[AAR HoI2] Angriff in den Anden! (Argentinien AAR 1936)

AARs zum Zeitpunkte der beiden Weltkriege

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Claus E. Witz
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Angriff in den Anden! - Kapitel 21

Beitragvon Claus E. Witz » 8. September 2013 22:40

Operationsplan "Puelche"
(März 1943)

Anfang März war die Lage an Nordfront im Bereich der 3. Armee besorgniserregend. General Ramirez informierte Feldmarschall Sarobe über die feindliche Truppenmassierung in seinem Bereich. Für einen Angriff könne er keine einzige Division entbehren, sagte er. Auch Feldmarschall Sarobe sah ein, dass ein Angriff über Santa Cruz nach Perseverancia ein Vabanquespiel war. Eine Operation nach „Plan B“ hätte ohne die Vorbereitungsphase immer noch 36 Tage gedauert, so die Schätzungen seines Planungsstabes. In diesem Zeitraum waren die Angriffskräfte, die höchstens aus 15 angeschlagenen Divisionen, die nur eine Kampfkraft von vielleicht 11 Divisionen besaßen, einer feindlichen Übermacht von mindestens 20 US-Divisionen, die aus fünf Richtungen gleichzeitig angreifen konnten, ausgesetzt. Mehr und mehr setzte sich der Wille durch, einen „Plan A“ zu verwirklichen, auch wenn diese Operation zwei bis drei Wochen länger dauern konnte.

Doch zunächst hielt Feldmarschall Sarobe die Entscheidung offen, wusste er noch zu wenig über die feindlichen Streitkräfte in La Paz und Arequipa. Deshalb forderte der Feldmarschall zunächst die Luftaufklärung durch Langstrecken-Marinebomber an. Antonio Parodi, Luftwaffenchef, genehmigte die kurzfristige Umstationierung des 1. Marinebombergeschwaders von Bahia Blanca nach Santiago. Zeitgleich wurde die Nationale Garde von der Patagonienfront nach San Miguel de Tucumán beordert. Die strategische Verlegung sollte vierzehn Tage dauern, bis die Transportzüge die Nordfront erreichen konnten.

Als am 2. März die Ergebnisse der Luftaufnahmen dem Planungsstab vorlagen, gab Feldmarschall grünes Licht für die Detailplanung der Operation „Puelche“, wie der Plan A jetzt genannt wurde. Am linken Flügel der Nordfront war mit keinen großen feindlichen Truppenansammlungen zu rechnen, so dass ein Handstreich in La Paz gelingen konnte.

Zunächst sollte – wie bereits befohlen – die Gardedivision herangeführt werden. Zusätzlich musste das Armeehauptquartier aus Ciudad del Este sowie das schnelle VI. Armeekorps aus Corrientes abberufen und im Bereitstellungsraum in San Miguel de Tucumán ungefähr zehn Tage lang auf den Einsatz vorbereitet werden.

Bild
Bild 237: Aufklärungsflug über La Paz / Operationsplan "Puelche" (01.03.1943)

Spätestens am 24. März sollte der Angriff beginnen. Bis dahin, war auch noch ein Angriff nach „Plan B“ möglich. Für das erste Etappenziel waren neben den genannten Verbänden auch das VII. Armeekorps in Santiago und das III. Gebirgsjägerkorps in San Miguel de Tucumán vorgesehen, so dass nicht weniger als sechs Infanterie- und die Führungsdivision vorgehen sollten. Nach 17 Marschtagen sollte Antofagasta ohne nennenswerten Widerstand besetzt sein.

Weitaus schwieriger würde die Eroberung von La Paz sein, da hier keine Sturzkampfbomber eingreifen konnten und nur eine Angriffsrichtung vorgesehen war. 22 Tage lang sollte diese kritische Phase dauern, bei der das schnelle VI. Armeekorps, das III. Gebirgsjägerkorps und das Armeehauptquartier La Paz besetzen konnten. Das VII. Armeekorps sollte weiter Antofagasta verteidigen, die Gardedivision konnte zur Not als Reserve herangeführt werden.

In der letzten Phase sollten Generalleutnant Ibarras Gebirgsjäger den Durchbruch zu den argentinischen Amazonasgebieten versuchen und den Kessel schließen, unterstützt von eiligst nach La Paz befohlenen Sturzkampfbombern. Innerhalb von 13 Tagen musste dieser Teil des Plans gelungen sein, ansonsten war mit starken Gegenangriffen aus dem Südosten zu rechnen.

In dieser Zeitplanung war noch nicht berechnet, dass sich die Marschzeiten der Verbände durch die Anwesenheit des Armeehauptquartiers verkürzten. Außerdem sollten für die Angriffsdivisionen zusätzliche Nachschubgüter bereitgestellt werden. Man rechnete mit einem Mehrbedarf von über 1.500 Tonnen Versorgungsgütern und Munition für zwei Monate. Als negativer Einfluss auf die Marschgeschwindigkeit sei noch erwähnt, dass während des Angriffs die Transportkapazitäten überlastet sein würden. Die Planungsabteilung hatte auch dieses mit berücksichtigt, so dass mit einem Abschluss der Operation „Puelche“ nicht vor Mitte Mai zu rechnen war.

Als Feldmarschall Sarobe dem Generalstab und Präsident Ortiz seinen Operationsplan vorlag, waren diese zufrieden gestellt. – Blieb nur zu hoffen, dass die US-Amerikaner nicht die Nordfront am Atlantik durchbrachen. Doch diese Hoffnung war trügerisch und der Feind griff als erster an.
"Wir behaupten (...), der Krieg ist nichts als eine Fortsetzung des politischen Verkehrs mit Einmischung anderer Mittel." Carl von Clausewitz

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Angriff in den Anden! - Kapitel 21

Beitragvon Claus E. Witz » 10. September 2013 23:09

Überhastete Angriffsvorbereitungen
(März 193)

Als am 2. März das Armeehauptquartier und das schnelle VI. Armeekorps strategisch nach Westen verlegt wurden, begann ein US-amerikanischer Großangriff auf Ciudad del Este, das von vier argentinischen Divisionen nur schwach verteidigt werden konnte. US-Feldmarschall Eisenhower führte den Großangriff auf die Dschungelprovinz von Mato Grosso an. Ihm standen bei diesem Angriff nicht weniger als eine Panzerdivision, fünf motorisierte und elf Infanteriedivisionen zur Verfügung.

Bild
Bild 238: Die Schlacht um Ciudad del Este (02.03.1943)

15 Stunden lang konnte Generalleutnant Lonardi mit seinem VIII. Armeekorps und dem XV. Armeekorps den massierten Vorstoß im Schutze des Dschungels aufhalten. Dann überschritten die ersten feindlichen Bataillone den Paraguay und griffen die tapferen Verteidiger in der Flanke an. Generalleutnant Lonardi sah sich gezwungen, sich mit seinen Truppen nach Concordia Richtung Süden abzusetzen. Am 14. März war die Auffangstellung hinter dem Paraná erreicht und die argentinischen Truppen gruben sich eiligst ein, um den nachrückenden Feind aufzuhalten.

In den ersten beiden Märzwochen erhöhte der Feind auch seine Fliegertätigkeit und bombardierte unablässig den Raum San Miguel de Tucumán – Cordoba. Drei Industriekomplexe wurden dabei bis auf die Grundmauern zerstört und weitere Rohstofflager vernichtet, so dass ich mir Sorgen machte, ob unser Jagdschutz über unserem Kernland ausreichen würde. Aber meine Befürchtung war unbegründet, denn die US-Bomber wagten sich nicht in die Nähe von Buenos Aires.

Meine Wehrforschungsabteilung konnte am 15. März den „verbesserten Panzerwagen“ vorstellen. Präsident Ortiz war beeindruckt von den Fähigkeiten des neuen Panzerwagens und orderte umgehend für seine Gardedivision 20 Fahrzeuge, die bis zum 30. März auch ausgeliefert werden konnten. Fabricaciones Militares erhielt daraufhin den Forschungsauftrag für die „fortschrittliche Feldartillerie“. Am 18. März konnten wir zudem einen Durchbruch bei der Entwicklung der „einfachen Panzerabwehrartillerie“ durch Manuel Savio vermelden. Die Firma Esteban de Luca erhielt daraufhin den für 1943 wichtigsten Forschungsauftrag über die Einführung der „fortschrittlichen Infanteriedivision“.

Während wir in Buenos Aires an noch wirksameren Waffen forschten, erreichten am 14. März die Gardedivision und das mit Pionierregimentern ausgestattete schnelle VI. Armeekorps San Miguel de Tucumán. Als einen Tag später mein Freund Feldmarschall Sarobe mit seinem Armeehauptquartier ebenfalls den Bereitstellungsraum um San Miguel de Tucumán erreichte, waren alle Angriffskräfte für die Operation „Puelche“ in ihren Ausgangsstellungen versammelt.

Bild
Bild 239: Die Nordfront vor dem Angriff (15.03.1943)

Schon beim Ansturm der US-Amerikaner auf Ciudad del Este am 2. März hatte Feldmarschall Sarobe den Generalstab in Buenos Aires heimlich aufgesucht, um abzusprechen, dass keine 10tägige Ruhepause vor dem Auslösen der Operation „Puelche“ eingehalten werden konnte. Allen Beteiligten schien das Risiko zu groß zu sein, dass der Feind entweder schneller Richtung Concordia durchbrechen konnte oder Truppen an den linken Flügel der Nordfront werfen würde. So kam es, dass ich, der nichts von diesem geheimen Treffen nichts wusste, meinen alten Freund nicht mehr vor der Operation „Puelche“ sehen konnte, was ich noch zutiefst bedauern sollte.
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Beitragvon Claus E. Witz » 16. September 2013 08:14

Ein schneller Angriff durch die Wüste
(März 1943)

Um den desorganisierten Divisionen, die strategisch nach San Miguel de Tucumán verlegt worden waren (sie besaßen zu diesem Zeitpunkt lediglich noch den halben Organisationsgrad), schnellstens auf den Angriff vorzubereiten, wurde an alle Truppenteile zusätzlicher Nachschub ausgegeben. Knapp 650 Tonnen Versorgungsgüter aller Art und über 200 Tonnen Treibstoff wurden, vom Feind unbemerkt, mit großem Aufwand in die Bereitstellungsräume gebracht und an die Korps und Divisionen verteilt.

398 Sturzkampfbomber, die in Santiago stationiert waren, hatten sich inzwischen wochenlang auf diesen bevorstehenden Einsatz bestens vorbereitet. Dann, am 16. März um 0 Uhr wurde der Angriffsbefehl an die Piloten ausgegeben. Zwei Stunden später, um 2 Uhr, flogen, für den Feind völlig überraschend, die argentinischen Sturzkampfbomber mitten in der Nacht ihren ersten Zerrüttungsangriff auf die in der Wüste von Antofagasta stehende 6. US-Infanteriedivision zum Auftakt der Operation „Puelche“. Schon bald waren erste Lücken in die schwache feindliche Verteidigungsstellung gerissen.

Um 9 Uhr erhielt dann das in Santiago stehende VII. Armeekorps den Angriffsbefehl und schon eine Stunde später wandten sich die US-Amerikaner zur Flucht, worauf hin die Sturzkampfbomber heftige Bodenangriffe flogen. Doch noch war der Feind nicht geworfen: Am 17. März erreichten Verstärkungen die US-Truppen in Antofagasta: Die 22. motorisierte und 87. US-Infanteriedivision kamen der angeschlagenen 6. US-Infanteriedivision zur Hilfe. Der Kampf zu Lande und in der Luft tobte den ganzen Tag und erst gegen 16 Uhr gelang es den argentinischen Angreifern, die herangeführten US-Reserven zu schlagen.

Am 19. März war der Zeitpunkt für die in San Miguel de Tucumán stehenden argentinischen Verbände gekommen, ebenfalls nach Antofagasta zu marschieren. In zwei Kontingenten gegliedert, sollte sich der Verband mit dem von Santiago aus kommenden, langsameren VII. Armeekorps vereinigen und zeitgleich das erste Etappenziel erreichen. So war es Feldmarschall Sarobe gelungen, seine strategisch verlegten Truppen wenigstens eine fünftägige Ruhepause zu verschaffen, die sie für die bevorstehenden Kämpfe noch benötigen sollten. Nun befanden sich acht argentinische Divisionen, ausgestattet mit Pionieren, Artillerie, Panzerwagen und Flak auf dem Vormarsch.

Während die Angriffskolonnen, ohne auf weiteren Widerstand zu stoßen, immer weiter nach Norden vorgingen, donnerten die Sturzkampfbomber über die Köpfe der Bodentruppen hinweg und luden erbarmungslos immer wieder ihre tödliche Fracht über dem fliehenden Feind ab. Ab und zu sah man in der Ferne schwarze Rauchsäulen emporsteigen, sonst passierte nichts. Der gemeine Gaucho wusste, dass die Piloten ihm das blutige Handwerk abnahmen. Drei Tage lang ging dieses schreckliche Schauspiel vonstatten, dann waren die 22. motorisierte, sowie die 87. und 6. US-Infanteriedivision vernichtet. Die Wüste von Antofagasta hatte auch sie verschluckt.

Am 29. März erreichten die ersten Spähtrupps des VI. und VII. Armeekorps das nördliche Ende der Wüste von Antofagasta. Die Flüge der Sturzkampfbomber wurden eingestellt und es wurde während der Operation „Puelche“ für eine kurze Weile gespenstig still. Bereits einen Tag später erreichte auch das zweite Kontingent, das aus dem Armeehauptquartier, der mit Panzerwagen ausgestatteten Gardedivision und dem III. Gebirgsjägerkorps bestand, Antofagasta.

Feldmarschall Sarobe befahl daraufhin, die Nacht abzuwarten, bevor es in einem Rechtsschwenk auf La Paz weitergehen sollte. Während das VII. Armeekorps mit seinen zwei Artillerieregimentern die nördliche Flanke sichern sollte, stieß Feldmarschall Sarobe am 30. März um 14 Uhr zusammen mit der Gardedivision, Generalleutnant Ibarras Gebirgsjägern und dem schnellen VI. Armeekorps weiter in die Anden vor.

Bild
Bild 240: Angriff auf La Paz (30.03.1943)

US-Feldmarschall Clark, der in La Paz stand, hatte bereits in Antofagasta seine Reserven verloren. Jetzt stand ihm nur noch die 108. US-Infanteriedivision zur Verteidigung der Stadt zur Verfügung. So konnten schon zwei Stunden später die an den Gebirgspässen eiligst errichteten Sperren gesprengt und überwunden werden. Der Weg nach La Paz stand offen!

Doch sollte sich der beschwerliche Anmarsch auf Serpentinen und Gebirgspässen 25 lange Tage hinziehen – und das ohne den Schutz der Stuka-Geschwader. Würde Feldmarschall Sarobe das als unmöglich Geglaubte gelingen und La Paz besetzen können?
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Beitragvon Claus E. Witz » 17. September 2013 21:46

Die Rückeroberung von La Paz
(April 1943)

Anfang April hatte ich fast die gesamte Produktion in die Erzeugung von Versorgungsgütern gesteckt, um unseren Angriffstruppen genügend Nachschub bereitstellen zu können. Ich ließ – wie bereits erwähnt – lediglich das gepanzerte Regiment der Gardedivision modernisieren. Die Fahrzeuge standen nun rechtzeitig für den Vormarsch auf La Paz bereit. Außerdem konnte ich die Panzerabwehr-Regimenter der 17. und 24. Infanteriedivision bis zum 6. April mit „einfacher Pak“ aufrüsten. Ein drittes Panzerabwehr-Regiment ging am 16. April in die 40 Tage dauernde Produktion, so dass jede der drei argentinischen Armeen über ein speziell ausgebildetes Regiment verfügen würde.

In der Zwischenzeit bombardierten die alliierten Bomber unablässig die ungeschützten Provinzen Santiago und Puerto Montt und senkten weiter die argentinische Industriekapazität. Trotzdem beschloss Luftwaffenchef Antonio Parodi die beiden Jagdfliegerführer in Buenos Aires zu belassen. Parodi drückte mir sein Bedauern aus, dass er nicht in der Lage sei, alle Industriegebiete wirksam zu schützen. Er gab mir lediglich die vage Hoffnung, dass mit der anstehenden Besetzung von La Paz, den alliierten Geschwadern eine vorgeschobene Basis genommen werden würde und sich die Lage dann wieder entspannen könnte. Dass Luftwaffenchef Parodi die Luftlage richtig einschätzte, zeigte sich, als Ende April die mit „Boeing B-17 Flying Fortress“ ausgestattete 1st US-Strategic Bomber Wing über der argentinischen Kernprovinz Mar del Plata erschien. Jagdfliegerführer 1, Generalleutnant Manni, konnte den Angreiferpulk abfangen und mit seinen zwei Jagdgeschwadern 34 Bomber abschießen. Bei dem Luftkampf gingen drei argentinische Jäger verloren. Ein grandioser Sieg.

Doch noch befanden sich Feldmarschall Sarobes Sturmtruppen auf dem Vormarsch auf die strategisch wichtige Stadt La Paz. Die wenigen Straßen, die durch das Gebirge in die Stadt führten, waren mit langen Fahrzeugschlangen verstopft. Es war wie ein Wunder, dass der Feind unsere Kolonnen nicht mit Fliegern angriff. Stattdessen kam es am 10. April nur zu einem halbherzigen Gegenangriff auf unsere Angriffsspitzen, der von den gut ausgebildeten, erfahrenen Gebirgsjägern schon nach zwei Stunden abgewehrt werden konnte.

Um den Rücken der auf La Paz marschierenden Truppen besser zu schützen, ließ Feldmarschall Sarobe am 11. April das mit Pak ausgestattete XV. Armeekorps von Concordia nach Antofagasta strategisch verlegen und der 1. Armee unterstellen. Die stark angeschlagene 24. Infanteriedivision sollte am 24. April in der Wüste eintreffen und das mit Artillerie ausgestattete VII. Armeekorps in der Verteidigung der gefährdeten Nachschublinien unterstützen.

Die Dschungelprovinz Ciudad del Este ging, wie schon länger erwartet, am 14. April verloren. US-Feldmarschall Handy führte die 47., 177. und 35. US-Infanteriedivision in die grüne Hölle. Doch schon eine Stunde später gegen 17 Uhr ließ Feldmarschall Farrell Plaul den von langer Hand geplanten Gegenangriff auslösen. Das VIII. Armeekorps griff von Concordia aus dem Süden an, während rechts davon das XVI. Armeekorps und das IV. Gebirgsjägerkorps sowie das schnelle XIII. Armeekorps Unterstützung boten. Auf der linken Seite bedrohte noch zusätzlich das X. Armeekorps die Fronttasche, in die der Feind hineingestoßen war.

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Bild 241: Gegenangriff auf Ciudad del Este (15.04.1943)

Um die Sturzkampfbomber-Geschwader zu schonen, sollten die zehn Divisionen der 1. und 3. argentinischen Armee alleine den Kampf ausfechten. Doch zog sich der Angriff bis in die frühen Morgenstunden des 16. April hin, bevor der Feind sich wieder zurückzog. Da das VIII. Armeekorps ziemlich am Ende seiner Kräfte war, ließ Feldmarschall Farrell Plaul die Rückeroberung von Ciudad del Este abbrechen. Zudem wurden alle Transportkapazitäten für den Vormarsch auf La Paz benötigt. Als am 25. April eine weitere Panzerdivision unter US-Generalleutnant Brett im Dschungel aufgespürt werden konnte, wurde auch diese zurückgeschlagen.

Die argentinischen Truppen standen kurz vor den Toren der Stadt La Paz, als bekannt wurde, dass die Amazonas-Provinz Tefé in US-amerikanische Hände gefallen war. Diese besorgniserregende Nachricht spornte meinen Freund Sarobe nur noch mehr an: Noch konnte die Einkesselung von nicht weniger als vier US-Armeen gelingen. Es musste nur entschlossen genug gehandelt werden!

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Bild 242: Der Verlust von Tefé / Argentinische Operationsziele (21.04.1943)

Die Pioniere der Angriffsgruppe auf La Paz gruben sich unermüdlich den Weg frei. Oft mussten Felsbrocken die steilen Hänge hinunter gestoßen werden. Andere Male mussten Sprengungen durchgeführt werden. Auch Minen und Sprengfallen hatten die wenigen verteidigenden US-Amerikaner ausgelegt. Doch es nützte dem Feind alles nichts: Nach über zweieinhalb Jahren seit dem Scheitern der Operation „Anakonda“ sah sich Feldmarschall Sarobe endlich vor seinem großen Etappenziel. Schon waren die prächtigen, wenn auch vom Ruß verkohlte Kirchen der Stadt in Sicht. Als die Gebirgsjäger als erste in die Stadt einzogen und von letzten Heckenschützen säuberte, folgte Feldmarschall Sarobe in einem Panzerwagen der Gardedivision schnellstens nach, so sehnlich hatte er diesen Moment erwartet. Aus den Fenstern hingen überall weiße Fahnen, zum Teil sogar die Flagge Großargentiniens. Jetzt strömten die Menschen auf die Straße und jubelten den Befreiern zu. Dies war ein großer Moment für meinen Freund – wahrscheinlich der schönste in seiner Karriere.

Als am 25. April um 19 Uhr die Stadt mit ihren Ausfallstraßen gesichert war, das Armeehauptquartier sich im Zentrum der Stadt eingerichtet hatte und die Rollbahnen der Fliegerhorste wieder instandgesetzt wurden, telegrafierte er sein triumphalen Erfolg nach Buenos Aires.

Doch die Gefahr war noch nicht vorüber. Umgehend wurden das V. und II. Fliegerkorps (Stuka) von Santiago nach La Paz verlegt. Die Start- und Landebahnen der Fliegerhorste waren noch nicht ganz in Stand gesetzt, doch war Eile geboten. Um 20 Uhr konnte ein schwacher Gegenstoß der US-Truppen auf La Paz gestoppt werden, aber dafür griff der Feind nur eine Stunde später erneut an und bedrohte die linke Flanke in Antofagasta. US-General Craig griff mit der 25., 39. und 115. motorisierten sowie der 201. Infanteriedivision das aus zwei Divisionen bestehende schwache VII. Armeekorps unter Generalleutnant Aramburu an.

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Bild 243: US-Flankenangriff auf Antofagasta (25.04.1943)

Feldmarschall Sarobe handelte sofort, um nicht seine dünne Versorgungslinie zu gefährden. Schon in derselben Nacht der Einnahme von La Paz organisierte der Feldmarschall den Entlastungsangriff auf Arequipa und ließ seine Angriffstruppen um 90 Grad nach links Richtung Nordwesten schwenken.

Würde das VII. Armeekorps lang genug seine Stellungen halten und die Versorgung der Angriffsspitze aufrecht erhalten können? Der Generalstab und wir am Kabinettstisch im weit entfernten Buenos Aires konnten nichts weiter tun, als die eingehenden Meldungen abzuwarten. Es sollte eine schreckliche Woche des Hoffens und Bangens werden.
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Beitragvon Claus E. Witz » 19. September 2013 00:58

Tod eines Helden
(April 1943)

Die Lage spitzte sich weiter im Rücken von Feldmarschall Sarobes Angriffsgruppe zu. Während am 25. April um 21 Uhr der Angriff von vier feindlichen Divisionen unter dem Kommando von US-General Craig begann, schloss sich eine Stunde später ein weiterer Angriff von Südosten an. Unbemerkt von argentinischen Fernspähern und Aufklärungsfliegern hatte US-General DeWitt, ein Offensivtaktiker, im Gebirge von Sucre weitere vier Divisionen vorrücken lassen. Jetzt drohte die Einkreisung der argentinischen Truppen in La Paz auch von Süden durch die 165., 125., 69. und 33. US-Infanteriedivision. Schon wurden die Nachschubkolonnen auf der Rollbahn durch die Wüste von Antofagasta durch die feindliche Artillerie beschossen.

Feldmarschall Sarobe griff in dieser Situation energisch durch. Wie bereits berichtet, ließ er am 25. April um 20 Uhr seine Truppen in La Paz, das schnelle VI. Armeekorps und die Nationale Garde den Gegenangriff des III. Gebirgsjägerkorps unterstützen. Selbst sein Armeehauptquartier stellte Sicherungskompanien ab, um diese kritische Phase der Operation „Puelche“ zu überwinden.

Mein Freund Sarobe hatte die Entbehrungen einer Einkesselung vier Jahre zuvor in Quito selbst zu spüren bekommen. Er schien noch immer unter dem Trauma zu leiden, seine ihm anvertrauten Soldaten scheinbar im Stich gelassen zu haben. Es war aber auch sein Naturell und der Schlüssel seiner Erfolge, der Truppe auch in der Gefahr ein Vorbild zu sein. So hatte sich Feldmarschall Sarobe dazu entschlossen, den Gegenangriff auf Arequipa von vorderster Front zu führen und seine Männer zu übermenschlichen Leistungen anzuspornen.

So jagte er Stunde um Stunde durch die Nacht mit nur geringer Begleitung in einem Panzerspähwagen der Gardedivision, mal zu den Gebirgsjägern, dann zu den Sturmpionieren, um dann wieder zu den Infanteristen des VI. Armeekorps zurückzukehren und diese anzufeuern: Bald würden die argentinischen Sturzkampfbomber den Feind zurückschlagen. – Und tatsächlich, bereits drei Stunden später um 23 Uhr erschienen die Stuka-Piloten über dem Schlachtfeld und bombardierten die von Arequipa aus angreifenden US-Divisionen unter US-General Craig.

Es herrschte das Chaos auf dem Schlachtfeld. In der Nacht hatten sich die Frontlinien aufgelöst. Die Argentinier kämpften auf Regiments- und Bataillonsebene mit Stoßtrupps. Die einen gingen gegen den Feind vor, andere wichen vor dem im Gebirge gut geschützten Feind zurück. In diesem Tohuwabohu verlor Sarobes Spähpanzer am 26. April um Mitternacht die Orientierung und geriet in eine feindliche Sperre. Der Panzerwagen wurde von einer Pak getroffen und man sah das Fahrzeug brennend in den Straßengraben stürzen. Der Begleitschutz in dem zweiten Panzerwagen konnte nichts ausrichten und musste sich zurückziehen, um Verstärkung anzufordern. Es dauerte Stunden bis ein Bataillon der 5. Gebirgsjägerdivision bis zum Wrack vordringen konnte, um den Leichnam des Feldmarschalls zu bergen und in Sicherheit zu bringen.

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Bild 244: Feldmarschall Sarobes Tod (26.04.1943)

Die Operation „Puelche“ war damit führungslos. Es herrschte blankes Entsetzen in Sarobes Stab, aber auch bei uns in der Hauptstadt. Das Armeehauptquartier wurde zunächst vom Chef des Armeestabes Generalleutnant Cingalez i.G. weiter geführt, bis ein neuer Truppenführer durch den Generalstab in Buenos Aires bestimmt sein würde. Den Angriff auf Arequipa führte Generalleutnant Ibarra mit sechs Divisionen weiter. Aber es fehlte ihm die Kenntnis, diese Aufgabe auf Anhieb zu bewältigen.

Zu unserem Glück stellte US-General Craig am 26. April um 13 Uhr den Angriff seiner vier US-Divisionen auf Antofagasta ein. Den Ausschlag gab der unermüdliche Einsatz der argentinischen Sturzkampfbombergeschwader, die Welle auf Welle Zerrüttungsangriffe flogen. Inzwischen war in Antofagasta auch die Verstärkung mit dem XV. Armeekorps und der 24. Infanteriedivision angekommen, um die rückwärtige Nachschublinie besser schützen zu können.

Noch war die Gefahr nicht ganz gebannt und die argentinischen Sturzkampfbomber mussten erneut von den notdürftig instandgesetzten Fliegerhorsten in La Paz aufsteigen, um den Feind niederzuhalten. Nun galt es, die in Sucre im Süden stehende US-Armee unter US-General DeWitt zu zerrütten. Gegen 16 Uhr endete die Schlacht um Antofagasta. Auch US-General DeWitt stellte die Kampfhandlungen unter dem Druck der argentinischen Luftschläge ein. Der argentinische Gegenangriff auf Arequipa wurde eine Stunde später unter Verlusten abgebrochen. Wir hatten die Front halten können, - aber zu welchem Preis.

In dieser Atempause in den Kämpfen um Antofagasta wurde mir der schmerzliche Verlust meines alten Freundes José Maria Sarobe erst richtig bewusst. Ich erinnerte mich an unser Gespräch im Dezember 1935, als er damals in einer langen friedlichen Sommernacht auf seiner Hazienda mit Feuer und Flamme von der Bestimmung Argentiniens sprach, Südamerika unter Argentiniens Flagge zu einen. Ich glaubte ihm und folgte einen Monat später meiner Berufung nach Buenos Aires als Berater in die Regierungskreise. Doch nun kamen mir Zweifel auf. – War es all dieses Grauen und die vielen Toten wert?
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Beitragvon Claus E. Witz » 23. September 2013 08:32

Eine böse Überraschung
(April bis Mai 1943)

Armeechef Manuel Savio bat mich, Sarobes Frau persönlich aufzusuchen und ihr die traurige Nachricht zu überbringen. Am 27. April fuhr ich in Richtung Mar del Plata, um meine Pflicht zu erfüllen. Als schwachen Trost hatte Präsident Ortiz ein Staatsbegräbnis angeordnet. Feldmarschall Sarobe bekam posthum die Ehrenmedaille am Bande mit Brillanten für die besonderen Verdienste am Vaterland. Seine Frau sollte auch weiterhin viele Privilegien behalten, die sie als Frau eines Feldmarschalls genossen hatte. Aber was konnten alle Vergünstigungen bewirken, wenn man das Kostbarste verlor?

Ich war froh, dass bei diesem schweren Gang meine Frau, die aufgrund des Bombenterrors in der Hauptstadt bereits seit Jahren mit auf der Hazienda wohnte und Frau Sarobe eine gute Freundin war, uns beistehen konnte. Ich war erleichtert, als ich meine Aufgabe erfüllt hatte und zwei Tage später wieder in die arbeitsreiche Hektik im Kriegskabinett eintauchen konnte, um den Schmerz zu verdrängen: Der Feind war zwar abgewehrt, seine Divisionen standen aber weiterhin weit hinten in unserem Rücken in Lauerstellung, um jede Möglichkeit zu nutzen, die unsere Operationspläne durchkreuzen würden.

Am 28. April wurde Feldmarschall Farrell Plaul durch den Generalstab fürs Oberkommando im Feld vorgeschlagen und dieser durch Präsident Ortiz ernannt. Er stand mit drei Korps der 1. Armee in Corrientes in Lauerstellung, um beim Gelingen einer Einkesselung der US-Truppen mit neun Divisionen auf Santa Cruz loszumarschieren als ihn die Nachricht zur Ernennung erreichte. Deshalb sollte zunächst General Ramirez das Armeehauptquartier in La Paz führen. Neuer Kommandeur der 3. Armee wurde daraufhin Generalleutnant von der Becke, der zum XIV. Armeekorps in Curitiba abkommandiert wurde. Generalmajor Sanquilla führte von nun an das VI. Milizkorps in der Küstenverteidigung am Atlantik. – Die Führerreserve des Chefs der Armee war damit erschöpft.

Bereits um 12 Uhr am 28. April, nur zehn Stunden nach seiner Ernennung als Oberbefehlshaber des Heeres, ließ Feldmarschall Farrell Plaul Generalleutnant Anaya mit dem II. Armeekorps von San Miguel de Tucumán Richtung Sucre antreten. General Ramirez unterstützte diesen Angriff mit seiner Angriffsgruppe von La Paz und Antofagasta aus. Von drei Seiten bedrängt und durch Luftschläge zermürbt floh das verstärkte US-Korps unter dem Kommando von US-General DeWitt bereits nach einer Stunde Kampf. Die Sturzkampfbomber gingen daraufhin zu Bodenangriffen über und dezimierten den US-Verband in der für die argentinischen Truppen in La Paz so gefährlichen Anden-Stellung. Am 29. April brach das II. Armeekorps den Vormarsch ab; die Bomberpiloten sollten das blutige Werk aus der Luft vollenden.

Am 2. Mai gelang den Sturzkampfbombern unter Luftwaffengeneral Zannis Kommando trotz Regen und die Erschwernisse der Nacht die Vernichtung der 125. US-Infanteriedivision in Sucre. Am 6. Mai folgte die 165. US-Division diesem Schicksal und am 8. Mai wurde die 69. US-Infanteriedivision vernichtet. US-General DeWitt gelang es lediglich, mit den Resten der 33. US-Infanteriedivision zu entkommen. Daraufhin wurden die Stuka-Angriffe zunächst abgebrochen, um die Luftwaffe zu schonen. Die rechte Flanke des argentinischen Angriffskeils in La Paz war somit vorerst gesichert.

Im Zentrum der Nordfront versuchte der Feind unterdessen weiterhin den Durchbruch zu erzwingen. Am 5. Mai besetzte US-Generalleutnant Bolling mit der 75. und 181. US-Infanteriedivision erneut die Dschungelprovinz Ciudad del Este. Feldmarschall Farrell Plaul konnte aber den US-Vorstoß bereits zwei Stunden später zurückschlagen. Auch ein zweiter Angriff am 14. Mai mit einer US-Panzerdivision konnte abgewehrt werden. Die rechte argentinische Flanke hielt ihre Stellung und wartete auf ihre Gelegenheit, den zahlenmäßig überlegenden Feind vor sich herzutreiben und zu vernichten. Doch noch war der Kessel nicht geschlossen.

Während in Sucre ein ganzes US-Korps durch die argentinischen Luftschläge vernichtet werden konnte, erholten sich die argentinischen Streitkräfte in ihrem Etappenziel La Paz. Verstärkungen konnten herangeführt werden und der Nachschub rollte wieder reibungslos über die Sandpisten durch die Wüste von Antofagasta. So hatte sich die Organisation des Angriffsverbandes wieder auf Zweidrittel seiner maximalen Stärke erholt.

Am 12. Mai wurde das letzte Etappenziel der Operation „Puelche“ – die Abschnürung der US-amerikanischen Verbindungslinien nach Asunción – in Angriff genommen. Zunächst unternahmen Zannis Sturzkampfbombergeschwader Zerrüttungsangriffe auf die Provinz Cobija, wo US-Generalleutnant Vandenberg mit der Americal Division (mot.) und der 29. US-Infanteriedivision den Rand des Amazonasdschungels sicherte. Bereits zwei Tage später lagen die US-Divisionen bei einem Organisationsgrad von unter 20 Prozent.

Jetzt wagte General Ramirez den letzten Vorstoß, um die US-Amerikaner einzukesseln. Am 14. Mai um 12 Uhr ließ General Ramirez die Gardedivision mit Panzerwagen und das III. Gebirgsjägerkorps Cobija angreifen. Das schnelle VI. Armeekorps sowie das Armeehauptquartier unterstützten das Vorgehen der beiden Elitedivisionen. Gegen 13 Uhr befand sich der Feind auf dem Rückzug und die argentinischen Sturzkampfbomber begannen mit ihren Bodenangriffen.

Doch nun kam es zu einem verhängnisvollen Missverständnis zwischen General Ramirez und dem neu benannten Kommandeur Feldmarschall Farrell Plaul. Ramirez ließ den Vormarsch auf Cobija stoppen, denn laut dem Operationsplan „Puelche“ sollte die Provinz Riberalta besetzt werden, um die Einkesselung zu vollziehen. Da die argentinische Luftwaffe aber fälschlicherweise die US-Truppen in Cobija zuerst angriff, war ein Vorgehen weiter südlich schwierig umzusetzen. Erst als am 17. Mai die Americal Division (mot.) und am 20. Mai die 29. US-Infanteriedivision in Cobija aufgerieben waren, setzten die Sturzkampfbomberpiloten ihre Luftangriffe auf die in Riberalta stehende US-Armee weiter fort. Die Stuka-Geschwader meldeten nicht weniger als sieben US-Divisionen in der Zielprovinz: Die 33., 38., 172. und 131. US-Infanteriedivision sowie die 28., 1. und 115. US-Infanteriedivision (mot.) unter dem Kommando von US-General DeWitt standen in Riberalta für die US-Truppen in Asunción und Santa Cruz in Reserve.

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Bild 245: Vormarsch nach Cobija (20.05.1943)

Der argentinische Generalstab war entsetzt, als er von den feindlichen Truppenmassierungen so weit im Hinterland erfuhr: Das übertraf die Möglichkeiten der für diese Operation zur Verfügung gestellten Kräfte. Deshalb wurde der einwöchige Haltebefehl für die Gardedivision und das III. Gebirgsjägerkorps aufgehoben und erneut in Richtung der Provinz Cobija geschickt, während das II. und V. Fliegerkorps (Stuka) DeWitts Armee in Riberalta niederhalten sollten. General Ramirez meldete, dass seine Angriffsspitzen am 12. Juni Fühlung mit dem argentinischen Porto Velho aufnehmen würden.

Wir waren in Buenos Aires voller Hoffen und Bangen: Würde US-General DeWitt sich der Fesselung durch unsere Stukas entziehen können und gegen General Ramirez Truppen in La Paz vorgehen? Oder war noch mit weiteren US-Truppen im Amazonas-Dschungel zu rechnen, die uns an der Besetzung der Provinz Cobija hindern konnten? – Eines stand fest: Wenn der Kessel geschlossen werden konnte, käme die ganze Nordfront in Bewegung und ungeheure starke Feindkräfte von geschätzten mehr als 20 US-Divisionen ständen vor der Vernichtung. Wir wagten damals gar nicht, auf einen so großen Erfolg zu hoffen.
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Angriff in den Anden! - Kapitel 21

Beitragvon Claus E. Witz » 26. September 2013 22:56

Die Schlinge schließt sich
(Juni 1943)

Anfang Juni hielt der Winter in den Anden Einzug. La Paz und Cuzco waren in gnädiges Weiß eingehüllt und bedeckten die Narben der geschlagenen Schlachten der vergangenen Wochen. Vom Pazifik bis zum Rand des Regenwaldes erstarrte die Nordwestfront im klirrenden Frost.

Während mein Ministerium darauf bedacht war, alle Verstärkungen der kämpfenden Angriffstruppe im Raum La Paz zukommen zu lassen, wurde Anfang Juni lediglich ein drittes Panzerabwehrregiment aufgestellt und der 39. Infanteriedivision vom XVI. Armeekorps in Curitiba angegliedert. Hier standen immer noch fünf US-Panzerdivisionen den Argentiniern gegenüber.

Am Mittelabschnitt der Nordfront hatte am 7. Juni das VIII. Armeekorps unter Generalleutnant Lonardi erneut Ciudad del Este erreicht. Doch US-Feldmarschall Eisenhower griff das argentinische Korps sofort mit 16 US-Divisionen, die in Asunción und Mato Grosso standen, an. Daraufhin befahl Generalleutnant Lonardi wieder den Rückzug aus dem Dschungel, um das Korps bis zum 18. Juni wieder in Concordia neu zu sammeln.

Am linken Flügel der Nordfront griff am 3. Juni US-General Wyman mit der 159. US-Infanteriedivision unsere nach Cobija vorstoßenden Elitetruppen an. Doch waren die argentinischen Kräfte zu stark, als dass dieser Angriff hätte gefährlich werden können. Bereits zwei Stunden später musste sich die 159. US-Division wieder nach Norden zurückziehen. Das II. und V. Fliegerkorps (Stuka) unterbrachen das Niederhalten von US-General DeWitts Armee in Riberalta und starteten unverzüglich mit Bodenangriffen auf die 159. US-Infanteriedivision. Am 7. Juni gelang es den Stuka-Piloten, die US-Division zu vernichten und ihre alten Ziele in Riberalta erneut mit Zerrüttungsangriffen anzufliegen.

Jetzt setzte der Feind die Elitetruppe der 1. Marines ein und versuchte am 10. Juni verzweifelt doch noch die Verbindung zu US-Feldmarschall Eisenhowers Armeegruppe im Raum Asunción – Mato Grosso zu halten. Doch auch die US-Marines wurden von den tapferen argentinischen Bodentruppen, unterstützt von Zannis Stuka-Piloten, hinweggefegt.

Am 12. Juni um 11 Uhr, knapp drei Monate nach Angriffsbeginn der Operation „Puelche“, erreichte Generalleutnant de Olano mit der Gardedivision und der 5. Gebirgsjägerdivision den Oberlauf des Rio Madeira in der Provinz Cobija. Mit ihnen rumpelte eine Transportkolonne durch den fast unzugänglichen Regenwald, fuhr längs des linken Flussufers Richtung Nordosten, um dann eine von argentinischen Pionieren hergerichtete Furt durch den Rio Madeira in die Provinz Porto Velho zu nehmen. Hier hatten argentinische Freischärler, unterstützt von Indios, jahrelang ausgeharrt und ein Lager mit über 100 Tonnen seltener Metalle wie Gold und Silber gut versteckt angehäuft. Nun war der Moment gekommen, um den Schatz zu bergen. Zu Ehren des gefallenen Feldmarschalls Sarobe wurde diese Route „Camino de Sarobe“ genannt.

Als Cobija durch argentinische Truppen besetzt wurde, schickte sich US-Generalleutnant Lear an, mit vier US-Divisionen – der 28. (mot.), 115. (mot.), 13. und 38. US-Infanteriedivision – Cobija von Süden her zu durchbrechen. Doch Regen, durchweichter Boden und der Umstand, dass der Fluss bei Nacht durchquert werden musste, ließen den Angriff im Schlamm stecken bleiben, so dass die argentinischen Sturzkampfbomber sich unbeeindruckt auf die Reste der 1. US-Marines stürzen konnten.

Bild
Bild 246: Durchbruchversuch US-amerikanischer Streitkräfte bei Cobija (12.06.1943)

US-Generalleutnant Lear musste schon eine Stunde nach Angriffsbeginn sein verzweifeltes Unterfangen, Cobija zurückzuerobern, aufgeben. Nur einen Tag später, am 13. Juni, waren die 1. US-Marines vernichtet und die Provinz Cobija feindfrei. Die Einkesselung erheblicher US-Truppen war gelungen! Man jubelte im Generalstab und Präsident Ortiz frohlockte.

Doch General Ramirez wollte sich nicht auf seinem kleinen Erfolg ausruhen, sondern die Vernichtung der eingekesselten US-Truppen einleiten, bevor der Feind den Ring aufbrechen konnte. Schon einen Tag später am 14. Juni um 13 Uhr ließ er die Nationalgarde und das III. Gebirgsjägerkorps um 90 Grad von Cobija Richtung Riberalta drehen. General Ramirez unterstützte den neuen Vorstoß mit seinen Truppen von La Paz aus, während Luftwaffengeneral Zanni wieder seine Sturzkampfbomber aufsteigen ließ.

General Ramirez setzte alle verfügbaren Truppen aus Cobija ein, um einen schnellen Sieg zu erringen. Doch die Kämpfe zogen sich den ganzen Tag hin: US-General DeWitt stand immer noch eine beeindruckende Streitmacht bestehend aus acht US-Divisionen in Riberalta zur Verfügung, die zwar zermürbt, aber bei voller Stärke war. So konnte der Feind im Rücken der angreifenden Argentinier drei US-Divisionen sammeln und am 14. Juni um 20 Uhr einen Entlastungsangriff auf Cobija einleiten.

In den frühen Morgenstunden des darauf folgenden Tages gelang Generalleutnant de Olano trotz der Bedrängnis aus dem Norden der Sieg über US-General DeWitts Truppen. Doch war es zu spät: Der Feind rollte die rückwärtigen Korpsgebiete auf und zwang so Generalleutnant de Olano zum Rückzug aus der Provinz Cobija. Zu gleicher Zeit hämmerten die argentinischen Stuka-Verbände auf das in Riberalta stehende US-Korps von Generalleutnant Sutherland ein, um die Verlegung der Feindverbände zu unterbinden. Die 131. und 38. US-Infanteriedivision verloren schnell an Stärke, konnten aber nicht vernichtet werden.

Die Einkesselung der Feindkräfte drohte aufgesprengt zu werden. Auch der unbewachte Dschungel in der Provinz Porto Velho konnte jederzeit vom Feind eingenommen werden, so dass Versorgungsgüter die US-Armeen von Bradley, MacArthur und Eisenhower wieder erreichen konnten.

Aus diesem Grund entschloss sich Feldmarschall Farrell Plaul zu handeln. Er leitete unverzüglich am 16. Juni um 13 Uhr einen Großangriff mit dem II. Armeekorps unter dem Kommando von Generalleutnant Anaya und seinem X. Armeekorps in Corrientes auf Santa Cruz ein. Generalleutnant Accames XII. Armeekorps deckte den Angriff aus den Stellungen der Ozelot-Linie. Über 1.200 Tonnen Nachschub und Munition wurde zuvor an die 1. Armee ausgegeben, um den Vormarsch zu ermöglichen. Eine Angriffsvorbereitung durch Luftschläge konnte nicht erfolgen, da die Sturzkampfbomber weiter nördlich im Dauereinsatz gewesen waren. Erst gegen 20 Uhr, sieben Stunden nach Angriffsbeginn unterstützte die argentinische Luftwaffe den Angriff.

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Bild 247: Großangriff auf Santa Cruz (16.06.1943)

Auf breiter Front gingen über 90.000 argentinische Soldaten vor und versuchten die US-amerikanischen Stellungen in der Wüste von Santa Cruz von Süden aufzurollen. General MacArthur verteidigte verbissen mit seinen fünf Infanteriedivisionen jeden Fußbreit Boden. Er wusste zu genau, dass ein Rückzug das Ende von Bradleys Armee in Asunción mit seinen wichtigen Flugplätzen sein konnte.

Würde Feldmarschall Farrell Plaul den Kampf für sich entscheiden können? Und würde die dünne Verteidigungslinie im Norden den Nachschub für die Feindverbände lange genug verhindern können? Jeder Tag zählte in diesem erbittert geführten Kampf, der das Ende für drei US-Armeen bedeuten konnte.
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Angriff in den Anden! - Kapitel 22

Beitragvon Claus E. Witz » 27. September 2013 00:15

Das Blutbad von Riberalta
(Juni bis Juli 1943)

Als am 16. Juni nach Sonnenaufgang das II. und X. Armeekorps am Mittelabschnitt der Nordfront auf ganzer Breite gegen MacArthurs US-Armee vorgingen, rollte Salve um Salve aus den Artilleriegeschützen der neun beteiligten Divisionen. Der Feind erwiderte das Feuer aus allen Rohren. Unter dem mörderischen feindlichen Feuer kam ein weiterer tapferer Kommandeur, Generalleutnant Accame vom XII. Armeekorps, ums Leben. Er verblutete gegen 20 Uhr auf dem Weg zum Verbandsplatz im Schutze ein halb ausgebrannten Scheune. Das Korps wurde daraufhin zunächst von Generalmajor d.R. Vercelles geführt, der sobald der Druck des Feindes nachließ, abgelöst werden sollte.

Doch zunächst schien sich die Lage weiter zuzuspitzen. US-Feldmarschall Bradley führte am 17. Juni um 4 Uhr von Asunción aus mit seiner 86., 45., 32. (mot.) und 39. US-Infanteriedivision einen Entlastungsangriff auf Corrientes aus. Aber es machte sich bereits der Versorgungsmangel bemerkbar, denn bereits eine Stunde nach Angriffsbeginn brach Bradley den Angriff ab. Jetzt konnte sich Feldmarschall Farrell Plaul ganz auf den in Santa Cruz stehenden Feind konzentrieren und warf diesen mit massiver Luftunterstützung gegen 20 Uhr nach Norden zurück.

Am 18. Juni traf endlich Generalleutnant Urdapilleta vom II. Milizkorps in Viedema ein und übernahm sofort das Kommando des XII. Armeekorps in Corrientes. Die Miliz wurde von nun an von Generalmajor d.R. Pigaletta geführt. Kaum war der neue Kommandeur benannt, wagte US-Feldmarschall Bradley mit drei seiner Divisionen ein zweites Mal den Angriff auf das XII. Armeekorps. Doch die Zerrüttungsangriffe der Sturzkampfbomber betäubten die US-Streitkräfte und der Angriff konnte wiederum abgewehrt werden. Von nun an war Bradleys Armee nicht mehr in der Lage in die Offensive zu gehen. Seine Divisionen waren völlig desorganisiert.

Jetzt konzentrierte sich Luftwaffengeneral Zanni auf die in Riberalta stehenden US-Truppen, damit diese sich nicht in neuen Bereitstellungsräumen sammeln konnten. Am 21. Juni vernichteten die Stuka-Geschwader die 131. US-Infanteriedivision; am 22. Juni folgte die 31. US-Division. US-Generalleutnant Sutherlands Korps war damit vollkommen aufgerieben. Am 26. Juni war die 28. (mot.) und am 28. Juni die 43. US-Infanteriedivision kampfunfähig. Wie Vieh wurden die US-Soldaten zusammengetrieben und gnadenlos mit ständigen Bodenangriffen vernichtet.

Gegen Ende des Tages am 28. Juni erreichte MacArthurs vom Rückzug erschöpfte US-Armee Riberalta und sah das Chaos, das überall herrschte. Die Moral der US-Soldaten war erschüttert. Sie ahnten, welches Schicksal sie ereilen sollte. Wie die Wölfe auf eine wehrlose Herde stürzten sich die Stuka-Piloten des II. und V. Fliegerkorps auf die 190., 170., 115. (mot.), 200. US-Infanteriedivision und die 6. US-Marines. Und schon am 2. Juli hatte die 115. US-Infanteriedivision (mot.) aufgehört zu existieren, während die Luftangriffe pausenlos weitergingen.

Während am Mittelabschnitt der Nordfront der Vormarsch weiter voranging und der geflohene Feind mit Luftschlägen vernichtet werden konnte, wurde am rechten Flügel alles für den nächsten Schritt der Einkesselung vorbereitet. Generalleutnant Lonardi wurde zusammen mit seinem VIII. Armeekorps strategisch von Concordia nach Curitiba verlegt und Peron wurde zum General befördert. Er sollte die 3. Armee in den Raum Mato Grosso zum Angriff führen, sobald Santa Cruz besetzt sein würde.

Doch wie verwundbar wir waren, bekamen wir am 4. Juli zu spüren. In der Nacht versuchten drei US-Divisionen Santiago im Handstreich zu erobern. Zwischen Generalleutnant Gallaghars US-Korps, das aus der 162., 87., 30. und 5. US-Infanteriedivision bestand, und den Fliegerhorsten von Santiago standen nur noch die Männer der 31. Infanteriedivision von Generalleutnant Bautista Molina. Die Lage war kritisch und Reserven konnten nicht so schnell herangeführt werden.

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Bild 248: US-Landungsversuch in Santiago (04.07.1943)

Zu unserem Glück konnte zwei Stunden später das alarmierte 1. Marinebombergeschwader über den Landungsschiffen in der Moreno Bay kreisen. Sie attackierten die US-Transporter der „Henry T. Scott Flottilla“ hart. Den zweiten Angriff flog auch die Stabsstaffel mit Luftwaffengeneral Cassinelli mit, so dringend erschien der Führung in Buenos Aires das Eingreifen der argentinischen Luftwaffe, dass alle verfügbaren 85 Maschinen eingesetzt wurden. Doch Cassinellis Bomber hatte kein Glück. Als einziges der angreifenden Flugzeuge erhielt er einen Flaktreffer mitten in die Kanzel. Das Flugzeug stürzte stark trudelnd ins Meer. Es konnten keine Überlebenden geborgen werden.

Aber auch sein Tod war nicht vergebens: Aufgrund des heldenhaften Einsatzes der Marineflieger zog die US-Marine vier Stunden später die Landungsschiffe zurück. Santiago war gerettet. Das Küstenabschnittskommando 31 hatte sich bewährt.

Als Luftwaffengeneral Ojeda das Kommando über das 1. Marinebombergeschwader übernahm, ließ dieser unverzüglich die Verfolgung der fliehenden Transportschiffe vor Chiles Küste aufnehmen. Am 6. Juli gelang den Marinebombern die der Vernichtung der „Henry T. Scott Flottilla“ in der Moreno Bay. Drei Stunden später entdeckten die Piloten des Marine-Geschwaders die „Joyce Kilner Flottilla“ weiter draußen in der Northeast Humboldt Plain im Süden vor der Patagonienfront. So waren wir zumindest gewarnt, dass der Feind einen weiteren Landungsversuch an der Pazifikküste wagen wollte.

Und tatsächlich griff der Feind am 6. Juli gegen 10 Uhr Puerto Montt mit der 8. und 20. US-Panzerdivision an. Generalleutnant Vieyra Spangenberg hielt zusammen mit der 26. Infanteriedivision diesen Küstenabschnitt. Sechs lange Stunden sollte es dauern, bis die Marinebomber zur Stelle waren. Erst am 8. Juli um 6 Uhr war auch diese Gefahr gebannt und der Feind zurückgeschlagen. Daraufhin stellten die US-Amerikaner bis auf weiteres die Landungsversuche am Pazifik ein.

Während die Vorfälle an der Pazifikküste uns im Planungsstab beunruhigten, ging an der Nordfront die Zerschlagung der US-Truppen zufriedenstellend voran. Während am 8. Juli die Provinz Cobija geräumt werden musste – die 5. Gebirgsjägerdivision und die Gardedivision waren nach La Paz zurückgedrängt worden – hatte am 5. Juli das X. Armeekorps halb erschöpft Santa Cruz erreicht. Ein schwacher Gegenangriff konnte eine Stunde später abgewehrt werden. Es sollte noch bis zum 12. Juli dauern, bis auch das II. Armeekorps von San Miguel de Tucumán kommend den Einbruch in die feindlichen Linien bei Santa Cruz verstärken konnte.

Damit der Feind keine neuen Kräfte im Norden von Santa Cruz, in Riberalta, zusammenziehen konnte, wurde am 9. Juli dieser Raum sofort nach Ankunft der aus Cobija zurückgewichenen argentinischen Divisionen von La Paz aus attackiert. MacArthur hatte nach seinen Rückzug aus Santa Cruz nichts mehr entgegenzusetzen. Die letzten Versorgungsdepots waren verloren gegangen und seine Armee litt Mangel an Treibstoff, Munition und Verpflegung. Die Nordamerikaner wandten sich sofort zur Flucht.

MacArthurs Armee befand sich in Auflösung. Am 11. Juli rieb die argentinische Luftwaffe die 170. US-Infanteriedivision auf. Am 12. Juli fand die 190. US-Division ihr Grab in Riberalta; am 13. Juli folgte die 200. US-Infanteriedivision diesem Schicksal. Mit der Vernichtung der 6. US-Marines am 14. Juli war MacArthurs Armee ausgelöscht worden. Die Reste von DeWitts US-Armee, die 1. (mot.) und 163. US-Infanteriedivision, hatten sich zurück in die Berge nach Sucre gerettet. Doch auch diese Truppenteile wurden von den argentinischen Sturzkampfbombern zermürbt und waren nicht mehr in der Lage, offensiv ins Geschehen einzugreifen.

Unterdessen plante Feldmarschall Farrell Plaul seinen nächsten Schritt: Mato Grosso sollte genommen werden, um den Feind in Asunción und Campinas einzukesseln. Dazu befahl er bereits am 12. Juli Luftwaffenmarschall Parodi mit dem III. und IV. Fliegerkorps (Stuka) Campinas anzufliegen, um US-Feldmarschall Hodges Armee, die aus der 42. US-Infanteriedivision sowie der 5., 11., 9. und 13. US-Panzerdivision bestand, zu zermürben.

Bild
Bild 249: Vor dem Angriff auf Mato Grosso (14.07.1943)

Durch die anhaltenden Stuka-Angriffe auf Campinas sollte der Feind gelähmt werden, damit dieser nicht in die Kämpfe um Mato Grosso eingreifen konnte. Doch waren die US-Amerikaner bereits stark genug geschwächt? Würde Bradley noch ins Geschehen eingreifen? – Bei einem Gelingen des argentinischen Angriffs würde die feindliche Frontlinie innerhalb weniger Tage in Kesselschlachten vollkommen vernichtet werden können, davon waren wir im Planungsstab überzeugt.
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Angriff in den Anden! - Kapitel 22

Beitragvon Claus E. Witz » 30. September 2013 08:10

Die großen Kesselschlachten um Asunción und Campinas
(Juli 1943)

Am 14. Juli waren die Angriffsvorbereitungen auf Mato Grosso schon weit fortgeschritten. Die 3. Armee, die in Curitiba ihre Bereitstellungsräume eingenommen hatte, wurde mit zusätzlichem Nachschub versorgt. Der Generalstab zögerte noch, denn das II. Armeekorps, das den Fronteinbruch der 1. Armee in Santa Cruz verstärkt hatte, war durch den raschen Vorstoß ohne Artillerie geblieben. Es dauerte noch drei Tage bis die schweren Waffen nachgeführt werden konnten und die drei Divisionen des Korps sich wieder organisiert hatten.

Dann, am 17. Juli erfolgte um 12 Uhr der Angriff der 3. Armee. Unter dem Oberbefehl von General Peron stürmten das schnelle XIII., das VIII. Armeekorps und das IV. Gebirgsjägerkorps von Osten vorwärts. Die drei Divisionen des XVI. und XIV. Armeekorps unterstützten den Angriff mit Artilleriefeuer von Curitiba aus. Gleichzeitig sicherten die beiden Korps nach Norden, wo noch immer US-Feldmarschall Hodges mit 400 Panzern und einer Infanteriedivision stand.

Um 13 Uhr griff Feldmarschall Farrell Plaul mit dem II. Armeekorps, unterstützt vom X. Armeekorps der 1. Armee, zusätzlich von Westen aus in die Kämpfe um Mato Grosso ein. Gegen 15 argentinische Divisionen hatte US-Feldmarschall Eisenhower mit seinen sechs schlecht versorgten US-Divisionen kaum etwas entgegenzusetzen. Bereits um 14 Uhr befanden sich die in zwei Fronten eingekeilte 15. US-Panzerdivision sowie die 40. (mot.),167. (mot.), 3. (mot.) und die 168. US-Infanteriedivision auf der Flucht.

Feldmarschall Farrell Plaul ließ nach diesem leichten Sieg den Angriff des II. Armeekorps auf Mato Grosso abbrechen, um in der Andenprovinz Sucre den Feind anzugreifen. Am 20. Juli war US-General DeWitt mit den Resten seiner Armee geschlagen und die argentinischen Stuka-Piloten griffen von La Paz die 1. (mot.) und die 163. US-Infanteriedivision mit Bodenangriffen an.

Bereits am 23. Juli wurde daraufhin die 163. US-Infanteriedivision in Sucre vernichtet. Das argentinische II. Armeekorps brach den weiteren Vormarsch in die Gebirgsprovinz ab, um sich für den Vormarsch Richtung Norden vorzubereiten. Hier sollte das Korps eine neue Verteidigungslinie, die Rio Madeira-Linie getauft wurde, einnehmen. Am 24. Juli hatten die Sturzkampfbombergeschwader auch die 1. US-Infanteriedivision (mot.) vernichtet. Damit hatte auch US-General DeWitts Armee aufgehört zu existieren.

Während die feindliche Nordfront an der Ozelot-Linie immer weiter einstürzte, hielt die Angriffsgruppe Ramirez in Antofagasta und La Paz aus. Das III. Gebirgsjägerkorps und die Gardedivision waren bereits auf dem Weg, um Riberalta zu besetzen. Am 18. Juli war die erste aus Santa Cruz nach Riberalta flüchtende US-Division zurückgeschlagen worden. Am 22. Juli scheiterte ein weiterer Versuch einer US-Division bis letztendlich am 24. Juli Riberalta endgültig besetzt werden konnte. Jetzt gab es eine zweite Versorgungsroute nach La Paz und die feindlichen Angriffe, die wiederholt auf Antofagasta ausgeführt wurden, hatten nicht mehr ihre Bedeutung wie zuvor.

Kaum war die 5. Gebirgsjägerdivision in Riberalta angekommen, erhielt diese den Auftrag die Andenprovinz Sucre bis Mitte August zu besetzen. Da zu befürchten war, dass der Feind von Norden erneut vorstoßen könnte, erhielt im Gegenzug das X. Armeekorps den Marschbefehl, von Santa Cruz bis nach Riberalta vorzugehen, um die dort stehende Gardedivision zu unterstützen.

Unterdessen flogen am 25. Juli das II. und V. Fliegerkorps (Stuka) von La Paz aus ihren ersten Zerrüttungsangriff auf Asunción. US-Feldmarschall Bradleys Armee, bestehend aus der 86., 45., 39. und 32. US-Infanteriedivision (mot.), war bereits völlig bewegungsunfähig und nicht in der Lage, in die Kämpfe um Mato Grosso noch einzugreifen.

Am 27. Juli erreichte schließlich das schnelle XIII. Armeekorps das Hochplateau von Mato Grosso und schloss damit fünf US-Divisionen in Asunción und weitere fünf in Campinas ein. Der Feind konnte nur noch einen schwachen Gegenangriff einleiten, der sofort vereitelt wurde.

Schon einen Tag später begann die Kesselschlacht um Asunción. Während von Corrientes das XII. Armeekorps zur Provinzhauptstadt vorstieß, riegelten das II. Armeekorps in Santa Cruz und das XIII. Korps in Mato Grosso die Fluchtwege ab. Nach nur wenigen Stunden Kampf ergab sich US-Feldmarschall Bradley mit seiner Armee in dieser ausweglosen Situation. An nur einem Tag machte Feldmarschall Farrell Plaul über 46.000 Kriegsgefangene.

Die provisorisch eingerichteten Gefangenenlager quollen über und die argentinische Etappe sah sich der Lage nicht gewachsen, so viele Menschen aus dem Stand ausreichend zu versorgen. Typhus und Fleckfieber grassierte unter den uns ausgelieferten Feinden. Präsident Ortiz ordnete an, dass das Rote Kreuz unter keinen Umständen die Lager besuchen durfte. Der Präsident befürchtete, dass aufgrund der schlechten Behandlung der Kriegsgefangenen, die US-Soldaten es zukünftig vorziehen könnten, bis zur letzten Patrone zu kämpfen, statt sich zu ergeben. Auch wenn diese angeblich militärische Notwendigkeit vom Generalstab gebilligt wurde, war dies ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Doch Präsident Ortiz scherte dies wenig: Er sonnte sich in „seinem“ Erfolg.

Als am 28. Juli das IV. Gebirgsjäger- und das VIII. Armeekorps ebenfalls Mato Grosso erreicht hatten, begann am darauf folgenden Tag die Kesselschlacht um Campinas. Generalleutnant Florit griff mit der 7. Gebirgsjägerdivision, unterstützt vom VIII. und XIII. Armeekorps, von Mato Grosso an. Flankendeckung erhielt er dabei vom XVI. und XIV. Armeekorps in Curitiba. Nach bereits einer Stunde Kampf ergab sich auch US-General Hodges mit seiner Infanteriedivision sowie vier Panzerdivisionen. Aufgrund von Treibstoffmangel waren diese liegen geblieben. Der Feind hatte alle 400 Sherman-Panzer gesprengt oder anderweitig unbrauchbar gemacht, um uns nicht in die Hände zu spielen. Auch hier, nahe der Atlantikküste, wiederholten sich die Bilder des Elends: Über 40.000 US-Soldaten wurden unter primitivsten Bedingungen eingepfercht. Doch das alles sahen wir in unserem Siegestaumel nicht.

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Bild 250: Die Offensive an der Nordfront (29.07.1943)

Ende Juli arbeiteten Generalstab und Kriegskabinett an den weiteren Plänen, um die Erfolge der Operation „Puelche“ weiter auszuweiten. Noch standen US-Truppen in nicht unerheblichem Maße nördlich von Mato Grosso. Der Feind konnte noch immer rechtzeitig die Verbindung zu diesen im Dschungel eingeschlossenen Verbänden erzwingen.

Am 30. Juli gelang die Vernichtung der 172. US-Infanteriedivision in Riberalta durch Stuka-Angriffe. Die Angriffe wurden daraufhin auf eine weitere auf der Flucht befindliche US-Division ausgeweitet. Die vom argentinischen Generalstab angestrebte Rio Madeira-Linie war noch nicht besetzt und wir kannten auch noch nicht den Kampfwert der britischen Truppen, die von Guyana kommend nach Süden vorwärts marschierten.

Während im Feld diese umwälzenden Ereignisse stattfanden und wir wieder einen Angriffskrieg führten, ging ich nicht nachlassend meinen Aufgaben nach. Am 23. Juli hatten wir die „Fortschrittliche Feldartillerie“ entwickelt und das Wehrforschungsamt konnte sich mit Hector del Riva an der Spitze der „Kampfeinheits-Zerstörungsdoktrin“ widmen. Wir erhofften uns durch diese Forschungen über einen längeren Zeitraum einsatzfähige Sturzkampfbombergeschwader mit höherem Organisationsstand und erhöhter Moral zu entwickeln.

Eine Woche später, am 29. Juli, begannen wir, alle 20 argentinischen Artillerieregimenter zu modernisieren. Vier weitere Regimenter waren in die Produktionsplanung aufgenommen. Damit sollte in erster Linie das XIII. Armeekorps ausgestattet werden. Als Ende des Produktionszeitraumes war der 4. Januar 1944 eingeplant.

Doch würde dies genügen, um den Feind aus Südamerika hinauszudrängen? Oder mussten weitere Divisionen zur Küstenverteidigung ausgehoben werden? Was wir auch tun wollten, nichts ging ohne eine wieder erstarkende Wirtschaftsleistung in den befreiten Gebieten. Ich setzte somit all mein Hoffen und Können in die schnellstmögliche Instandsetzung der stark zerstörten Industriekomplexe in La Paz und Asunción.
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Angriff in den Anden! - Kapitel 22

Beitragvon Claus E. Witz » 1. Oktober 2013 23:15

Der Vormarsch zur Rio Madeira-Linie
(August 1943)

Anfang August 1943 bemühte sich der argentinische Generalstab, die neue Verteidigungslinie am Rio Madeira zu besetzen und gleichzeitig den letzten US-amerikanischen Widerstand südlich dieser Linie zu brechen. Als erstes wurde bereits das XIV. Armeekorps von Curitiba nach Porto Velho strategisch verlegt. Dort wollte der Feind wieder Fühlung mit den zerschlagenen Resten seiner Streitkräfte aufnehmen, die noch südlich am Rande des Amazonasgebietes standen.

Das VIII. Armeekorps gab am 1. August die 16. Infanteriedivision ab, die zur Küstenverteidigung von Buenos Aires abkommandiert wurde und in der Hauptstadt Mitte August eintreffen sollte.

Am 2. August wurde die 33. US-Infanteriedivision von argentinischen Sturzkampfbombern vernichtet. Damit war Riberalta endgültig feindfrei und der Vormarsch nach Norden konnte weiter voranschreiten.

Als das XII. Armeekorps am 8. August in Asunción einmarschierte, fanden die Soldaten nur fünf völlig zerstörte Industriekomplexe und vier unbrauchbare Flugfelder vor. Auch die Infrastruktur war systematisch von den US-Amerikanern unterminiert worden. Die Bevölkerung der Stadt war apathisch. Die ständigen Luftangriffe und der Versorgungsmangel, der durch die Einkesselung entstanden war, hatten die Menschen völlig ausgemergelt. Die 28. Infanteriedivision blieb als Garnison zurück, während das XII. Armeekorps strategisch nach La Paz verlegt wurde. Ende August sollte auch dieses Korps in der Frontstadt eintreffen.

Am 11. August konnte das III. Gebirgsjägerkorps die Andenprovinz Sucre vom Feind säubern, woraufhin das Korps Befehl erhielt, sofort nach La Paz weiter zu marschieren, um ebenfalls vor Monatsende dort bereitzustehen.

Dann erreichte uns eine Nachricht aus Santiago, die uns aufschrecken ließ. Um 19 Uhr am 11. August hatte US-Generalleutnant Donlon mit der 205. und 157. US-Infanteriedivision eine Landeoperation in der wichtigen Provinzhauptstadt am Pazifik begonnen. Die Stadt wurde von der argentinischen 30. Infanteriedivision verteidigt. Da die Division in keinem guten Zustand war, wurden 80 Tonnen Nachschub bereitgestellt und das I. Fliegerkorps (Mabo) eingesetzt, um die an der Landung beteiligten US-Schiffe zu attackieren. Drei Transportflottillen wurden ausgemacht, konnten aber nicht ernstlich bedroht werden. Die Episode vor Santiago dauerte 24 Stunden lang, bevor der Feind den Rückzug antrat. Diese nicht unkritische Situation bewog den Generalstab, zukünftig der Küstenverteidigung mehr Aufmerksamkeit zu widmen und sich nicht nur auf den Vormarsch Richtung Norden zu konzentrieren.

Am selben Tag erreichte das X. Armeekorps Riberalta. Zusammen mit der Nationalen Garde sollte der Verband nach Cobija vorgehen, um den weiteren Vormarsch nach Lima vorzubereiten. Da die Einheiten nicht strategisch verlegt worden waren, sondern weitestgehend auf den Landstraßen marschieren mussten, war erst Ende September mit der Ankunft in Cobija zu rechnen.

Das XIV. Armeekorps mit der 25. und 31. Infanteriedivision erreichte am 16. August Porto Velho. Wie vermutet gab es Feindaktivitäten, doch konnten alle schwachen Angriffe abgewehrt werden. Jetzt war die Rio Madeira-Linie durchgehend vom Pazifik bis an die brasilianische Grenze besetzt. Der Feind gab sein Vorhaben auf, seine eingeschlossenen Truppen doch noch zu entsetzen.

Inzwischen war die 16. Infanteriedivision in Buenos Aires angekommen und wurde dem Küstenkommando 1 unterstellt. Generalleutnant Savio wurde ihr Kommandeur. Im Gegenzug wurde die 7. Sicherungsdivision unter dem Kommando von Generalmajor d.R. Carasola mit Zügen von Buenos Aires nach Asunción verbracht. Die Garnisonstruppen sollten die wiedereroberte Provinz so schnell wie möglich befrieden und die Flugfelder sichern.

Einen weiteren Erfolg konnten wir am 18. August feiern, als das IV. Gebirgsjägerkorps Campinas zurückerobert hatte. Um den Vormarsch zu beschleunigen, wurden die Gebirgsjäger strategisch nach Mato Grosso zurückverlegt.

Am 21. August erging Befehl an das III. und IV. Fliegerkorps (Stuka) von Porto Alegre nach Asunción Richtung Norden zu verlegen, obwohl die Flugfelder immer noch nicht ganz instandgesetzt waren. Die Sturzkampfbomber sollten bei der Zerschlagung der restlichen US-Truppen nördlich von Asunción eingesetzt werden.

Mit der Besetzung von Asunción hörte auch schlagartig die Bedrohung der argentinischen Hauptstadt durch US-amerikanische Bomber auf. Der Jagdfliegerführer 1 konnte ab dem 26. August seine Jagdgeschwader am Boden von Buenos Aires belassen. Der Himmel über der Hauptstadt gehörte wieder den Argentiniern.

Währenddessen zogen wir unsere 1. Armee im Raum La Paz für den nächsten Schlag weiter zusammen. Am 23. und 24. August erreichten das III. Gebirgsjägerkorps und das XII. Armeekorps La Paz und bereiteten sich auf den Angriff Richtung Norden vor.

An der Heimatfront hatte ich inzwischen für die Umrüstung unserer Artillerieregimenter gesorgt. Zwölf der 20 Regimenter konnten bereits im August modernisiert werden und ich war überzeugt, dass diese Aufgabe im September trotz der anstehenden Kämpfe abgeschlossen werden konnte.

Bild
Bild 251: Ankunft in der Rio Madeira-Stellung (01.09.1943)

Doch zuvor stand noch die Kesselschlacht mit Eisenhowers Armee um Cuiabá und Perseverancia bevor. Der Generalstab war zuversichtlich, dass mit dieser Schlacht die Operation „Puelche“ ein glorreiches Ende finden würde.
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Angriff in den Anden! - Kapitel 22

Beitragvon Claus E. Witz » 5. Oktober 2013 22:16

Eine neue Herausforderung
(September 1943)

Anfang September 1943 standen wir vor dem größten Erfolg seit der Landung der US-Amerikaner auf dem südamerikanischen Kontinent. Noch hielt sich der versprengte Rest einer US-Armee im südlichen Amazonasgebiet. Doch verloren die eingeschlossenen US-Streitkräfte immer mehr an Kampfkraft, da sie seit Wochen ohne Versorgung waren. Die siegreichen argentinischen Truppen marschierten in der Masse an dem Kessel vorbei und festigten die neue Rio Madeira-Stellung, die vom Amazonas bis nach La Paz verlief.

In der ersten Monatshälfte im September gelang es meinem Materialbeschaffungsamt, die restlichen acht Artillerieregimenter der drei argentinischen Armeen auf das neue Modell „fortschrittliche Artillerie“ umzurüsten. Ein weiteres Regiment wurde neu aufgestellt und dem 33. Infanterieregiment, das mit dem VIII. Armeekorps in Mato Grosso stand, angegliedert. Jetzt wurde die Hauptmasse der Produktion auf den Nachschub umgelegt, um bei einer neuen Angriffsoperation ausreichend Versorgungsgüter bereitstehen zu haben.

La Paz entwickelte sich immer mehr zum Dreh- und Angelpunkt der weiteren Angriffsoperationen, die Präsident Ortiz immer wieder vehement einforderte. Noch konnte der Generalstab darauf verweisen, dass für den neuen Angriff zu wenige Divisionen bereitstanden, diese aber in wenigen Tagen herangeführt sein würden. Der Feind hatte dies ebenfalls erkannt und bombardierte ab dem 2. September unablässig die Stadt. Doch zunächst richteten sich die Luftangriffe gegen die Industriekomplexe, Vorratslager und andere Einrichtungen der Stadt. Die Infrastruktur, Fliegerhorste und die in La Paz stehenden Truppen wurden nicht angegriffen.

Feldmarschall Farrell Plaul stand unter erheblichem Druck. Obwohl so schnell wie möglich weitere Truppen herangeführt wurden, tat dieses auch der Feind. Die Aufklärung darüber war zu diesem Zeitpunkt unzureichend; es wurden jedoch zwei verstärkte US-Korps vor La Paz erkannt, die einen Vormarsch auf Lima verhinderten. Um diese Front durchbrechen zu können, mussten die argentinischen Sturzkampfbomber ohne vorbereitende Luftschläge in den Kampf eingreifen.

Die argentinische 3. Armee war unterdessen noch mit der Zerschlagung des letzten Kessels beschäftigt und hatte die Rio Madeira-Linie an der rechten Flanke bisher nur schwach besetzen können. General Peron konnte den Hauptvorstoß nach Lima deshalb nicht unterstützen.

Am 4. September übernahm die 7. Sicherungsdivision die Garnison von Asunción, während die 28. Infanteriedivision nach Antofagasta zur Verstärkung der 1. Armee abkommandiert wurde. Die Verlegung sollte ungefähr zwei Wochen dauern. Geplant war, die Division längerfristig in der Küstenverteidigung einzusetzen.

Als am 5. September der Angriff der 3. Armee auf Cuiabá eingeleitet wurde, stand schon vorher das Ergebnis dieses ungleichen Kampfes fest: Nach nur einer Stunde gelang es General Peron von Mato Grosso aus mit dem XIII. und IV. Armeekorps, unterstützt vom XIV. Armeekorps von Porto Velho aus, die eingekesselten US-Amerikaner weiter in den Dschungel zurückzudrängen. Dabei konnten noch nicht einmal das III. und IV. Fliegerkorps (Stuka) aufgrund der geringen Reichweite in die Kämpfe eingreifen. So erging am 6. September der Befehl, die beiden Fliegerkorps ebenfalls nach La Paz zu beordern.

Der Endkampf um die Reste der eingeschlossenen US-Streitkräfte erschien General Peron als ein Kinderspiel. General Ramirez, der noch immer das Armeehauptquartier in La Paz führte, sah nun die Chance gekommen, mit verstärkten Luftstreitkräften den Durchbruch nach Lima zu schaffen. Bestärkt durch das Anspornen von Präsident Ortiz, wurde am 13. September 1943 der Angriff auf die Andenprovinz Cuzco eingeleitet, obwohl der eigentliche Befehlshaber Feldmarschall Farrell Plaul noch immer nicht am Mittelabschnitt der Nordfront Feindberührung hatte. Feldmarschall Farrell Plaul billigte trotzdem diesen ersten Vorstoß von General Ramirez.

Für diesen Angriff alleine wurden über 510 Tonnen Nachschub und 170 Tonnen Treibstoff bereitgestellt. Um 11 Uhr begann der Angriff mit einem Feuerüberfall der Artillerie. Dann gingen das schnelle VI. Armeekorps und das III. Gebirgsjägerkorps aus ihren Schützengräben vor. Das XII. Armeekorps sowie das Armeehauptquartier unterstützten den Angriff von La Paz aus. Die sieben anrennenden argentinischen Divisionen stießen auf die Armee von US-Feldmarschall Devers, dem ebenfalls sieben US-Infanteriedivisionen – der 165., 195., 108., 5., 106., 6. und 162. – zur Verteidigung bereit standen. Hauptsorge bereitete General Ramirez die Brigaden, die den US-Divisionen zugeteilt worden waren: Nicht weniger als vier Flugabwehrbrigaden befanden sich darunter.

Bild
Bild 252: Angriff auf Cuzco (13.09.1943)

Das Ergebnis des bevorstehenden Kampfes war völlig offen und es stellte sich die Frage, ob die Sturzkampfbomber des II. und V. Fliegerkorps den Ausschlag geben würden, um die Schlacht zu Gunsten der argentinischen Truppen entscheiden zu können oder ob die feindliche Flugabwehr die US-Bodentruppen in genügendem Maße schützen konnte.

Doch es zeigte sich, dass selbst ein Sieg noch nicht das Tor auf Lima aufstieß: Dort erwarteten laut den neusten Luftnachrichten weitere erhebliche feindliche Kräfte den Sturm auf die Stadt. – Jetzt stand jedoch zunächst der erste Schritt Richtung Lima auf der Tagesordnung und der gemeine Gaucho konnte noch nicht ahnen, was noch auf ihn zukommen sollte.
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Angriff in den Anden! - Kapitel 22

Beitragvon Claus E. Witz » 7. Oktober 2013 22:15

US-Gegenangriffe auf die Rio Madeira-Stellung
(September 1943)

Gleich zu Beginn der Schlacht um Cuzco zeichnete sich ab, dass der Angriff zu diesem Zeitpunkt unzureichend vorbereitet und verfrüht war. Mit dem Angriff der Bodentruppen ergingen gleichzeitig die Einsatzbefehle an die Bomberpiloten. Das IV. und II. Fliegerkorps (Stuka) konnten jedoch erst vier Stunden nach Beginn der Kampfhandlungen in das Geschehen eingreifen. In zwei Angriffswellen beharkten sie den Feind in den gut geschützten Gebirgsstellungen ohne sichtbare Erfolge erzielen zu können. – Es gab für die Gauchos am Boden kein Durchkommen. Um 0 Uhr am Folgetag, dem 14. September musste General Ramirez den Angriff einstellen.

Die aufgestiegenen Sturzkampfbombergeschwader mussten sich nun neue Ziele suchen. Luftwaffenfeldmarschall Parodi führte die gesamte Luftstreitmacht gen Pucallpa, wo US-Feldmarschall Bradly mit der 59. und 9. US-Infanteriedivision auf vorgeschobenem Posten stand. Mit Bodenangriffen konnten die Sturzkampfbomber dem Feind empfindliche Verluste beibringen. Die Luftangriffe wurden wieder und wieder vorgetragen, bis schließlich am 18. und 20. September die 9. und 59. US-Infanteriedivision in Pucallpa vernichtet waren. Aber noch standen in Cobija keine argentinischen Truppen, die in diese Lücke hätten stoßen können. In der Zeit vom 20. bis 24. September folgten weitere Stuka-Angriffe, die auf das in Trujillo stehende US-Korps mit der 179. und 169. US-Infanteriedivision geflogen wurden. Das Bombardement blieb jedoch ergebnislos und wurde abgebrochen.

Während wir am linken Flügel der Nordfront mit der 1. Armee auf der Stelle traten, gelang es der 3. Armee den Kessel weit hinter der Hauptkampflinie weiter einzudrücken. Am 17. September hatte das IV. Gebirgsjägerkorps Cuiabá erreicht, dem einen Tag später das schnelle XIII. Armeekorps folgte. Ein kurzes Gefecht gegen ein US-Korps, das in Marabá stand, führte am 18. September zur Gefangennahme von Generalleutnant Booths 4. und 177. US-Infanteriedivision. Das US-Korps ging mit knapp 24.000 Soldaten geschlossen in Gefangenschaft, da es in den Dschungel kein Entkommen mehr gab. Brasilien hatte seine Grenzen abgeschottet. Anfang November würden die Gebirgsjäger die Provinz besetzen und dann auch die zerschlagenen und noch flüchtenden US-Divisionen unter dem Kommando von Feldmarschall Eisenhower gefangen nehmen können.

Zeitgleich mit dem Vorstoß in nördliche Richtung in den Kessel hinein griff am 17. September die 3. Armee mit dem II. Armeekorps von Santa Cruz kommend Perseverancia an. Auch hier gelang ein leichter Sieg über den Kommandeur Truscott, der sich mit seinem US-Korps ergab. Die Besetzung dieses Teilkessels würde Mitte Oktober abgeschlossen sein und eine Verlegung des II. Korps an die Hauptkampflinie der Nordfront möglich machen.

Zur Verstärkung der Nordfront erreichte am 18. September die aus Asunción kommende 28. Infanteriedivision das in Antofagasta stehende VII. Armeekorps unter dem Kommando von Generalleutnant Aramburu. Gleichzeitig wurde das VIII. Armeekorps, Generalleutnant Lonardi, von Mato Grosso nach Cobija strategisch vorgeschoben. Dort sollte das Korps Anfang Oktober die Front an dieser Stelle versteifen. Mit frischen Truppenaushebungen hatte mein Amt erst Mitte September begonnen, so dass die Anfang des Jahres von Armeechef Manuel Savio eingeforderten zwei zusätzlichen Divisionen für 1943 erst Mitte November 1943 und Mitte Januar 1944 bereitstehen konnten. Mit einer Truppenverstärkung aus dieser Richtung konnte Feldmarschall Farrell Plaul also nicht rechnen, um das nächste Etappenziel Lima zu erreichen.

Der 21. September begann mit einem Ablenkungsmanöver der US-Streitkräfte. Gegen 7 Uhr erfolgte ein Landungsversuch an der Atlantikküste in Korpsstärke bei Curitiba. US-Generalleutnant Groves führte die 87. und 181. US-Infanteriedivision sowie die 20. US-Panzerdivision auf den Strand der Gebirgsprovinz. Die argentinische 39. Infanteriedivision verteidigte tapfer die Küstenstellungen. Zudem konnten zusätzlich 97 Tonnen Nachschubgüter und Munition ausgegeben werden. Als weitere Maßnahme wurde das 1. Marinebombergeschwader von Santiago nach Montevideo umstationiert, doch die Fliegerangriffe richteten sich gegen vor Brasilien gesichtete Schiffseinheiten und gingen damit ins Leere. Die Lage wurde erst am 22. September bereinigt und der Feind konnte nur mit Mühe abgewiesen werden.

Dann überraschte gegen 10 Uhr ein Großangriff der US-Truppen von Arequipa nach Antofagasta den argentinischen Generalstab. Nach einem kurzen Feuerüberfall der US-amerikanischen Artillerie griffen zehn US-Divisionen die Stellungen der 1. Armee an. Neun Stunden lang hielt die schwache Verteidigungslinie in der Wüste, dann brach Panik bei den argentinischen Truppen aus.

Bild
Bild 253: US-Gegenangriff auf Antofagasta (21.09.1943)

Um 19 Uhr begann der Rückzug des VII. Armeekorps nach Santiago. Das XV. Armeekorps unter Generalleutnant Molina Gomez flüchtete sich nach Sucre. Die Absetzbewegungen würden erst Mitte Oktober abgeschlossen sein. Dann erst konnte ein Gegenangriff mit Unterstützung aus La Paz erfolgen.

Am 24. September erreichte das X. Armeekorps zusammen mit der Nationale Garde Cobija im mittleren Frontabschnitt. Nach einem kurzen Gefecht mit US-amerikanischen Vorauskommandos konnte die Dschungelprovinz als zusätzliches Sprungbrett auf Lima gesichert werden.

Bild
Bild 254: Die strategische Lage in Südamerika (01.10.1943)

Doch wie sollte der Feldzug weitergeführt werden? Die 3. Armee war noch mit der Besetzung der letzten Teilkessel im Amazonasgebiet eingesetzt und deshalb nicht stark genug, um die 1. Armee zu unterstützen oder Richtung Guyana gegen die Briten vorzustoßen. Die 1. Armee fand keinen Ansatzpunkt, um den US-amerikanischen Sperrriegel vor Lima aufzubrechen. Zudem ging der linke Flügel vor La Paz verloren und die Truppen mussten erst wieder an die Ablauflinie herangeführt werden. So befahl Präsident Ortiz dem Generalstab, für Anfang Oktober einen neuen Operationsplan vorzulegen.
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Angriff in den Anden! - Kapitel 22

Beitragvon Claus E. Witz » 7. Oktober 2013 23:13

Die Schlacht um Cobija
(Oktober 1943)

Anfang Oktober war ich damit beschäftigt, die Weichen für die weitere Forschung für das Jahr 1943 voranzutreiben. Die Firma Esteban de Luca hatte vertragsmäßig den Abschlussbericht für die „Fortschrittliche Infanteriedivision“ vorgelegt. Ich schätzte das zuverlässige Unternehmen und konnte mich darüber freuen auch den Folgeauftrag für die Erforschung der „verbesserten Gebirgsjäger“ an Esteban de Luca zu vergeben. Gewiss, es lagen Pläne aus Ungarn für dieses Vorhaben vor. Trotzdem bedurfte die Entwicklung der neuen Techniken etwas Zeit. Zeit, die Präsident Ortiz und sein Generalstab nicht zugestehen wollten und konnten.

Ich hatte über dem Papierkram die ganze Nacht gebrütet und war wie so häufig in den Kriegsjahren erst sehr spät ins Bett gekommen. Gegen 9 Uhr am 2. Oktober erhielt ich von meinem Sekretär die Nachricht, dass die US-Amerikaner offensichtlich die Gegenoffensive eingeleitet hatten. US-Feldmarschall Bradley griff mit einer Armee von Cuzco unsere gerade erst erreichten Stellungen in Cobija an. Zwei Stunden später kreisten unsere Sturzkampfbomber über dem Schlachtfeld. Doch als die Nacht hereinbrach mussten das X. Armeekorps und die Nationale Garde den Rückzug nach Riberalta antreten.

Feldmarschall Farrell Plaul sollte sich zu diesem Zeitpunkt eigentlich auf dem Weg nach Buenos Aires machen, um seine neuen Offensivpläne vorzutragen, doch nun trugen ihn die zurückflutenden argentinischen Kolonnen hinfort. Die Planungsgespräche fanden ohne ihn statt. Am 8. Oktober erreichte nach strategischer Verlegung das VIII. Armeekorps Cobija. Das damit zur 1. Armee übergegangene Korps sollte das drohende Loch in der Front stopfen. Deshalb startete General Ramirez zeitgleich einen Entlastungsangriff von La Paz aus auf Cuzco. Dabei setzte Ramirez seine gesamte Streitmacht ein, indem er das Armeehauptquartier, das XII. und VI. Armeekorps sowie das III. Gebirgsjägerkorps den Angriffsbefehl gab. US-Feldmarschall Bradley setzte die 6., 195., 106., 162., 191., 5., 165., 108. und die 25. (mot.) US-Infanteriedivision ein. Den argentinischen Angreifern gelang zeitweise die Einkreisung des Feindes, so dass der feindliche Angriff gegen 9 Uhr auf Cobija abgebrochen wurde, um höhere Verluste zu vermeiden.

Bild
Bild 255: Die Schlacht um Cobija (08.10.1943)

Nun ging wiederum das VIII. Armeekorps unter dem Kommando von Generalleutnant Lonardi mit der 33. und 34. Infanteriedivision zum Angriff von Cobija aus vor und versuchte, den Feind in Cuzco in der Flanke zu packen. Luftwaffenmarschall Parodi konnte jetzt auch die versammelten Sturzkampfbomberverbände gegen den Feind führen. Ab 9 Uhr flogen 710 Maschinen in zwei Wellen Zerrüttungsangriffe auf Bradleys US-Truppen in Cuzco. Der Kampf im unwegsamen Gelände wurde von beiden Seiten erbarmungslos geführt. Erst als es am 8. Oktober Abend wurde, brach General Ramirez um 19 Uhr den Angriff auf Cuzco endgültig ab. Die in Cobija verbliebenen argentinischen Truppen richteten sich notdürftig auf die Verteidigung ein.

Zur Stabsbesprechung, zu der Feldmarschall Farrell Plaul gebeten wurde, war General Peron ebenfalls geladen worden. Nun fand er in Abwesenheit von Feldmarschall Farrell Plaul und General Ramirez die Gelegenheit, seine Ideen und Pläne dem Generalstab vorzustellen. Der ehrgeizige Oberbefehlshaber der 3. Armee vermeldete, dass sich seine Truppen spätestens Ende November in Porto Velho zum Losschlagen versammelt haben würden. General Peron wollte nach seinen Ausführungen zufolge Richtung Nordosten nach Guyana vorrücken, die Verbindung zwischen US-amerikanischen und britischen Truppen vereiteln, um dann die Küste Guyanas mit den dortigen Flugplätzen zu besetzen.

Der Generalstab wies diesen Plan jedoch ab, da zu befürchten war, dass die 3. Armee in den Küstenschutz aufgehen würde. Zwar hatte der Flugplatz in dieser Region einen gewissen strategischen Wert, doch waren in dieser Region weder Bodenschätze zu finden, noch Industriekomplexe einzunehmen, die die argentinische Wirtschaft hätten eingegliedert werden können.

Vielmehr sollte nach den Vorstellungen des Generalstabs die 3. Armee, nachdem sie sichergestellt haben würde, dass keine Truppenvereinigung zwischen US-Amerikanern und Briten vollzogen werden konnte, in der Masse nach Westen schwenken und die 1. Armee in ihrer Ostflanke unterstützen. Als Ziel wurde die Besetzung der Dschungelprovinz Pucallpa bezeichnet.

General Peron war zwar etwas enttäuscht über diesen Auftrag, denn es war mit erheblichem Widerstand durch die im Dschungel befindlichen US-Truppen zu rechnen, aber Peron erkannte auch die Möglichkeit, sich bei der Einkesselung bedeutender Truppenteile im Amazonasbecken Meriten zu erwerben. Doch war es zunächst wichtiger, dass die 1. Armee die Westflanke der Nordfront halten konnte.

Um Feldmarschall Plauls Position gegenüber den Generälen Ramirez und Peron zu stärken, wurde er als Oberbefehlshaber der Nordfront bestätigt. Von nun an sollte – nicht zuletzt aufgrund der inzwischen großen Entfernung zum Oberkommando des argentinischen Heeres (OKAH) in Buenos Aires – die Heeresgruppe Nord (H.Gr. Nord) als Zwischenglied zwischen Oberkommando und der 1. und 3. Armee dienen. Das „Armeehauptquartier“ wurde in „Heeresgruppenkommando Nord“ umbenannt. Die 2. Armee an der Patagonienfront unterstand weiterhin dem OKAH direkt.

Während der aufgrund der Abwesenheit von Feldmarschall Plaul etwas missglückten Sitzung nahm mich Präsident Ortiz bei Seite und sprach mich auf die Neuaufstellung modernster Infanteriedivisionen an. Er gab mir zu verstehen, dass es wohl langfristig notwendig sein würde, eine weitere Armee aufzustellen. Präsident Ortiz forderte mich auf, den Grundstein dazu mit vier bis sechs Divisionen bis Mitte 1944 zu legen, aber kein großes Aufheben davon zu machen. Über diesen Auftrag war ich etwas verwundert, zumal sich die Vorbereitung für dieses Unterfangen kaum verbergen ließ. Hinzu kam der Gedanke, wozu man eine weitere Armee benötige, wenn es nur zwei Fronten gab. – Es konnte nur zweierlei bedeuten. Erstens: Präsident Ortiz wünschte sich keine Diskussion mit seinen Generälen. Und zweitens: Ein weiteres Land Südamerikas sollte sich der „argentinischen Bewegung“ anschließen. Doch welches Land sollte es treffen? – Mich sollte es nicht kümmern; ich traf alle Vorbereitungen dafür dass neben den zwei Infanteriedivisionen des „Typs 41“ fünf weitere Divisionen de s “Typs 43“ aufgestellt wurden. Die erste sollte am 8. Dezember 1943, die letzte am 7. Juli 1944 bereit stehen.
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Beitragvon Claus E. Witz » 17. Oktober 2013 22:22

Die Nordfront versteift sich
(Oktober bis November 1943)

Am 9. Oktober starteten unsere Stukas Zerrüttungsangriffe auf Pucallpa. Dort stand die 205. US-Infanteriedivision unter Generalleutnant Donion. Nach der ersten Welle um 4 Uhr in der Frühe wurden die Bomber umgerüstet. Danach flog die argentinische Luftwaffe Bodenangriffe gegen den Feind und vernichtete die US-Division bis 20 Uhr abends. Anschließend wurde Lima mit Phosphor- und Sprengbomben belegt. Aber US-Feldmarschall Stillwells Truppen, zu der die 2., 39. (mot.) und 35. Infanteriedivision, 8. US-Panzerdivision sowie die 101. Airborne Division gehörten, hatten nur geringfügig Verluste zu erleiden.

Feldmarschall Farrell Plaul beschloss daraufhin erst die Umgruppierung der 3. Armee und ihren Vormarsch abzuwarten, bis die 1. Armee wieder zum Angriff antreten sollte. Die US-Truppen, die den feindlichen Vorstoß auf Antofagasta vortrugen, sollten noch in der Wüstenprovinz vernichtet werden, um den Abwehrriegel vor Lima weiter zu schwächen.

Feldmarschall Farrell Plaul zog die Truppen, die an der Vernichtung der Kessel südlich des Tropenwaldes beteiligt waren weiter an der östlichen Rio Madeira-Stellung zusammen. Am 6. Oktober wurde die 13. Infanteriedivision von Santa Cruz nach Porto Velho zu General Perons 3. Armee strategisch verlegt. Das II. Armeekorps unter dem Kommando von Generalleutnant Anaya nahm ohne US-amerikanische Gegenwehr am 10. Oktober Perseverancia ein. Es folgte ebenfalls unverzüglich der Bahntransport der zwei zur Einnahme der Provinz verbliebenen Divisionen nach Porto Velho. Ein weiterer Transport konnte mit dem XIII. Armeekorps von Cuiaba nach Porto Velho erfolgen, da alle US-Streitkräfte im Kessel entweder vernichtet oder in Gefangenschaft gegangen waren.

Am 20. Oktober erreichte die 13. Infanteriedivision Porto Velho und wurde dem XIV. Armeekorps von Generalleutnant von der Becke, das die neuen Stellungen der 3. Armee bis dahin allein gehalten hatte, unterstellt. Einen Tag später erreichten das XIII. und das II. Armeekorps Porto Velho. Damit wurde gleichzeitig das II. Korps der 3. Armee unterstellt. General Peron, der mit dem schnellen XIII. Korps nach Porto Velho gekommen war, ging mit voller Tatendrang daran, nach dem langen Transport seine Truppen wieder zu organisieren und den Divisionen Bereitstellungsräume für einen ersten Vorstoß gegen die britischen Truppen in Boa Vista zuzuweisen. Doch zunächst machte dem Generalstab die Lage an anderen Fronten zu schaffen.

Am 11. Oktober um 13 Uhr gab es einmal mehr einen US-amerikanischen Landungsversuch an der Atlantikküste bei Curitiba. US-Generalleutnant Bull stürmte mit der 33., 46. und 166. US-Infanteriedivision die wenigen Strände, die die Gebirgsprovinz zu bieten hatte. Doch die argentinische 39. Infanteriedivision unter Generalleutnant Pistarini, die von erhöhten Stellungen aus den Feind bestreichen konnte, hielt bis zum Dunkelwerden aus. Das 1. Marinebombergeschwader griff zudem in die Kämpfe aus der Luft ein und bombardierte die Begleitschiffe der Landeoperation. Dabei erhielt der schwere Kreuzer „USS Raleigh“, der für das Bombardement der Küste eingesetzt war, gegen 22 Uhr drei schwere Treffer und musste sich daraufhin zurückziehen. Am 12. Oktober um 13 Uhr – nach 24 Stunden hartem Kampf – zog sich die US-Landungsflotte ebenfalls von der argentinischen Küste aus dem South Santos Plateau aus dem tödlichen argentinischen Abwehrfeuer zurück.

Am 14. Oktober starteten die US-Streitkräfte vor Lima einen weiteren Angriff gegen die Rio Madeira Stellung bei Cobija. US-Feldmarschall Eisenhower hatte dazu in Cuzco die 157., 37., 173. und 103. US-Infanteriedivision sowie einen schnelles Korps bestehend aus der 51. US-Panzerdivision und der 55. motorisierten US-Infanteriedivision zusammengezogen. In Cobija verteidigte Generalleutnant Leonardi lediglich mit dem stark geschwächten VIII. Armeekorps die Stellungen der Hauptkampflinie.

Als der US-amerikanische Angriff gegen 17 Uhr erfolgte, waren die argentinischen Sturzkampfbomber weit entfernt über Trujillo im Einsatz. Obwohl die Stuka-Geschwader sofort zurückgerufen wurden, um den Angriff abzuwehren, mussten die Maschinen zunächst neu betankt werden, um wieder angreifen zu können. Doch das Unternehmen dauerte zu lange. Auch ein von General Ramirez unverzüglich eingeleiteter Gegenangriff von La Paz aus half nichts: Bereits nach zwei Stunden Kampf unterlag das VIII. Armeekorps der erdrückenden Übermacht und zog sich nach Riberalta zurück, um sich mit der Nationalen Garde und dem X. Armeekorps zu vereinigen. Drei Stunden später musste auch der Entlastungsangriff von La Paz abgebrochen werden. Damit war auch die rechte Flanke von La Paz zusammengebrochen.

Am 24. Oktober geriet Antofagasta in Feindeshand. General Ramirez hatte sich auf diesen Moment so gut es ging vorbereitet. Bereits eine Stunde später gingen zehn argentinische Divisionen zum Gegenangriff vor. US-Feldmarschall Hodges stand mit der 8., 187., 47., 66., 69. und 201. US-Infanteriedivision in der Wüstenprovinz. Die Schlacht wäre ausgeglichen gewesen, wenn nicht die argentinischen Sturzkampfbomber mit Zerrüttungsangriffen in die Kämpfe eingegriffen hätten. Doch so war der Kampf bereits drei Stunden später entschieden.

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Bild 256: Die Schlacht um Cobija (24.10.1943)

Schon während der Bodenkämpfe hatte der Feind 3.200 Mann verloren, doch nun flogen die Sturzkampfbomber erbarmungslos Bodenangriff auf Bodenangriff auf den zurückflutenden Feind. Am 27. Oktober konnte zunächst die 69. US-Infanteriedivision vernichtet werden. Daraufhin führten die US-Amerikaner zur Verstärkung die 4. Marines und die 30. Infanteriedivision heran. Doch der argentinische Angriff aus drei Richtungen war nicht aufzuhalten und auch diese beiden US-Divisionen befanden sich kurz darauf auf dem Rückzug. Am 29. Oktober wurde dann die 30. US-Infanteriedivision von Stukas vernichtet. In der Folgezeit konnten weitere drei Divisionen der US-Amerikaner dezimiert werden. Die Rauchschwaden über dem Himmel von Antofagasta behinderten inzwischen zeitweise so sehr die Sicht, dass in dem Chaos nur schwer festzustellen war, welche Einheiten bereits zerschlagen und welche noch intakt waren. Am 1. November konnte so nur die Vernichtung einer weiteren US-Infanteriedivision gemeldet werden. Am 2. November gelang den argentinischen Sturzkampfbomberpiloten die Vernichtung der 8. und 201. US-Infanteriedivision. Am 3. November konnte Luftwaffenmarschall Parodi vermelden, dass Antofagasta feindfrei sei.

Bei diesen Angriffen hatten die Sturzkampfbomber lediglich 17 Maschinen eingebüßt. Nun konnten das VII. und XV. Armeekorps von Santiago und Sucre nachrücken. Die beiden Korps besetzten die Provinz Antofagasta am 13. November wieder. Der Feind versuchte zunächst nicht mehr Richtung Antofagasta vorzustoßen.

Nachdem Anfang November klar war, dass die Kämpfe um Antofagasta positiv verlaufen würden, ging am 3. November General Peron mit der 3. Armee ebenfalls zum Angriff über. Seine in Porto Velho versammelten sieben Divisionen gingen Richtung Norden durch den fast undurchdringlichen Dschungel gegen die britische 36. und 58. Infanteriedivision unter General Slim vor. Ziel war es, die Vereinigung der US-amerikanischen und britischen Truppen zu verhindern und den britischen Flughafen in Georgetown zu bedrohen.

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Bild 257: Die 3. Armee greift Boa Vista an (03.11.1943)

Die Kämpfe um Boa Vista gestalteten sich für den argentinischen Generalstab überraschend ausgeglichen. Heftige Regengüsse hatten eingesetzt, die das Überwinden des Amazonas und seiner Nebenflüsse als besonders schwierig gestalteten. So kam es, dass General Peron am 4. November dem Generalstab eine Niederlage melden musste. Boa Vista sollte in britischer Hand bleiben. Das XIII., II. und XIV. Armeekorps waren am Ende ihrer Kräfte und benötigten dringend Verstärkungen und Nachschub. Doch die Abnutzung unserer Streitkräfte hatte durch die vergangenen Kämpfe und Gewaltmärsche solche Ausmaße angenommen, dass einige Divisionen nur noch ein Drittel ihrer Sollstärke hatten. Konnten unter diesen Umständen trotzdem weitere Erfolge gelingen?

Am 5. November erreichte die 7. Gebirgsjägerdivision die Dschungelprovinz Marabá und zerschlug damit das letzte Widerstandsnest im Rücken der Rio Madeira-Stellung. Die Gebirgsjäger wurden sofort strategisch nach Porto Velho verlegt, wo sie am 15. November ankommen sollten. Damit endete die überaus erfolgreiche Operation „Puelche“, die am 16. März 1943 ausgelöst worden war. Nach siebeneinhalb Monaten konnte der Feind 1.000 bis 2.000 Kilometer weit Richtung Norden zurückgedrängt werden. Jetzt galt es, den Norden Südamerikas ganz zu befreien.
"Wir behaupten (...), der Krieg ist nichts als eine Fortsetzung des politischen Verkehrs mit Einmischung anderer Mittel." Carl von Clausewitz

Angriff in den Anden! (HoI2 Argentinien 1936 AAR)
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Angriff in den Anden! - Kapitel 22

Beitragvon Claus E. Witz » 19. Oktober 2013 22:12

Die 3. Armee an der Rio Madeira-Linie
(November 1943)

Mein Wirtschafts- und Forschungsministerium arbeitete fieberhaft an der Modernisierung der argentinischen Infanteriedivisionen, derer wir Ende 1943 36 aufgestellt hatten. Diese Aufgabe sollte sich über mehrere Monate hinziehen, so dass eine Priorisierung notwendig wurde. Gleichzeitig sollten neue Divisionen für eine potentielle vierte Armee aufgestellt und außerdem noch die bestehenden Streitkräfte aufgefrischt werden. In dieser Zeit hatte ich viel zu tun, um die einzelnen Projekte zu koordinieren und Zeitpläne für die Produktion aufzustellen.

Am 20. Oktober stellten wir ein weiteres Artillerieregiment auf und gliederten es der 28. Infanteriedivision an, die zum VII. Armeekorps in Santiago gehörte. Das Korps hatte sich aus Antofagasta zurückziehen müssen. Nun wurde die Artillerie gerade rechtzeitig für den bereits geschilderten Gegenstoß nach Antofagasta der Truppe ausgehändigt.

In den Wochen darauf wurden die 14., 18. und 36. Infanteriedivision auf den Divisionstyp ´43 umgerüstet. Bis zum 12. November war das schnelle VI. Armeekorps in La Paz modernisiert worden. Trotzdem blieb das Korps weithin stark hinter seiner Sollstärke zurück.

Es folgten einige personelle Veränderungen, die Generalstabschef Carlos O. Marquez durchführen ließ. Feldmarschall Farrell Plaul übernahm jetzt selbst direkt das Hauptquartier des Heeresgruppenkommandos Nord in La Paz. General Ramirez wechselte zur 1. Armee zum X. Armeekorps nach Riberalta. Der Generalstab versprach sich durch diese Maßnahme, dass endlich Ruhe in das Kompetenzgerangel an der Nordfront einkehren sollte.

Am 14. November wurde die 40. Infanteriedivision, die die alte Bewaffnung des Typs ´41 erhielt, aufgestellt. Die Division wurde dem von Curitiba nach Porto Velho verlegten XVI. Generalkommando unterstellt. Ursprünglich sollte Generalmajor Lugones – ein Defensivtaktiker – das XVI. Korps übernehmen. Er wurde von der Garnison Montevideo abberufen, verstarb aber auf mysteriöse Weise kurz nach seiner Abreise von der ehemaligen Hauptstadt Uruguays. Man mutmaßt heute noch, dass er einem Giftanschlag durch US-amerikanische Agenten des OSS zum Opfer gefallen sei. Anstelle des verstorbenen Generalmajors Lugones wurde Generalmajor Vacca von der Garnison Bahia Blanca zum XVI. Armeekorps abkommandiert.

Zur Verstärkung der 3. Armee hatte die 39. Infanteriedivision, die das Küstenabschnittskommando 23 in Curitiba übernahm, ihr Panzerabwehrregiment an die neu aufgestellte 40. Division abzugeben. Generalleutnant Pistarini protestierte über diese Maßnahme, war er doch in einem strategisch besonders wichtigen Küstenabschnitt nördlich der La Plata-Mündung eingesetzt. Doch der Generalstab setzte andere Prioritäten.

Schon am 17. November unterstrich ein weiterer Landungsversuch durch ein US-Korps die Einschätzung Pistarinis. US-Generalleutnant Bruce versuchte mit der 40. und 38. US-Infanteriedivision sowie der 20. US-Panzerdivision die 39. Infanteriedivision aus ihren Küstenstellungen zu werfen. Es dauerte zwei Tage bis Generalleutnant Pistarini den Landungsversuch abwehren konnte, obwohl argentinische Marinebomber massiv zur Abwehr im Küstenvorfeld im South Santos Plateau eingesetzt wurden.

Nachdem die 7. Gebirgsjägerdivision am 17. November Porto Velho erreicht hatte, gefolgt vom Panzerabwehrregiment für die 40. Infanteriedivision am 21. November, hatte General Peron die 3. Armee im Amazonasgebiet komplett versammelt. Jetzt gab der Befehlshaber seinen Truppen eine Verschnaufpause, um losschlagen zu können.

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Bild 258: Die Nordfront (21.11.1943)

Ich bekam von diesen operativen Dingen im November 1943 nur am Rande mit, da ich meine Aufmerksamkeit einem aufkeimenden Rohstoffproblem widmen musste. Ich hatte bereits Anfang November ein Wirtschaftsabkommen mit Japan abschließen müssen, bei dem wir monatlich 321 Tonnen Rohöl gegen fast 1.000 Tonnen Steinkohle zur Energieerzeugung tauschen konnten. Verluste durch Versenkungen traten damals nicht ein. Trotz dieses Abkommens war innerhalb von achteinhalb Monaten ein Energieengpass zu befürchten. Mitte 1944 würde die Wirtschaftsleistung eingeschränkt sein, wenn keine weiteren Abkommen geschlossen werden würden oder keine Nachschublager eingenommen werden konnten.

Hinzu kam meine Sorge über die mangelnde Sicherheit in La Paz. Immer wieder waren US-Bomber über der Provinzhauptstadt aufgetaucht und hatten bereits zwei Industriekomplexe lahmgelegt und einen weiteren schwer beschädigt. Regelmäßig gingen dabei auch Rohstofflager in Flammen auf. Und dass, obwohl das Deutsche Reich und Italien für die Verteidigung des Luftraumes je ein Fliegerkorps mit Abfangjägern geschickt hatten. Auf diese Weise war es mir nicht möglich, die Wirtschaftsleistung aufs Äußerste zu steigern.

Am 23. November hatten wir die „Kampfeinheits-Zerstörungsdoktrin“ entwickelt und einmal mehr die Moral und den Organisationsgrad der Sturzkampfbomberverbände um zehn Prozent gesteigert. Als weiterführende Studie beschäftigte sich Hector del Riva mit der „Bomber-As-Initiative“, um die Flexibilität und Belastbarkeit der Stuka-Waffe weiter auszubauen.

Der November endete ohne weitere Kampfhandlungen mit der Aufstellung eines Artillerieregiments, das der 34. Infanteriedivision (VIII. Armeekorps) in Riberalta angegliedert wurde und der Modernisierung der 29. Infanteriedivision, die zum schnellen XIII. Armeekorps in Porto Velho gehörte.

Anfang Dezember wollte General Peron erneut mit der 3. Armee von Porto Velho aus Richtung Boa Vista gegen die Briten losschlagen. Doch im letzten Augenblick hatte sich die Lage verändert. Die Feindaufklärung vermutete inzwischen statt zweier britischen Divisionen mindestens fünf Einheiten, die als Sperrriegel vor Georgetown standen. General Peron fragte daraufhin im Generalstab in Buenos Aires nach, ob er den Angriff trotzdem durchführen sollte. Manuel Savio, Chef der Armee, verwies daraufhin auf Feldmarschall Farrell Plaul als Befehlshaber der Heeresgruppe Nord. Anderslautende Befehle, die vorher bestanden, könnten nur von Plaul abgeändert werden. Der Feldmarschall kabelte wenig später, dass die „Sache“ abgeblasen sei und neue Einsatzbefehle an die 3. Armee gehen würden. Damit war Perons Ehrgeiz zunächst einmal ausgebremst worden. Doch was plante Feldmarschall Farrell Plaul, um diesen massiven Abwehrriegel zu durchbrechen?
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Angriff in den Anden! (HoI2 Argentinien 1936 AAR)
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