[AAR HoI2] Angriff in den Anden! (Argentinien AAR 1936)

AARs zum Zeitpunkte der beiden Weltkriege

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Claus E. Witz
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Angriff in den Anden! - Kapitel 22

Beitragvon Claus E. Witz » 27. Oktober 2013 02:05

Eine neue La Plata-Front
(Dezember 1943)

Im Dezember 1943 veränderte sich die Lage dramatisch gegenüber den Vormonaten. Hatte es bis in den November hinein geheißen, die 3. Armee plane eine Offensive durch den Amazonasdschungel, entschieden die Stabschefs, die Truppen Perons beim Angriff auf Lima direkt einzusetzen. Ich bekam davon erst sehr spät etwas mit, fehlte mir doch der direkte Zugang zu Feldmarschall Farrell Plaul. Wie sich später herausstellte, hatte General Peron ihm den Vorschlag gemacht, den US-amerikanischen Truppen den Weg abzuschneiden, indem man die 3. Armee in Cobija zusammenziehen sollte, um direkt in die Dschungelprovinz Pucallpa am Fuße der Anden zu stoßen. Damit würden die Ziele der Stabschefs sofort erreicht werden. Die so abgeschnittenen US-Divisionen ließen sich dann leicht vernichten und der Vormarsch der 1. Armee Richtung Lima konnte wirkungsvoll unterstützt werden.

Feldmarschall Farrell Plaul war sehr angetan von diesem Plan, wollte diesen Schritt aber zunächst mit seinen Vorgesetzten besprechen, denn zu diesem radikalen Plan gehörte die strategische Verlegung einer ganzen Armee. Dies war in den ganzen Kriegsjahren nie gewagt worden, musste doch die Transportkapazität erheblich belastet werden, was die Versorgungslage und damit Standhaftigkeit der Divisionen deutlich einschränken würde. Die Stabschefs, das Kabinett und auch Präsident Ortiz unterstützten jedoch diesen verwegenen Plan und man wähnte sich schon im Besitz von Lima, noch ehe die erste Kugel verschossen war.

Am 1. Dezember begann die strategische Verlegung der gesamten 3. Armee mit neun Divisionen von Porto Velho über die „Camino de Sarobe“ nach Cobija. Die Provinz Porto Velho sollte unverteidigt zurückbleiben, da man nach dem Zerschneiden der Versorgungsrouten mit einer Verlangsamung des Vormarsches der feindlichen Truppen rechnete. So konnte man die ganze Kraft der 3. Armee auf einen Punkt konzentrieren und die Erfolgschancen des Frontalangriffs verbessern. Dann rumpelten 14 Tage lang Fahrzeuge, Pferdekarren und Handwagen in einer unendlich langen Kolonne auf holprigen Pisten und überschritten den Rio Madeira in der Furt, die schon den Sieg der vergangenen Operation „Puelche“ bedeutet hatte – nur diesmal in umgekehrter Richtung.

Am 2. Dezember wurde zur Fernaufklärung das 1. Marinebombergeschwader von Montevideo abgezogen und nach Santiago verlegt. Die Marineflieger hatten die einzigen Flugzeuge, die in der Lage waren, feindliche Truppen nördlich von Lima zu entdecken. Es sollte sich bald zeigen, dass die Umstationierung sehr unglücklich war, da die Küstenverteidigung weiter vernachlässigt wurde.

Mit dem Marsch der 3. Armee nach Cobija wurde es wichtig, dass die nach Riberalta zurückgedrängten Truppenteile der 1. Armee ebenfalls wieder aufschlossen und den geplanten Angriff unterstützen konnten. Am 3. Dezember erhielten das VIII. und das X. Armeekorps sowie die Gardedivision den Befehl, ebenfalls nach Cobija strategisch zu verlegen. Aufgrund der Überlastung der vorhandenen Transportmittel konnte die Ankunft statt wie geplant Mitte Dezember erst am 23. Dezember gewährleistet werden. Dies warf die Planung der Offensive um eine Woche zurück.

Am 13. Dezember erreichte ein Vorauskommando, bestehen aus dem II. und XIV. Armeekorps, Cobija, wo die Truppen die Bereitstellungsräume der 3. Armee sichern sollten. Trotz feindlicher Störangriffe konnte die Hauptkampflinie besetzt werden. Das Gros der 3. Armee folgte tags darauf nach Cobija: General Peron konnte unbehelligt am 14. Dezember das IV. Gebirgsjägerkorps, sowie das XVI. und XIII. Armeekorps nach Cobija nachführen.

Die Luftwaffengeneräle Fabri (II. Fliegerkorps) und Zanni (V. Fliegerkorps) deckten den Aufmarsch der 3. Arme in Cobija mit Zerrüttungsangriffen im Raum Lima. So griffen zum Beispiel am 14. Dezember die Sturzkampfbomberpiloten mit Zerrüttungsangriffen die Provinz Pucallpa an und beharkten die 39. US-Infanteriedivision. Die feindliche Division konnte durch pausenloses Bombardement am 17. Dezember vernichtet werden.

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Bild 259: Die Nordfront (14.12.1943)

Am 24. Dezember erreichten die Truppenteile der 1. Armee, die in Riberalta standen, ebenfalls Cobija. Das VIII. und X. Armeekorps und die Nationale Garde unter General Ramirez übernahmen die Stellungen in der Hauptkampflinie, so dass sich die 3. Armee auf den Angriff vorbereiteten konnte.

Die Sturzkampfbomber beharkten währenddessen weiter die nur schwach besetzte Provinz Pucallpa. Zunächst erreichte US-Generalmajor Clarksons 6. US-Infanteriedivision Pucallpa. Doch schon bald folgten die 179. und 71. US-Infanteriedivision. US-Generalleutnant Griffith übernahm das Kommando an diesem Frontabschnitt und sicherte bis zum 27. Dezember die zuvor noch schwach besetzte Linie, so dass die argentinischen Sturzkampfbomber nach Trujillo auswichen und ein US-Korps mit der 4. und 2. US-Infanteriedivision unter dem Kommando von Feldmarschall Stillwell beschossen.

Während an der Nordwestfront die Truppen der 1. und 3. Armee im Raum Cobija zusammengezogen wurden, erlitten wir einen herben Rückschlag in der Küstenverteidigung am Atlantik. Dies wirkte sich dahingehend negativ aus, dass einige Truppen aus dem Operationsgebiet abgezogen werden mussten, um die Lage am Atlantik wieder zu stabilisieren.

Am 6. Dezember hatte US-General MacArthur eine großangelegte Landeoperation bei Curitiba gestartet. Hier stand lediglich die bereits durch die vorangegangenen Landungsversuche stark gelittene 39. Infanteriedivision unter Generalleutnant Pistarini. US-General MacArthur stand für die Landung mit der 195., 106., 191., 43. und 5. US-Infanteriedivision 60.000 Mann zur Verfügung. Die 7.800 Verteidiger standen trotz erhöhter Versorgung von über 50 Tonnen Munition und Verpflegung auf verlorenem Posten. Bereits einen Tag später war dem Feind die Landung geglückt und rund 1.000 Argentinier waren an der Steilküste von Curitiba gefallen oder verwundet.

Die 39. Infanteriedivision war bereits auf dem Rückzug nach Mato Grosso, als die neu aufgestellte 41. Infanteriedivision sofort nach ihrer Aufstellung in den Kampf geworfen wurde. Das sinnlose Unterfangen Curitiba doch noch zu retten, scheitere kläglich. Die 41. Division musste sich ebenfalls nach Mato Grosso zurückziehen.

Am 10. Dezember beschloss das Kriegskabinett, das III. und IV. Fliegerkorps (Stuka) von dem geplanten Vorstoß nach Lima abzuziehen, um den Brückenkopf der US-Amerikaner in Curitiba einzudämmen. Luftwaffenmarschall Parodi und Generalleutnant Verdaguer wurden umgehend mit ihren Geschwadern von La Paz nach Porto Alegre beordert.

Als am 16. Dezember die 39. Infanteriedivision in Mato Grosso angekommen war, wurde sie unverzüglich von US-Truppen aus Curitiba angegriffen. Sofort starteten die Sturzkampfbomber in Porto Alegre zu Zerrüttungsangriffen, um den Feind zu lähmen. Und tatsächlich gab der Feind einen Tag später das Vorhaben auf, die 39. Infanteriedivision aus Mato Grosso zu vertreiben. Als am 18. Dezember die 41. Infanteriedivision ebenfalls Mato Grosso erreichte bildeten beide Divisionen zusammen das neue XVII. Armeekorps unter Generalleutnant Pistarini. Aber die Lage war noch nicht stabil, da Porto Alegre mit seinen Flugplätzen lediglich von einer Division verteidigt wurde. Besonders kritisch wirkte sich aus, dass die Zerrüttungsangriffe der Sturzkampfbomber langsam erlahmten. Aufgrund des inzwischen schlechten Organisationgrades des IV. Fliegerkorps (Stuka) durch den pausenlosen Einsatz an der Front musste der Verband vom 22. Dezember an vorübergehend am Boden bleiben. Die US-Truppen im Brückenkopf von Curitiba erholten sich langsam von den Anstrengungen der Landung und konnten einen Ausbruch wagen, so vermutete der Generalstab.

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Bild 260: Die La Plata-Front (29.12.1943)

Ich konnte bei dieser dramatischen Entwicklung die Frontkämpfer kaum unterstützen. Wie berichtet, wurde die neu aufgestellte 41. Infanteriedivision sofort von dem neuen Brückenkopf aufgesogen. Meinem Ministerium gelang es im Laufe des Dezembers die 37. Infanteriedivision (XII. Armeekorps) in La Paz, die 15. Infanteriedivision (VII. Armeekorps) in Antofagasta und die 39. Infanteriedivision (XVII. Armeekorps) in Mato Grosso auf den Infanterietyp ´43 aufzurüsten. Das war alles, was in meiner Macht stand. Es fehlten einfach junge Männer, um die Lücken in den kampferprobten Einheiten aufzufüllen und gleichzeitig noch mehr Divisionen aufzustellen.

Als die strategische Sitzung zur Jahreswende wieder geplant wurde, waren wir alle enttäuscht, wie sich die Lage wieder zum Schlechten entwickelt hatte. Sollte die prekäre Lage bei Mato Grosso ignoriert werden, um mit aller Macht gegen Lima vorstoßen zu können? Oder war dem Schutz der Ostküste und der Hauptstadt Vorrang zu geben? – Wie ernst die Lage war, ließ sich dadurch erahnen, dass Präsident Ortiz seit Mitte Dezember eine Urlaubssperre auch für Kabinettsmitglieder erließ. So fielen 1943 Weihnachten und Silvester für mich aus und ich sollte meine Frau nicht sehen, die immer noch auf Sarobes Hazienda verweilte. Zu wichtig waren die Entscheidungen, die für das Jahr 1944 getroffen werden mussten, als dass man nach dem erfolgreichen Jahr die Zügel hätte schleifen lassen können.
"Wir behaupten (...), der Krieg ist nichts als eine Fortsetzung des politischen Verkehrs mit Einmischung anderer Mittel." Carl von Clausewitz

Angriff in den Anden! (HoI2 Argentinien 1936 AAR)
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Angriff in den Anden! - Kapitel 23

Beitragvon Claus E. Witz » 27. Oktober 2013 21:35

Die Machtblöcke Anfang 1944
(Januar 1944)

In der Vorbereitungszeit für die Strategiesitzung Ende Dezember 1943 hatte ich viel zu tun. Dadurch dass ich das Wirtschafts- und Forschungsministerium in Personalunion leitete, war ich schon immer einer besonderen Belastung vor den Strategiesitzungen, die immer am Neujahrstag begannen, ausgesetzt. So sehr es mich schmerzte, meine Frau über die Feiertage nicht zu sehen, war ich doch froh, dass mir die für die Kabinettsmitglieder erlassene Ausgangssperre ein Alibi verschaffte, mich noch stärker in meine Arbeit hineinstürzen zu können. Dabei wurde ich in besonderem Maße durch meine Mitarbeiter in meinem Doppelministerien tatkräftig unterstützt, so dass ich gut vorbereitet in den Sitzungsmarathon gehen konnte.

Wie bei jeder jährlichen Strategiesitzung war der erste Tag der geostrategischen Lage gewidmet. Verteidigungsminister Lisandro de la Torre stellte zunächst die Lage der Achsenverbündeten in Europa und Nordafrika vor. Die Fronten hatten sich seit der letzten Jahreswende im Osten verschoben. Den deutschen Truppen war es gelungen, Leningrad zu nehmen, Finnland zur Hälfte zu besetzen und die südrussische Front bis in den Kaukasus und die südlichen Ausläufern des Ural vorzuschieben. Doch im Mittelabschnitt vor Moskau schien es kaum noch vorwärts zu gehen. Die sowjetische Hauptstadt war immer noch nicht in deutscher Hand. Der Frontverlauf im Westen hatte sich ebenfalls kaum verändert. Lisandro de la Torre schloss aus dieser Lage, dass wir von unseren europäischen Verbündeten für das kommende Jahr kaum Unterstützung erwarten konnten, da der europäische Krieg immer noch nicht gewonnen war.

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Bild 261: Die strategische Lage in Europa (01.01.1944)

Auf dem asiatischen Kriegsschauplatz konnte Japan zwar die Philippinen, Java und fast die ganze Insel Sumatra besetzen, aber auf Borneo war nur ein größeres Ölfeld im Norden der Insel in japanischer Hand. Die Lage schiene hier sehr unübersichtlich und labil zu sein, so der Verteidigungsminister. Auf dem Festland trotzten immer noch die Chinesen dem japanischen Ansturm. Außer, dass sich die Rohstofflage für Japan etwas entspannt hatte, war auch von hier keine große Hilfe für uns zu erwarten, zumal Japan noch den Krieg gegen die Sowjetunion scheute.

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Bild 262: Die strategische Lage Japans (01.01.1944)

Generalstabschef Carlos O. Marquez ergriff daraufhin das Wort und gab weitere Einblicke in die Stärke der Alliierten- und Achsen-Streitkräfte. Die Achse verfügte Anfang 1944 über 595 Divisionen. Das waren 61 Divisionen mehr gegenüber dem vergangenen Kriegsjahr. Die Alliierten hatten zusammen 649 Divisionen im Feld. Das waren 117 Divisionen weniger als noch im Vorjahr, wenn man die sowjetischen Truppen im Januar 1943 mit in Betracht zog. In der Anzahl an Divisionen hatte sich das Kräfteverhältnis damit fast ausgeglichen.

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Bild 263: Heeresvergleich (01.01.1944)

Auf dem asiatischen Kriegsschauplatz kämpften Manchukuo, Mengkukuo und Siam mit Japan zusammen gegen Nationalchina, Rotchina, Xibei San Ma und Sinkiang, so dass zusätzlich 255 achsenfreundliche Divisionen gegen 160 chinesische Divisionen standen. Rechnete man diese Streitkräfte mit hinzu, kämpften 850 Divisionen der Achse und Japans gegen 809 alliierte und chinesische Divisionen.

Qualitativ gesehen konnte der Feind 30 Panzerdivisionen und 16 motorisierte Infanteriedivisionen, Deutschland 16 Panzer- und 4 Infanteriedivisionen (mot.) aufbieten. Damit hatte der Feind vier Panzerdivisionen mehr, aber 16 motorisierte Verbände weniger im Feld im Vergleich zum Vorjahr, während die Achse eine Panzerdivision mehr und eine motorisierte Division weniger in der Stammliste aufführte.

Betrachtete man sich die Luftstreitkräfte, so verfügten die Alliierten über 242 Geschwader, die sich in 174 Jäger-, 64 Bomber- und vier Transportgeschwader für vier ausgebildete Fallschirmjägerdivisionen unterteilten. Die Achse besaß 82 Geschwader, davon waren 52 Jäger-, 27 Bomber- und 3 Transportgeschwader für gleich viele Fallschirmjägertruppen. Japan warf zusammen mit seinen Verbündeten 20 weitere Geschwader in die Waagschale, während die chinesischen Staaten über keine Luftstreitkräfte verfügten. So bestand eine Unterlegenheit im Lauftraum in einem Verhältnis von 1 zu 2,4. Gegenüber dem Vorjahr hatten die Alliierten zirka 40 Geschwader verloren, während die Luftwaffe der Achse fast auf konstantem Niveau gehalten werden konnte.

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Bild 264: Luftwaffenvergleich (01.01.1944)

In der Schiffsstatistik war die Achse den Alliierten hoffnungslos unterlegen. Deutsche und Italiener hatten zusammen 132 Schiffe und Flottillen, darunter vier Schlachtschiffe und zehn schwere Kreuzer in Fahrt. Japan besaß 84 Einheiten. Dazu gehörten sechs Flugzeugträger, sechs Schlachtschiffe sowie weitere 17 schwere Schiffe. Japan besaß als einzige freundlich gesinnte Marine drei Transportflottillen.

Auf der alliierten Seite waren insgesamt 737 Schiffe und Flottillen im Dienst. Dazu gehörten 13 Flugzeugträger, 21 Schlachtschiffe und 24 Schlachtkreuzer und schwere Kreuzer. Zudem fuhren 176 Transportflottillen unter alliierter Flagge. Eine chinesische Marine war nicht existent. Selbst wenn man aus dieser Bilanz die Transportflottillen heraus rechnete, war das Kräfteverhältnis 1 zu 2,6 zu Gunsten der Alliierten.

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Bild 265: Marinevergleich (01.01.1944)

Dass weder Deutschland noch Italien über Transportmittel verfügten, war für die Teilnehmer der Strategiesitzung sehr enttäuschend. Damit war klar, dass auf absehbare Zeit keine Verstärkungen von Europa aus südamerikanischen Boden betreten würden. Wir waren weiterhin auf uns alleine gestellt, wenn man von den wenigen schwachen Geschwadern absah, die jeweils für kurze Zeit für Argentinien flogen. So endete der erste Sitzungstag in einer bedrückenden Stimmung, obwohl wir im abgelaufenen Jahr die größten Erfolge seit Bestehen der argentinischen Streitkräfte feiern konnten. Die Zukunft erschien uns sorgenvoll wie die Jahre zuvor.
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Angriff in den Anden! - Kapitel 23

Beitragvon Claus E. Witz » 28. Oktober 2013 01:19

Die Zahlen des Wehrwirtschaftsministeriums
(Januar 1944)

Am zweiten Sitzungstag wurde ich wie jedes Jahr gebeten, über die Wirtschaft und den Stand der Wehrforschung zu berichten. Nach dem bedrückenden Ende des ersten Sitzungstages konnte ich die Gemüter der Zuhörerschaft wieder etwas aufmuntern: Mein Forschungsstab legte mir gerade noch rechtzeitig zum Sitzungsbeginn die Nachricht vor, dass alles Notwendige unternommen worden war, um zukünftig „verbesserte Gebirgsjägerdivisionen“ ausheben zu können. Das Forschungsteam der Firma Esteban de Luca ging unverzüglich ans Werk, um die „fortschrittliche Gebirgsjägerdivision“ zu entwickeln. Ich schlug vor, dass die Modernisierung der zwei bestehenden Gebirgsjägereinheiten erst nach Abschluss der neuen Forschung erfolgen sollte, um Umrüstungszeiten zu verkürzen. Dann sollten weitere Gebirgsjägerdivisionen ausgehoben werden, um zukünftig den US-Amerikanern im Gebirgs- und Dschungelkampf überlegen zu sein.

Ich betonte jedoch, dass wir so bald wie möglich auch motorisierte Truppen als Eingreifreserve bilden sollten, um in dem sich wandelnden modernen Kampf weiter bestehen zu können. Das war aber noch Zukunftsmusik, da wir schnelle Einheiten wie Kavallerie- und Panzerdivisionen völlig vernachlässigt hatten.

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Bild 266: Forschungsstand (01.01.1944)

Hinter den Kulissen waren auch die anderen Truppengattungen auf mich eingedrungen, um ihre Interessen durchzusetzen. Die Luftwaffe wollte neue Sturzkampfbombertypen; für die großräumige Abschirmung des Seeraumes wurden neue Modelle des Marinebombers verlangt und selbst mein Industrieforschungszweig verlangte ein „fortschrittliches Konstruktionswesen“ um schneller die Küstenverteidigung mit Bunkeranlagen bauen zu können. Nicht zu vergessen, dass auch die Agroproduktion für eine bessere Versorgung mit Rekruten noch weiter angekurbelt werden wollte. Nun, ich konnte mich nicht allen Forderungen erwehren, die im Laufe des neuen Jahres auf mich zukommen sollten. Ich versuchte aber trotzdem soweit es ging, dieser grob skizzierten Richtung für 1944 zu folgen.

Als nächstes legte ich den Wehrwirtschaftsplan vor. Gegenüber dem Vorjahr hatten wir mit unseren Rückeroberungen eine um sechs neue effektive Fabriken auf 45 IK gewachsene Industrieleistung aufbauen können. Es wäre noch mehr möglich gewesen, wenn nicht immer wieder US-Bomber unsere Industriekomplexe in den Räumen La Paz und Asunción angegriffen hätten. Auch hier wurde der Ruf nach einer stärkeren Luftabwehr wieder lauter, was jedoch für mein Ministerium zum damaligen Zeitpunkt als kaum durchführbar erschien.

Anfang 1944 waren in der Produktion ein letztes Artillerieregiment, das noch während der Sitzungstage an die Truppe ausgeliefert werden sollte, sowie zwei Infanterieregimenter, die am 11. Januar und 5. Februar bereit stehen sollten. Ursprünglich sollten diese beiden Divisionen den Angriff auf Lima mit unterstützen. Doch nun sahen sich die Stabschefs genötigt, die Neuaufstellungen für die Eindämmung des neuen feindlichen Brückenkopfes in Curitiba einzusetzen. Bis Mitte des Jahres sollten weitere drei Infanteriedivisionen in der Stammliste erscheinen und den Grundstock einer 4. Armee bilden. Weitere Aushebungen – sah man von einigen Regimentern ab – sollten verschoben werden. Stattdessen sollten die kämpfenden Einheiten wieder verstärkt Ersatz bekommen. Außerdem sollten die gesamten Land- und Luftstreitkräfte modernisiert werden. Detailpläne dazu stellte ich kurz vor.

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Bild 267: Wirtschaft und Produktion (01.01.1944)

Für dieses ambitionierte Modernisierungsprogramm musste die Wirtschaft auf vollen Touren laufen. Ich befürchtete jedoch Engpässe in der Energieversorgung, so dass neue Handelsabkommen abgeschlossen werden mussten, um unsere Produktionsleistung weiter erfüllen zu können. Noch hielten unsere Reserven für zirka 10 Monate, doch konnte sich die Lage schnell verschärfen, wenn weitere Industriekomplexe in Betrieb gehen würden.

Einen anderen sorgenvollen Aspekt bereiteten mir die Ölvorräte, die zwar leicht wachsend, aber mit 1.700 Barrel Öl einen sehr niedrigen Stand erreicht hatten. Bei einer großangelegten Offensive konnten wir schnell an unsere Grenzen stoßen. Deshalb beschwor ich die Stabschefs, dass unsere Ölvorkommen in Comodoro Rivadavia besser geschützt werden mussten, was die Kollegen „wohlwollend“ prüfen wollten. Ein Hohn, wenn man bedachte, dass nur drei Divisionen die frontnahe Provinz beschützten.
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Angriff in den Anden! - Kapitel 23

Beitragvon Claus E. Witz » 31. Oktober 2013 00:23

Die argentinischen Streitkräfte
(Januar 1944)

Nach meinem Vortrag und einer kurzen Mittagspause stellte Generalstabschef Carlos O. Marquez das neue Weißbuch über die Streitkräftestruktur Anfang 1944 vor:

*****

(1 MP = 1.000 Mann; 1 Geschwader = 100 Flugzeuge)

Gliederung der argentinischen Streitkräfte (1. Januar 1944)

48 Divisionen, 13 Geschwader (452.250 Mann, 16 Panzerwagen, 1.003 Flugzeuge)

HEER (435.780 Mann, 16 Panzerwagen)

NORDFRONT

Heeresgruppe Nord (FM Farrell Plaul, 247.320 Mann, 16 Panzerwagen)

La Paz

Heeresgruppe Nord (FM Farrell Plaul (F2, E68))
- Heeresgruppenkommando Nord (HQ(39) + Fla (S100, E25, O64/64))

Asunción

Garnison Asunción (Gmj d.R. Morena (F0, E0))
- 7. Sicherungsdivision (Gar(39) (S100, E0, O64/64))

1. Armee (Gen Ramirez, 141.055 Mann, 16 Panzerwagen)

Antofagasta

VII. Armeekorps (Glt Aramburu (WS, F3, E3))
- 15. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S100, E13, O64/64))
- 27. Infanteriedivision (Inf(41) + Art (S85, E10, O64/64))
- 28. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S61, E11, O64/64))

XV. Armeekorps (Glt Molina Gomez (F2, E60))
- 24. Infanteriedivision (Inf(41) + Pak (S54, E9, O64/64))

La Paz

XII. Armeekorps (Glt Urdapilleta (FK, F3, E19))
- 37. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S29, E9, O64/64))
- 35. Infanteriedivision (Inf(41) + Art (S22, E9, O64/64))

VI. Armeekorps (Glt San Martin (OD, F3, E8))
- 14. Infanteriedivision (Inf(43) + Pio (S100, E12, O64/64))
- 18. Infanteriedivision (Inf(43) + Pio (S100, E11, O64/64))
- 36. Infanteriedivision (Inf(43) + Pio (S58, E10, O64/64))

III. Gebirgsjägerkorps (Glt Ibarra (KO, F4, E14))
- 5. Gebirgsjägerdivision (Geb(39) + Pio (S67, E13, O74/74))

Cobija

VIII. Armeekorps (Glt Lonardi (TR, F2, E28)
- 33. Infanteriedivision (Inf(41) + Art (S53, E9, O42/64))
- 34. Infanteriedivision (Inf(41) + Art (S53, E9, O42/64))

Nationale Garde (Glt de Olano (PK, F2, E18))
- Gardedivision (Inf(41) + Pw (S81, E8, O47/74))

X. Armeekorps (Gen Ramirez (F3, E5))
- 19. Infanteriedivision (Inf(41) + Art (S86, E14, O42/64))
- 20. Infanteriedivision (Inf(41) + Art (S90, E13, O42/64))
- 22. Infanteriedivision (Inf(41) + Art (S95, E12, O42/64))


3. Armee (Gen Peron, 91.265 Mann)

Cobija

IV. Gebirgsjägerkorps (Glt Florit (KO, F3, E37))
- 7. Gebirgsjägerdivision (Geb(39) + Pio (S85, E12, O53/74))

XVI. Armeekorps (Gmj Vacca (OD, F0, E34))
- 40. Infanteriedivision (Inf(41) + Pak (S100, E9, O45/64))

XIII. Armeekorps (Gen Peron (OD, F2, E8))
- 23. Infanteriedivision (Inf(41) + Pio (S17, E11, O51/64))
- 29. Infanteriedivision (Inf(43) + Pio (S69, E11, O51/64))

II. Armeekorps (Glt Anaya (PK, F3, E27)
- 4. Infanteriedivision (Inf(41) + Art (S88, E14, O52/64))
- 12. Infanteriedivision (Inf(41) + Art (S88, E14, O52/64))

XIV. Armeekorps (Glt von der Becke (OD, F1, E89))
- 25. Infanteriedivision (Inf(41) + Art (S92, E11, O54/64))
- 32. Infanteriedivision (Inf(41) + Art (S90, E9, O52/64))
- 13. Infanteriedivision (Inf(41) + Art (S89, E14, O52/64))


PATAGONIENFRONT

2. Armee (Glt Vaccarezza, 108.000 Mann)

San Carlos de Bariloche

I. Armeekorps (Glt Vaccarezza (DD, F3, E52))
- 1. Infanteriedivision (Inf(41) + Art (S100, E6, O64/64))
- 2. Infanteriedivision (Inf(41) + Art (S100, E6, O64/64))
- 3. Infanteriedivision (Inf(41) + Art (S100, E6, O64/64))

Puerto Aisén

V. Armeekorps (Glt Fasola Castano (PIO, F2, E72))
- 9. Infanteriedivision (Inf(41) + Art (S100, E8, O64/64))
- 10. Infanteriedivision (Inf(41) + Art (S100, E7, O64/64))
- 11. Infanteriedivision (Inf(41) + Art (S100, E7, O64/64))

Comodoro Rivadavia

XI. Armeekorps (Glt Marquez (DD, F3, E0))
- 21. Infanteriedivision (Inf(41) + Art (S100, E0, O64/64))
- 38. Infanteriedivision (Inf(41) + Art (S100, E5, O64/64))

IX. Armeekorps (Glt Rodriguez (F2, E25))
- 17. Infanteriedivision (Inf(41) + Pak (S100, E1, O64/64))


KÜSTENSCHUTZ

Küstenarmee (Glt Savio, 80.460 Mann)

Küstenkommando 1 (Atlantik) (Glt Savio, 30.760 Mann)

Buenos Aires

Küstenabschnittskommando 11 (Glt Savio (F1, E0))
- 16. Infanteriedivision (Inf(41) + Art (S65, E6, O64/64))

Mar del Plata

Küstenabschnittskommando 12

Garnison Mar del Plata (Gmj Zuloaga (LG, F0, E44))
- 4. Sicherungsdivision (Gar(39) (S97, E1, O64/64))

Bahia Bianca

Küstenabschnittskommando 13

Garnison Bahia Bianca (Gmj d.R. Del Campo (F0, E0))
- 3. Sicherungsdivision (Gar(39) (S100, E0, O64/64))

Viedma

Küstenabschnittskommando 14 (II. Milizkorps) (Gmj d.R. Bretendoa (F0, E0))
- 14. Milizdivision (Mil(36) (S78, E3, O64/64))

Puerto Madryn

Küstenabschnittskommando 15 (VI. Milizkorps) (Gmj Sanquina (PK, F0, E0))
- 10. Milizdivision (Mil(36) (S66, E3, O64/64))


Küstenkommando 2 (La Plata) (Glt Martinez, 33.000 Mann)

Montevideo

Küstenabschnittskommando 21

Garnison Montevideo (Gmj d.R. Renaldo (F0, E0))
- 1. Sicherungsdivision (Gar(39) (S100, E0, O64/64))

Porto Alegre

Küstenabschnittskommando 22 (Glt Martinez (LG, F2, E59))
- 31. Infanteriedivision (Inf(41) (S78, E6, O64/64))

Mato Grosso

XVII. Armeekorps (Glt Pistarini (FK, F2, E38))
- 39. Infanteriedivision (Inf(43) (S72, E11, O47/64))
- 41. Infanteriedivision (Inf(43) (S100, E10, O53/64))


Küstenkommando 3 (Pazifik) (Glt Bautista Molina, 16.700 Mann)

Santiago

Küstenabschnittskommando 31 (Glt Bautista Molina (F2, E78))
- 30. Infanteriedivision (Inf(41) (S76, E9, O64/64))

Puerto Montt

Küstenabschnittskommando 32 (Glt Vieyra Spangenberg (PK, F2, E24))
- 26. Infanteriedivision (Inf(41) (S91, E5, O64/64))


LUFTWAFFE (16.470 Mann, 359 Jäger, 644 Bomber)

Buenos Aires

Jagdfliegerführer 1 (Glt Manni (ÜT, F2, E8))
- 1. Jagdgeschwader (AJ(III) (S90, E7, O38/38))
- 4. Jagdgeschwader (AJ(III) (S92, E3, O38/38))

Jagdfliegerführer 2 (LwG del Riva (F3, E7))
- 2. Jagdgeschwader (AJ(III) (S99, E4, O38/38))
- 3. Jagdgeschwader (AJ(III) (S78, E2, O38/38))

Santiago

I. Fliegerkorps (Mabo) (LwG Ojeda (FB, F3, E12))
- 1. Marinebombergeschwader (Mabo(I) (S48, E100, O31/32))

La Paz

II. Fliegerkorps (Stuka) (LwG Fabri (PJ, F4, E158))
- 2. Sturzkampfbombergeschwader (Stuka(II) (S77, E100, O74/74))
- 6. Sturzkampfbombergeschwader (Stuka(II) (S75, E100, O74/74))

V. Fliegerkorps (Stuka) (LwG Zanni (F5, E4))
- 7. Sturzkampfbombergeschwader (Stuka(II) (S87, E100, O74/74))
- 8. Sturzkampfbombergeschwader (Stuka(II) (S89, E100, O74/74))

Porto Alegre

III. Fliegerkorps (Stuka) (LwM Parodi (FZ, F3, E27))
- 1. Sturzkampfbombergeschwader (Stuka(II) (S85, E92, O44/74)
- 5. Sturzkampfbombergeschwader (Stuka(II) (S55, E76, O11/74))

IV. Fliegerkorps (Stuka) (Glt Verdaguer (F4, E260))
- 3. Sturzkampfbombergeschwader (Stuka(II) (S57, E100, O10/74))
- 4. Sturzkampfbombergeschwader (Stuka(II) (S71, E100, O24/74))


Truppen in Aufstellung:

Artillerie-Regiment 24 (3. Januar 1944)
42. Infanteriedivision (11. Januar 1944)
43. Infanteriedivision (5. Februar 1944)


Legion Harpyie

Buenos Aires

nur Stab im argentinischen Hauptquartier (keine Achsen-Streitkräfte)

Die Grundsätze der argentinischen Truppenführung und Streitkräftestruktur wurden hier zusammengefasst:
Gliederung von Landstreitkräften.

*****

Mit 48 Divisionen, 13 Geschwadern, 452.250 Mann und 1.003 Flugzeugen hatten wir den höchsten Stand erreicht, den die argentinischen Streitkräfte in ihrer Stärke jemals gehabt hatten. Gegenüber dem Vorjahr hatten wir drei Divisionen, 45.215 Soldaten und 142 Flugzeuge mehr im Einsatz.

Argentinien hatte im Jahr 1943 90.000 Rekruten zum Wehrdienst eingezogen. Im Gegenzug hatten wir 44.785 Gefallene und Verwundete zu beklagen. Damit konnten wir uns aber glücklich schätzen, führte man sich unsere Erfolge noch einmal vor Augen: Die argentinischen Streitkräfte konnten im gleichen Zeitraum 45 US-amerikanische Divisionen mit rund 540.000 Mann vernichten. Davon wurden 13 Divisionen, dass heißt zirka 156.000 US-Soldaten, gefangen genommen.

Als Marquez mit dieser Aufstellung endete, erhielt er Jubelrufe und „Bravos“ als Antwort aus der Zuhörerschaft, nicht zuletzt von Präsident Ortiz, der daraufhin über die Überlegenheit der argentinischen Waffen schwadronierte. Doch ich wusste, dass die US-Amerikaner, die noch immer auf dem südamerikanischen Kontinent standen, nichts an ihrer Kampfkraft und Gefährlichkeit eingebüßt hatten. Der Feind schickte uns einfach immer mehr Menschen und Material entgegen, um uns weiter unter Druck zu setzen.

Konnte Feldmarschall Farrell Plaul an der Genialität meines gefallenen Freundes Feldmarschall Sarobe anknüpfen? Oder sollten wir dem Untergang geweiht sein? Neue Operationspläne sollten am dritten Tag der Strategiesitzung vorgestellt werden, aus denen ich mir mehr Klarheit über unsere Situation erhoffte.
"Wir behaupten (...), der Krieg ist nichts als eine Fortsetzung des politischen Verkehrs mit Einmischung anderer Mittel." Carl von Clausewitz

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Angriff in den Anden! - Kapitel 23

Beitragvon Claus E. Witz » 31. Oktober 2013 00:39

Sandkastenspiele
(Januar 1944)

Am dritten Sitzungstag wurden verschiedene Operationsplanungen durch die Stabschefs vorgestellt. Dabei wurden der US-amerikanische Brückenkopf in Curitiba und die Patagonienfront als zweitrangig eingestuft, solange das Kernland mit der Hauptstadt und seinen wichtigsten Industriekomplexen nicht gefährdet war. Die Umgruppierung der Heeresgruppe Nord zu Gunsten anderer Fronten war immer mit Zeitverlusten verbunden, ohne dass Erfolge zu erzielen waren.

Bild
Bild 268: Südamerika (01.01.1944)

Generell galt weiterhin die Zielstellung, Lima zurückzuerobern, um von dort aus den Nordwesten mit der Stuka-Waffe beherrschen zu können. Zu diesem Zweck hatte sich die Heeresgruppe Nord unter Feldmarschall Farrell Plaul im Raum Cobija – La Paz – Antofagasta zusammengezogen. Während General Ramirez mit der 1. Armee hauptsächlich Richtung Lima vorgehen sollte, hatte die 3. Armee unter General Peron den Auftrag, Ramirez zu unterstützen und die feindlichen Kräfte im Amazonasbecken zu zerschlagen.

Der Generalstab hatte zwei leicht unterschiedliche Pläne für die Nordfront erarbeitet. Die erste Angriffsvariante sah vor, von Cobija aus zuerst die Dschungelprovinz Pucallpa von Cobija aus anzugreifen. Dabei sollten die Truppenteile, die der 1. Armee unterstellt waren, Rückendeckung geben. Die 3. Armee sollte mit ihren neun Divisionen Pucallpa besetzen, um die US-Amerikaner im Osten vom Nachschub abzuschneiden und deren Vorgehen zu verlangsamen. Danach sollten die restlichen Truppen in Cobija, unterstützt von Pucallpa und La Paz aus, Cuzco erobern. Vor dem Sturm auf Lima musste noch die Gebirgsprovinz Arequipa, die an den Pazifik grenzte, fallen.

Die zweite Angriffsvariante sah zunächst den Sturm auf Cuzco vor, um den Druck auf unseren Hauptstützpunkt in La Paz zu nehmen. Nach der Eroberung von Cuzco durch die in Cobija stehenden Truppenteile der 1. Armee, konnten diese den Vormarsch der 3. Armee auf Pucallpa von der Flanke aus unterstützen. Als letztes sollte dann ebenfalls Arequipa durch die in La Paz und Antofagasta stehende Einheiten genommen werden.

Der Generalstab hatte alle Pläne für beide Angriffsvarianten erarbeitet, war aber noch unentschlossen, welcher Plan vorzuziehen sei. „Pucallpa zuerst“ bedeutete die Chance, möglichst schnell weitere US-Divisionen im Amazonasbecken abzuschneiden und womöglich zu vernichten. Es gab aber auch das Risiko, dass die Ausgangsprovinz Cobija, leicht hätte angegriffen werden können, so dass die 3. Armee Gefahr laufen konnte abgeschnitten zu werden. Generell war zu erwarten, dass der Kampf in den Dschungelprovinzen zermürbend sein würde, da der Infrastrukturausbau mit 20 Prozent ein sehr schlechtes Angriffsterrain sein würde.

„Cuzco zuerst“ war eine langsamere, aber sichere Vorgehensweise, um dem Ziel Lima näher zu kommen. Neben der Entlastung der Verteidigung von La Paz aus, bot die vorgeschobene Frontlinie bei Cuzco die Möglichkeit, die anderen links und rechts stehenden Verbände flexibel zu unterstützen. Anderseits war die Gefahr größer, dass die US-Amerikaner am Amazonas Richtung Süden durchstoßen konnten, bevor Pucallpa besetzt werden konnte.

Als zweiter Gefahrenherd wurde der US-amerikanische Brückenkopf in Curitiba näher beleuchtet. Dort waren fünf US-Divisionen identifiziert worden, die bisher von den argentinischen Sturzkampfbombern nieder gehalten werden sollten, bis Verstärkungen eintreffen konnten. Am gefährdetsten war der Flughafen von Porto Alegre, von wo aus unsere Stukas starteten. Die Küstenprovinz wurde lediglich durch die 31. Infanteriedivision des Küstenabschnittskommandos 22 gesichert. Die nächsten Verstärkungen sollten hierhin geleitet werden, um der Luftwaffe eine Verschnaufpause geben zu können. Eventuell ließen sich auch das III. und IV. Fliegerkorps wieder an die Nordfront für die kommende Offensive verlegen. Sollte sich jedoch die Lage im Raum La Plata verschlechtern, so mussten Truppen von der Nordfront abgezogen werden, was unsere Offensive auf Lima gefährden konnte.

Als letztes wurde über die Patagonienfront berichtet. Hier hatte sich seit Jahren nichts weiter ereignet. Die 2. Armee sollte, sofern sie angegriffen wurde, verzögern und auf die Rio Negro-Linie zurückfallen, um dann Luftunterstützung erhalten zu können. Da die Ölreserven – wie berichtet – stark geschrumpft waren, konnte eine schnelle Rückeroberung der Ölprovinz Comodoro Rivadavia überlebenswichtig werden. Erschreckend für mich war, dass der Generalstab die Gefahr übersah oder als gering einstufte, da die Patagonienfront über einen so langen Zeitraum ruhig geblieben war.

Kurios war an diesem Tag das Ansinnen der Kriegsmarine, die Malwinen zu erobern. Der Operationsplan sah vor, eine zu bauende Transportflottille mit einer Milizdivision zu den Falklands übersetzen zu lassen, um in den Besitz des Flugfeldes zu kommen. Von hier aus sollte die Luftraumüberwachung ausdehnt werden. Dieser Vorschlag wurde zur Kenntnis genommen, ohne dass eine Entscheidung gefällt wurde. Mein Eindruck war, dass die argentinische Kriegsmarine um ihre Existenzberechtigung bangte. Ein Stützpunkt auf den Malwinen hätte Ressourcen für den Nachschub über See abgezogen und Marineeinheiten – mögen sie noch so gering sein – hätten die Insel verteidigen müssen. Hinzu kam, dass die Marineflieger der Luftwaffe unterstellt waren und eine Aufstockung der Verbände nicht in absehbarer Zeit vorgesehen war.

Doch alle strategischen Überlegungen wurden hinfällig, als in den Sitzungssaal die Meldung hineingereicht wurde, dass der Feind eine Offensive an der Patagonienfront gestartet hatte. Ich schien mit meinen düsteren Vorahnungen Recht behalten zu haben. Noch war die Meldung unpräzise, was die Stärke der Angriffstruppen anging. Wir rechneten aber mit einer US-Großoffensive an der Patagonienfront – und wir hatten nichts entgegenzusetzen, um das Unheil abzuwenden.
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Angriff in den Anden! - Kapitel 23

Beitragvon Claus E. Witz » 2. November 2013 22:53

Das Scheitern der Operation „Nazca“
(Januar 1944)

Während wir unsere Strategiesitzung Anfang 1944 abhielten und große Pläne schmiedeten, wie wir Südamerika vom US-amerikanischen Joch befreien könnten, hatten wir nicht bemerkt, wie weit wir uns bereits von der Realität entfernt hatten. Unsere Armeen waren ausgeblutet; vielerorts fehlte ein Viertel der Sollstärke und nach den glorreichen Siegen des vergangenen Jahres überschätzten wir unsere Möglichkeiten maßlos.

Der Feind hingegen hatte sich, trotz des großen Aderlasses, den er verkraften musste, in eine vorteilhafte Position gebracht. Unsere Heeresgruppe Nord stand weit entfernt in den nördlichen Anden, vermeintlich kräftestrotzend kurz davor, mit der nächsten Offensive den Feind noch weiter nach Norden abzudrängen oder gar zu vernichten. Im Nordosten an der Grenze zu Brasilien hatten die US-Amerikaner einen Brückenkopf gebildet, der nach unseren Erfahrungen der letzten Kriegsjahre sich leicht wieder eindrücken lassen müsste. Und an der verschlafenen Patagonienfront hatte uns der Feind ebenfalls mit seiner defensiven Taktik in Sicherheit gewogen. Was jetzt kommen sollte, war ein Fanal, ein Zeichen, dass sich das Kräfteverhältnis völlig zu Ungunsten Großargentiniens entwickelt hatte.

Während des dritten Sitzungstages – ich berichtete bereits davon – wurde ungewöhnlicherweise eine Nachricht in die Strategiesitzung gereicht, dass es zu Kämpfen an der Patagonienfront gekommen sei. Die Informationen, die der Generalstab in einer Sitzungspause erhielt, waren bruchstückhaft und zum Teil widersprüchlich. Fest stand lediglich, dass bereits am 2. Januar gegen 2 Uhr erste lokale Angriffe auf Comodoro Rivadavia, unsere kostbare Ölprovinz, stattgefunden hatten. Doch dann wurden die Meldungen, die eingingen, immer besorgniserregender.

Der Leser mag mir an dieser Stelle das Abweichen vom chronologischen Verlauf der Kampfhandlungen verzeihen: Von einer gewaltigen US-Offensive, die sich an der Patagonienfront abzeichnete, sah sich der Generalstab veranlasst, sofort die Operation „Nazca“, wie der Vorstoß nach Lima hieß, auszulösen. Mit dieser Operation wollte man erreichen, dass vor einer wahrscheinlich notwendigen strategischen Truppenverlegung zumindest noch eine vorteilhafte Stellung in den Nordanden eingenommen werden konnte. Mit der Parole „Cuzco zuerst“ marschierten die argentinischen Truppen in Windeseile in ihre Bereitstellungsräume.

Schon am 1. Januar ging damals der Befehl an die argentinischen Truppen in Cobija und La Paz, Nachschub aufzunehmen beziehungsweise an die kämpfende Truppe auszugeben. Über 2.100 Tonnen Nachschubgüter und gut 30 Tonnen Öl gingen an die Divisionen der 1. und 3. Armee, um die Kampfkraft der Angriffsverbände und Unterstützungstruppen zu erhöhen.

Dann gab am 3. Januar gegen 11 Uhr ein zuversichtlicher Feldmarschall Farrell Plaul den Angriffsbefehl an die 3. Armee aus. Nicht weniger als 22 argentinische Divisionen waren an dem Angriff auf Cuzco beteiligt. Die Provinz wurde von sieben US-Divisionen, darunter eine Panzerdivision, verbissen verteidigt.

Um 13 Uhr waren auch Stuka-Verbände von La Paz aufgestiegen, um den Generalangriff zu unterstützen. Doch inzwischen war die Zahl der einsatzbereiten Piloten und Maschinen so weit geschrumpft, dass die Schlagkraft der fliegenden Artillerie nicht mehr ausreichte, um in kürzester Zeit den Feind zu zermürben. Hinzu kam der Umstand, dass vier Stuka-Geschwader zum La Plata-Brückenkopf abgezogen worden waren. Auch waren die argentinischen Divisionen nach langen Märschen noch nicht in der Konstitution, entschlossene Angriffe auf Gebirgsstellungen durchführen zu können.

Die US-Amerikaner nutzten geschickt das unübersichtliche Gelände und feuerten aus gut getarnten, überhöhten Stellungen auf die Angriffskolonnen. Waren die Argentinier kurz davor, den Durchbruch zu schaffen, setzten die US-Truppen ihre 8. Panzerdivision als Feuerwehr ein und bereinigten die kritische Lage mehrmals.

Nach 15 Stunden erbittertstem Kampf, der fast zum Erfolg geführt hatte, war keine argentinische Division mehr in der Lage auch nur ein einziges Mal gegen die befestigten Gebirgsstellungen anzugreifen. Die Offensive wurde gegen 2 Uhr morgens des Folgetages endgültig eingestellt.

Bild
Bild 269: Der gescheiterte Angriff auf Cuzco (03.01.1944)

Der Aderlass, den die argentinischen Soldaten zahlen mussten, war hoch: 16.200 Gefallene, Verwundete und Vermisste waren zu beklagen. Allein die 23. Infanteriedivision hatte mit 400 Mann nur noch Bataillonsstärke. Auch das VIII. Armeekorps unter Generalleutnant Lonardi hatte nur noch eine Sollstärke von 40 Prozent. Auch die anderen Truppenteile waren völlig erschöpft, unfähig sich auch nur ansatzweise zu bewegen.

Als der Generalstab schon von einer Wende in diesem Krieg sprach, wischte Präsident Ortiz alle Bedenken beiseite und schüchterte die Anwesenden im Sitzungssaal ein, doch diesen Pathos zu unterlassen. Bald würden neue frische Divisionen ausgebildet sein, um zum Gegenschlag auszuholen. Ich behielt für mich, dass dies auf Kosten der Auffüllung der bereits stehenden Divisionen ging, aber ein Blick in die Gesichter des Gremiums verriet mir, dass auch alle anderen dies wussten.

Da auf absehbare Zeit an der Nordfront keine Offensive mehr möglich war, wurde am 5. Januar das angeschlagene VIII. Armeekorps von Cobija nach Puerto Madryn strategisch verlegt. Die 33. und 34. Infanteriedivision wurden am 25. Januar bei der 2. Armee an der Patagonienfront erwartet und sollten dort die kritische Lage stabilisieren helfen.

Die 1. Armee stellte sich darauf ein, die Linie Antofagasta – La Paz längerfristig zu verteidigen. Deshalb wurde aus der Dschungelprovinz Cobija das X. Armeekorps nach Antofagasta verlegt. General Ramirez sollte mit dem Korps am 21. Januar dort eintreffen.

Das war das unrühmliche Ende der Großoffensive „Nasca“ an der Nordfront, auf das Präsident Ortiz und der Generalstab so große Hoffnungen gesetzt hatten. Von nun an befand man sich an dieser Front in der Defensive. Der Blick sollte sich nun Richtung La Plata- und Patagonienfront richten, wo sich eine dramatische Entwicklung abzeichnen sollte.
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Angriff in den Anden! - Kapitel 23

Beitragvon Claus E. Witz » 3. November 2013 21:37

Die Ölfelder gehen verloren
(Januar 1944)

Die erschütternde Nachricht von der Patagonienfront, die uns während der Strategiesitzung 1944 erreicht hatte, kam von Generalleutnant Rodriguez, der das Kommando über das IX. und XI. Armeekorps mit zusammen drei Divisionen hatte: Eine ganze US-Panzerarmee stünde vor ihm, um die argentinischen Stellungen zu zermalmen. Dann brach die Verbindung nach Buenos Aires zusammen.

US-Feldmarschall Bradley hatte acht US-Panzerdivisionen und zwei US-Infanteriedivisionen antreten lassen. Mehr als 800 Panzer rollten auf dem deckungslosen flachen Land geradewegs auf die argentinischen Stellungen zu. Die vorderste Linie wurde einfach überrannt, Soldaten in ihren Schützenlöchern durch Drehungen mit den Panzerketten lebendig begraben. Neu entwickelte Flammwerfer-Panzer äscherten Feldbefestigungen mitsamt ihrer Besatzung einfach ein. Nur das tief gestaffelte mit Minenfeldern durchzogene Abwehrsystem, das in den vergangenen Jahren sorgfältig ausgebaut worden war, hinderte den Feind daran, sofort die Hauptkampflinie zu durchstoßen. An vielen Stellen musste die argentinische Artillerie im direkten Feuer gegen feindliche Panzer eingesetzt werden, um nicht von der Übermacht erdrückt zu werden. Die Wucht des Angriffs war so groß, dass gleich drei Bataillonsstäbe gefangengenommen oder vernichtet wurden. Trotzdem hielt die Verteidigungslinie 12 Stunden lang stand.

Doch der verbissene Kampf war vergebens: Gegen 14 Uhr wurde die Lage der argentinischen Divisionen unhaltbar und Generalleutnant Rodriguez befahl den Rückzug, obwohl Präsident Ortiz sich die letzte Entscheidung dazu vorbehalten hatte. 2.260 tapfere argentinische Soldaten blieben im Feld. Der Rest der Divisionen flüchtete kopflos nach Puerto Madryn, wo die 10. Milizdivision, die im Küstenschutz eingesetzt war, eiligst eine neue Verteidigungslinie vorbereitete.

Am 13. Januar erreichte US-Generalmajor Freeman mit der 199. motorisierten US-Infanteriedivision die Ölfelder von Comodoro Rivadavia. Der fluchtartige Abmarsch der Argentinier hatte dazu geführt, dass die Petroleumfabriken den US-Amerikaner fast in unzerstörtem Zustand in die Hände fielen.

Vier Stunden später bei Tagesanbruch um 11 Uhr führte Generalleutnant Marquez mit dem XI. Armeekorps von Puerto Madryn einen Gegenangriff gegen die 199. US-Infanteriedivision (mot.) durch. Dabei unterstützten die 17. Infanteriedivision in Puerto Madryn und das I. Armeekorps in San Carlos de Bariloche. Zwei Stunden später war die US-amerikanische Vorausabteilung verjagt worden und das XI. Armeekorps marschierte wieder in Richtung der wichtigen argentinischen Ölfelder.

Bild
Bild 270: Gegenangriff auf die Ölfelder (13.01.1944)

Zunächst hatten wir uns gewundert, warum die US-Amerikaner keine stärkeren Kräfte zur Verteidigung der eroberten Ölfelder abgestellt hatten. Als aber am 16. Januar die US-Offensive auf San Carlos de Bariloche ausgeweitet wurde, erkannten wir, dass ein weiterer Vormarsch nach Comodoro Rivadavia unsere vorstoßenden Kräfte gefährden konnte.

US-Feldmarschall Bradley griff mit zwei Panzerarmeen und weiteren Infanterieverbänden – insgesamt 16 Panzerdivisionen, eine motorisierte und sechs US-Infanteriedivisionen – das Zentrum der Patagonienfront bei San Carlos de Bariloche an. 1.600 US-Panzer bedeckten förmlich die gesamte Steppe vor der Hauptkampflinie. Widerstand war für Generalleutnant Vaccarezza mit seinem I. Armeekorps vollkommen zwecklos, so hoffnungslos unterlegen waren seine Truppen. Dennoch konnte das I. Armeekorps den Feind bis 16 Uhr hinhalten, bevor es sich nach Viedma absetzen musste. Diese Verzögerung kostete 2.880 Gauchos das Leben. Man hoffte, die Reste des I. Korps Ende Januar in Viedma empfangen zu können.

Generalleutnant Vaccarezza erbat für Patagonienfront dringend neue Weisungen, ob er sich weiterhin dem Feind in den Weg stellen sollte. Aber der Generalstab hatte noch weitaus mehr Sorgen als nur die Patagonienfront: MacArthur schickte sich an, aus dem Brückenkopf in Curitiba auszubrechen.
Zuletzt geändert von Claus E. Witz am 3. November 2013 21:52, insgesamt 1-mal geändert.
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Angriff in den Anden! - Kapitel 23

Beitragvon Claus E. Witz » 3. November 2013 21:51

Ausbruch aus dem US-Brückenkopf Curitiba
(Januar 1944)

Während dieser schrecklichen Zeit konnte ich im Wehrwirtschaftsministerium wenig tun, um die Fronteinheiten zu stärken, die so unter den harten Kämpfen zu leiden hatten. Zwar konnten die 27. und 23. Infanteriedivision auf den neuen Divisionstyp `43 umgerüstet werden und die 39. Infanteriedivision, die dem XVII. Armeekorps in Cobija unterstellt war, erhielt ein neu aufgestelltes Artillerieregiment, aber sonst war die am 11. Januar beim Küstenabschnittskommando 22 in Porto Alegre neu aufgestellte 42. Infanteriedivision die einzig nennenswerte Verstärkung, die die Truppe erhielt.

Nach dieser Truppenzuteilung wurde das Küstenkommando 2 (La Plata) in Armeegruppe La Plata unter dem Kommando von Generalleutnant Martinez umbenannt. Das Küstenabschnittskommando 22 wurde zum XVIII. Armeekorps umgegliedert. Die Garnisonen von Montevideo und Asunción wurden der neu aufgestellten Armeegruppe ebenfalls unterstellt. Die Küstenarmee – vormals Küstenschutz genannt – bestand damit nur noch aus den Küstenkommandos 1 (Atlantik) und 3 (Pazifik).

Das III. und IV. Fliegerkorps hatten seit Ende Dezember den US-amerikanischen Brückenkopf in Curitiba unablässig mit Zerrüttungsangriffen bombardiert. Dabei wurde festgestellt, dass US-Feldmarschall MacArthur sich anschickte, nach Concordia vorzustoßen, wozu ihm die 43., 5., 195., 106. und 191. US-Infanteriedivision zur Verfügung standen.

Bild
Bild 271 Die Lage an der La Plata-Front (16.01.1944)

Am 16. Januar waren die Sturzkampfbomberpiloten jedoch völlig am Ende. Den beiden Fliegerkorps standen nur noch 200 statt 400 Maschinen zur Verfügung. Auch organisatorisch lagen die Geschwader mit zehn bis 19 Prozent am Boden und der Flugbetrieb musste vorübergehend eingestellt werden. Dieser Umstand und der Wunsch des Präsidenten führten dazu, dass die Nationale Garde von Cobija an der Nordfront nach Rosario strategisch verlegt wurde, wo sie Anfang Februar eintreffen sollte, um den Vormarsch der US-Amerikaner nach Concordia aufzufangen.

Doch dann, zeitgleich mit der US-Panzeroffensive in Patagonien, griff MacArthur überraschend Porto Alegre mit seinem wichtigen Flughafen an. US-Generalleutnant Grubert führte dazu gegen 4 Uhr die 43. und 66. US-Infanteriedivision sowie die frisch angelandete 5. US-Panzerdivision ins Gefecht. Daraufhin erhielt Generalleutnant Martinez´ XVII. Armeekorps über 160 Tonnen Nachschub, um die Provinz halten zu können.

Die Kämpfe dauerten bis spät in die Nacht, bis am 16. Januar um 23 Uhr die Meldung eintraf, dass das XVII. Armeekorps seinen Rückzug nach Montevideo angetreten hatte. Rund 2.000 Tote und Verletzte hatten die Kämpfe an der La Plata-Front bisher gekostet. Auch das III. und IV. Fliegerkorps hatten weitere vier Sturzkampfbomber verloren und wurden am 17. Januar vorsichtshalber nach Montevideo zurückverlegt, wo sie für den Gegenangriff vorbereitet werden sollten. Doch dafür war die Armeegruppe La Plata noch viel zu schwach und Generalleutnant Martinez forderte im Planungsstab in Buenos Aires, nachdem er am 21. Januar das XVIII. Armeekorps nach Montevideo zurücknehmen musste, dringend weitere Verstärkungen an, die die drohende Einkesselung verhindern sollten.

Im Präsidentenpalast wechselte die Stimmung von Zuversicht, Nervosität bis hin zu Panik und Trotz. Die Beratungen zogen sich in die Länge, da Präsident Ortiz nicht einsehen wollte, dass der argentinische Vormarsch in den Nordanden durch die US-Offensive an der Patagonienfront und den Brückenkopf in Curitiba endgültig gescheitert war.

Die Stabschefs forderten vom Präsidenten, dass die Truppen der Heeresgruppe Nord zurückgeführt werden mussten, um die Hauptstadt zu schützen. Noch zögerte Präsident Ortiz bis am 22. Januar das X. Armeekorps mit General Ramirez in Antofagasta ankam, um die linke Flanke an der Nordfront zu verstärken.

Nachdem Ortiz sich nach der Verfassung der 1. Armee erkundigt hatte, befahl er General Ramirez über Fernsprecher, die Nordfront zu halten. La Paz und Santiago wurden zu Festungen erklärt. Dann ging der Befehl an die 3. Armee unter dem Kommando von General Peron sich für den Abtransport per Eisenbahn von Cobija nach Concordia bereit zu halten. Auch das Heeresgruppenkommando mit Feldmarschall Farrell Plaul wurde von La Paz nach Concordia strategisch verlegt, um die 3. Armee logistisch besser unterstützen zu können. Die so umgruppierten argentinischen Streitkräfte wurden bis Mitte Februar vor den Toren der Hauptstadt erwartet.

Doch konnte die nur schwache Armeegruppe La Paz unter Generalleutnant Martinez so lange noch in Montevideo ausharren?
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Angriff in den Anden! - Kapitel 23

Beitragvon Claus E. Witz » 5. November 2013 21:48

Die Kesselschlacht um Montevideo
(Januar bis Februar 1944)

Hatten wir Anfang 1944 noch die Zuversicht, weiter in die Offensive gehen zu können, so hatte sich die Lage einen Monat später vollkommen gewandelt: An der Patagonienfront hatten wir die Ölfelder verloren, an der La Paz-Front bedrohten erhebliche feindliche Streitkräfte unsere Hauptstadt und an der Nordfront mussten wir die Stellungen entblößen und die 3. Armee verlegen, um die Krise bewältigen zu können.

Die eingeleiteten Maßnahmen konnten jedoch nicht verhindern, dass am 27. Januar gegen 4 Uhr in der Frühe die für unsere Verteidigung wichtige Provinz Concordia an die 5. US-Panzerdivision verloren ging. Damit waren Teile der Armeegruppe La Plata in Montevideo abgeschnitten.

Hecktisch gingen Befehle an die argentinische Luftwaffe, die mit dem III. und IV. Fliegerkorps (Stuka) Zerrüttungsangriffe auf die US-Panzer fliegen sollten. Doch waren keine Ölvorräte rechtzeitig bei den Flugfeldern angelegt worden und die Sturzkampfbomber mussten bis auf Weiteres am Boden bleiben. Die schlampige Ausführung von Befehlen hatte dazu geführt, dass die Versorgungskonvois im Hafen von Buenos Aires liegen geblieben waren. Nun wurden die Schiffe schnellstens mit Flugbenzin und Nachschub nach Montevideo beordert, wo sie tags darauf ankommen sollten. Die verantwortlichen Marineoffiziere ließ Präsident Ortiz kurzerhand verhaften und wegen Hochverrat anklagen. So konnte noch rechtzeitig eine kritische Situation für die Armeegruppe La Plata entschärft werden.

Am 28. Januar hatten schon die ersten Zerrüttungsangriffe des III. und IV. Fliegerkorps (Stuka) Wirkung gezeigt und die 5. US-Panzerdivision erheblich desorganisiert. Nun erreichte endlich die von der Nordfront herbeigerufene 3. Armee mit Sonderzügen die Heimatfront. Ursprünglich sollten die Truppen nach Concordia weitergeleitet werden, doch jetzt waren die Verbindungen gekappt und am Hauptbahnhof von Buenos Aires wurden die Divisionen ausgeladen und eiligst in Marsch gesetzt.

Vom Fenster meines Büros in meinem Ministerium aus konnte ich die von den vergangenen Feldzügen abgekämpften Soldaten in endloser Marschformation vorüberziehen sehen. Doch trotz der Strapazen machten die kampferprobten Einheiten einen guten Eindruck auf mich. Schnell, aber ohne übertriebene Eile bahnten sich die Divisionen ihren Weg, um Richtung Norden die Stadt zu verlassen. Ich machte mir keine Sorgen darüber, ob Buenos Aires in Feindeshand fallen könnte. Unsere einzige Sorge galt den in Montevideo eingeschlossenen Divisionen.

Um 10 Uhr morgens folgte dann der Angriff der 3. Armee. General Peron griff mit seinen Männern die 5. US-Panzerdivision in Concordia an. Der Feind konnte schon eine Stunde später mühelos in die Flucht geschlagen werden. Was folgte, waren die erbarmungslosen Bodenangriffe aus der Luft auf die fliehenden US-Panzer.

Am 3. Februar spitzte sich die Lage der in Montevideo eingeschlossenen Argentinier noch weiter zu, indem Porto Alegre, die nördlich von Montevideo gelegene Provinz an die US-Amerikaner verloren ging. Gerade noch rechtzeitig vor den anstehenden Kämpfen erreichte das neue Material der mit eingeschlossenen 31. Infanteriedivision des XVIII. Armeekorps, so dass diese auf den Divisionstyp `43 aufgerüstet werden konnte.

Um 1 Uhr nachts griff US-Generalleutnant Grunnert dann das eingekesselte Montevideo mit der 66. und 43. US-Infanteriedivision an. Die Stadt wurde von Generalleutnant Martinez mit dem XVIII. Armeekorps verteidigt. Die 1. Sicherungsdivision verstärkte die HKL rund um die Stadt. Hinzu kamen noch rund 200 Sturzkampfbomber.

Nach harten Kämpfen um die Vororte gelang um 12 Uhr den Angreifern ein Durchbruch in die Abwehrfront und die Verteidiger der Stadt mussten sich auf eine zweite, sorgfältig vorbereitete Abwehrstellung zurückziehen.

Bild
Bild 272: Die Lage an der La Plata-Front (03.02.1944)

Nur unter schweren Verlusten konnten die Einbrüche in der Front wieder geschlossen werden. Dann ermattete gegen 13 Uhr der Elan der nordamerikanischen Angreifer. Ein von Generalleutnant Martinez eingeleiteter Gegenangriff Richtung Porto Alegre scheiterte am 3. Februar gegen 22 Uhr abends.

Währenddessen gelang es unseren Sturzkampfbomberpiloten die 5. US-Panzerdivision in Concordia zu vernichten. In Folge darauf erreichte die 3. Armee am 7. Februar die Provinz Concordia und konnte die Verteidiger von Montevideo entsetzen.

Präsident Ortiz schickte ein Glückwunschtelegramm und gratulierte zu diesem Erfolg General Peron. Doch sollte die Freude nur von kurzer Dauer sein, da US-Feldmarschall MacArthur weitere frische Truppen von Curitiba aus in Marsch setzte und die Lage an der La Plata-Front erneut kritisch wurde.
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Angriff in den Anden! - Kapitel 23

Beitragvon Claus E. Witz » 17. November 2013 22:39

Die Stadt wird geräumt
(Februar 1944)

Anfang Februar 1944 befand sich die Front vor den Toren der argentinischen Hauptstadt. Obwohl uns dies in eine gefährliche Lage brachte, hatte es auch seine guten Seiten für die Arbeit meines Wehrwirtschaftsministeriums. Die moderne Infanterieausrüstung vom Typ ´43 konnte direkt an die kämpfende Truppe in Buenos Aires ausgegeben werden: So profitierten am 5. und 6. Februar die 4. und 12. Infanteriedivision des II. Armeekorps als erstes von den kurzen Nachschubwegen.

Präsident Ortiz wollte die letzten nationalen Reserven an Mensch und Material mobilisieren. Er bestand darauf, dass selbst die Strafgefangenen in der Stadt, die nicht aus politischen Gründen inhaftiert waren, eine Bewährungschance bekamen. Die Nationale Garde hatte einen Teil seiner Offiziere und Unteroffiziere abzugeben und auch die neu aufgebaute Palastwache des Präsidenten wurde herangezogen, um am 6. Februar die Gardedivision „Estandarte de Corps Roberto Ortiz“ in Rosario neu zu bilden. – Jetzt sollten schon Verbrecher Großargentinien zum Sieg verhelfen, so die unausgesprochene Meinung im Offizierskorps.

Als am 8. Februar die Nationale Garde von der Nordfront Rosario mit der Eisenbahn erreichte, erhielt die erste Gardedivision den Beinamen „Escolta National“. Zusammen mit der Gardedivision „Estandarte de Corps Roberto Ortiz“ bildete dieser Verband das Gardekorps. Der frisch beförderte Generalleutnant Menendez, ein Offensivtaktiker, übernahm das Kommando. Am 10. Februar wurde die Gardedivision „Escolta National“ auf den Infanterietyp ´43 aufgerüstet und bis Mitte März sollten noch Panzerwagen abgestellt werden. So konnte die Schlagkraft innerhalb kürzester Zeit erheblich erhöht werden. Nur die Erfahrung fehlte dem noch nicht zusammengewachsenen Verband.

Trotzdem musste das Gardekorps sofort an den Kampfhandlungen teilnehmen, um den Feind abzuwehren. Denn bereits am 7. Februar hatte US-Feldmarschall Mac Arthur von Curitiba aus die Provinz Concordia erneut angegriffen. Diesmal waren an der neuen Offensive acht US-Infanteriedivisionen und zwei Panzerdivisionen beteiligt. Nach zwölf Stunden hartem Kampf zog sich General Peron aus Concordia mit der 3. Armee nach Buenos Aires zurück.

Drei Tage später, am 11. Februar, hatte die 3. Armee Buenos Aires erreicht und bereitete die Verteidigung der Stadt vor. Zeitgleich hatten die Panzerspitzen der 9. und 11. US-Panzerdivisionen Concordia besetzen können. Damit war Montevideo und ein Teil der Armeegruppe La Plata ein zweites Mal abgeschnitten.

Als die US-amerikanischen Panzerdivisionen nach nur zwei Stunden Ruhepause gegen die ehemalige Hauptstadt Uruguays vorgingen, fiel die 3. Armee dem Feind in den Arm. Das Gardekorps in Rosario unterstützte dabei den Angriff auf die US-Truppen von Generalleutnant Walker. Auch das III. und IV. Fliegerkorps, die am 11. Februar von Montevideo nach Buenos Aires umstationiert worden waren, begannen mit Zerrüttungsangriffen die US-Panzerdivisionen bei ihrem Vormarsch auf Montevideo zu stören.

Überrascht von der Heftigkeit des argentinischen Gegenangriffs versuchten die 9. und 11. US-Panzerdivision sich nach Curitiba zurückzuretten. Am 13. Februar erreichte die 66. US-Infanteriedivision, die Mac Arthur als Reserve zurückbehalten hatte, Concordia. Doch auch die US-Infanteristen wurden in die Flucht geschlagen. Die Sturzkampfbomberpiloten lenkten nun ihre pausenlosen Bodenangriffe auf dieses neue Ziel bis die 66. US-Infanteriedivision am 17. Februar zerschlagen werden konnte.

Tags darauf am 18. Februar erreichte die 195. US-Infanteriedivision die Provinz Concordia, wurde aber ebenfalls durch die immer weiter vorwärts marschierende 3. Armee gestoppt. Wiederum stiegen die Sturzkampfbomber des III. und IV. Fliegerkorps (Stuka) auf, um den geschlagenen Feind zu bombardieren.

Gegen 11 Uhr am 18. Februar erreichte General Peron mit dem schnellen XIII. Armeekorps Concordia. Erneut war der Ring um Montevideo durchbrochen und Nachschub floss wieder in die Stadt. Doch diesmal ordnete General Peron die Räumung der Stadt an, ohne sich aufgrund der Kürze der Zeit vorher die Genehmigung des Präsidenten einzuholen. Präsident Ortiz schäumte vor Wut. Er wollte General Peron ablösen und nur mit Mühe gelang es dem Generalstabschef Carlos O. Marquez den Präsidenten davon zu überzeugen, dass eine Ablösung Perons die 3. Armee erheblich schwächen würde.

Die 1. Sicherungsdivision wurde nach Santiago strategisch verlegt, während das sich tapfer behauptende XVIII. Armeekorps unter Generalleutnant Martinez bis Ende Februar die neue Abwehrstellung bei Rosario besetzen sollte. Nach dem Abzug der argentinischen Truppen aus Montevideo herrschte Chaos in der Stadt. Es kam zu Plünderungen und Lynchjustiz an vermeintlich argentinischen Kollaborateuren. Es schien nur eine Frage der Zeit zu sein, wann US-Truppen die Stadt kampflos einnehmen würden.

Bild
Bild 273: Die Lage an der La Plata-Front (18.02.1944)

Nur zwei Stunden später nach Sprengung des US-amerikanischen Sperrrings um Montevideo wurde ein erneuter feindlicher Angriff Richtung Concordia vermeldet. Diesmal führte US-Feldmarschall Mac Arthur die 191., 106., 110., 43. und 5. US-Infanteriedivision gegen General Perons schnelles XIII. Armeekorps ins Gefecht. Peron brach nach einer Stunde den aussichtslosen Kampf ab und zog sich mit dem Korps nach Buenos Aires zurück.

Eine Verstärkung durch das IV. Gebirgsjägerkorps erreichte erst am 19. Februar Concordia und kam damit zu spät, um noch Unterstützung leisten zu können. Auch die Gebirgsjäger mussten nach nur vier Stunden das Feld räumen und sich in die Hauptstadt zurückziehen. Nach diesem Debakel eines schlecht koordinierten Angriffs der 3. Armee erteilte Feldmarschall Farrell Plaul den Befehl, alle Vorstöße Richtung Concordia abzubrechen. Lediglich die bereits stark mitgenommenen Sturzkampfbomber-Geschwader flogen weiterhin beharrlich ihre Angriffe Richtung Concordia.

Am 21. Februar gelang den argentinischen Piloten die Auslöschung der 195. US-Infanteriedivision. Doch US-Generalleutnant Walker füllte die Lücke mit der 11. und 9. Panzerdivision auf. Zerrüttungs-, dann Bodenangriffe auf die US-Panzer zeigten jedoch bald Wirkung. Am 25. Februar wurde die 9. US-Panzerdivision durch Stukas vernichtet, drei Tage später am 28. Februar folgte die 11. US-Panzerdivision diesem Schicksal.

Doch diese Abwehrerfolge wurden mit Blut und Eisen erkauft. Das III. und IV. Fliegerkorps hatten mit zusammen nur noch 205 einsatzbereiten Maschinen noch einen Ist-Bestand von gut 50 Prozent. Piloten und Bodenpersonal waren von dem wochenlangen pausenlosen Einsatz völlig erschöpft. Luftwaffenchef Antonio Parodi ordnete den Tausch der Fliegerkorps mit den in den Nordanden stationierten aufgefrischten Verbänden an.

Um auf den völlig überbelegten Fliegerhorsten in Buenos Aires Platz zu schaffen, wurden am 26. Februar das 2. und 3. Jagdgeschwader des Jagdfliegerführers 2, Luftwaffengeneral del Riva nach Asunción verlegt. Gleichzeitig wurden das 1. und 4. Jagdgeschwader von Buenos Aires nach Bahia Blanca verlegt. Von dort konnten die Jäger weiterhin die Hauptstadt mit seinen Industriekomplexen vor feindlichen Bombenangriffen schützen.

Am 28. Februar folgte dann die Verlegung des III. und IV. Fliegerkorps von Buenos Aires nach La Paz, während 400 Sturzkampfbomber des II. und IV. Fliegerkorps in die umgekehrte Richtung flogen. Die Piloten der Sturzkampfgeschwader der Luftwaffengeneräle Fabri und Zanni waren kampfeslustig und siegesgewiss. Konnten diese Männer den Feind vor den Toren der Hauptstadt noch aufhalten?
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Angriff in den Anden! - Kapitel 23

Beitragvon Claus E. Witz » 23. November 2013 01:18

Sorgenvolle Patagonienfront
(Januar bis Februar 1944)

Während der Kampf an der La Plata-Front hin- und her wogte, waren wir gleichzeitig an der Patagonienfront in Bedrängnis. Ein US-amerikanisches Vorauskommando hatte sich der argentinischen Ölfelder in Comodoro Rivadavia bemächtigt und schnitt uns von unserer Ölzufuhr ab.

Das XI. Armeekorps unter dem Kommando von Generalleutnant Marquez, das sich auf dem Vormarsch auf die Ölprovinz befand, geriet am 24. Januar in ein Begegnungsgefecht mit der 31. US-Infanteriedivision unter US-Generalmajor Walker. Das Gefecht wurde bei starkem Regen in aufgeweichtem Gelände ausgetragen. Der Feind konnte nach hartem Kampf zurückgeschlagen werden. Das XI. Korps war nach diesem Kraftakt stark geschwächt, marschierte aber weiter Richtung der Ölfelder von Comodoro Rivadavia.

In der Zwischenzeit hatten wir unsere in Puerto Madryn zurückgebliebenen Truppen durch strategische Verlegungen von der Nordandenfront verstärken können. Das VIII. Armeekorps traf am 26. Januar in Puerto Madryn ein und wurde der 2. Armee unterstellt.

Am darauffolgenden Tag, am 27. Januar trafen die ersten US-Panzer in Comodoro Rivadavia ein. US-Generalleutnant White vereitelte mit seiner 30. und 4. US-Panzerdivision jeden weiteren Vormarsch des XI. Armeekorps, das damit auf Puerto Madryn zurückfiel.

Am Mittelabschnitt der Patagonienfront erreichte am 29. Januar das I. Armeekorps nach dem Rückzug von San Carlos de Bariloche die Auffangstellung von Viedma. Schon am 2. Februar wurde das Korps strategisch zurück an die eingedrückte Front verlegt. Als das Korps am 14. Februar wieder in San Carlos de Bariloche neu Stellung bezog, konnte ein schwacher US-amerikanischer Angriff abgewehrt werden.

Mit dieser Niederlage wollte sich der Feind aber nicht zufrieden geben und startete am 18. Februar einen Großangriff auf die zentrale Andenprovinz. Dabei setzte US-Feldmarschall Bradley zehn Panzer-, zwei motorisierte und drei Infanteriedivisionen gegen Generalleutnant Vaccarezzas I. Armeekorps ein. Nach einem dreistündigen heftig geführtem Gefecht, bei dem der Feind aus vier Angriffsrichtungen vorstieß, floh das I. Korps erneut Richtung Viedma.

Bild
Bild 274: Die Lage an der Patagonienfront (18.02.1944)

Im Kriegskabinett in Buenos fürchtete man jetzt, dass wir uns aufgrund der großen Überlegenheit des Feindes an der Patagonienfront dauerhaft auf die Rio Negro-Linie bei Viedma – Neuquén – Puerto Montt zurückziehen mussten, um unter dem Schutz der Sturzkampfbomber weiteren feindlichen Angriffe standhalten zu können.

Im Wehrwirtschaftsministerium arbeitete ich mit meinen Mitarbeitern mit Hochdruck daran, dass unsere Truppe moderneres Material zur Verfügung gestellt wurde. So konnten wir im Zeitraum von Mitte Februar bis Ende Februar die 42., 13., 19., 20., 35. und 22. Infanteriedivision auf den Divisionstyp ´43 aufrüsten. Außerdem wurde die 5. Gebirgsjägerdivision in La Paz auf den Divisionstyp ´41 umgerüstet.

Neben der Modernisierung der Ausrüstung und den personellen Verstärkungen, die mein Ministerium zu leisten hatten, mussten wir uns auch um die sich anbahnende Rohstoffknappheit Gedanken machen. Mitte Februar hatte Japan ein Handelsabkommen aufgehoben. Wir konnten kein Rohöl mehr liefern und konnten daher auch keine Energieträger mehr in ausreichender Menge importieren. Den Bedarf an Energie konnten wir nicht mehr ganz ausgleichen, selbst als wir zwei Handelsabkommen mit Venezuela und unserem Erzrivalen auf dem Kontinent – Brasilien – abschlossen.

Bevor ich dieses zweite Abkommen anbahnen konnte, konsultierte ich vorsichtshalber Präsident Ortiz. Als ich von der Sekretärin in sein Büro hineingelassen wurde, war noch Sicherheitsminister Ramon Castillo zugegen. Das Gespräch verstummte, als die beiden Männer mich sahen. Nach einer kurzen Pause kam Präsident Ortiz auf mich zu, begrüßte mich überaus herzlich und fragte, worum es ginge. Als ich das Abkommen mit Brasilien ansprach, sagte Präsident Ortiz, dass jedes Mittel recht sei, wenn wir unsere Wirtschaft in diesen Zeiten am Laufen halten wollten.

Dann lenkte er das Gespräch in eine andere Richtung und fragte, ob ich schon etwas von einer „Kapitalistischen Intellektuellenfront Freies Argentinien“ – kurz KIFFA – gehört hätte, was ich bejahte. Sicherheitsminister Castillo, der dafür bekannt war, nicht zimperlich mit Staatsfeinden umzugehen, schaltete sich in das Gespräch ein und hakte nach, ob ich denn auch einen Exilanten aus Vorderasien namens Manuel Achpugas Megas Komnenos kennen würde, was ich ebenfalls mit Ja beantwortete. Ich fügte jedoch eilfertig hinzu, dass ich in keiner Weise mit dieser kriminellen Vereinigung in Verbindung stehen würde und dass mir Herr Komenos nur über einen Debattierclub, der gerne von Ausländern besucht wurde, bekannt sei. Nein, gesehen hatte ich den Herren seit einem Jahr schon nicht mehr, was nicht ganz der Wahrheit entsprach, aber schwer zu überprüfen war. Damit ließen es Präsident Ortiz und Minister Castillo bewenden, der daraufhin mich mit dem Präsidenten alleine ließ.*

Präsident Ortiz sagte, dass Finnland kapituliert habe und vom Deutschen Reich annektiert worden war. Jetzt würde es wohl nicht mehr lange dauern, bis Deutschland Argentinien zur Hilfe käme. Ich erwiderte daraufhin, wir hätten nur noch Energiebrennstoffe für rund sechs Monate und Ölvorräte für ungefähr acht Monate, sofern keine großangelegte Offensive eingeleitet werden wurde. Präsident Ortiz gab sich optimistisch, dass wir bis dahin, die Patagonienfront wieder bis zu den Ölfeldern ausweiten würden und uns kein Versorgungsengpass drohen würde.

Ich legte dem Präsidenten noch ein Dekret zur Unterschrift vor, in dem die Wehrzeit verlängert werden sollte [Berufsheer +1], was dieser unterzeichnete. Das Gesetz trat damit am 1. März in Kraft. Dann entschuldigte sich der Präsident noch einmal bei mir für seine bohrenden Fragen und ich verabschiedete mich von ihm.

Ich wusste nun, ich musste vorsichtig sein, mit wem ich zukünftig verkehrte. Sicherlich hatte Sicherheitsminister Castillo schon Nachforschungen über mich angestellt. Auch wenn er nichts finden würde, mit diesen sorgenbehafteten Gedanken kehrte ich in mein Ministerium zurück und setzte meine Arbeit mit unverminderter Kraft fort.

*) Komnenos, siehe Kommentare
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Angriff in den Anden! - Kapitel 24

Beitragvon Claus E. Witz » 23. November 2013 01:56

Auf dem Vormarsch nördlich der La Plata-Mündung
(März 1944)

So blutig der Januar und Februar 1944 verlaufen waren, umso erfolgreicher wurde der März. An der Patagonienfront war das I. Armeekorps am 1. März zurück in seiner Ausgangsstellung in Viedma, wo sich die Truppe von den Rückzugsgefechten aus San Carlos de Bariloche erholte. Der Feind stieß nicht weiter nach, so dass sich die Lage an dieser Front beruhigte.

Am 5. März kam die aus Montevideo abgezogene 1. Sicherungsdivision in Santiago an und verstärkte den wichtigen Stützpunkt am Pazifik. Auch an der Nordfront blieb alles im März 1944 ruhig und die 1. Armee, die in La Paz und Antofagasta stand, konnte die Verteidigungslinie halten. Noch hatte der Feind die Front an der rechten Flanke durch den Amazonasdschungel nicht überflügelt. Die Alliierten begnügten sich mit der Besetzung von Bereitstellungsräumen.

Ich konnte den März tatkräftig nutzen, um das argentinische Heer weiter zu modernisieren. So wurden im Laufe des Monats mit der 24., 9., 34., 33., 10., 38., 11., 40., 25. und 32. zehn Infanteriedivision auf den modernen Divisionstyp ´43 umgerüstet. Zudem konnte die 43. Infanteriedivision aufgestellt und dem XVII. Armeekorps in Mato Grosso unterstellt werden. Das war ein beachtlicher Erfolg für mein Ministerium, das um die knappen Ressourcen kämpfen musste.

Mit der Umstationierung der argentinischen Luftwaffengeschwader im Februar ging auch eine Umstrukturierung der Verbände einher. Am 2. März übernahm Luftwaffenmarschall Parodi das I. Fliegerkorps (Mabo) in Santiago. Parodi hatte die besten Erfahrungen für Flottenangriffe und sollte das 1. Marinebombergeschwader, das in Küstenfliegergeschwader 91 umbenannt wurde, zu neuen Erfolgen führen. Das Kommando wurde in Fliegerführer (See) umbenannt. Im Gegenzug übernahm Luftwaffengeneral Ojeda das Kommando über das III. Fliegerkorps.

Ein Angleichen der Strukturen an die deutsche Luftwaffe führte dazu, dass der Chef der Luftwaffe, Antonio Parodi, auch das deutsche Nummernsystem für die Geschwader übernahm: Die Jagdgeschwader erhielten eine Nummer 50 plus ihrer alten Geschwaderkennzeichnung, die Sturzkampfbomber zählte man ab der Zahl 20 hoch. So wurde zum Beispiel aus dem 1. Sturzkampfbombergeschwader das Sturzkampfgeschwader 21. Lediglich die unter dem Kommando von Luftwaffengeneral Fabri stehenden Geschwader des II. Fliegerkorps wurden aufgrund ihrer panzerbrechenden Kanonen in Schlachtgeschwader 22 und 26 umbenannt.

Aber nicht nur die Geschwader wurden umbenannt, sondern auch die Verbände der Luftwaffe wurden neu unterteilt und die Luftflotten 1 und 2 gebildet. Die Erdtruppen der argentinischen Luftwaffe waren davon nur indirekt betroffen. Um nicht hier zu sehr ins Detail zu gehen, verweise ich auf eine Anlage zur Luftwaffenstruktur im März 1944, die noch folgen wird.

Während wir uns im Kriegskabinett in Buenos Aires die Köpfe über eine langfristige Planung zerbrachen, hatte Feldmarschall Farrell Plaul handfestere Probleme zu bewältigen. Die Truppen unter dem Kommando von US-Feldmarschall MacArthur drückten weiter Richtung Süden Richtung argentinischer Hauptstadt. Zeitgleich versuchten sie den Brückenkopf in Curitiba auch noch Westen und Norden auszuweiten, wo nur ein schwaches argentinisches Korps unter Generalleutnant Pistarini den Ausbruch aus dem Brückenkopf bisher verhindern konnte.

Am 4. März verlegte Feldmarschall Farrell Plaul das Heeresgruppenkommando von Buenos Aires nach Rosario, wo die Führungseinheit am 11. März ankam. Schon einen Tag später wurde die Provinz Concordia durch die 43. US-Infanteriedivision besetzt. Doch US-Generalleutnant Bulk wurde unverzüglich von der 3. Armee und den südlichen Teilen der Armeegruppe La Paz am 12. März angegriffen und mühelos mit erdrückender Übermacht in die Flucht geschlagen. In Folge der Stuka-Angriffe, die von Buenos Aires aus geflogen wurden, konnte bereits einen Tag später die 43. US-Infanteriedivision ausgelöscht werden.

Während die US-Truppen am 18. März die Provinzen Campinas und Montevideo besetzen konnten, erreichte die 3. Armee am 20. März Concordia. Hier wurde der Großverband von schwachen feindlichen Kräften halbherzig angegriffen, so dass General Peron eine gute Ausgangsstellung für die Rückeroberung der verlorengegangenen Gebiete nördlich des La Plata-Deltas erreicht hatte.

In Concordia erhielt die Gardedivision „Estandarte de Corps Roberto Ortiz“ auch – wie bereits berichtet – ein neu aufgestelltes Panzerwagenregiment, so dass auch für alle sichtbar die Streitmacht an Stärke gewann – wenn auch nur psychologisch.

General Peron wollte die Offensive gegen den US-amerikanischen Brückenkopf, die inzwischen Operation „Nandu“ genannt wurde, weiter vorantreiben. Am 20. März stiegen die Sturzkampfgeschwader in Buenos Aires zu Zerrüttungsangriffen gegen Montevideo auf. Es folgte ein schneller Sieg der 3. Armee gegen die 106. US-Infanteriedivision, die in Montevideo verteidigte. Auf ihrem Rückzug nach Porto Alegre wurde die 106. Division durch die argentinische Luftwaffe vernichtet, während General Peron mit dem schnellen XIII. Armeekorps alleine Richtung Montevideo vorstieß.

Bild
Bild 275: Ausgangsposition für die Operation "Nandu" (01.04.1944)

Erst am 24. März erreichte Feldmarschall Farrell Plaul mit Teilen der Armeegruppe La Plata, aus Rosario kommend, Concordia, um die Operation „Nandu“ selbst weiter zu führen. Feldmarschall Farrell Plaul war ein bescheidener Soldat, der es dem ehrgeizigen Peron nicht übel nahm, dass dieser den Auftakt der Offensive so erfolgreich eingeleitet hatte. Doch konnte es gelingen, Curitiba zurückzuerobern, bevor der Feind ins Landesinnere einbrechen würde? Die Operation „Nandu“ stand noch auf tönernen Füßen, als dass man jetzt schon von einem Erfolg sprechen konnte.
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Angriff in den Anden! - Kapitel 24

Beitragvon Claus E. Witz » 23. November 2013 02:49

Exkurs

LUFTWAFFE (Stand 1. März 1944)

Anfang März 1944 wurde die argentinische Luftwaffe, die dem Oberkommando der argentinischen Luftwaffe (OKAL) unterstand, neu gegliedert.

Bild
Bild 275a: Einteilung der Luftgaue (01.03.1944)

Reichweiten der Stuka-Geschwader:

Buenos Aires: La Plata - Oberargentinien
Bahia Blanca: La Plata - Niederargentinien - Oberargentinien
Montevideo: La Plata - Sao Paulo
Santiago: Chile - Niederargentinien - Oberargentinien
La Paz: Asunción - Chile - La Paz - Lima
Asunción: Asunción - Oberargentinien


LUFTSTREITKRÄFTE

Luftflotte 1

III. Fliegerkorps
(Buenos Aires)
- Sturzkampfgeschwader 21
- Sturzkampfgeschwader 25

IV. Fliegerkorps
(Buenos Aires)
- Sturzkampfgeschwader 23
- Sturzkampfgeschwader 24

Jagdfliegerführer 1
(Bahia Blanca)
- Jagdgeschwader 51
- Jagdgeschwader 54

Luftflotte 2

II. Fliegerkorps
(La Paz)
- Schlachtgeschwader 22
- Schlachtgeschwader 26

V. Fliegerkorps
(La Paz)
- Sturzkampfgeschwader 27
- Sturzkampfgeschwader 28

Jagdfliegerführer 2
(Asunción)
- Jagdgeschwader 52
- Jagdgeschwader 53

Fliegerführer (See)
(Santiago)
- Küstenfliegergeschwader 91


ERDTRUPPEN DER LUFTWAFFE

- Flak-Regiment z.b.V. (angegliedert an das H. Gr. Kdo. Nord in Rosario)

Luftkreiskommando 1 (Südost)

Luftgau-Kommando I (La Plata)
(Buenos Aires, Mar del Plata, Rosaria, Concordia, Montevideo)
3 Fliegerhorste Buenos Aires
Flak-Division Buenos Aires (8 Flak-Batterien)
1 Fliegerhorst Montevideo
Flak-Abteilung Montevideo (1 Flak-Batterie)
Luftnachrichten-Regiment 1

Luftgau-Kommando II (Oberargentinien)
(Bahia Blanca, Cordoba, San Miguel de Tucuman, Corrientes, Ciudad del Este)
3 Fliegerhorste Bahia Blanca
Flak-Abteilung Bahia Blanca (2 Flak-Batterien)
Luftnachrichten-Regiment 2

Luftgau-Kommando III (Niederargentinien)
(Viedma, Puerto Madryn, San Carlos de Bariloche, Neuquén, Comodoro Rivadavi (USA))
Luftnachrichten-Regiment 3

Luftgau-Kommando X (Sao Paulo)
(Campinas, Porto Alegre (USA), Curitiba (USA), Sao Paulo (BRA))
Luftnachrichten-Regiment 10

Luftgau-Kommando IV (Tierra del Fuego) - aufgelöst
(Santa Cruz (USA), Sarmiento (USA), Tierra del Fuego (USA), Punta Arenas (USA), Wellington (USA))

Luftkreiskommando 2 (Nordwest)

Luftgau-Kommando V (Asunción)
(Asunción, Santa Cruz, Sucre)
4 Fliegerhorste Asunción
Flak-Abteilung Asunción (1 Flak-Batterie)
Luftnachrichten-Regiment 5

Luftgau-Kommando VI (Chile)
(Santiago, Antofagasta, Puerto Montt, Puerto Aisén)
4 Fliegerhorste Santiago
Flak-Abteilung Santiago (2 Flak-Batterien)
Luftnachrichten-Regiment 6

Luftgau-Kommando VII (La Paz)
(La Paz, Cobija, Riberalta)
4 Fliegerhorste La Paz
Flak-Abteilung La Paz (1 Flak-Batterie)
Luftnachrichten-Regiment 7

Luftgau-Kommando VIII (Lima) - aufgelöst
(Lima (USA), Arequipa (USA), Cuzco (USA), Pucallpa (USA), Trujillo (USA))

Luftgau-Kommando IX (Quito) - aufgelöst
(Quito (USA), Guayquil (USA), Tigre (USA))

Luftgau-Kommando XI (Mato Grosso)
(Mato Grosso, Cuiabá, Perseverancia)
Luftnachrichten-Regiment 11

Luftgau-Kommando XII (Manaus)
(Manaus, Porto Velho, Solimoes, Boa Vista (GB),Tefé (USA), Rio Branco (USA), Santarém (BRA)
Luftnachrichten-Regiment 12

Luftgau-Kommando XIII (Brasilien)
(Marabá, Goiàs (BRA), Belén (BRA), Fortaleza (BRA)))
Luftnachrichten-Regiment 13
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Beitragvon Claus E. Witz » 30. November 2013 00:23

Erfolge an der La Plata-Front
(April bis Mai 1944)

Die Befürchtung des Generalstabs, dass die US-Amerikaner wieder ins Landesinnere vorstoßen könnten, um sich mit den von Norden vordringenden alliierten Truppen zu vereinigen, war nicht unberechtigt. Bereits am 1. April griff US-Generalleutnant Dahlquist mit der 5., 66. und 46. US-Infanteriedivision von Curitiba und Campinas aus das in Mato Grosso unter dem Kommando von Generalleutnant Pistarini stehende XVII. Armeekorps an. Das argentinische Korps erhielt unverzüglich über 300 Tonnen Nachschub und Munition, um den US-Vorstoß aufzuhalten.

Eine Stunde später gegen 16 Uhr erhöhte US-Feldmarschall Mac Arthur den Druck, indem er ein weiteres US-Korps, bestehend aus der 47., 131. und 59. US-Infanteriedivision, ins Gefecht führte. Das US-Korps wurde von drei Panzerbrigaden unterstützt. Es war fraglich, ob Generalleutnant Pistarini diesem Angriff würde lange standhalten können. Feldmarschall Farrell Plaul blieb nur eine Stunde Zeit, um eine Entscheidung zu fällen. Er musste um jeden Preis den Ausbruch aus dem Brückenkopf in Curitiba nach Westen verhindern. Nach einem kurzen Funkgespräch mit General Peron befahl Feldmarschall Farrell Plaul den Generalangriff auf die US-amerikanischen Stellungen in der Gebirgsprovinz Curitiba.

Für den weiteren Vorstoß bei der Operation „Nandu“ hatte die 3. Armee bereits ein beachtliches Nachschublager angehäuft. Nun wurden über 1.600 Tonnen Nachschub und Munition sowie mehr als 270 Tonnen Betriebsstoff an die Truppe ausgegeben.

Gegen 17 Uhr wurde die Konterattacke ausgelöst. US-Generalleutnant Harrold verteidigte zunächst mit der 13. US-Panzerdivision sowie der 39., 191. und 48 US-Infanteriedivision gegen den argentinischen Angriff. Der Druck auf die argentinischen Stellungen in Mato Grosso ließ sofort nach. Doch gegen 19 Uhr waren wieder sechs US-Divisionen am Vorstoß nach Westen beteiligt.

Einen Tag später, am 2. April gegen 15 Uhr, war der Kampf um Mato Grosso verloren und das XVII. Armeekorps zog sich in den Schutz des Dschungels nach Perseverancia zurück. Der Feind setzte unverzüglich über den Paraná, um den Brückenkopf nach Westen auszuweiten. Um 17 Uhr musste auch der Angriff von Concordia aus als gescheitert angesehen werden. Was folgte, waren nur noch Scharmützel und Stoßtruppvorstöße zwischen der 3. Armee und Mac Arthurs US-Truppen.

Erst am 11. April konnte General Peron mit seinem schnellen XIII. Armeekorps Montevideo zurückerobern. Die US-Amerikaner hatten einen fast völlig zerstörten Flugplatz zurückgelassen. Trotzdem wurden schon zwei Stunden später das II. und V. Fliegerkorps nach Montevideo vorverlegt, um Porto Alegre angreifen zu können. Doch zunächst wurde die in Campinas stehende 5. US-Infanteriedivision mit Störangriffen belegt.

Bei Tagesanbruch am 11. April um 11 Uhr erfolgte planmäßig der Angriff mit dem schnellen XIII. Armeekorps von Montevideo nach Porto Alegre. Das in Concordia stehende Gardekorps und das IV. Gebirgsjägerkorps gingen gleichzeitig vor. Der Rest der 3. Armee unterstützte den Vormarsch. US-Generalleutnant Grow konnte mit seiner 15. Panzerdivision gegen 14 argentinische Divisionen nichts entgegensetzen. Vier Stunden später befand sich seine Division auf dem Rückzug nach Curitiba.

Doch bevor die argentinischen Sturzkampfgeschwader eingreifen konnten, hatten diese noch ihr blutiges Geschäft in Campinas zu erledigen. Am 12. April wurden die Zerrüttungsangriffe auf die 5. US-Division abgebrochen, die Maschinen mit Sprenggranaten ausgestattet und Bodenangriffe in Campinas befohlen. Derweil ging der weitere Vormarsch auf Porto Alegre ohne weitere Verzögerungen voran.

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Bild 276: Angriff in der La Plata-Mündung (14.04.1944)

Am 15. April wurde die 5. US-Infanteriedivision in Campinas durch Luftangriffe vernichtet. Bei dieser Aktion gingen 38 Sturzkampfbomber verloren. Trotzdem gingen die Luftschläge unvermindert weiter, so dass bereits sechs Stunden später Porto Alegre als neues Zielgebiet ausgewählt wurde.

Am 16. April ging schließlich Mato Grosso an die US-Truppen verloren, die nun Asunción mit seinen Flugfeldern bedrohten. Da man Kämpfen aus dem Weg gehen wollte, wurde die 7. Sicherungsdivision, die die Garnison in Asunción bildete, strategisch nach Montevideo verlegt. Auch der Jagdfliegerführer 2, Luftwaffengeneral del Riva, evakuierte die Jagdgeschwader 52 und 53 nach Santiago.

Für diesen Vorstoß nach Westen hatte Mac Arthur unvorsichtigerweise seine Basis in Curitiba von Truppen entblößt. Unverzüglich stürzte sich am 17. April die Stuka-Waffe auf die in Curitiba verbliebene 48. US-Infanteriedivision. Am 22. April war die US-Division vernichtet und die Angriffe wurden auf Porto Alegre fortgesetzt, wo die 39. US-Infanteriedivision am 24. April ebenfalls vernichtet werden konnte. Nun war die 191. US-Infanteriedivision zum Ziel der unbarmherzigen Stuka-Attacken geworden.

Am 26. April um 6 Uhr morgens befreiten das Gardekorps, das IV. Gebirgsjägerkorps und das schnelle XIII. Armeekorps unter General Peron die Provinz Porto Alegre. Am späten Nachmittag wurde dann die 191. US-Infanteriedivision von den Sturzkampfgeschwadern vernichtet und die ebenfalls fliehende 15. US-Panzerdivision wurde ihr nächstes Ziel.

Feldmarschall Farrell Plaul wollte die Schwäche des Feindes ausnutzen und weiter auf Curitiba vorstoßen. So wurde General Peron befohlen, mit dem IV. Gebirgsjägerkorps weiter längs der Küste Richtung Norden zu marschieren. An der linken Flanke sollte das noch frische XVIII. Armeekorps unter Generalleutnant Martinez von Concordia aus Richtung Curitiba vorgehen. Als Marschzeiten wurden für die Gebirgsjäger 14 Tage, für die Infanterie einen Monat errechnet. Trotzdem sollte die Elitetruppe so schnell wie möglich Curitiba notfalls auch alleine erobern und die Anlandungshäfen der US-Amerikaner ausschalten, um die Nachschubversorgung zu unterbrechen.

Am 27. Und 28. April hatten sich die 15. US-Panzerdivision und die 131. US-Infanteriedivision von Porto Alegre nach Curitiba gerettet. Doch beide angeschlagenen Divisionen konnten dem weiteren argentinischen Vorstoß nicht standhalten und flohen weiter nach Campinas.

Den Luftwaffengenerälen Zanni und Fabri wurde gemeldet, dass die Provinz Porto Alegre feindfrei sei. Daraufhin wurde am 28. April die Vorverlegung der Einsatzflughäfen des II. und V. Fliegerkorps von Montevideo nach Porto Alegre befohlen. Als die Sturzkampfbomber eintrafen, stellte sich heraus, dass sich doch noch versprengte Einheiten der 110. US-Infanteriedivision im näheren Umkreis der neuen Fliegerhorste befanden und die Starts der Maschinen behinderten. Erst am 30. April entschied man, dass die beiden Fliegerkorps wieder nach Montevideo zurückfliegen mussten, um von dort aus die 110. US-Infanteriedivision mit Bodenangriffen zu belegen. Zu diesem Zeitpunkt hatten die vier beteiligten Sturzkampfgeschwader bereits 110 ihrer 400 Maschinen verloren.

Bei diesem ungestümen Vormarsch ging die 3. Armee ein gewisses Risiko ein, da die 7. Sicherungsdivision Montevideo mit seinen Flugfeldern erst am 1. Mai sichern konnte. Bis dahin bestand die Gefahr, dass US-Truppen direkt in der Stadt hätten anlanden und alle Stuka-Maschinen hätten zerstören können. Doch Feldmarschall Farall Plaul und General Peron waren so siegesgewiss, dass sie die Etappe kalkulierbar vernachlässigten. Präsident Ortiz billigte dieses Vorgehen – solange die Operation „Nandu“ weiter so erfolgreich verlief.

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Bild 277: Offensive gegen Curitiba (01.05.1944)

Ich verfolgte von meinem Ministerium aus die erfolgreiche Rückeroberung des nördlichen Ufers der La Plata-Mündung. Meine Rüstungsanstrengungen verliefen ebenfalls befriedigend und wir konnten im Laufe des Monats April die 17., 21., 30., 1., 2., 3. und 16. Infanteriedivision auf den Divisionstyp ´43 sowie die 7. Gebirgsjägerdivision auf den Divisionstyp ´41 umrüsten. Auch die 10. und 14. Milizdivision, die ursprünglich aufgelöst werden sollten, aber noch zum Küstenschutz eingesetzt wurden, hatten eine moderne Ausrüstung erhalten. Da die Truppe unter „Miliz“ minderwertige Streitkräfte verstand, wurden die beiden Einheiten in Sturmbrigade 10 und 14 umbenannt. Generalleutnant de Olano erhielt in diesem Zuge das Kommando über die in Viedma stehende Sturmbrigade 14.

Neben den Modernisierungen der bestehenden Divisionen sollten auch zwei weitere Infanteriedivisionen ausgebildet werden. Am 22. Mai und 11. Juli 1944 sollten diese dann der regulären Truppe übergeben werden. Da ich vom Präsidenten Ende 1943 den Auftrag erhalten hatte, heimlich eine 4. Armee aufzubauen, ging ich mit meinen Kollegen daran, ab dem 5. April weitere sechs Artillerieregimenter aufzustellen. Die Produktionsserie würde am 15. November auslaufen, so die Planung.

Neben den Bodentruppen, durfte auch nicht der wesentliche Anteil der argentinischen Luftwaffe an unseren Erfolgen vergessen werden. Deshalb unternahm mein Doppelministerium erhebliche Anstrengungen in diese Richtung. Mitte April hatten wir die „Bomber-As-Initiative“ entwickelt und konnten auf bessere Stuka-Erfolge bei Nachtangriffen und Angriffen im Schnee hoffen. Zudem wurde der Organisationsgrad verbessert und neue Geschwader ließen sich kostengünstige herstellen. Als weiteren Baustein für den Ausbau der Luftwaffe erhielt die Firma CAC den Forschungsauftrag für ein neues Modells eines „fortschrittlichen Sturzkampfbombers“.

Als ich Ende April die neuen Pläne im Kriegskabinett vorstellte, ließ ich die Gelegenheit nicht aus, um einmal mehr auf die kritische Rohstofflage hinzuweisen. Nach den Schätzungen meines Ministeriums würden unsere Ölvorräte bei dem derzeitigen Verbreich innerhalb von 6 Monaten aufgebraucht sein. Für schlimmer erachtete ich die Lage bei der Versorgung unserer Industrie mit Energie. Hier konnte nach 3 ½ Monaten ein ernsthafter Lieferengpass eintreten. Präsident Ortiz beschwichtigte mich und sagte, dass wir rechtzeitig eine Lösung finden würden. Mit einer Vorahnung und großen Sorgen verließ ich den Palast, um mich auf meine bevorstehende Dienstreise nach Montevideo vorzubereiten.
"Wir behaupten (...), der Krieg ist nichts als eine Fortsetzung des politischen Verkehrs mit Einmischung anderer Mittel." Carl von Clausewitz

Angriff in den Anden! (HoI2 Argentinien 1936 AAR)
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Angriff in den Anden! - Kapitel 24

Beitragvon Claus E. Witz » 3. Dezember 2013 22:16

Meine Reise ins zerstörte Montevideo
(Mai 1944)

Noch während die Operation „Nandu“ im vollen Gange war, begann ich meine Inspektionsreise nach Montevideo, um den Wiederaufbau der für uns so wichtigen Industriekomplexe zu beschleunigen. Die Infrastruktur war nördlich der La Plata-Mündung stark zerstört. In der Vorkriegszeit bezifferte man in den Provinzen Rosario und Montevideo die Infrastrukturquote auf 60 Prozent. Jetzt lag diese Quote, so die ersten Schätzungen meines Ministeriums, gerade noch bei 30 bis 40 Prozent. Das Schienennetz war zu einem großen Teil zerstört, so dass ich die beschwerliche Reise mit meinem Dienstwagen vorzog.

Da das Militär Vorrang auf allen Verkehrswegen genoss, musste mein Fahrer immer wieder rechts heranfahren, um lange Fahrzeugkolonnen vorbeizulassen, die den Nachschub an Munition, Verpflegung und Betriebsstoffen für 15 Divisionen an die Front brachten. Die Straßen hatten wie das Schienennetz unter der vorrübergehenden Besetzung durch US-amerikanische Truppen gelitten. Vorbei an gesprengten Brücken, umgestürzten Bäumen und verminten Straßenabschnitten ging die holprige Fahrt. Am meisten hatte mich während dieser Fahrt der Anblick von fünf ausgebrannten „Sherman“-Panzern beeindruckt, die auf einer Straße in offenem Gelände in einer Reihe standen. An den Bombentrichtern, die dicht neben den Panzern zu sehen waren, nahm ich an, dass dies das Werk unserer Stuka-Waffe war. Die Panzerkommandanten wurden wahrscheinlich so plötzlich vom Angriff überrascht, dass sie nicht mehr reagieren oder gar ausweichen konnten. Doch nun waren diese Panzer nur noch ein kleines Hindernis auf dem Weg zu meinem Ziel.

Vier Tage lang dauerte die strapaziöse Fahrt bis ich endlich Montevideo erreicht hatte. Was ich hier sah, war kein Vergleich zu der pulsierenden Provinzhauptstadt, die ich im März 1936 erlebt hatte. Überall lag Schutt und Unrat herum. Ich war in einem halbwegs unbeschädigten Hotel nahe der Stadtkommandantur untergekommen und musste schon bald feststellen, dass die 7. Sicherungsdivision, die erst seit kurzem die Stadt befriedete, viel zu tun hatte. Man sprach von einer Partisanentätigkeit, die bei 16 Prozent lag. Jetzt lag das Restrisiko noch bei drei Prozent. Insbesondere auf dem Land war es gefährlich, nachts unterwegs zu sein.

Während der kurzen Zeit der Besetzung durch die US-Amerikaner kamen die Feinde Argentiniens wie die Ratten aus ihren Löchern. Verleumdungen und Lynchjustiz waren an der Tagesordnung gewesen. Jetzt überführte man diese Verbrecher ihrer gerechten Strafe. Landesverräter, Kollaborateure und gemeine Plünderer wurden abgeurteilt und füllten die Gefängnisse. So manch einer fürchtete das Morgengrauen, das ihm den Tod am Galgen oder die Erschießung bringen konnte. Doch geschah dies alles im Sinne der guten Sache und der Aufrechterhaltung der Ordnung.

Während meiner Besuche in den einzelnen Industriebezirken wurde das ganze Ausmaß der vorrübergehenden Feindbesetzung deutlich: Von acht Industriekomplexen waren nur noch drei halbwegs in Betrieb. Der Rest lag in Trümmern. Auch die Produktion von Metallen, Energie und seltenen Materialien lag unter der Hälfte der sonst möglichen Produktionsquote. Der Marinestützpunkt war zu zwei Dritteln zerstört.

Auch der Fliegerhorst war nur noch zu einem Drittel einsatzfähig. Es war eine logistische Meisterleistung der Luftwaffengeneräle Fabri und Zanni unter diesen widrigen Umständen die rund 300 Maschinen des II. und V. Fliegerkorps von hier aus starten und landen zu lassen. Immer wieder kam es zu Unfällen, weil die Starts und Landungen so dicht hintereinander folgen mussten, dass die Piloten nicht mehr ihre sonst üblichen Sicherheitsabstände einhalten konnten.

Unter diesen Eindrücken, die ich vom Krieg erhielt, ging die Operation „Nandu“ erfolgreich weiter. Am 2. Mai gelang den argentinischen Sturzkampfbombern die Vernichtung der fliehenden 110. US-Infanteriedivision in Porto Alegre. Daraufhin wurden die Bodenangriffe in Campinas auf die 13. US-Panzerdivision fortgesetzt, deren Vernichtung am 3. Mai gelang.

Am 4. Mai konzentrierten sich die Fliegerangriffe auf die 106. US-Infanteriedivision, die noch in Curitiba verteidigte. Doch nach kurzem Gefecht wurde die Einheit nach Campinas zurückgedrängt. In den darauf folgenden drei Tagen folgten weitere unkoordinierte Einzelaktionen der 167. und 46. US-Infanteriedivision sowie der 56. US-Panzerdivision, die alle von General Perons Korps mit Luftunterstützung geworfen werden konnten.

Erst am 8. Mai gelang es US-Feldmarschall MacArthur ein US-Korps zum koordinierten Abwehrkampf zu formieren. Doch auch die 66., 47. und 59. US-Infanteriedivision waren nicht in der Lage die argentinische 3. Armee und die Armeegruppe La Plata weiter aufzuhalten. Nach zehn Stunden Kampf war ein weiteres Gefecht um Curitiba gewonnen. Danach waren noch weitere kleine Attacken der 57. US-Panzerdivision und der 43. US-Infanteriedivision in Curitiba am 9. und 11. Mai zu bestehen, bevor der Feind vollends auf der Flucht nach Norden war.

Unsere Sturzkampfbomber des II. und V. Fliegerkorps unterstützten die anstürmenden argentinischen Divisionen in hervorragender Weise. Zusätzlich flogen die Stuka-Piloten weitere Angriffe auf Campinas, wo sich in der Zwischenzeit neben der 13. und 57. US-Panzerdivision noch die 131. und 56. US-Infanteriedivision gesammelt hatten. Doch am 15. Mai waren die Stuka-Piloten fast am Ende ihrer Kräfte. Nur noch 246 von ursprünglich 400 Maschinen waren einsatzbereit. Auch konnte nicht die Besetzung von Asunción durch US-General Grunerts Truppen vereitelt werden. Weitere wichtige Industriekomplexe wurden so durch den Feind verheert.

Ich wollte mich gerade auf den Rückweg nach Buenos Aires machen, als mich die Nachricht erreichte, dass das IV. Gebirgskorps am 17. Mai gegen 3 Uhr morgens die Gebirgsprovinz Curitiba besetzt und die Versorgungslinien der nun eingeschlossenen US-Truppen unterbrochen hatte. Wie ich in Erfahrung bringen konnte, hatte Generalleutnant Florit seine 7. Gebirgsdivision mit letzter Kraft auf die Gipfel des Gebirges bringen können: Der Organisationsgrad lag bei null Prozent und die Kampfstärke der Division hatte sich aufgrund der Strapazen und Kämpfe halbiert!

US-Generalleutnant Prickett führte am 17. Mai einen letzten verzweifelten Gegenangriff gegen unsere Elitetruppe aus, doch auch die 56. und 57. US-Division waren von den zermürbenden Kämpfen der letzten Wochen völlig am Ende. Der halbherzig geführte Angriff wurde nach nur einer Stunde abgebrochen und erhebliche US-Streitkräfte waren nun im Kessel von Campinas – Asunción eingeschlossen. Doch würde die dünne Linie, die den Feind vom rettenden Meer trennte, halten?

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Bild 278: Asunción geht verloren (17.05.1944)

In zuversichtlicher Stimmung verließ ich das geschundene Montevideo und fuhr zurück nach Buenos Aires, um Präsident Ortiz und dem Kriegskabinett Bericht über die Entwicklung der argentinischen Industriekomplexe zu erstatten.

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Bild 278a: Berechnung der argentinischen Industriekapazität (01.06.1944)
"Wir behaupten (...), der Krieg ist nichts als eine Fortsetzung des politischen Verkehrs mit Einmischung anderer Mittel." Carl von Clausewitz

Angriff in den Anden! (HoI2 Argentinien 1936 AAR)
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