[AAR HoI2] Angriff in den Anden! (Argentinien AAR 1936)

AARs zum Zeitpunkte der beiden Weltkriege

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Claus E. Witz
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Angriff in den Anden! - Kapitel 26

Beitragvon Claus E. Witz » 29. März 2014 02:02

Vormarsch nach Boa Vista
(Januar 1945)

Während im Januar mit der Operation „Pekari“ die Besetzung Guyanas fortschritt, bemühte ich mich im Wehrwirtschaftsministerium die Flugzeugproduktion auf „fortschrittliche Stukas“ umzustellen. Bereits Mitte Januar waren sechs von acht Sturzkampfgeschwadern auf den neuen Flugzeugtyp III umgestellt worden. Als letztes folgten das Sturzkampfgeschwader 25 am 14. Januar und das Sturzkampfgeschwader 23 am 20. Januar. Damit war zunächst das Projekt der Modernisierung der bestehenden Stuka-Verbände abgeschlossen und ich widmete mich vermehrt der Nachschubproduktion und der Aufstellung weiterer Infanteriedivisionen.

Bereits am 8. Januar hatte ich dazu eine neue Aufstellungswelle beauftragt: Innerhalb eines Jahres sollten weitere sieben Infanteriedivisionen für die Verteidigung der brasilianischen Nordküste und Guyanas ins Feld gebracht werden. Die erste Division konnte laut der Ausbildungsschule des Heeres am 8. März bereit stehen.

Aber meine Anstrengungen schienen nicht energisch genug zu sein, denn nachdem sich am 7. Januar die Ersatz-Brigade 12 nach Belém zurückgezogen hatte, um den Vormarsch der Ersatz-Brigade 11 auf Marajó zu unterstützen, landete am 12. Januar die 28. US-Infanteriedivision in der selbigen Küstenprovinz. Das Küstenabschnittskommando 46 erbat sofort Unterstützung durch die Armee-Abteilung Pistarini. Mit Mühe konnte das elfstündige Gefecht gewonnen werden und der Feind ließ über 700 Gefallene am Strand zurück.

Doch unsere Erleichterung währte nur kurz. Schon einen Tag später am 14. Januar landete gegen 2 Uhr nachts die 103. US-Infanteriedivision unter dem Kommando von Generalleutnant Bradford in Maranjó. Zwei Stunden darauf war ein weiteres US-Korps am Nordostzipfel Südamerikas, im unverteidigten Recife ausgeschifft worden. Wir konnten nur zuschauen, da keinerlei Reserven zur Verfügung standen. Das Küstenkommando 4 (Brasilien) war nicht in der Lage, eine Gegenoffensive zu beginnen.

Das Einzige was die Stabschefs tun konnten, war, um 4 Uhr in der Frühe das II. und V. Fliegerkorps von Porto Alegre nach Rio de Janeiro verlegen zu lassen und die wenigen Maschinen des Küstenfliegergeschwaders 91 für Seeziele umzurüsten. Gegen 7 Uhr kamen die gut 200 einatzfähigen Sturzkampfbomber in Rio de Janeiro an und begannen um 11 Uhr mit ihren ersten Zerrütungsangriffen auf die in Recife gelandeten US-Truppen.

Es zeigte sich, dass Generalleutnant Bolling mit der 8., 5., 175. und 190. US-Infanteriedivision sowie einer Panzerwagenbrigade und Pioniereinheiten bereits einen sicheren Brückenkopf gebildet hatte. Kurz zuvor hatten die argentinischen Küstenflieger die US-Landungsflotte unter Vizeadmiral Sherman beim Capo de Sao Roque vor Recife entdeckt. Die „USS Richmond“, ein leichter Kreuzer, begleitete vier Landungsflottillen bei ihrem Rückmarsch in nordamerikanische Gewässer.

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Bild 301: US-Landungen an Brasiliens Nordküste (14.01.1945)

Am Abend des Folgetages der US-Landungen, dem 15. Januar, gaben die Ersatz-Brigaden 11 und 12 ihr Vorhaben auf, Marajó zurückzuerobern. Die beiden Brigaden hatten nur noch eine Sollstärke von 80 Prozent. Um die 39. und 41. Infanteriedivision der Armee-Abteilung Pistarini stand es noch viel schlimmer: Die Sollstärke war hier auf dramatische 10 Prozent gesunken.

Da keine Verstärkungen geschickt werden konnten, wollte Stabschef der Armee Manuel Savio zumindest ein Zeichen setzen, indem er neue Kommandeure berief. In Belém übernahm Generalleutnant Martinez das Kommando über die Ersatz-Brigade 12, während Generalmajor Giovanelli Generalmajor d.R. Girona in der Führung der Ersatz-Brigade 11 ersetzte. In Salvador wurde Generalmajor Brinzoni neuer Kommandeur der 4. Infanteriedivision und löste damit Generalmajor d.R. Pignero ab.

Die US-Verbände in den nordbrasilianischen Brückenköpfen verhielten sich bis Ende Januar ruhig. Lediglich das Küstenfliegergeschwader verfolgte Shermanns US-Landungsflotte und sichtete diese noch einmal am 16. Januar in der nördlich gelegenen East Ceara Deep Sea Plain ohne weiteren Schaden anrichten zu können.

Am 21. Januar stießen dann die 38 Maschinen der Küstenflieger auf Großadmiral Kings US-Schlachtflotte, die östlich von Recife in den Brazilian Plain der Landungsflotte von der Seeseite her Schutz geboten hatte. Die Schlachtschiffe „USS Oklahoma“, „USS Tennessee“ und „USS California“ sowie der Flugzeugträger „USS Saratoga“ wurden von dem leichten Kreuzer „USS Concord“ und der 55. und 52. Zerstörerflottille begleitet. Das argentinische Geschwader wurde sofort von den Bordjägern der „USS Saratoga“ attackiert und verlor drei ihrer kostbaren Maschinen. Daraufhin wurde die Aufklärungstätigkeit in den brasilianischen Gewässern eingestellt.

Die schlechte Entwicklung der Lage an der nordbrasilianischen Küste macht die Operation „Pekari“ noch wichtiger, da mit Georgetown wichtige Militärflugbasen gewonnen werden konnten. Doch zunächst schleppten sich die Soldaten der 3. Armee bei einer Tagestemperatur von fast 30 °C und 80 Prozent Luftfeuchtigkeit durch einen fast undurchdringlichen Dschungel von Boa Vista. Die Strapazen waren für Mensch und Material unvorstellbar. Das Übersetzen über den breiten Amazonas war zudem eine logistische Herausforderung, die aber letztendlich durch das Gardekorps und das IV. Gebirgsjägerkorps gemeistert werden konnte.

Am 16. Januar stellte sich die 36. (brit.) Infanteriedivision dem argentinischen Heerwurm in Boa Vista in den Weg. Doch Generalmajor Campbells Verband konnte von General Perons Männern umgangen werden und musste sich zurückziehen.

Am 17. Januar verstarb Generalleutnant Ibarra, der Kommandeur der 5. Gebirgsjägerdivision überraschend. Nach dem Tod meines Freundes Feldmarschall Sarobe war dies der schwerste Verlust für das argentinische Offizierskorps. Es klang wie ein Hohn, dass dieser kampferprobte erfahrene Soldat nicht im Gefecht sein Leben verlor, sondern in Porto Velho in seinem Zelt im Schlaf von einer brasilianischen Wanderspinne, der besonders giftigen Phoneutria fera – was so viel wie „brutale Mörderin“ hieß – überrascht wurde. Generalleutnant Ibarra wurde am nächsten Morgen leblos aufgefunden und jede Hilfe kam zu spät. Dem Gebirgsjägerkorps blieb keine Zeit für eine lange Trauer und Generalleutnant Olano übernahm die Führung der Elitedivision.

Kaum hatte sich die 36. (brit.) Infanteriedivision aus Boa Vista zurückgezogen, da versuchte erneut General Slims 58. (brit.) Infanteriedivision die 3. Armee aufzuhalten. Doch bei Morgengrauen gegen 11 Uhr war dieser Versuch ebenfalls gescheitert.

Dann endlich, am 24. Januar standen Generalleutnant Florits IV. Gebirgsjägerkorps und Generalleutnant Mendenez´ Gardekorps in Boa Vista. Generalmajor Campbell versuchte noch mit seiner 36. (brit.) Infanteriedivision einen Gegenangriff von Cuyuni aus, der aber bereits nach einer Stunde kläglich scheiterte.

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Bild 302: Vorstoß auf Boa Vista (25.01.1945)

Der Marsch durch den Dschungel nach Boa Vista hatte die argentinischen Soldaten völlig erschöpft. Von einer Organisationstärke, die einen weiteren Vormarsch ermöglichen sollte, konnte man nicht mehr reden. So wurde ein fünftägiger Halt befohlen, um den Nachschub und den Artillerietrain des XIV. Armeekorps heranzuholen.

Da musste die argentinische Führung feststellen, dass sich in Marajó, dem westlichen der beiden brasilianischen US-amerikanischen Brückenköpfe, mindestens zwei weitere US-Divisionen, darunter eine Panzerdivision festgesetzt hatten. Feldmarschall Farrell Plaul befahl daraufhin General Peron, den Vormarsch des XIV. Armeekorps von Porto Velho nach Boa Vista zu stoppen. Zum Einen käme das zu langsame Korps zu spät, um in die Kämpfe um Guyana aktiv eingreifen zu können, zum Anderen bestand die Gefahr, dass die 3. Armee abgeschnitten werden konnte, wenn Clarks US-Armee über Manaus Fühlung mit den britischen Streitkräften aufnehmen würde. General Peron fühlte sich um einen Sieg betrogen, fügte sich aber scheinbar in die Situation.

Jetzt leitete Generalleutnant Menendez vom Gardekorps den Vormarsch auf Georgetown. Am 29. Januar wurden an die argentinischen Truppen in Boa Vista fast 600 Tonnen Nachschub und Munition sowie 50 Tonnen Treibstoff ausgegeben, um die Beweglichkeit der Truppe wieder zu erhöhen. Generalleutnant Florit sollte mit dem IV. Gebirgsjägerkorps binnen einer Woche die Flugplätze von Georgetown einnehmen und diese so lange verteidigen, bis neu aufgestellte Divisionen die Stellungen übernehmen konnten. Sturzkampfgeschwader sollten in der Zwischenzeit die feindlichen Brückenköpfe niederhalten. Das Gardekorps sollte in Boa Vista mit dem XIV. Armeekorps die Verbindung halten.

Aber würden die wenigen Kräfte reichen, um Georgtown einzunehmen und zu verteidigen? Wann würden die US-Streitkräfte aus ihren Brückenköpfe ausbrechen und nach Süden vorstoßen? Stukas mussten so schnell wie möglich in die Kämpfe eingreifen! Das Gelingen der Operation „Pekari“ stand auf dem Spiel.
"Wir behaupten (...), der Krieg ist nichts als eine Fortsetzung des politischen Verkehrs mit Einmischung anderer Mittel." Carl von Clausewitz

Angriff in den Anden! (HoI2 Argentinien 1936 AAR)
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Angriff in den Anden! - Kapitel 26

Beitragvon Claus E. Witz » 24. April 2014 01:53

Georgetown für Rio (Teil 1)
(Februar 1945)

General Peron hatte sehr gute Verbindungen zum Generalstab in Buenos Aires und so sehr auch Feldmarschall Farrell Plaul auf diesen fähigen General einwirkte, gelang es Peron doch immer wieder, die Befehlskette über den Befehlshaber Heeresgruppe Nord zu umgehen. Entgegen dem Befehl, den Vormarsch des XIV. Armeekorps nach Boa Vista abzubrechen, um die Nordwestfront der 3. Armee in Porto Velho längs des Amazonas zu sichern, erwirkte General Peron bei Präsident Ortiz, dass am 1. Februar die Sturmbrigade 14 aus Viedma und die Ersatz-Brigade 13 aus Rio de Janeiro nach Porto Velho strategisch verlegt wurden, um diese Sicherungsaufgabe mit zu übernehmen.

Das XIV. Armeekorps war vom undurchdringlichen Dschungel verschluckt worden und General Peron führte schlechte Kommunikationsverbindungen an und behauptete, dass sich die Versorgungslage seiner Truppe nur an der Küste schneller verbessern ließe. Feldmarschall Farrell Plaul stand machtlos dieser Dreistigkeit gegenüber. Zudem schauten alle Augen auf die Kämpfe um Georgetown.

Am 4. Februar griff Generalleutnant Florit mit dem IV. Gebirgsjägerkorps Georgetown, die Hauptstadt Guyanas an. Dabei wurden die Gebirgsjäger durch das Gardekorps unterstützt. Generalleutnant Campbell zog sich nach einem dreistündigen Gefecht mit seiner 36. (brit.) Infanteriedivision in das unwegsame Cuyuni-Gebirge zurück.

Bereits zwei Tage später, am 6. Februar zogen die ersten mobilen Truppenteile des IV. Gebirgskorps in das brennende Georgetown ein. Weite Teile der Stadt, die aus alten prächtigen Holzbauten bestanden, wurden bei diesen Kriegshandlungen zerstört. Dessen ungeachtet wurden kurz darauf die Sturzkampfbomber des III. und IV. Fliegerkorps von La Paz nach Georgetown überführt. Sofort wurden Zerrüttungsangriffe auf die fliehenden Briten befohlen. Es sollten jedoch noch einige Tage vergehen, bis die Stukas von den stark lädierten Flugfeldern abheben konnten.

Stolz meldete General Peron die Eroberung Georgetowns ins Hauptquartier nach Buenos Aires. Von hier aus war es möglich, dass die argentinische Luftwaffe die Küste vor Guyana und die Region Amazonas beherrschen konnte. Doch für den Erfolg der 3. Armee zahlten wir einen hohen Preis und die dünne Verteidigungslinie an der Nordküste Brasiliens konnte nicht mit Luftunterstützung rechnen.

Nach dem Abzug der Ersatz-Brigade 13 aus Rio de Janeiro, musste Generalleutnant Vacca mit der 40. Infanteriedivision und einem Panzerabwehrregiment die strategisch wichtige Stadt alleine gegen seeseitige Angriffe auskommen. Schon am 5. Februar hatte der Feind unsere Schwäche erkannt und eine Landungsoperation durchgeführt. Kein Geringerer als Feldmarschall Eisenhower befehligte den Angriff der 3., 157. und 42. US-Infanteriedivision, der gegen 18 Uhr begann. Aufgrund der erwarteten starken argentinischen Abwehr aus der Luft waren dem US-Korps drei Luftabwehrbrigaden beigegeben worden.

An die Verteidiger der Stadt wurden 40 Tonnen Nachschub ausgegeben. Luftmarschall Parodi befahl die sofortige Evakuierung aller Luftstreitkräfte aus der Stadt. Das II. und V. Fliegerkorps sowie der Fliegerführer See erreichten bis 21 Uhr Sao Paulo, von wo aus sofort Schiffsangriffe gestartet wurden. Noch am selben Abend entdeckten die Marinebomber die US-Landungsflotte in der Rio Bay: US-Admiral Callaghan leitete die Seeoperation, die aus der 49. US-Zerstörerflottille und bisher zwei weiteren gesichteten Landungsflottillen bestand.

Gegen 4 Uhr in der Frühe am 6. Februar flogen dann erstmals die Sturzkampfbomber ihre Angriffe auf die Schiffe. Den ganzen Tag lang stürzten sich die Piloten mit ihren Maschinen auf ihre fast wehrlose Beute vor der Küste. Allerorten spritzten Wassersäulen empor oder schlugen Bomben auf Schiffdecks und explodierten. Landungsboote kenterten oder brannten lichterloh, da sie hölzerne Rümpfe besaßen. Der ganze Küstenabschnitt vor Rio de Janeiro kam einem Inferno nahe. Doch die Schützenhilfe aus der Luft vermochte nicht zu verhindern, dass gegen 17 Uhr die 40. Infanteriedivision aus der Küstenverteidigungslinie geworfen wurde.

Gegen 20 Uhr hatten die 136 argentinischen Stukas und Marinebomber alle fünf Schiffe der 49. US-Zerstörerflottille versenkt. Am 7. Februar gelang es der argentinischen Luftwaffe auch noch die US-Landungsflottille „Maria Mitchell“ zu vernichten, so dass das US-Korps soweit geschwächt sein würde, dass uns wohl mit den vorhandenen Küstenverteidigungskräften ein Gegenangriff gelingen könnte. Zu diesem Zweck wurde der in Sao Paulo stehenden 31. Infanteriedivision 75 Tonnen Nachschub und Munition ausgegeben und der Vormarsch nach Rio de Janeiro befohlen.

Als am 8. Februar die 42. US-Infanteriedivision unter dem Kommando von General Truscott in Rio de Janeiro einen Brückenkopf eingerichtet hatte, unterstützte die 29. Infanteriedivision von Vitória aus den Angriff der argentinischen 31. Division.

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Bild 303: US-Brückenkopf in Rio de Janeiro (08.02.1945)

Luftwaffenmarschall Parodis Sturzkampfbomber setzten ihre Angriffe in der Rio Bay auf US-Admiral Halls 26. Zerstörerflottille sowie zweier Transportflottillen unvermindert fort. Ein Abbruch der Schiffsangriffe schien wenig ratsam, da die Stukas keinen Zerrüttungsangriff von Sao Paulo auf Rio de Janeiro durchführen konnten.

Aber die argentinische Armee schaffte es alleine den Sieg über den US-Brückenkopf in Rio de Janeiro zu erringen. Gegen 15 Uhr ging die stark gelittene 42. US-Infanteriedivision in argentinische Kriegsgefangenschaft, während die Stuka-Piloten weiter vor der Küste patrouillierten.

Am 11 . Februar gelang es diesen unermüdlichen Fliegerpiloten die 35. US-Transportflottille in den North Argentine Plain vor Rio de Janeiro zu versenken. Und endlich, am 17. Februar erreichte die 31. Infanteriedivision Rio de Janeiro und säuberte diese von den letzten Verteidigern. Ein neues Küstenabschnittskommando 41 wurde eingerichtet. Schon einen Tag später standen die Maschinen des V. und II. Fliegerkorps wieder auf den Flugfeldern rund um Rio de Janeiros.

Als am 19. Februar auch noch die 40. Infanteriedivision Sao Paulo erreicht hatte und damit die ostbrasilianische Küstenlinie wieder durchgängig besetzt war, atmeten wir in Buenos Aires erleichtert auf. Präsident Ortiz schien sichtlich zufrieden, wie die argentinische Küstenverteidigung im Zusammenwirken mit der Luftwaffe dem Feind empfindliche Verluste beifügt hatte.

Ich dagegen betrachtete die Lage nüchterner: Wir benötigten erhebliche Verstärkungen, um jede Division auf volle Stärke zu bringen. Jeder Luftstützpunkt an der Küste war unzureichend gedeckt und konnte durch einen energischen Heerführer jederzeit wieder genommen werden. Solange die Operation „Pekari“ noch lief, standen uns keine Reserven zur Verfügung, um weitere Einbrüche in die Küstenlinie abzuriegeln. Und zu allem Überdruss gab es Generäle, die scheinbar die gesamte strategische Planung durcheinander bringen konnten, indem sie die Befehlskette ungestraft durchbrechen konnten.

Es sollte nicht lange dauern, bis die nächste Krise bevorstand.
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Angriff in den Anden! - Kapitel 26

Beitragvon Claus E. Witz » 30. April 2014 23:57

Georgetown für Rio (Teil 2)
Februar 1945)

Im Februar 1945 besetzte das Deutsche Reich Vichy-Frankreich. Damit gestand man ein, dass Nordafrika verloren gegeben wurde, obwohl noch über 300.000 Italiener in Libyen standen und Tripolis und Homs standhaft verteidigten. Doch dieser ferne Kriegsschauplatz berührte uns in Argentinien nicht. Wir standen vor unseren eigenen Herausforderungen.

Am 11. Februar erreichte General Perons XIV. Armeekorps völlig erschöpft Boa Vista. Lediglich die 13. Infanteriedivision besaß noch einen nennenswerten Kampfwert mit einem Organisationsgrad von 11 Prozent. Und trotzdem konnte sich das Korps nicht ausruhen, denn kaum hatten die fußkranken Infanteristen ihre Biwaks eingerichtet, griff General Slim von Cuyuni aus mit der 58. und 36. (brit.) Infanteriedivision die in Georgetown stehende 7. Gebirgsjägerdivision an. Eine Stunde später um 11 Uhr trieb General Peron seine Männer wieder an, um zusammen mit dem Gardekorps einen Flankenangriff auf die britischen Streitkräfte auszuführen. Gleichzeitig unterstützten das IV. und III. Fliegerkorps von Georgetown aus die Operation mit Zerrüttungsangriffen.

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Bild 304: Kampf um Georgetown (11.02.1945)

Nach dreistündigem heftigem Kampf waren die britischen Streitkräfte in Guyana besiegt und die 58. und 36. (brit.) Infanteriedivision gingen in argentinische Kriegsgefangenschaft.

Doch kaum war der Sieg errungen, wendete sich General Peron nach Osten um die letzten britischen Truppen in Südamerika anzugreifen. Zunächst flogen das III. und IV. Fliegerkorps Zerrüttungsangriffe auf die in Macapá unter Generalleutnant Parham stehende 19. (indische) Infanteriedivision. Die Stukas flogen pausenlos ihre Angriffe, bis am 15. Februar die 19. Division völlig zermürbt nur noch einen Organisationsgrad von 12 Prozent hatte. Dann unterstützte das XIV. Armeekorps das Gardekorps bei seinem Angriff auf Macapá. Parhams Division floh sofort in den Dschungel und wurde von den Stuka-Piloten verfolgt. Am 21. Februar hatte die 19. (indische) Infanteriedivision aufgehört zu existieren.

Sofort wandten sich Luftwaffengeneral Ojedas Sturzkampfbomber weiter nach Süden und bombardierten ab dem 25. Februar General Anders 44. und 78. (brit.) Infanteriedivision, die in der sich schließenden Falle in Santarém festsaßen. Doch würde das Gardekorps einen ganzen Monat brauchen, um den Kessel zu schließen. Es war fraglich, ob uns diese Zeit blieb.

Inzwischen waren am 19. Februar die Ersatz-Brigade 13 und die Sturmbrigade 14 in Porto Velho eingetroffen, um der 3. Armee den Rücken mit freizuhalten. Als Konsequenz daraus ergab sich, dass Rio de Janeiro angegriffen wurde. Ein erster Angriff – ich berichtete bereits – konnte abgewehrt werden. Doch nun geschah die befürchtete Katastrophe.

Am 21. Februar begann gegen 14 Uhr eine weitere, noch ausgedehntere Landeoperation in Rio de Janeiro durch US-General Devine mit einer Panzer-Armee, die aus der 30., 27., 11., 2. und 48. Panzerdivision bestand. Die argentinische 31. Infanteriedivision, die die Stadt verteidigen sollte, war diesem Ansturm an fünf Stränden gleichzeitig nicht gewachsen.

Gegen 18 Uhr fand die erste Luftunterstützung durch die argentinischen Sturzkampfbomber statt und es gelang die US-Transportflottille „Antonin Dvorak“ samt der 100 Panzer der 30. US-Panzerdivision zu versenken. Am 23. Februar bohrte sich die 6. US-Zerstörerflottille in den Meeresgrund. Am 24. Februar setzte sich der Erfolg der Stuka-Piloten fort, indem sie die US-Transportflottille „Carter Braxton“ mit der 27. US-Panzerdivision versenkten.

Doch der Feind blieb hartnäckig und besetzte eine Stunde später mit der verbliebenen 2., 48. und 11. US-Panzerdivision die strategisch wichtige Stadt Rio de Janeiro. Zwar konnte die argentinische Luftwaffe aus der US-Landungsflotte bei ihrem Rückmarsch noch die Transportflottille „T. Sherman“ vernichten, aber die wichtigen Flugfelder der Stadt waren verloren.

Präsident Ortiz fluchte unverhohlen während der Kabinettssitzung, als diese schlimme Nachricht eintraf. Wie es angehen könne, dass die Verteidiger der Stadt so schlecht aufgestellt waren. Die argentinische Luftwaffe könne ja nicht alleine „die Kastanien aus dem Feuer holen“. Der Präsident fluchte und schimpfte noch lange über dieses „grobe Missgeschick“, wie er sich ausdrückte. Die Operationsplanung musste mehrere kostbare Stunden unterbrochen werden. Niemand wagte es, ihm zu sagen, dass er den Befehl unterzeichnet hatte, der zum Abzug der Ersatz-Brigade 13 aus der Stadt geführt hatte.

Bereits einen Tag später, am 25. Februar, wagte das US-Panzerkorps einen Ausfall aus seinem Brückenkopf und griff Richtung Süden Sao Paulo an. Gmj d.R. Pontevedra verteidigte mit der 40. Infanteriedivision diesen Küstenstreifen. Vorkehrungen zum Flankenschutz am linken Flügel waren kaum getroffen worden. Das nächtliche Gefecht dauerte die ganze Nacht bis in die frühen Morgenstunden. Doch trotz der Verstärkung durch ein Panzerabwehrregiment musste sich die Division noch weiter nach Süden absetzen. Unverzüglich wurden auch die Flugfelder in Sao Paulo geräumt. Das II. und V. Fliegerkorps wurden nach Porto Alegre zurückverlegt und das Küstenfliegergeschwader 91 wurde nach Montevideo befohlen.

Nun waren es bereits drei US-Brückenköpfe in Brasilien und ein britischer Verband im Amazonasgebiet die uns Kopfschmerzen bereiteten. Mein Ministerium konnte zusammen mit der Firma YPF die „landwirtschaftliche Produktion“ entwickeln und die Fábrica Militar de Pólvo mit dem Konzept einer „halbmodernen Infanteriedivision“ beauftragen. Auch unsere Methoden für die Ausbildung hin zu einem Berufsheer (Erfahrung +20 %, Organisation +10, Modernisierungszeit +10 )% war eher eine erhoffte mittelfristige Verbesserung unserer Lage.

Doch wie sollte es weitergehen an der Brasilienfront? Die Reserve bestand aus einer neuen Infanteriedivision, die Anfang März bereitstünde. Sollten wir unsere Streitkräfte in Georgetown verstärken oder einem befürchteten US-Vorstoß längs der brasilianischen Küste entgegentreten? Der Planungsstab war unentschlossen, welcher Weg der strategisch bessere sein würde.
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Beitragvon Claus E. Witz » 20. Mai 2014 00:14

Im Abwehrkampf um Sao Paulo
(März 1945)

Anfang März durfte ich einer Generalstabsbesprechung beiwohnen, in der es um die Grundsätze der Küstenverteidigung ging. Armeechef Manuel Savio führte aus, dass die Küstenverteidigung nicht allein Aufgabe des Heeres sein könne, feindliche Landungen zu vereiteln. Ich musste im beipflichten, als er darauf hinwies, dass unsere Menschenreserven erschöpft waren und wir uns auf Schwerpunkte in der Verteidigung beschränken mussten, statt eine große Zahl an kampfkräftigen Divisionen untätig „an Badestränden plantschen“ zu lassen.

In erster Linie sollten nun strategisch wichtige Flughäfen gut gesichert werden, von denen aus die Luftwaffe Landungsflottillen abfangen sollte, bevor diese in Strandnähe kämen. Die weiteren Strände sollten nach operativer Wichtigkeit beurteilt und je nachdem mit Infanteriedivisionen verteidigt oder von Ersatz-Brigaden hinhaltend verteidigt werden. Einzelheiten sollte der gemeinsame Planungsstab von Luftwaffe und Heer erarbeiten.

Aus dieser Sitzung ergab sich, dass das verloren gegangene Rio de Janeiro als auch Georgetown neben Santiago und Porto Alegre als strategisch wichtige Küstenstädte eingestuft wurden, die es zu halten oder wieder zurückzuerobern galt. Dieser Konsens im Generalstab führte dazu, dass General Perons Anforderung nach weiteren Truppen zur Besetzung Guyanas Küste abschlägig beschieden wurde. Generalstabschef Carlos O. Marquez gab deutlich zu verstehen, dass die 3. Armee mit keinen weiteren Truppen rechnen konnte, um die im Amazonasdschungel verbliebenen britischen Streitkräfte zu vernichten.

Daraufhin setzte General Peron die 32. Infanteriedivision vom XIV. Armeekorps in Marsch, um Georgetown zu sichern. Die Division musste dabei ihre Artillerie abgeben, um die Abwehrfront gegen den US-Brückenkopf in Rio de Janeiro zu stärken. Gleichzeitig marschierte das IV. Gebirgsjägerkorps von Georgetown los, um die Gebirgszüge von Cuyuni vor neuen feindlichen Anlandungen zu schützen.

Am 7. März erreichte die 32. Infanteriedivison Georgetown und Generalmajor d.R. Batista übernahm das Kommando für diesen Küstenabschnitt. Einen Tag später erreiche Generalleutnant Florit mit seinen Gebirgsjägern Cuyuni und eroberte ein in Höhlen verstecktes britisches Nachschublager mit über 150 Tonnen Nachschub und weiteren Rohstoffen.

Während die 3. Armee die Küstenlinie Guyanas weiter besetze, starteten bereits die Sturzkampfbomber vom wieder instandgesetzten Flughafen in Georgetown und griffen in der ersten Märzwoche die in Santarém eingekreisten britischen Streitkräfte, die 44. und 78. (brit.) Infanteriedivision, mit Zerrüttungsangriffen an.

Am 9. März verlegten das IV. und III. Fliegerkorps ihre Zerrüttungsangriffe nach Rio Branco an die Nordandenfront. Hier erlitt die angeschlagene 164. US-Infanteriedivision ab dem 11. März schwere Verluste durch Bodenangriffe. Schließlich gelang es den Stuka-Piloten am 22. März die 164. US-Infanteriedivision auseinanderbrechen zu lassen. Damit war einmal mehr eindrucksvoll bewiesen, dass die Luftwaffe höchst effektiv in die Kämpfe eingreifen konnte, ohne dass argentinische Bodentruppen eingesetzt werden mussten.

Während die 3. Armee weiterhin auf dem, wenn auch verlangsamten Vormarsch war, sahen wir uns gezwungen, an der brasilianischen Küste eine Verteidigungslinie aufzubauen und Rio de Janeiro so schnell wie möglich zurückzuerobern. Für die Ausgangsbasis wurde das schon in der Vergangenheit hart umkämpfte Hochplateau von Curitiba ausgewählt.

Generalleutnant Vieyra Spangenberg wurde bereits am 1. März vom Küstenabschnittskommando 32 in Puerto Montt abberufen, um in Curitiba das Küstenabschnittskommando 23 mit der 42. Infanteriedivision zu übernehmen. Er sollte an dieser Stelle die Gebirgspässe schließen und die 31. Infanteriedivision unter Generalleutnant Vacca aufnehmen, die sich in einem Rückzugsgefecht gegen die 2. und 48. US-Panzerdivision befand. Dieser Verband hatte sich von Rio de Janeiro kommend bereits Sao Paulos bemächtigt und drückte nun weiter Richtung Süden.

Am 9. März konnte ich die fertig ausgebildete 46. Infanteriedivision in Marsch setzen, die zusammen mit dem von der 3. Armee abgegebenen Artillerieregiment das Küstenabschnittskommando 23 mit der 42. Infanteriedivision weiter verstärken sollte.

Als sich am 13. März die 31. Infanteriedivision ebenfalls nach Curitiba gerettet hatte, übernahm der angriffslustige Generalleutnant Vacca das Kommando über die vereinigten Küstenabschnittskommandos 23 und 41, das in XVI. Armeekorps umbenannt wurde. Unverzüglich setzte er das Korps wieder in Marsch Richtung Sao Paulo.

Kaum hatten am 17. März die Panzerspitzen der 11. US-Panzerdivision unter Generalleutnant Brooks Sao Paulo besetzt, griff Luftwaffengeneral Zanni mit dem II. und V. Fliegerkorps in das Geschehen ein. Die 183 Sturzkampfbomber starteten von Porto Alegre aus ihre Zerrüttungsangriffe auf den Feind.

Schon einen Tag später, am 18. März hatte das XVI. Armeekorps den überraschten Feind geschlagen und überschritt am darauf folgenden frühen Morgen gegen 4 Uhr die Stadtgrenze. Doch schon eine Stunde später setzten die US-Amerikaner ihre Reserven ein und schickten die 31. US-Infanterie- und 2. US-Panzerdivision unter dem Kommando von Generalleutnant Lemnitzer ins Gefecht. Mit Mühe gelang es dem XVI. Korps den Gegenangriff, der bis 13 Uhr anhielt, abzuweisen. Doch die Gauchos konnten kaum Luft holen, als schon zwei Stunden später ein zweiter Gegenangriff der verbissen kämpfenden GIs begann. Nach sieben Stunden blutigen Ringens hatten die 2. und 48. US-Panzerdivision das XVI. Armeekorps geschlagen. Das Korps setzte sich im Schutze der Dunkelheit Richtung Curitiba ab, nicht zuletzt, weil die Luftunterstützung ausgeblieben war.

Erst als erneut US-Truppen Sao Paulo besetzt hatten, konnten die Sturzkampfbomber wieder in die Kämpfe eingreifen. Doch war der Verschleiß an Mensch und Material so groß, dass am 26. März das Schlachtgeschwader 22, das nur noch aus elf einsatzfähigen Maschinen bestand, aus der Front gezogen werden musste. Jetzt musste das V. Fliegerkorps seine Bodenangriffe gegen die sich zurückziehende 11. US-Panzerdivision in Sao Paulo alleine fortsetzen, konnte den Verband jedoch nicht mehr in Gänze zerschlagen.

Als am 28. März die 2. und 48. US-Panzerdivision unter General Devine Sao Paulo erneut besetzt hatten, war der Verlust der Stadt samt seiner Fliegerhorste nicht mehr umzukehren: Das XVI. Armeekorps war geschlagen und die Luftwaffe war am Ende ihrer Kräfte.

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Bild 305: Die Kämpfe um Sao Paulo (30.03.1945)

Es war ein bitterer Moment für uns in Buenos Aires, als Generalleutnant Vacca meldete, dass er in die Verteidigung übergehen müsse, bis er Verstärkungen erhalten würde. – Noch wussten wir nicht, woher wir diese Truppen nehmen sollten und keiner mochte diese Wahrheit gegenüber den Frontoffizieren oder gar Präsident Ortiz aussprechen. Dieser forderte nur immer wieder die Vollzugsmeldung der Rückeroberung Rio de Janeiros ein. Fast schien es, dass der Präsident an Realitätsverlust litt.
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Angriff in den Anden! (HoI2 Argentinien 1936 AAR)
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Angriff in den Anden! - Kapitel 26

Beitragvon Claus E. Witz » 4. Juni 2014 22:27

Die Zerschlagung der britischen Streitkräfte
(April 1945)

Anfang April mahnten die Generalstabschefs Feldmarschall Farrell Plaul und General Peron zur Eile an: Die 3. Armee sollte so schnell wie möglich die Operation „Pekari“ abschließen und die letzten britischen Bodentruppen in Südamerika vernichten und die Küste Guyanas besetzen, um dann einen neu etablierten US-Brückenkopf in Marajó zu beseitigen. Die dann freiwerdenden Streitkräfte sollten schlussendlich das strategisch wichtige Rio de Janeiro zurückerobern. Feldmarschall Farrell Plaul wies darauf hin, dass für diese Aufgabe die Heeresgruppe Nord hohe Risiken eingehen musste, die neue Krisenherde heraufbeschwören konnte, woraufhin die Generalstabschefs auf die strategische Bedeutung von Georgetown und Rio de Janeiro hinwiesen. „Alles Weitere würde sich dann fügen“, so der Kommentar aus Buenos Aires.

Unverzüglich setzte General Peron am 1. April um 1 Uhr das in Porto Velho sichernde III. Gebirgsjägerkorps in Marsch, um den britischen Kessel in Cuiabá von Süden her enger zu schnüren. Gegen 6 Uhr erreichte das von Boa Vista kommende Gardekorps Macapá und vollendete die Einkesselung der britischen Truppen unter dem Kommando von Anders. Die Gardedivisionen entdeckten die britische Nachschubbasis, die in einem versteckten Seitenarm des Amazonasdeltas angelegt worden war und erbeuteten über 250 Tonnen Nachschub. Die eingeschlossene 78. und 44. (brit.) Infanteriedivision litten von nun an der mangelhaften Versorgung und wagten es nicht mehr, in die Offensive zu gehen.

Schon am Folgetag am 2. April um 11 Uhr griff das Gardekorps, unterstützt durch General Perons XIV. Armeekorps Santarém an. Das in Georgetown stationierte III. und IV. Fliegerkorps unterstützte mit Zerrüttungsangriffen die Bodentruppen beim Vormarsch Richtung Süden.

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Bild 306: Der Kessel von Santarém (02.04.1945)

Bis 17 Uhr hatte Anders über 700 Mann verloren. Ihm blieb nur die Flucht Richtung Süden, in der Hoffnung, Fühlung mit den US-Truppen in Rio de Janeiro aufnehmen zu können. Doch die argentinischen Sturzkampfbomber unter seinem Kommandeur Luftwaffengeneral Ojeda verfolgten den weichenden Feind mit verheerenden Bodenangriffen.

Am 3. April brach das Gardekorps den Vormarsch in den Kessel von Santarém ab. Stattdessen wurde der kampfstarke Verband strategisch nach Marabá verlegt. Das XIV. Armeekorps, das das Gardekorps unterstützt hatte, musste die 25. Infanteriedivision abgeben, die nach Cuyuni zur Küstenverteidigung an der Grenze zu Venezuela befohlen wurde. Das Artillerieregiment wurde zuvor der Division ausgegliedert. Nun machte sich auch das Heeresgruppenkommando Nord selbst auf den Weg nach Santarém, um den britischen Kessel zu beseitigen und den danach geplanten Angriff auf den US-Brückenkops in Marajó zu unterstützen.

Während sich die 3. Armee langsam nach Osten bewegte und dabei Truppen für die Küstenverteidigung Guyanas abgeben musste, zeigte sich, wie gefährdet dieser Küstenabschnitt war. Am 7. April wurde die 7. Gebirgsjägerdivision, die in Cuyuni aufgefrischt und auf volle Mannstärke gebracht worden war kurz vor Mitternacht durch US-amerikanische Landungstruppen angegriffen. US-General Truscott führte die 30., 180. und 170. US-Infanteriedivision an und lies seine Soldaten gegen die Steilküste anrennen.

Sofort ging der Befehl an das III. und IV. Fliegerkorps ihre Angriffe in den britischen Kessel zu unterbrechen und der 7. Gebirgsjägerdivision im Abwehrkampf mit Schiffsangriffen zur Hilfe zu eilen. Zunächst sichteten am 8. April die Stuka-Piloten die 37. US-Transportflottille unter US-Admiral Syfret in der Bay of Guyana und beschoss die angreifenden Landungsboote. Doch auch ohne die Unterstützung aus der Luft konnten am 9. April die US-Landungstruppen von den Gebirgsjägern abgewehrt werden. Die US-Schiffe zogen sich zurück, wurden aber an den darauffolgenden vier Tagen von den argentinischen Sturzkampfbombern verfolgt. In den Fliegerangriffen versenkten die argentinische Luftwaffe die „Molly Pitcher Flottilla“, die 31. US-Transportflottille, die „Roger Sherman Flottilla“ sowie die „John Deere Flottilla“ mit über 40 Landungsschiffen und unzähligen kleineren Landungsbooten. Im Meer schwammen mehr tote US-Infanteristen und Matrosen als Fische, erzählte man sich später.

Als am 12. April gegen 2 Uhr die Piloten des III. und IV. Fliegerkorps keine Schiffsbewegungen mehr meldeten, erging der Befehl, die Bodenattacken auf britische Streitkräfte in Santarém fortzusetzen. Zehn Stunden später wurde die britische 44. Infanteriedivision als vernichtet gemeldet. Mit knapper Not erreichten am 14. April die Überlebenden der 78. (brit.) Infanteriedivision unter Anders Cuiabá und brachten sich damit aus der Reichweite der Stuka-Angriffe. Aber auch hier bedrängte von Südwesten aus die 5. Gebirgsjägerdivision den Tommy und Anders wandte sich wiederum Richtung Norden, um im Dickicht des Dschungels sich zu verstecken. Am 17. April war der Kessel, als das III. Gebirgskorps mit der 5. Gebirgsjägerdivision Cuiabá besetzte, verkleinert worden. Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis der letzte britische Soldat sich ergeben sollte.

Die Sturzkampfbomber in Georgetown, die inzwischen ohne Aufgabe waren, flogen am 14. April erstmals wieder einen Zerrüttungsangriff auf Tefé und entdeckten die Gefahr, die im Dschungel lauerte: US-Feldmarschall Patton [OD, TR, PK, F5, E73] hatte hier eine Armee zusammengezogen, die aus der 169., 59., 4., 1., 45. und 24. US-Infanteriedivision sowie zweier Flakbrigaden und einer Artilleriebrigade bestand. Hier braute sich etwas zusammen und gefährdete die schwache Verteidigungslinie am Amazonas.

Trotzdem beschloss das argentinische Oberkommando die 3. Armee weiter nach Osten zu verlegen und die Küste Guyanas zu besetzen. Am 14. April erhielt Generalleutnant Florit den Befehl, mit seinem IV Gebirgsjägerkorps nach den so erfolgreichen Abwehrkämpfen in Cuyuni über Georgetown weiter an der Küste nach dem unverteidigten holländischen Paramaribo zu marschieren. Die Gebirgsjäger wurden am 16. April durch die 25. Infanteriedivision unter Generalmajor d.R. Bilbao abgelöst, die sich eiligst daran machte, die Küstenbefestigungen instandzusetzen. Bereits am 17. April sah man das IV. Gebirgsjägerkorps durch Georgetown marschieren, um die Stadt wohlgeordnet Richtung Osten zu verlassen.

Noch am selben Tag wurde das Küstenkommando 6 (Guyana) gebildet, dem zunächst nur die 25. Infanteriedivision in Cuyuni (Küstenabschnittskommando 61) und die 32. Infanteriedivision in Georgetown (Küstenabschnittskommando 62) unterstanden. Schon bald sollten Ersatz-Brigaden die Küstenverteidigungslinie nach Osten hin verlängern, sofern dies die Entwicklung der Lage es zuließ. Dazu wurde bereits die 13. Infanteriedivision von Boa Vista an den Amazonasfluss in Porto Velho strategisch verlegt, um zwei Ersatz-Brigaden abzulösen.

Ebenfalls am 17. April erreichte das Gardekorps unter Generalleutnant Mendenez Marabá und vereinigte sich mit der Armee-Abteilung Pistarini. Das XIII. und XVII. Armeekorps ging damit wieder in der 3. Armee auf. Es sollten später im Kern diese fünf Divisionen den Sturm auf den US-Brückenkopf in Marajó wagen. Doch zunächst brachen die US-Truppen in Rio de Janeiro aus ihrem Brückenkopf aus und uns zwangen uns weiter zur Eile.
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Angriff in den Anden! - Kapitel 26

Beitragvon Claus E. Witz » 23. Juni 2014 00:25

Die 3. Armee auf dem Vormarsch nach Osten
(April 1945)

Während die 3. Armee in Guyana und am Amazonas die Briten vernichtend schlagen konnte, erstarkten die US-amerikanischen Streitkräfte in ihren Brückenköpfen längs der brasilianischen Küste. Am 6. April nahm US-Generalleutnant Watson mit der 48. US-Panzerdivision Campinas ein und stieß bis zu den Ufern des Paranaibas vor. Wenig später setzten die ersten Zerrüttungsangriffe des argentinischen V. und II. Fliegerkorps ein und versetzten die nordamerikanischen Panzerfahrer in Angst und Schrecken. Innerhalb eines Tages war die 48. US-Panzerdivision so in ihrer Organisation zerrüttet, dass am 7. April Generalleutnant Vacca dem XVI. Armeekorps den Angriffsbefehl geben konnte. Binnen vier Stunden befanden sich die Stahlkolosse auf dem Rückzug, hartnäckig verfolgt von argentinischen Stuka-Piloten.

Als sich am 11. April die 48. US-Panzerdivision nach Sao Paulo gerettet hatte, folgten wiederum Zerrüttungsangriffe der Sturzkampfbomber auf US-General Devines Panzerkorps, das neben der 48. noch aus der 6. und 2. US-Panzerdivision bestand.

Generalleutnant Vacca verlangte dringend Verstärkungen, um Sao Paulo zurückerobern zu können, doch schlug ihm dies der Generalstab aus: Er sollte sich auf die Verteidigung der Gebirgsstellungen in Curitiba beschränken und mit Ausfällen den Feind beschäftigen bis die 3. Armee herangeführt werden konnte. Als einzige Verstärkung erhielt am 13. April die 31. Infanteriedivision vom XVI. Armeekorps in Curitiba ein von General Peron freigegebenes Artillerieregiment.

Am 19. April befahl US-General Devine den Brückenkopf von Rio de Janeiro Richtung Norden auszuweiten. Um 5 Uhr, noch vor dem Morgengrauen, griff US-Generalleutnant Brook mit der 11. und 6. US-Panzerdivision sowie der 31. und 29. US-Infanteriedivision die schwachen argentinischen Verteidigungsstellungen in Vitoriá an. Hier stand die 29. Infanteriedivision unter Generalmajor d.R. Gravina auf verlorenem Posten.

Unverzüglich wagte Generalleutnant Vacca einen Entlastungsangriff mit den treuen Kämpfern seines XVI. Armeekorps von Curitiba auf Campinas und konnte den Feind überraschen. Nach nur einer Stunde war der Sieg errungen.

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Bild 307: Ausbruch der US-Truppen aus dem Rio de Janeiro-Kessel (19.04.1945)

Doch die nordamerikanische Übermacht war einfach zu groß: US-General Devine hatte inzwischen Verstärkung bekommen und verfügte alleine in Sao Paulo mit der 2., 11. und 48. US-Panzerdivision sowie der 168., 171. und 29. US-Infanteriedivision über zwei kampfstarke Korps. US-Generalleutnant Blackeley hatte inzwischen die 6. US-Panzerdivision nach Campinas geführt und die Geländegewinne behauptet. So war die Schlacht um Campinas am 21. April verloren gegangen.

Am 22. April folgte der nächste Paukenschlag: US-Feldmarschall Clark [OD, F4, E26] griff mit der 5., 8. und 198. US-Infanteriedivision vom Brückenkopf in Recife Fortaleza an. Auch an diesem Frontabschnitt waren die argentinischen Streitkräfte hoffnungslos unterlegen. Als die argentinische 4. Infanteriedivision aus Salvador südlich von Recife gegen 2 Uhr eingreifen wollte, setzte US-Feldmarschall Clark seine Reserve, bestehend aus der 28., 175. und 190. US-Infanteriedivision, ein. Um 6 Uhr muss die 4. Infanteriedivision unter Generalmajor Brinzoni den Entlastungsangriff abbrechen. Um 13 Uhr befand sich die 12. Infanteriedivision auf der Flucht nach Goias und räumte Fortaleza.

Am 25. April war schlussendlich auch Vitória nördlich von Rio de Janeiro in US-amerikanischer Hand und es war nur eine Frage der Zeit, wann sich die beiden US-Brückenköpfe vereinigen würden.

Während die Kämpfe in Brasilien und Guayana andauerten, fiel die Hilfe meines Wehrwirtschafts- und -forschungsministeriums bescheiden aus. Abgesehen von ein paar Verstärkungen für die besonders geschwächten Divisionen konnte am 15. April lediglich das Sturzkampf-Lehr-Geschwader 20 mit 100 neuen Maschinen aufgestellt werden. Dieses Geschwader hatte die Aufgabe, Sonderaufträge auszuführen oder gegebenenfalls die Fliegerkorps zu unterstützen. Der dem Oberkommando der argentinischen Luftwaffe (OKAL) direkt unterstellte Lehrverband wurde von Generalmajor Maurinio kommandiert.

Bis zum 22. April hatte das Geschwader zunächst alle Flughäfen und Fliegerhorste inspiziert und die Reichweiten für Sturzkampfbomber ermittelt und wurde nun in Asunción stationiert, um sich auf den Angriff auf die letzten versprengten britischen Truppen vorzubereiten.

Hier ein Auszug aus dem Abschlussbericht der Mission:

Bild
Bild 308: Reichweite argentinischer Sturzkampfbomber (22.04.1945)

Reichweiten Stuka(III):
Name des Flugplatzes (momentane Größe, maximale Größe): erreichbare Regionen
La Paz (4,00/4): La Paz, Asunción, Chile, Lima, Westküste Perus
Santiago (4,00/4): Chile, Niederargentinien, Oberargentinien, Westküste Chiles
Asunción (4,00/4): Asunción, Mato Grosso, Oberargentinien
Bahia Blanca (3,00/3): Niederargentinien, Oberargentinien, La Plata
Buenos Aires (3,00/3): Oberargentinien, La Plata, Küste Uruguays
Georgetown (4,00/4): Guyana, Manaus, Küste Guyanas
Porto Alegre (4,00/4): La Plata, Sao Paulo, Oberargentinien, Küste Uruguays
Montevideo (1,00/1): La Plata, Sao Paulo, Küste Uruguays

In dem Abschlussbericht wurde uns deutlich vor Augen geführt, dass die argentinische Luftwaffe den Nordosten Brasiliens nicht beherrschen konnte ohne im Besitz von Rio de Janeiro zu sein. Strategisches Ziel musste es weiterhin sein, wieder die Flugplätze und Fliegerhorste der ehemaligen brasilianischen Hauptstadt einzunehmen.

Mein Forschungsministerium meldete mir am 20. April, dass Manuel Savio die „komplette Fahrzeug-Reparatur-Organisation“ entwickelt hatte. Die Fabricas CionesMilitares erhielt daraufhin den Auftrag, unsere Artillerieregimenter zur „halbmoderne Feldartillerie“ umzuformen. Auch die „Jagen & Zerstören Gruppen-Doktrin“, die am 26. April durch Hector del Riva umgesetzt werden konnte, stärkte unsere fliegende Truppe weiter [Stuka MaxOrg +10, Stuka Moral +10, Stuka Kosten -0,6 IK]. Jetzt sollte die Firma YPF mit Hilfe einer Blaupause das „Fortschrittliche Konstruktionswesen“ für eine Halbierung der Baukosten für Land- und Küstenbefestigungen ausarbeiten. Dies schien mir eine Möglichkeit, um strategische Plätze in Küstennähe zukünftig noch besser absichern zu können.

Ende April hatte sich die 3. Armee weiter nach Osten verschoben: Am 28. April besetzte Generalleutnant Florit mit dem IV. Gebirgsjägerkorps kampflos das holländische Paramaribo, während einen Tag später Generalleutnant de Olanos III. Gebirgsjägerkorps Goiás erreichte, um den US-Brückenkopf in Rio de Janeiro-Sao Paulo abzuschirmen. Die Gebirgsjäger kümmerten sich nicht mehr um die im Rücken stehenden letzten britischen Truppen unter General Anders. Das Sturzkampf-Lehr-Geschwader 20 bombardierte inzwischen die Überreste der 78. (brit.) Infanteriedivision von Asunción aus, um Erfahrung zu sammeln.

Als am 30. April die 13. Infanteriedivision nach strategischer Verlegung Porto Velo erreichte und Generalleutnant Pistarini mit dem XIV. Armeekorps die Wacht am Amazonas übernahm, kam General Peron zeitgleich in Marabá an und übernahm mit dem XVII. Armeekorps das Kommando der 3. Armee vor Ort vor dem US-Brückenkopf in Marajó.

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Bild 309: Umgruppierung der 3. Armee (01.05.1945)

General Peron meldete uns nach Buenos Aires, dass er binnen vierzehn Tagen den Angriff auf Devers US-Armee wagen wollte, wenn die argentinische Luftwaffe ihm Unterstützung zusichern könne. Präsident Ortiz war sofort Feuer und Flamme für dieses Vorhaben und befahl den Stabschefs alles Erdenkliche zu tun, um den US-Brückenkopf zu beseitigen. Insgeheim fürchtete ich, dass kostbare Zeit verstreichen würde, bis die 3. Armee weiter nach Rio de Janeiro ziehen würde. Aber es stand mir auf meinem Posten nicht zu, Kritik zu äußern. So bereiteten wir uns auf den Generalangriff auf den US-Brückenkopf in Marajó vor.
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Angriff in den Anden! - Kapitel 26

Beitragvon Claus E. Witz » 17. September 2014 23:38

Niederlagen zu Lande, Siege zur See
(Mai 1945)

Während sich alle Augen auf den geplanten Angriff auf Marajó richteten, erging am 1. Mai der Abmarschbefehl an die Ersatz-Brigade 13, die von Porto Velho kommend die Küstenverteidigung von Paramaribo übernehmen sollte. Tags darauf marschierte das IV. Gebirgsjägerkorps von Paramaribo auf das freifranzösische Cayenne los. Die Besetzung der guyanesischen Küste sollte damit bis zum 15. Mai abgeschlossen werden, um der 3. Armee den Rücken freizuhalten.

Zudem vernichtete zur selben Zeit das Stuka-Lehr-Geschwader 20 die letzten britischen Truppen in Cuiabá unter Anders. Das Geschwader kehrte nach Asunción zurück, um sich aufzufrischen. Der Stuka-Lehrverband wurde in Luftwaffen-Lehr-Division umbenannt.

Bereits am 1. Mai zeichnete sich ab, dass die 3. Armee zu schwach war, um den US-Brückenkopf in Marajó einzudrücken. Gegen 2 Uhr nachts griff US-Feldmarschall Devers mit fünf US-Divisionen die in Belém stehenden Ersatz-Brigaden 11 und 12 an. Zeitgleich leitete US-Generalleutnant Farrell einen weiteren Angriff mit der 190. und 28. US-Infanteriedivision von Recife aus auf die in Salvador stehende 4. Infanteriedivision unter Generalmajor Brinzoni ein. An der gesamten brasilianischen Küste wurde das Feuer auf unsere Verteidigungsstellungen eröffnet.

General Peron erkannte sofort, dass ein großangelegter Ausbruchversuch der US-amerikanischen Streitkräfte von statten ging. Peron befahl umgehend die Versorgung der im harten Abwehrkampf stehenden Truppen zu verbessern. Über 800 Tonnen Nachschub und 40 Tonnen Treibstoff gingen an das Gardekorps, das XIII. und das XVII. Armeekorps. Fünf argentinische Divisionen bereiteten sich in Marabá auf den Angriff vor. Weitere 70 Tonnen Nachschub und Munition gingen an die Abwehrfront in Belém. Außerdem begannen das III. und IV. Fliegerkorps, die in Georgetown stationiert waren, mit Zerrüttungsangriffen auf Marajó.

Generalleutnant Martinez, der die Front in Belém befehligte, drängte General Peron, er möge so schnell wie möglich angreifen, da die beiden im Feuer stehenden Ersatz-Brigaden nicht mehr lange standhalten würden. So entschloss sich General Peron, bereits um 3 Uhr mit dem schnellen XIII. Armeekorps einen Entlastungsangriff einzuleiten. Das Gardekorps sowie das XVII. Armeekorps unterstützten den Flankenangriff auf die US-Truppen.

Doch zehn Stunden später ging trotz des Flankenangriffs die Schlacht um Marajó verloren. Im US-amerikanischen Brückenkopf standen zu diesem Zeitpunkt bereits sechs Infanterie- und zwei Panzerdivisionen, zu denen am 4. Mai noch ein weiteres US-Korps mit drei weiteren Infanteriedivisionen hinzustieß.

Am 2. Mai erlahmten auch die in Belém stehenden Kräfte der Ersatz-Brigaden 11 und 12. Der Verband zog sich unter General Martinez umsichtiger Führung nach Goiás zurück. Schließlich befand sich auch die 4. Infanteriedivision in Salvador auf dem Rückzug nach Goiás. Dort warteten schon die schnelle 29. Infanteriedivision und das III. Gebirgsjägerkorps in einer vorbereiteten Auffangstellung. – So hatte sich der geplante Generalangriff in einen allgemeinen Rückzug von den brasilianischen Küsten verwandelt.

Doch die in Brasilien kämpfenden argentinischen Truppen gaben ihren Mut nicht auf. Am 12. Mai erreichte die 12. Infanteriedivision Goiás, die den Kern des neuen alten II. Armeekorps bildete und der 3. Armee unterstellt wurde. Auch die 47. Infanteriedivision wurde am 12. Mai dem II. Armeekorps unter Generalleutnant Anaya eingegliedert. Einen Tag später erhielt die Division von der 45. Infanteriedivision aus Porto Alegre das abgegebene Artillerieregiment.

Die Ersatz-Brigade 13 erreichte am 15. Mai Paramirabo, um das Küstenabschnittskommando 63 in Guyana zu übernehmen. Zeitgleich besetzten Generalleutnant Florits Gebirgsjäger das holländische Cayenne und konfiszierten bedeutende Metallvorräte. Das Heeresgruppenkommando Nord unter Feldmarschall Farrel Plauls Führung hatte inzwischen ebenfalls aufgeschlossen und besetzte nach einem langen Marsch durch den Amazonasdschungel Santarém. Die letzten britischen Widerstandsnester wurden ausgehoben.

Damit war die Operation „Pekari“ endgültig abgeschlossen: Die 3. Armee hatte die Commonwealth-Truppen vom südamerikanischen Festland verdrängt und Guyana besetzt. Doch kaum hatte die 3. Armee Richtung Nordwesten geschaut, hatten US-Streitkräfte die brasilianischen Küsten wieder eingenommen. Jetzt war es an der Zeit, wieder Brasilien zurückzuerobern! Das Heeresgruppenkommando Nord wurde unverzüglich nach Marabá strategisch verlegt, um dem Angriff der 3. Armee neuen Schwung zu geben.

Mit dem Abzug der 3. Armee aus dem Raum Guyana witterte der Feind Morgenluft. Am 12. Mai versuchte US-Generalleutnant Bull mit der 181. und 116. US-Infanteriedivision westlich von Georgetown bei Cuyuni zu landen. Hier verteidigte die 25. Infanteriedivision heldenhaft den felsigen Küstenabschnitt. 80 Tonnen Versorgungsgüter und Munition wurden schnellstens an die Truppe ausgegeben. Das III. und IV. Fliegerkorps stiegen von Georgetown auf, um die argentinischen Bodentruppen aus der Luft zu unterstützen. Es sollte einen ganzen Tag und eine ganze Nacht dauern bis nach heftigem Feuerkampf auf kürzeste Entfernung der Landungsversuch abgewehrt werden konnte.

Insbesondere die Sturzkampfbomber taten sich bei diesen Kämpfen hervor: Am 12. Mai flog zunächst Luftwaffengeneral Ojedas III. Fliegerkorps gegen 14 Uhr einen ersten Luftangriff in der Baja de Marajo gegen die HMS „Trump“, ein schwerer holländischer Kreuzer, der schwer getroffen wurde. Um 16 Uhr folgte ein weiterer Angriff des IV. Fliegerkorps unter dem Kommando von Generalleutnant Verdaguer, das in der Bay of Guyana die US-Transportflottille „Daniel G. Reid“ stellen konnte. Es folgten zwei weitere Angriffswellen. Schließlich wurden am 13. Mai um 15 Uhr alle US-Landungsschiffe, die die Landungstruppe ausbooten sollten, durch die kampferprobten Stuka-Piloten versenkt. Am 14. Mai sichteten die Sturzkampfbomber in der Bay of Guyana die 29. US-Transportflottille, die sich nach dem Abbruch der Landeoperation bereits auf dem Rückzug befand. Die Bombenschäden an den feindlichen Schiffen blieben jedoch gering.

Inzwischen hatten sich die Luftangriffe weiter nach Osten verlagert. US-Admiral Sherman kreuzte am 14. Mai mit einer Flotte bestehend aus sechs US-Transportflottillen vor dem Brückenkopf Marajo. Dieser Verband hatte offensichtlich weitere Truppen nach Marajo geschafft. Tags darauf entdeckte das III. Fliegerkorps im Amazonasdelta eine freifranzösische Flotte bestehend aus zwei leichten Kreuzern, zwei Zerstörerflottillen und zwei U-Boot-Flottillen. Der erste Luftangriff zeigte zu unserer Enttäuschung keine Wirkung.

Am 16. Mai spürten die Stuka-Piloten mehr aus Zufall als durch systematischer Suche in der Bay of Guyana die „3. Light Carrier Division“ auf. Der US-Träger lief ohne Geleitschutz Richtung Osten. Die argentinischen Sturzkampfbomber erkannten ihre Chance und eine Gruppe nach der anderen raste über das Deck des fast wehrlosen Kolosses. Die Bomben der über 140 Maschinen zerstörten zunächst die Startbahn, trafen den Tower und die Geschütztürme. Geparkte Flugzeuge wirbelten durch die Explosionen durcheinander, auslaufendes Flugbenzin entzündete sich. Dann durchschlug eine Fliegerbombe das Deck und verirrte sich in ein Munitionslager im Hangar. Die Explosion war so gewaltig, dass das riesige Schiff angehoben wurde und sofort zur Seite krankte. Die Seeleute purzelten wie Murmeln am schräg liegenden Deck herunter, ehe das Schiff ganz zur Seite kippte und binnen 15 Minuten in den Fluten versank. Stolz verließen die argentinischen Stuka-Piloten das Schlachtfeld.

Nur eine Stunde später wurden weitere vier Torpedoboote der französischen 2. Zerstörerflottille versenkt. Am 17. Mai folgte nach nur zwei Luftangriffen die Versenkung der US-Transportflottille „Mark Hopkins“ in der West Ceara Deep Sea Plain vor Marajó. Es war ein Desaster für die Alliierten, das sich vor der brasilianischen Küste abspielte!

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Bild 310: Die Lage in Guyana (17.05.1945)

Die argentinischen Landstreitkräfte versuchten zur gleichen Zeit, die Front in Brasilien zu stabilisieren. Am 17. Mai marschierte Generalleutnant Florit mit dem IV. Gebirgsjägerkorps von Cayenne nach Macapá, wo sie am 25. Mai ankam, um zur 3. Armee aufzuschließen. Das schnelle XIII. Armeekorps wurde von Marabá der Abmarschbefehl nach Goiás erteilt, um die Frontlinie der 3. Armee nach Süden hin zu verlängern.

Als am 19. Mai die Ersatz-Brigaden 11 und 12 nach ihrem Rückzug von den Küsten Brasiliens Goiás erreicht hatten, wurde die Ersatz-Brigade 11 nach Cayenne strategisch verlegt. Es folgte am 21. Mai die strategische Verlegung der Ersatz-Brigade 12 nach Macapá. Anfang Juni würde die Dislozierung von Truppen zur Küstenverteidigung Guyanas abgeschlossen sein. Das Küstenkommando 4 (Brasilien) war damit aufgelöst und Generalleutnant Martinez [F3, LG] sowie Generalmajor Gio Vanelli [F0, TR] blieben zunächst in der Führerreserve.

Am 24. Mai beendete schließlich die 4. Infanteriedivision ihren Rückzug von Salvador nach Goiás, wo sie dem II. Armeekorps unterstellt wurde. Das Heeresgruppenkommando Nord, das am 25. Mai Marabá erreicht hatte, ging ebenfalls weiter nach Goiás, um einen möglichen Angriff auf die US-amerikanisch besetzten Flugplätze in Rio de Janeiro und Sao Paulo unterstützen zu können. Mit einer Ankunft vor Mitte Juni war jedoch nicht zu rechnen.

Der Mai endete mit einem weiteren großen Sieg über die US-Flotte: Am 29. Mai entdeckten morgens um 7 Uhr Piloten des III. und IV. Fliegerkorps in der West Ceara Deep Sea Plain eine US-Task Force unter dem Kommando von US-Großadmiral King bestehend aus den Schlachtschiffen „USS California“ und „USS Oklahoma“, dem leichten Kreuzer „USS Concord“ sowie der 52. US-Zerstörerflottille. Schon beim ersten konzertierten Angriff wurden die „USS Oklahoma“ und die „USS Concord“ versenkt. Um 14 Uhr war auch die „USS California“ ein brennendes Wrack und die 52. Zerstörerflottille konnte vernichtet werden. 3.000 US-Matrosen hatten ihr nasses Grab gefunden.

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Bild 311: Die 3. Armee in Brasilien (30.05.1945)

Doch die entscheidenden Schlachten mussten an Land ausgefochten werden. Würde die neue Verteidigungslinie halten? Konnte die 3. Armee die strategisch wichtigen Flugplätze rund um Rio de Janeiro zurückerobern? – Dies waren die brennenden Fragen, die wir uns im Kriegskabinett Ende Mai 1945 stellten.
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Beitragvon Claus E. Witz » 27. September 2014 01:20

Die Verteidigungslinie in Guyana
(Juni 1945)

Noch waren die Bereitstellungsräume der 3. Armee zum Angriff auf Rio de Janeiro nicht erreicht und unser Augenmerk im Kriegskabinett lag auf einer stabilen Verteidigungslinie vor Guyana. Der Generalstab zeigte sich besorgt um die US-amerikanische Truppenmassierung in Marajó, östlich des Amazonasdeltas. Auch vor neuen Landungsversuchen mussten wir wachsam bleiben.

Die in Georgetown stationierten Sturzkampfbombergeschwader waren ein scharfes Schwert, um alle Anlandungsversuche und Truppenverstärkungen an diesem Küstenabschnitt zu vereiteln. Im Zeitraum vom 2. bis 16. Juni vernichtete die argentinische Luftwaffe in den Seegebieten West Ceara Deep Sea, Baja de Marajó, Amazonas Delta und der Bay of Guyana die US-Transportflottillen „Maria Mitchell“, „Amy Lowell“, „Carter Braxton“, „Lew Wallace“, „Oliver Elsworth“, „MacDonald“ sowie die 36. US-Transportflottille. Der schwere Kreuzer „USS Richmond“ und die 28. US-Zerstörerflottille konnten ebenfalls in Sturzkampfangriffen mit Wasserbomben versenkt werden.

Mit diesen grandiosen Erfolgen sicherten das III. und IV. Fliegerkorps den Aufmarsch des Küstenkommandos 6 (Guyana). Am 6. Juni wurde die Ersatz-Brigade 11 nach strategischer Verlegung zum Küstenabschnittskommando 64 in Cayenne abkommandiert. Daraufhin wurde das IV. Gebirgsjägerkorps aus der Verteidigungslinie gezogen, um am Angriff auf Rio de Janeiro teilnehmen zu können. Am 10. Juni kam in diesem letzten unbesetzten Küstenstreifen in Macapá die Ersatz-Brigade 12 als Ablösung an.

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Bild 312: Das Küstenkommando 6 (Guyana) (23.06.1945)

Zu unserer Genugtuung entsandte außerdem die deutsche Kriegsmarine vier Wolfsrudel, die im Seeraum der Antillen das Vorfeld überwachten. Mitte Juni schien dieser Abwehrriegel an der Küste Guyanas unüberwindlich zu sein und wir konnten uns auf die Angriffsvorbereitungen auf den US-Brückenkopf in Rio de Janeiro – Sao Paulo konzentrieren.

Bereits am 2. Juni war in Goiás, dem Bereitstellungsraum der 3. Armee, das schnelle XIII. Armeekorps aus Marabá angekommen. Am 12 Juni wurde die 29. Infanteriedivision, die bereits vor Ort war, zusammen mit ihrem Pionierregiment dem XIII. Korps angegliedert. General Peron übernahm am 14. Juni von Generalleutnant von der Becke das Kommando über das XIII. Armeekorps, während Generalleutnant Martinez das für Sicherungsaufgaben zurückgebliebene XVII. Armeekorps in Marabá befehligte.

Die 3. Armee erhielt am 17. und 19. Juni weitere Verstärkungen, als das Gardekorps und das Heeresgruppenkommando Nord mit Feldmarschall Farrell Plaul ebenfalls Goiás erreichten. Mit der Ankunft Generalleutnant Florits IV. Gebirgsjägerkorps am 26. Juni war der Truppenaufmarsch der 3. Armee beendet. Weitere Verstärkungen konnten nicht erfolgen, ohne andere Frontabschnitte noch weiter zu gefährden.

Doch zunächst handelte der Feind und eine US-Infanteriedivision unter dem Befehl von Beddingfield eroberte am 25. Juni Fortaleza. Am 28. Juni stand US-Generalleutnant Milburn mit der 42. US-Infanteriedivision überraschend in Mato Grosso vor den Toren Asuncións. Von dort griff unverzüglich die Luftwaffen-Lehr-Division den Feind mit Zerrüttungsangriffen an. Der Vormarsch konnte gestoppt werden und die 42. US-Division konnte auf einen Organisationsgrad von 11 Prozent gebombt werden.

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Bild 313: Die 3. Armee vor Rio de Janeiro (01.07.1945)

Präsident Ortiz befahl dem Generalstab endlich etwas zu unternehmen und den Feind aus den strategisch wichtigen Flugplätzen rund um Rio de Janeiro und Sao Paulo hinauszuwerfen. Armeechef Manuel Savio war fest entschlossen, dies in die Tat umzusetzen. Doch er fürchtete, dass die Yankees ein anderer Gegner waren als die brasilianische Armee, die sich leicht vor sich hertreiben ließ. – Würde die 3. Armee stark genug sein, um ihren Auftrag auszuführen?
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Angriff in den Anden! - Kapitel 27

Beitragvon Claus E. Witz » 6. Oktober 2014 00:59

Brüchige Küstenlinien
(Juli 1945)

Anfang Juli machte sich der Generalstab Sorgen um die Verteidigung von Asunción. Sollte es den US-Amerikanern gelingen, in die Ebene von Mato Grosso mehr Truppen zu bringen, so würden keine argentinischen Divisionen diesen Angriff auffangen können. Die Garnison von Asunción würde alleine zu schwach sein.

Am 1. Juli griff Generalleutnant de Olano mit der 5. Gebirgsjägerdivision von Goiás die 42. US-Infanteriedivision unter dem Kommando von US-Generalleutnant Milburn an. Unterstützung erhielten die Gebirgsjäger von der 3. Armee in Goiás. Da die US-Amerikaner durch die unentwegten Luftangriffe völlig zerrüttet waren, reichte eine kurze Attacke der argentinischen Elitetruppe und die 42. Division ergriff die Flucht. Das Sturzkampf-Lehr- Geschwader 20 verfolgte den zurückweichenden Feind mit tödlichen Bodenangriffen. – Alle anderen Geschwader waren zum Auffrischen am Boden geblieben.

Am 9. Juli, die 42. US-Infanteriedivision hatte dreiviertel seiner Kampfkraft eingebüßt, eilte US-Generalmajor Ruffner mit der 171. US-Infanteriedivision nach Mato Grosso zur Hilfe. Doch schon nach wenigen Stunden wurden die „Hunderteinundsiebziger“ mit den Flüchtenden fortgerissen. Jetzt zogen sie die Aufmerksamkeit der argentinischen Stuka-Piloten auf sich und hatten erhebliche Verluste hinzunehmen.

Doch erst als am 17. Juli sich das IV. Fliegerkorps, das von Georgetown nach Asunción ausweichen musste – ich werde berichten – mit weiteren 126 Maschinen an den Luftangriffen der Luftwaffen-Lehr-Division teilnahm, gelang am 18. Juli die Vernichtung der 171. US-Infanteriedivision. Nach weiteren drei Luftangriffen war noch am selben Tag die 42. US-Infanteriedivision ebenfalls zerschlagen worden.

Endlich am 20. Juli besetzte das III. Gebirgsjägerkorps unter Generalleutnant de Olano wieder Mato Grosso, während die 29. US-Infanteriedivision weiter versuchte aus der Provinz zu entkommen. Als am 21. Juli überraschend britische Jäger – die RAF Fighter Group No. 230 – über Mato Grosso auftauchten, mussten die argentinischen Sturzkampfbomber Verluste hinnehmen. Zehn Maschinen verlor das Luftwaffen-Lehr-Geschwader, bevor es am 22. Juli gelungen war, auch die 29. US-Infanteriedivision zu vernichten.

Damit stand Generalleutnant de Olano mit dem III. Gebirgsjägerkorps als rechter Flügel der 3. Armee sicher in Mato Grosso. Zudem hatte der Feind ein US-Korps verloren und Asunción war fest in argentinischer Hand. Jetzt konnte Feldmarschall Farrell Plaul den Ring um Rio de Janeiro enger zusammenschließen.

Doch zeitgleich mit diesem Teilerfolg kam es zu einer Wendung, die Präsident Ortiz vor den versammelten Ministern und Generälen toben ließ: Als Vorbereitung auf den Angriff auf Rio de Janeiro wurden die kampfkräftigsten Sturzkampfgeschwader zusammengezogen. Unter anderem wurde bereits am 1. Juli das mit 42 flugtauglichen Maschinen fast kampfunfähige V. Fliegerkorps von Porto Alegre nach Georgetown verlegt, während im Gegenzug die 123 Sturzkampfbomber des III. Fliegerkorps aus der nördlichen Hafenstadt abgezogen wurden. Auch das neu formierte XVIII. Armeekorps wurde mit der jungen 48. Infanteriedivision am 6. Juli in Goiás unter dem Kommando von Generalleutnant von der Becke aufgestellt. Die in Buenos Aires stehende 16. Infanteriedivision musste ihr Artillerieregiment abgeben und verstärkte am 13. Juli die 48. Division.

So kam es, dass keine Reserven bereitstanden, als am 13. Juli morgens um 6 Uhr der Feind eine weitere Landeoperation gegen Georgetown einleitete. Unbemerkt an deutschen U-Bootflottillen und patrouillierenden Stukas vorbei, gelang es US-Generalleutnant Harding N. B. mit der 52. US-Panzerdivision sowie der 36. und 106. US-Infanteriedivision gegen die 32. argentinische Infanteriedivision, die die Stadt und die Flugplätze verteidigte, vorzugehen. Generalmajor der Reserve Quesada ließ 95 Tonnen Nachschub und Munition ausgeben und das IV. Fliegerkorps flog wirkungsvolle Luftangriffe in der Bay of Guyana gegen die „Henry Dodge Flotilla“. Dennoch gelang es dem Feind am 14. Juli in die Verteidigungslinie hinter dem Strand einzubrechen. Die Sturzkampfbomber beharkten pausenlos die wehrlosen Landungsschiffe und versenkten dabei alle zehn Schiffe der „Henry Dodge Flotilla“. Dennoch musste sich die 32. Infanteriedivision Richtung Boa Vista zurückziehen, weil aus den Bäuchen der Schiffe der „David B. Henderson Flotilla“ immer mehr GIs an Land wateten.

Am 15. Juli war die Stadt Georgetown in US-amerikanischer Hand. Ein letztes Mal griffen die argentinischen Bomberpiloten die „David B. Henderson Flotilla“ an und versenkten mit Glück alle Dickschiffe. Doch es war zu spät: Zwei US-amerikanische Divisionen umzingelten die Flugplätze und das Bodenpersonal, das sich, nachdem alles Brauchbare verbrannt oder gesprengt worden war, ergab.

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Bild 314: US-Landung in Georgetown (15.07.1945)

Das IV. Fliegerkorps entkam mit 126 Maschinen nach Asunción – ich berichtete bereits – und das V. Fliegerkorps flog als Reserve nach Montevideo, um mit nur noch 42 Maschinen dort wieder aufgefrischt zu werden.

Präsident Ortiz war so erbost über die Entwicklung der Lage, dass er die kommandierenden Generäle für unfähig erklärte und mit ihrer Entlassung drohte. Es würden sich genug Fähigere finden lassen. Die Generalität sah dies anders, aber schwieg: In der Führerreserve standen nur noch wenige Stabsoffiziere zur Verfügung. Und das Küstenkommando 6 (Guyana) wurde ausschließlich von Reserveoffizieren geführt. Lediglich der Luftschirm über der Küste hatte versagt, so dass der Feind bei Regen und Dunkelheit durchbrechen und an die Küste gelangen konnte.

Wir ließen schweigend das Gewitter des Präsidenten vorüberziehen und ich kam nicht mehr dazu, davon zu berichten, dass die Firma YPF das „Fortschrittliche Konstruktionswesen“ entwickelt hatte, mit der sich Land- und Küstenbefestigungen 50 Prozent schneller bauen ließen. Ich zweigte heimlich geringe Produktionskapazitäten ab, um wenigstens für Buenos Aires einen besseren Schutz zu gewährleisten. Manuel Savio bekam den Folgeauftrag, ein Konzept für die „Frontlinien-Fahrzeug-Reparaturwerkstatt“ für schnellere Reparaturen zu erstellen.

Was konnten wir noch tun? Georgetown und Rio de Janeiro waren in Feindeshand und wir konnten die Besetzung der Küstenstädte nicht verhindern. Immer mehr Luftraum ging verloren. Wie war ein Krieg zu gewinnen, in dem der Feind jederzeit an jeder beliebigen Küste anlanden konnte? Mit Sorge ging ich weiter meinen Tagesgeschäften nach. – Aufgeben? Niemals!
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Angriff in den Anden! - Kapitel 27

Beitragvon Claus E. Witz » 6. Oktober 2014 12:08

Der Angriff auf Vitória und Sao Paulo
(Juli 1945)

Trotz der Rückschläge in Guyana setzte Feldmarschall Farell Plaul seine Operation gegen den US-Brückenkopf Rio de Janeiro – Sao Paulo unbeirrt fort. Das Küstenfliegergeschwader 90 begann am 22. Juli von Montevideo aus mit Angriffen auf Seeziele vor der brasilianischen Küste. Aufgrund der überraschend aufgetauchten britischen Jagdflieger über Mato Grosso hatte Generalleutnant Manni, Kommandeur Jagdfliegerführer 1 mit seinen zwei Jagdgeschwadern den Befehl erhalten, über Sao Paulo die Luftüberlegenheit herzustellen. Jagdfliegerführer 2 wurde nach Asunción verlegt und überwachte diese Region.

Das III. und IV. Fliegerkorps wurden in Porto Alegre zusammengezogen und begannen mit Zerrüttungsangriffen in Sao Paulo. Das II. Fliegerkorps musste hingegen nach Asunción zurückgenommen werden, weil das Schlachtgeschwader 22 nur noch 14 Sturzkampfbomber in die Luft bringen konnte. Der Verschleiß an Mensch und Material war ungeheuer, doch mein Ministerium musste sich in erster Linie auf die Aufstellung neuer Divisionen konzentrieren, um die südamerikanischen Küsten besser verteidigen zu können. – Hier nun sah man die Misere, die sich aus diesem Umstand ergab.

Während die argentinische Luftwaffe im Süden Ablenkungsmanöver durchführte, gab Feldmarschall Farell Plaul am 24. Juli um 11 Uhr an General Peron den Angriffsbefehl, mit der Masse der 3. Armee nach Vitória vorzustoßen. Zuvor waren 965 Tonnen Nachschub und 215 Tonnen Treibstoff an die Divisionen abgegeben worden. Dieser Streitmacht aus neun Divisionen sah sich US-Generalleutnant Lemnitzer gegenüber. Er hatte nur ein Korps unter seinem Kommando, das aus der 197., 31. und 168. US-Infanteriedivision bestand.

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Bild 315: Angriff auf Vitória (24.07.1945)

Die argentinische Artillerie des II. und XVIII. Armeekorps feuerte pausenlos auf die US-amerikanischen Stellungen. Im Schutze dieser Feuerwalze konnte das schnelle XIII. Armeekorps Brücken über den Fluss schlagen. An einer weiteren Stelle bildete das IV. Gebirgsjägerkorps unter heftigem Maschinengewehrfeuer einen Brückenkopf am gegenüberliegenden Ufer. Dann rollten die ersten Panzerwagen des Gardekorps über die Behelfsbrücken der Pioniere.

General Peron trieb seine Männer an, so schnell wie möglich die feindlichen Linien zu durchstoßen. Die Marinebomber hatten um 12 Uhr entdeckt, dass Rio de Janeiro von Truppen entblößt war, aber in der Rio Bay eine US-Flotte mit 16 Truppentransportern in Richtung Rio de Janeiro fuhr. Unter Anstrengung aller Kräfte war schließlich am 25. Juli gegen 13 Uhr der Kampfeswille der Truppen unter Lemnitzer gebrochen; das US-Koprs zog sich aus Vitória in Richtung der Flugplätze rund um Rio de Janeiro zurück.

Am Südrand des Kessels schlugen die argentinischen Stukas pausenlos auf Feldmarschall Devines 48. US-Panzerdivision mit Zerrüttungsangriffen ein, um ihn an diesem Frontabschnitt zu fesseln. Am 25. Juli kam es zu einem schweren Luftkampf zwischen 400 britischen Jägern und 433 argentinischen Flugzeugen. Generalleutnant Mannis Jäger versuchten die Sturzkampfbomber zu schützen. Die argentinische Luftwaffe verlor bei diesem einen Luftkampf über 60 Maschinen, während die Briten 15 Jäger verloren.

Daraufhin bat Farell Plaul das argentinische Oberkommando OKAH, dass das XVI. Armeekorps, das in Curitiba unter dem Befehl des Küstenkommandos 2 (La Plata) stand, sofort zum Angriff übergehen müsse, um den Kessel von Süden her zu schließen. Der Angriff erfolgte am 26. Juli und es war für das XVI. Armeekorps ein Leichtes, die durch ständige Zerrüttungsangriffe desorganisierte 48. US-Panzerdivision aus ihren Stellungen zu werfen. Es folgten pausenlose Bodenangriffe des III. und IV. Fliegerkorps auf die weichenden US-Panzer, bis zum 30. Juli nur noch 35 Stahlungetüme gezählt wurden.

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Bild 316: Angriff auf Sao Paulo (30.07.1945)

Feldmarschall Farrell Plaul hatte nun alle Trümpfe in der Hand. Mit etwas Glück konnte ein US-Panzerkorps unter Bedell-Smith in Campinas eingekesselt werden. Noch war Rio de Janeiro unbesetzt, Verstärkungen des Feindes nicht in Sicht. Ein Handstreich war möglich. Präsident Ortiz war sichtlich zufrieden über die Leistungen Feldmarschall Farrell Plaul und seines Schützlings General Peron. Aber noch war der Kampf um Rio de Janeiro nicht zu Ende ausgefochten!
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Angriff in den Anden! - Kapitel 27

Beitragvon Claus E. Witz » 23. Oktober 2014 22:55

Der Kessel von Campinas
(August 1945)

Am 1. August erreichte die aus Georgtown heraus gedrängte 32. Infanteriedivision Boa Vista. Generalmajor d. R. del Marcenado wurde ersetzt durch den Offensivtaktiker Generalmajor Brinzoni [OD], der die Regimenter sofort umkehren ließ und die Division wieder nach Georgetown führte. Die im Cuyuni-Gebirge stehende 25. Infanteriedivision sowie die Ersatz-Brigade 13 in Paramaribo östlich von Georgetown unterstützten die 32. Infanteriedivision beim Vorgehen.

Zu unserem großen Erstaunen waren die US-Amerikaner wieder eingebootet worden. Lediglich der Flugplatz wurde genutzt und britische Jäger stiegen von Georgetown auf. Generalmajor Brinzoni vermutete, dass britische Divisionen nachgeführt werden sollten. Deshalb ließ er die 32. Infanteriedivision in Eilmärschen Richtung Norden vorstoßen. Endlich am 10. August erreichten die Vorauskommandos Georgetown, dass sie unverteidigt vorfanden. Die britischen Flieger waren abgezogen worden.

Wie glücklich dieser Handstreich war, zeigte sich daran, dass nur zwei Tage später am 12. August die Küstenprovinz Cayenne von US-Generalleutnant Wedemeyers Korps, bestehend aus der 172., 45. und 27. US-Infanteriedivision angegriffen wurde. Das Korps war eigentlich dazu bestimmt Georgetown zu verteidigen, doch nun griff ein Ausweichplan des Feindes.

Zwei Tage lang verteidigten die Männer der Ersatz-Brigade 11 die Strände von Cayenne gegen einen zahlenmäßig sechsfach stärkeren Feind. Inzwischen waren trotz der anhaltenden Kämpfe um den Brückenkopf Rio de Janeiro – Sao Paulo das V. Fliegerkorps mit 54 Maschinen und die Luftwaffen-Lehr-Division mit 90 Sturzkampfbombern nach Georgetown umstationiert worden. Da auf den Flugplätzen, die stark zerstört von den Briten hinterlassen worden waren, Chaos herrschte, konnten die Sturzkampfgeschwader nicht schnell genug in die Luft gebracht werden. Kostbare Zeit verstrich.

Erst am späten Nachmittag am 13. August entdeckte das V. Fliegerkorps die US-Transportflottille „Walter E. Ranger“ und den zum Schutz eingesetzten leichten Kreuzer „USS Raleigh“ im Amazonasdelta. Doch es war zu spät: Am 15. August landete Wedemeyers US-Korps mit drei Divisionen in Cayenne. Die Ersatz-Brigade 11 wich nach Macapá aus.

Am 16. August sichtete das V. Fliegerkorps gegen 5 Uhr im Dunkeln und bei Regen per Zufall die ganze US-Landungsflotte. Es war US-Admiral Bulkeley mit der „USS Raleigh“, der 23. US-Zerstörerflottille sowie den drei US-Transportflottillen „Walter E. Ranger“, „Stephen C. Crane“ und „ Amy Lowell“, die auf Reede lagen. – Es war zu spät: Da die Infanteristen bereits das sichere Ufer erreicht hatten, wurde der Luftangriff abgebrochen. Die Sturzkampfbomber sollten sich für einen möglichen Ausbruchversuch der US-Amerikaner regenerieren. So erwuchs ein neuer Krisenherd an der südamerikanischen Nordküste.

Im Kampf um den US-Brückenkopf Rio de Janeiro – Sao Paulo entwickelte sich die Lage zeitgleich weiter hoffnungsfroh. Am 2. August entkam zwar US-Feldmarschall Devine mit den Resten der 48. US-Panzerdivision nach Rio de Janeiro, aber die Luftangriffe der Sturzkampfbomber wurden auf Campinas weiter fortgesetzt. Hier verteidigte US-Feldmarschall Bedell-Smith die Stellungen mit einem Panzerkorps, das aus der 11., 8., 6. und 2. US-Panzerdivision bestand.

Am 6. August um 15 Uhr besetzte Generalleutnant Vacca mit dem XVI. Armeekorps die Hafenstadt Sao Paulo mit ihren wichtigen Flugplätzen. Das Korps sollte die Stellung behaupten, um einen Panzerausbruch oder erneute Landungen des Feindes zu verhindern, denn der Fliegerführer See meldete bereits Tage zuvor Schiffsansammlungen vor der brasilianischen Küste: Eine US-Flotte unter Admiral Spruance kreuzte mit den Flugzeugträgern „USS Yorktown“ und „USS Ranger“ zusammen mit den Schlachtschiffen „USS Nevada“, „Arizona“, „Pennsylvania“, „West Virginia“ und „Colorado“ sowie dem Kreuzer „USS Quincy“ und der 37. US-Zerstörerflottille“ vor Rio de Janeiro. Um 21 Uhr am 6. August sichteten dann die argentinischen Küstenflieger in der North Argentine Plain die US-Transportflottille „John Jay“ zusammen mit der 9. US-Zerstörerflottille. – Am nächsten Morgen sah man eine erste Infanteriedivision, die in Rio de Janeiro ausgeschifft worden war. Rio de Janeiro war nicht mehr kampflos zu nehmen.

Am 9. August um 6 Uhr erreichte das IV. Gebirgsjägerkorps unter Generalleutnant Florit Vitória und kesselten damit vier US-Panzerdivisionen in Campinas ein. Doch US-Generalleutnant Lemnitzer war ein hartnäckiger Gegner. Nur eine Stunde später gingen seine drei Infanteriedivisionen zum Gegenangriff gegen die argentinischen Gebirgsjäger in Vitória vor. Als Generalleutnant Florit General Peron über die Lage unterrichtete, ließ dieser den für 11 Uhr geplanten Angriff auf Campinas vorverlegen. Als um 8 Uhr der Angriff auf den Kessel von Campinas begann, ergaben sich sofort drei der vier US-Panzerdivisionen. Lediglich die 8. US-Panzerdivision hielt noch stand. Gegen 12 Uhr meldete Generalleutnant Florit Einbrüche in seinen Linien. Umgehend ließ er seine Truppe das gewonnene Terrain räumen und floh regelrecht nach Cuiabá, um nicht überrannt zu werden. (Bug in der Karte? Anm. des Verfassers) Um 13 Uhr war das hart umkämpfte Vitória erneut in US-amerikanischer Hand. Dem Gardekorps und dem schnellen XIII. Armeekorps gelang es nicht mehr, den Angriff auf Vitória zu erneuern. Sie gingen in ihre Ausgangsstellungen nach Goiás zurück.

Der blutige 9. August endete damit, dass es den argentinischen Truppen gelang, die 8. US-Panzerdivision aus Campinas zu werfen. Nur wenige Stunden früher und die US-Panzerdivision wäre in Gefangenschaft geraten. Nun konnte sie sich nach Vitória zurückziehen.

Dass die feindlichen Streitkräfte nicht gewillt waren, den kostbaren Boden von Rio de Janeiro aufzugeben, erkannte der Generalstab daran, welchen Flottenmassierungen weiterhin vor der Küste entdeckt wurden. Das Küstenfliegergeschwader 91 entdeckte am 13. August um 13 Uhr eine britische Flotte aus 17 Einheiten unter dem Kommando von Großadmiral Cunningham A. B. Zu dem Verband gehörte der Flugzeugträger „HMS Glorious“ sowie die Schlachtschiffe „HMS Queen Elizabeth“, „Barham“ und „Revenge“. Dazu kamen noch weitere kleinere Einheiten und Flottillen.

Doch als um 17 Uhr die Marineflieger in einen Luftkampf gegen südafrikanische Jäger gerieten und fünf Abschüsse zu beklagen hatten, wurden die Überwachungsflüge eingestellt. Jetzt fehlten uns die Augen im Küstenvorfeld und wir bemerkten nicht, wie frische US-Divisionen nach Rio de Janeiro gelangten.

Für zwei Wochen blieb die Front überraschend ruhig. Erst am 26. August eroberte US-Feldmarschall Devine Campinas vorübergehend mit den 60 Panzern der 48. US-Panzerdivision zurück. Doch schon eine Stunde später hatte Generalleutnant de Olano mit seinem III. Gebirgsjägerkorps die Panzer aus Campinas zurückgeworfen. Das III. Fliegerkorps verfolgte den Feind mit Bodenangriffen. Eine Verstärkung durch die 197. US-Infanteriedivision wurde am 27. August ebenfalls überwunden und von Stukas verfolgt.

Am 28. August erreichte endlich das III. Gebirgsjägerkorps gegen 11 Uhr Campinas. Zur Vorbereitung einer erneuten Offensive gegen Vitória wurde an die 3. Armee in Goiás und den argentinischen Truppen in Sao Paulo 1.275 Tonnen Nachschub und über 200 Tonnen Treibstoff verteilt. Als um 12 Uhr das II. Gebirgsjägerkorps in Campinas von der 8. US-Panzerdivision angegriffen wurde, begann der argentinische Angriff auf Vitória mit zehn Divisionen. Dabei wurde die neu aufgestellte 49. Infanteriedivision vorher dem XVIII. Armeekorps in Goiás unterstellt und nahm sofort am Angriff teil.

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Bild 317: Die Kämpfe um Vitória (28.08.1945)

Um 13 Uhr war der kurze Kampf bereits vorüber und die US-Truppen zogen sich aus Vitória und Campinas zurück, hart verfolgt von dem Gardekorps und dem schnellen XIII. Armeekorps. Bis zum 16. September, so hatte man berechnet, konnte der Gürtel noch enger um Rio de Janeiro gezogen werden.

Auch Florits IV. Gebirgsjägerkorps konnte nach seiner schmähhaften Flucht bis zum 20. September wieder an die Kampflinie herangeführt werden, um am Generalangriff auf Rio de Janeiro teilnehmen zu können. Doch bis dahin waren noch drei Wochen zu überstehen und Angriffsvorbereitungen zu treffen. – Würde der Feind sich im strategisch wichtigen Rio de Janeiro überwinden lassen? Die 3. Armee war weiter in der Offensive.
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Beitragvon Claus E. Witz » 3. November 2014 01:09

Die Katastrophe von Georgetown
(September 1945)

Von den frühlingshaften Septembertagen bekam ich im Wehrwirtschafts- und -forschungsministerium wenig mit. Viele wichtige Entscheidungen standen an, die für die Schlagkraft der argentinischen Streitkräfte von herausragender Bedeutung waren.

Am 8. September hatte die Fabricaciones Militares die „Halbmoderne Feldartillerie“ erforscht. Die abschließende Schießübung auf einem nahe gelegenen Truppenübungsplatz in Buenos Aires war so überzeugend, dass eine Produktionsserie von zehn neuen Artillerieregimentern in Auftrag gegeben wurde, die bis Ende August 1946 abgeschlossen sein sollte.

Am 10. September war zudem die neue Ausrüstung für die „Halbmoderne Infanteriedivision“ von der Fábrica Militar de Polvo fertig entwickelt und unverzüglich die Produktion für sieben weitere Infanteriedivisionen in Auftrag gegeben worden. Die Produktion würde bis in den September 1946 dauern, sofern es nicht zu Verzögerungen käme. Die letzte Divisionswelle vom Typ ´43 sollte mit der nächsten aufgestellten Division auslaufen.

Zu alledem mussten alle aufgestellten Infanteriedivisionen und Artillerieregimenter modernisiert werden, was uns im Ministerium unter der Belastung der Kriegswirtschaft und den fehlenden Verstärkungen Kopfzerbrechen bereitete.

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Bild 318: Die Produktionszahlen (12.09.1945)

Im Anschluss an die neuen Forschungsergebnisse für das argentinische Heer konzentrierte sich die Wehrforschungsabteilung mehr auf die Luftwaffe, insbesondere auf die Marinebomber. Mein Ministerium beauftragte Hector del Riva mit der Konzeption der „Operationalen Zerstörungsdoktrin“. Dies sollte der noch in geringer Zahl bestehenden Marinebomberluftstreitkräfte ein verbessertes Durchhaltevermögen verschaffen [MaxOrg +10%, Moral +10%]. Daneben erhielt die Waffenschmiede CAC den Auftrag einen „Verbesserten Marinebomber“ zu entwickeln, der mit einer höheren Reichweite und stärkerer Bewaffnung den alliierten Landungsflotten gefährlich werden konnte. – Aber dies waren Überlegungen, die erst im nächsten Kriegsjahr greifen würden. Unterdessen ging der Kampf an der Brasilienfront weiter.

Während die 3. Armee sich weiter auf Rio de Janeiro zubewegte, kam es zu dramatischen Ereignissen in Guyana. Am 2. September macht sich das Ende August gelandete US-Korps unter dem Kommando von US-Generalleutnant Wedemeyer auf den Weg nach Georgetown, um uns erneut die Stadt zu entreißen. Von Cayenne aus griffen um 2 Uhr nachts die 45., 27. und 172. US-Infanteriedivision die völlig überforderte Ersatz-Brigade 13 in Paramaribo an. Das Küstenkommando 6 (Guyana) besaß keinerlei Reserven, um Unterstützung leisten zu können. So griff lediglich die argentinische Luftwaffe in die Dschungelkämpfe ein. Um 5 Uhr begannen die Zerrüttungsangriffe des V. Fliegerkorps und der Luftwaffen-Lehrdivision. Trotz dieser Luftunterstützung musste sich die Ersatz-Brigade 13 gegen 15 Uhr nach Boa Vista zurückziehen.

Am 7. September wurde Wedemeyers US-Korps, das noch in der Provinz Cayenne stand, verstärkt. Nun standen in diesem Brückenkopf noch zusätzlich die 131. und 171. US-Infanteriedivision nebst drei Flak- und zwei schweren Panzerregimentern. Trotz dieser massierten Truppenansammlung gingen die Zerrüttungsangriffe der argentinischen Stuka-Piloten zunächst verbissen weiter. Der Vormarsch nach Paramaribo musste unbedingt gestört werden. Doch da die argentinische Luftwaffe gegen eine Übermacht aus fünf US-Divisionen nichts mehr ausrichten konnte, wurden die Zerrüttungsangriffe am 9. September abgebrochen. Die Sturzkampfbomber sollten sich auf die Verteidigung der Flugplätze in Georgetown vorbereiten.

Am 11. September erreichte US-Generalleutnant Wedemeyer Paramaribo. Kaum angekommen, griffen die US-Amerikaner nun die im Osten liegende Provinz Macapá von zwei Seiten an. Aber auch die Ersatz-Brigaden 11 und 12 konnten den Siegeszug der US-Truppen nicht stoppen. Sie zogen sich am 12. September Richtung Santarém von der Küste zurück.

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Bild 319: Die Auflösung des Küstenkommandos 6 (12.09.1945)

Drei Tage später, am 15. September, erneuerte US-Generalleutnant Willoughby den Vorstoß nach Georgetown mit der 65., 70. und 174. US-Infanteriedivision. Generalmajor Brinzoni, der ein geschickter Offensivtaktiker, aber kein geduldiger Stabsoffizier für die Defensive war, unterließ es Straßensperren und Minenfelder zu errichten. Zwar wurden 75 Tonnen Nachschub an die in Georgetown stehende 32. Infanteriedivision ausgegeben, aber dies viel zu spät. Auch wir in Buenos Aires unterschätzten die Situation und unterließen es, Verstärkungen nach Georgtown zu entsenden. Zwar setzen unmittelbar nach dem feindlichen Angriff die Zerrüttungsangriffe unserer bewährten Sturzkampfbomber ein, doch es war bereits zu spät.

Am 16. September hatte der Feind fast alle Verbindungsstraßen Georgetowns ins Landesinnere in seiner Hand und Generalmajor Brinzoni fürchtete abgeschnitten zu werden. Deshalb befahl er gegen 8 Uhr, dass die Division sich ins Cuyuni-Gebirge absetzen sollte. Lediglich ein paar Bataillone sollten hinhaltend verteidigen, um die Sturzkampfbomber in ihren Fliegerhorsten so lange wie möglich zu schützen. Diese donnerten pausenlos über die Dächer der Stadt hinweg und versuchten die feindlichen Kolonnen, die in die Stadt fluteten so lange wie möglich zu stören.

Am 17. September kam es zur Katastrophe: Die US-Truppen hatten mit ihren schweren Panzern die Fliegerhorste in Georgetown umzingelt und die Treibstofflager in Brand schießen können. Das Bodenpersonal wurde völlig überrascht. Die Flugzeuge standen aufgereiht am Boden und waren nicht für die Umstationierung vorbereitet worden. Generalleutnant Brinzoni hatte es versäumt, die Sturzkampfgeschwader rechtzeitig evakuieren zu lassen und nun tobte der Kampf ums dem Rollfeld. Drei Geschwader mit insgesamt fast 140 Maschinen wurden bei diesen Kämpfen am Boden vernichtet. Das V. Fliegerkorps und die Luftwaffen-Lehrdivision hatten aufgehört zu existieren!

Im Kampf um Rio de Janeiro entwickelte sich die Lage dagegen hoffnungsfroher. Am 2. September nahm das II. Fliegerkorps, das nach Porto Alegre verlegt worden war, an den Bodenangriffen auf die fliehende 48. US-Panzerdivision in Campinas teil. Es entkamen am 3. September lediglich 28 Panzer, aber nur, weil die 197. US-Infanteriedivision in die bereits verlorene Schlacht geschickt worden war. Jetzt waren die US-Infanteristen den argentinischen Luftschlägen schutzlos ausgeliefert. Am 7. September war die 197. US-Infanteriedivision in Campinas zerschlagen.

Zeitgleich marschierte das III. Gebirgsjägerkorps von Goiás nach Vitória, um sich dort mit den Hauptkräften der 3. Armee zu vereinen und Rio de Janeiro einzuschließen. Dies geschah am 16. September, als um 3 Uhr als erstes das Gardekorps mit seinen Panzerspähwagen die Küste erreichte. Ein schwacher Gegenangriff nur eine Stunde später konnte mühelos abgewehrt werden. Als im Zweistundentakt auch das III. Gebirgsjägerkorps und das schnelle XIII. Armeekorps Vitória erreichten, war die Einkesselung nicht mehr von den US-Truppen in der Stadt aufzusprengen.

Noch am selben Tag schwenkten die schnellen Truppen Richtung Süden ein und griffen um 18 Uhr die Stadt selbst an. Dabei unterstützte das XIII. Korps die vorrückende Garde und die Gebirgsjäger. Im Süden, von Sao Paulo aus, band das XVI. Armeekorps erhebliche feindliche Truppenteile.

Bild
Bild 320: Angriff auf Rio de Janeiro (16.09.1945)

Es dauerte nur wenige Stunden und US-General Truscott sah seine ausweglose Lage ein. Um die Zerstörung der Stadt und das Leid seiner Bewohner zu verhindern, kapitulierte er zusammen mit der 168., 29. und 36. US-Infanteriedivision. Über 33.000 Mann gingen in argentinische Kriegsgefangenschaft. Jetzt irrten nur noch aus Vitória überrannte und versprengte US-Einheiten an diesem Frontabschnitt umher. – Was für ein grandioser Sieg!

Doch noch war Rio de Janeiro nicht restlos besetzt und US-Truppen konnten immer noch angelandet werden. Zudem waren die zerschmetterten Sturzkampfbomber-Geschwader nur schwer zu ersetzen. Und der Krieg sollte noch lange dauern.
"Wir behaupten (...), der Krieg ist nichts als eine Fortsetzung des politischen Verkehrs mit Einmischung anderer Mittel." Carl von Clausewitz

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Angriff in den Anden! - Kapitel 27

Beitragvon Claus E. Witz » 22. November 2014 01:36

Memorandum zu Wehrforschung im September 1945 siehe unter Kommentare.

++++++++++

Zurück in Rio de Janeiro
(September 1945)

Am 18. September zeichnete sich die Rückeroberung der strategisch wichtigen Flugplätze von Rio de Janeiros ab. Feldmarschall Farrell Plaul ließ Teile der 3. Armee anhalten, um sich dem Feind im Norden entgegenzustemmen. Das Heeresgruppenkommando Nord brach seinen Marsch nach Osten ab und richtete sich wieder in Goiás ein. Auch die 4. Infanteriedivision sollte das Zentrum der Front verstärken und wurde vom II. Korps herausgelöst und dem XVIII. Armeekorps unter dem Kommando von Generalleutnant von der Becke unterstellt.

Dass Feldmarschall Farrell Plaul mit der Einschätzung der Lage Recht behielt, zeigte sich einen Tag später als die letzten beiden US-Infanteriedivisionen, die aus Vitória auf der Flucht nach Rio de Janeiro waren, aufgaben, als sie die Stadtgrenze erreichten und erkannten, dass alle US-Truppen dort bereits ihre Waffen gestreckt hatten.

Am 20. September besetzte das II. Armeekorps die Küstenlinien von Vitória und sicherte die Strände. Zwei Tage später erreichte das III. Gebirgsjägerkorps unter Generalleutnant de Olano Rio de Janeiro und durchkämmte die Stadt nach den letzten Yankees. Am 24. September zog auch das Gardekorps in der Stadt ein und unterstützte die Gebirgsjäger. Die Bevölkerung verhielt sich ruhig, konnte sie doch nicht sicher sein, ob die Stadt nicht wieder den Besitzer wechseln würde.

Die Elitetruppen in Rio de Janeiro sollten sich so schnell wie möglich nach Norden wenden, um der 3. Armee genügend Stoßkraft gegen den US-Brückenkopf am nordöstlichen Zipfel des Kontinents zu geben. Deshalb hatte man bereits am 21. September 46. Infanteriedivision vom in Sao Paulo stehenden XVI. Armeekorps herausgelöst, der 3. Armee unterstellt und nach Rio de Janeiro in Marsch gesetzt. Um die strategisch wichtige Stadt besser sichern zu können, wurde das Artillerieregiment als erste Einheit mit moderneren Geschützen ausgestattet. Bis Ende September waren auch die an diesem gefährdeten Küstenabschnitt eingesetzten Verbände, die 46. und 42. Infanteriedivision, auf den Divisionstyp ´45 umgerüstet.

Die 3. Armee verlor keine Zeit und marschierte bereits am 22. September mit dem schnellen XIII. Armeekorps von Vitória nach Salvador, wo dieses Mitte Oktober ankommen sollte. Das IV. Gebirgsjägerkorps unter Generalleutnant Florit erreichte am 26. September Vitória und folgte dem XIII. Korps nach Salvador. De Olanos III. Gebirgsjägerkorps marschierte am 30. September auf denselben Straßen Vitórias, um ebenfalls Mitte Oktober in Salvador Stellung zu beziehen, um sich auf eine neue Offensive vorzubereiten.

In Guyana dagegen war die Lage weiterhin besorgniserregend. Am 23. September wurde Macapá von einer US-Division unter Twaddle besetzt. Die Ersatz-Brigaden 11 und 12 befanden sich weiterhin auf der Flucht nach Santarém und mussten die von den GIs kontrollierten Hauptstraßen meiden.

Der in Georgetown glücklos agierende Generalmajor Brinzoni hatte inzwischen mit der 32. Infanteriedivision die Linien der 25. Infanteriedivision in Cuyuni erreicht und ließ seine Division nach einer eintägigen Ruhepause weiter nach Boa Vista marschieren, um die Rückzugslinie zu sichern. Aber er sollte zu spät für die Ersatz-Brigade 13 kommen: Am 29. September hatte diese Boa Vista auf ihrem Rückzug von der Küste bereit erreicht und wurde umgehend von US-Generalmajor Walker F.L. und der 45. US-Infanteriedivision angegriffen. Nach einem siebenstündigen Gefecht musste sich Generalmajor d.R. Grimalva mit der 13. Brigade weiter ins Landesinnere nach Manaus zurückziehen.

Bild
Bild 321: Die Lage an der Brasilienfront (01.10.1945)

Das Küstenkommando 6 (Guayana) stand kurz davor zerschlagen zu werden. Konnte die 3. Armee die Lage noch rechtzeitig retten? Der argentinische Generalstab musste Ende September die schwerwiegende Entscheidung fällen, welcher Frontabschnitt verstärkt werden sollte, während Präsident Ortiz lapidar die Zerschlagung aller US-Streitkräfte in Brasilien und Guyana forderte. Welch eine Herkulesaufgabe!
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Angriff in den Anden! - Kapitel 27

Beitragvon Claus E. Witz » 6. Dezember 2014 02:23

Rückzug aus Guyana und Nordbrasilien
(Oktober 1945)

Im Oktober 1945 war ich mit der Umrüstung der argentinischen Armee auf den Infanteriedivisionstyp `45 sowie der neuen „Halbmodernen Artillerie“ beschäftigt. Zunächst konzentrierte ich mich auf die in Sao Paulo und Rio de Janeiro stehenden Truppen. Dies war das XVI. Armeekorps in Sao Paulo. Es folgte die 48. Infanteriedivision in Goiás und bis zum 16. Oktober war auch das Gardekorps in Rio de Janeiro modernisiert worden. In der zweiten Monatshälfte wurde außerdem die Kampfkraft der 4., 29. und 23. Infanteriedivision gesteigert.

Doch nicht genug damit, auch wurde am 15. Oktober die 50. Infanteriedivision in Boa Vista aufgestellt und die Aushebungswelle vom Typ `43 abgebrochen. Stattdessen wurde aufgrund der angespannten Lage in Guyana am 16. die Aufstellung einer weiteren Ersatz-Brigade befohlen. Dann wurde am 21. Oktober das erste von zehn neuen Artillerieregimentern an die kämpfende Truppe überstellt. Die 49. Infanteriedivision, die im XVIII. Armeekorps den Mittelabschnitt der 3. Armee in Goiás verteidigte, erhielt die willkommene Verstärkung. Und schließlich wurde am 26. Oktober die Aufstellung von drei Pionierregimentern befohlen, um die beiden Sturmbrigaden auf volle Stärke zu bringen und eine schnelle Division im Verteidigungsabschnitt von Guyana zu schaffen.

Neben diesen Aufgaben in der Wehrwirtschaft nahm ich weiterhin regelmäßig an den Sitzungen des Kriegskabinetts teil und erlebte aus der Ferne die dramatischen Ereignisse an der Brasilienfront mit. Generalmajor Brinzoni hatte inzwischen am 3. Oktober mit seiner 32. Infanteriedivision Boa Vista erreicht, um die Rückzugslinie zu sichern. Doch kaum wollte sich die Division zur Verteidigung einrichten, griff am 4. Oktober um 0 Uhr US-Generalmajor Walker F.L. mit der 45. US-Infanteriedivision von Paramaribo aus an. Eine Stunde später erfolgte von Georgetown und Macapá der Hauptstoß mit der 174., 65., 172. und 27. US-Infanteriedivision unter dem Kommando von US-Generalleutnant Sultan.

Der Abwehrkampf im Dschungel Guyanas zog sich bei Regen die ganze Nacht hin. Aufgrund der Übermacht musste sich Generalmajor Brinzoni ein weiteres Mal eine Niederlage eingestehen. Um 8 Uhr zog sich die 32. Infanteriedivision in die Berge nach Cuyuni zurück, wo die Division am 13. Oktober eintraf.

Der Generalstab sah die Gefahr, dass die 32. wie auch die 25. Infanteriedivision in Cuyuni abgeschnitten werden konnten. Deshalb sollte die neu aufgestellte 50. Infanteriedivision zur Unterstützung eines erneuten Angriffs auf Georgetown in Cuyuni ihre Ausbildung abschließen. Doch auf dem Weg dahin wurde die Division am 15. Oktober in Boa Vista von der US-amerikanischen „Devil´s Brigade“ abgefangen und nach Manaus abgedrängt. (verklickt, Anm. des Verfassers)

Feldmarschall Farrell Plaul sah, dass die Lage in Guyana immer kritischer wurde. Schon tags darauf beorderte er Generalleutnant Vacca als Kommandeur des XVI. Armeekorps in Sao Paulo ab, um das Kommando über die 25. Infanteriedivision zu übernehmen und die Lage zu stabilisieren. An seiner statt wurde Generalleutnant Vieyra Spangenberg vom Küstenabschnittskommando 23 in Curitiba nach Sao Paulo versetzt.

Präsident Ortiz kabelte Generalleutnant Vacca, dass er jeden Fußbreit Guyanas bis zum letzten Mann zu verteidigen hätte. Georgetown sollte um jeden Preis wieder eingenommen werden. Mir stockte der Atem, als ich davon erfuhr: Stündlich konnte sich der Ring um Cuyuni schließen und unsere Truppen wären eingekesselt worden. Aber ich hatte nur geringen Einfluss auf die operativen Planungen im Generalstab und dieser ließ ebenfalls keine Kritik laut werden.

Generalleutnant Vacca, der sich nach seiner Ankunft in Cuyuni sofort mit Generalmajor Brinzoni in Verbindung gesetzt hatte, ließ am 19. Oktober über 200 Tonnen Nachschub und Munition an die 25. und 32. Infanteriedivision ausgeben. Das argentinische Oberkommando benannte das Küstenkommando 6 in Armeegruppe Guyana um. Generalleutnant Pistarinis Gruppe wurde ebenfalls dem neu geschaffenen Kommando unterstellt.

Dann begann am 21. Oktober um 11 Uhr der verzweifelte Angriff der 25. Infanteriedivision auf Georgetown, wo die Gauchos schon von US-Generalleutnant Sultans US-Korps erwartet wurden. Die 174., 65. und 27. Infanteriedivision hatten sich vor der Stadt und dem Flughafen verschanzt und nahmen alles unter Feuer, was sich aus den Bergen näherte.

Generalmajor Brinzoni, der mit der 32. Infanteriedivision erst eine Stunde später Feindkontakt hatte, konnte auch nicht das Blatt wenden. Die Kämpfe tobten noch bis 18 Uhr, dann musste Generalleutnant Vacca den Angriff abbrechen.

Bild
Bild 322: Die Armeegruppe Guyana (22.10.1945)

Als Feldmarschall Farrell Plaul am 22. Oktober vom Misslingen der Offensive erfuhr, befahl er umgehend Cuyuni so schnell wie möglich zu räumen. Die Truppe sollte alles stehen und liegen lassen, was den Rückzug verlangsamen konnte und eine neue Verteidigungslinie in Boa Vista durch eine strategische Verlegung aufbauen. Am 1. November sollte diese neue Linie besetzt sein.

Doch war US-Generalleutnant Sultan schneller und traf bereits am 25. Oktober mit seinen Vorauskommandos in Boa Vista ein. Die 25. Infanteriedivision wich nach Porto Velho aus, wo sie Mitte November eintreffen sollte. Die 32. Infanteriedivision mit Generalmajor Brinzoni an der Spitze wurde zum Ersatzheer versetzt und war auf dem Weg nach Mar del Plata zum Küstenkommando 1 (Atlantik). Generalleutnant Vacca wurde nach den Strapazen des Dschungelkampfes zur Erholung in die Führerreserve abkommandiert.

Als Schlusspunkt dieses desaströsen Feldzuges fiel am 30. Oktober Cuyuni in die Hände der US-Truppen. Damit war ganz Guyana in US-amerikanischer Kontrolle. Fast 20.000 Argentinier waren nur mit knapper Not einer Einkesselung entronnen, die Front im brasilianischen Dschungel war in Auflösung begriffen und nur noch der Amazonasfluss stellte für die US-Truppen ein größeres Hindernis dar.

Doch auch bei der 3. Armee in Brasilien entwickelte sich die Lage nicht so, wie General Peron und der Generalstab es sich vorgestellt hatten. Die 3. Armee hatte sich längs der Küste vorwärts gewälzt und bereitete sich auf einen Angriff auf die nordöstlichste Provinz Recife vor.

Am 8. Oktober erreichte die 46. Infanteriedivision Rio de Janeiro und ging zur Küstensicherung über. Das II. und III. Fliegerkorps wurden von Porto Alegre nach Rio de Janeiro vorverlegt, obwohl noch über die Hälfte der Landebahnen auf den Flugplätzen instandgesetzt werden mussten. In diesem Durcheinander konnten sich die Stuka-Geschwader nur schwer organisieren und waren zunächst nicht einsatzbereit für Frontflüge.

Am 10. Oktober konnte das schnelle XIII. Armeekorps die Provinz Salvador besetzen und Fühlung mit dem Feind aufnehmen. Ein kleinerer Angriff der US-Amerikaner konnte abgewehrt und die Stellungen ausgebaut werden. In den Folgetagen bis zum 21. Oktober verstärkten das IV. und III. Gebirgsjägerkorps den äußersten rechten Frontabschnitt der 3. Armee.

General Peron wollte noch die am 17. Oktober in Rio de Janeiro in Marsch gesetzte Gardedivision abwarten, bevor er Richtung Recife losschlagen wollte. Um die Ankunft der Garde, die am 7. November eintreffen sollte, zu beschleunigen, hatte man zusätzlichen Nachschub ausgegeben.

Doch der Feind schlug zuerst los. Am 26. Oktober ging um 11 Uhr zunächst Belém an eine US-Panzerdivision unter dem US-Kommandeur Harmon verloren. Damit hatten die beiden US-Brückenköpfe eine zusammenhängende Frontlinie an der Nordküste Brasiliens gebildet.

Dann gegen 14 Uhr meldete Feldmarschall Farrell Plaul einen Großangriff in Armeestärke auf seine Stellungen in Goiás. US-General Eichelberger (OD, F3, E63) marschierte von zwei Seiten mit der 58. und 57. US-Panzerdivision sowie der 198., 170., 42., 175., 41. und 164. US-Infanteriedivision in die Ebene von Goiás ein. Feldmarschall Farrell Plaul ließ an das XVIII. Armeekorps und die Kampfeinheiten des Heeresgruppenkommandos Nord über 435 Tonnen Nachschub und fast 200 Tonnen Treibstoff ausgeben, um in eine bewegliche Verteidigung übergehen zu können, doch nachts um 2 Uhr des Folgetages mussten sich die Einheiten im Schutze der Nacht vom Feind lösen und sich nach Cuiabá zurückziehen. Erst Mitte November konnte man mit dem dortigen Eintreffen des geschlagenen XVIII. Korps rechnen.

Bild
Bild 323: Die 3. Armee (01.11.1945)

Die Nordfront drohte aufgespalten und die 3. Armee an die Ostküste abgedrängt zu werden. Plötzlich schien auch Rio de Janeiro erneut wieder in Gefahr zu geraten und auf Unterstützung aus der Luft war in diesem Frontabschnitt nicht zu hoffen.

Im Generalstab in Buenos Aires wurden die Drähte heiß, ständig telefonierte der Stab mit den Befehlsstellen an der Brasilienfront, um sich einen Überblick über die Lage zu verschaffen. – Wie konnte man diesem Angriff begegnen und gleichzeitig die Front in Guyana stabilisieren? Neue Operationspläne mussten entworfen werden.
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Angriff in den Anden! - Kapitel 27

Beitragvon Claus E. Witz » 22. Januar 2015 23:40

Die Bildung der 4. Armee
(November 1945)

Mein Wehrwirtschaftsministerium bemühte sich während des Novembers die argentinischen Streitkräfte so schnell wie möglich zu modernisieren. So wurden die 13., 41., 39., 49., 44., 25., 12. und 47. Infanteriedivision auf die Divisionsgliederung Typ `45 umgestellt und die Artillerieregimenter 41, 39, 12, 47 und 44 mit „halbmoderner Artillerie“ ausgerüstet.

Am 1. November erreichte die 32. Infanteriedivision Mar del Plata und bildete das Küstenabschnittskommando 12. Generalmajor Brinzoni ging in die Führerreserve, während Generalmajor d.R. Domezán neuer Kommandeur der 32. Division wurde. Anschließend wurde die 4. Sicherungsdivision von Mar del Plata nach Rio de Janeiro strategisch verlegt, wo sie am 21. November ankam und der 3. Armee unterstellt wurde. Die Division übernahm die Sicherung der Fabrikanlagen gegen Partisanenangriffe.

Am 2. November konnte das Sturzkampfgeschwader 27 neu aufgestellt werden und in Rio de Janeiro dem III. Fliegerkorps unterstellt werden. Dafür schied das stark angeschlagene Sturzkampfgeschwader 25 aus, das nur noch aus 15 flugfähigen Maschinen bestand. Der Verband bildete den Grundstock für das neu aufgestellte V. Fliegerkorps unter Luftwaffengeneral Zanni und wurde nach Sao Paulo umstationiert.

Bei der Armeegruppe Guyana übernahm am 2. November Generalmajor Brinzoni das Kommando über die Sturmbrigade 14 in Porto Velho. Um weitere fähige Führer an diesem Frontabschnitt einsetzen zu können, versetzte Generalstabschef Carlos O. Marquez am 4. November Generalmajor Zuloaga von der 4. Sicherungsdivision zur 24. Infanteriedivision (XV. Armeekorps) in Antofagasta. Generalleutnant Molina Gomez übernahm im Gegenzug am 6. November die schwierige Aufgabe, die aus Macapá nach Santarém geflohenen Ersatz-Brigaden 11 und 12 neu aufzubauen. Dazu wurde das Generalkommando des XIX. Heimatschutzkorps gebildet.

Der neu geschaffene Verband konnte zunächst einen feindlichen Aufklärungsangriff abwehren. Doch als nur wenig später US-Feldmarschall Bedell-Smith (OD, F3, E16) von Macapá aus einen koordinierten Angriff mit Unterstützung des US-Korps von Generalleutnant Sultan in Boa Vista mit der 174., 65., 172., 70. und 45. US-Infanteriedivision startete, war am Abend des 6. Novembers das neu gebildete XIX. Heimatschutzkorps geschlagen. Das Korps zog sich weiter nach Cuiabá zurück.

In der Provinz Cuiabá fand sich am 8. November auch das Heeresgruppenkommando Nord ein. Feldmarschall Farrell Plaul hatte die Heerestruppen von Goiás kommend dorthin zurückziehen müssen und konnte nun das XIX. Heimatschutzkorps unterstützen.

An der Guyanafront erreichte die Ersatz-Brigade 13 nach ihrem strapaziösen Rückzug aus Boa Vista am 9. November Manaus. Hier hoffte die Brigade sich auffrischen zu können, doch US-Generalmajor Burress griff sofort mit der 69. US-Infanteriedivision von Tefé aus den geschwächten Verband an. Nach einem eintägigen Gefecht blieb der Ersatz-Brigade 13 nichts weiter übrig, als die Stadt am Amazonas aufzugeben und weiter in den Dschungel nach Nordwesten nach Solimoes auszuweichen.

Das Oberkommando entschied am selben Tag, diesen Frontabschnitt weiter zu verstärken, um die Vereinigung der US-Streitkräfte in Guyana mit denen in Ecuador stehenden Truppen zu verhindern. Deshalb wurde am 10. November die neu aufgestellte 51. Infanteriedivision Generalleutnant Pistarinis XIV. Armeekorps in Porto Velho unterstellt.

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Bild 324: Die Armeegruppe Guyana auf dem Rückzug (15.11.1945)

Als am 17. November die 50. Infanteriedivision auf ihrem Rückzug Manaus passieren wollte, um sich über den Amazonas zu retten, wurde die Division ebenfalls angegriffen. Diesmal war es General Vandegrift (OD, KO, F3, E34), der mit seiner Armee, bestehend aus der 69., 65., 4., 174., 45. und 27. US-Infanteriedivision, von Tefé den Weg verlegte. Noch am selben Tag flüchtete die 50. Infanteriedivision ebenfalls nach Solimoes, wo sie hoffte, die Verfolger im Dschungel abschütteln zu können.

Als am 24. November die Ersatz-Brigade 15 in Porto Velho aufgestellt wurde, wurde diese dem neu geschaffenen XX. Heimatschutzkorps und der Armeegruppe Guyana unterstellt. Dem Korps sollten eigentlich auch die 50. Infanteriedivision und die Ersatz-Brigade 13 zugeführt werden, doch nun bestand die Gefahr, dass diese Verbände in Solimoes abgeschnitten werden konnten.

Auch das XIX. Heimatschutzkorps in Cuiabá musste in die Defensive übergehen und seinen Vormarsch auf Santarém abbrechen, da keine Linieninfanterie zur Unterstützung bereitstand. Denn auch an der Andenfront standen die Gauchos unter Druck und am 25. November ging das östlich von La Paz gelegene Cobija an die US-amerikanischen Truppen verloren.

Am 28. November wurde die Armeegruppe Guyana weiter aufgestockt und das neu aufgestellte Pionierregiment 8 der 25. Infanteriedivision in Porto Velho eingegliedert. Das Küstenabschnittskommando wurde in das (schnelle) XXI. Armeekorps umbenannt und Generalmajor Brinzoni übernahm wieder das Kommando, während die Sturmbrigade 14 durch Generalmajor d.R. Bretendoa geführt wurde.

Als am 30. November auch noch das neu aufgestellte Artillerieregiment 30 bei der 51. Infanteriedivision in Porto Velho zum Einsatz kam, wurde die Armeegruppe Guyana in 4. Armee umbenannt und Generalleutnant Pistarini wurde ihr Befehlshaber. Die Armee umfasste vier Divisionen und fünf Brigaden, die verstreut in Porto Velho, Manaus und Cuiabá in der Verteidigung standen. Die 4. Armee erhielt die schwere Aufgabe, den Mittelabschnitt der Nordfront zu halten, die Verbindung zur 1. und 3. Armee aufrechtzuerhalten und die Vereinigung der US-Armeen zwischen dem Rio Branco und Rio Negro zu verhindern. Doch dafür schien dieser Großverband zu schwach zu sein und es bedurfte großer Anstrengungen, um diese Ziele zu erreichen.
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