[AAR HoI2] Angriff in den Anden! (Argentinien AAR 1936)

AARs zum Zeitpunkte der beiden Weltkriege

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Claus E. Witz
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Angriff in den Anden! - Kapitel 4

Beitragvon Claus E. Witz » 6. September 2012 11:18

Die Einnahme Santiagos
(September bis Oktober 1936)

Der überraschte chilenische Botschafter erhielt die Kriegserklärung am 21. September um 9 Uhr morgens gleich nach Sonnenaufgang. Gegen 11 Uhr griffen die drei Gebirgsjägerdivisionen die Kavalleriedivision, die Santiago verteidigte, aus den Anden an. Eine Stunde später war die gesamte 1. Armee am Kampf beteiligt und der Feind zog sich nach vier Stunden Richtung Norden zurück.

Bild
Bild 16: Schlacht um Santiago (21.09.1936)

Zur gleichen Zeit wurde die chilenische Flotte durch unsere Bomber im Hafen von Santiago überrascht. Die Marineflieger konnten aber nur geringen Schaden an den Einrichtungen zufügen. Deshalb wurde der Befehl vom Oberkommando der Luftwaffe (OKL) gegeben, dem fliehenden Feind mit Bodenangriffen zuzusetzen. Der am 23. September durchgeführte Luftangriff wurde durch die eingreifenden chilenischen Abfangjäger zum Desaster. Die auf 52 einsatzbereite Maschinen gesunkene Stärke des Marinebombergeschwaders beendete den Einsatz für den chilenischen Krieg vorzeitig (Jedes Geschwader besteht aus 100 Flugzeugen. Anm. des Verfassers).

Die chilenische Hauptstadt Santiago fiel am 3. Oktober 1936 in unsere Hände. Das III. Gebirgsjägerkorps erreichte den Pazifik und schnitt die chilenische Front in zwei Hälften. Im Norden wurde eine provisorische Hauptstadt eingerichtet, jedoch waren alle Vorräte in unserer Hand und durch die Einnahme des Flugplatzes und des Hafens waren die chilenische Marine und Luftwaffe nicht mehr einsatzbereit, so glaubten wir.

Als wir den Angriff Richtung Norden nach Antofagasta mit dem I. Korps erneuerten, war auch hier der Kampf bereits nach vier Stunden entschieden. Die chilenische Infanteriedivision wurde vollständig aufgerieben, da es keinerlei Rückzugsmöglichkeiten mehr gab. Als die aus Santiago hinausgeworfene Kavalleriedivision am 5. Oktober eintraf, konnte auch sie nur 14 Stunden standhalten, bevor sie dem Untergang geweiht war.

Endlich wagten wir es, die Hochseeflotte nach Santiago zu verlegen, wo die Kaianlagen notdürftig repariert wurden, der Hafen aber als notwendige Basis für Küstenangriffe Richtung Süden genutzt werden musste. Es gab Gerüchte, dass die chilenische Flotte immer noch einsatzfähig sein sollte. Wir hofften aber auf einen ungleichen Kampf, da die Chilenen seit einer Woche über keinen Nachschub verfügen sollten. So wagten wir das Risiko der zehntägigen Überfahrt um Kap Horn.
"Wir behaupten (...), der Krieg ist nichts als eine Fortsetzung des politischen Verkehrs mit Einmischung anderer Mittel." Carl von Clausewitz

Angriff in den Anden! (HoI2 Argentinien 1936 AAR)
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Angriff in den Anden! - Kapitel 4

Beitragvon Claus E. Witz » 6. September 2012 14:36

Der Sieg lässt auf sich warten
(Oktober bis November 1936)

Mitte Oktober konnten wir die industrielle Effizienz durch „Einfache Maschinenwerkzeuge“ verbessern. Neben der Bekämpfung der Partisanen durch erhöhten Konsum, sowie die Aufstellung von drei Polizeiregimentern und einer weiteren Sicherungsdivision bis Ende des Jahres hofften wir, die Wirtschaft konsolidieren zu können. Die Firma YPF wurde beauftragt die „Agrochemie“ zu entwickeln, um die Bevölkerung besser ernähren zu können. Wir erhofften uns mittelfristig einen Wehrfähigenanstieg um fünf Prozent.

San Carlos de Bariloche wurde von chilenischen Truppen am 14. Oktober besetzt. Wir schätzten aber die Situation nicht als gefährlich ein, da keinerlei Ressourcen verloren gingen. Es bestand lediglich die Möglichkeit, dass die Marschrichtung weiter nach Westen auf Comodoro Rivadavia gehen sollte, um unseren Ölhahn abzudrehen. Wir gingen davon aus, dass der Krieg vorher beendet sein würde.

Mit dieser Drohung überbrachte uns ein Parlamentär ein Friedensangebot, bei dem wir die unwichtigen Provinzen im Süden Chiles übernehmen sollten, das Herzstück aber uns vorenthalten bleiben sollte. Wir lehnten – des Sieges gewiss – ab.

Bild
Bild 17: Die Lage in Chile (15.10.1936)

Als die Hochseeflotte in Santiago wohlbehalten ankam, schickten wir sie sogleich zum Küstenbeschuss Richtung Süden. Am 18. Oktober erfolgte der Angriff auf die ausgehungerte chilenische 1. Infanteriedivision, die seit einem Monat vom Nachschub abgeschnitten war. Das III. Gebirgsjägerkorps schritt stetig auf den Straßen längs der Pazifikküste vor, unterstützt durch die 7. Gebirgsjägerdivision. Das Gefecht um Puerto Montt konnte bereits nach wenigen Stunden für die Gebirgsjägertruppen entschieden werden, noch bevor die Marine eingreifen konnte.

Um den Verlust der Ölvorkommen in Südargentinien zu verhindern, führte Generalleutnant Castano mit seiner 7. Gebirgsjägerdivision einen Störangriff über den Fluss Rio Negro in die Flanke der abgekämpften chilenischen 1. Gebirgsjägerdivision, die uns die Provinz San Carlos de Bariloche abgenommen hatte. Der Angriff wurde während der Nacht bei Regen unter schwersten Bedingungen weitergeführt und der Kampf tobte einen ganzen Tag hin und her, bevor die Chilenen den Rückzug antreten mussten.

Mit der Besetzung Antofagasta am 27. Oktober durch das I. Korps gab die chilenische Regierung immer noch nicht auf, sondern begab sich nach Puerto Montt. Es konnte noch einen Monat dauern bis die neue Hauptstadt besetzt werden konnte. Der Präsident drang darauf, den Feldzug noch in diesem Jahr zu beenden und mit der Befriedung der neuen Provinzen zu beginnen. Ich gab mein Bestes, die neuen Westprovinzen wirtschaftlich einzugliedern, sobald es ging.

Um den fortschreitenden Angriff gegen Puerto Montt zu unterstützen, sandten wir die Flotte aus, um eine Küstenbeschießung durchzuführen. Als wir am 14. November in eine Seeschlacht vor der Küste verwickelt wurden, waren wir überrascht, dass die chilenische Flotte noch einsatzbereit war. Wir hatten Glück, dass es zu keinen Verlusten kam, konnten aber selbst auch keines der vier Großkampfschiffe, darunter zwei Schlachtschiffe, versenken. Als die Schiffe zwei Tage später im Gulf of Corcovado ankamen, konnten sie nichts gegen die chilenischen Bodentruppen ausrichten. Der Feind war in alle Winde zerstreut und bot den großen Schiffsgeschützen kein lohnendes Ziel mehr.

Zur gleichen Zeit wurde der Befehl gegeben, mit einem ständigen Fliegerbombardement dem Feind Verluste beizubringen, als die chilenische 1. Infanteriedivision sich überraschend gegen die 7. Gebirgsjägerdivision wandte und unser Vormarsch abgebrochen werden musste. Völlig desorganisiert floh die Division nach San Miguel de Tucuman zurück. Wir hatten Glück, dass es zu keinen Verlusten kam.

Am 23. November kam es erneut zu einer Seeschlacht im South Peru-Chile Trench zwischen unserer Hochseeflotte und dem chilenischen leichten Kreuzer „Bach“, der von einer Zerstörerflottille gedeckt wurde. Auf 14 Kilometer Entfernung wurde das Feuer eröffnet. Innerhalb von vier Stunden war die „Bach“ versenkt und nahm 500 Offiziere und Mannschaften mit in die Tiefe. Die chilenischen Zerstörer versuchten die wenigen Überlebenden aufzufischen. Unser schwerer Kreuzer „Veinticinco de Mayo“ erhielt einige Treffer, konnte aber bei der Flotte bleiben.

Einen Tag später, am 24. November, eroberte das III. Gebirgsjägerkorps Puerto Montt. Doch die chilenische Regierung gab immer noch nicht auf. So erneuerte das III. Korps seinen Angriff, der in weiter nach Süden nach Puerto Aisen führte, wo sie erstmals auf die chilenische Gebirgsdivision traf. Diesmal konnte die Marine mit einem Küstenbeschuss die Truppen unterstützen. Zusammen mit der Luftwaffe gelang erstmals das Gefecht der verbundenen Waffen, so dass sich die chilenischen Streitkräfte nach 14 Stunden verbissenen Kampf zurückziehen mussten.

Langsam wurde uns bewusst, dass uns noch ein langer entbehrungsreicher Weg bis zum Kap Horn bevorstand und das wir gezwungen waren, die Provinz Punta Arenas einzunehmen. Vorher würden die Chilenen nicht aufgeben, da waren wir uns einig. Da war es nur gut, dass wir den „Hinterbereich Versorgungsdepots“ entwickelt hatten. Dies ermöglichte uns die strategische Verlegung und die Aufstellung von Pionierregimentern.
"Wir behaupten (...), der Krieg ist nichts als eine Fortsetzung des politischen Verkehrs mit Einmischung anderer Mittel." Carl von Clausewitz

Angriff in den Anden! (HoI2 Argentinien 1936 AAR)
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Angriff in den Anden! - Kapitel 4

Beitragvon Claus E. Witz » 6. September 2012 14:45

Chile kapituliert
(Dezember 1936 bis Januar 1937)

Anfang Dezember beauftragten wir Antonio Parodi, die „Fliegender Zirkus-Doktrin“ zu entwickeln. Wir wollten in zukünftigen Kriegen die Luftherrschaft von Anfang an erringen, um mit noch aufzustellenden Bombergeschwadern die Bodentruppen effizienter unterstützen zu können. Aber davon waren wir noch weit entfernt. Wir mussten zu unserem Verdruss feststellen, dass mit den Arbeiten nicht unverzüglich begonnen wurde. Eine von mir eingesetzte Untersuchungskommission deckte auf, dass Parodi allein zwei Wochen mit Golfen verstreichen ließ, bevor er sich an die Ausarbeitungen machte. Wir verloren so kostbare Zeit, die wir nicht mehr einholen konnten. Präsident Justo brauchte diesen fähigen Mann zu sehr, als dass er Maßnahmen gegen ihn ergreifen konnte. Außerdem war nicht klar, ob der Auftrag formell an Parodi übergegeben worden war.

Mitte Dezember stellten wir die 3. Sicherungsdivision auf, die zunächst in Paraguay die Partisanenabwehr verstärken sollte, bis Chile annektiert werden würde. Wir planten die Division dann zu Sicherungsaufgaben in Santiago ein.

Nun konnten wir die Wirtschaft auf die Produktion von Truppentransportern umstellen, die unsere Einheiten an den langen Küstenlinien mobiler machen würde. Mit der Fertigstellung konnte aber nicht vor Mitte Februar gerechnet werden, so dass sie bei diesem Feldzug nicht mehr zum Einsatz kommen würden.

Der chilenische Staatschef Arturo Alessandri ließ uns am 11. Dezember ein Friedensangebot überbringen. Präsident Justo wies den armen Überbringer kalt ab, war er sich des Sieges doch sicher. Wir mussten nur warten können, dann würden uns alle Früchte in den Schoß fallen, so dachten wir.

Am 17. Dezember konnten wir die 8. Gebirgsjägerdivision aufstellen, die separat zum IV. Korps eingesetzt werden sollte. Sie wurde in der Provinz Santa Cruz ausgehoben und sollte so schnell wie möglich den letzten chilenischen Schlüsselpunkt erobern, indem sie den Feind umging. Am 22. Dezember begann die Operation. Wir rechneten mit dem Ende Chiles für Anfang Februar.

Bild
Bild 18: Die Lage in Chile (24.12.1936)

Drei Wochen vor Kriegsende zeichneten sich Auflösungserscheinungen bei der chilenischen Armee ab. Die 1. Infanteriedivision löste sich auf und die Gebirgsjägerdivision litt so unter Nachschubmangel, dass sie sich nicht mehr reorganisieren konnte. Nach der Einnahme von Punta Arenas am 16. Januar kapitulierten die letzten chilenischen Truppen und Präsident Justo annektierte „Westargentinien“.
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Angriff in den Anden! - Kapitel 4

Beitragvon Claus E. Witz » 6. September 2012 14:50

Die Bilanz des Krieges
(Januar 1937)

Am 17. Januar traf sich im Präsidentenpalast das Kabinett mit dem Oberkommando, um eine erste Bilanz zu ziehen: Der Krieg dauerte 116 Tage und kostete 2.130 argentinischen Soldaten das Leben. Der Luftwaffe fehlte die nötige Angriffsstärke und Reichweite, um die Operationen der Landstreitkräfte wirksam zu unterstützen und die Flotte konnte trotz der Küstenlage Chiles nicht effektiv in die Kämpfe eingreifen. Einzig die Landstreitkräfte überzeugten, indem sie die Hauptstadt schnell einnahmen, um die Vorräte zu erobern und den Feind in eine schwierige Versorgungslage zu bringen. Das Konzept mit einem schnellen Gebirgsjägerkorps und den die Hauptlast tragenden Infanteriekorps schien aufgegangen zu sein.

Wirtschaftlich brachten die drei Kriege Argentinien in eine schwierige Situation mit einer maximalen Partisanenaktivität von 33 Prozent in den annektierten Provinzen. 24.000 Wehrpflichtige konnten nur noch eingezogen werden, um maximal zwei weitere Divisionen auszurüsten. Die Industrialisierung wurde vollends vernachlässigt.

Für 1937 gab Präsident Justo das Ziel an, dass Peru und Bolivien zu erobern seien. Bis Ende 1939 sollte ganz Südamerika in argentinischer Hand sein. Das Beratergremium hielt den Atem an, als der Präsident dieses Thema ausführte. Niemand wagte zu widersprechen oder auch nur ein Wort zu sagen. Mit dieser Politik, da waren wir uns sicher, würde die Nation bald als „Kriegstreiber“ (-1) dastehen, aber die Aufruhr sollte sich so eindämmen lassen.
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Angriff in den Anden! - Kapitel 5

Beitragvon Claus E. Witz » 7. September 2012 12:34

Aufmarsch an der bolivianischen Grenze
(Februar bis August 1937)

Mitte Februar gab der Generalstab die nötigen Befehle für die Invasion Boliviens. Jeder auf der Straße ahnte damals, was kommen sollte, aber niemand wusste Genaueres über die Pläne von Präsident Justo. Alle genossen das Leben und freuten sich über die neu gewonnenen Konsummöglichkeiten und der Argwohn gegen die Regierung sank auf unter zehn Prozent. Trotzdem führte der Generalstab vorsichtshalber eine strategische Verlegung der 3. Sicherungsdivision aus dem Dschungel des ehemaligen Paraguay nach Santiago durch.

Am 20. Februar wurde die argentinische Landungsflotte mit zunächst einer Flottille unter dem Kommando von Vizeadmiral Galindez geschaffen. Der Generalstab setzte bald darauf die Truppentransporter dazu ein, Divisionen an die Grenze Boliviens zu verschiffen. Ende April 1937 folgte eine zweite Transportflottille.

Auch wurde das V. Armeekorps unter General Sarobe Anfang März mit zunächst nur der neuen 9. Infanteriedivision aufgestellt. Das V. Korps wurde dafür bereits mit modernen Infanteriewaffen auf dem Stand von 1936 ausgestattet. Die Stationierung erfolgte sogleich direkt an der Grenze zu Bolivien.

Auch auf dem wirtschaftlichen Forschungssektor machten wir große Fortschritte. YPF entwickelte die „Agrochemie“ und wurde aufgrund der Erfolge danach damit beauftragt, „verbesserte Maschinenwerkzeuge“ zu konstruieren, um die Industrieeffizienz weiter zu steigern.

Anfang Mai machten wir große Fortschritte im Flugzeugsektor: Wir entwickelten die Luft-Doktrin „Fliegender Zirkus“ und setzten alles daran, einen Sturzkampfbomber zu entwickeln, der dazu geeignet war, in die Bodenkämpfe effektiv eingreifen zu können. Seit dem letzten Krieg war deutlich geworden, dass unsere Luftrüstung bejammernswert war, auch wenn die anderen südamerikanischen Staaten kaum Geschwader besaßen. Hier sahen wir einen Schlüssel in der Beherrschung des südamerikanischen Kontinents.

Der Angriffsbefehl auf Bolivien wurde von Präsident Justo auf den 1. Juni 1936 gelegt. Bis dahin waren alle wesentlichen Vorbereitungen abgeschlossen: Die nationale Unruhe war fast ganz beseitigt, das V. Armeekorps war um die 10. Infanteriedivision (Typ ´36) verstärkt, die Geschwader waren nach Santiago verlegt und der Organisationsgrad aller Truppen war auf fast 100 Prozent erhöht worden.

Nun machte dem Armeestab das Wetter zu schaffen. Erst regnete es im gesamten Operationsgebiet fast zwei Wochen lang, dann lag eine geschlossene Schneedecke im Aufmarschgebiet in den Anden. – Uns blieb nichts anderes übrig, als die Schlechtwetterperiode abzuwarten. Wir nutzten die Zeit, die immer länger wurde, um die Truppe auf den Sollbestand zu verstärken, die Infanterie- und Artillerieeinheiten zu modernisieren und das V. Armeekorps um die 11. Infanteriedivision zu verstärken und Artillerieregimenter beizufügen.

Anfang August schien endlich die lange Zeit des Wartens zu Ende zu sein. Feldmarschall Justo und General Sarobe kabelten dem Präsidenten eine kurze Botschaft, und alle im Präsidentenpalast wussten sofort, dass es bald soweit sein würde: "Fall Grau" lief an. Am 3. August taute der Schnee in der bolivianischen Andenprovinz Sucre. Dies sollte der Aufmarschplatz für eine Zangenbewegung der beiden Korpsgruppen in West und Süd sein.

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Bild 19: Wetterlage in Bolivien (03.08.1937)
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Angriff in den Anden! - Kapitel 5

Beitragvon Claus E. Witz » 7. September 2012 12:49

Der Marsch nach La Paz
(August bis September 1937)

Am 3. August um 10 Uhr erklärten wir Bolivien den Krieg und zeitgleich marschierten das V. Armeekorps, das IV. Gebirgsjägerkorps und das Armeeoberkommando von Süden auf Sucre los.
Als Feldmarschall Justos Aufklärung meldete, dass die Bolivianer ebenfalls Truppen in die Provinz Sucre schicken wollten, befahl er den schnellsten Truppeneinheiten, dem IV. Gebirgsjägerkorps, sich von Westen her der Provinz als Erstes zu bemächtigen und vor Angriffen zu sichern.

Und tatsächlich kam es am 16. August zu einem kurzen Gefecht, bei dem eine bolivianische Division sich nach ihrer Ankunft sofort wieder Richtung Santa Cruz zurückziehen musste. Eine einen Tag später angekommene weitere bolivianische Division konnte das Blatt nicht wenden und musste nach einer Stunde ebenfalls den Rückzug antreten.

Am 23. August erreichte das III. Gebirgsjägerkorps die Provinz Sucre und wehrte noch am selben Tag einen Gegenangriff ab. Wir waren im Kabinett überrascht, als bereits am 27. August der Angriff auf La Paz aufgenommen wurde ohne die Verstärkungen aus dem Süden abzuwarten. Aber die schlecht verteidigte Hauptstadt war ein lukratives Ziel für unsere Truppe und beflügelte den Angriff.

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Bild 20: Schlacht um La Paz (27.08.1937)

26 Stunden später waren Miliz und Kavallerie in die Flucht geschlagen und wir nahmen die Verfolgung auf.

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Bild 21: Manöver in Bolivien (29.08.1937)

Am 6. September verstärkte das IV. Gebirgsjägerkorps die Truppen in Sucre und gab dem II. Korps beim Angriff auf die Hauptstadt La Paz Flankendeckung gegen die in alle Provinzen zerstobenen bolivianischen Truppen, bevor die Infanteriedivisionen sich den Weg durch das Gebirge gebahnt hatten. Nur fünf Tage später, am 11. September 1937 besetzte das III. Gebirgsjägerkorps die Hauptstadt und wir annektierten noch am selben Tag Bolivien.
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Angriff in den Anden! - Kapitel 5

Beitragvon Claus E. Witz » 7. September 2012 13:01

Analyse des "Fall Grau"
(Oktober 1937)

Die Erleichterung war groß, als wir von diesem grandiosen Sieg unterrichtet wurden. Wir hatten nur 560 Mann verloren und Unmengen an Material und Rohstoffen erbeutet. Es war klar, dass wir alle Vorbereitungen für den nächsten Schlag nun fortsetzen konnten und unsere Ziele für das Jahr 1937 wohl erreichen würden. Dabei half uns nicht zuletzt auch schlechte Führung der gegnerischen Streitkräfte: Durch ihren unkoordinierten Angriff konnten alle Abwehrbemühungen des Gegners, vereitelt werden. Die geschwächten Verteidiger in der bolivianischen Hauptstadt waren dann leichte Beute für unsere modernen Gebirgsjägertruppen, die alle feindlichen Divisionen überholten und eine neue Verteidigungslinie verhinderten. Wir kamen zu dem Schluss, dass auch zukünftig ein Sieg ohne Luftstreitkräfte möglich war. Trotzdem versuchten wir, unser Wissen auf diesem Gebiet weiter auszubauen.

Die Wirtschaft erholte sich währenddessen und wir konnten den nächsten Schlag vorbereiten: Peru.

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Bild 21a: Wirtschaftszahlen (01.10.1937)
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Angriff in den Anden! - Kapitel 6

Beitragvon Claus E. Witz » 10. September 2012 09:38

"Fall Beige": Strategieplanungen für den Angriff auf Peru
(Oktober 1937)

Die Sitzungen kamen mir endlos vor bis wir Mitte Oktober soweit waren, ein genaues Bild über unseren nächsten Gegner Peru abgeben zu können: Die Landstreitkräfte bestanden aus sechs Infanterie- und einer Gebirgsjägerdivision, wobei in allen Küstenprovinzen Truppen disloziert waren. Dies Ergebnis zeigte ein Flottenmanöver vor der peruanischen Küste. Die Seestreitkräfte wurden aus zwei schweren Kreuzern, einer Zerstörer- und einer U-Bootflottille gebildet. Luftstreitkräfte gab es keine; lediglich zwei Flugabwehrbatterien sicherten die Hauptstadt Lima.

Der Plan von Feldmarschall Justo für den „Fall Beige“ war ernüchternd einfach: Über die Gebirgsprovinzen Cuzco und Arequipa sollte rasch vorgestoßen werden, um sich Lima von zwei Seiten aus zu bemächtigen. Die Seestreitkräfte sollten die Bewegungen an Land flankieren. Nach dem Fall Limas wäre das Schicksal Perus besiegelt. Ziel war es die Operation noch vor Jahresende zu einem guten Abschluss zu bringen.

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Bild 22: Die Lage in Peru (14.10.1937)
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Angriff in den Anden! - Kapitel 6

Beitragvon Claus E. Witz » 10. September 2012 09:47

Der Angriff gerät ins Stocken
(November bis Dezember 1937)

Am 15. November 1937 waren die Unruhen niedergedrückt, alle Truppenverstärkungen angekommen, die Organisation der an der Grenze zu Peru befindlichen Truppen auf Sollstärke gebracht und die Luft- und Seestreitkräfte in Stellung gegangen. Um 11 Uhr ging dem peruanischen Botschafter die Kriegserklärung zu. Zum selben Zeitpunkt griffen die 1. Armee mit dem I. Armeekorps und dem IV. Gebirgsjägerkorps an der pazifischen Küste entlang, unterstützt von der argentinischen Hochseeflotte, Arequipa an. Bereits eine Stunde später wurde die Provinz von Peru geräumt und wir konnten mit dem Vormarsch beginnen. Das V. Armeekorps und das III. Gebirgsjägerkorps trugen zeitgleich den Angriff auf die Provinz Cuzco vor.

Gegen 14 Uhr überraschte unser 1. Marinebombergeschwader die peruanischen Seestreitkräfte im Hafen von Lima und wiederholte während der nächsten Tage den Angriff. Der Vorstoß musste jedoch am 20. November abgebrochen werden, da wir über die Hälfte der Flugzeuge eingebüsst hatten, aber keinen Erfolg erkennen konnten. Die argentinischen Seestreitkräfte riegelten unterdessen die Hafeneinfahrt ab.

Bild
Bild 23: Vormarsch auf Peru (17.10.1937)

Bis zum 7. Dezember eroberten das III. Und IV. Gebirgsjägerkorps die östlichen Provinzen Perus: Arequipa und Cuzco. Da die Infanteriedivisionen sich langsamer fortbewegen konnten, standen die beiden Gebirgsjägerkorps alleine in der ersten Linie. Gleich darauf griff die peruanische Armee unter General Montehermoso mit fünf Divisionen längs der Pazifikküste an. Die Chancen einer gelungenen Abwehrschlacht standen schlecht. Lediglich die Hochseeflotte konnte das IV. Gebirgsjägerkorps in Arequipa unterstützen.

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Bild 24: Verbissene Abwehrschlacht in Arequipa (07.12.1937)

Von morgens um 3 Uhr bis abends um 20 Uhr tobte das Gefecht und nur die Nacht rettete die Gebirgsjäger vor einem Rückzug. Die 8. Gebirgsjägerdivision hatte 300 Mann Verluste zu beklagen, die 7. Division sogar 600 Mann. Hinzu kam der schlechte Organisationsgrad, der bei 34 und 20 Prozent lag. Generalleutnant Castano, Befehlshaber des IV. Gebirgsjägerkorps, erbat dringend Unterstützung, um die Stellungen halten zu können. Feldmarschall Justo würde persönlich zwei Tage später mit dem Hauptquartier nachrücken, aber das I. Armeekorps unter Generalleutnant Ramirez war nicht vor dem 20. Dezember in Arequipa zu erwarten. Feldmarschall Justo entschied sich, sich einzugraben und Verstärkung abzuwarten.- Würde die Front so lange halten?
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Beitragvon Claus E. Witz » 10. September 2012 10:01

Endkampf um Lima
(Dezember 1937 bis Januar 1938)

Am 16. Dezember erreichte endlich General Sarobe mit dem V. Armeekorps Cuzco, ohne dass der Feind sich zu einem weiteren Angriff entschließen konnte. Feldmarschall Justo wollte nun kein weiteres Risiko eingehen und befahl sofort nach dem Eintreffen der drei frischen Divisionen erneut zum Angriff überzugehen.

Mit einer zweifachen Übermacht begann am 16. Dezember um 12 Uhr der Angriff auf die peruanische Hauptstadt Lima. Die vier verteidigenden Divisionen wurden von Feldmarschall Larrea, einem versierten Defensivstrategen geführt. Unter seinem Kommando stand nicht nur eine Gebirgsjägerdivision, sondern neben zwei Infanteriedivisionen (1918) auch ein modern ausgerüsteter Verband (1936). Hinzu kam eine gut zu verteidigende Gebirgsstellung, die uns Sorge bereitete.

Bild
Bild 25: Gefecht um Lima (16.12.1937)

Aber alle unsere Befürchtungen waren unbegründet. Feldmarschall Justo führte unsere kampferprobten Truppen so sicher, dass nach zwölf Stunden Gefecht der Kampf zu unseren Gunsten entschieden war und der Feind den Rückzug antreten musste.

Der bevorstehende Verlust von Lima und seinem Kriegshafen veranlasste die peruanische Flotte, einen Ausbruchversuch zu versuchen. Das Ansinnen scheiterte aber an der Wachsamkeit unserer Hochseeflotte und wir konnten den schwer Kreuzer Almirante Grau sowie die Zerstörer- und U-Bootflottille versenken. Unser leichter Kreuzer Pueyrredon erhielt schwere Treffer und musste dringend ins Dock. Admiral Bustamante entschloss sich, zunächst nach Santiago zu fahren, um das gefährdete Schiff abzuliefern. Dann drehte er wieder auf Nordkurs und lag Ende Dezember wieder vor der peruanischen Küste auf der Lauer.

Peru leitete am 28. Dezember 1937 eine Friedensinitiative ein. Es wollte auf weite Gebiete für seine Unabhängigkeit verzichten. Präsident Justo blieb aber seinem harten Kurs treu und schlug alle Bemühungen des Gegners aus. Am 15. Januar 1938 zogen wir in der Hauptstadt Lima ein und der peruanische Präsident Larrea rettete sich mit samt seiner Regierung in den Dschungel von Pucallpa. Doch es half alles nichts: Wir sprachen unverzüglich die Annexion Perus aus und der Krieg war beendet.
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Beitragvon Claus E. Witz » 10. September 2012 10:12

Eine bittere Bilanz
(Januar 1938)

Wir hatten diesmal empfindliche Verluste zu beklagen, wobei alle Streitkräfte betroffen waren: 3.500 Soldaten der Infanterie- und Gebirgsjägerdivisionen, 1.040 Mann Luftwaffensoldaten und 130 Mann des leichten Kreuzers Pueyrredon wurden von ihren Müttern und Familien schmerzlich vermisst und die Zeitungen waren voll mit Todesanzeigen.

Derweil entwickelten wir den einfachen Sturzkampfbomber. Präsident Justo hatte den Chef der Luftwaffe auf diesen Tag bereits vorbereitet, sollte doch Antonio Parodi gegen einen fähigen Mann ersetzt werden, der sich in den neuen Taktiken der „fliegenden Artillerie“ auskennen sollte: Jose Tamborni übernahm noch vor Jahreswechsel das für die Zukunft wichtige Amt. Im Januar stellte Antonio Parodi die „Truppenersatz-Doktrin“ auf und stärkten so unsere Luftstreitkräfte.
"Wir behaupten (...), der Krieg ist nichts als eine Fortsetzung des politischen Verkehrs mit Einmischung anderer Mittel." Carl von Clausewitz

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Angriff in den Anden! - Kapitel 7

Beitragvon Claus E. Witz » 13. September 2012 08:42

Strategieplanungen für 1938
(Januar 1938)

Mitte Januar konnten wir unsere strategischen Überlegungen nicht länger auf die lange Bank schieben. Präsident Justo bestellte zum 17. Januar 1938 den großen Kriegsrat ein. Es lag auf der Hand, dass die Parteigänger der Kriegstreiber die Oberhand hatten, sprachen doch die vielen Erfolge für eine Weiterführung der aggressiven Politik (Kriegstreiber +1). Die Fortsetzung, ja Bekräftigung dieser Politik hatte für uns positive Auswirkungen auf die Aushebungen der Wehrfähigen, den geringeren Anstieg der Unruhe bei Kriegserklärungen und die kürzere Produktionsdauer und niedrigeren Kosten.

Schwieriger war die Frage, welche Länder als nächstes unter den Fahnen Argentiniens genommen werden sollten. Die Diskussion war hitzig und offen und sehr untypisch für den Führungsstil von Präsident Justo. Fast schien es, als wäre er unschlüssig gewesen, was zu tun sei. So entstanden drei Pläne, die ich in Kürze und ohne Detailplanung näher erläutern möchte.

Bild
Bild 26: Strategiepläne für Südamerika 17.01.1938)

Legende: IK = Industriekapazität (effektiv/Basis), Div = Division, KS = Kernschiff (Großkampfschiff), BS = Begleitschiff (bzw. Flottille), TP = Transportflottille, J = Jagdgeschwader, B = Bombergeschwader

Fast alle unsere Feldtruppen standen an der Westküste Südamerikas. Folglich war es laut Plan „Agrippa“ logisch, an dieser Stelle den Angriff erneut aufzunehmen und nacheinander Ecuador, Kolumbien und Venezuela zu erobern. Mit dem letzten Schlag hätte man die Ölvorkommen Südamerikas in die Hand bekommen. Dann wäre ein Angriff auf Brasilien von zwei Richtungen möglich gewesen.

Plan „Brutus“ sah eine völlige Umgruppierung der Feldtruppen vor. Die Transportflotte sollte alle Divisionen nach Montevideo und Concordia an die Südatlantikküste bringen, um schnellstmöglich den Angriff auf die noch schwachen brasilianischen Verteidigungstruppen auszulösen. An der Westküste blieben nur Garnisonen zurück, die für Ruhe und Ordnung in den annektierten Provinzen sorgen sollten. Die Schwäche in diesem Plan lag darin, dass die Truppen untätig auf ihren Transportbefehl hätten warten müssen ohne nur irgendetwas bewirken zu können.

Der dritte Entwurf, Plan „Cäsar“, sah die Teilung der Truppen in zwei Armeegruppen vor. Während der eine Verband bereits auf dem Transport Richtung brasilianischer Grenze sein würde, sollte die Armeegruppe West Ecuador erobern, bevor diese dann ebenfalls verlegt werden konnte. Kolumbien mit seinen sieben Divisionen als weiteres Zielland schien dem Generalstab als ein zu schwieriges Unterfangen.

Doch was war der erfolgversprechendste Plan, den es umzusetzen galt? Die Beratungen zogen sich drei Tage hin, bevor man zu einem Entschluss kam.
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Angriff in den Anden! - Kapitel 7

Beitragvon Claus E. Witz » 15. September 2012 11:39

Wirtschaftliche Erholung
(Februar bis März 1938)

Nach drei Tagen Beratungen bis in die späte Nacht hinein hatte Präsident Justo einen Entschluss gefasst. Plan Cäsar hatte sich durchgesetzt und nun ging es in die Ausarbeitung der Operationspläne für den gleichzeitigen Angriff auf Ecuador und Brasilien. Der Generalstab arbeitete fieberhaft an den Details, die alle bisherigen Detailplanungen in den Schatten stellte. Zunächst mussten die Streitkräfte neu organisiert werden.

Die Armeegruppe West bestand aus dem Hauptquartier unter Feldmarschall Justo, dem III. Gebirgsjägerkorps unter Generalleutnant Ibarra und dem V. Armeekorps unter General Sarobe. Letzterem beraubte man seiner drei Artillerieregimenter, um schneller in den nördlichen Anden voran zu kommen. Noch Anfang April sollte der Angriff beginnen.

Am Ende der dritten Februarwoche 1938 waren die Unruhen in Argentinien beseitigt, wir hatten die neu ausgehobene 5. Sicherungsdivision in Lima stationieren können und unsere Wirtschaftsleistung erreichte die Höhe von der unvorstellbaren Industriekapazität von 45 IK. Wir konnten damit ein drittes Forscherteam – Esteban de Luca – mit der Weiterentwicklung der Artillerie beauftragen.

Generell erholte sich die Wirtschaft, während wir den Angriffskrieg auf Ecuador und Brasilien weiter vorbereiteten. Wir konnten erstmals zeitgleich Infanteriedivisionen, diverse Pionier- und Militärpolizei-Regimenter sowie einer Serie von Sturzkampfbombern in Auftrag geben. Bald darauf folgte noch eine dritte Transportflottille.

Bild
Bild 27: Wachsende Produktion Anfang 1938 (30.02.1938)

Der März 1938 war ein ruhiger, aber auch bedeutsamer Monat für die Welt: Unsere Wirtschafts- und Militärmacht wuchs weiter an. Wir stellen die 13. Infanteriedivision auf, beorderten das erste neu ausgehobene Polizeiregiment nach Asunción und gliederten es der 2. Sicherungsdivision an. Außerdem füllten wir weiter unsere Lücken auf, die die vergangenen Feldzüge in unsere Reihen geschlagen hatten.

Auf der anderen Seite des Atlantiks wuchs ebenfalls eine Militärmaschinerie heran, nämlich die des Deutschen Reiches, das am 28. März den Anschluss Österreichs vollzog, worauf hin Großbritannien und Frankreich nicht lange mit der Antwort auf sich warteten ließen und zum Krieg rüsteten. Früher oder später mussten wir uns entscheiden, dass war uns im Kabinett klar, auf welcher Seite wir stehen wollten. Es gab Befürworter, mit den Deutschen zusammen zu stehen. Ich stand auf ihrer Seite, war ich doch unmittelbar betroffen von den politischen Auswirkungen. Ich galt in diesem Punkt deshalb nicht als besonders glaubwürdig, aber die Fakten spielten mir in die Hand: Wollten wir die Herrschaft über Südamerika erlangen, ging der Weg auch über die britischen Falkland Inseln und Georgetown, die französische Provinz Cayenne und das holländische Paramaribo, ganz zu schweigen von weiteren alliierten Besitztümern in der Karibik.

Am 3. April schien uns die Entwicklung aber zu entgleiten: Deutschland kündigte alle seine Handelsverträge mit uns. Wir hatten plötzlich ein riesiges Energieloch zu stopfen und wir waren froh, dass wir halbwegs große Vorräte angelegt hatten. Die Irritation unsererseits legte sich aber, als es dem Wirtschaftsminister gelang ein neues Abkommen, wenn auch zu schlechteren Konditionen, abzuschließen. Der Alliierten-Fraktion im Präsidentenpalast lag die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben, fürchteten sie doch – berechtigterweise –, dass die Vereinigten Staaten im Falle unseres Zusammengehens mit Deutschland in den Krieg eingreifen könnten. Und die Unzuverlässigkeit eines Deutschen Reiches war ja gerade unter Beweis gestellt worden.
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Re: [AAR HoI2] Angriff in den Anden! (Argentinien AAR 1936)

Beitragvon Wüstenkrieger » 16. September 2012 23:33

Ich bitte unsere Kommentarregelung zu beachten!!!

@ Witz

Ich habe auch deine Signatur verändert. Schon ein starkes Stück, einfach unsere Regelung außer Kraft zu setzen. Es ist keiner gezwungen, AAR hier einzustellen, wenn ihm die Art und Weise in der SZ nicht gefällt.
Wir haben alle mit offenen Armen empfangen und vieles euch Zuliebe umgesetzt. Da erwarte ich ein wenig Anstand und das Befolgen unserer Regeln.

Ich habe das leider erst heute bemerkt, war halt viel zu tun die Tage. Die bei uns vorhandene Regel würd eja nicht einfach aus einer Laune erstellt, sondern mit der Community damals entwickelt, um die Lesbarkeit der AAR zu verbessern, ohne das Feedback einzuschränken.

Ich denke, dass ist nach einer kleinen Umgewöhnungsphase dann auch für dich nachvollziehbar und du wirst die Vorteile dieser Regelung zu schätzen lernen. :)

Vielen Dank.



Die Kommentare dann bitte hier rein:

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Regel:
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Angriff in den Anden! - Kapitel 7

Beitragvon Claus E. Witz » 18. September 2012 00:10

Blitzsieg gegen Ecuador
(April 1938)

Neben diesen Querelen stand die Frage auf dem Programm, wann wir den Angriff auf Ecuador - Fall Braun - auslösen wollten: Noch waren nicht alle Verstärkungen bei der Truppe angekommen, aber neue zusätzliche Einheiten sollten beim nächsten Schlag nicht hinzukommen. Auch war die Wirtschaft am Blühen und wir fürchteten, dass bei neuen Unruhen die Wirtschaftsleistungen nachlassen würden und wir unser drittes Forscherteam aufgeben müssten. Eine Verzögerung des Angriffs musste aber auch den Angriffstermin auf Brasilien beeinflussen, wollten wir doch nicht mit einer zu großen Unruhe im Land eine weitere Kriegserklärung aussprechen. Also entschlossen wir uns, sobald die maximale Organisationsstärke beim III. Gebirgsjägerkorps und V. Armeekorps erreicht werden würde, den Angriffsbefehl zu erteilen.

Am 11. April gab der Marinestab den Umstationierungstermin für unsere Hochseeflotte nach Lima und am 15. April erschien die Flotte, angeführt von den Schlachtschiffen Moreno und Rivadavia, vor der ecuadorianischen Küste. Pünktlich um 11 Uhr, noch vor Anbruch des Tages, wurde die Kriegserklärung an Ecuador ausgesprochen. Zum selben Zeitpunkt griff das III. Gebirgsjägerkorps, unterstützt vom V. Armeekorps die Hauptstadt Quito an. Die Flotte startete zeitgleich ihr Bombardement auf die Stadt und die Küstenstraße und fegte die Verteidiger hinfort.

Den Verteidigern unter Feldmarschall Enriquez Gallo gelang es, der sich heranarbeitenden Streitmacht zunächst zu widerstehen, half ihnen doch das unübersichtliche Gebirge mit seinen leicht zu verteidigenden Pässen. Auch behinderten starke Regenfälle die Operationen unserer Streitkräfte. So dauerte das Gefecht bis 6 Uhr am Folgetag, bevor der Widerstand zusammenbrach und sich die beiden verteidigenden Divisionen zurückziehen mussten. 1.380 Mann blieben auf unserer Seite auf dem Schlachtfeld zurück. Die getöteten Feinde zählte in Matsch und Schlamm keiner.

Bild
Bild 28: Gefecht um Quito (15.04.1938)

Feldmarschall Justo stellte dem III. Gebirgsjägerkorps für den Eilmarsch unverzüglich zusätzliche Vorräte zur Verfügung und wir erwarteten den Fall Quitos noch vor Ende April. Am 27. April war es soweit: Wir annektierten Ecuador als sechsten Staat Südamerikas und setzten in Quito sofort die 6. Sicherungsdivision als Garnison ein.

Wir waren in Buenos Aires, fern ab der Grausamkeiten des Krieges, alle erleichtert, dass innerhalb eines Monats Ecuador besiegt werden konnte. Ich konnte mich also wieder dem Aufbau der Wirtschaft widmen und wir versuchten die Unruhen, die auf knapp zehn Prozent gestiegen waren, wieder einzudämmen.

Die Befürchtung, wir würden aufgrund der Kriegshandlungen unser drittes Forscherteam einbüßen, war unbegründet. Der Forschungsfortschritt der Firma Esteban den Luca bei der Entwicklung der „Einfachen Feldartillerie“ war schon sehr weit fortgeschritten. Und aufgrund des Forschungsabschlusses „Hinterbereich Fahrzeugreparatur“ konnten wir das Industrieunternehmen YPF beauftragen, „Fortschrittliche Maschinenwerkzeuge“ zu entwickeln, von denen wir uns eine fünfprozentige Steigerung der Industrieleistung erhofften.

An der Produktionsfront konnten wir die ersten 10 Konvoischiffe fertig stellen. Im Falle eines amphibischen Angriffes in das brasilianische Hinterland musste die Versorgung gewährleistet bleiben. Fast zeitgleich lief die 3. Landungsflottille vom Stapel. Das versetzte uns in der Lage, See-Land-Operationen bis in Korpsgröße auf einen Schlag durchführen zu können.

Auf dem diplomatischen Parkett begannen die USA sich für uns zu interessieren. Sie beeinflussten das argentinische Volk und damit auch die Regierung so sehr, dass wir uns genötigt sahen, das Berufsheer-System auszubauen (+4).
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