[AAR HoI2] Angriff in den Anden! (Argentinien AAR 1936)

AARs zum Zeitpunkte der beiden Weltkriege

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Claus E. Witz
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Angriff in den Anden! - Kapitel 24

Beitragvon Claus E. Witz » 7. Dezember 2013 01:18

Die Zerschlagung des Kessels Asunción - Campinas
(Mai bis Juni 1944)

Während meiner Inspektionsreise nach Montevideo In der ersten Maihälfte war das Wehrwirtschaftsamt damit beschäftigt, die letzten Divisionen mit modernen Waffen auszustatten. So wurden bis zum 14. Mai die 4., 1., 3. und 7. Sicherungsdivision sowie die 26. Infanteriedivision des Küstenabschnittskommandos 32 in Puerto Montt auf den Divisionstyp ´43 aufgerüstet.

Inzwischen hatte sich das aus Mato Grosso zurückgedrängte XVII. Armeekorps unter dem Kommando von Generalleutnant Pistarini in der Dschungelprovinz Perseverancia gesammelt. Ein neu aufgestelltes Artillerieregiment wurde der 41. Infanteriedivision angegliedert und Pistarinis Korps erhielt über 480 Tonnen Versorgungsgüter für die Gegenoffensive, die nach der Zerschneidung der feindlichen Versorgungslinien eingeleitet wurde.

Am 19. Mai um 12 Uhr begann der Gegenangriff des XVII. Armeekorps gegen die in Mato Grosso stehende 115. US-Infanteriedivision. Bereits gegen 17 Uhr gab der Feind auf und zog sich zurück. Die Rückeroberung der Provinz sollte daraufhin bis zum 22. Juni abgeschlossen werden können.

Am 21. Mai wurde die Luftflotte 2 um Unterstützung bei der Zerschlagung des Westteils des Kessels Asunción – Campinas gebeten. Unverzüglich starteten das III. und VI. Fliegerkorps unter dem Kommando von Luftwaffengeneral Ojeda und Generalleutnant Verdaguer von La Paz aus und flogen Zerrüttungsangriffe auf Asunción. Schon einen Tag später konnten Bodenangriffe befohlen werden, da der Feind mit seinen Panzern bewegungsunfähig war. Die Treibstoffreserven waren vermutlich aufgebraucht. Es dauerte nur zwei Tage bis zum 24. Mai bis die 13. US-Panzerdivision unter US-Generalleutnant Harrold vernichtet worden war. Dann blieben die Sturzkampfbomber der Luftflotte 2 wieder am Boden, um sich für einen möglichen Kampf um La Paz aufzufrischen. Damit war zunächst der Westteil des Kessels von feindlichen Truppen gesäubert.

Am 25. Mai hatte sich US-Feldmarschall MacArthur mit den Resten seiner Armee nach Campinas zurückgezogen. Die 43., 167., 46., 66., 47. und 59. US-Infanteriedivision sowie die 57. US-Panzerdivision litten unter dem Nachschubmangel, gaben aber noch nicht auf. Bisher konnte nur die 131. US-Infanteriedivision durch Luftangriffe von Montevideo aus in Porto Alegre vernichtet werden. Da der Einflugweg von Montevideo aus inzwischen als zu lang eingeschätzt wurde, war eine Umstationierung des II. und V. Fliegerkorps nach Porto Alegre notwendig geworden. Am 28. Mai setzten dann die verbliebenen 275 von 400 Stuka-Maschinen ihre Zerrüttungsangriffe auf Campinas fort. So wurde verhindert, dass die in Curitiba stehenden schwachen Gebirgsjägerkräfte zurückgedrängt werden konnten, bevor Verstärkung in Form des schnellen XIII. Armeekorps unter General Peron am 2. Juni eintreffen konnte.

Bild
Bild 279: MacArthur in Campinas (01.06.1944)

Inzwischen hatten Fernaufklärer entdeckt, dass sich die aus Mato Grosso geflohene 115. US-Infanteriedivision unter US-Generalleutnant Grunert sich nicht nach Campinas, sondern nach Asunción zurückgezogen hatte. Unverzüglich setzten am 1. Juni wieder die Bombardierungen der Feindkräfte in der Stadt durch die in La Paz stationierten Sturzkampfbomber ein. Aber eine Zerschlagung der feindlichen Division gelang den Stuka-Piloten nicht ein zweites Mal.

Am 6. Juni begann dann der Angriff auf die Hauptkräfte des Feindes im Kessel. Das IV. Gebirgsjägerkorps und das schnelle XIII. Armeekorps griffen von Curitiba aus mit Luftunterstützung Mac Arthurs US-Armee in Campinas an. Nach kurzem Kampf mit der 66. und 59. US-Infanteriedivision wollte sich der Feind absetzen und nach Mato Grosso entkommen. Doch nun setzten die Sturzkampfbomber mit Bodenangriffen unbarmherzig nach. Am 10. Juni konnte die 59. und am 14. Juni die 66. US-Infanteriedivision aus der Luft zerschlagen werden.

Dann stellte die Luftwaffe alle weiteren Angriffe ein, um die restlichen einsatzbereiten Flugzeuge und Besatzungen zu schonen: Dem II. und V. Fliegerkorps waren nur noch 106 beziehungsweise 116 Sturzkampfbomber geblieben. Die Hälfte der Piloten war während der Operation „Nandu“ umgekommen, deren Maschinen zerstört oder fluguntauglich. Die argentinischen Bodentruppen waren nun auf sich allein gestellt.

Am 16. Juni gelang US-Generalmajor Harris mit der 47. und 46. US-Infanteriedivision das Ausweichmanöver von Campinas nach Mato Grosso. Dort stieß der Feind aber auf das aus Perseverancia kommende bereits im Vormarsch befindliche XVII. Armeekorps. Unverzüglich fiel General Peron mit seinem schnellen XIII. Armeekorps dem in Mato Grosso stehenden Feind in den Rücken, so dass der Sieg über die Truppen von US-Generalmajor Harris noch am selben Tag errungen werden konnte.

Bild
Bild 280: Gefecht in Mato Grosso (16.06.1944)

Im Schlussakt erreichte am 20. Juni das IV. Gebirgsjägerkorps Campinas. Pistarinis XVII. Armeekorps besetzte am 22. Juni ohne weitere Vorkommnisse Mato Grosso, um unverzüglich US-Generalleutnant Grunerts 115. US-Infanteriedivision in Asunción anzugreifen. Sofort boten Parlamentäre die Übergabe an und die 115. US-Infanteriedivision ging am 22. Juni in argentinische Kriegsgefangenschaft. Am 23. Juni folgte die 57. US-Panzerdivision diesem Schicksal und am 24. Juni folgten die jämmerlichen Reste der 47. US-Infanteriedivision. Auch die am 26. Juni in Asunción ankommende 46. US-Infanteriedivision unter US-Generalleutnant Bissell gab auf und ging in Gefangenschaft. Der letzte Widerstand in Asunción wurde am 14. Juli durch den Einmarsch in die Stadt durch das XVII. Armeekorps erstickt. Damit endeten die Kämpfe um den US-Brückenkopf in Curitiba.

Die Bilanz der Operation „Nandu“ war aus statistischer Sicht erfreulich: Im Zeitraum Januar bis Juli 1944 wurden im Raum Curitiba – Asunción fünf Panzer- und elf Infanteriedivisionen vernichtet. Drei Infanterie- und eine US-Panzerdivision gingen in argentinische Gefangenschaft. Über 600 Feindpanzer waren zerstört worden und 222.000 US-Amerikaner waren gefallen oder in argentinischen Gefangenenlagern eingepfercht. Eine ganze nordamerikanische Heeresgruppe hatte aufgehört zu existieren.

Präsident Ortiz schickte Glückwunschtelegramme an Feldmarschall Farrell Plaul und General Peron, der eigenmächtiger Weise die Offensive eingeleitet hatte als noch kein Kabinettsmitglied ernsthaft an einen erfolgreichen Verlauf der Operation glaubte. Präsident Ortiz wollte auch nicht mehr wahr haben, dass er nach der eigenmächtigen Räumung von Montevideo General Peron ursprünglich ablösen lassen wollte. – So klein war der Unterschied zwischen Erfolg und Verdammnis.

Trotz der unglaublichen Erfolgszahlen war man im Generalstab nicht zufrieden. Die fast ungehinderte Landung des Feindes in Curitiba zeigte uns, dass unsere Küstenverteidigung unzureichend war. So kam es, dass die 3. Armee aus den Nordanden abgezogen werden musste, um die Lage wieder zu bereinigen. Ein strategischer Vorstoß Richtung Lima war damit zunächst in weite Ferne gerückt.

Ich konnte diese Unzufriedenheit nicht teilen: Noch vor wenigen Monaten sah es aus, als würden die Alliierten in Buenos Aires einmarschieren und Argentinien in die Knie zwingen können. Diese Gefahr hatten wir abwenden können. – Da erhielt ich, den Wahnsinn weiter ausweitend, Anfang Juli 1944 von Präsident Ortiz die Aufforderung, mich im Präsidentenpalast einzufinden um im Großen Kriegskabinett Instruktionen zum „Fall Türkis“ zu erhalten: Der Überfall auf Brasilien!
"Wir behaupten (...), der Krieg ist nichts als eine Fortsetzung des politischen Verkehrs mit Einmischung anderer Mittel." Carl von Clausewitz

Angriff in den Anden! (HoI2 Argentinien 1936 AAR)
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Angriff in den Anden! - Kapitel 25

Beitragvon Claus E. Witz » 8. Dezember 2013 22:23

Von langer Hand geplant
(Juli 1944)

Schon bevor ich am 1. Juli 1944 zur Besprechung zum Fall „Türkis“ in den Präsidentenpalast einbestellt wurde, gab es einige Anzeichen, die darauf hindeuteten, dass sich etwas Besonderes ereignen würde: Der Geheimbefehl von Präsident Ortiz, ich möge ohne großen Aufhebens eine vierte Armee bis Mitte des Jahres aufstellen und das Hinwegfegen meiner Bedenken bezüglich der prekären Rohstofflage, die der argentinischen Rüstungsproduktion binnen weniger Monate zu schaffen machen würde, hätten mich Aufhorchen lassen müssen. Ich hatte darauf vertraut, dass Präsident Ortiz erst die US-Amerikaner aus Südamerika hinauswerfen würde, bevor wir uns in weitere Abenteuer stürzen würden. Insofern hatte ich eine Operation zur Zurückeroberung von der Ölprovinz Comodoro Rivadavia erwartet und nicht das Vabanquespiel eines Hasardeurs, der sich neue Feinde schuf.

Als ich am 1. Juli den großen Sitzungssaal im Präsidentenpalast betrat, waren bis auf Präsident Ortiz schon alle versammelt: Verteidigungsminister Lisandro de la Torre, der kaum Einfluss auf das Kriegsgeschehen hatte, Sicherheitsminister Ramon Castillo, den ich noch in unangenehmer Erinnerung bei unserem letzten Zusammentreffen hatte und Geheimdienstminister Jorge de la Torre, der scheinbar Berge von Papier zur Sitzung mitbrachte. Er stapelte die Mappen mehrfach um und schien mir sichtlich nervös zu sein. Weiter unten am Tisch saßen Generalstabschef Carlos O. Marquez mit den Chefs der Armee, der Marine und der Luftwaffe, Manuel Savio, Eleazar Videla und Antonio Parodi.

Präsident Ortiz inszenierte regelrecht seinen Auftritt, als er uns eine halbe Stunde warten ließ, bevor er den Saal betrat, zum Kopf des langen Tisches trat und stehend verkündete, dass die nationale Einheit auf dem Spiel stehen würde. Seit vier Jahren stünden wir in einem zermürbenden Abwehrkampf gegen die nordamerikanische Pestilenz, die ihre gierigen Finger nach Asien, Europa und Südamerika ausgestreckt hatte. Dabei haben die imperialistischen Vereinigten Staaten von Nordamerika Handlanger gefunden, die sie aus krankhaftem selbstsüchtigem Antrieb heraus unterstützten. Nicht nur, dass die Alliierten ihre Pfründe sichern wollten, nein, auch in den argentinischen Reihen gäbe es Verräter, die ihren Platz in der schon bald neu erschaffenen Südamerikanischen Union verwirkt hätten. Präsident Ortiz hob ein Papier hoch und sagte, dass es unumstößliche Beweise gäbe, dass es Kontakte zwischen einer kleinen argentinischen Verbrechergruppe namens „KIFFA“ und Brasilien gäbe, die den Überfall auf Großargentinien plane und den Sturz der rechtmäßigen argentinischen Regierung vorbereiten würde.

Die Ansprache von Präsident Ortiz verfehlte nicht seine Wirkung und es herrschte ein zustimmendes Schweigen im Kriegskabinett. Der Präsident führte weiter aus, dass er durch eine Vorhersehung schon rechtzeitig zu Gegenmaßnahmen habe greifen können, die jetzt nur noch umgesetzt werden müssten, um die große Gefahr zu bannen. Dann übergab Präsident Ortiz das Wort an Generalstabschef Carlos O. Marquez ohne auch nur eine Reaktion aus dem Kabinett abzuwarten.

Marquez führte aus, dass alle operativen Maßnahmen, die für den Präventivschlag auf Brasilien getroffen wurden, und von denen ich erst jetzt auf der Sitzung erfuhr, seit Monaten gut verschleiert ablaufen würden. Am 23. Mai hatten wir die 44. Infanteriedivision aufgestellt, die nicht wie erwartet an die Patagonienfront oder bei der Operation „Nandu“ an der La Plata-Front eingesetzt wurde, sondern zur Verstärkung des XII. Armeekorps in La Paz herangezogen wurde. Dass die Division mittelfristig das III. Gebirgsjägerkorps ablösen sollte, wurde damals nicht erwähnt.

Am 24. Juni hatte man das Heeresgruppenkommando Nord zusammen mit dem XVI., II. und XIV. Armeekorps der 3. Armee von Concordia nach Campinas verlegt. Offiziell hieß es, dass es dort ehemalige Trainingslager der US-Amerikaner gäbe, was lediglich ein Propagandatrick war. Zudem hatte am 28. Juni das XVIII. Armeekorps von Concordia kommend Curitiba erreicht und stand damit ebenfalls an der Grenze zu Brasilien – offiziell natürlich nur, um das Gardekorps zu gegebener Zeit in der Küstenverteidigung abzulösen.

Ich erinnerte mich daran, dass als ich am 26. Juni bekannt gegeben hatte, die „fortschrittliche Gebirgsjägerdivision“ entwickelt worden sei, ich vom Chef der Armee Manuel Savio aufgefordert worden war, unverzüglich unsere Gebirgsjägertruppe der 5. und 7. Division schnellstmöglich aufzurüsten, vermutlich um für den Fall „Türkis“ schnellere und schlagkräftigere Truppen bereitstehen zu haben. Hector del Riva erhielt übrigens daraufhin den Auftrag, die „Stuka niedriger Stufe-Doktrin“ für eine Luftunterstützung auf Divisionsebene zu entwickeln.

Ein am 30. Juni aufgestelltes Artillerieregiment wurde zur Stärkung der La Paz-Stellung der 44. Infanteriedivision, die dem XII. Armeekorps angehörte, angegliedert. Zeitgleich hatte die 43. Infanteriedivision das XVII. Armeekorps verlassen und wurde nach Bahia Blanca beordert, um die 3. Sicherungsdivision abzulösen, die wiederum die Garnison von Asunción stellen sollte.

Als weitere Vorbereitungsmaßnahme für den Angriff auf Brasilien, so Generalstabschef Carlos O. Marquez, hatte man den Fliegerführer (See) von Santiago nach Porto Alegre verlegt. Offiziell sollten vor der Küste Brasiliens alliierte Schiffe angegriffen werden. Letztendlich wurden aber hauptsächlich Aufklärungsflüge mit Kameras durchgeführt, um die brasilianische Dislozierung auszuspionieren.

Bild
Bild 281: Die strategische Lage in Südamerika (01.07.1944)

Noch während die Sitzung lief, wurden weitere argentinische Truppen in die Bereitstellungsräume zur Grenze Brasiliens beordert. Am 1. Juli wurde das III. Gebirgsjägerkorps unter dem Kommando von Generalleutnant Ibarra von La Paz nach Cuibá verlegt, wo die Division am 25. Juli eintreffen sollte. La Paz wurde nun von sechs Infanteriedivisionen des XII. und VI. Armeekorps gehalten. Diese bildeten den rechten Flügel der 1. Armee.

Zeitgleich wurde die 41. Infanteriedivision vom XVII. Armeekorps, das sich auf dem Marsch nach Asunción befand, herausgezogen und als Vorauskommando strategisch nach Marabá verlegt. Generalleutnant Pistarini sollte mit der 39. Infanteriedivision ab dem 14. Juli so schnell wie möglich nachkommen. Dazu gab sie die schwere Artillerie ab, um noch beweglicher zu sein.

Auch die Luftwaffe verlegte ihre Geschwader weiter nach vorne. Jagdfliegerführer 1 Generalleutnant Manni befahl den Jagdgeschwadern 51 und 54 von Bahia Blanca nach Montevideo zu gehen und dort sich für die Verteidigung des Luftraums einzurichten. Von hier aus konnten die Jäger bis Sao Paulo fliegen und deckten das XVIII. Armeekorps, das ebenfalls schon im Bereitstellungsraum Curitiba stand. Bis Ende Juli würden alle Vorbereitungen, so Generalstabschef Carlos O. Marquez, abgeschlossen sein und der Angriff auf Brasilien könne erfolgen.

Präsident Ortiz unterbrach Marquez daraufhin und bat mich, kurz dazu Stellung zu beziehen, wie unsere wirtschaftliche Lage sei. Ich sagte, dass unsere Energiereserven nur noch für viereinhalb Monate reichen würden. Auch unsere Ölreserven würden – bei einem vermehrten Einsatz der Luftwaffe und motorisierter Verbände – innerhalb von gut sieben Monaten verbraucht sein. Bisherige Bemühungen, die Rohstofflager wieder aufzufüllen waren fehlgeschlagen. Das Deutsche Reich hatte uns bereits Unterstützung angeboten. Doch zwei am 5. und 25. Juni angebotene Handelsabkommen, bei denen uns das Deutsche Reich einmal 36 Tonnen, einmal 27 Tonnen Energieträger je Geleitzug ohne Gegenleistung anbot, wurden binnen weniger Tage wieder eingestellt, da über die von den Alliierten beherrschten Ozeane nur gut zwei Prozent der Güter das argentinische Festland erreichten. Die Versenkungsraten an Frachtraum waren unerträglich.

Präsident Ortiz nutzte die Gelegenheit, als ich die Verhandlungen mit Deutschland erwähnte, um die Rohstoffreserven Brasiliens zu nennen: Seltene Materialien, Energieträger, Metalle und Rohöl gab es in Hülle und Fülle: Alles mehr als 5.000 Tonnen. Hinzu kam noch eine große Lagerstatt in Macapá, in der noch weitere 7.000 Tonnen Seltene Materialien lagerten. Brasilien hatte 29 Industriekomplexe, die wenn richtig ausgebeutet, einer Industriekapazität von sieben Basis-IK der argentinischen Wirtschaft gleichkam. Somit stünde auch einer Ausweitung unserer Forschungstätigkeiten nicht mehr im Wege.

Ich muss heute zugeben, all das waren Punkte, die bei mir damals verfingen: Mit einem Schlag konnte mein Ministerium die Produktionsleistung um 20 Prozent erhöhen, auch die Rekrutenzahl würde steigen und die Forschung würde um ein Drittel gesteigert werden können. Doch hatte der Feind nicht die Friedenszeit genutzt, um sich gegen Argentinien zu erwehren? Präsident Ortiz bat Armeechef Manuel Savio, den Operationsplan „Fall Türkis“ dem Gremium zu erläutern.
Zuletzt geändert von Claus E. Witz am 16. Dezember 2013 23:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Angriff in den Anden! - Kapitel 25

Beitragvon Claus E. Witz » 16. Dezember 2013 23:21

Letzte Vorbereitungen vor dem Überfall
(Juli 1944)

Manuel Savio führte in seinem Vortrag vor dem Kriegskabinett aus, die Feinaufklärung habe ergeben, dass den brasilianischen Streitkräften fünf Infanteriedivisionen, zwei Milizdivisionen und eine Kavalleriedivision angehörten, die alle längs der Küste über das ganze Land verteilt waren. Die brasilianische Luftwaffe bestand aus 20 taktischen Bombergeschwadern und einem Jagdgeschwader, die sich auf die Fliegerhorste in Sao Paulo und Rio de Janeiro konzentrierten. Auch die Seestreitkräfte, die aus zwei Schlachtschiffen, zwei leichten Kreuzern, 49 Zerstörerflottillen und sechs Transportflottillen bestanden, waren im Kriegshafen der brasilianischen Hauptstadt disloziert.

Ziel musste es sein, so schnell wie möglich die feindlichen Fliegerhorste zu besetzen, um die Bedrohung aus der Luft auszuschalten. Mit der Besetzung der schwach verteidigten brasilianischen Hauptstadt würde die Versorgung der feindlichen Streitkräfte zusammenbrechen. In der letzten Phase würde die Küstenlinie besetzt werden, um das Anlanden alliierter Verbände zu verhindern. Bei diesem letzten Schritt würden die von mir neu aufgestellten Divisionen in die Küstenverteidigung übergehen. Die 3. Armee wäre wieder frei, um entweder die Ölfelder an der Patagonienfront freizukämpfen oder einen neuen Vorstoß Richtung Lima zu unterstützen.

Bild
Bild 282: Operationsplan "Fall Türkis" (01.07.1944)

Die argentinischen Angriffskräfte gliederten sich für diesen Schlag in die in Curitiba stehende Armeegruppe La Plata, der in Campinas zusammengezogenen 3. Armee sowie der im Nordwesten stehenden Armee-Abteilung Ibarra. General Peron sollte die Armeegruppe La Plata mit dem Gardekorps und dem schnellen XIII. Armeekorps längs der Atlantikküste ins Herz Brasiliens führen. Jagdflieger würden diesen Vormarsch schützen. Die 3. Armee unter Feldmarschall Farrell Plaul hatte die Aufgabe, Rio de Janeiro von Norden her einzukesseln um dann weiter nach Norden zu marschieren und die Küste zu besetzen. Generalleutnant Ibarra hatte die gefährlichste Aufgabe. Er sollte mit einer Gebirgsjägerdivision ins brasilianische Hinterland in der Provinz Goiás stoßen, um von dort den Vormarsch längs der Küste zu unterstützen. Unter anderem hatte Generalleutnant Pistarini den Auftrag das Seltene Material in Mascapá zu erobern und die strategisch wichtige Provinz Belém an der Nordküste zu besetzen. Für diese Aufgabe standen mit drei Divisionen nur schwachen Kräften zur Verfügung. Alle Ziele mussten so schnell wie möglich eingenommen werden, worauf diese Armeeaufstellung ausgerichtet war.

Das Kriegskabinett, das den Ausführungen von Armeechef Savio gebannt gefolgt war, blieb stumm als dieser geendet hatte. Präsident Ortiz ergriff zum letzten Mal in dieser Sitzung das Wort und erklärte mit ruhiger Stimme, dass der Überlebenskampf mit Brasilien unausweichlich geworden sei und er keinen Aufschub mehr dulde. Wir sollten alle daran denken, wie mächtig und selbstbestimmend die Vereinigten Staaten von Südamerika am Ende des jetzt steinigen Weges hervorgehen würden. Am Ende…? – Dann wurde die Sitzung geschlossen. Ich erhielt von Präsident Ortiz´ persönlichen Mitarbeitern Mappen mit Aufgaben, die noch vor dem Angriff auf Brasilien erledigt werden sollten. Ehe ich mich versah, stand ich wieder auf der Straße, noch ganz benommen von dem gewaltigen Umbruch, der auf uns zukommen sollte.

Auf meinem Weg zurück zum Wehrwirtschaft- und Forschungsministerium schossen mir die Gedanken in den Kopf, mit welchen Problemen ich bei diesem neuen Krieg zu kämpfen hatte: Mir blieb gut einen Monat Zeit, die Divisionen, die in den Bereitstellungsräumen an der Grenze zu Brasilien standen, zu verstärken. Außerdem mussten Versorgungsdepots so schnell wie möglich aufgebaut werden. Auch fehlte es an Sturzkampfbombern und Jägern.
Ich studierte die Mappen, die mir bei der Sitzung mitgegeben wurden und legte eine Prioritätenliste fest. Die schnellen Korps und Gebirgsjäger sollten zuerst Verstärkungen erhalten, dann folgten von der Mannstärke her besonders schwache Divisionen.

Am 11. Juli konnte die 45. Infanteriedivision in Porto Alegre dem Küstenabschnittskommando 21 übergeben werden. Damit war die Aufstellung einer weiteren Welle an Infanteriedivisionen abgeschlossen, so dass ich mich auf die Produktion von Nachschubgütern konzentrieren konnte.

Mit der Besetzung der Küstenlinie durch die 45. Infanteriedivision wurde das Gardekorps für seine neue Aufgabe frei. Es wurde von Porto Alegre strategisch nach Curitiba verlegt, wo es am 1. August für den Angriff bereit stehen würde.

Am 14. Juli konnte nach der Befreiung Asuncións das XVII. Armeekorps unter Generalleutnant Pistarini nach Marabá verlegt werden. Dort würde die 39. Infanteriedivision am 6. August eintreffen und die Armee-Abteilung Ibarra verstärken. Asunción sollte so schnell wie möglich von der 3. Sicherungsdivision gedeckt werden, die noch von Bahia Blanca aus der Küstenverteidigung herausgezogen werden sollte, was am 24. Juli geschah. Die 43. Infanteriedivision hatte schließlich Bahia Blanca erreicht und wurde dem Küstenkommando 1 (Atlantik) unterstellt.

Inzwischen war die 41. Infanteriedivision als Vorauskommando von Generalleutnant Pistarinis Korps in Marabá angekommen und wirkte zunächst in der Partisanenbekämpfung, die bei 13 Prozent lag. Am 26. August kam das III. Gebirgsjägerkorps mit seiner 5. Gebirgsjägerdivision im Bereitstellungsraum von Cuiabá an, gefolgt vom Gardekorps, das am 1. August Curitiba erreicht hatte.

Ich vernahm die Erleichterung, die im Generalstab herrschte. Die US-Amerikaner hatten im Juli 1944 keine Offensive an der Patagonien- oder Nordandenfront begonnen, so dass unsere Angriffsvorbereitungen gegen Brasilien ungestört blieben. Es kam lediglich zu Bombardierungen einiger Industriegebiete in Santiago und Antofagasta, die wir mit stoischer Ruhe ertrugen, um unsere Ölvorräte zu schonen.

Am 1. August fand eine weitere Kabinettssitzung statt, auf der noch einmal alle Vorbereitungen überprüft wurden. Ich stellte im Verlauf der Sitzung einen Zwischenbericht über die Stärke der argentinischen Streitkräfte vor. Man sah die Fortschritte, war aber dennoch besorgt über die geschwächten Divisionen, die zum Angriff übergehen sollten. Dann verschob Präsident Ortiz den Angriffstermin um 48 Stunden, um schlechteres Wetter mit tief hängende Wolken abzuwarten. Der Generalstab wollte die Schlechtwetterperiode ausnutzen, um beim Vormarsch den gefährlichen brasilianischen Bombern zu entgehen, denn die 3. Armee und die Armee-Abteilung Ibarra konnten nicht mit Luftunterstützung rechnen. Aber ob diese Maßnahme ausreichen würde, um keine Divisionen durch Massenbombardements zu verlieren?

Kurz vor Mitternacht vom 2. auf den 3. August fanden sich alle Kabinettsmitglieder erneut im Präsidentenpalast ein, um den Angriffsbeginn mit zu verfolgen. Ein letztes Mal ratterten die Räder eines Güterzuges über die brasilianisch-argentinische Grenze mit Steinkohle und anderen Energieträgern, dann wurde es gespenstisch still an allen Grenzübergängen.
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Angriff in den Anden! - Kapitel 25

Beitragvon Claus E. Witz » 17. Dezember 2013 00:24

Gliederung der argentinischen Streitkräfte
(1. August 1944)

(1 MP = 1.000 Mann; 1 Geschwader = 100 Flugzeuge)

52 Divisionen, 13 Geschwader (495.190 Mann, 35 Panzerwagen, 746 Flugzeuge)

HEER (483.860 Mann, 35 Panzerwagen)

BRASILIENFRONT

Heeresgruppe Nord (FM Farrell Plaul, 151.090 Mann, 35 Panzerwagen)

Campinas

Heeresgruppe Nord (FM Farrell Plaul (F2, E73))
- Heeresgruppenkommando Nord (HQ(39) + Fla (S100, E31, O65/65))

3. Armee (Glt Anaya, 64.100 Mann)

II. Armeekorps (Glt Anaya (PK, F3, E44)
- 4. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S81, E19, O65/65))
- 12. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S56, E19, O65/65))

XVI. Armeekorps (Glt Vacca (OD, F1, E82))
- 40. Infanteriedivision (Inf(43) + Pak (S72, E16, O65/65))

XIV. Armeekorps (Glt von der Becke (OD, F2, E31))
- 25. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S68, E16, O65/65))
- 32. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S58, E15, O65/65))
- 13. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S65, E19, O65/65))

IV. Gebirgsjägerkorps (Glt Florit (KO, F3, E65))
- 7. Gebirgsjägerdivision (Geb(41) + Pio (S92, E17, O76/76))

Curitibá

Armeegruppe La Plata (Gen Peron, 55.840 Mann, 35 Panzerwagen)

XIII. Armeekorps (Gen Peron (OD, F2, E46))
- 23. Infanteriedivision (Inf(43) + Pio (S48, E15, O65/65))
- 29. Infanteriedivision (Inf(43) + Pio (S100, E16, O65/65))

Gardekorps (Glt Menendez (OD, F1, E79))
- Gardedivision „Estandarte de Corps Roberto Ortiz“ (Inf(43) + Pw (S83, E14, O38/76))
- Gardedivision „Escolta National“ (Inf(43) + Pw (S89, E14, O38/76))

XVIII. Armeekorps (Glt Martinez (LG, F2, E93))
- 31. Infanteriedivision (Inf(43) (S85, E13, O65/65))
- 42. Infanteriedivision (Inf(43) (S82, E15, O65/65))


Armee-Abteilung Ibarra (Glt Ibarra, 31.150 Mann)

Cuiabá

III. Gebirgsjägerkorps (Glt Ibarra (KO, F4, E18))
- 5. Gebirgsjägerdivision (Geb(41) + Pio (S94, E14, O50/76))

Marabá

Vorauskommando Pistarini (Gmj d.R. Carasola (F0, E0))
- 41. Infanteriedivision (Inf(43) (S86, E12, O34/65))

Strategische Verlegung nach Marabá, Ankunft 6. August 1944

XVII. Armeekorps (Glt Pistarini (FK, F2, E53))
- 39. Infanteriedivision (Inf(43) (S61, E13, O22/65))


NORDANDENFRONT

1. Armee (Gen Ramirez, 143.890 Mann)

Antofagasta

X. Armeekorps (Gen Ramirez (F3, E7))
- 19. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S98, E14, O65/65))
- 20. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S95, E14, O65/65))
- 22. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S99, E13, O65/65))

VII. Armeekorps (Glt Aramburu (WS, F3, E3))
- 15. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S100, E13, O65/65))
- 27. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S85, E10, O65/65))
- 28. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S61, E11, O65/65))

XV. Armeekorps (Glt Molina Gomez (F2, E60))
- 24. Infanteriedivision (Inf(43) + Pak (S54, E9, O65/65))

La Paz

XII. Armeekorps (Glt Urdapilleta (FK, F3, E25))
- 37. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S80, E15, O65/65))
- 35. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S100, E14, O65/65))
- 44. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S100, E15, O65/65))

VI. Armeekorps (Glt San Martin (OD, F3, E12))
- 14. Infanteriedivision (Inf(43) + Pio (S100, E13, O65/65))
- 18. Infanteriedivision (Inf(43) + Pio (S99, E13, O65/65))
- 36. Infanteriedivision (Inf(43) + Pio (S51, E12, O65/65))

Strategische Verlegung nach Asunción, Ankunft 17. August 1944

Garnison Asunción (Gmj d.R. Del Campo (F0, E0))
- 3. Sicherungsdivision (Gar(43) (S100, E0, O65/65))


PATAGONIENFRONT

2. Armee (Glt Vaccarezza, 117.120 Mann)

Viedma

I. Armeekorps (Glt Vaccarezza (DD, F3, E53))
- 1. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S90, E7, O65/65))
- 2. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S89, E7, O65/65))
- 3. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S90, E7, O65/65))

Küstenabschnittskommando 14 (Glt de Olano (PK, F2, E26))
- Sturmbrigade 14 (Mil(43) (S78, E3, O65/65))

Puerto Madryn

VIII. Armeekorps (Glt Lonardi (TR, F2, E36)
- 33. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S42, E10, O65/65))
- 34. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S45, E10, O65/65))

IX. Armeekorps (Glt Rodriguez (F2, E34))
- 17. Infanteriedivision (Inf(43) + Pak (S86, E3, O65/65))

XI. Armeekorps (Glt Marquez (DD, F3, E5))
- 21. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S88, E2, O65/65))
- 38. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S86, E7, O65/65))

Küstenabschnittskommando 15 (Gmj Sanquina (PK, F0, E0))
- Sturmbrigade 10 (Mil(43) (S66, E3, O65/65))

Puerto Aisén

V. Armeekorps (Glt Fasola Castano (PIO, F2, E72))
- 9. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S100, E8, O65/65))
- 10. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S100, E7, O65/65))
- 11. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S100, E7, O65/65))


KÜSTENSCHUTZ

Küstenarmee (Glt Savio, 64.760 Mann)

Küstenkommando 1 (Atlantik) (Glt Savio, 22.060 Mann)

Buenos Aires

Küstenabschnittskommando 11 (Glt Savio (F1, E0))
- 16. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S65, E6, O64/64))

Mar del Plata

Küstenabschnittskommando 12

Garnison Mar del Plata (Gmj Zuloaga (LG, F0, E44))
- 4. Sicherungsdivision (Gar(43) (S97, E1, O64/64))

Bahia Bianca

Küstenabschnittskommando 13 (Gmj d.R. Primero (F0, E0))
- 43. Infanteriedivision (Inf(43) (S65, E6, O64/64))

Küstenkommando 2 (La Plata) (Gmj d.R. Bretendoa, 18.000 Mann)

Montevideo

Küstenabschnittskommando 21

Garnison Montevideo (Gmj d.R. Bretendoa (F0, E0))
- 7. Sicherungsdivision (Gar(43) (S100, E0, O64/64))

Porto Alegre

Küstenabschnittskommando 22 (Gmj d.R. Salluste (F0, E0))
- 45. Infanteriedivision (Inf(43) (S100, E6, O64/64))

Küstenkommando 3 (Pazifik) (Glt Bautista Molina, 24.700 Mann)

Santiago

Küstenabschnittskommando 31 (Glt Bautista Molina (F2, E78))
- 30. Infanteriedivision (Inf(43) (S76, E9, O64/64))

Garnison Santiago (Glt Samiento (F0, E0))
- 1. Sicherungsdivision (Gar(43) (S100, E0, O64/64))

Puerto Montt

Küstenabschnittskommando 32 (Glt Vieyra Spangenberg (PK, F2, E24))
- 26. Infanteriedivision (Inf(43) (S91, E5, O64/64))


LUFTWAFFE (11.330 Mann, 359 Jäger, 387 Bomber)

Luftflotte 1

Porto Alegre

II. Fliegerkorps (LwG Fabri (PJ, F4, E174))
- Schlachtgeschwader 22 (Stuka(II) (S44, E100, O86/86))
- Schlachtgeschwader 26 (Stuka(II) (S63, E100, O86/86))

V. Fliegerkorps (LwG Zanni (F5, E15))
- Sturzkampfgeschwader 27 (Stuka(II) (S61, E100, O86/86))
- Sturzkampfgeschwader 28 (Stuka(II) (S56, E100, O86/86))

Fliegerführer (See) (LwM Parodi (FZ, F3, E42))
- Küstenfliegergeschwader 91 (Mabo(I) (S48, E100, O30/32))

Montevideo

Jagdfliegerführer 1 (Glt Manni (ÜT, F2, E8))
- Jagdgeschwader 51 (AJ(III) (S90, E7, O36/39))
- Jagdgeschwader 54 (AJ(III) (S92, E3, O36/39))

Luftflotte 2

La Paz

III. Fliegerkorps (LwG Ojeda (FB, F3, E36))
- Sturzkampfgeschwader 21 (Stuka(II) (S44, E100, O86/86)
- Sturzkampfgeschwader 25 (Stuka(II) (S13, E100, O86/86))

IV. Fliegerkorps (Glt Verdaguer (F4, E286))
- Sturzkampfgeschwader 23 (Stuka(II) (S10, E100, O86/86))
- Sturzkampfgeschwader 24 (Stuka(II) (S48, E100, O86/86))

Santiago

Jagdfliegerführer 2 (LwG del Riva (F3, E7))
- Jagdgeschwader 52 (AJ(III) (S99, E4, O39/39))
- Jagdgeschwader 53 (AJ(III) (S78, E2, O39/39))


Truppen in Aufstellung:

Artillerie-Regiment 25 (8. August 1944)


Legion Harpyie

Buenos Aires

1a Squadra Aerea (Gmj Bazzani (FB, F3, E23))
- 17a Gruppo di Caccia (AJ(III) (S100, E15, O59/59))
- 39a Divisione Transporti (Transp(I) (S100, E0, O33/33))

Santiago

2a Squadra Aerea (Glt Meozzi (PJ, F4, E2))
- 1a Gruppo di Caccia “Aquila” (AJ(III) (S100, E25, O4/59))
- 18a Gruppo di Caccia (AJ(III) (S100, E24, O4/59))
- 16a Gruppo di Caccia (AJ(III) (S100, E24, O4/59))
- 2a Gruppo di Caccia “Borea” (AJ(III) (S100, E24, O4/59))

La Paz

5a Squadra Aerea (Gmj Conti (ÜT, F1, E69))
- 15a Gruppo di Caccia (AJ(III) (S100, E24, O3/59))

Montevideo

7a Squadra Aerea (Gmj Graziani Giulio (FZ, F0, E41))
- 6a Gruppo Bomb. di Navale (Mabo(II) (S100, E28, O10/66))


Die Grundsätze der argentinischen Truppenführung und Streitkräftestruktur wurden hier zusammengefasst:
Gliederung von Landstreitkräften.
"Wir behaupten (...), der Krieg ist nichts als eine Fortsetzung des politischen Verkehrs mit Einmischung anderer Mittel." Carl von Clausewitz

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Angriff in den Anden! - Kapitel 25

Beitragvon Claus E. Witz » 30. Dezember 2013 01:48

Anhang: Schriftverkehr mit dem OKW
(August 1944)

In der Vorbereitung des Zweiten argentinisch-brasilianischen Krieges wurden das Deutsche Reich und Italien eingeweiht, um Unterstützung einzufordern oder zumindest operative Planungen aufeinander abstimmen zu können. Während Italien acht Geschwader der Legion Harpyie zur Luftunterstützung abstellte, kam aus dem Deutschen Reich nur eine enttäuschende Botschaft, in der der argentinische Operationsplan in Frage gestellt wurde. Die Armee-Abteilung Ibarra wurde vom OKW als viel zu schwach angesehen, um die brasilianische Küstenlinie schnell besetzen zu können. Der Botschaft war ein alternativer Plan beigelegt, der leider im Archiv der Amtsgruppe Statistik des OKW verschollen ist. Meinen Erinnerungen nach war das Schreiben von einem fähigen Stabsoffizier namens Nachtwandler untergezeichnet worden. - Erhalten geblieben im argentinischen Staatsarchiv ist nur eine Abschrift der damaligen Antwort vom argentinischen Oberkommando. (Danke noch einmal an den ehrenwerten Strategen und Autor xxHyFoxx für die schöne Einbindung in die Erzählung im hoi-Forum. Anmerkung des Verfassers)

++++++++++

Streng Geheim!
Verschlüsselung: B2

von: OKAS*, Chef des Generalstabes
Abt. I Führungsabteilung

an: OKW, Generalstabschef
Abt IV. strategische Planung
Gruppe B. Ausland

Betreff: Bedenken zur strategischen Planung des Fall Türkis

Die Bedenken bezüglich einer möglicherweise zu schwachen Armee-Abteilung Ibarra sind wohlwollend zur Kenntnis genommen worden. Von einer Überarbeitung des Operationsplanes wird jedoch abgesehen, da die Vorbereitungen für den Angriff zu weit fortgeschritten sind und eine weitere Zeitverzögerung nicht in Kauf genommen werden darf.

Begründung für die gewählte Angriffsaufstellung:
Nach einhelliger Meinung des Ob. d. St.** und des OKAS muss oberstes Ziel sein, die brasilianische Luftwaffe auszuschalten, um schwere Bombardements auf die vorgehenden Angriffskolonnen ausschließen zu können. Zu diesem Zweck muss die 3. Armee mit möglichst großer Divisionsstärke nach Vitória nördlich von Rio de Janeiro vorstoßen, da Jagdschutz nicht möglich ist.

Nach der Besetzung der Fliegerhorste im Raum Sao Paulo und Rio de Janeiro durch die Armeegruppe La Plata entfällt diese Gefahr und ein schnelles Vorgehen Richtung Nordküste zu den letzten Schlüsselprovinzen ist das nachdringliche Ziel in Phase 2 und 3 der Operation.

Die vermeintliche zu schwache Armee-Abteilung Ibarra soll den Feind von einem Vorgehen auf argentinisches Gebiet abhalten und wenn möglich, die Nordküste mit Unterstützung von in Phase 2 freiwerdender Truppen nehmen.

Das OKAS bedankt sich für die tatkräftige Unterstützung unserer Waffenbrüder in Europa. Gemeinsam werden wir den Endsieg erringen!

Mit kameradschaftlichem Gruß

OKAS
Abt I. Führungsabteilung (Ia)

i. A. General Zapatero

Fast unleserliche handschriftliche Randnotiz von Präsident Ortiz auf dem 1. Aktendurchschlag:
„Die sauberen Herren in Berlin sollen keine guten Ratschläge sondern Panzer schicken! R.M.O.“


*) Oberkommando der argentinischen Streitkräfte
**) Oberbefehlshaber der Streitkräfte (= Präsident Ortiz)
"Wir behaupten (...), der Krieg ist nichts als eine Fortsetzung des politischen Verkehrs mit Einmischung anderer Mittel." Carl von Clausewitz

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Angriff in den Anden! - Kapitel 25

Beitragvon Claus E. Witz » 30. Dezember 2013 02:15

Die erfolgreiche Phase 1 des Angriffs
(August 1944)

Als der Krieg gegen Brasilien am 3. August um 0 Uhr begann, passierte dem diplomatischen Korps ein Missgeschick. Die Kriegserklärung sollte vom Präsidentenpalast direkt in die brasilianische Botschaft, die nur weniger als zwei Kilometer entfernt war, mit einer Limousine überbracht werden. Unvorhergesehener Weise verunglückte das Fahrzeug am Plaza de la Republica schwer und der Brief kam mit Verspätung beim brasilianischen Botschafter an. So begann der Zweite Argentinisch-brasilianische Krieg ohne eine offizielle Kriegserklärung.

Unverzüglich trat ein Geheimvertrag zwischen Brasilien und den USA in Kraft, der Brasilien mit in das Bündnis der Alliierten aufnahm. Der brasilianische Botschafter überbrachte uns ein vorgefertigtes Schreiben gegen 5 Uhr morgens. Die Nachricht vom neuen Feind platzte wie eine Bombe bei der Bevölkerung ein als sich die Radionachricht in Windeseile verbreitete. Die Unruhe in der Bevölkerung stieg auf zehn Prozent und sollte die Wehrwirtschaft und mich noch lange beschäftigen. Nur durch die erhöhte Ausgabe von Konsumgütern und einer verstärkten Propaganda gegen den Erzfeind ließ sich dieser Effekt langsam wieder eindämmen.

Während dieser diplomatischen Entwicklung hatten an der brasilianischen Grenze schon längst die Waffen gesprochen. Die Armeegruppe La Plata unter General Peron marschierte von Süden kommend längs der Küstenstraße mit dem schnellen XII. Armeekorps, dem Gardekorps und dem XVIII. Armeekorps auf Sao Paulo zu. Aus dem Westen von Campinas kommend stieß das IV. Gebirgsjägerkorps flankierend dazu. Gleichzeitig flogen die Sturzkampfbomber des II. und V. Fliegerkorps über den Köpfen der Gauchos hinweg. Sie waren auf dem Weg nach Sao Paulo, um Zerrüttungsangriffe zu fliegen, während die Jäger des Jagdfliegerführers 1 versuchten, den Luftraum über der Marschroute zu sichern.

Zur gleichen Zeit griff die Hauptstreitmacht mit der 3. Armee unter dem Kommando von Feldmarschall Farrell Plaul von Campinas kommend in nordöstliche Richtung die brasilianische Provinz Vitoriá an. Das XVI., II. und XIV. Armeekorps versuchten, die brasilianische Hauptstadt von Norden einzukesseln.

Nach einem kurzen einstündigen Gefecht waren die brasilianischen schwachen Grenzstellungen in Sao Paulo und Vitoriá überwunden und die Truppe erhielt den Befehl, so schnell wie möglich vorzustoßen, um die Fliegerhorste in Sao Paulo zu besetzen. Die Sturzkampfbomber erhielten Befehl, den weichenden Feind mit Bodenangriffen zu zerschlagen.

Um 5 Uhr morgens trat im Lagezentrum des Präsidentenpalastes die zuvor befürchtete Nachricht ein, dass es zu Luftkämpfen über Sao Paulo gekommen sei. 400 brasilianische „Boing B-18 A Bolo“ waren auf dem Weg nach Norden, um einen tödlichen Bombenteppich über die heran rollenden argentinischen Fahrzeugkolonnen abzuwerfen. Jagdfliegerführer 1, Generalleutnant Manni, gelang es nur mit knapper Not, seine 182 Jäger noch über der Provinz Sao Paulo an den Feind heranzuführen und die Pfadfinderflugzeuge, die die Abwurfzonen mit Brandbomben markieren sollten, abzuschießen. Die brasilianischen Bomber verirrten sich daraufhin in der herrschenden Dunkelheit und mussten unverrichteter Dinge umkehren. Kein einziger Jäger ging verloren.

Bild
Bild 283: Angriffsbeginn auf Brasilien (03.08.1944)

Gegen 11 Uhr kam es erneut zu einem Luftkampf über Sao Paulo, als 100 brasilianische „Curtiss P-36“ versuchten, den Bombern den Weg freizukämpfen. Aber wieder waren die argentinischen Abfangjäger wachsam und schossen vier feindliche Maschinen ab bei zwei Eigenverlusten. Als die brasilianischen Piloten am selben Tag gegen 17 Uhr noch einmal versuchten, den Luftraum zu erobern, verloren sie weitere 12 Maschinen, ohne dass ein argentinischer Abfangjäger abgeschossen werden konnte. Am Ende des zweiten Tages des argentinischen Angriffs war bereit ein Viertel der unerfahrenen brasilianischen Piloten abgeschossen worden. Weitere Versuche, die argentinischen Landstreitkräfte beim Vormarsch zu attackieren, unterblieben. Dagegen bombardierten die argentinischen Sturzkampfbomber am 6. August erstmals die aus Sao Paulo zurückweichende brasilianische 2. Infanteriedivision. Wir im Kriegskabinett konnten es fast gar nicht fassen, dass der Luftkampf für uns so erfolgreich begann und wir hegten große Hoffnungen, dass wir keine Verluste durch Luftangriffe auf Bodentruppen erleiden würden.

Am 7. August erreichte die 39. Infanteriedivision, die zuvor Asunción zurückerobert hatte, Marabá. Unverzüglich wurde ihr ein Artillerieregiment zugeordnet, um die Armee-Abteilung Ibarra auf volle Kampfstärke zu bringen. Doch noch wartete Generalleutnant Pistarinis Korps auf den Vorstoß des III. Gebirgsjägerkorps nach Goiás, bevor es selbst angreifen konnte.

Zeitgleich hatte das IV. Gebirgsjägerkorps Sao Paulo erobern und die Flugfelder besetzen können. Nach nur vier Tagen hatten die Gebirgsjäger ihr erstes Etappenziel erreicht. Nun ging die 7. Gebirgsjägerdivision unter dem Kommando von Generalleutnant Florit in die Verteidigung über und konnte einen Gegenstoß der brasilianischen 4. Infanteriedivision, die aus Rio de Janeiro anrückte, zurückwerfen. Die noch immer aus Sao Paulo fliehende brasilianische 2. Infanteriedivision wurde am 11. August durch die argentinischen Sturzkampfbomber vernichtet. Zeitgleich erreichte auch General Peron mit dem schnellen XIII. Armeekorps Sao Paulo und verstärkte die HKL in diesem Frontabschnitt.

Obwohl nur eines der vier Fliegerhorste im Raum Sao Paulo bedingt verwendungsfähig war, wurden das II. und V. Fliegerkorps in Frontnähe umstationiert. Als sich herausstellte, dass ein Einflug nach Rio de Janeiro nicht möglich sei, befahl General Peron dem schnellen XIII. Armeekorps und dem IV. Gebirgsjägerkorps unverzüglich Rio de Janeiro ohne Luftunterstützung frontal anzugreifen. Den ganzen Nachmittag des 11. Augusts tobten die Kämpfe bevor sich die brasilianische 2. Infanteriedivision nach Norden verzögernd zurückzog.

Während die erste Staffel der Armeegruppe La Plata unaufhaltsam nach Norden vorstieß, erreichte am 12. August das Gardekorps Sao Paulo, gefolgt von der 31. Infanteriedivision des XVIII. Armeekorps, die die Küstenverteidigung als Küstenabschnittskommando 24 unter Generalmajor d.R. Fontaine übernahm. Generalleutnant Martinez trat unterdessen das Kommando über die 41. Infanteriedivision in Marabá an.

Am 12. August gegen 19 Uhr abends baute die brasilianische 269. Milizdivision eine neue Verteidigungsstellung mit Straßensperren in Rio de Janeiro auf, die jedoch schon am nächsten Tag gegen 10 Uhr morgens vom XIII. und IV. Korps mühelos überwunden werden konnte.

Am mittleren Frontabschnitt kam es am 15. August zwischen dem III. Gebirgskorps und der brasilianischen Kavalleriedivision zu Scharmützeln. Doch der Feind zog sich genauso schnell zurück, wie er aufgetaucht war.

Auch der 3. Armee gelang es, die brasilianische 2. Infanteriedivision, die nach Vitoriá, der nördlichen Nachbarprovinz von Rio de Janeiro, geflohen war, in einem Angriffsgefecht zu besiegen. Die 2. Division suchte ihr Heil in der Flucht nach Norden.

Als am 18. August gegen 1 Uhr die zentrale Provinz Goiàs durch das III. Gebirgsjägerkorps von Generalleutnant Ibarra genommen werden konnte, kam es nur zu einem schwachen Gegenangriff, der mühelos abgewehrt wurde.

Jetzt wollte Generalleutnant Ibarra so schnell wie möglich zur Nordküste durchbrechen und griff nach Aufnahme von fast 300 Tonnen Nachschubgütern für Generalleutnant Pistarinis Detachement gegen 10 Uhr mit den drei Divisionen seiner Abteilung die Dschungelprovinz Belém an. Der Kampf wogte hin und her. Doch der brasilianischen 1. Infanteriedivision unter dem Kommando von General Cordeiro de Farias gelang es den Vormarsch der argentinischen Truppen bis zum Einbruch der Nacht hinzuhalten. Am 19. August um 0 Uhr war der Vorstoß der Armeeabteilung Ibarra gescheitert und wir mussten die Anlandung alliierter Entsatztruppen an der Nordküste befürchten, je länger die Besetzung der Küstenlinie dauerte.

Trotz des Dämpfers an der linken Flanke des Vormarsches ging es weiter zügig voran. Ich konnte bei der erfolgreichen ersten Phase nur wenig beisteuern. Es gelang mir zumindest der 7. Gebirgsjägerdivision in Sao Paulo neue Ausrüstung für den Divisionstyp 43 zukommen zu lassen und die Nachschublager für den Vormarsch mit allem Notwendigen zu versorgen.

Am 19. August erreichte auch die 3. Armee mit dem XVI., XIV. und II. Armeekorps endlich ihr erstes Ziel, die Provinz Vitória. Damit war die brasilianische Hauptstadt eingekesselt. Der Feind leistete kaum Gegenwehr und die brasilianischen Bombergeschwader wurden aus dem belagerten Rio de Janeiro abgezogen. Ein schwacher Ausbruchversuch Richtung Vitória durch die eingeschlossene 268. Milizdivision wurde mühelos abgewiesen. Mit einem beherzten Gegenstoß in die Stadt konnte die brasilianische Miliz zur Aufgabe gezwungen werden. Fast 5.000 Gefangene wurden gemacht.

Nachdem sichergestellt war, dass der Feind sich nicht im Rücken der 3. Armee würde halten können, ging der Angriff Richtung Norden weiter, indem die brasilianische 269. Milizdivision in der Provinz Salvador angegriffen wurde. Am 19. August gegen 19 Uhr war der Feind geschlagen und der Vormarsch ging in die zweite Phase des Operationsplanes „Fall Türkis“.

Bild
Bild 284: Fall Türkis nach Abschluss der Phase 1 (19.08.1944)
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Angriff in den Anden! - Kapitel 25

Beitragvon Claus E. Witz » 4. Januar 2014 23:20

Die Kämpfe um Brasiliens Küste
(August bis September 1944)

Am 19. August begann Feldmarschall Farrell Plaul sein Hauptquartier von Campinas nach Goiàs zu verlegen. Trotz der Marschformation gelang es dem organisatorisch geschickten Oberbefehlshaber mit seinen Truppen ständig in Verbindung zu bleiben. Der umsichtige Feldmarschall sorgte am 20. August dafür, dass die von meinem Materialamt bereitgestellten Waffen, die 5. Gebirgsjägerdivision in Goiàs erreichten und die Division auf den Typ ´43 umgerüstet werden konnte.

Am 23. August gelang es dem IV. Gebirgsjägerkorps den Kessel von Rio de Janeiro zu zerschlagen und die Hauptstadt Brasiliens zu besetzen. Während die brasilianische Regierung nach Salvador floh, fielen uns ungeheure Mengen an Rohstoffen und Nachschub in die Hände: Über 20.000 Tonnen Energieträger, 15.000 Tonnen Metalle, 4.000 seltene Materialien und mehr als 6.000 Tonnen Rohöl wurden erbeutet. Die Depots wurden von abkommandierten Abteilungen gut bewacht, um vor Sabotageakten sicher zu sein. Dann marschierte das IV. Gebirgsjägerkorps weiter nach Vitória. Als Verantwortlicher für die Wehrwirtschaft war ich erleichtert über den gelungenen Coup, verschaffte es uns doch eine neue Freiheit, die Kriegsproduktion weiter auf vollen Touren zu halten.

Und weiter ging es voran: Am 25. August wurden das II. und V. Fliegerkorps nach Rio de Janeiro verlegt. Von dort aus konnten noch vom selben Tage an Bodenangriffe auf die weiter auf der Flucht befindliche brasilianische 4. Infanteriedivision in Vitória geflogen werden. Bereits vier Tage später war die 4. Division durch die Angriffe der argentinischen Sturzkampfbomber zerschlagen und die Piloten suchten ihr nächstes Opfer in der 269. Milizdivision in Recife.

Als am 26. August das schnelle XIII. Armeekorps in Rio de Janeiro Einzug hielt, wurde zu Ehren General Perons eine Parade abgehalten. Die Bewohner der Stadt wurden gezwungen, dem Heerführer mit großargentinischen Fähnchen zuzujubeln. Doch war die Unruhe in der Stadt erheblich und das XIII. Korps musste zunächst die Partisanentätigkeit bekämpfen und die Küstenverteidigung übernehmen, da es der Küstenarmee an Sicherungsdivisionen mangelte, die der 3. Armee die rechte Flanke hätten schützen können. Am 29. August erhielt das IV. Gebirgsjägerkorps Fühlung zur in Vitória stehenden 3. Armee, die weiter Richtung Norden in die ungeschützte Provinz Salvador vormarschierte.

Bild
Bild 285: Die Besetzung Rio de Janeiros (01.09.1944)

Am 1. September wurde die Armeegruppe La Plata offiziell aufgelöst. Die 29. Infanteriedivision wurde dem Küstenabschnittskommando 41 unter Generalmajor d.R. O´Reilly unterstellt. Das neu geschaffene Küstenkommando 4 hatte seinen Sitz in Rio de Janeiro und sollte für die ganze Küste Ostbrasiliens zuständig sein. Der Rest des schnellen XIII. Armeekorps, die 23. Infanteriedivision, wurde nach Marabá strategisch verlegt, um genügend Truppen für die Westflanke der Operation bereitstehen zu haben. General Peron übernahm indes persönlich das Kommando über das in Vitória vorwärts marschierende XIV. Armeekorps und wurde damit auch wieder Befehlshaber der 3. Armee. Der Vorgänger Generalleutnant von der Becke sollte als neues Kommando das schnelle XIII. Armeekorps übernehmen, sobald dieses in Marabá ankäme.

Während der Vormarsch in den Norden Brasilien unaufhaltsam weiter ging, startete der Feind am 4. September morgens um 6 Uhr einen ersten Entlastungsangriff im Rücken der 3. Armee, damit diese ihre Truppen zersplittern sollte. US-General Krueger versuchte mit der 43., 17. und 65. US-Infanteriedivision in der Gebirgsprovinz Curitiba Fuß zu fassen. Doch das US-Korps litt unter Versorgungsmangel. Die argentinische 42. Infanteriedivision, die eine Sollstärke von 82 Prozent hatte, wurde vom unerfahrenen Generalmajor d.R. Quessada geführt. Die gut eingegrabene Division erhielt unverzüglich 74 Tonnen Munition und Nachschub aus den Depots, die eigentlich für die Versorgung der 3. Armee vorgesehen waren.

Gleichzeitig erhielt der Fliegerführer (See) Luftwaffenmarschall Parodi den Befehl, alle Schiffe vor der Küste Brasiliens anzugreifen. Selbst die Bodenangriffe auf Recife durch die Sturzkampfbomber der Luftflotte 1 wurden vorübergehend eingestellt und das II. und V. Fliegerkorps wurden zur Abwehr der Invasionsflotte eingesetzt. Aber erst gegen 22 Uhr konnten die Piloten der Bombergeschwader die 51. US-Zerstörerdivision und die Transportflottille „Roy James Cole“ auf dem North Santos Plateau nordöstlich vor Curitiba ausfindig machen und einige Treffer erzielen.

Trotz dieses Luftangriffs zogen sich die Kämpfe an den Landungsstränden in Curitiba noch bis zum 5. September gegen 13 Uhr hin, bevor sich die letzten US-Soldaten wieder eingeschifft hatten und zurückzogen. Die 42. Infanteriedivision hatte bei diesem Abwehrkampf 600 Mann verloren – und das aus befestigten Gebirgsstellungen. Wie würden die argentinischen Truppen einem feindlichen Landungsversuch an weniger schwierigen Stränden standhalten können? – Die Antwort sollten wir schon bald erhalten, als Aufklärungsflugzeuge im gleichen Seegebiet den leichten Kreuzer „USS Trenton“ und die 8. US-Transportflottille entdeckten. Fünf Stunden später begann ein zweiter Landungsversuch, diesmal auf die gerade eroberte brasilianische Hauptstadt Rio de Janeiro.

Wir hielten in Buenos Aires die Luft an, als die Nachricht hereinkam: In Rio de Janeiro standen vier Sturzkampfbombergeschwader, die verloren gehen konnten, sollte der Feind in die Stadt eindringen können. Aber mit einer Umstationierung liefen wir Gefahr, nicht rechtzeitig mit Luftangriffen in die Bodenkämpfe eingreifen zu könne. Wir gingen ein nicht geringes Risiko ein, als die Sturzkampfbomber den Angriffsbefehl erhielten.

Der US-amerikanische Landungsversuch begann am 5. September um 18 Uhr. US-Generalleutnant Clay versuchte mit der 179., 166. und 194. US-Infanteriedivision bei Rio de Janeiro an Land zu gehen. Hier hatte erst vor kurzem Generalmajor d.R. O´Reilly das Kommando über die 29. Infanteriedivision übernommen, die sich noch nicht gänzlich in den Küstenstellungen eingegraben hatte. Nachdem der Angriff gemeldet wurde, erhielt das Küstenabschnittskommando 41 fast 125 Tonnen Nachschub und Munition sowie 10 Tonnen Treibstoff aus den Depotbeständen der 3. Armee.

Gegen 23 Uhr entdeckten die Sturzkampfbomberpiloten die 23. holländische Zerstörerdivision vor der Küste Rio de Janeiros. Aber die US-Landungsflottille entzog sich dem Luftangriff. Währenddessen entbrannte der Kampf am Strand der ehemaligen brasilianischen Hauptstadt aufs Heftigste. Die feindlichen Landungstruppen schlossen so dicht auf die Verteidiger auf, dass die Angriffe der Luftwaffe eingestellt werden mussten. Stattdessen wurden Einzelaktionen gegen holländische und brasilianische Zerstörer vor der Landungsküste geflogen, jedoch ohne allzu großen Erfolg. Die feindliche Flotte lockte die argentinischen Piloten immer weiter vom entscheidenden Kampfplatz weg.

Bild
Bild 286: US-Landungsversuche vor Brasilien (06.09.1944)

Erst am 7. September morgens um 2 Uhr erlahmten die Kräfte der US-Truppen, die sich auf ihre Landungsboote und -schiffe retteten. 700 tapfere argentinische Soldaten blieben am Strand zurück. Die feindlichen Verluste waren nicht bekannt. Einen Tag später, am 8. September, gelang es den argentinischen Sturzkampfbomberpiloten die sich zurückziehende 17. US-Transportflottille zu orten und gegen 13 Uhr komplett zu vernichten. Man vermutet das gleichzeitig 10.000 GIs den nassen Tod fanden. Daraufhin wurde die Luftraumüberwachung bis zum 13. September weiter fortgesetzt, ohne jedoch noch einmal die feindliche Flotte zu sichten.
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Angriff in den Anden! - Kapitel 25

Beitragvon Claus E. Witz » 6. Januar 2014 21:59

Vormarsch auf die Nordküste
(September 1944)

Während des erfolgreichen Abwehrkampfes an der brasilianischen Küste ging der Vormarsch zu den letzten Widerstandsnestern im Landesinneren weiter voran. Am 5. September erreichte das Gardekorps Vitoria und erhielt Befehl, weiter in die Provinz Goiás zu marschieren. Am 11. September erreichte gegen 13 Uhr Feldmarschall Farrell Plaul mit dem Heeresgruppenkommando Nord Goiás und befahl, unverzüglich einen zweiten Angriff auf Belém zu versuchen.

Während die 5. Gebirgsjägerdivision von Süden vorging, erhielt die Hauptangriffsachse Unterstützung von Generalleutnant Pistarinis 39. und 41. Infanteriedivision, die weiter westlich in Marabá standen. Der brasilianische General Cordeiro Farias verteidigte zwar verbissen die Stellungen mit der brasilianischen 1. Infanteriedivision, befand sich aber schon auf verlorenem Posten, da die brasilianischen Soldaten nicht mehr an einen Sieg glaubten. Am 12. September war ein erster Durchbruch geglückt und die Brasilianer suchten das Weite. Das III. Gebirgsjägerkorps konnte seinen Vormarsch, der bis Anfang November dauern sollte, beginnen.

Am rechten Flügel des Vormarsches nach Norden hatten am 13. September zur selben Zeit das II. und V. Fliegerkorps wieder ihre Bodenangriffe auf die brasilianische 269. Milizdivision in Recife aufgenommen. Die Einheit konnte am 14. September zerschlagen werden.

Da die Luftwaffe aufgrund der Entfernungen nicht mehr in die Kämpfe um Brasilien eingreifen konnte, wurden die Sturzkampfbombergeschwader zur Auffrischung am Boden behalten und letztendlich die in Rio de Janeiro stehenden vier Geschwader der Luftflotte 1 nach Buenos Aires zurück beordert, um die Verbände schneller auf Sollstärke zu bringen. Doch die Stuka-Waffe war aufgrund der pausenlosen Beanspruchung in einem erbärmlichen Zustand: Die Luftflotte 1 verfügte nur noch über 184 statt 400 Maschinen. Die in La Paz stehenden vier Sturzkampfgeschwader zählten sogar nur noch 115 einsatzbereite Flugzeuge. Es blieb mir kaum Zeit, um Ersatz zu beschaffen. Deshalb erteilte ich den Auftrag, dass die Nachschubproduktion vorübergehend eingestellt werden sollte. Als am 22. September die 45. Infanteriedivision vom Küstenkommando 22 in Porto Alegre ein neu aufgestelltes Artillerieregiment erhielt, ließ ich kurzerhand auch die Artillerie von der Produktionsliste streichen.

Da sich die argentinische Industriekapazität inzwischen trotz des US-amerikanischen Bombenterrors auf La Paz und Antofagasta soweit erholt hatte, dass ich ein drittes Forscherteam einsetzen konnte, ließ ich die Firma YPF die „landwirtschaftliche Produktion“ entwickeln. Ich hoffte, den Präsidenten davon überzeugen zu können, dass brasilianische und US-amerikanische Kriegsgefangene auf dem Land und in der Produktion eingesetzt werden mussten, um die Ernährung und damit das Bevölkerungswachstum zu verbessern und die Industriearbeiter zur Armee einziehen zu können. Wir brauchten immer mehr Rekruten, um die immer länger werdende Front noch abdecken zu können.

Am 20. September hatte die 23. Infanteriedivision des schnellen XIII. Armeekorps, das strategisch nach Marabá verlegt worden war, sein Ziel erreicht. Generalleutnant von der Becke übernahm das Kommando über das Korps. Am 26. September stand zudem das Gardekorps in Goiás und das IV. Gebirgsjägerkorps hatte die provisorische brasilianische Hauptstadt in Salvador kampflos erreicht. Die Regierung floh ein weiteres Mal, diesmal nach Recife. Und wieder trieb Generalleutnant Florit seine Gebirgsjäger an, um so schnell wie möglich auch Recife zu besetzen. Über eine Woche sollte diese Etappe dauern, bevor man die Nordostspitze des Kontinents erreichen würde.

Am 29. September erreichten endlich auch das II. und XIV. Armeekorps Salvador und hielten somit den Gebirgsjägern den Rücken frei. Das II. Armeekorps musste die 4. Infanteriedivision an das Küstenabschnittskommando 43 unter dem Kommando von Generalmajor d.R. Marbella abgeben. Das XVI. Armeekorps mit seiner 40. Infanteriedivision fiel unter das Küstenabschnittskommando 42 in Vitória. Die 3. Armee verlor immer weiter an Schlagkraft, da sie Truppen zur Küstenverteidigung abgeben musste.

Als alle Truppen bereit standen, wurde am 30. September die dritte Phase vom „Fall Türkis“ eingeleitet. Gegen 13 Uhr griff das XIV. Armeekorps die brasilianische 92. Kavalleriedivision in Fortaleza an, wobei der Angriff vom II. Armeekorps in Salvador und vom Gardekorps in Goiás unterstützt wurde. Der brasilianische General de Assis hatte gegen die argentinische Übermacht aus sieben Divisionen nichts mehr entgegenzusetzen und der kurze Kampf endete nach nur wenigen Stunden.

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Bild 287: Der Vormarsch zur Nordküste (30.09.1944)

Jetzt begann der Wettlauf mit der Zeit, so schnell wie möglich die brasilianische Nordküste zu erreichen. Die Eroberung von Belém wurde innerhalb eines Monats erwartet, so dass wir erst dann mit einer bedingungslosen Kapitulation Brasiliens rechnen konnten. Doch wie sollten wir die Nordküste langfristig sichern und gleichzeitig die 3. Armee in den Nordwesten nach Guyana, wo britische Truppen bereits den linken Flügel der 3. Armee bedrohten, führen können? Präsident Ortiz forderte mich auf, schnellstmöglich weitere Divisionen auszuheben, um die Offensive gegen die Briten fortsetzen zu können.
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Angriff in den Anden! - Kapitel 25

Beitragvon Claus E. Witz » 12. Januar 2014 22:34

Das Ende Brasiliens
(Oktober bis November 1944)

Während der Vormarsch auf die letzten Küstenprovinzen Brasiliens unaufhaltsam weiterging, hatte ich den Auftrag erhalten, weitere Truppen für die Küstenverteidigung aufzustellen. Aus diesem Grund ließ ich drei Brigaden bis Anfang November ausbilden. Das Personal setzte sich aus wieder genesenden Soldaten, älteren Jahrgängen ab dem 49. Lebensjahr sowie freiwillige 17jährige Schüler zusammen. Die Ersatz-Brigaden 11, 12 und 13 würden nur geringen Kampfwert haben, sollten aber auch nur die Bewachung der brasilianischen Nordküste übernehmen, um US-amerikanische Landungsversuche zumindest behindern zu können, bis kampfstarke Divisionen hätten herangeführt werden können.

Am 1. Oktober folgte das II. Armeekorps mit der 12. Infanteriedivision der 7. Gebirgsjägerdivision nach Recife, die am 5. Oktober die provisorische Hauptstadt erreicht hatte. Die brasilianische Regierung floh daraufhin weiter nach Belém, während die 92. Kavalleriedivision von Fortaleza aus einen Reiterangriff auf die Provinzstadt wagte, der mühelos abgewehrt werden konnte. Mit Maschinengewehren wurden die anrennenden Pferde und Reiter nur so hinfort gefegt. Ein Bild des Grauens bot sich noch Tage danach vor den Toren der Stadt. Tierkadaver mit aufgedunsenen Bäuchen lagen überall herum und Seuchengefahr herrschte in Recife.

Als am 14. Oktober das II. Armeekorps Recife erreichte, setzte die 12. Infanteriedivision mit Unterstützung des IV. Gebirgsjägerkorps der brasilianischen 92. Kavalleriedivision nach Fortaleza nach. Die in Salvador stehende 4. Infanteriedivision des Küstenabschnittskommandos 43 setzte zudem den Feind in der Flanke unter Druck, so dass die Brasilianer sich weiter nach Westen Richtung Belém zurückziehen mussten.

Schon Anfang Oktober zeichnete sich das Ende Brasiliens ab. Im Generalstab war man sich schon früh einig, dass das nächste Operationsziel der 3. Armee Guyana und der britische Flugplatz von Georgetown nahe der Grenze zu Venezuela sein sollten. Noch während die letzten Kämpfe um Brasilien ausgefochten wurden, wurden Einheiten nach Westen abgezogen. Am 1. Oktober wurde bereits General Perons XIV. Armeekorps von Salvador strategisch nach Porto Velho verlegt. Auch das Gardekorps wurde mit der Eisenbahn von Goiás in den Amazonasdschungel abtransportiert. Nach den Kämpfen um Recife folgte schließlich das IV. Gebirgsjägerkorps nach Porto Velho.

Am 19. Oktober hatte General Peron das Gardekorps und das XIV. Armeekorps als Kern der 3. Armee am Ufer des Amazonas versammelt, wo er vor gut einem Jahr schon einmal stand. Doch diesmal sollte der Schlag gegen die britischen Streitkräfte an anderer Stelle erfolgen: Brasilianische Gefangene hatten Generalleutnant Pistarini davon überzeugt, dass die auf brasilianischem Boden stehenden britischen Divisionen in Santarém und Macapá unter Nachschubmangel litten. Es würde ein Leichtes sein, war Pistarini überzeugt, die Frontlinie bei Macapá zu durchbrechen und die britischen Hauptstreitkräfte in Santarém einzukesseln. Nach der Vernichtung der britischen Truppen, sollte so schnell wie möglich Georgetown eingenommen werden, um mit Luftunterstützung den letzten Widerstand in Guyana zu brechen. Der verheißungsvolle Operationsplan erhielt den Namen „Pekari“ und Präsident Ortiz billigte die Fortführung der Offensive.

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Bild 288: Operationsplan "Pekari" (22.10.1944)

Doch noch war die 3. Armee nicht bereit zum Losschlagen. Feldmarschall Farrell Plaul ließ das Heeresgruppenkommando Nord von Goiás nach Westen nach Cuiaba marschieren, um die Versorgung der 3. Armee weiter zu verbessern und die Wiederauffrischung der Truppen zu beschleunigen.

Am 24. Oktober wurde der letzte Akt der Besetzung Brasiliens eingeleitet. Generalleutnant Ibarras III. Gebirgsjägerkorps in Goiás erhielt den Angriffsbefehl, um Belém zu erobern. Dort verteidigte die brasilianische 3. Division die letzte Zuflucht der Regierung. Von hier gab es kein Entkommen mehr. Beim Vorstoß auf Belém erhielt das III. Gebirgsjägerkorps Unterstützung vom XIII. und XVII. Armeekorps, die beide weiter westlich in Marabá standen.

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Bild 289: Die Schlacht um Belém (24.10.1944)

Sechs Stunden zogen sich die Kämpfe um Belém hin. Mit einem Sturmangriff durch die Gebirgsjäger wurde die HKL durchbrochen und die brasilianische 3. Division musste sich zurückziehen, um nicht aufgerieben zu werden.

Bis zum 2. November würde der Vormarsch nach Belém dauern, bis endlich Brasilien offiziell annektiert werden konnte. Das wusste auch der Feind, deshalb wurde am 29. Oktober das letzte Aufgebot der 92. Kavalleriedivision ins Gefecht geworfen, um das III. Gebirgsjägerkorps zu stoppen. Nach vier Stunden war dieses letzte Aufbäumen abgewehrt. Mit letzter Kraft – der Organisationsgrad des Korps war bereits auf sieben Prozent gesunken – schleppten sich die Männer um Generalleutnant Ibarra ans Ziel, das sie nach dem Angriff auf die britischen Stellungen im Westen endlich am 2. November erreichten.

Nach der Besetzung Beléms wurde Brasilien unverzüglich annektiert und von Präsident Ortiz als achtes Land Großargentinien einverleibt. Der brasilianische Präsident Cetulio Vargas ging mit seiner Regierung an Bord eines US-amerikanischen Zerstörers und dann ins Exil in die USA. Die brasilianische Armee legte ihre Waffen nieder und 37.000 Kriegsgefangene wurden in Lagern zusammengepfercht. Die brasilianische Flotte, die zu keinem Zeitpunkt der Kämpfe eine Rolle gespielt hatte, versenkte sich vor der Mündung des Amazonas selbst. Die brasilianische Luftwaffe wurde auf abgelegenen Dschungelpisten festgehalten und letztendlich verschrottet. So endete nach drei Monaten der Zweite Brasilianisch-argentinische Krieg – der Überfall auf Brasilien – mit einem grandiosen Sieg, den Präsident Ortiz in Buenos Aires mit einer Siegesparade beging.

Doch mit dem Sieg über Brasilien sollte der Feldzug längs der Atlantikküste nicht enden. Präsident Ortiz forderte weitere Siege – diesmal gegen Briten, Holländer und Franzosen, während unsere zu verteidigende Küstenlinie immer länger wurde und die Gefahr einer US-Landungsoffensive ständig weiter anstieg.
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Beitragvon Claus E. Witz » 14. Januar 2014 21:27

US-Truppen in Rio de Janeiro
(Oktober bis November 1944)

Noch während der Kämpfe um Brasilien bat ich meine Frau, wieder nach Buenos Aires zurückzukehren. Seit dem Tod von meinem Freund Feldmarschall Sarobe hatte ich sie kaum mehr gesehen. Sie war zusammen mit der trauernden Witwe auf Sarobes Hazienda in Mar del Plata geblieben, nicht zuletzt, weil ich einen US-amerikanischen Angriff auf Buenos Aires befürchtet hatte. Ich merkte, wie der Krieg uns entfremdete, stellte ich doch meine ganze Kraft in den Dienst der guten Sache. Mitte Oktober, als die innere Unruhe, die aufgrund des Überfalls auf Brasilien entstanden war, wieder beseitigt war, kam meine Frau tatsächlich zurück in die Hauptstadt und brachte Frau Sarobe mit in unser Haus, das am Stadtrand lag. So hatte sie weiterhin ihre vertraute Gesellschaft, während ich meiner Pflicht nachkommen konnte und doch mein familiäres Zuhause hatte.

Nach der Beseitigung der inneren Unruhe, konnte ich mich wieder auf die Produktion von Munition und Nachschubgütern konzentrieren. Dabei konnte ich inzwischen auf einen Industrieindex von 55 effektiven IK bauen. Der Nachschub wurde für den weiteren Vormarsch der 3. Armee verwand, doch auch die Küstenverteidigung musste auf die Reserven zurückgreifen, um feindliche Landungsversuche zurückzuwerfen.

Schon am 3. Oktober, noch vor der Besetzung von Recife, entdeckten Aufklärungsmaschinen des Küstenfliegergeschwaders 91 vor der brasilianischen Küste drei US-Transportflottillen, die unter dem Kommando von US-Admiral Scott Richtung Südwesten fuhren. Am 13. Oktober wurde derselbe Verband auf dem North Argentina Plain gesichtet. Luftwaffenchef Antonio Parodi ließ unverzüglich die Sturzkampfbomberverbände der Luftflotte 1 von Buenos Aires nach Porto Alegre verlegen und Luftangriffe auf die sich der La Plata-Küste nähernde Schiffe fliegen. Und tatsächlich gelang es den Sturzkampfbombern zusammen mit den Küstenfliegern am 15. Oktober die 17. US-Transportflottille vor der La Plata-Küste zu versenken. Eine ganze US-amerikanische Infanteriedivision ging mit der Flottille unter. Doch der Feind gab nicht auf, um die Eroberung Brasiliens zu verhindern.

Am 25. Oktober folgte ein weiterer US-Landungsversuch bei Rio de Janeiro. US-Generalleutnant Nichols versuchte mit der 194. US-Infanteriedivision einen Angriff gegen die argentinische 29. Infanteriedivision. Unter dem Kommando von Generalleutnant d.R. Palermo. Mit Maschinengewehren aus Holzbunkern und gut platzierten Feldkanonen wurden die GIs niedergehalten, während die 47 verbliebenen Maschinen des Küstenfliegergeschwaders 91 Luftangriffe in der Rio Bay flogen. Die 23. US-Zerstörerflottille unter US-Admiral Peterson sicherte die Landungsschiffe, konnte aber nicht verhindern, dass zahlreiche Bombentreffer die Landeoperation behinderten. Die Schlacht sollte den ganzen Tag dauern, bis gegen 20 Uhr der US-Angriff abgewehrt war. 1.200 tote US-Soldaten zählte man an dem blutrot getränkten Strand der Copacabana.

Doch der Feind kämpfte tapfer weiter, um seine Ehre zu retten und den Brasilianern beizustehen. Schon zwei Tage später am 27. Oktober wurde ein weiterer Landungsversuch bei Rio de Janeiro gestartet. US-Generalleutnant Clay brachte die 179. und 87. US-Infanteriedivision zum Einsatz. Die völlig zermürbte 29. Infanteriedivision konnte nur mit Mühe den erneuten Angriff abwehren. Als der Feind am 29. Oktober seine Truppen zurückzog, setzten die Marinebomber nach, konnten jedoch keine Treffer auf den US-Transportern erzielen.

Ungeachtet der Nöte der argentinischen Küstenarmee, war die Planung der Operation „Pekari“ weiter fortgeschritten. Am 1. November um 10 Uhr – noch vor der Annexion Brasiliens – löste Generalleutnant Pistarini den Angriff der drei Divisionen des XIII. und XVII. Armeekorps in Marabá auf Macapá aus. Pistarini ging davon aus, dass die 19. indische und 58. britische Infanteriedivision unter General Slim unter Versorgungsmangel leiden würden, da die brasilianische Armee und Nachschubtruppe in Auflösung begriffen waren. Es galt als unwahrscheinlich, dass der Feind große Reserven hatte anlegen können.

Doch die Hoffnungen des Generalstabes wurden enttäuscht: Nicht nur, dass der anhaltende Monsunregen den Angriff erschwerte, auch die Versorgung der britischen Truppen war gewährleistet. Acht Stunden lang wurde erbittert um die Zugangsbrücken über den Amazonas gekämpft, dann sah Generalleutnant Pistarini ein, dass ein Durchkommen unmöglich war. Gegen 20 Uhr begannen die britischen Truppen eine Konterattacke. Diese konnte aber mühelos abgewehrt werden. Der Operationsplan Pekari war damit zunächst gescheitert.

Mit der Annexion Brasiliens am 2. November waren die Provinzen Santarém und Macapá britisch besetzt. Daraufhin begannen die Briten, die in Macapá lagernden 7.500 Tonnen seltene Erden zum Verladehafen nach Georgetown zu bringen. Für die argentinische Wirtschaft waren die unvorstellbaren Mengen an kriegswichtigen Rohstoffen vorerst verloren. Ich hoffte, dass es der 3. Armee gelingen würde, Georgetown doch noch einzunehmen, bevor die kostbaren Güter nach Großbritannien abtransportiert werden konnten.

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Bild 290: Die Front gegen die Briten (02.11.1944)

Am 8. November erreichte das Heeresgruppenkommando Nord die Provinz Cuiabá und konnte damit die 3. Armee sowie die Armee-Abteilung Pistarini gleichermaßen logistisch unterstützen. Einen Tag später am 9. November konnte ich der Küstenarmee die Ersatz-Brigaden 11 und 12 verwendungsfähig melden, die sogleich als Küstenabschnittskommandos 47 und 46 die Provinzen Belém und Marajó gegen feindliche Landungsversuche an der brasilianischen Nordküste sichern sollten. Die Ersatz-Brigaden 11 und 12 wurden von den Generalmajoren d.R. Alcaniz und Saragossa kommandiert. Auch das II. Armeekorps in Recife war inzwischen zum Küstenabschnittskommando 44 abkommandiert worden, so dass ein dünner Sicherungsstreifen fast über die gesamte brasilianische Nordküste entstanden war.

Unterdessen schritt die Verlegung der 3. Armee nach Porto Velho weiter voran. Am 11. November erreichte Generalleutnant Florits IV. Gebirgsjägerkorps nach der strategischen Verlegung seinen Bereitstellungsraum. Nach der Ablösung durch die Ersatz-Brigade 11 konnte das III. Gebirgsjägerkorps unter dem Kommando von Generalleutnant Ibarra ebenfalls von Belém nach Porto Velho strategisch zur 3. Armee verlegt werden. Die Armee-Abteilung wurde daraufhin vom glücklosen Ibarra in Pistarini umgetauft, was aber keine Stärkung des am rechten Flügel befindlichen Verbandes mit sich brachte.

Während der Vormarsch auf die britisch besetzten Gebiete Südamerikas schon im Ansatz stecken geblieben war, griffen am 14. November erneut US-amerikanische Streitkräfte die argentinischen Verteidigungsstellungen an der brasilianischen Küste an. Diesmal führte US-General Bedell-Smith ein Korps, bestehend aus der 165., 5. und 168. US-Infanteriedivision, zum Angriff auf Rio de Janeiro. Durch die zermürbenden Kämpfe der vorangegangenen Wochen hatte die argentinische 29. Infanteriedivision nur noch eine Ist-Stärke von 85 Prozent. Unterstützt durch die Marinebomber gelang es, den Angriff innerhalb von zwei Stunden abzuwehren. Doch US-General Bedell-Smith blieb hartnäckig und begann bereits vier Stunden später gegen 17 Uhr einen zweiten Vorstoß auf die bereits stark ins Schwanken geratene Abwehrstellung längs der Küste vor der Stadt. Als das Schlachtenglück zu kippen drohte, wurden um 20 Uhr das II. und V. Fliegerkorps nach Rio de Janeiro beordert, um die Lage zu stabilisieren. Bereits um 22 Uhr gelang es den Sturzkampbomberpiloten zusammen mit den Küstenfliegern erfolgreich Luftangriffe auf die US-Transportflottille „Paine Wingate“ zu fliegen.

Trotzdem blieb die Lage um Rio de Janeiro kritisch, so dass am 15. November die neu aufgestellte und noch völlig unerfahrene Ersatz-Brigade 13 statt nach Nordbrasilien in den Kampf um Rio de Janeiro geworfen werden musste. Doch alles Bemühen half nichts. Die Kämpfe am Strand von Rio de Janeiro zogen sich noch bis 19 Uhr desselben Tages hin, dann war der Widerstand der 29. Infanteriedivision und der Ersatz-Brigade 13 gebrochen und der Verband befand sich auf dem Rückzug nach Vitória.

Ungeachtet der Niederlage am Strand von Rio de Janeiro gingen die Luftangriffe, die von den Fliegerhorsten der Stadt ausgingen, pausenlos weiter. Aufgrund des tollkühnen Einsatzes der Stuka-Piloten gelang es den Geschwadern des II. und V. Fliegerkorps alle großen Landungstransportschiffe der US-Transportflottille „ Paine Wingate“ in der Bucht vor Rio de Janeiro zu versenken. Mi diesem Desaster für die US-Landungsstreitkräfte ging auch fast die gesamte 168. US-Infanteriedivision verloren, so dass am Ende des Tages US-General Bedell-Smith nur noch die 5. und 165. Infanteriedivision für den Brückenkopf in Rio de Janeiro zur Verfügung standen. In einer dramatischen Aktion wurde am 17. November gegen 5 Uhr in der Frühe kurz vor der Besetzung der Fliegerhorste die Sturzkampfbombergeschwader aus Rio de Janeiro nach Porto Alegre evakuiert. Die Bodenmannschaften wurden in Windeseile mit Lastwagen ins Landesinnere in Sicherheit gebracht und alles, was nicht mitgenommen werden konnte, zerstört. Die US-Truppen fanden bei der Einnahme der Fliegerhorste nichts Brauchbares mehr vor.

Dann ging Generalleutnant Vacca um 9 Uhr von Vitoria aus mit der 40. Infanteriedivision zum Gegenangriff vor. Die 31. Infanteriedivision unterstützte von Sao Paulo aus die Aktion.

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Bild 291: US-Brückenkopf in Rio de Janeiro (17.11.1944)

Nun wurde US-General Bedell-Smith in die Zange genommen. Seine von der Landung stark mitgenommene Streitmacht aus der 5. und 165. US-Infanteriedivision sah sich von zwei Seiten bedrängt. Es gelang den GIs nicht, den Brückenkopf auszudehnen. Die ganze Nacht lang tobte ein Häuserkampf. Auch der Flugplatz war stark umkämpft. Dann wurden die US-Amerikaner immer weiter in dem Brückenkopf zusammengedrängt, so dass US-General Bedell-Smith am 18. November gegen 4 Uhr die Kapitulation seiner Truppen anbot, um ein sinnloses Gemetzel zu verhindern. Fast 18.000 US-Amerikaner gerieten in Kriegsgefangenschaft. 4.000 GIs waren getötet worden. Generalleutnant Vacca war der Held der Stunde.

Bis zum 26. November zog sich die vollständige Besetzung von Rio de Janeiro durch die 40. Infanteriedivision hin. Bis dahin flackerten immer wieder Kämpfe auf, die von versprengten US-Soldaten, die nicht aufgeben wollten, geführt wurden. Inzwischen hatte die Ersatz-Brigade 13 Vitória erreicht und befand sich wieder auf dem Rückmarsch nach Rio de Janeiro, der bis zum 8. Dezember dauern sollte, um diesen neuralgischen Punkt in der Verteidigung Brasiliens gegen Landungsangriffe zu verstärken bis neue frische Truppen bereitstünden. Generalleutnant Vacca wurde das Küstenkommando 4 (Brasilien) übertragen. Längs der neu eroberten brasilianischen Küstenlinie unterstanden ihm vier Infanteriedivisionen und drei Ersatz-Brigaden. Die aus Rio de Janeiro zurückgezogene 29. Infanteriedivision übernahm die Küstenverteidigung von Vitória und wurde als Küstenabschnittskommando 42 geführt. Am 29. November erreichte schließlich die 12. Infanteriedivision von Recife kommend Fortaleza an der nordbrasilianischen Küste und ging in die Verteidigung gegen seeseitige Angriffe über.

Diese Episode zeigte uns im Kriegskabinett, dass die Küstenarmee weiter ausgebaut und durch die Luftwaffe von stark gesicherten Fliegerhorsten unterstützt werden musste. Gleichzeitig war mit der Ausdehnung der Küstenfront bis einschließlich Guyana zu rechnen, was einen weiteren Truppenbedarf nach sich zog. Mein Wehrwirtschaftsministerium errechnete einen Bedarf von 55.000 Mann in neu aufzustellenden vier Infanteriedivisionen und drei Ersatz-Brigaden als Minimum an Landstreitkräften für das nächste halbe Jahr. Eine fast unlösbare Aufgabe, ging die Schlacht um Guyana doch erst los.
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Beitragvon Claus E. Witz » 18. Januar 2014 10:49

Die Kämpfe an der Grenze zu Guyana
(November bis Dezember 1944)

Mitte November hatte mein Wehrforschungsministerium die „Sturzkampfbomber niedriger Stufe-Doktrin“ entwickelt und Hector del Riva erhielt den Auftrag, die „Jagen und Zerstören-Gruppen-Doktrin“ zu erforschen, um den Organisationsgrad und die Moral der Sturzkampfgeschwader weiter zu verbessern und die Produktionskosten neuer Maschinen zu senken. Die Stabschefs wollten die Luftwaffe weiter ausbauen, um den wachsenden Anforderungen der kämpfenden Truppe gerecht werden. Doch es sollte noch bis zum 5. Dezember dauern, bis der „fortschrittliche Sturzkampfbomber“ entwickelt war und in die Serienfertigung gehen konnte.

Während Manuel Savio eine „komplette Fahrzeugreparatur-Organisation“ aufbauen sollte, die zu schnellerer Regeneration unserer Einheiten führen und den Ausbau von Luftstützpunkten beschleunigen sollte, begann am 6. Dezember die Modernisierung der acht Sturzkampf- und Schlachtgeschwader. Am 9. Dezember leitete ich zudem die Produktion weiterer fünf Stuka-Geschwader ein, die auf einen Produktionszeitraum bis Juli 1946 ausgelegt war. Dies war ein Mammutprojekt, das mein Ministerium im Folgejahr noch besonders beschäftigen sollte.

Ich hatte zuvor von dem Scheitern des ersten Anlaufs der Operation „Pekari“ berichtet. In der Folgezeit im November bereiteten sich die 3. Armee und die Armee-Abteilung Pistarini auf einen erneuten Angriff vor. Feldmarschall Farrell Plaul hatte mit seinem Heeresgruppenkommando Nord in Cuiabá eine zentrale Führungsstelle eingerichtet, um beide Zangen der Umfassungsbewegung besser koordinieren zu können. Doch am 18. November um Mitternacht machte der britische General Anders unserem Ansinnen einen Strich durch die Rechnung, indem er mit der britischen 44. und 78. Infanteriedivision aus dem Schutze des Dschungels Richtung Süden nach Cuiabá ausbrach und das Heeresgruppenkommando Nord bedrängte.

Unverzüglich wurde um 1 Uhr ein Entlastungsangriff durch das XIII. und XVII. Armeekorps der Armee-Abteilung Pistarini von Marabá aus in die Flanke des Feindes eingeleitet. Aber die angeschlagenen argentinischen Divisionen waren viel zu schwach, um vorwärts zu kommen. Als Feldmarschall Farrell Plaul erkannte, dass er seine Position nicht lange würde halten können, befahl er General Ramirez, an die 3. Armee in Porto Velho über 1.100 Tonnen Verpflegung und Munition, sowie 45 Tonnen Betriebsstoff auszugeben. Dann begann mit dem Morgengrauen gegen 11 Uhr der Angriff der 3. Armee gegen Generalmajor Campbell und seine britische 36. Infanteriedivision Richtung Norden auf Boa Vista zu.

Die erdrückende Übermacht zwang den Feind schon bald seine Stellungen aufzugeben und sich gegen 14 Uhr zurückzuziehen. Als General Ramirez den geglückten Vorstoß Feldmarschall Farrell Plaul meldete, konnte sich dieser gegen 17 Uhr erleichtert mit der Führungsdivision Richtung Goiás absetzen. Der Flankenangriff durch Generalleutnant Pistarini gegen Santarém wurde dagegen erst am 19. November abgebrochen. Die Armee-Abteilung Pistarini steckte in Marabá fest. Dieser Umstand sollte sich aber noch in Folge der Entwicklung im Dezember als Glück erweisen.

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Bild 292: Angriff bei Boa Vista (20.11.1944)

Am 27. November erreichte Generalleutnant Ibarras III. Gebirgsjägerkorps nach strategischer Verlegung Porto Velho und unterstützte den Angriff der 3. Armee auf Boa Vista. Auch das Heeresgruppenkommando Nord, das sich am 2. Dezember erfolgreich nach Goiás abgesetzt hatte, wurde nun zur 3. Armee nach Porto Velho strategisch verlegt, wo es Mitte Dezember eintreffen sollte. Somit waren die letzten schlagkräftigen Einheiten von der Nordküste Brasiliens in das Herz des Amazonasdschungels abgezogen worden. Nur eine schwache Küstensicherung blieb zurück, die der Feind überraschen wollte.

Argentinische Küstenflieger hatten am 21. November einen britischen Flottenverband, bestehend aus den Flugzeugträgern „HMS Argus“ und „HMS Ark Royal“ und weiterer 18 Einheiten, unter dem Kommando von Admiral Dreyer vor der Küste Rio de Janeiros entdeckt. Man hatte diesem Flottenaufmarsch nicht die Bedeutung beigemessen, die man hätte gewähren müssen. Vielmehr beschäftigte sich das Kriegskabinett mit der eher unbedeutenden Nachricht, dass die Sowjetunion Tannu Tuva annektiert hatte. Nach der zurückgeworfenen US-Landung in Rio de Janeiro fühlten wir uns sicher.

Erst am 9. Dezember bemerkten die Stabschefs, dass die vor Rio kreuzende britische Flotte zu einem Ablenkungsmanöver gehörte. Gegen 6 Uhr noch vor Morgengrauen begann US-General Bolte an der brasilianischen Nordküste bei Marajó eine Landeoperation. Bolte warf die 110. und 103. US-Infanteriedivision in den Kampf um die Landungsstrände. In diesem Abschnitt der Küstenverteidigung stand Generalmajor d.R. Villareal mit der schwachen Ersatz-Brigade 12, die kaum eine Chance gegen diesen Ansturm hatte.

Stabschef Antonio Parodi ließ daraufhin unverzüglich das Küstenfliegergeschwader 91 von Porto Alegre nach Rio de Janeiro verlegen, um die US-Landungsflotte anzugreifen. Doch hatte man bis dahin keine Operationsgebiete analysiert, so dass man im Planungsstab feststellen musste, dass nur eine Küstenpatroullie vor Recife möglich war. Ein Eingreifen der Luftwaffe in die Kämpf um Marajó war nicht möglich. Nach dieser Erkenntnis blieb dem Kommandeur des Küstenkommandos 4, Generalleutnant Vacca nichts mehr, als der auf verlorenem Posten stehenden Ersatz-Brigade 12 zusätzlichen Nachschub auszugeben.

Die Ersatz-Brigade 12 erstaunte den Generalstab durch eine enorme Widerstandkraft. Die Kämpfe in der Landungszone zogen sich bis zum 11. Dezember hin. Dann zog sich die Brigade gegen 3 Uhr nach Belém zurück und hinterließ 1.000 getötete US-Soldaten. Aber auch die Ersatz-Brigade 12 verlor 500 Mann an Toten, Verwundeten und Vermissten.

Gegen 12 Uhr hatte sich US-General Bolte mit der 103. und 110. US-Infanteriedivision am Strand von Marajó festgesetzt. Doch dank des heldenhaften Kampfes der Ersatz-Brigade 12 war das US-Korps geschwächt. Dann begann der Gegenangriff durch das XIII. und XVII. Armeekorps von Marabá aus, unterstützt von der Ersatz-Brigade 11 in Belém. Bereits zwei Stunden später wurden die US-Truppen bei Marajó ins Meer geworfen. Fast 18.000 US-Soldaten ergaben sich und wurden gefangengenommen.

Am 12. Dezember entschied der Oberbefehlshaber der Nordfront Feldmarschall Farrell Plaul, dass die Armee-Abteilung Pistarini seinen Vormarsch nach Marajó abzubrechen hatte, um weiterhin an der angelaufenen Operation „Pekari“ teilnehmen zu können. Stattdessen wurde die Ersatz-Brigade 11 in Belém nach Marajó in Marsch gesetzt, wo sie nach Berechnungen des Planungsstabes am 26. Januar eintreffen würde.

Als jedoch am 15. Dezember die 28. US-Infanteriedivision in Marajó landete, musste erneut die Armee-Abteilung Pistarini eingreifen und die Ersatz-Brigade 11 beim Vormarsch in die Küstenprovinz unterstützen. Einen Tag später, am 16. Dezember, war der Feind erneut geworfen. Dennoch mussten wir weiterhin an der brasilianischen Nordküste wachsam bleiben, zumal Marineflieger am 17. Dezember in der Bay of Sao Luis, nördlich von Belém, eine US-Flotte, angeführt durch die Flugzeugträger „USS Franklin“ und „USS Enterprise“ unter US-Admiral Hall entdeckten. Aufgrund der gemachten Erfahrungen wurde das Küstenfliegergeschwader 91 daraufhin zu Patrouillenflügen in der argentinischen Ebene verlegt, da man die Schiffsbewegungen wieder als Ablenkungsmanöver betrachtete. Doch bis zum Jahreswechsel versuchte der Feind keine weiteren Landungsoperationen.

Während an der brasilianischen Nordküste die Landung von US-Truppen vereitelt wurde, ging die Operation „Pekari“ – die Vernichtung der alliierten Streitkräfte in Guyana – weiter voran. Unaufhaltsam bewegte sich ein Lindwurm argentinischer Soldaten, Artillerie und anderem Gerät durch den dichten Amazonasdschungel auf Boa Vista zu. Dabei trieb die 3. Armee die britischen Truppen vor sich her. Am 10. Dezember stellte sich die britische 36. Infanteriedivision in den Weg, doch schon nach wenigen Stunden waren Straßensperren aus Baumstämmen und Minenfeldern überwunden, so dass der Vormarsch weiter voran gehen konnte.

Am 17. Dezember erreichte endlich Feldmarschall Farrell Plaul mit dem Heeresgruppenkommando Nord Porto Velho, um die 3. Armee bei dem Vormarsch auf Boa Vista logistisch besser unterstützen zu können. Doch dafür verloren wir am 21. Dezember die Provinz Cuiabá an die britischen Truppen. Sofort wurden Gegenmaßnahmen ergriffen: Generalleutnant Pistarinis Streitkräfte führten unverzüglich einen Gegenangriff auf Cuiabá aus, unterstützt durch die 5. Gebirgsjägerdivision in Porto Velho. Die Kämpfe um Cuiabá dauerten bis zum 22. Dezember. Dann zog sich General Anders mit der britischen 44. und 78. Infanteriedivision wieder in den Schutz des Dschungels zurück.

Ich, der sich nach seiner Frau an seiner Seite gesehnt hatte, fühlte mich schäbig, als die Weihnachtszeit immer näher rückte. Während ich eine scheinbar besinnliche Zeit mit meiner Liebsten genoss, kämpfte sich die 3. Armee erbarmungslos weiter Richtung Norden vor. Die Divisionen wurden bei ihrem Marsch immer mehr durch Krankheiten und Versorgungsmangel geschwächt, während ich mit meiner Frau und Feldmarschall Sarobes Witwe festlich dinierte. Sicherlich, ich hatte viel in der Vorbereitungszeit für die große Strategiesitzung zum kommenden Jahresbeginn zu tun. Doch war es etwas Anderes, unter Feuer zu stehen. Als am 27. Dezember die britische 36. Infanteriedivision erneut versuchte, General Ramirez´ 3. Armee vorübergehend den Weg zu verlegen, plagte mich mein schlechtes Gewissen und ich suchte mein Büro länger als sonst auf: Ich wusste um die Strapazen, deren der gemeine Gaucho im erbarmungslosen Dschungelkampf ausgesetzt war. Doch was konnte ich von meinem Platz mit meinen mir zur Verfügung stehenden Mitteln tun, um das Leiden der Soldaten zu lindern? – Nach einem berauschenden Fest im Präsidentenpalast begann das zehnte Kriegsjahr: 1945.
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Angriff in den Anden! - Kapitel 26

Beitragvon Claus E. Witz » 29. Januar 2014 21:25

Das Kräfteverhältnis der Machtblöcke
(Januar 1945)

Pünktlich zum Neujahrstag begann die jährliche Strategiesitzung, so auch am 1. Januar 1945. Präsident Ortiz eröffnete die Konferenz mit den Worten, dass wir unserem Ziel – die Vereinigung der südamerikanischen Staaten – im vergangenen Jahr einen großen Schritt näher gekommen waren. Jetzt galt es, das Gewonnene zu sichern und die letzten feindlichen Bastionen zu überwinden, um endlich einen gerechten Frieden zu erringen.

Ich sah das Glänzen in den Augen einiger Amtskollegen und hoher Militärs, die dem Kriegskabinett und dem Generalstab angehörten. Noch vor einem Jahr gab es Zweifel an der Führung. Doch jetzt, nach glanzvollen Siegen über eine US-amerikanische Armee und das Niederringen unseres Erzfeindes Brasiliens saß Präsident Ortiz fest im Sattel und viele glaubten an die Vorsehung des „El Grande Presidente“.

Dann ergriff Verteidigungsminister Lisandro de la Torre das Wort und stellte die Lage in Europa dar. Seit dem letzten Jahr war es dem Deutschen Reich noch nicht gelungen, Moskau zu erobern. Zwar war ganz Finnland annektiert worden und die deutschen Kräfte waren weit ins Landesinnere nach Sibirien vorgestoßen, aber im Gegenzuge hatte die Achse fast alle Stellungen in Nordafrika räumen müssen. Nur noch Tripolis und Homs waren in italienischer Hand. Hier standen fast 25 italienische Divisionen auf verlorenem Posten und es bahnte sich eine Katastrophe für die Achse an, da von Westen die US-Amerikaner und von Osten die Briten unaufhaltsam aufeinander zustrebten.

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Bild 293: Die strategische Lage in Europa (01.01.1945)

In Asien hatte sich die Lage gegenüber dem Vorjahr kaum verändert. Zwar konnte Japan fast ganz Borneo und die Hälfte der dortigen Ölquellen besetzen, doch gab es weder einen Fortschritt auf dem asiatischen Festland, noch in Richtung Hawaii oder der Südsee.

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Bild 294: Die strategische Lage Japans (01.01.1945)

Weder durch die Achsenstreitkräfte in Europa noch durch die japanische Expansion war mit einer Hilfe für unser Kriegstheater in Südamerika zu rechnen. Unsere Verbündeten und befreundeten Staaten standen weiterhin selbst in einem harten Überlebenskampf und benötigten auch weiterhin ihre ganzen Reserven.

Es folgte der Vortrag vom Generalstabschef Carlos O. Marquez über das Kräfteverhältnis der Bündnisse. Die Achse bot mit 630 Divisionen 35 Divisionen mehr auf als im Jahr zuvor. Die Alliierten hatten 740 Divisionen im Feld stehen. Das waren mehr als 90 Divisionen mehr als im Vorjahr.

In Asien kämpfte das mit der Achse freundschaftlich verbundene Japan weiterhin zusammen mit seinen Marionettenstaaten Manchukuo, Mengkukuo und Siam gegen Nationalchina, Rotchina, Xibei San Ma und Sinkiang. In diesem Kriegstheater standen sich 253 japanische Divisionen und 167 chinesische Verbände gegenüber.

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Bild 295: Heeresvergleich (01.01.1945)

In der Gesamtbetrachtung konnten die Achsenmächte und der japanische Block 883 Divisionen aufbieten, während die Alliierten und China zusammen 907 Divisionen aufgestellt hatten. Damit hatte sich gegenüber dem Vorjahr das Kräfteverhältnis der Landstreitkräfte zahlenmäßig zu Ungunsten der Achse und Japans entwickelt.

Der Motorisierungsgrad der deutschen Wehrmacht lag zudem der US-amerikanischen, britischen und sowjetischen weit zurück. Während die Achse lediglich über 13 Panzer- und 4 motorisierte Divisionen verfügte, konnten die Alliierten 33 Panzerdivisionen und 14 motorisierte Infanteriedivisionen einsetzen. Die USA, das Deutsche Reich sowie Italien besaßen vier beziehungsweise drei Fallschirmjägerdivisionen, die hinter den feindlichen Linien landen konnten.

Auf den Ozeanen waren Deutschland, Italien und Japan den alliierten Seestreitkräften mit 197 zu 734 Schiffseinheiten fast im Verhältnis 1 zu 4 hoffnungslos unterlegen. Sechs japanische Flugzeugträger standen 14 US-amerikanischen und britischen gegenüber. Die Achse besaß zehn Schlachtschiffe, während die Alliierten sich auf 24 Großkampfschiffe dieser Klasse stützen konnten. Lediglich bei den Schlachtkreuzern und schweren Kreuzern konnte die Achse Paroli bieten: Hier war das Verhältnis 25 zu 23 Schiffseinheiten. Hinzu kam die bereits bekannte Schwäche der Achse, dass sie keine Amphibienoperationen durchführen konnte, da keine einzige Transportflottille zur Verfügung stand. Die Alliierten besaßen zusammen 207 solcher Flottillen, die überall Landungstruppen an den Strand werfen konnten. Rechnete man in der Schiffsstatistik die Landungsschiffe und -flottillen heraus, lag das Kräfteverhältnis gegenüber dem Vorjahr fast unverändert bei 1 zu 2,7.

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Bild 296: Marinevergleich (01.01.1945)

Auch in der Luft war das Kräfteverhältnis erschreckend. Die Achse und Japan hatten 89 Geschwader aufgestellt, während die Alliierten 215 fliegende Verbände besaßen. Die Achse hatten mit Japan zusammen 58 Jäger-, 28 Bomber- und drei Transportgeschwader im Einsatz. Die Alliierten brachten es auf 157 Jäger- und 54 Bombergeschwader, wobei der Schwerpunkt auf der strategischen Bombardierung lag. Hinzu kamen noch vier US-amerikanische Transportgeschwader für die Luftbeweglichkeit.

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Bild 297: Luftwaffenvergleich (01.01.1945)

Mit einem Kräfteverhältnis von 1 zu 2,4 hatte sich auch im Luftkrieg keine für uns günstige Verschiebung gegenüber dem Vorjahr ergeben. Dies waren bestürzende Erkenntnisse, die uns am ersten Sitzungstag eröffnet wurden. Mir war bewusst, dass ich mit meinen Forschungsergebnissen und Produktionszahlen, die ich am Folgetag präsentieren wollte, dem Kabinett Mut machen musste, denn ich sah eine positive, wenn auch steinige Zukunft für Argentinien.
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Angriff in den Anden! - Kapitel 26

Beitragvon Claus E. Witz » 1. März 2014 22:53

Mein Wehrforschungs- und Wehrwirtschaftsbericht
(Januar 1945)

Am zweiten Sitzungstag durfte ich über unsere Fortschritte in der Wehrforschung berichten. Der Schwerpunkt lag zu diesem Zeitpunkt auf der „Landwirtschaftlichen Produktion“. Derzeit arbeitete die Firma YPF noch an den „Agrarmanagement-Prozessen“, die aber bald abgeschlossen sein würden. Das Ergebnis sollte eine bessere und effizientere Versorgung der Bevölkerung sein, so dass noch mehr Soldaten von der Landbevölkerung abgezogen werden konnten (+5 % Wehrfähigenanstieg).

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Bild 298: Die Wehrforschung (01.01.1945)

Hector del Riva entwickelte zeitgleich die sogenannte „Jagen & Zerstören-Doktrin“, die unsere Sturzkampfbomber noch effektiver machen sollten (MaxOrg +10 %, Moral +10%). Außerdem würden die angestellten Überlegungen die Produktionskosten für die neu geplanten Stuka-Geschwader noch weiter sinken lassen (-0,6 IK).

Manuel Savio hatte die Aufgabe, die „Komplette Fahrzeugreparatur-Organisation“ neu zu strukturieren. Reparaturzeiten sollten verkürzt werden und neue Luftstützpunkte schneller errichtet werden. Dies sollte uns, so hofften wir, befähigen, schneller neue Luftstützpunkte in Patagonien und am Amazonas errichten zu können.

Die Wunschliste des Generalstabes war lang und es war fraglich, ob wir alle Projekte durchführen konnten: An erster Stelle stand die „Halbmoderne Infanteriedivision“ (Inf 45), so dass wir noch in diesem Jahr auf den Divisionstyp ´45 umrüsten konnten. Auch für die „Halbmoderne Artillerie“ (Art 45) mussten Forschungskapazitäten bereitgestellt werden, gefolgt von einer „verbesserten Panzerabwehrartillerie“ (Pak 40).

Als größere mittelfristige Projekte wurden hingegen der „Verbesserte Marinebomber“ (Mabo 41) sowie das „Fortschrittliche Konstruktionswesen“ bewertet. Mit letzterem ließen sich Land- und Küstenbefestigungen um 50 Prozent schneller bauen. All dies waren Projekte, die für eine bessere Küstenverteidigung angedacht waren. Doch der Offensivkampf gegen die in Südamerika immer noch stehenden feindlichen Armeen genoss auch in der Forschung Vorrang.

Mein zweiter Bericht aus dem Wehrwirtschaftsministerium handelte von der Produktionsplanung für 1945. Gegenüber dem Vorjahr hatte mit der Besetzung Brasiliens die argentinische Industriekapazität um elf effektive IK zugenommen, so dass zu Jahresbeginn 56 IK zur Verfügung standen. Nur Rio de Janeiro war noch stark zerstört, so dass nur drei von sechs Industriekomplexen produzierten. Hier gingen die Wiederaufbauarbeiten zügig voran. Außerdem legten US-amerikanische Terror-Bombergeschwader immer wieder die Industrieproduktion von Asunción und Sucre lahm. Hier arbeiteten fünf Fabriken nicht. Die Luftabwehr hatte einen schweren Stand.

Von der Rohstoffseite her hatten wir uns mit der Besetzung Brasiliens Luft verschafft. In allen Belangen verbrauchten wir weniger als wir produzierten. Lediglich die Energieträger reichten für vier lange Jahre. Öl gewannen wir inzwischen aus Kohle, so dass wir unsere noch nicht sehr weit motorisierten Streitkräfte mobil halten konnten.

Da die Anforderungen aus der laufenden Operation „Pekari“ – die Eroberung Guyanas – noch nicht klar umrissen war, gab es für mein Ministerium einige Unwägbarkeiten. Einerseits würde die zu verteidigende Küstenlinie vier bis sechs weitere Divisionen benötigen, andererseits musste die Schlagkraft der 3. Armee erhalten bleiben. Zudem würden die Modernisierungsanstrengungen die Produktionskapazitäten erheblich belasten. Es mussten 43 Infanteriedivisionen, 28 Artillerie- und drei Panzerabwehrregimenter neu ausgerüstet werden. Hinzu kamen noch Verstärkungen, die 1944 zurückgehalten worden waren, um Brasilien bezwingen zu können.

Ein weiterer Schwerpunkt sollte die Schaffung weiterer fünf Sturzkampfgeschwader sein, um die länger werdende Küstenlinie besser abdecken zu können und angeschlagene Fliegerkorps zur Auffrischung aus der Frontlinie nehmen zu können. Eines der neuen Sturzkampfgeschwader sollte als Lehrgeschwader aufgestellt werden. Dieser fliegende Verband hatte die zusätzliche Aufgabe, die Reichweiten des neuen Sturzkampfbombertyps von jedem Luftwaffenstützpunkt in Südamerika festzustellen, um dem Planungsstab wertvolle Hinweise für zukünftige Operationspläne geben zu können. Die Produktionsreihe von 500 zusätzlichen Sturzkampfbombern sollte bis Mitte 1946 laufen.

Bild
Bild 299: Die Produktionsplanung (01.01.1945)

Dies waren die ehrgeizigen Pläne aus meinem Ministerium. Präsident Ortiz, die Minister und der Generalstab hörten sich meinen Vortrag aufmerksam an, es schien mir aber, dass sie skeptisch waren, ob sich diese Pläne in nur einem Jahr umsetzen ließen. Schließlich gab es noch weitere Anforderungen an unsere aufstrebende Nation: der Kampf an der Nord- und Patagonienfront. Und dieser Kampf konnte die Verluste schnell in die Höhe treiben ohne dass Ersatz dafür bereitgestellt werden konnte. Gespannt wartete ich auf den für den folgenden Tag geplanten Bericht des Generalstabes über die Operationspläne in Südamerika.
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Angriff in den Anden! - Kapitel 26

Beitragvon Claus E. Witz » 6. März 2014 00:15

Die argentinischen Streitkräfte
(Januar 1945)

Am Vormittag des dritten Sitzungstages stellte Generalstabschef Carlos O. Marquez das Weißbuch der argentinischen Streitkräfte 1945 vor:

******

(1 MP = 1.000 Mann; 1 Geschwader = 100 Flugzeuge)

Gliederung der argentinischen Streitkräfte (1. Januar 1945)

55 Divisionen, 13 Geschwader (520.095 Mann, 40 Panzerwagen, 825 Flugzeuge)

HEER (507.165 Mann, 40 Panzerwagen)

AMAZONASFRONT

Heeresgruppe Nord (FM Farrell Plaul, 247.060 Mann, 40 Panzerwagen)

Porto Velho

Heeresgruppe Nord (FM Farrell Plaul (F2, E73))
- Heeresgruppenkommando Nord (HQ(39) + Fla (S100, E31, O48/65))

3. Armee (Gen Peron, 90.235 Mann)

XIV. Armeekorps (Gen Peron (OD, F2, E56))
- 25. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S98, E17, O19/65))
- 32. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S92, E16, O22/65))
- 13. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S99, E18, O37/65))

Gardekorps (Glt Menendez (OD, F1, E92))
- Gardedivision „Estandarte de Corps Roberto Ortiz“ (Inf(43) + Pw (S100, E15, O48/76))
- Gardedivision „Escolta National“ (Inf(43) + Pw (S99, E14, O32/76))

III. Gebirgsjägerkorps (Glt Ibarra (KO, F4, E26))
- 5. Gebirgsjägerdivision (Geb(43) + Pio (S82, E17, O53/76))

IV. Gebirgsjägerkorps (Glt Florit (KO, F3, E73))
- 7. Gebirgsjägerdivision (Geb(43) + Pio (S99, E18, O19/76))

Marabá

Armee-Abteilung Pistarini (Glt Pistarini, 13.935 Mann)

XVII. Armeekorps
(Glt Pistarini (FK, F2, E92))
- 41. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S20, E16, O48/65))
- 39. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S18, E17, O42/65))

XIII. Armeekorps (Glt von der Becke (OD, F2, E31))
- 23. Infanteriedivision (Inf(43) + Pio (S75, E19, O51/65))


NORDANDENFRONT

1. Armee (Gen Ramirez, 135.890 Mann)

Antofagasta

X. Armeekorps (Gen Ramirez (F3, E7))
- 19. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S98, E14, O65/65))
- 20. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S95, E14, O65/65))
- 22. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S99, E13, O65/65))

VII. Armeekorps (Glt Aramburu (WS, F3, E3))
- 15. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S100, E13, O65/65))
- 27. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S85, E10, O65/65))
- 28. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S61, E11, O65/65))

XV. Armeekorps (Glt Molina Gomez (F2, E60))
- 24. Infanteriedivision (Inf(43) + Pak (S54, E9, O65/65))

La Paz

XII. Armeekorps (Glt Urdapilleta (FK, F3, E25))
- 37. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S80, E15, O65/65))
- 35. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S100, E14, O65/65))
- 44. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S100, E15, O65/65))

VI. Armeekorps (Glt San Martin (OD, F3, E12))
- 14. Infanteriedivision (Inf(43) + Pio (S100, E13, O65/65))
- 18. Infanteriedivision (Inf(43) + Pio (S99, E13, O65/65))
- 36. Infanteriedivision (Inf(43) + Pio (S51, E12, O65/65))


PATAGONIENFRONT

2. Armee (Glt Vaccarezza, 117.120 Mann)

Viedma

I. Armeekorps (Glt Vaccarezza (DD, F3, E53))
- 1. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S90, E7, O65/65))
- 2. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S89, E7, O65/65))
- 3. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S90, E7, O65/65))

Küstenabschnittskommando 14 (Glt de Olano (PK, F2, E26))
- Sturmbrigade 14 (Mil(43) (S78, E3, O65/65))

Puerto Madryn

VIII. Armeekorps (Glt Lonardi (TR, F2, E36)
- 33. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S42, E10, O65/65))
- 34. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S45, E10, O65/65))

IX. Armeekorps (Glt Rodriguez (F2, E34))
- 17. Infanteriedivision (Inf(43) + Pak (S86, E3, O65/65))

XI. Armeekorps (Glt Marquez (DD, F3, E5))
- 21. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S88, E2, O65/65))
- 38. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S86, E7, O65/65))

Küstenabschnittskommando 15 (Gmj Sanquina (PK, F0, E0))
- Sturmbrigade 10 (Mil(43) (S66, E3, O65/65))

Puerto Aisén

V. Armeekorps (Glt Fasola Castano (PIO, F2, E72))
- 9. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S100, E8, O65/65))
- 10. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S100, E7, O65/65))
- 11. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S100, E7, O65/65))


KÜSTENSCHUTZ

Küstenarmee (Glt Savio, 142.985 Mann)

Küstenkommando 1 (Atlantik) (Glt Savio, 24.040 Mann)

Buenos Aires

Küstenabschnittskommando 11 (Glt Savio (F1, E2))
- 16. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S64, E6, O64/64))

Mar del Plata

Küstenabschnittskommando 12

Garnison Mar del Plata (Gmj Zuloaga (LG, F0, E44))
- 4. Sicherungsdivision (Gar(43) (S97, E1, O64/64))

Bahia Bianca

Küstenabschnittskommando 13 (Gmj d.R. San Lucar (F0, E0))
- 43. Infanteriedivision (Inf(43) (S86, E17, O64/64))

Küstenkommando 2 (La Plata) (Gmj d.R. Talavera, 43.600 Mann)

Montevideo

Küstenabschnittskommando 21

Garnison Montevideo (Gmj d.R. Talavera (F0, E0))
- 7. Sicherungsdivision (Gar(43) (S100, E0, O64/64))

Porto Alegre

Küstenabschnittskommando 22 (Gmj d.R. Palos (F0, E0))
- 45. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S100, E15, O64/64))

Curitiba

Küstenabschnittskommando 23 (Gmj d.R. Conde de Aranda (F0, E0))
- 42. Infanteriedivision (Inf(43) (S76, E16, O65/65))

Sao Paulo

Küstenabschnittskommando 24 (XVIII. Armeekorps) (Gmj d.R. De Venigy (F0, E0))
- 31. Infanteriedivision (Inf(43) (S80, E13, O65/65))

Asunción

Garnison Asunción (Gmj d.R. Comtois (F0, E0))
- 3. Sicherungsdivision (Gar(43) (S100, E0, O65/65))

Küstenkommando 3 (Pazifik) (Glt Bautista Molina, 24.460 Mann)

Santiago

Küstenabschnittskommando 31 (Glt Bautista Molina (F2, E78))
- 30. Infanteriedivision (Inf(43) (S76, E9, O65/65))

Garnison Santiago (Glt Samiento (F1, E0))
- 1. Sicherungsdivision (Gar(43) (S97, E0, O65/65))

Puerto Montt

Küstenabschnittskommando 32 (Glt Vieyra Spangenberg (PK, F2, E24))
- 26. Infanteriedivision (Inf(43) (S91, E5, O65/65))

Küstenkommando 4 (Brasilien) (Glt Vacca, 50.885 Mann)

Rio de Janeiro

Küstenabschnittskommando 41 (XVI. Armeekorps) (Glt Vacca (OD, F1, E96))
- Ersatz-Brigade 13 (Mil(43) (S97, E16, O65/65)
- 40. Infanteriedivision (Inf(43) + Pak (S67, E17, O65/65))

Vitória

Küstenabschnittskommando 42 (Gmj d.R. Palos (F0, E0))
- 29. Infanteriedivision (Inf(43) + Pio (S85, E19, O65/65))

Salvador

Küstenabschnittskommando 43 (Gmj d.R. Pignerol (F0, E0))
- 4. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S90, E19, O65/65))

Fortaleza

Küstenabschnittskommando 45 (II. Armeekorps) (Glt Anaya (PK, F3, E45)
- 12. Infanteriedivision (Inf(43) + Art (S61, E19, O65/65))

Belém

Küstenabschnittskommando 46 (Gmj d.R. Girona (F0, E0))
- Ersatz-Brigade 11 (Mil(43) (S95, E16, O22/65)

Marajó

Küstenabschnittskommando 47 (Gmj d.R. del Marcenado (F0, E0))
- Ersatz-Brigade 12 (Mil(43) (S90, E17, O65/65)


LUFTWAFFE (12.930 Mann, 357 Jäger, 468 Bomber)

Luftflotte 1

Porto Alegre

II. Fliegerkorps (LwG Fabri (PJ, F4, E182))
- Schlachtgeschwader 22 (Stuka(II) (S31, E100, O97/97))
- Schlachtgeschwader 26 (Stuka(II) (S63, E100, O97/97))

V. Fliegerkorps (LwG Zanni (F5, E20))
- Sturzkampfgeschwader 27 (Stuka(II) (S57, E100, O97/97))
- Sturzkampfgeschwader 28 (Stuka(II) (S46, E100, O97/97))

Montevideo

Jagdfliegerführer 1 (Glt Manni (ÜT, F2, E8))
- Jagdgeschwader 51 (AJ(III) (S88, E8, O39/39))
- Jagdgeschwader 54 (AJ(III) (S92, E4, O39/39))

Rio de Janeiro

Fliegerführer (See) (LwM Parodi (FZ, F3, E59))
- Küstenfliegergeschwader 91 (Mabo(I) (S38, E100, O11/32))

Luftflotte 2

La Paz

III. Fliegerkorps (LwG Ojeda (FB, F3, E36))
- Sturzkampfgeschwader 21 (Stuka(II) (S77, E64, O97/97)
- Sturzkampfgeschwader 25 (Stuka(II) (S41, E42, O97/97))

IV. Fliegerkorps (Glt Verdaguer (F4, E286))
- Sturzkampfgeschwader 23 (Stuka(II) (S34, E41, O97/97))
- Sturzkampfgeschwader 24 (Stuka(II) (S81, E65, O97/97))

Santiago

Jagdfliegerführer 2 (LwG del Riva (F3, E7))
- Jagdgeschwader 52 (AJ(III) (S99, E4, O39/39))
- Jagdgeschwader 53 (AJ(III) (S78, E2, O39/39))


Truppen in Aufstellung:

- Sturzkampf-Lehrgeschwader 20 (15. April 1945)

Legion Harpyie

Buenos Aires (z.Z. Luftangriff auf Falkland Islands)

3a Squadra Aerea (Glt di Ferro (FZ, F2, E50))
- 4a Gruppo Bomb. di Navale “Drago” (Mabo(II) (S68, E39, O45/66))
- 5a Gruppo Bomb. di Navale “Eolo” (Mabo(II) (S64, E35, O45/66))
- 3a Gruppo Bomb. di Navale “Centauro” (Mabo(II) (S65, E35, O45/66))
- 3a Divisione Bombardieri “Centauro” (Mabo(II) (S70, E44, O45/66))


Die Grundsätze der argentinischen Truppenführung und Streitkräftestruktur wurden hier zusammengefasst:
Gliederung von Landstreitkräften.

******

Wir verfügten gegenüber dem Vorjahr über sieben Divisionen und rund 70.000 Soldaten mehr. Allerdings hatten wir zirka 200 Flugzeuge weniger als noch Anfang 1944. 90.000 Rekruten wurden 1944 ausgebildet. Daraus ließ sich schließen, dass rund 20.000 Argentinier gefallen waren.

Aber die Opfer waren nicht umsonst. In der Operation „Nandu“ zerschlugen wir eine ganze US-amerikanische Heeresgruppe im Kampf um die La Plata-Mündung. Sechs US-Panzerdivisionen und 15 Infanteriedivisionen wurden aufgerieben. Die USA verloren über 220.000 Mann und waren so geschwächt, dass sie Brasilien nicht unterstützen konnten, als dieser große Rivale auf dem südamerikanischen Kontinent in dem „Fall Türkis“ Großargentinien einverleibt wurde. Acht brasilianische Divisionen, 21 Geschwader und umfangreiche Seestreitkräfte wurden ausgeschaltet. Die Bilanz für 1944 fiel damit sehr positiv aus, so dass Präsident Ortiz noch einmal bester Laune war, als ihm diese Erfolge noch einmal ausgeführt wurden. – Doch wie sah die Planung für das kommende Kriegsjahr aus?
"Wir behaupten (...), der Krieg ist nichts als eine Fortsetzung des politischen Verkehrs mit Einmischung anderer Mittel." Carl von Clausewitz

Angriff in den Anden! (HoI2 Argentinien 1936 AAR)
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Claus E. Witz
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Angriff in den Anden! - Kapitel 26

Beitragvon Claus E. Witz » 12. März 2014 21:41

Die strategische Lage in Südamerika
(Januar 1945)

Armeechef Manuel Savio setzte am Nachmittag die Besprechung mit der strategischen Planung für das angefangene Jahr fort und ich dachte, ich würde endlich erfahren, wo unser nächster Schlag geplant war.

Nach der Befreiung Brasiliens hatte sich die 3. Armee südlich des Amazonas gesammelt, um in der Operation „Pekari“ die Nordflanke abzusichern. Zur Unterstützung des Angriffs auf das von den Alliierten besetzten Guyana wurde die Armee-Abteilung Pistarini gebildet, die von Osten kommend die Küstenlinie besetzen sollte. Obwohl die Operation schon am Laufen war, blieb fraglich, ob sie von Erfolg gekrönt sein würde.

In Macapá standen zwei schlagkräftige britische Infanteriedivisionen unter dem Kommando von Slim. Generalleutnant Pistarinis Armee-Abteilung zählte dagegen zahlenmäßig nur die Stärke einer Division und bedurfte dringend einer Auffrischung. Außerdem versuchten US-amerikanische Truppen mehrfach in Marajó zu landen, so dass die Armee-Abteilung nicht zur Ruhe kam.

Die von Süden anmarschierende 3. Armee hatte dagegen nur eine britische Division vor sich, die sich kämpfend nach Norden zu den Flugfeldern rund um Georgetown zurückzog. Die 3. Armee bestand aus acht Divisionen, darunter das Gardekorps und zwei Gebirgsjägerdivisionen. Sie waren alle von den anstrengenden Märschen im Dschungel geschwächt. Zudem bedrohte von Tefé aus Clarks US-Armee mit fünf Infanterie- und einer Panzerdivision den linken Flügel der 3. Armee. Die Besetzung Guyanas stand also noch auf tönernen Füßen und bedurfte dringend mehr Nachschub und frischer Truppen.

Die 1. Armee an der Nordwestfront war derweil mit der Verteidigung von La Paz beschäftigt. Den 13 argentinischen Divisionen standen in Cuzco Vandegrifts US-Armee mit sechs Infanterie- und einer Panzerdivision gegenüber. In Arequipa an der Pazifikküste schloss sich US-Feldmarschalls Eisenhowers Armee mit elf Infanterie- und einer Panzerdivision an und in der freien Lücke zwischen der argentinischen 1. und 3. Armee standen mindestens weitere fünf US-Infanteriedivisionen bereit, um die ungeschützten Flanken beider Armeen zu bedrohen. An eine Offensive war nicht zu denken.

Bild
Bild 300: Strategische Lage in Südamerika (02.01.1945)

Im Süden an der Patagonienfront war die Lage nicht minder gefährlich. Die argentinische 2. Armee klammerte sich links und rechts an die Küstenlinien der Ozeane, während die Andenausläufer unbesetzt blieben. Die argentinischen Ölfelder in Comodoro Rivadavia waren von Simpsons US-Panzerarmee besetzt worden. Sieben Panzer- und zwei Infanteriedivisionen konnten nichts Gutes für diesen Frontabschnitt bedeuten. In Wellington an der Pazifikküste wartete Lears US-Armee mit vier Infanterie- und drei Panzerdivisionen auf ihre Chance. Und in Sarmiento, dem auf argentinischer Seite unbesetzten Mittelabschnitt standen mindestens weitere fünf US-Divisionen unter dem Kommando von Devers.

Ich war erschrocken, als ich dieses Ausmaß an alliierter Überlegenheit an allen Fronten erkannte. Ich dachte, wir würden nach unserem Sieg über Brasilien uns befreit haben und an der Nordwestfront dem Feind in die Flanke fallen können. Doch das Gegenteil war der Fall: Die zu verteidigende Küstenlinie verlängerte sich immer mehr und saugte wie ein Schwamm unsere Reserven auf. Die geforderten Sturzkampfgeschwader dienten nicht mehr der Offensive, sondern würden als Feuerwehr an allen Fronten abgenutzt werden.

Doch Präsident Ortiz ergriff das Wort, um der Betroffenheit im Gremium vorzugreifen. Uns war es im vergangenen Jahr gelungen, eine US-Heeresgruppe zu vernichten und Brasilien zu werfen. Warum sollten argentinische Tatkraft und Führertum nicht auch in dieser Situation die Oberhand behalten? Wenn die argentinischen Waffen mit gleichem Elan wie in allen vorangegangenen Operationen auch jeder Situation begegneten, dann würde Großargentinien letztendlich über seinen Feinden obsiegen! Dann forderte Präsident Ortiz den Generalstab auf Operationspläne zur Rückeroberung der argentinischen Ölfelder, der Malwinen und Venezuelas auszuarbeiten. Ich glaubte, meinen Ohren nicht trauen zu können.

Mit mulmigem Gefühl gingen wir auseinander und ich setzte meine Arbeit im Wehrwirtschafts- und Forschungsministerium fort. – Würde Guyana besetzt werden können, noch ehe der Feind selbst zum Angriff überging? Konnte ich rechtzeitig Nachschub und Verstärkungen an die Front bringen, um eine Katastrophe zu verhindern? Der Krieg wurde unvermindert weiter fortgesetzt.
"Wir behaupten (...), der Krieg ist nichts als eine Fortsetzung des politischen Verkehrs mit Einmischung anderer Mittel." Carl von Clausewitz

Angriff in den Anden! (HoI2 Argentinien 1936 AAR)
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