November wurden diese Pläne mehr und mehr obsolet, als sich eine militärische Niederlage Spaniens anzubahnen schien, die nur durch den sofortigen Einsatz deutscher Truppen abwendbar schien. Nach der Genehmigung durch den deutschen Kaiser wurden bereits existierende Pläne für einen Durchmarsch durch die Beneluxstaaten, unter Umgehung der Maginot-Linie, auf ihre Umsetzbarkeit überprüft.
Diese Pläne waren es, die am 9. Dezember 1939 von belgischen Gendarmen aus einer notgelandeten deutschen Kuriermaschine geborgen wurden, die im dichten Nebel unbemerkt den Rhein nach Westen überflogen hatte. Obwohl die Planungen sich in einem frühen Stadium befanden und aus ebenfalls erbeuteten Notizen hervorging, daß es sich lediglich um grundsätzliche Überlegungen handelte, die in Berlin auf allgemeine Ablehnung stießen, konnten Belgien und Luxemburg auf britische Bemühungen hin zu einem Kriegsbeitritt überredet werden, während die Niederlande, im Anbetracht ihrer neutralen Rolle im Ersten Weltkrieg, nicht an einen deutschen Überfall glauben wollten.
Nachdem alle diplomatischen Bemühungen scheiterten, gab der deutsche Kaiser am 10. Dezember 1939 die Kampfhandlungen gegen Belgien frei und befahl einen raschen Vorstoß, bevor die bereits in Marsch gesetzten französischen Truppen einen Übergang über die Maas unmöglich machen würden.


Die Kämpfe in Belgien


Der belgische Kriegseintritt traf das Deutsche Reich insgesamt nahezu unvorbereitet. Die Hauptmasse der deutschen Armee stand den französischen Festungswerken der Maginotlinie am Rhein gegenüber, sodaß nur begrenzte Kräfte für den Übergang über die winterliche Maas vorhanden waren. Dadurch konnten die ohnehin unausgereiften Planungen für einen Angriff durch Belgien nicht umgesetzt werden. Die vor Ort befindlichen Truppenteile waren zudem zur Verteidigung gedacht, sodaß bis zuletzt keine genauen Vorstellungen über das Vorgehen der vorhandenen Einheiten oder deren Angriffsziele existierten. Um einen großangelegten Angriff durchführen zu können fehlte es zudem an einer einheitlichen und einheitenübergreifenden Befehlsstruktur sowie am dafür notwendigen Nachschub.
Dennoch wurden in Berlin noch am 10. Dezember 1939, dem Vorabend des Angriffs auf Belgien, hastig Angriffsziele und Marschrouten definiert, sodaß die V. und II. Infanteriearmee, mit insgesamt 6 Divisionen, in den Morgenstunden des 11. Dezember die Kämpfe um Antwerpen eröffneten. Auf belgischer Seite standen 5 Divisionen Infanterie bereit, um dem deutschen Angriff zu begegnen.

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Trotz der Unterstützung durch Verbände der Luftwaffe mußten die deutschen Armeen bereits einen Tag später aus den Kämpfen gelöst werden und sich zur Neuorganisation zurückziehen. Ihren Platz nahmen nun die XIII. und XXIII. Infanteriearmee ein, die die Kämpfe unter widrigsten Bedingungen bis zum 14. Dezember fortsetzen, bevor sie durch die I. und II. Panzerarmee, die zu diesem Zeitpunkt einzigen, noch zum Angriff fähigen deutschen Kräfte in diesem Gebiet, ersetzt werden mußten. Die heftigen Kämpfe wurden später als "Winterschlacht an der Maas" bekannt. Obwohl den deutschen Panzern nur wenige intakte Brücken über die Maas zur Verfügung standen, konnten sie sich schließlich gegen die ebenfalls abgekämpften Verteidiger durchsetzen und einen Brückenkopf bilden, aus diesem vorstoßen und Antwerpen am 16. Dezember 1939 einnehmen.
Unmittelbar nach der Einnahme der Stadt, teilten sich die beiden Armeen auf. Die I. Panzerarmee unter Generalleutnant von Kleist sollte weiter auf Ghent und danach an der Kanalküste nach Frankreich vorstoßen, während die II. Panzerarmee unter Generalleutnant Hoth nach Süden auf Namur einschwenkte, um die belgischen Truppen östlich der Maas abzuschneiden. Gleichzeitig setzten die II. und XXIII. Infanteriearmee zum Sturm auf Lüttich (Liège) an, unterstützt von Teilen der Heeresgruppe 'von Behrendt'. Die V. und XIII. Infanteriearmee verlegten während dessen nach Antwerpen und sollten später den Angriff auf Brüssel führen (XIII. Infanteriearmee) beziehungsweise den Korridor durch Namur absichern (V. Infanteriearmee).

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Bereits am 20. Dezember 1939 erfolgte die Einnahme von Namur durch die II. Panzerarmee. Die Sicherung der Provinz übernahm daraufhin wie geplant die rasch herangeführte V. Infanteriearmee. Die Panzer stießen jedoch noch vor deren Eintreffen über Valenciennes und Lille nach Frankreich vor. Zwei Tage später, am 22. Dezember 1939, mußte der Angriff der I. Panzerarmee auf Ghent wegen der eingetroffenen französischen Verstärkungen vorübergehend abgebrochen werden. Die I. Panzerarmee sollte daraufhin zusammen mit dem II. Panzerkorps über Namur und Valenciennes weiter in das französische Hinterland vorstoßen, während das I. Panzerkorps am 23. Dezember die II. Panzerarmee beim Angriff auf Ghent unterstützte. Durch den unerwarteten Angriff von 2 Seiten mußten sich die belgischen und französischen Verteidiger schließlich zurückziehen, sodaß die II. Panzerarmee bereits 2 Tage später die vollständige Besetzung Ghents melden konnte.
Einen Tag nach der Einnahme Lüttichs am 25. Dezember, startete die Heeresgruppe 'von Blomberg' mit Unterstützung der II. und XXIII. Infanteriearmee den Angriff auf Bastogne. Die heftigen Kämpfe dauerten bis zum 2. Januar 1940 an und endeten schließlich mit der Besetzung der Provinz durch deutschen Einheiten.
Im gleichen Zeitraum mußte die XIII. Infanteriearmee aus dem bereits 4 Tage vorher gestarteten Angriff auf Brüssel abgezogen und durch die inzwischen herangeführte I. Gebirgsarmee und Generalleutnant Fessmann ersetzt werden. Der Einsatz dieser speziell für den Winterkrieg ausgebildeten Spezialeinheit führte bereits 2 Tage später, am 29. Dezember, zum raschen Fall Brüssels.

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Nachdem die II. Panzerarmee den zwischenzeitlich von französischen Panzern blockierten Korridor um Lille zurückerobern konnte, schloß sich so der Kessel um Mons, der am 2. Januar 1940 durch die I. Gebirgsarmee gesprengt wurde. Die eingeschlossenen belgischen Verteidiger waren, durch den raschen Fall Brüssels und der Einnahme von Bastogne am gleichen Tag, stark demoralisiert und leisteten kaum noch Widerstand. Die eingesetzten 7 Divisionen Infanterie, mit zusammen mehr als 100.000 Mann, gingen fast vollzählig in deutsche Kriegsgefangenschaft.
Am 3. Januar 1940 griffen die bewährten Kräfte der II. und XXIII. Infanteriearmee, unterstützt durch die Heeresgruppe 'von Behrendt', die letzten belgischen Stellungen um Arlon an und überrannten die Provinz bis zum 7. Januar.
Nach dem Verlust Arlons ersuchte die belgische Regierung um einen Waffenstillstand. Die Kämpfe in Belgien endeten schließlich am 11. Januar 1940 mit der Kapitulation der belgischen Armee in Europa, während die geflohene Regierung ankündigte, den Kampf aus den afrikanischen Kolonien fortzusetzten.

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Beitragvon Vampy » 25. April 2019 13:38

Dezember 1939

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10. Dezember 1939

Im Anschluß an die Krisensitzung zum Kriegseintritt Belgiens legte uns Bayerlein die aktuelle Situation an der Westfront dar, die erschreckender nicht sein könnte. Ironie des Schicksals, daß die Pläne, die Belgien zum Kriegseintritt brachten, nun gar nicht mehr ausgeführt werden können. Dafür ist unsere Armee, in der Annahme einer großen Entscheidungsschlacht am Rhein, völlig falsch aufgestellt. An der Maas mangelt es uns zudem an erfahrenen Offizieren, die in der Lage wären, die Aktivitäten einer Truppe in Heeresgruppengröße zu koordinieren. Ein Umstand, der den Belgiern doch auch aufgefallen sein muß! Die neuen Pläne für eine Kampagne in Belgien sind eine einzige Katastrophe. Zwar gibt es definierte Angriffsziele, doch ist es weitgehend unklar, von wem diese Ziele erreicht werden sollen. Zwar werden gegenwärtig viele Divisionen vom Westwall abgezogen, aber welche Situation sie bei ihrem Eintreffen in Belgien vorfinden, weiß keiner. Uns bleibt nur die Option, mit den vorhandenen Truppen flexibel auf die aktuelle Lage zu reagieren und Schwerpunkte zu bilden. Denn auf das Eintreffen zusätzlicher Truppen können wir unmöglich warten. Wenn sich ein langer Stellungskrieg wie im Weltkrieg nicht wiederholen soll, müssen wir einen Fuß in die Tür bekommen. Und unsere Tür nach Frankreich ist Belgien! Morgen früh soll ein Angriff auf den schwächsten Abschnitt der belgischen Front bei Antwerpen durchgeführt werden. Gelingt die Einnahme, so können wir Brüssel direkt bedrohen, die restlichen Einheiten an der Maas abschneiden und gleichzeitig in das französische Hinterland und die Kanalküste vorstoßen.

Ich wünschte, wir könnten unseren Soldaten die Strapazen einer winterlichen Flußüberquerung unter Gefechtsbedingungen ersparen. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie grausam ein Angriff über offenes Gelände auf vorbereitete Stellungen ist. Und doch schicke ich jetzt zehntausende Männer in einen Kampf, der wenig mehr dient, als daß irgendein Stück Land den Besitzer wechselt, ohne tieferen Sinn. Denn daß wir einen Fuß in die Tür bekommen müssen, ist unabdingbar. Aber was passiert, wenn wir es tatsächlich schaffen, die Tür zu öffnen? Die Einsatzziele für Phase III sind jedenfalls reichlich nebulös. Allgemeiner Vorstoß nach Frankreich! Nähere Angaben werden nachgereicht! Als ob Bayerlein selbst nicht daran glaubt, daß unser Angriff gelingt.

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Improvisierte Planung für den Westfeldzug vom 10. Dezember 1939

Definierte Angriffsziele Phase I (Blau):
1. Erkämpfen des Maasübergangs bei Antwerpen.
2. Abschneiden der belgischen Armee durch rasche Einahme Namurs.
3. Vorstoß zur Kanalküste bei Ghent.
4. Absicherung des Angriffs auf Namur und vergrößern des Korridors nach Frankreich durch die Einnahme Lüttichs.

Definierte Angriffsziele Phase II (Grün):
1. Einname von Brüssel und Mons. Sofern möglich, Festsetzen der belgischen Regierung und der Armeeführung.
2. Verkürzen der Front durch Einnahme von Arlon und Bastogne.
3. Angriff auf Luxemburg.

Definierte Angriffsziele Phase III (Türkis):
1. Allgemeiner Vorstoß aller verfügbaren Truppen in Belgien nach Frankreich. Detailliertere Angaben über Marschrouten und Einsatzziele werden bei Bedarf nachgereicht.



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