[AAR HoI2] Angriff in den Anden! (Argentinien AAR 1936)

AARs zum Zeitpunkte der beiden Weltkriege

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Claus E. Witz
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Angriff in den Anden! - Kapitel 7

Beitragvon Claus E. Witz » 19. September 2012 08:06

Die Palastrevolution
(Mai 1938)

Da geschah das Unfassbare: Am 11. Mai 1938 kam es zu einem Regierungsumschwung. Ich befand mich an jenem Freitag glücklicherweise mit meiner Frau auf der Hazienda meines Freundes Sarobe und brütete über den Transportplänen für die Rückführung des III. Gebirgsjägerkorps aus Ecuador nach Buenos Aires, als der Mob in den Präsidentenpalast eindrang, die Räumlichkeiten verwüstete und der Präsident im Tumult getötet wurde. Die aufgebrachten Menschen fürchteten, dass Argentinien in einen großen, weltumspannenden Konflikt geraten könnte. Sie lynchten die „Kriegstreiber“ und ernannten Roberto M. Ortiz als neuen Staats- und Regierungschef.

Der Hohn der Geschichte war: Niemand ahnte, dass Ortiz nur vorgab, den Krieg beenden zu wollen. Er war jedoch nur an der Macht interessiert und zeigte sein wahres Gesicht, als er fest im Sattel saß. Von da an führte er die Politik seines Vorgängers weiter fort. Der neue Sicherheitsminister Le Breton machte mit noch härteren Mitteln die Regimegegner mundtot und sicherte so Präsident Ortiz´ Herrschaft.

Jetzt, nachdem alles vorbei ist, bin ich mir nicht sicher, ob vielleicht nicht doch der amerikanische Geheimdienst hinter den damaligen Vorgängen steckte, auch wenn der gewünschte Ausgang der Dinge nicht in ihrem Sinne eintrat.

Bild
Bild 29: Das neue Kriegskabinett unter Präsident Ortiz (11.05.1938)

Bereits eine Woche später stellte Präsident Ortiz sein Kabinett um und entfernte alle unfähigen oder ihm unliebsam gewordenen Minister und Militärchefs, um seine Macht zu festigen. Da ich nicht direkt der Regierung angehört hatte, sondern als untergeordneter Wirtschaftberater der Regierung zuarbeitete, stellte man meiner Frau und mir nicht nach. Trotzdem begegnete man mir ab diesem Zeitpunkt mit einem gewissen Misstrauen und ich hatte zunächst nicht mehr den Einfluss auf das politische und militärische Geschehen wie zuvor.

Nach der Regierungsumbildung konnte er die Industriekapazität wieder erheblich steigern (von ca. 35 auf 40 IK). Leider gingen in diesen politischen Wirren die Forschungsarbeiten an der „Einfachen Feldartillerie“ verloren. Manuel Savio wurde diesmal mit der Entwicklung betraut und man hoffte, dass er so schnell wie möglich Fortschritte aufweisen würde, um gegen Brasilien die Neuentwicklung anzuwenden. Hingegen entwickelte Ende Mai Antonio Parodi die „Schlachtfeld-Zerstörungs-Doktrin“, die für unsere in Produktion stehenden Stuka-Verbände eine höhere Effektivität gegenüber Bodentruppen erzielen sollte.

Mitte 1938 stand Großargentinien auf der Höhe seiner Macht. Alle Einigungskriege, die wir führten, waren erfolgreich verlaufen und wir kamen unserem Ziel, der Bildung der Vereinigten Staaten von Südamerika immer näher. Jetzt gab es, so glaubten wir damals, nur noch einen nennenswerten Feind unserer Politik auf dem Kontinent: das portugiesisch geprägte Brasilien. Nun galt es, diesen militärisch nicht zu unterschätzenden Feind zu bezwingen.

Noch ahnten wir nicht, dass uns eine bittere Zeit mit vielen Opfern bevorstand. Die "Blitzsiege" waren vorbei.
"Wir behaupten (...), der Krieg ist nichts als eine Fortsetzung des politischen Verkehrs mit Einmischung anderer Mittel." Carl von Clausewitz

Angriff in den Anden! (HoI2 Argentinien 1936 AAR)
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Angriff in den Anden! - Kapitel 8

Beitragvon Claus E. Witz » 20. September 2012 08:16

Der Sichelschnittplan gegen Brasilien
(Juni bis August 1938)

Im Juni und Juli 1938, eine regnerische Zeit am Amazonas, reiften die Angriffspläne des Generalstabes, während Präsident Ortiz das Volk mit Konsumgütern überhäufte und so die Gegner der Angriffspolitik ruhig stellte. Die Wirtschaft erholte sich schnell und Argentinien erreichte eine Wirtschaftskraft von 47/42 IK.

Bild
Bild 30: Angriffsplan gegen Brasilien (01.08.1938)

Legende: Infra = Infrastrukturquote der Provinz, IK = Industriekapazität (Anzahl Industriekomplexe), SP = Siegpunkte (strategische Schlüsselpositionen)

Am 1. August sah ich zum ersten Mal Generalstabschef Carlos O. Marquez im Präsidentenpalast. Er war ein unscheinbarer Mann, der die Schule des Massenkampfes vertrat und ein unglaubliches Talent besaß, aus der Bevölkerung noch mehr Rekruten herauszupressen. Mit ihm stieg die Zahl der Wehrfähigen um 25 % schneller an. Marquez stellte den Operationsplan „Maikong“ vor.

Der Generalstab plante, die linke Umfassung der brasilianischen Hauptstadt, um in ihr die feindlichen Kräfte zu zerschlagen. Im ersten Schritt sollte die brasilianische Provinz Porto Alegre mit seinem gut ausgebauten Hafen sowie der Flughafen ausgeschaltet werden. Dafür wollte Armeechef Manuel Savio das bewährte I. Armeekorps einsetzen. Gleichzeitig sollte die Hauptstreitmacht mit dem Hauptquartier von Feldmarschall Justo, dem II. Armeekorps und dem VI. Gebirgsjägerkorps die unbesetzten Gebirgspässe in Curitiba erklimmen und eine Ausgangsbasis für den Angriff auf die Hauptprovinzen Sao Paulo und Rio de Janeiro schaffen. Zur linken Seite Feldmarschall Justos stand das III. Gebirgsjägerkorps unter Generalleutnant Ibarra bereit, um über die Ebene Mato Grosso ins brasilianische Herz, das Hügelland von Goias, vorzustoßen, sofern dieses unbesetzt sein sollte. Von hier hatte man die Option, entweder Entsatztruppen für brasilianische Hauptstadt abzufangen oder die Einkesselung mit einem Schwenk nach Osten nach Vitoria zu vollziehen.

Die Hochseeflotte hatte die Aufgabe, brasilianische Landungsversuche an der argentinischen Küste zu vereiteln und die feindliche Flotte dabei zu vernichten. Erst dann sah man sich imstande, Landungstruppen an der brasilianischen Küste abzusetzen. Die U-Bootflottille sollte unterdessen den Handelkrieg eröffnen.

Die Luftstreitkräfte, die um ein Stuka-Geschwader angewachsen waren, mussten die Lufthoheit im Aufmarschgebiet erringen, die feindliche Flotte aufspüren und den Bodenkampf wirksam unterstützen. Deshalb war die Besetzung Porto Alegres für die weiteren Planungen unabdingbar, da die Reichweiten der Geschwader zu diesem Zeitpunkt der Südamerikanischen Einigungskriege sehr gering waren.

Der Generalstab führte diesmal der politischen Führung die militärischen Unwägbarkeiten deutlich vor Augen: Die Eroberung und Besetzung Brasiliens in einem Zuge war für die argentinischen Streitkräfte ein Ding der Unmöglichkeit. Der Feind hatte somit Gelegenheit zu einem Gegenschlag. Brasilien konnte schlimmstenfalls mit seinen Transportschiffen ein Landungsversuch in Buenos Aires versuchen. Die brasilianischen Landstreitkräfte schienen über das Land verstreut zu sein, ein Zusammenziehen um die Hauptstadt Rio de Janeiro war aber zu befürchten. Aufgrund der zu erwartenden schlechter werdenden Transportkapazitäten, musste mit einer mittelmäßigen Angriffseffizienz der eigenen Streitkräfte gerechnet werden. Außerdem stelle die brasilianische Luftwaffe mit zwei Jagdgeschwadern und vier Bombergeschwadern ein hohes Risiko in der Abnutzung der eigenen Truppen dar. Wollte man den Krieg noch vor Ende des Jahres beenden, so müsse man, so Marquez, noch im August die entsprechenden Befehle erteilen.

Die Ausführungen des Generalstabschefs hinterließen einen tiefen Eindruck bei allen Teilnehmern der Sitzung. Noch zögerte Präsident Ortiz, lag die Unruhe im Volk doch immer noch bei knapp über sechs Prozent. Auch standen keine Sicherungsstreitkräfte für die Hauptstadt zur Verfügung. Die mangelnden Reserven an Nachschubgütern und ein nicht einzuschätzendes Restrisiko des Eingreifens der USA oder einer anderen Großmacht ließen zudem mich und andere Verantwortliche nicht zur Ruhe kommen.

Ich hielt das Unternehmen für gewagt, aber nicht für unmöglich. Deshalb galt es, den Stabschefs überall dort Unterstützung zuteil werden zu lassen, wo ich nur konnte. Ich ermunterte den Generalstab, einen weiteren Plan für die Operationen nach der Eroberung Rio de Janeiros aufzustellen, doch die Herren sahen nur wage Ansatzpunkte für die Planung. Insgeheim hofften Sie, dass es vorher zu einem Friedensvertrag kommen würde.
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Angriff in den Anden! - Kapitel 8

Beitragvon Claus E. Witz » 23. September 2012 01:13

Die letzten Vorbereitungen für den Angriff
(August bis September 1938)

Anfang August bat mich Präsident Ortiz das erste Mal zu sich in sein geräumiges Büro. Wir führten zunächst ein belangloses Gespräch, aber als das Thema auf die Frage Brasiliens kam, beauftragte er mich, die Wirtschaft auf Vordermann zu bringen, die Unruhen so schnell wie möglich zu beseitigen und dabei die Kriegsproduktion nicht zu stören. Außerdem durften die Forschungsaufträge nicht leiden, damit drei Teams weiter arbeiten konnten.

Wenn ich bisher auch schon einen harten Kurs gefahren hatte, sah ich mich jetzt gezwungen, die Zügel noch strammer anzuziehen, Ich steckte von den 47 IK, die uns zur Verfügung standen, dreiviertel in Konsumgüter und erreichte eine tägliche Reduktion der Unruhen um 0,10 Prozent. Die Produktionsaufträge der Luftwaffe mit drei weiteren Sturzkampfbombergeschwadern und drei Sicherungsdivisionen für die Beherrschung Brasiliens nach dessen Einnahme gingen auf vollen Touren weiter. Das hatte zur Folge, dass der Nachschubvorrat schnell zur Neige ging. Zunächst versuchte ich dieses durch Handelsabkommen abzufedern, indem ich Devisen und Öl gegen Nachschub anbot. Aber unser Ansehen in der Welt hatte sich in der Welt dramatisch verschlechtert und die wenigsten Länder waren bereit mit uns zu tauschen. Es half alles nichts, so dass ich mich gezwungen sah unsere Vorräte in Verhandlungen mit dem Deutschen Reich anzubieten. Mir gelang es nicht ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen, obwohl in den Verhandlungen meine persönliche Beziehung zu Deutschland hilfreich war. Da kam mir das erste Mal der Gedanke, dass Deutschland etwas Großes planen würde, und der Anschluss Österreichs nicht das letzte Ziel gewesen sein könnte. Immerhin: Wir tauschten 5000 Tonnen Metalle gegen 415 Tonnen Nachschub und ich verschaffte uns Luft, die Industriekapazitäten weiter zu steigern.

Als die 7. Sicherungsdivision aufgestellt werden konnte, setzten wir diese zunächst zum Schutz von Buenos Aires ein, waren die Bedenken des Generalstabes doch deutlich geworden. Von hier hatten wir außerdem die Möglichkeit mit Truppentransportern die Division schnell verlegen zu können.

Am 1. September 1938 gab Präsident Ortiz den Befehl, alles für „Maikong“ – den Angriff auf Brasilien – vorzubereiten. Der inzwischen erfahrene Generalstab funktionierte wie ein Räderwerk.

Vor Anbruch der Nacht wurde der Hochseeflotte Befehl gegeben, sich vor der Küste River Plate zu positionieren. Der Geheimdienst hatte im Hafen von Porto Alegre vier Großkampfschiffe und acht Kleinschiff-Flottillen ausgemacht. Laut Schiffsregister waren aber nur zwei Schlachtschiffe und zwei leichte Kreuzer als stärkste Einheiten bekannt. Deshalb erging die Anweisung an die Marineflieger in einem Überraschungsangriff den Hafen zu bombardieren und bessere Aufklärungsergebnisse zu liefern. Die U-Boot-Flottille erhielt unterdessen den Auftrag vor der Küste Sao Paulos Fernaufklärung zu betreiben und Konvois abzufangen. Die Flottille war am 4. September vor Ort in Lauerstellung.

Feldmarschall Justo fuhr nach Concordia zu seinem Armeehauptquartier, um den Aufmarschplan für die Operation Maikong zu überwachen. Er war erleichtert, dass die Wetterbedingungen über dem Kriegstheater schlecht für Flieger waren, wollte er doch zunächst schnell vorrücken und die Kampfhandlungen von brasilianischem Boden aus beginnen. Dann begann für alle Soldaten eine lange Nacht bis zum Angriffsbefehl auf Brasilien.
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Angriff in den Anden! - Kapitel 8

Beitragvon Claus E. Witz » 23. September 2012 01:44

Der Einmarsch in Brasilien
(September 1938)

Am 5. September erklärte Argentinien Brasilien den Krieg und der Vormarsch begann. Mitte September, so war zu erwarten, würden wir die Provinzen Mato Grosso und Porto Alegre besetzen. Das Gebirge würden wir mit unseren Gebirgsjägern aber erst Ende Oktober bezwungen haben.

Bild
Bild 31: Einmarsch in Brasilien (05.09.1938)

Am späten Nachmittag erfolgte der Luftangriff auf die vor Anker liegende brasilianische Flotte. In Porto Alegre lagen wie vermutet zwei Schlachtschiffe – die „Sao Paulo“ und „Minas Gerais“, beides Vorkriegstyps, die leichten Kreuzer „Bahia“ und „Rio Grande do Sul“, sowie acht Zerstörerflottillen unter dem Kommando von Vizeadmiral de Noronha. Daraus konnte der Geheimdienst schließen, dass weitere fünf Zerstörer- und sechs Transportflottillen im entfernteren Rio de Janeiro zu finden waren.

Auf dem Rückflug wurde kurz vor dem Dunkelwerden das 1. Marinebombergeschwader von brasilianischen Jägern vom Typ Curtiss P-36 angegriffen und hatte Verluste hinzunehmen.

Am 6. September zogen die USA gegen uns in den Krieg. Wir waren alle geschockt, auch wenn wir für den Moment nichts zu befürchten hatten: Landtruppen bestanden nicht und ein Bündnis mit Brasilien wurde auch nicht geschlossen, so dass keine amerikanischen Stützpunkte, bis auf Colon, in unserer Nähe waren. Doch die Ereignisse sollten uns schon bald eines Besseren belehren.
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Angriff in den Anden! - Kapitel 8

Beitragvon Claus E. Witz » 23. September 2012 20:53

Seeschlacht am River Plate
(September 1938)

Mitte September hatten wir die „Einfache Feldartillerie“ entwickelt. Als nächsten Auftrag vergaben wir an die Firma CAG den „Einfachen Mehrzweckjäger“, um unsere Stuka-Verbände sichern zu können.

Am 15. September erreichte das I. Armeekorps Porto Alegre und besetzte Hafen und Flughafen. Die brasilianische Flotte konnte entkommen und wurde von unserer Hochseeflotte am River Plate gestellt.

Bild
Bild 32: Seeschlacht am River Plate (15.09.1938)

Um 9 Uhr begann die Seeschlacht und die brasilianischen Seestreitkräfte waren anfangs besser positioniert. Die argentinische Flotte erhielt dagegen Unterstützung aus der Luft. Der ausgeglichene Kampf endete um 15 Uhr, wobei lediglich die Schlachtschiffe aufeinander feuerten, bevor die Brasilianer am Horizont verschwanden. Verluste gab es keine, doch wurden der schwere Kreuzer „Independencia“ und der leichte Kreuzer „Generale Pueyrredon“ schwer beschädigt. Auch der leichte Kreuzer „La Libertad“ erhielt ein paar Treffer und wir zogen unsere Flotte nach Buenos Aires zurück. Die Luftaufklärung meldete, dass das brasilianische Schlachtschiff „Sao Paulo“ leichte und eine Zerstörerflottille schwere Treffer erhalten hätten. Trotzdem wagten wir zunächst nicht, die Verfolgung aufzunehmen.

Am nächsten Tag meldeten die Marineflieger, dass sich die brasilianische Flotte geteilt hätte. Ein leichter Kreuzer und sechs Zerstörerflottillen, darunter auch die angeschlagene 4. Flottille, waren auf dem Weg nach Norden aufgespürt worden. Am River Plate standen noch die größeren Einheiten: Die beiden Schlachtschiffe, ein leichter Kreuzer und eine Zerstörerflottille.

Sofort gab der Chef der Marine, Videla, den Befehl mit allen Streitkräften auszulaufen und die Nachzügler einzuholen. Ein vierstündiges Gefecht auf dem South Santos Plateau endete wiederum in einem Unentschieden.

Das III. Gebirgsjägerkorps, dass inzwischen die Ebene von Mato Grosso erreicht hatte und auf Campinas weiter zumarschierte, wurde von der 25. und 26. strategischen Bombergruppe vom Typ Boeing B-18 A Bolo, angegriffen, so dass sich die Flussüberquerung verzögerte. Wir standen machtlos da, weil wir nicht in der Lage waren, eine Luftüberlegenheit herzustellen. Unsere Jäger hatten nicht die benötigte Reichweite. Lediglich im Gebirge von Curitiba konnten wir der brasilianischen Luftwaffe den Luftraum streitig machen. Und Mitte September begann unser Stuka-Geschwader mit seinen ersten Bombardierungen in Sao Paulo und entdeckten dabei, dass das Zentrum um Rio de Janeiro und Sao Paulo lediglich von der 2. brasilianischen Infanteriedivision und zwei Milizverbänden verteidigt wurde. Das Geschwader zerrüttete die Division so sehr, dass ein Vormarsch in die Bergprovinz Curitiba stark behindert wurde.

Nur der Umstand, dass die brasilianische Flotte noch nicht geschlagen war, lies uns zögern, Landungstruppen direkt auf die Hauptstadt anzulanden, zumal unsere Hochseeflotte durch den ersten Kriegsmonat organisatorisch und an Stärke stark eingebüsst hatte und der Chef der Marine die kostbare Flotte in den sicheren Hafen von Buenos Aires zurück rief.
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Angriff in den Anden! - Kapitel 8

Beitragvon Claus E. Witz » 23. September 2012 21:08

Der Angriff bricht im Bombenhagel zusammen
(September bis Oktober 1938)

Am 24. September traf uns ein erster Schicksalsschlag. Am späten Nachmittag erreichte uns die Nachricht, dass unsere ungeschützte Transportflotte unter dem Kommando von Vizeadmiral Galindez auf dem West Falkland Plateau angegriffen wurde. Wir hatten nicht mit amerikanischen Marinestreitkräften so weit im Süden gerechnet. Deshalb hatten wir die Transportflotte an die Pazifikküste aussenden wollen, um das an der kolumbianischen Grenze stehende V. Armeekorps zu Sicherungszwecken abzustellen, da an der brasilianischen Grenze feindliche Einheiten aufgetaucht waren.

Die amerikanische Task Force unter dem Kommando von Vizeadmiral King operierte mit dem Flugzeugträger „USS Saratoga“ und den drei Schlachtschiffen der „New York“-Klasse „Tennessee“, „Oklahoma“ und „California“ im südlichen Westatlantik und stieß nun überraschend zu. Drei Stunden später waren zwei unserer Transportflottillen vernichtet und Vizeadmiral Galindez zog sich mit der letzten Flottille Richtung Nordwesten zurück.

Am 26. September sichteten unsere Marineflieger den Zerstörerverband unter der Führung des brasilianischen leichten Kreuzers „Rio Grande do Sul“ östlich von Curitiba. Aber wir wollten kein Risiko eingehen und verzichteten darauf, den Feind anzugreifen und beließen die Flotte in Buenos Aires. Zu sehr standen wir noch unter dem Schock, der Vernichtung fast unserer ganzen Transportflotte durch den amerikanischen Verband. Denn vom ihrem Verbleib wussten wir damals nichts. Dieser Entschluss erwies sich als richtig, denn schon am nächsten Tag sichteten wir eine zweite Task Force, bestehen aus vier leichten Kreuzern und zwei Zerstörerflottillen der Clemson-Klasse. Da die Reichweite dieses Schiffstyps sich auf rund 1500 Seemeilen beschränkte, vermuteten wir, dass die Amerikaner wohl nur aus brasilianischen Häfen heraus operieren konnten (Ich wusste nicht, dass maximale Reichweiten nicht für die KI gelten, Anm. des Verfassers).

Inmitten dieses Chaos erreichte uns Ende September die Nachricht aus dem fernen Europa, dass ein Flecken Erde, Sudentenland genannt, an Deutschland ohne Blutvergießen von der Tschechoslowakei im Münchener Abkommen abgetreten wurde, Es war für das Kabinett eine bittere Tatsache, dass die Deutschen sich politisch so viel geschickter anstellten, als wir es taten. Wir hofften nur, dass sich bald eine Gelegenheit daraus ergab, einen starken Verbündeten für unsere Sache zu gewinnen.

Am 1. November entdeckte der Marinestab eine weitere amerikanische Task Force vor unserer Heimatküste. Ein dritter Verband, bestehend aus drei Schlachtschiffen „New Mexico“, „Mississippi“ und „Idaho“, zwei schweren Kreuzern und sechs Zerstörerflottillen unter Admiral Halsey kreuzte im West Argentine Plain. Am darauf folgenden Tag sichtete das Marinebombergeschwader den Flugzeugträger „Ranger“, begleitet von zwei Zerstörerflottillen. Das Marineministerium gab den strikten Befehl an Admiral Bustamante, sich unter keinen Umständen in einen Kampf einzulassen.

Derweil mussten wir unser Jagdgeschwader näher an die Front, um dem III. Gebirgsjägerkorps den Luftraum freizuhalten. Die Verluste der Gebirgsjägertruppe lagen bereits bei 80 Prozent und wir fürchteten, dass der linke Flügel unseres Vormarsches zusammenbrechen könnte, bevor wir überhaupt in Reichweite der brasilianischen Hauptstadt kamen. Aber der Fliegerhorst in Porto Alegre stellte sich als die falsche Standortwahl heraus. Von diesem Stützpunkt aus konnte lediglich die Einflugschneise der brasilianischen strategischen Bomber beharkt werden. Das 1. Jagdgeschwader geriet sofort über Sao Paulo ein einen Luftkampf mit der brasilianischen Jagdwaffe und das Geschwader büßte zehn seiner 100 Maschinen ein. Der Chef der Luftwaffe, Tamborni, ließ das Geschwader sofort ein weiteres Mal umstationieren, diesmal nach Asunción. Das Geschwader war völlig desorganisiert und es war fraglich, ob es noch rechtzeitig in den Überlebenskampf des III. Gebirgsjägerkorps überhaupt eingreifen konnte. Am 5. Oktober war die 5. Gebirgsjägerdivision vernichtet. 10.000 Mann wurden allein durch das Bombardement während der aufzehrenden Märsche in Grund und Boden gestampft!

Am 6. Oktober kam General Sarobe von Quito in die Hauptstadt geflogen und berichtete über die ernster werdende Lage an der Pazifikküste: Die Amerikaner bombardierten inzwischen auch Quito und zerstörten mit nicht unerheblichen Erfolg die Industrieanlagen. Sarobe sah sich gezwungen nur die 6. Sicherungsdivision an der kolumbianischen Grenze zurückzulassen und mit dem V. Armeekorps die brasilianischen Dschungelgrenzen zu sichern, um die Versorgungslinien zu decken. Er erwartete, erst Ende Dezember im zentralen Amazonasgebiet auf den Feind zu treffen. Doch General Sarobe sollte sich gewaltig irren.
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Angriff in den Anden! - Kapitel 8

Beitragvon Claus E. Witz » 23. September 2012 21:46

Die US-Amerikaner kommen!
(Oktober 1938)

Nachdem General Sarobe seine Operationspläne dargelegt hatte, wollte eine Woche Urlaub nehmen. Doch am 10. Oktober kam die überraschende Nachricht, dass ein amerikanisches Expeditionskorps in Trujillo gelandet war. Der Anlandungsplatz lag genau in der Marschroute des V. Armeekorps, so dass sofort ein Gefecht entbrannte. Es stellte sich bald heraus, dass die 1. amerikanische Kavalleriedivision (mot.) mit dem 2. Armeehauptquartier von Truppentransportern entladen worden waren. Noch in der Nacht flog General Sarobe zurück nach Quito, um den Oberbefehl wieder zu übernehmen.

Der Geheimdienst berichtete, dass Feldmarschall Stillwell das amerikanische Expeditionskorps befehligte. Drei Stunden nach Gefechtsbeginn in der Nacht landete die 2. „Indianhead“ Infanteriedivision und verstärkte den Angriff der Amerikaner. Den ganzen Tag tobten die Kämpfe. Sarobe konnte aber letztendlich mit seinem Armeekorps, dem wir für den Angriff auf Brasilien seiner Artillerieregimenter beraubt hatten, nichts entgegensetzen. Die Amerikaner waren uns in Taktik und Ausrüstung überlegen und schlugen uns mühelos zurück. 2.200 Gefallene hatten wir in dieser Schlacht zu beklagen. Das Korps war völlig desorganisiert und damit bewegungsunfähig.

Bild
Bild 33: Das erste Gefecht gegen US-Truppen in Trujillo (10.10.1938)

Nach dem bekannt werden der Niederlage, wurde Außenminister Cantilo gebeten, dem amerikanischen Präsidenten eine Note zukommen zu lassen. Das Friedensangebot wurde aber abgelehnt, da Präsident Ortiz nicht bereit war, Gebietszugeständnisse zu machen.

Das amerikanische Expeditionskorps marschierte nun auf Lima zu. Die Garnison wurde kurzerhand geschlagen. 8.000 Mann gingen in amerikanische Gefangenschaft. Am 12. Oktober landete ein weiteres amerikanisches Korps mit drei Infanteriedivisionen südlich von Lima in Arequipa.

Ein Ereignis erhellte ein wenig die Gemüter, als die 2. brasilianische Infanteriedivision aus Curitiba zurück geworfen werden konnte. Aber es war kein wirklicher Erfolg, da wir an dieser Front nicht weniger als zehn Divisionen eingesetzt hatten. – Durch die Landungen der US-Amerikaner an Pazifikküste war die Lage kritisch geworden: Wir standen plötzlich in einem Zweifrontenkrieg. Wie lange würden wir dem Druck standhalten können?
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Angriff in den Anden! - Kapitel 8

Beitragvon Claus E. Witz » 26. September 2012 07:45

Rettung vor dem Untergang
(Oktober 1938)

Eine Woche nach der Landung in Arequipa griff das US-amerikanische 1. Armeehauptquartier zusammen mit der 1. „Big Red One“ Infanteriedivision die Garnison von La Paz an. Der Angriff konnte mit Mühe abgewehrt werden.

Am 19. Oktober kam es zur nächsten großen Katastrophe. Das III. Gebirgsjägerkorps mit der 5. und 6. Gebirgsjägerdivision wurde auf dem Vormarsch in der Provinz Mato Grosso ausgelöscht. Die stetigen Bomberangriffe und die Unfähigkeit unserer Luftwaffe, dies zu verhindern, ließen uns schon lange eine Vorahnung haben. Aber wir sahen keine Möglichkeit, den ständigen Luftangriffen zu entgehen. Den Todesstoß gab eine brasilianische Infanteriedivision, die den geplanten Umfassungsangriff über Goias verhindert hatte.

Bild
Bild 34: Die Lage an der Ostfront (22.10.1938)

Am gleichen Tag besetzte die IV. Gebirgsjägerdivision die Gebirgsprovinz Curitiba. Um Bombardierungen zu stören, verlegten wir bei Nacht das Armeehauptquartier per Schiff nach Curitiba. Die Einheit war mit einem Flak-Regiment ausgestattet. Zusätzlich setzten wir das 1. Jagdgeschwader zur Luftüberwachung ein. Leider kam das Geschwader übereilt zum Einsatz. Es war noch mitten in der Reorganisation von der erneuten Umstationierung nach Porta Alegre begriffen, als wir uns gezwungen sahen, es in die Luftkämpfe eingreifen zu lassen. Das 1. Jagdgeschwader steckte von den brasilianischen Bomberstreitkräften einige Schläge ein, bevor es abdrehen musste. Aber das Risiko, dass wir mit der Überführung des Armeehauptquartiers eingegangen waren, zahlte sich jetzt aus. Nun mussten auch die Bomber Verluste hinnehmen.

In den Anden versuchten wir die Front zu stabilisieren. Wir gaben Anweisungen Milizen aufzustellen, um die Löcher schnell zu stopfen. Zusätzlich stellten wir die 5. Sicherungsdivision neu auf. Sie sollte die Gebirgspässe in den Zentralanden in San Miguel de Tucaman sichern, bevor die amerikanischen Streitkräfte hier die Schlüsselposition besetzen konnten, um das Mutterland zu verheeren.

Am 30. Oktober unterbreitete uns der brasilianische Gesandte ein Friedensangebot, dass wir sofort annahmen. Die brasilianischen Gebietsabtretungen waren erheblich. Das halbe Amazonasgebiet fiel an Argentinien, aber auch ein Teil der wirtschaftsstarken Provinzen in Südbrasilien. Mit Transferleistungen versuchten wir die brasilianische Regierung weiter zu beschwichtigen. Der Friedensvertrag galt bis zum 30. April 1940 und sollte uns die Verschnaufpause geben, die wir im Kampf gegen die US-Amerikaner benötigten.

Bild
Bild 35: Frieden mit Brasilien (30.10.1938)
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Angriff in den Anden! - Kapitel 9

Beitragvon Claus E. Witz » 27. September 2012 23:51

Die Vernichtung der argentinischen Flotte
(November 1938)

Unmittelbar nach dem Unterzeichnen des Friedensvertrages mit Brasilien beorderten wir die Luft- und Marineeinheiten an die Pazifikküste, um der Gegenoffensive neuen Schwung zu geben. Das V. Armeekorps lief Gefahr, abgeschnitten zu werden, sollte ein amerikanischer Vorstoß nach Osten gelingen. General Sarobe wollte aber nicht länger warten und gab den Angriffsbefehl am 1. November. Zunächst war der Kampf ausgeglichen, doch als die Nacht hereinbrach und Regen einsetzte blieb der Angriff stecken. Am zweiten Tag brach der Angriff vollends zusammen und wir mussten das Korps neu organisieren. Den einzigen Erfolg, der sich abzeichnete, war, dass zunächst kein amerikanischer Vorstoß nach Westen erfolgte und lediglich Richtung Süden marschiert wurde.

Bild
Bild 36: Gefecht bei Trujillo (02.11.1938)

Die amerikanischen Truppen im südlichen Landungsgebiet griffen zur selben Zeit die Garnison von La Paz an, vernichteten nach drei Tagen Kampf die 4. Sicherungsdivision und stießen nun weiter Richtung Süden vor.

Am 3. November erklärten uns die Philippinen den Krieg. Wir machten uns aber keine großen Sorgen, da die Möglichkeiten des US-amerikanischen Vasallen doch sehr gering waren.

Am 5. November hörten wir aus dem Marineministerium die nächste Hiobsbotschaft: Die 3. und letzte Transportflottille wurde samt seiner Ladung, der 6. Gebirgsjägerdivision, versenkt. 17.000 Menschen verschluckte das Meer. Eine Untersuchungskommission, die den Fall in Augenschein nahm, konnte nicht feststellen, welche amerikanische Task Force die Katastrophe herbeigeführt hatte. Lediglich den Fangschuss musste das Schachtschiff „Mississippi“ gegeben haben, so ein letzter Funkspruch, bevor die Verbindung abriss. Intern zog der Fall weite Kreise und man wurde im Marineministerium nervös. Die Kommission stellte mehrere Fehlverhalten fest. Zunächst war die Hochseeflotte zu weit voraus gefahren, um den Transport zu schützen. Die Deckung durch die U-Bootflottille im gleichen Seegebiet war völlig unzureichend. Außerdem hätte die Route des Transports weiter unter Land erfolgen sollen und nicht, wie geschehen, weiter draußen auf dem West Argentine Plain. Auch war es unverantwortlich, Generalleutnant Ibarra, unseren besten Kommandospezialisten, den Transport begleiten zu lassen. So kam eines zum anderen und Präsident Ortiz zitierte Marinechef Videla zu sich. Über das Gespräch ist mir nichts bekannt. Ich hatte aber den Eindruck, dass der Präsident Videla im Amt beließ, weil er nicht die Hochseeflotte schwächen wollte, die im Pazifik dringend gebraucht wurde.

Die Geisterarmada ließ am 9. November wieder von sich hören. Unsere U-Bootflottille stieß auf nicht weniger als 20 Einheiten, davon allein drei Schlachtschiffe und elf schwere Kreuzer unter dem Kommando von Admiral Halsey. Auf die geringe Entfernung von etwas drei Kilometer hatten die U-Boote nicht die geringste Chance auf Widerstand. Alle Offiziere und Mannschaften verschwanden in den Fluten des kalten Südatlantiks, im West South Georgia Ridge.

Noch am selben Tag gab es eine zweite Seeschlacht, die man wohl als bis dahin größte Seeschlacht der Südamerikanischen Einigungskriege bezeichnen darf. Admiral Kalbfus führte den US-amerikanischen Flottenverband bestehend aus den Flugzeugträgern „Lexington“ und „Yorktown“, den Schlachtschiffen „Nevada“, „Arizona“ und „Pennsylvania“ sowie dem schweren Kreuzer „Quincy“ und weiteren sieben Zerstörer- und U-Bootflottillen. Die Flugzeugträger griffen gegen 18 Uhr bereits aus einer Entfernung von über 130 Kilometern unsere Hochseeflotte in der Northeast Humboldt Plain an, ohne dass wir eine Möglichkeit sahen, zurückzufeuern. Unsere Schlachtschiffe „Moreno“ und „Rivadavia“ konnten lediglich 32 Kilometer weit schießen. Gegen 24 Uhr wurde es dunkel und Regen setzte ein. Gegen 18 Uhr geriet die Flotte zusehends in Unordnung und eines nach dem anderen wurden alle drei schweren Kreuzer durch die amerikanischen Flieger versenkt. Admiral Bustamante gelang es aber nicht sich vom Feind zu lösen. Um Mitternacht am 12. November bekam das Schlachtschiff „Rivadavia“ durch eine Fliegerbombe einen Volltreffer im vorderen Munitionsdeck und eine Ohren betäubende Detonation riss ein riesiges Loch in die Backbordseite, so dass der Koloss schnell in Schräglage kam. Die Zerstörer versuchten das sterbende Schiff noch einzunebeln, aber sie konnten nichts mehr retten. 1.073 Mann gingen mit dem Schiff unter, nur 37 Mann konnten gerettet werden. Die „Moreno“ folgte nur wenige Stunden später dem Schicksal ihres Schwesterschiffes. Die beiden leichte Kreuzer „Generale Belgrano“ und „Generale Puerrydon“ waren die letzten Opfer dieser Seeschlacht, die am 14. November mit über 6.000 Toten, Verwundeten und Vermissten auf unserer Seite endete. Lediglich die beiden Zerstörerflottillen konnten schwer angeschlagen entkommen.

An diesem Tag hörte die argentinische Flotte auf, zu existieren. Als am 16. November die Flottillen in Santiago eintrafen, standen Menschentrauben an den Ufern, um die überlebenden, zerschossenen Schiffe zu sehen. Vielen lief sicherlich ein Schauer über den Rücken, als sie die löchrigen Kähne beim Einlaufen in den Hafen sahen.
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Angriff in den Anden! - Kapitel 9

Beitragvon Claus E. Witz » 4. Oktober 2012 08:13

Das Ringen um eine geschlossene Abwehrfront
(November bis Dezember 1938)

Über die verlorene Seeherrschaft im Südatlantik und Südpazifik konnten wir uns keine großen Gedanken machen. Zu groß war die Gefahr, dass die US-Amerikaner aus ihren Landungsköpfen ausbrechen und sich vereinigen könnten. Wir setzten alle Truppen auf dem Landweg in Bewegung und stellten am 26. November in unserer Not die 1. Milizdivision unter Generalleutnant Vaccarezza auf. Er war ein unerfahrener, aber in Verteidigungsdoktrinen fähiger Generalstabsoffizier. Er hatte die Aufgabe, die Verteidigung von Santiago zu übernehmen, um Flugplatz und Hafen zu sichern. Zur Verteidigung stand ihm noch die 3. Sicherungsdivision zur Seite.

Am 30. November war das V. Armeekorps wieder voll aufgefrischt und reorganisiert. In der Provinz Quito lag Schnee. Dennoch wollte General Sarobe erneut versuchen, den Vormarsch der Truppen aus dem nördlichen Landungspunkt zu stören oder gar zum Abbruch zu zwingen. An eine Einnahme der Provinz Trujillo war nicht zu denken. Unsere Truppen waren zu schwach dazu.

Den Angriff sollte das 1. Jagdgeschwader decken, das die amerikanischen Bomberströme von Colon kommend abwehren sollte. Aber die Bomber kamen in großen Pulks von sechs Geschwadern und wir verloren innerhalb von zwei Stunden elf unserer 100 Maschinen. Die Piloten waren völlig kopflos und die Organisation ging auf ein Minimum zurück, so dass die Jagdflugzeuge am Boden bleiben mussten.

Schon am ersten Kampftag, am 1. Dezember 1938, musste General Sarobe sich geschlagen geben. Er verlor in der Schlacht 3.000 Mann und das V. Armeekorps war völlig desorganisiert und unfähig erneut anzugreifen. Erfolg schien er nicht gehabt zu haben, denn die amerikanischen Truppen waren weiter auf dem Vormarsch.

Nun war Präsident Ortiz bereit, auch einen politischen Weg einzuschlagen. Er beauftragte Außenminister Cantilo damit, die Beziehungen zu den USA stetig zu verbessern. Sollte es nicht gelingen, die amerikanischen Truppen ins Meer zurückzuwerfen, so sagte er in einer Kabinettsitzung, dann müsse man sie „mit Blumen zuschütten, bis sie daran ersticken“.

Bild
Bild 37: Die Lage im Westen (04.12.1938)

Am 4. Dezember konnte die 4. Sicherungsdivision in Sucre wieder neu aufgestellt werden. Sie sollte als drittes Glied der Kette in den Anden den Vormarsch der Amerikaner stoppen. La Paz wagten wir nicht zu verteidigen, musste sich die Truppe doch zuerst organisieren. Die Sicherungsdivisionen und Milizen sollten uns die Zeit verschaffen, die wir brauchten, um unsere regulären Truppen zum Gegenangriff zu versammeln. Erst Ende Januar konnten das I., II. und IV. Korps mit sieben Divisionen und dem Hauptquartier eintreffen. Bis dahin musste unsere dünne Linie halten.

Aber der Feind wollte uns keine Ruhe gönnen und griff mit den Trägerflugzeugen der „Lexington“ und „Yorktown“ Flugplätze und den Hafen von Santiago an. Der Überfall ging für uns glimpflich aus. Zwar wurden die Kaimauern demoliert, aber unsere kleine Flotte braucht auch nicht mehr viele Liegeplätze. Und wir wägten ab, ob eine Verlegung des II. Fliegerkorps mit dem 1. und 2. Stuka-Geschwader sinnvoll war, konnte doch jeden Moment der Feind mit seinem Vormarsch in unsere Reichweite kommen.

Am 9. Dezember eroberte die amerikanische 1. Infanteriedivision unsere Provinz Antofagasta. Wir lösten sofort den Abwehrplan aus und setzten Stuka-Angriffe zur Zerrüttung an. Als die Division in ihren Grundfesten erschüttert war, gingen wir zum Bodenangriff über und der Gegner verlor bis zum 14. Dezember zwei Drittel seiner Stärke. Dann wurde durch das 1st Army Hauptquartier La Paz mit seinem wertvollen Flugplatz erobert. Die Amerikaner versuchten sogleich auch die Stellungen der 4. Sicherungsdivisionen in Sucre zu werfen. Aber in dem Gefecht wurde der Feind abgewiesen.

Durch den Verlust von La Paz mit seinen Industrieanlagen sank unsere industrielle Kapazität empfindlich und wir mussten die Forschungsarbeiten an Mehrzweckjägern mit dem dritten Team einstellen. Gott sei dank hatten wir die Möglichkeit ins Auge gefasst, so dass ein zweites Team, die FMA, inzwischen mit der Erforschung des „einfachen Abfangjägers“ beschäftigt war.

Am 16. Dezember versuchte erneut das V. Armeekorps in Quito den Feind anzugreifen, aber auch dieser Angriff schlug fehl. Drei Tage später erreichte das II. Armeekorps die Anden in der Provinz San Miguel de Tucuman. Jetzt konnten wir den Gegenangriff einleiten: Die Stukas hatten gute Vorarbeit geleistet und die 1. amerikanische Division klein gehalten. Innerhalb von einer Stunde waren unsere drei Infanteriedivisionen auf dem Vormarsch, um in die Wüstenregion Antofagasta nachzustoßen.

Einen Tag vor Weihnachten feierten wir unseren ersten großen Erfolg gegen die USA: Wir vernichteten die 1. US Division auf ihrem Rückzug nach Norden. Jetzt wollten wir so schnell wie möglich nach Antofagasta, um die restlichen Truppen aus La Paz zu vertreiben. Aber zunächst eroberte die 3. US Division Cuzco und erweiterte damit die Landungszone ins Landesinnere.

Am 26. Dezember landete eine dritte Gruppe am Strand von Guayaquil, so dass das V. Armeekorps sich plötzlich von zwei Seiten bedroht fühlte. Sie ging sofort zum Gegenangriff über ohne die Unterstützung durch die gerade umstationierten Stuka Geschwader abzuwarten. Mit Überraschung stellte General Sarobe fest, das die Landungstruppe nicht nur durch das 3. Army Hauptquartier, sondern auch aus der 6. und 24. US Division bestand. Der Kampf wogte hin und her. 27 Stunden später brach der Angriff im Abwehrfeuer der Amerikaner zusammen.

Bild
Bild 38: Die Lage im Norden (26.12.1938)

Das V. Armeekorps unter General Sarobe in Quito geriet immer mehr in eine gefährliche Lage, doch Präsident Ortiz beharrte auf die Verteidigung jeden Quadratmeter Bodens großargentinischer Erde.
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Angriff in den Anden! - Kapitel 9

Beitragvon Claus E. Witz » 5. Oktober 2012 23:31

Die Verteidigungslinie versteift sich
(Januar 1939)

Anfang Januar 1939 begannen wir, uns langsam Sorgen um unsere Nordprovinzen zu machen. Quito würde bald umfasst werden und das V. Armeekorps und die 6. Sicherungsdivision mit zusammen 38.000 Mann würden bald der Landweg abgeschnitten sein. Noch gab es einen kleinen Hafen in Quito, über den wir im Notfall Nachschub schicken konnten. Wir hatten jedoch lediglich 20 Konvoischiffe und keine Begleitzerstörer, die den Konvoi schützen könnten. Die ersten Eskortschiffe würden erst Anfang März einsatzfähig sein. Auf dem Flugfeld von Quito drängten sich unsere beiden Stukageschwader und das 1. Jagdgeschwader und konnten sich nur langsam von der Verlegung organisatorisch erholen. Der Feind setzte uns aus der Luft zu und zerstörte die Infrastruktur erheblich, so dass unsere Truppe auch ohne Landangriff allein durch den Gebirgsschnee an Strapazen langsam zugrunde gehen konnte. Noch hielt General Sarobe die Disziplin aufrecht. Aber hätte die Truppe erfahren, dass mit Entsatz erst in Monaten zu rechnen war, wäre wahrscheinlich eine Katastrophe herein gebrochen. Wir konnten nur zusehen, wie unsere Streitkräfte von Süden her versuchten, die US-amerikanischen Divisionen zurückzudrängen. Unser Marinebombergeschwader flog unterdessen Angriffe mit mittelmäßigem Erfolg auf die Konvoirouten der Amerikaner.

Als die 7. Gebirgsjägerdivision in Gewaltmärschen am 8. Januar in Riberalta ankam, versperrte sie dem 1st US Armeehauptquartier den Weg und es kam zum Gefecht. Wir steigerten die Versorgung um 69 Tonnen Nachschub für unsere tapferen Truppen, um den stark belasteten Organisationsgrad länger aufrecht erhalten zu können. Nach 19 Stunden zollte der Feind uns Respekt und gab sein Vorhaben auf, in unser Hinterland einzufallen. Präsident Ortiz telegrafierte persönlich an Generalleutnant Castano zu diesem Erfolg, der uns keine Menschenleben kostete. So konnten wir unsere rechte Flanke, angelehnt an den Dschungel, versteifen und an die Heranführung weiterer Truppen denken.

Am 10. Januar konnten wir vor Quito zwei Konvoischiffe der Amerikaner versenken und eine Tag später eroberte die 1. Milizdivision die Wüste von Antofagasta zurück. Das 1st US Armeehauptquartier wandte sich tags darauf gegen unser Vordringen und griff die Milizionäre an. Der Kampf war ausgeglichen, da die Miliz von dem fähigen Generalleutnant Vaccarezza geführt wurde, der zwar unerfahren, aber in Defensivtaktiken geschult war und seine Männer geschickt anführte. Am 13. Januar versuchten die Amerikaner einen Sturmangriff, der aber fehlschlug und bei Einbruch der Nacht abgebrochen wurde. Am nächsten Morgen griffen wir das 1st US Armeehauptquartier mit der 7. Gebirgsjägerdivision und der 2. Milizdivision von Norden und Osten her an und beendeten den Kampf um Antofagasta. Die Amerikaner waren sichtlich ausgemergelt und nach einer Stunde zogen sie sich am 14. Januar Richtung Norden zurück. Ein zweites Gefecht in La Paz am 15. Januar bestätigte noch einmal dieses Kampfergebnis.

Um die chronologische Reihenfolge nicht zu sehr durcheinander zu bringen, möchte ich kurz von einschneidenden Ereignissen zur See berichten. Die US-amerikanische Trägerflotte flog am 11. Januar einen überraschenden Luftangriff auf unsere Reste der Hochseeflotte in Santiago. Admiral Bustamante suchte sein Heil in der Flucht und verließ den Hafen mit unseren letzten beiden Zerstörerflottillen. Die Amerikaner straften ihn sofort für diesen Fehler und versenkten alle die sich verstreuenden Schiffe in der Moreno Bay. Von den Schiffsbesatzungen ereilten Bustamante und fast alle seiner 1.000 Männer der nasse Tod. Nun besaßen wir nur noch den schweren Kreuzer „Independencia“, der in Buenos Aires auf Reede lag, wo das veraltete Schiff seit den Kämpfen im Südatlantik gegen die Brasilianer Mitte September 1938 seine Schäden behoben hatte. Wir befanden uns nun in einer traurigen Lage, waren doch faktisch keine Operationen zur See mehr möglich.

In der zweiten Januarhälfte 1939 erholte sich unsere Wirtschaft. Die Unruhen waren beseitigt, sah man von den annektierten Gebieten ab, und wir konnten einige Handelsverträge aufkündigen, bei denen wir gegen teure Devisen Nachschubgüter eingekauft hatten. Unsere Produktionskapazität stand jetzt auf 48/39 IK. Uns schmerzte lediglich, dass wir kein drittes Forscherteam mehr einsetzen konnten, so sehr behinderten uns die Aktivitäten der US-Amerikaner. Auch waren unsere menschlichen Reserven mit 37.000 wehrfähigen Männern nahezu ausgeschöpft. Aber alles in allem standen wir wieder gut da und sahen damals der Zukunft mutig entgegen.
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Angriff in den Anden! - Kapitel 9

Beitragvon Claus E. Witz » 9. Oktober 2012 00:58

Entsatzhoffnungen durch Erfolge am Südabschnitt
(Februar 1939)

Am 2. Februar 1939 wurde die dritte Offensive am Nordabschnitt eingeleitet. Unsere beiden Sturzkampfbombergeschwader fingen an, die feindlichen Stellungen am Strand von Guayaquil zu zerrütten. Dort hatte sich das 3. Armeehauptquartier, die 6. und 24. US-amerikanische Infanteriedivision eingerichtet und blieb dort seit Monaten bewegungslos liegen. Die Kampfgeschwader flogen täglich zwei Angriffe, obwohl ihre Organisationsstärke nur bei der Hälfte lag. General Sarobe wollte aber so schnell wie möglich die Gefahr im Westen abwenden, bevor seine Streitkräfte von den Nachschubrouten abgeschnitten sein würden. Unser Marinebombergeschwader unterstützte unsere Offensive und es gelang ihr, ein Eskorteschiff zu treffen; der Konvoi blieb aber bis zum 21. Februar hin unbehelligt.

Als der Bodenangriff am 9. Februar erfolgte, kam es erneut zu einem Desaster. Erst kam der Angriff durch die Luftunterstützung gut voran. Als aber der Feind Artillerieunterstützung erhielt und die Nacht hereinbrach, waren die Soldaten des V. Armeekorps mutlos geworden und wichen wieder zurück. General Sarobe büßte an diesem Tag 2.170 Mann ein.

Bild
Bild 39: Die Nordoffensive (04.02.1939)

An der Südfront näherten sich unsere Divisionen immer weiter den US-amerikanischen Brückenköpfen. Am 4. Februar wurde La Paz von der 2. Milizdivision zurückerobert. Das zurückweichende 1. US Armeehauptquartier wurde sogleich erneut in Arequipa angegriffen. Längs der Pazifikküste kam das II. Armeekorps unter dem Befehl von Generalleutnant Velez nach Norden. Trotz seiner Begabung als Logistikgenies gelang es ihm nicht, den Angriff koordiniert durchzuführen, da die 1. Milizdivision die Straßen verstopfte und damit den Angriff erschwerte. Trotzdem mussten die Amerikaner am 5. Februar erneut ausweichen und liefen Gefahr, selbst von der Pazifikküste und den Versorgungslagern abgeschnitten zu werden.

Die eiligst in die Schlacht geworfene 3. Milizdivision, die die Amazonasregion in der Provinz Porto Velho sichern sollte, wurde – noch ehe die Einheit richtig gedrillt war – auseinander getrieben. Die Überreste der Division zogen Richtung Norden, hinein in die Falle. Am 11. Februar griffen wir von unserem Stützpunkt in La Paz aus noch einmal die Provinz Cobija an, jedoch ohne Erfolg. Zu ausgepumpt war unser zusammengewürfelter Haufen aus Milizionären und Gebirgsjägern.

Bild
Bild 40: Die Südoffensive (04.02.1939)

Am 17. Februar wurde der Angriff erneuert. Diesmal griff das I. Armeekorps von Riberalta an und wurde von der 7. Gebirgsjägerdivision und der 2. Milizdivision unterstützt. Innerhalb von Stunden brach beim Feind die Panik aus. Man sah sich im Dschungel gefangen und wendete auf der Stelle die Fahrzeuge Richtung Westen nach Cuzco. Die Gefahr des äußeren Einschließungsrings war damit zunächst gebannt. Für die Vernichtung der angeschlagenen amerikanischen Truppen, beorderten wir noch am selben Tag unsere Stukaverbände nach La Paz. Sie sollten die fliehenden Truppen dezimieren, sobald die Geschwader wieder halbwegs einsatzbereit waren.

Am 24. Februar erreichte die 2. Milizdivision Arequipa, wurde aber schon zwei Tage später zurückgeworfen. Trotzdem war der Angriff ein Erfolg, denn die US-amerikanischen Einheiten bekamen, den Versorgungsengpass zu spüren. Die 3. US-amerikanische Infanteriedivision hatte schon die Hälfte der Stärke eingebüsst. Und jetzt hatte US-Generalleutnant Gill auch noch mit dem schlechter werdenden Nachschub zu kämpfen. Am 1. März war der Todeskampf der Division zu Ende. 10.000 US-Amerikaner verloren ihr Leben oder galten als vermisst. Der 7. März war ein weiterer schwarzer Tag für die USA, als wir im Rundfunk die Vernichtung des 1. US amerikanischen Armeehauptquartiers in Cuzco meldeten. So verloren die USA weitere 5.000 tapfere Soldaten und ein Flakregiment. Unser Weg Richtung Norden war frei.
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Angriff in den Anden! - Kapitel 9

Beitragvon Claus E. Witz » 9. Oktober 2012 22:00

Die Kämpfe um Lima und Trujillo
(März bis Mai 1939)

Wir waren stolz auf unsere mächtige Waffe, die Sturzkampfbomber. Am selben Tag des Erfolges über die US-Amerikaner konnten wir sogar das 3. Stukageschwader aufstellen.

Bild
Bild 41: Entsatzoffensive (08.03.1939)

Zuversichtlich zogen wir unsere Truppen im Nordwesten weiter zusammen. Unsere größte Sorge war, dass Lima von den US-Amerikanern erobert werden könnte. Dass hätte bedeuten können, dass Bomberverbände nachgeführt werden könnten, die unseren Vormarsch erheblich gestört hätten.

Anfang März konzentrierten wir unsere Bemühungen darauf, Lima in der Hand zu behalten. Dem 1. Marinebombergeschwader gelang es vor der Küste, mehrere Konvoischiffe abzufangen. Das 1. und 2. Stukageschwader zerrütteten so gut es ging die heran marschierenden nordamerikanischen Truppen. Es wurde aber ein durchaus schwieriges Unternehmen, da zwei Armeehauptquartiere mit angegliederten Flakregimentern das amerikanische Korps schützen. Anfang April konnten wir dann das 3. Stukageschwader zusätzlich für diesen Auftrag heranziehen. An Bodeneinheiten setzten wir die 7. Gebirgsjägerdivision als Speerspitze ein, die am 9. April eintreffen würde. Sie sollte die Stadt halten, bis das II. Armeekorps als Verstärkung über eine Woche später eintreffen würde.

Als die 7. Gebirgsjägerdivision in Lima eintraf, begann zeitgleich der Angriff des I. Armeekorps in den Rücken der US-Amerikaner, die daraufhin den Stoß auf Lima sofort abbrachen. Die Stadt konnte gehalten werden. Mehr noch, Generalleutnant Castano unterstützte im Gegenzug den Angriff auf die amerikanischen Truppen, die sich nun von zwei Seiten bedrängt sahen, waren sie doch immer noch in der Provinz Trujillo hängen geblieben.

Bild
Bild 42: Schlacht um Trujillo (09.04.1939)

Sechs Stunden später konnten die US-Amerikaner die Schlacht um Trujillo zu ihren Gunsten entscheiden. Sie erhielten Unterstützung durch ein Bombardement der US-amerikanischen Flotte und als das 4. US Armeehauptquartier ebenfalls eingriff, verbluteten unsere Angriffsspitzen vor den nordamerikanischen Stellungen. Wir verloren 2.390 Offiziere und Mannschaften. Die 11. Infanteriedivision hatte es am schlimmsten getroffen. Ihr war als einzige Division bisher kein Artillerieregiment zugeordnet worden. Die Division verlor beim Angriff zehn Prozent ihrer Sollstärke.

Es klang wie Hohn, als wir am selben Tag, als die Nachricht der verlorenen Schlacht uns im Präsidentenpalast erreichte, die Verteidigungsdoktrin fertig ausgearbeitet worden war. Wir ließen die Köpfe nicht hängen und beauftragten die Fabrica Militar de Polvo, einen neuen Typ von Infanteriedivision zu entwickeln. Neue schwere Waffen sollten zukünftig die Schlagkraft unserer Truppe verbessern.

Feldmarschall Justo kabelte uns, dass er einen neuen Angriff auf die US-amerikanischen Truppen im südlichen Brückenkopf Trujillo plante, dass es aber bis Ende Mai dauern würde, die argentinische Armee zusammenzuziehen. Um General Sarobe mit seinem V. Armeekorps in Quito zu unterstützen, empfahl Justo, die Jagdflieger wieder einzusetzen, um die Infrastruktur vor den amerikanischen strategischen Bombern zu schützen.

Der erste Luftkampf fand schon am darauf folgenden Tag, den 2. Mai statt. Die US-amerikanischen Bomber mussten sich, ohne großen Schaden an Straßen, Gleisen und Brücken anzurichten, angeschlagen wieder zurückziehen. Tags darauf kamen die Bomber zurück. Diesmal setzten sie vier Geschwader gleichzeitig ein. Unsere Jäger waren hoffnungslos veraltet und gegen diese Übermacht der Bomberpulks verloren wir in nur vier Stunden 16 Maschinen. Der Einsatz wurde vom Kommandeur des 1. Jagdgeschwaders, Generalleutnant Parodi, sofort abgebrochen.

Danach bombardierten die US-amerikanischen Luftstreitkräfte beinahe täglich die Stadt Quito und strategische Verkehrsknotenpunkte bis die Infrastrukturquote von 60 auf unter 10 Prozent fiel. Die Versorgungseffizienz unserer verteidigenden Truppe sank dabei auf knapp um die 50 Prozent. Wir waren im fernen Buenos Aires alarmiert über diesen Umstand, konnten aber nichts unternehmen, um dem kurzfristig Abhilfe zu schaffen.

Am 15. Mai wurde uns der erste Prototyp einer Pak vorgestellt. Dies sollte die Zusatzausstattung für die neu zu schaffenden Armeekorps werden, da den US-amerikanischen Divisionen bereits gepanzerte Brigaden angegliedert waren. Ich hielt mich bei der Veranstaltung zurück, war der Entwurf doch schon vor Einführung veraltet. Mir schien auch nicht, dass Armeechef Manuel Savio wirklich begeistert war.

Francisco Velez erhielt vom Forschungsministerium den Auftrag, die „mobile Verteidigung“ zu studieren und bei der Truppe einzuführen. Wir erhofften uns eine größere Mobilität des Hauptquartiers und sinkende Aufstellungskosten für Infanterie- und Artillerieeinheiten. Ansonsten dachten wir, dass der Mai ohne besondere Vorkommnisse verlaufen würde.

Am 29. Mai wurde ich sehr früh angerufen. Ich weiß die Zeit nicht mehr, aber ich war noch im Morgenrock. Als der Adjutant am Telefon sagte, dass Quito jetzt eingeschlossen sei, war ich zunächst sehr unhöflich zu ihm, da wir mit dem Einschluss gerechnet hatten und alle Maßnahmen für die Nachschubkonvois von Lima aus startend, vorbereitet waren.

Aufgeregt rief der Adjutant, dass die Amerikaner auch an der Atlantikküste in Korpsgröße gelandet waren. Ich erinnere mich, ich musste mich nach dem Telefonat erst setzen und meine Gedanken sortieren. Ich zog mich hastig an und fuhr sofort in den Präsidentenpalast. Alle liefen aufgeregt hin und her und ich kam nur mit Mühe zum Sitzungssaal, wo das Kriegskabinett zusammen saß.
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Angriff in den Anden! - Kapitel 10

Beitragvon Claus E. Witz » 14. Oktober 2012 01:48

In der Zwickmühle
(Juni 1939)

Als ich den Sitzungssaal betrat, erläuterte Generalstabschef Carlos O. Marquez gerade auf der großen Karte, wie die nordamerikanischen Einheiten an den nicht bewachten Stränden von Curitiba an der Grenze zu Brasilien landen konnten. Wir waren alle sehr aufgeregt, hatten wir doch keine Kampfverbände an der Atlantikküste stehen und fast alles in die Schlacht an der Pazifikküste geworfen. Lediglich die stationäre 1. und 7. Sicherungsdivision schützten Montevideo und Buenos Aires vor Handstreichen und Partisanen. Als nächstes mussten wir befürchten, dass die US-Amerikaner Richtung Süden die industriell entwickelte Provinz Porto Alegre besetzen würden. Es musste schnell ein Abwehrplan zurechtgelegt werden.

Bild
Bild 43: Südamerika (01.06.1939)

Wir analysierten und diskutierten die Möglichkeiten, die uns offen standen ausführlich. Wollten wir am Atlantik verteidigen, so mussten wir neue Divisionen ausheben, was viel zu lange dauern würde, oder von der Pazifikküste von den eingeleiteten Operationen zum Entsatz General Sarobes V. Armeekorps und der Sicherungsdivision abziehen.
Armeechef Manuel Savio ging zunächst auf die Operationen im Nordwesten ein, um uns zu verdeutlichen, wie viel Zeit uns blieb.

Bild
Bild 44: Die Operationen im Nordwesten (01.06.1939)

Unsere Truppen marschierten von Süden her an. Die 2. und 3. Milizdivision sollten sich in der Dschungelprovinz Pucallpa vereinigen. Unser Fernmeldedienst teilte mit, dass die 2. Division schon morgen ihre befohlene Position einnehmen würde, dass aber die 3. Division ihr Ziel erst am 11. Juni erreichen würde. Das war ein kritischer Moment, den wenn die schlecht ausgerüsteten Milizionäre tröpfchenweise ankamen, war mit einem Ausfall der US-Amerikaner Richtung Pucallpa zu rechnen.

Die Hauptstreitmacht sollte sich in Lima vereinigen. Zu dem bereits in Stellung liegenden II. Armeekorps, der 7. Gebirgsjägerdivision und der 1. Milizdivision wurde mit dem Eintreffen des II. Armeekorps sowie dem Armeehauptquartier am 26. bzw. 30. Juni gerechnet. Feldmarschall Justo sollte dann den Angriff unverzüglich höchst persönlich einleiten, unterstützt von Angriffen aus Quito und Pucallpa. Der Feind sollte dann in den Dschungel abgedrängt, vom Nachschub abgeschnitten und vernichtet werden. Die Luftwaffe könnte die Operation mit dem Jagd- sowie drei bis vier Stuka-Geschwadern unterstützen.

Savio schilderte abschließend, dass die Hauptoperationen wahrscheinlich erst Mitte August abgeschlossen sein würden, bevor wir Truppen abziehen könnten. Danach wäre noch der feindliche Brückenkopf in Guayaquil zu beseitigen.

Das Kriegskabinett hielt förmlich den Atem an: Erstens setzte der Plan voraus, dass die US-Amerikaner in den nächsten fünf Wochen nicht agieren würden. Zweitens drohte der Angriff von dem aus bis zu 13 Divisionen bestehenden geschätzten feindlichen Verband auf das eingeschlossene V. Armeekorps und dessen Vernichtung in Quito. Und drittens war davon auszugehen, dass das angelandete US-Korps an der brasilianischen Küste, nahm sie den kürzesten Weg über die weite Ebene von Concordia, bereits Ende Juni vor Buenos Aires stehen konnte.

Bild
Bild 45: Die Operationen im Nordosten (01.06.1939)

Es war klar, dass wir schnell einen Erfolg brauchten, bei dem wir die feindlichen Streitkräfte vernichten konnten, wollten wir nicht, dass die US-Amerikaner das Land mit ihrer Materialüberlegenheit überschwemmten. Also mussten wir uns zunächst für eine hinhaltende Taktik an der Atlantikküste entscheiden.

Sollten die Operationen am Pazifik nicht den gewünschten Verlauf nehmen oder wurde das V. Armeekorps vernichtet, so wollten wir alle entbehrlichen Kräfte an die Ostküste werfen. Aus der Ausbildung kommend, war eine Sicherungsdivision erst Anfang Juli, eine weitere Gebirgsjägerdivision, der wir eine Pionierbrigade angliedern konnten, Mitte Juli einsetzbar. Außerdem zogen wir Rekruten für vier weitere Milizdivisionen ein, die am 9. Juli die Abwehrfront versteifen konnten. – Wie tief waren wir gesunken.

Präsident Ortiz war zum Kampf entschlossen. Trotzdem sandten wir als Ablenkungsmanöver ein Friedensangebot an Präsident Roosevelt, dass aber umgehend abgelehnt wurde.

Eine Alternative blieb uns noch am Atlantik: Wir konnten Provinzen wieder an Brasilien zurückgeben und so den Vormarsch der US-Amerikaner stoppen. Aber das kam für den Präsidenten nicht in Betracht. Nur im äußersten Notfall würde er wieder Land freiwillig hergeben. Schließlich ist es rechtmäßiges Land der Vereinigten Südamerikanischen Staaten! – Große Worte, aber der einfache Soldat sollte dafür bluten.
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Beitragvon Claus E. Witz » 16. Oktober 2012 23:54

Meine Reise in den Kessel von Quito
(Juni 1939)

Präsident Ortiz bat mich, meinen Freund General Sarobe beim V. Armeekorps in Quito zu besuchen, um ihm dann von meinen persönlichen Eindrücken über die Nordfront berichten zu können. Wir wollten feststellen, ob der Entsatz noch rechtzeitig von Süden kommen würde. Der Präsident stellte mir eine Maschine zur Verfügung, mit der ich von Buenos Aires über Zwischenstopps in Santiago und Lima nach Quito fliegen sollte.

Als ich in Lima auf dem Flugplatz verwundete Soldaten auf dem Rücktransport sah, kam in mir schon ein ungutes Gefühl hoch. Das letzte Stück meiner Route sollte eigentlich über das Meer weiter entfernt von der Küste liegen, aber aufkommendes Unwetter lies meinen Piloten die Entscheidung fällen, über US-amerikanisch besetztes Gebiet zu fliegen.

Über Trujillo wurden wir von amerikanischer Flak beschossen. Zum Glück bekam die Maschine, die stark durchgerüttelt wurde, keine Treffer ab und wir kamen in der durch den Bombenhagel der US-Amerikaner schwer zerstörten Stadt Quito wohlbehalten an.

Die Verwüstungen waren unvorstellbar. Seit Monaten kreisten die Bomber fast täglich über den Häuserruinen und warfen ihre tödliche Last ab. Die Infrastruktur war völlig zusammengebrochen und lag nahe bei null Prozent. In Friedenszeiten war Quito eine blühende Stadt mit einer Infrastrukturquote von 60 Prozent.

Man brachte mich so schnell es ging ins Hauptquartier von General Sarobe, der in einer schlechten Verfassung war. Die Anspannung über den langen Zeitraum, der wenige Schlaf und die Sorgen um seine Soldaten, hatten den Mann alt werden lassen.

Ich versicherte meinem Freund in meinen Gesprächen die volle Unterstützung der Heimat und erzählte ihm von unseren Entsatzplänen, aber es fiel mir schwer, ihn von unserer Tatkraft zu überzeugen. Er forderte von mir nur die Zusicherung, dass sein Korps genügend Nachschub über dem Seeweg erhalten sollte, so lange der Hafen noch benutzbar war.

Ich kann hier in diesem Bericht nicht weiter auf die schrecklichen Schicksale, die der Krieg mit sich bringt, eingehen. Als ich am nächsten Tag ohne besondere Vorkommnisse auf der Reise heimkehren konnte, hatte ich noch viele Tage nach diesem Erlebnis Alpträume. So kehrte ich mit größeren Sorgen heim, als ich sie vorher schon gehabt hatte.

Am 2. Juli kam, was kommen musste: Die Besetzung der Provinz Pucallpa durch die 2. Milizdivision misslang. Der schlecht ausgebildete kleine Verband wurde zurück in die Ausgangstellungen in Cuzco geworfen. Feldmarschall Justo brach darauf hin die Bewegung der 3. Milizdivision ebenfalls ab. Diese Einheit stand nun zur Disposition. Da aber an der Atlantikküste kein Angriff Richtung Süden, sondern Westen folgte, wurde eine strategische Verlegung nach Asunción befohlen, um das Industriezentrum zusammen mit der 2. Sicherungsdivision zu schützen. Mitte Juni war mit der Ankunft zu rechnen.

In der Zeit bis dahin verlegten die Amerikaner ein Hauptquartier zu der Kavalleriedivision nach Pucallpa, um den Belagerungszustand Quitos zu verstärken. In dieser Zeit bombardierte unser 1. Marinebombergeschwader vor der Küste Quitos einen amerikanischen Flottenverband. Nach Augenzeugenberichten hatte ein leichter Kreuzer schwere Treffer davon getragen. Der Chef der Luftwaffe, Jose Tamborni, brach trotzdem den Angriff ab und befahl wieder die Konvoijagd, um den Nachschub für die US-amerikanischen Besatzungseinheiten zu erschweren.

Am 17. Juni entwickelten wir den „Einfachen Abfangjäger“, aber es fehlte uns zu diesem Zeitpunkt an Industriekapazität, um unsere Jägerstaffeln aufzurüsten. Manuel Savio erhielt die Aufgabe, die „Patt-Doktrin“ zu entwickeln. So erhofften wir, ohne aufwändige Modernisierungen, unsere Einheiten moralisch und organisatorisch zu stärken.

Kurz darauf besetzte eine US-amerikanische Infanteriedivision die Provinz Mato Grosso, die auf halbem Weg nach Asuncion liegt. Wir waren jetzt vorbereitet und die Provinz sollte gehalten können, zumal ein Angriff nur über den großen Strom Paraguay erfolgen konnte. Jedenfalls wussten wir nun, dass das amerikanische Landungskorps an der Atlantikküste bisher lediglich aus zwei Infanteriedivisionen bestand und die Angriffsmöglichkeiten nur gering waren.

Dafür agierte der Feind umso heftiger an der Pazifikküste. Er griff das V. Armeekorps am 28. Juni an und schlug die Verteidiger innerhalb eines Tages in die Flucht. General Sarobe blieb nichts mehr übrig als den Hafen von Quito aufzugeben und ins Landesinnere in den Dschungel von Tigre zu flüchten. Nun war die tapfere Truppe um General Sarobe komplett von der Außenwelt abgeschlossen. Fast 2.100 Soldaten fanden den Tod oder waren vermisst. Die 11. Infanteriedivision war kopflos in alle Winde verstreut. Nun stand nicht einmal mehr ein Flugplatz für die Versorgung zur Verfügung. Wir bangten alle fernab am Kabinettstisch, ob uns der Entsatz noch gelingen würde.

Bild
Bild 46: US-Offensive im Nordwesten (30.06.1939)
"Wir behaupten (...), der Krieg ist nichts als eine Fortsetzung des politischen Verkehrs mit Einmischung anderer Mittel." Carl von Clausewitz

Angriff in den Anden! (HoI2 Argentinien 1936 AAR)
*edit-Wüsti - Sig verändert - wir haben eine verbindliche Kommentarregelung in der SZ!!
*edit Claus: ... also Kommentare bitte hier.