[AAR HoI3] Im Zeichen der Walküre - Ein alternativer 2.WK

AARs zum Zeitpunkte der beiden Weltkriege

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Re: [AAR HoI3] Im Zeichen der Walküre - Ein alternativer 2.W

Beitragvon Hjalfnar » 17. März 2013 00:14

Pyramiden am Horizont

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Schlag Mitternacht, am 21. September 1941, begann die Landung der Operation "Kanalwacht". Einige Stunden zuvor hatte das Oberkommando der Luftwaffe, dass im kürzlich für die Italiener eroberten Athen seine Zelte aufgeschlagen hatte, den Angriffsbefehl erteilt. Kurz darauf hoben in Kreta die Transportmaschinen der 1., 2. und 3. Fallschirmjäger-Division ab. 34.000 Fallschirmjäger saßen in den ein wenig betagten, aber zuverlässigen "Tante Ju", die nun auf einen Kurs gen Süden einschwenkten. Ohne Jagdschutz waren sie Angriffen durch britische Kampfflieger schutzlos ausgesetzt, aber man verließ sich auf den Überraschungeffekt und vor allem die Dunkelheit. Im Schutze der Nacht erreichten die Ju 52 schließlich die ägyptische Küste und damit das Angriffsziel, Alexandria. Kaum dass die deutschen Flugzeuge über der Stadt zu hören waren und die ersten Meldungen über "tausende Deutsche am Himmel" die in der Stadt Alexanders beheimatete Egypt HQ Brigade, das Haptquartier für den gesamten Nahen Osten, erreichten, zogen die britischen Offiziere in schnellstem Tempo ab, aber nicht ohne vorher alle Generalstabsdokumente und sogar die Kommandokaserne zu vernichten. Zu ihrem Glück gelang ihnen die Flucht, obwohl der Verlust dieses wichtigen Hafens für die "Rule Britannia" ein schwerer Schlag war.
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Anschließend schwärmten die Fallschirmdivisionen in Ägypten aus. In raschem Tempo fielen Kairo und das Westufer des Suezkanals, dann stießen zwei der Divisionen nach Westen vor, mit dem Ziel, das alliierte Afrikakorps in Libyen von seinen verbliebenen Versorgungshäfen in Bengasi und Tobruk abzuschneiden. Dem Vormarsch konnten sich an diesem Punkt nur noch die 7th Infantry und die 7th Indian Infantry entgegenstellen, und so kam es zur Schlacht von El-Alamein, in der der letzte Widerstand alliierter Verbände in Ägypten endgültig gebrochen wurde.
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Anschließend rückten die beiden Fallschirmjäger-Divisionen weiter in Richtung Westen vor und zerschlugen jeden Widerstand und durchbrachen jedwede Verteidigungslinie, die die Briten versuchten aufzubauen. Nach der Eroberung Tobruks landeten auch weitere italienische Divisionen hinter den alliierten Linien, und bis Ende des Jahres war trotz verzweifelter Gegenoffensiven der Royal Marines und der Royal Army der Suezkanal, Nordägypten und auch Italienisch-Libyen in Hand der Achsenmächte!
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Re: [AAR HoI3] Im Zeichen der Walküre - Ein alternativer 2.W

Beitragvon Hjalfnar » 19. März 2013 08:14

Große Taten

Rund um ihn herum nahmen die Fallschirmjäger mit knallenden Hacken Haltung an. Der General inspizierte seine Kompanie im schattigen Olivenhain, während am Horizont bereits die ersten Gewitterwolken aufzogen. Graumann freute sich über die Inspektion. Er ahnte, dass man ihm einen Orden verleihen würde, und vor allem auf seinen Heimaturlaub. Es gab da eine Bekanntschaft, die er unbedingt vertiefen wollte. Unglücklicherweise räusperte sich in diesem Moment ihr General und hob zu einer Rede an:
"Tapfere Soldaten Deutschlands! Im Namen des Reichspräsidenten und des ganzen deutschen Volkes spreche ich euch hiermit den allergrößten Dank für die Eroberung des geschichtsträchtigen Flusses Nil aus! Mit der Kontrolle über Ägypten, und dem Suezkanal, ist es uns gelungen, den Alliierten einen schweren Schlag zu versetzen. Dank ihrer Tapferkeit, meine Herren, ist die Vorherrschaft der Briten auf den Weltmeeren zum ersten Mal seit mehr als 400 Jahren wieder ernsthaft gefährdet! Die Kaiserliche Flotte war nie in der Lage, solch einen Schlag zu landen, wie sie es getan haben! Was ist eine Flotte, ohne Treibstoff, Munition, Verpflegung? Ein Haufen rostendes Metall! Nicht mehr! Ohne Ägypten fehlt dem Empire der entscheidende Versorgungshafen im östlichen Mittelmeer, und eine kurze Transportroute für Güter aus Indien. Nun können die U-Boote der Kriegsmarine UND die U-Boote der Kaiserlich Japanischen Marine gemeinsam gegen den Feind vorgehen! Sie haben dies möglich gemacht! Dank ihrer Hilfe weht die deutsche Fahne über dem Suezkanal! Dank ihrem Einsatz wankt das britische Empire auf seinen tönernen Füßen! Dank ihrem Mut...WIRD ES FALLEN!!!"
Und Hauptmann Graumann fiel in das dreifache "Hurra!" seiner Männer mit ein. Es war wahr: Zum ersten Mal seit Menschengedenken wankte das britische Weltreich unter den Schlägen eines Angreifers...selbst dem 2. Reich war dies nicht gelungen. Er warf einen Blick zu den Gewitterwolken, die sich über den Pyramiden ballten. Ein Sturm zog auf, ein Sturm, der das Antlitz der Welt auf ewig verändern würde.

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Während in den Straßen Kairos die Befreiung vom britischen Joch gefeiert, Orden an Brüste geheftet und Paraden abgehalten wurden, bereiteten sich die Truppen des Oberbefehlshabers Ost auf die Winteroffensive vor. Mitten in den Vorbereitungen erreichten die fröstelnden Landser Nachrichten aus Japan: Die Festung und Marinebasis Vladivostok war nach heftigen Angriffen in die Hände der japanischen Marineinfanterie gefallen. Wichtiger noch allerdings war, dass das Reich des Tenno mit der Invasion Australiens und Neuseelands begonnen hatte, die Hauptstadt von Down Under, Sydney, war bereits fest in der Hand der kaiserlich-japanischen Armee. Die Landser schnürten ihre dicken, mit Pelzen aus Finnland gefütterten Mäntel, Stiefel und Fäustlinge und träumten von den Inseln der Südsee, während der nach einigen Messstationen eisigste Winter seit Beginn der Aufzeichnungen jeden Vormarsch zum Erliegen brachte. Vorerst.

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Herzlichen Dank an tomatentheo (40k-fanworld.net) für seinen Photoshopeinsatz!
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Re: [AAR HoI3] Im Zeichen der Walküre - Ein alternativer 2.W

Beitragvon Hjalfnar » 21. März 2013 12:41

Brennende Wälder, fallende Festungen

Zum Jahreswechsel stellte die Wehr macht praktisch alle Offensivbemühungen an der Ostfront auf Grund der klirrenden Kälte und der steigenden Verluste ein. Auf einer langen Linie, von der Barentssee bis zum Schwarzen Meer, hackten deutsche und russische Soldaten Schützengräben aus dem gefrorenen Boden oder schichteten Schneewälle auf. Lediglich im hohen Norden, in den Wäldern Ostfinnlands, tobten weiterhin Kämpfe zwischen der finnischen Armee und den deutschen Gebirgsjägern auf der einen und den hoffnungslos abgeschnittenen sowjetischen Einheiten auf der anderen Seite. Zwar massierte die Rote Armee an der Küste des Nordmeeres zunehmend mehr Infanteriedivisionen, um durch die deutsch-finnische Verteidigungslinie zu brechen, aber die Flüsse und Seen dieses unübersichtlichen Gebietes ließen jeden Vorstoß der zahlenmäßig weit überlegenen Rotarmisten scheitern. Gebirgsjäger und finnische Skiinfanterie schlugen im Laufe des Winters mindestens vier mehr oder weniger ernsthafte Angriffe zurück, jedes Mal mit katastrophalen Verlusten für die Russen. Währenddessen stieß das aus Athen eingetroffene 3. Gebirgskorps immer weiter nach Norden vor und nahm schließlich Murmansk gegen heftigen Widerstand ein. Damit waren die verbliebenen drei russischen Infanterie- und LPz-Divisionen rettungslos von jedem Nachschub abgeschnitten.
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Auf diplomatischer Ebene allerdings glühten die Drähte. Erst erklärte am 01. Januar das Kaiserreich Japan den USA den Krieg und begann mit der Invasion der verstreuten Basen dieses schlafenden Riesen, dann entschloss sich Rumänien zum Beitritt zur Achse und begann mit der Jagd nach russischen U-Booten im Schwarzen Meer, was die anfälligen Versorgungsrouten nach Ägypten stabilisierte. Am 02. Januar traten die USA den Alliierten bei und stellten den Briten massive Rüstungslieferungen zur Verfügung, auf Basis des sogenannten "Lend-Lease-Act", mit dem bereits zuvor entgegen der Bestimmungen des Völkerbundes Rüstungsgüter nach Großbritannien verliehen worden waren. Zusätzlich kam es zu Spannungen zwischen der japanischen und niederländischen Regierung über die Grenzverläufe in Indonesien, nach dem die Japaner die britischen Kolonien in Südostasien besetzt hatten.
Die Lage in Ostasien (Öffnen)
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Im Mittelmeer und im Nahen Osten tobten weiterhin heftige Kämpfe, da britische und irakische Verbände von Palästina aus verzweifelt versuchten, den Suezkanal zurückzuerobern. Das Oberkommando der Luftwaffe war ratlos, wie man gegen die permanenten Attacken vorgehen sollte, entschloss sich bis auf weiteres nur zu heftigen Bombenangriffen gegen die Hafenanlagen in Palästina. Mit dem Jahreswechsel wurde allerdings zunehmend deutlicher, dass Bomben allein das Problem nicht aus der Welt schaffen konnten, weshalb man einen risikoreicheren Weg einschlug: Die Briten sollten aus dem östlichen Mittelmeer zurückgedrängt werden.
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Trotz Kompetenzgerangels mit dem Oberkommando der Wehrmacht eröffnete am 19. Januar die Landung der 3. und 4. Fallschirmjäger-Division die Schlacht um das zur Festung ausgebaute Malta...

Über den verstauchten Knöchel fluchend stürmte Hauptmann Graumann den Hügel hinauf. Um ihn herum rannten die Männer seiner Kompanie so schnell sie ihre Beine trugen auf die Bunkeranlagen auf der Hügelkuppe zu. Von oben prasselten plötzlich Schüsse aus Gewehren und Maschinengewehren auf sie nieder, woraufhin sich die meisten zu Boden warfen. Einige davon blieben regungslos liegen, während andere nach einem Sanitäter riefen. Graumann fluchte noch lauter, als ihr Sturmangriff im Abwehrfeuer liegen blieb. Er rief seinen Funker zu sich.
"Mörserzug, Dauerbeschuss mit allem auf die Bunker, ich will, dass ihre Köpfe unten bleiben! Und schießen sie uns eine Nebelwand, verflucht nochmal!"
"Wir haben erst die Hälfte unserer Waffen, Herr Hauptmann! Unser Beschuss und auch die Nebelwand werden nicht dicht genug sein!"
"Das da oben sind nie und nimmer richtige Soldaten, so wie die schiessen. Das sind Reservisten, Familienväter, die wollen überleben! Jetzt schießen sie schon!"
Das gehetzte "Zu Befehl, Herr Hauptmann!" vom Leutnant des Mörserzuges bekam er gar nicht mehr mit. Den Männern mit MG42 befahl er, Unterdrückungsfeuer auf die Befestigungen zu legen, während die Soldaten mit FG42 anfangen sollen, gezielte Einzelschüsse abzugeben. Nur noch die treffsichersten "Springer" seiner Kompanie trugen diese Waffe und benutzten sie nun als halbautomatisches Scharfschützengewehr. Dann mischte sich ein leises Säuseln unter das Knattern des Feuergefechts, und die ersten Mörsergranaten landeten hinter den Schützengräben der Briten. Die nächste Salve saß besser und der Beschuss der Tommies ließ nach, während die ersten Nebelschwaden vor ihren Stellungen durch die Luft wabberten. Graumann sprang auf.
"Los! Vorwärts! Nicht schießen, bis wir über ihnen sind! MGs, weiter Unterdrückungsfeuer!"

Im Laufschritt stürmte die Kompanie jetzt wieder den Hang hinauf, als das Mörserfeuer plötzlich intensiver wurde und dann schlagartig verstummte. Der Leutnant des Mörserzuges hatte ihren Vormarsch beobachtet und im richtigen Moment, als die Fallschirmjäger in die Nebelschwaden eintauchten, das Feuer eingestellt. Verwirrt blickten die Verteidiger über die Brustwehr, obwohl ihnen immer noch die Schüsse der Maschinengewehre um die Ohren flogen. Aber sie hatten keine Ziele, konnten den Feind nicht entdecken. Ein Captain setzte gerade zu einem wutentbrannten "FIRE, FOR GODS SAKE!" an, als die deutschen Soldaten aus dem Nebel stürmten und auf kürzeste Distanz das Feuer mit ihren Sturmgewehren eröffneten. Granaten flogen in die Schützengräben und MG-Stellungen. Im Kugelhagel der automatischen Waffen brachen dutzende Briten zusammen, da sich die Deutschen an den Grabenrand stellten und ihr Feuer von oben durch die Gräben wandern ließen. An den Flanken der Verteidigungsanlage und den Überlebenden dieses Gemetzels brach Panik aus, und alles Gefluche und Gebrülle des Offiziers konnte nicht verhindern, dass seine Männer in wilder Flucht aus den Gräben rannten. Kurz drauf setze eine wohlgezielte Kugel eines Scharfschützen seiner Befehlsgewalt ein Ende, und die letzten noch schießenden Briten zogen den Schwerverletzen in den Kommandobunker der Küstengeschützbatterie.

Graumann winkte seine Sprengspezialisten nach vorne. Die Bunkertürme und der Kommandobunker der Batterie hatten keine Schießscharten an der Rückseite, so dass sie problemlos vorrücken konnten. Einzelne Fallschirmjäger trieben gefangene und verwundete Briten, soweit sie laufen konnten, zusammen und stellten sie unter Bewachung. Der junge Hauptmann ging zu der Stahltür, die ihm den Eintritt in den Kommandobunker verwehrte. Sie würde einer Hohlladung nicht standhalten, auch nicht die Wände, in die sie eingelassen war. Aber man musste ja nicht unnötig Material und Leben verschwenden.
"Excuse me! Who is your commanding officer?"
"Screw you, Kraut!", tönte eine Stimme von drinnen.
"Shut up, Nichols.", mischte sich eine weitere ein. "We all want to see our families again, don't you?"
"Yeah, but they slaughtered our comrades out there!"
"And all we can do now is to surrender and hope for the best. German? I'll open the door now. Don't shoot, please!"

Nach entsprechender Anweisung hielten Graumanns Fallschirmjäger ihre Waffen gesenkt, aber im Graben hinter ihnen waren mittlerweile zwei der nachgerückten MG-Trupps in Stellung gegangen und hatten ihre Waffen auf den Bunkerausgang gerichtet. Die Stahltür öffnete sich mit einem Quietschen und ein Brite mittleren Alters trat heraus, eine Hand erhoben, in der anderen sein Gewehr, dessen Magazin offensichtlich leer war. Er warf es zu Boden und trat neben den Bunker. Weitere Soldaten folgten, als letztes ein zerknirscht aussehender junger Mann, der die versammelten Deutschen hasserfüllt musterte. Aber er fügte sich.
"Do you have any casualties in there?", fragte Graumann, und der als erstes herausgetretene Brite nickte.
"The captain is heavily injured. A bullet in the right shoulder, I think. He's bleeding heavily." Er wirkte besorgt.
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Der Hauptmann trat in den Bunker, gefolgt von zweien seiner Männer und einem Sanitäter. Der britische Offizier lag ohnmächtig auf den Stufen zur Aussichtsplattform auf dem Dach, in einer kleinen Blutlache. Der Sanitäter und seine Männer hievten den Mann auf die Trage, die sie mitgebracht hatten, nachdem ihm Graumann seine Waffe, Unterlagen und einen Schlüsselbund abgenommen hatte. Kurz drauf ergaben sich auch die Besatzungen der vier gepanzerten Geschütztürme. Einen seiner Leutnants, den Offizier des Mörserzuges, der sich so schnell gefangen hatte, schickte er mit einigen Männern in einen der Türme und ließ einen Schuss ins Hafenbecken Valettas abgeben. Nur wenige Minuten später wurde der Union Jack über dem ehemaligen Großmeisterpalast des Malteserordens eingeholt, und eine weiße Fahne aufgezogen. Die Schlacht um Malta war vorbei.
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Re: [AAR HoI3] Im Zeichen der Walküre - Ein alternativer 2.W

Beitragvon Hjalfnar » 26. März 2013 00:24

Das 4. Reich

Während im Mittelmeer die Kämpfe tobten, war die Lage an der Ostfront weiterhin ruhig, nicht zuletzt, weil ein massiver Aufstand in den ehemals polnischen Gebieten kurzzeitig die meisten Versorgungswege des Wehrbereiches Ost unterbrachen.
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Sobald die in Polen stationierten Kavallerieverbände den Aufstand beinahe vollständig unter Kontrolle hatten, und die Versorgungswege wieder frei waren, löste Reichspräsident Ludwig Beck als eine seiner letzten Amtshandlungen die Großoffensive "Zar Iwans Palast" aus. Auf der gesamten Frontlänge ging die Wehrmacht zum Generalangriff über, massivste Bombenangriffe auf Moskau und alle vor Moskau liegenden Verbände der Roten Armee leiteten die größte Angriffsoperation der Geschichte ein, denn nunmehr verfügte die Wehrmacht über die 3. Panzerarmee, die unbemerkt von den Russen im Zentrum der Front, nur ca. 1000 Kilometer von Moskau entfernt, unter schärfster Geheimhaltung aufgestellt worden war. Nun sollte sie die Entscheidung gegen das russische Riesenreich erzwingen. Noch hielt sich die Armee zurück, überließ die stärksten Angriffe der 1. und 2. Panzerarmee im Norden und Süden, die ihre Gegner schnell schlagen und zurückdrängen konnten. Sobald die Sowjets nun ihre Linie im Zentrum ausdünnen würden, um die Flanken dieser gewaltigen Front zu stützen, würde die 3. Panzerarmee angreifen, durch die russischen Linien schmettern und, wenn möglich, bis nach Moskau vorstoßen!
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Auf Malta genoss währenddessen Hauptmann Graumann den Sonnenschein und den italienischen Wein, den der Duce an die siegreichen Fallschirmjäger hatte liefern lassen. Seine Kompanie erfreute sich derweil an kühlem britischen "Ale". Offenbar hatte es irgend ein hochrangiger Versorgungsoffizier der Garnisonstruppe für nötig gehalten, ein altes unterirdisches Pulvermagazin in eine Kühlkammer für die alkoholischen Getränke des britischen Offizierskorps umzubauen. So tranken seine Männer nun hochklassiges Ale, Scotch und Rum aus "Good ol' Britannia", während einige argwöhnische Kettenhunde das Treiben musterten. So gesehen war es ein fast perfekter Tag, wenn nicht auf einmal das Funkgerät angefangen hätte, sein gerade beginnendes Frühstücksschläfchen zu unterbrechen. Der Funker dreht sich zu dem jungen Hauptmann um und blinzelte nervös. Na toll, wer auch immer da am anderen Ende war, hatte den armen Kerl aufgescheucht, und zwar kräftig.
"Herr Hauptmann, ein gewisser Generalfeldmarschall Bayerlein verlangt sie zu sprechen!", kam es aus dem zitternden Burschen herausgewürgt.
"Der Generalstabschef und Oberbefehlshaber aller Waffengattungen? DER Bayerlein?!", kam die ungläubige Antwort.
Der Funker nickte und fing wieder an zu zittern: "Er verlangt sie sofort!"
Graumann trat ans Funkgerät, setzte sich die Hörer auf und rückte das Mikrophon zurecht.
"Hier Hauptmann Graumann, zu Befehl, Herr Generalfeldmar...."
"Hauptmann Graumann, ich möchte Sie darüber informieren, bevor Ihr kommandierender General dies tut, dass heute Morgen um 1:00 Uhr nachts Reichspräsident Beck zurückgetreten ist und sein Amt an Prinz Wilhelm von Preussen übergeben hat. Dieser hat unmittelbar darauf die Diktatur für beendet erklärt und das 4. Reich ausrufen lassen. Seit heute Morgen ist Deutschland wieder ein Kaiserreich! Wenn auch diesmal ein tatsächlich konstitutionelles. Wie auch immer. Der Kaiser Wilhelm III. hat mich persönlich damit beauftragt, den "schneidigen jungen Leibwächter des Reichspräsidenten" schnellstens nach Berlin zu schaffen. Offenbar wurde Ihre Person als wertvoll erkannt, der Kaiser hat Sie für eine hohe Auszeichnung vormerken lassen. Außerdem sollen Sie die neue 7. Fallschirmjäger-Division mit ihrer Kompanie zusammen ausbilden. Machen Sie sich also gefälligst auf den Weg zum Flughafen von Valetta, und scheuchen Sie ihre Männer schnellstens in die Flugzeuge, bevor sie zu betrunken sind. Man erwartet Sie in einigen Stunden am Flughafen Tempelhof. Einen schönen 31. Januar wünsche ich Ihnen noch."
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Hauptmann Graumann sah sich um. Überall betrunkene Fallschirmjäger. Sogar einer der Kettenhunde lag mittlerweile auf der Straße und sang irgend ein schweinisches Lied. Sein Kater, der sich seit dem Morgen in die hinteren Ecken seines Selbst verkrochen hatte, stürmte wieder hervor, prügelte ihm kräftig ins Hirn und gab seinen Gedärmen einen ordentlich Tritt. Der Funker sah nur noch, wie sein kommandierender Offizier schneeweiß wurde, sich einige Schritte vom Kommandopavillion entfernte und sich ersteinmal herzhaft übergab. Was auch immer der Oberbefehlshaber aller bewaffneten Streitkräfte Deutschlands gewollt hatte...er mochte nicht in der Haut seines Hauptmannes stecken!

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Re: [AAR HoI3] Im Zeichen der Walküre - Ein alternativer 2.W

Beitragvon Hjalfnar » 7. April 2013 10:18

Krieg an allen Fronten

Hauptmann Graumann wurde 1. Februar 1942 als zweitem Offizier der deutschen Streitkräfte das neu gestiftete und das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ersetzende "Ritterkreuz pour le Mérite" verliehen.
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Nach nur wenigen Tagen Urlaub folgte er seiner Kompanie nach Sewastopol, der immer noch recht mitgenommenen und menschenleeren Festungsstadt auf der Krim. Infrakstruktur, Hafen und Flugplatz waren zwar wieder hergerichtet, aber die Bevölkerung der Stadt war entweder geflohen oder während der heftigen Kämpfe gestorben. Eine neue Auszeichnung, der eine neue Aufgabe folgte. Typisch Militär. Eine Neuerung in seinem Leben hatte Graumann allerdings in Berlin zurücklassen müssen. Und jeden Tag, den er nun junge Männer dazu antrieb, von Sprungtürmen zu hüpfen oder aus Flugzeugen zu springen, ihre Waffen korrekt anzulegen und ihren Fallschirm richtig zu falten, wanderten seine Gedanken immer wieder zurück nach Berlin und die kleine Wohnung nahe dem Flughafen Tempelhof, die er nun nicht mehr alleine bewohnte. Das Foto in seiner Brusttasche spendete ihm zumindest ein wenig Trost, denn der nächste Heimaturlaub war noch fern.
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Während der Hauptmann seinen Liebeskummer mit dem Anbrüllen junger Fallschirmjäger zu kompensieren versuchte, wehrten seine Kameraden am Suezkanal wiederholte Landungs- und Übersetzversuche der Briten und ihrer irakischen Verbündeten ab. Da die Attacken des Commonwealth zunehmend heftiger wurden, und auch die Luftangriffe zunahmen, begannen die Planungen für einen Gegenangriff.
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Schlussendlich fiel die Wahl auf einen entschlossenen Vorstoß auf Palästina. Dies würde dem Reich nicht nur den Vorteil einer gesicherten östlichen Mittelmeerküste bieten, sondern dem Kaiser auch die Unterstützung des Zionistenkongresses und seiner Anhänger einbringen können. So erging am 05. Februar der Angriffbefehl für alle verfügbaren Fallschirmdivisionen, was zu einer kapitalen Niederlage der sogenannten "British-Iraqi Joint Expenditionary Force" führte. Am 28. März war die Hafenstadt Tel Aviv mit ihrem strategisch wichtigen Flugplatz in deutscher Hand, und auch die "Heilige Stadt" Jerusalem fiel nach kurzem Kampf an die kaiserlichen Truppen.
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Die Machtergreifung des German-American Bund in den USA 1939 hatte viele Juden, die dort ähnlichen Repressalien ausgesetzt waren wie in Deutschland unter der Hitlerdiktatur, kurz nach dem Putsch der Offiziere um Ludwig Beck und der offiziellen Verurteilung der Verbrechen der Nazis und der Hinrichtung zahlreicher Nationalsozialisten zur Rückkehr oder Auswanderung ins neu entstehende 4. Reich bewegt. Dementsprechend waren in allen deutschen Streitkräften wieder jüdische Soldaten vertreten, wobei diese auf Grund der noch frischen Narben der Verfolgung durch die Nazis nicht zum Wehrdienst verpflichtet waren und deshalb als Freiwillige große Anerkennung unter den restlichen Soldaten genossen. Gerade unter den Fallschirmjägern, bei der Luftwaffe und der Marine war der Anteil dieser Freiwilligen recht hoch, und so kam es nach der Einnahme Jerusalems an der Klagemauer zu einigen ergreifenden Szenen, vor allem nach dem der Kaiser die Errichtung des Staates Israel nach Ende der Kämpf im Nahen Osten versprach, und jüdischen Soldaten das Tragen des neuen israelischen Wappens gestattete.
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Während so das Kaiserreich im Nahen Osten unbewussterweise die Grundlage für seine weiteren Siege legte, wehrte sich an der Ostfront die Rote Armee verbissen gegen das Vordringen der Wehrmacht und so verlief der Vormarsch hier eher schleppend. Trotzdem gelang es bis Ende März, die Stadt Rostov am Don einzunehmen und damit zum ersten Mal Bombenangriffe auf Stalingrad möglich zu machen.
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Fast zeitgleich gelang den deutschen und finnischen Truppen im Norden die Einkesselung der letzten noch kampffähigen sowjetischen Division, womit die Invasion Finnlands zu Kriegsbeginn auf katastrophale Weise gescheitert war. Die Achse kontrollierte nun nicht nur alle finnischen Gebiete, sondern auch noch die Halbinsel Kola, wo man zwar nicht einmarschierte, deren Bevölkerung aber nun völlig von der Versorgung durch Finnland und Deutschland abhängig war.
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Zuletzt geändert von Hjalfnar am 7. Juni 2013 12:55, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: [AAR HoI3] Im Zeichen der Walküre - Ein alternativer 2.W

Beitragvon Hjalfnar » 8. April 2013 20:03

Dem Sieg so nah!

Im Laufe der nächsten Monate marschierte die japanische Armee in raschem Tempo vorwärts und eroberte große Teile Australiens. Vichy-Frankreich überantwortete seine Kolonien in Indochina dem Tenno, und auch auf den Philippinen, Indonesien und Malaysia waren die Truppen aus dem Reich der Aufgehenden Sonne auf dem Vormarsch. Selbst Teile des britischen Burmas fielen in japanische Hände.
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Auch die Wehrmacht und die Luftwaffe hatten nur Erfolge zu vermelden. Die Fallschirmjäger in Palästina vernichteten die letzten Reste des britischen Africa Corps, besetzten den Irak und schlussendlich sogar das britische Protektorat Kuwait. Ein weiter Weg von Alexandria! Für die Briten war dies eine heftige Niederlage, hatten die deutschen Streitkräfte damit der britischen Krone doch einen ihrer wertvollsten Kronjuwelen geraubt!
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Die Ostfront stand gegenüber diesen dramatischen Ereignissen kaum zurück, denn die permanenten Kämpfe und der verbissene Vormarsch der letzten Monate trugen endlich Früchte. Am 11. Juni war die Front nur noch 88 Kilometer von Moskau entfernt, und mit dem Eintreffen der frischen 3. Panzerarmee in den Bereitsstellungsräumen begann um 12 Uhr die Reihe von heftigen Gefechten und Schlachten, die man später zusammenfassend als "Schlacht um Moskau" bezeichnen sollte.
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Als nur 7 Tage später das 8. Panzerkorps unter General Wodrig die Aussenbezirke der sowjetischen Hauptstadt erreichte, gingen die Verluste der Roten Armee bereits in die Zehntausende. Die Führung der russischen Streitkräfte war auf die strategische Finte des OB Ost hereingefallen. Die heftigen Attacken entlag der gesamten Front, mit Ausnahme der Frontlinie vor Moskau hatten den Eindruck erwecken sollen, die deutschen Truppen würden erst versuchen, eine günstigere Position für den Angriff auf das Herz des internationalen Kommunismus zu erreichen. Während nun die Rote Armee immer mehr Divisionen aus der Front im Zentrum herauslöste und in Richtung Kaukasus oder Nordmeer befahl, wurde die erst kürzlich vollständig und noch kampfunerfahrene 3. Panzerarmee herangeführt und durchbrach ohne wirkliche Verluste die geschwächten feindlichen Linien. Erst in den Straßen Moskaus und schließlich im Kreml stellte sich ihr wirklicher Widerstand entgegen, in Form der 1. Gardeinfanteriedivision.
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Nach zwei Tagen heftigster Kämpfe entschied Stalin schließlich, dass es eine Verschwendung kriegswichtiger Ressourcen und vor allem erfahrener Soldaten wäre, die Hauptstadt weiterhin ohne Panzerunterstützung gegen eben solche zu halten. Während die Geheimdienstler des gefürchteten NKWD noch verzweifelt versuchten, politische Gefangene zu erschießen und wichtige Dokumente zu verbrennen, verließ der Generalissimus der Roten Armee und Generalsekretär der Kommunistischen Partei in einem gepanzerten Sonderzug unter Deckung durch die tapferen Gardesoldaten den Kreml und flüchtete sich in die provisorische Hauptstadt Stalingrad. Der Jubel im ganzen Deutschen Reich war groß, als die Volksempfänger im ganzen Land verkündeten, dass deutsche Panzergrenadiere und Panzer über den Roten Platz und durch die zerschossenen Tore des Kreml rollten.

Auch Hauptmann Graumann feierte mit den Männern seiner Kompanie begeistert diesen großen, nach Ansicht vieler entscheidenden Sieg, und man merkte auch den unerfahrenen Rekruten ihrer neuen Division in den nächsten Tagen eine etwas laxere Haltung zu ihren Ausbildungszielen an. Doch der verfrühte Optimismus ob dieses scheinbar vernichtenden Sieg wurde schon bald Lügen gestraft. Der Widerstand der Sowjets wankte nicht, sondern versteifte sich höchstens noch, und nur einen Monat nach dem Sieg an der Moskwa sollte ein anderer Kriegsschauplatz die dortigen deutschen Truppen an den Rand einer verheerenden Niederlage bringen.


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Zuletzt geändert von Hjalfnar am 22. Januar 2014 11:15, insgesamt 2-mal geändert.
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Beitragvon Hjalfnar » 9. April 2013 11:49

Am Rande der Katastrophe

"General der Artillerie, Herr Ludwig Beck!", rief der Bedienstete an der großen Flügeltür und alle im Raum befindlichen Personen wandten sich um. Viele standen auf, um den alten General zu begrüßen. Dann fing jemand in der Menge an zu klatschen. Rasch wurde das Klatschen von den umstehenden aufgenommen und schon bald applaudierte der gesamte Ballsaal dem Mann, der den großartigen Sieg von Moskau möglich gemacht hatte. Der Militärberater des Kaisers stand ergriffen vor der Menge, seine Offiziersmütze unter den Arm geklemmt, als der Kaiser aus der Masse der Leute trat, offenbar der Initiator des Applauses, und ihm herzhaft die Hand drückte.
"Eine große Stunde für das vierte Reich! Und das verdankt Deutschland ihnen!"
"Ach was!", winkte der alte Militär gerührt ab. "Danken sie dem 6. Panzerkorps und der 6.Panzerarmee! Die unerfahrenen Burschen haben den Russen förmlich aus der Stadt geworfen."
"Wohl wahr! Aber es war ihre Planung, die diesen strategischen Überraschungserfolg möglich gemacht haben. Kommen sie, wir gehen in einen der Nebenräume, ich könnte jetzt eine Zigarre vertragen."

In einem der Raucherzimmer waren bereits mehrere Personen heftig am diskutieren über die beste Wirtschaftspolitik für das Nachkriegsdeutschland, wobei ein Mann gerade paffend seinen Standpunkt darstellte. Beck fand es ein wenig verfrüht, bereits solchen Gedanken nachzuhängen, denn er ahnte, dass Briten und Amerikaner nicht so leicht klein bei geben würden.
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In einem leeren Raum angekommen, zündete einer der Bediensteten beiden eine Zigarre an, eine originale "El Rey del Mundo", bei der Beck rätselte, wie Seine Majestät in Zeiten eines Krieges und nicht existentem Seehandel an solch exklusives Rauchwerk herandkam, aber wie der Engländer sagen würde, war er ein Gentleman, genoss und und schwieg. Schließlich beugte sich der Kaiser vor.
"Herr General, Ihrem großartigen Plan ist alles zu verdanken. Den Pour le Mérite haben sie nun allerdings bereits. Sie bringen mich in Verlegenheit, ist Ihnen das klar? Womit soll ich Sie denn nun noch auszeichnen? Sie haben mir wirklich kene Wahl gelassen. Ich musste das Parlament bitten, mir das Recht auf Nobilitierung wieder zu verleihen."
Beck musste husten, da er sich vor Schreck am Qualm verschluckte.
"Nobilitierung? Sie meinen...Erhebung in den ADELSSTAND?!"
"Nun. Ja. Aber so einfach ist das nicht. Alleine der Adelsstand scheint mir nicht zu genügen, also überzeugte ich gestern Abend das Kabinett davon, den Schwarzen Adlerorden wieder zu stiften, und hier sitzen wir nun, zukünftiger Herr General Ludwig Beck Ritter von...tja, da hapert es noch ein wenig, ihren neuen Besitz werden wir wohl auch erst in einigen Wochen definieren können, denn erst muss das Parlament einer teilweisen Rückerstattung der von den Nazis konfiszierten Ländereien zustimmen."
Der General war in eine Art Schockstarre verfallen und nickte bloß mechanisch. In dem Moment waren vor der Tür schnelle Schritte zu hören, dann wurde die Tür aufgerissen. Der Kaiser und Beck fuhren hoch, Becks rechte Hand legte sich beinahe automatisch auf sein nicht vorhandenes Halfter, bis ihm aufging, dass hier in Schloss Bellevue wohl kaum die Gefahr eines Attentats drohte. In der Tür stand ein schwer atmender Leutnant, mit einem zerknitterten Zettel in der Hand.

"Ihre Majestät, Herr General, es tut mir leid, aber das hier durfte nicht über die Fernmeldetruppe geleitet werden. Strengste Geheimhaltung. Ich komme direkt vom Generalstabsamt in Wünsdorf. Eine Nachricht vom OB der Luftwaffe in Athen!", rasselte der keuchende junge Mann herunter.
"Geben sie her.", sagte Beck und griff das Schreiben aus den zitternden Händen des Leutnants. Laut der Eingangszeit, die handschriftlich auf dem Wisch vermerkt war, wurde die Nachricht vor gerade einmal 30 Minuten empfangen. Der Fernmeldeleutnant musste wie ein Wahnsinniger durch die Innenstadt gerast sein, nach Wünsdorf waren es 40 Kilometer! Seinem etwas derangierten Aussehen nach vermutlich auch noch auf einem Krad. Was konnte so wichtig sein? Er las einige Zeilen...

Der Kaiser bemerkte, wie Beck die Augen aufriss und und blass wurde: "Was?! Was ist passiert?!"
"Die Briten sind in Ägypten gelandet, sie haben Alexandria besetzt und sind mit mindestens 20 Divisionen dabei, den Suezkanal zurückzuerobern!"
"Was haben wir dort unten?"
"Nichts. Die Fallschirmjäger sind alle im Irak oder in Palästina. Eine weitere Division auf Malta, und in Odessa befinden sich noch drei Infanteriedivisionen, die als Garnison nach Ägypten verschifft werden sollten. Außerdem wurden in Sewastopol gerade die Gneisenau und die Tirpitz in Dienst gestellt."
Der Kaiser nickte besorgt. Die Briten waren weit überlegen. "Was ist Ihre Empfehlung?"
Beck starrte den Fernmeldeoffizier an, der hastig einen zerknitterten Meldeblock und einen Bleistift aus seiner Jackentasche friemelte. "Gneisenau und Tirpitz sollen ohne Geleitschutz vor Alexandria kreuzen und die Aufmerksamkeit der Royal Navy auf sich ziehen. Alle Transportgeschwader werden nach Malta, Tel Aviv und Bagdad geschickt, sie sollen die Fallschirmjäger aufnehmen und nach Ägypten bringen. Und die drei Divisionen in Odessa sollen einschiffen und eine Landung nahe Alexandria versuchen. Alles hochriskant, ich weiß, aber auf direkten Befehl Ihrer Majestät sollte es möglich sein, die Generalität zum Gehorsam zu bewegen."
Der Kaiser schnaubte und wandte sich dem Meldeoffizier zu: "Sagen sie den OBs der Waffengattungen, wenn sie diese Befehle nicht sofort umsetzen, lasse ich sie erschießen!"
Mit dieser Drohung im Nacken stürmte der junge Offizier hinaus...die Entscheidung in Nordafrika bahnte sich an...
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Re: [AAR HoI3] Im Zeichen der Walküre - Ein alternativer 2.W

Beitragvon Hjalfnar » 13. April 2013 01:17

Siege und Niederlagen

Während die Wehrmacht in Russland ihren bisher größten Erfolg feiern konnte, verfluchte Graumann auf der Krim sein Schicksal. Während er nun Sewastopol jungen Rekruten beibringen sollte, korrekt aus einem Flugzeug abzuspringen, sich korrekt abzurollen und verflucht nochmal korrekt mit ihrem Sturmgewehr zu schießen, waren seine ehemaligen Kameraden gerade damit beschäftigt, sich für einen Gegenangriff in Ägypten vorzubereiten. Vor drei Tagen hatten sie noch den auslaufenden Schlachtschiffen Gneisenau und Tripitz zugejubelt, überzeugt, diese würden der britischen Flotte Kontra geben. Einige der Rekruten hatten geweint, als die Gneisenau gestern Abend schwerstens beschädigt in den Hafen von Sewastopol eingelaufen war. Wenig später hatten sich die schrecklichen Nachrichten verbreitet: Die beiden Schlachtschiffe waren vor der Küste von Kreta auf die britische Mittelmeerflotte gestoßen. Mit Unterstützung durch Bomber der Luftwaffe und einiger Zerstörer der Italiener hatten sie die Schlacht gewagt...und verloren. Die Briten hatten eines ihrer Fernostgeschwader durch den nun wieder geöffneten Suezkanal stoßen lassen, darunter auch einen Flugzeugträger, die Ark Royal. Hier hatte die Royal Navy demonstriert, dass sie aus den Kämpfen gegen das Kaiserreich Japan gelernt hatte. Die Tritpitz war schließlich immer noch feuernd explodiert, als eine 227-kg-Bombe eines Blackburn-Skua-Sturzbombers ihre durch den Beschuss der britischen Schlachtschiffe geschwächte Deckpanzerung durchschlug und das Hauptmagazin detonieren ließ. Zwar war es der Gneisenau noch gelungen, die HMS Coventry zu versenken, und sogar die britischen Schlachtschiffe hatten einige Treffer einstecken müssen, aber als sich die Italiener zurückzogen, drehte auch die Gneisenau ab und entkam den Flugzeugen der Royal Navy im Schutze der Nacht.
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Glücklicherweise war der Verlust der erst seit einem halben Monat im Einsatz befindlichen Tripitz nicht völlig umsonst. Während am Ostufer des Suezkanals zwei Divisionen Fallschirmjäger sich nach ihrem Absprung am einzigen dort verfügbaren Hafen festkrallten, sprangen zwei weitere Divisionen, darunter die ehemalige Einheit Graumanns, in der Wüste nahe Alexandrias ab, um den Briten den Weg nach Italienisch-Libyen zu versperren. Zeitgleich wagten die Italiener eine Sturmlandung gegen die Stadt selber, die nach schweren Verlusten und dem Eingreifen der britischen Flotte jedoch abgebrochen werden musste.
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Doch es war noch nicht alles verloren. Die deutsche Kriegsmarine nutzte die Reparaturarbeiten der der Royal Navy nach den Kämpfen vor Kreta und Alexandria aus und landete am Ostufer des Suezkanals zwei und nahe den Landungszonen der Fallschirmjäger bei Alexandria eine Infanteriedivision an. Diese hatten in Odessa bereit gestanden, um Ägypten und Palästina gegen britische Attacken zu verteidigen, und konnten dieser Aufgabe nun wesentlich aktiver nachkommen, als ursprünglich gedacht. Am 20. Juli begann der kombinierte Angriff von vier Divisionen Fallschirmjäger gegen Alexandria. Zwei sprangen von Kreta aus über der Stadt ab, während die zwei Divisionen aus El-Hamam von Land aus angriffen. Am Abend des 23. Juli schließlich mussten sich die Royal Marines der zweifachen Übermacht und größeren Kampferfahrung der deutschen Elitetruppen beugen und zogen sich aus der Stadt zurück. Zuvor war ein Entlastungsangriff der 1. Royal Heavy Tanks auf Grund von Treibstoffmangel vor der Stadt zum Erliegen gekommen. In der Wüste schlug sich auch die reguläre Infanterie hervorragend und drängte die Truppen der Royal Army zurück nach Kairo.
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Trotz allem war die Lage kritisch. Das Einzige, was die Briten an der vollen Entfaltung ihrer motorisierten und gepanzerten Übermacht hinderte, war die angespannte Versorgungslage. Diese hätte durch Alexandria gelöst sein sollen, aber der erneute Fall der Stadt warf die Operationsplanungen der Briten über den Haufen. Ihre Lösung war gewagt, aber simpel: Mehr Truppen! Eine Elite-Gurkha-Division und weitere Infanterieverbände wurden angelandet und sollten mit ihrer zahlenmäßigen Übermacht die Entscheidung erzwingen.
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Re: [AAR HoI3] Im Zeichen der Walküre - Ein alternativer 2.W

Beitragvon Hjalfnar » 14. April 2013 12:10

Wüstenrallye um den Sieg

An der Ostfront entwickelte sich eine Art Katz- und Mausspiel. Überlegene Panzerdivisionen der 1. Panzerarmee kämpften sich durch die Ausläufer des Kaukasus, sicherten mit der Eroberung Maikops die Ölversorgung des Reiches und mussten dann feststellen, dass sowohl der Wehrmacht als auch der Roten Armee die Truppen fehlten, um die Kaukasusfront vollständig zu besetzen. Stattdessen endete die Front mitten im Gebirge, und immer wieder stieß eine Seite vor, um dabei einen Frontabschnitt unbewacht zu lassen, zu verlieren und somit zum Rückzug gezwungen zu sein. Die Entscheidung hier viel erst durch den gewagten Einsatz der 1. Panzerdivision. Diese löste sich aus der Front und umging die südlichen Ausläufer des Gebirges, um in die nur schach verteidigten Gebiete in Georgien und Aserbeidschan vorzustoßen. Versorgt wurde sie dabei von Sewastopol aus...und zwar aus der Luft! Zum ersten Mal in der Weltgeschichte ergab es sich, dass ein abgeschnittener Großkampfverband frei im feindlichen Hinterland operieren konnte, da es der Luftwaffe tatsächlich gelang, genügend Nachschub abzuwerfen.
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In Ägypten dagegen entwickelte sich eine Art Wettrennen zwischen den von Versorungsengpässen geplagten Briten und den über keinerlei motorisierte Einheiten verfügenden Deutschen. Würde es den Fllschirmjägern und Landsern gelingen, die dünne Versorgungslinie der Briten aus dem Sudan zu kappen und so die Truppen des Vereinigten Königreichs an der Mittelmeerküste festzuhalten, müssten diese ihren Nachschub über den kleinen Hafen von Bûr Said beziehen, der eindeutig nicht groß genug wäre, um das "Africa Corps" effektiv zu versorgen. Um die Royal Army derart einzukesseln, gab es nur eine Möglichkeit: Die Möglichkeiten des Landes nutzen! Das Oberkommando stellte 10.000 Goldmark zur Verfügung, um Kamele von den Einheimischen zu kaufen!
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Dieser kostspielige Trick, zusammen mit der überraschenden Offensive der 2. Fallschirmjägerdivision vom Ostufer des Kanals aus gegen Suez, erwischte das britische High Command auf dem falschen Fuß.
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Der Sieg bei Suez mündete schlussendlich in die denkwürdige Schlacht von Zagazig, über die sich bis heute die Kadetten der Militärakademien erst amüsieren, um anschließend herzhaft über die Aufgaben zum Thema zu fluchen. Die ungewöhnliche Kombination an Terrain und Wetterbedingungen zog die Schlacht in die Länge.
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Die 86. Infanteriedivision kam im Eilmarsch teils auf Kamelen aus der Wüste, um dann über den Nil setzen zu müssen und sich die kargen Hügel und Dünen von Zagazig emporzukämpfen, während eines der schlimmsten Gewitter der ägyptischen Geschichte seine Regenschauer über den Kämpfern entlud und das Schlachtfeld in einen Morast aus zerfleddertem Schilf, Schlamm und halbflüssigem Wüstensand verwandelte.
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Die Kämpfe um die verschlammten Schützengräben zwischen den Hügeln und Dünen erinnerten einige Veteranen an die Kämpfe an der Somme, mit einem entscheidenen Unterschied: Ihnen war warm! Am 3. August 1942 schließlich, nach 5 Tagen heftigster Kämpfe, klarte das Wetter auf und die Bomberstaffeln der 'Wüstengeier' und 'Wüstenadler' griffen in das Geschehen ein. Die massierten Angriffe dieser erfahrenen Luftflotten brachten die Entscheidung: Die britischen Verbände mussten sich zurückziehen und wurden gespalten. Einigen Stabseinheiten und einer Infanteriedivision gelang es, nach Süden in den Sudan auszuweichen, der Rest des "Africa Corps" ließ sich auf Stellungen hinter Kairo zurückfallen. Die 7th Armored Division, die sog. Desert Rats, bissen sich aber in der Stadt fest und würden erst in den folgenden Wochen unter heftiger Gegenwehr weichen. Währenddessen landete die Royal Navy weitere gepanzerte Verbände an, diese vergrößerten aber lediglich das Nachschubproblem der Briten. Die Bomber der "Nahostexpedition" hatten mit der systematischen Bombardierung von Hafenanlagen und Nachschubdepots begonnen, so dass beinahe 300.000 britische Soldaten, darunter praktisch alle Panzer- und Motinfanteriedivisionen der Royal Army, auf dem Trockenen saßen. Am 23. August schließlich fiel Kairo und die deutschen Verbände begannen mit der Aushungerung der Commonwealthtruppen. Noch etwa 250.000 Briten standen gerade einmal 120.000 Deutschen gegenüber...
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Re: [AAR HoI3] Im Zeichen der Walküre - Ein alternativer 2.W

Beitragvon Hjalfnar » 17. April 2013 15:02

Tage der Entscheidung

General der Artillerie (a.D.) Beck sah dem Kaiser zu, wie dieser im Nebenzimmer des Strategischen Planungssaals im Schloss Bellevue hin und her tigerte. Seine Majestät wirkte eindeutig äußerst unzufrieden.
"Dem OB Ost muss doch klar sein, dass wir die Sowjets nicht mit einer einzelnen, unabhängig im Hinterland operierenden Panzerdivision, und sei es auch eine Eliteformation wie 1., zur Kapitulation zwingen können, oder? Wir brauchen einen kräftigen Schlag, der sie zum wanken bringt, ihre Front aufreisst und uns einen Durchbruch nach Stalingrad erlaubt! Die Nadelstiche Manteuffels werden, so störend sie auch für die Ölversorgung der Russen sind, auf Dauer nicht genügend Wirkung erzielen!"
"Das ist wahrscheinlich allen klar, aber die Situation ist prekär! Zahlenmäßig ist uns die Rote Armee weit überlegen, nur unsere bessere Ausbildung und Ausrüstung hält sie derzeit in Schach. SIe sind derzeit genauso wenig in der Lage, Truppen von der Front abzuziehen wie wir, um die Front in den Kaukasus zu verlängern oder das Patt durch eine Gegenoffensive zu durchbrechen."

Die Situation war unangenehm und potentiell höchst bedrohlich. Der Wehrmacht fehlten einfach die Truppen, um entscheidende Geländegewinne zu machen und wieder zur beweglichen Kriegsführung überzugehen, in der sie so ungemein gefährlich war. Überdehnte Nachschublinien verhinderten schnelle Vorstöße, und die zahlenmäßige Unterlegenheit an der Ostfront bedeutete hohe Verluste bei großangelegten Angriffen, so dass eine schnelle Ausnutzung von Durchbrüchen unmöglich wurde, da die Verbände erst ihre Wunden lecken mussten. Insgesamt war die Front vollkommen erstarrt, lediglich der "Ausflug" der 1. Panzerdivision unter Manteuffel sorgte noch für Siegesmeldungen im Reich, obwohl sich kaum Widerstand südlich des Kaukasus regte.
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Beck dachte nach. Was hatten sie noch? Massive Luftangriffe liefen bereits, speziell an der Nahostfront, aber gegen die Truppenmassen der Kommunisten erzielte man damit nur langsam und vor allem keine entscheidende Wirkung. Die Fallschirmjäger waren in Ägypten voll eingebunden und damit nich in der Lage, eine weitere Front gegen die Russen zu eröffnen. Er überlegte. War Hauptmann Graumann derzeit in Ägypten?
"Eure Majestät, zu welcher Einheit hatten sie meinen ehemaligen Leibwächter nochmal versetzen lassen?"
"Den talentierten jungen Offizier? Etappeneinsatz war das. Man möchte ja nicht, dass einer der ersten Träger des neuen "Pour la Mérite" direkt nach der Verleihung fällt. Ich ließ ihn zur 7. Fallschirmjägerdivision versetzen. Wieso fragen sie?"
Ein interessierter Unterton mischte sich in das frustrierte Grummeln. Beck stand ohne ein weiteres Wort auf und ging in den abgedunkelten Strategiesaal und rief eine der Heereshelferinnen herbei.
"Wo befindet sich aktuell die 7. Fallschirmjägerdivision?"
Das Fräulein eilte zur Aufstellungserfassungstelle hinüber und langte in das gewaltige Regal voller Aktenordner. Nach dem sie einige Minuten, die Beck wie eine Ewigkeit vorkamen, die Unterlagen der Bodenkampfverbände der Luftwaffe aufgepürt und die 7. gefunden hatte, kam sie zurück.
"Aktueller Standort ist Sewastopol auf der Krim, Herr General. Sie hat gerade ihre Ausbildung abgeschlossen und ihre AUsrüstung gefasst. Der kommandierende General meldet volle EInsatzbereitschaft."
Beck nahm ihr die Akte ab, dankte ihr mit einem Nicken und ging zurück in den Nebenraum, wo der Kaiser ungeduldig an seiner Zigarre paffte.

"Spannen sie mich nicht auf die Folter, General! Was haben sie im Sinn?"
"Die 7. Fallschirmdivision ist in Sewastopol. Sie ist vollkommen einsatzbereit. Und, was wichtiger ist, von Rostov am Don aus müssten die Tante Jus es bis nach Stalingrad schaffen, wenn ich mich nicht irre..."
Der Kaiser unterbrach ihn rüde: "Nicht kleckern, klotzen! Was sollen wir eine einzelne Division ohne Unterstützung ins Hinterland des Gegners abwerfen? Unsere Panzertruppen könnten nie schnell genug nach Stalingrad vorstoßen, sebst wenn, und das ist ein großes WENN, die halbe Rote Armee als Reaktion auf den Fall der Stadt ihres Großen Generalissimus sofort abrücken würde!"
"Das ist wahr, Ihre Majetstät. Aber bedenken sie...wie lange wären die Russen noch bereit, weiterzukämpfen, wenn Stalingrad fällt? Die Stimmung in der Armee und in der Kommunistischen Partei ist bereits seit dem Fall Moskaus sehr schlecht, zum ersten Mal seit Jahren sieht sich Stalin direkter Kritik ausgesetzt! Wenn wir Stalingrad besetzen, sei es auch nur lange genug, dass es die russische Bevölkerung erfährt, könnte das den Krieg beenden!"

Der Kaiser dachte nach. Also mehr ein politischer Angriff, eine weitere Schwächung von Stalins bereits wackliger Position. Würde das reichen, den Roten Giganten stürzen zu lassen? In dieser verzweifelten Lage schien ihm keine andere Wahl möglich.
"Nun gut. Verlegen Sie die 7. Division nach Rostov. Ziehen Sie Bomberverbände zusammen, die sie unterstützen...sofern das möglich ist. Bereiten Sie alles vor. Ich denke, es an der Zeit für ein gefährliches Wagnis!"

Am 18. September fielen die ersten Bomben auf Stalingrad...
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Re: [AAR HoI3] Im Zeichen der Walküre - Ein alternativer 2.W

Beitragvon Hjalfnar » 27. Juni 2013 00:05

Schicksalsschlacht

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Hauptmann Graumann ächzte, als er auf dem leicht schrägen Dach des Wohnblocks aufprallte. Es war gewagt gewesen, einfach über der Stadt abzuspringen, noch dazu bei Nacht. Dementsprechend war dieser Absprung auch nur von einem Regiment durchgeführt worden, während der Rest der 7. Fallschirjägerdivision über den Vororten und Steppen am Rande Stalingrads herunterkam.

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Verständlicherweise war diese heikle Aufgabe dem Regiment mit dem höchsten Ausbildungsstand anvertraut worden, und dem gehörte natürlich Graumanns Ausbilderkompanie an. Er und seine waren gestandene Veteranen des Ägypten- und Maltafeldzuges sowie der Kretainvasion, einige waren sogar über Oslo, Kopenhagen, Minsk und Sewastopol abgesprungen.
"Und genau wegen dieser Erfahrungswerte müssen wir natürlich mitten in die rote Scheisse springen.", grummelte der junge Hauptmann in seine vorschriftswidrigen Bart, während er seinen Fallschirm zusammenraffte und dann das Geschirr abstreifte. Mit geübten Handgriffen rammte er eines seiner ebenfalls vorschriftswidrigen, selbstgebastelten Doppelmagazine in sein StG44 und lud mit einem Klacken durch. Aus den Augenwinkeln registrierte er eine Bewegung hinter einem der Schornsteine, fuhr herum, sackte auf ein Knie und riss die Waffe an die Schulter.
"Eisen!", zischte es aus der Dunkelheit.
Graumann entspannte sich und antwortete: "Blut. Wer ist da?"

Zwei Gestalten schälten sich aus der Dunkelheit hinter dem Schornstein hervor.
"Feldwebel Fuchs und Obergefreiter Liebknecht. Sind sie das, Hauptmann?"
Er bejahte und die drei Männer traten zusammen. Im fahlen Mondlicht waren sie mit ihren in verschiedenen Grautönen gesprenkelten Uniformen kaum zu erkennen. Der Feldwebel trug sein FG42 wie eine Jagdflinte in der Armbeuge, während der Obergefreite sein Sturmgewehr fest umklammerte. Er war einer der wenigen Neuen in Graumanns Kompanie, sein Vorgänger hatte sich vor zwei Wochen bei einer Sprungvorführung beide Beine gebrochen.

Gemeinsam traten sie ihre Wanderung den Block entlang an und griffen noch mehrere Soldaten auf, bevor sie sich auf der Straße sammelten, wo schon einige weitere Männer sicherten, mit denen sie über Lichtzeichen Kontakt aufgenommen hatten. In den angrenzenden Straßen sammelten sich ähnliche Gruppen. Längst nicht alle seiner Männer waren auch aus seiner Kompanie, aber es auch so gehen. Mit einem MG42, einer Panzerbüchse 41 und einem Mörser waren sie immerhin gut bewaffnet. Gerade als der Hauptmann seine knapp 30 Mann starke Ad-Hoc-Einheit Richtung Stadtzentrum führen wollte, öffnete sich die Tür von einem der Wohnblocks und ein Russe trat trat heraus, eine Pistole in der Hand.

Er hatte kaum ein forderndes "Stoj!" herausgebracht, als ihn Liebknecht auch schon mit zwei Schüssen niederstreckte...und sich das Echo der Schüsse durch die Straßenschluchten fortsetzte. Nur Sekunden später rief Feldwebel Fuchs vom Dach herunter: "Patrouille! Circa 40 Mann!"

Die ersten Schüsse der Schlacht um Stalingrad waren gefallen.

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Zuletzt geändert von Hjalfnar am 1. Juli 2013 19:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: [AAR HoI3] Im Zeichen der Walküre - Ein alternativer 2.W

Beitragvon Hjalfnar » 1. Juli 2013 19:54

Viel Feind, viel Ehr

Mit heftigen Handbewegungen scheuchte Hauptmann Graumann seine Männer in Deckung. Viel war es nicht, einige Hauseingänge, ein LKW, ein paar Backsteinmäuerchen. Einen Mann mit FG42 schickte er zu Feldwebel Fuchs hoch, der Rest nahm die Köpfe runter und wartete. Nicht mal zwei Minuten später bog eine fröhlich plappernde, unorganisierte Kolonne in die Straße ein. Die Soldaten trugen ihre Gewehre lässig über der Schulter oder in der Armbeuge, kaum einer hielt seine Waffen kampfbereit. Ein gepanzerter Wagen mit einem turmmontierten Geschütz folgte, wahrscheinlich mit dem Offizier dieses Haufens an Bord. Die Luken waren alle geöffnet, und aus dem Turm schaute eine bemützte Gestalt heraus...

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Ein Schuss knallte vom Dach des linken Wohnblocks, und die Gestalt warf die Arme in die Luft, um dann durch das Turmluk zu verschwinden. Die Kolonne hielt inne und sah sich noch verwirrt um, da brüllte der junge Hauptmann auch schon: "FEUER!!!"
Das MG42 kreischte los, und die 'Russensense' machte ihrem Namen alle Ehre, der Schütze schwenkte die Waffe einmal über die Straße und streckte mit dem ersten, langgezogenen Feuerstoß um die 20 Gegner nieder. Dann feuerten die restlichen Männer mit ihren Sturmgewehren und füllten die Straße in ihrer gesamten Breite mit Blei. Rotarmisten zuckten und bebten im Kugelhagel, wurden durch Einschläge herumgeworfen und zu Boden geschleudert, einige verloren mehr als nur ihr Leben. Während das Blut der Soldaten über das Kopfsteinpflaster spritzte, setze der gepanzerte Wagen ruckartig zurück, um dann wieder anzuhalten. Der Turm ruckte herum und das Geschütz richtete sich auf die provisorische MG-Stellung. Dann sah Graumann Feldwebel Fuchs über die Dachkante blicken und seine Waffe auf das Dach des Fahrzeugs richten. Der Schuss ging im allgemeinen Inferno unter, aber der Turm drehte sich schlagartig zur Seite. Die günstige Gelegenheit nutzend stürzte der Hauptmann aus der Deckung, denn Gegenwehr gab es eh keine, die Russen waren alle tot oder lagen im Sterben. Zusammen mit zwei weiteren Fallschirmjägern stürmte er auf den Panzerwagen zu, dessen Fahrer ihnen durch die geöffnete Sichtluke an der Front entsetzt entgegen blickte. Ein kurzer Feuerstoß ins Gesicht schleuderte den Mann von seinem Sitz, dann war das Fahrzeug erobert. Ein Eimer Farbe aus einem der Wohnblocks sorgte dafür, dass so schnell kein Schuss aus einer deutschen Panzerbüchse das nunmehr deutsche Fahrzeug zerstören würde.

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Mit dem vorwegfahrenden BA-10 wurde jeder Widerstand beseitigt. Die Patrouillen, auf die sie stießen, waren zwar nunmehr alarmiert, aber der Panzerwagen sorgte immer wieder für einen gerne ausgenutzten Überraschungseffekt. Auf dem Weg zum Hauptbahnhof von Stalingrad sammelte Graumann mehr und mehr Männer um sich, und auch Funkkontakt zu weiteren Elementen der 7. Fallschirmjägerdivision konnte hergestellt werden. Alle vier Regimenter kämpften sich weiter in die Stadt vor. Das 25. Regiment war in heftige Kämpfe um die Traktorenfabrik 'Dserschinski' verstrickt, während das 27. sich seinen Weg durch die Werkshallen der Geschützfabrik 'Barrikaden' bahnte. Das 28. Regiment rückte derweil unter nur geringen Verlusten am Flußufer langsam vor und versuchte, so die Garnison vom Nachschub und Verstärkung vom anderen Flussufer abzuschneiden.

[img]http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/96/Stalingrad_Übersichtskarte.svg[/img]

Sie hatten fast den Bahnhof erreicht, und damit den scheinbaren Kommandostand der russischen Verteidiger, als Hauptmann Graumanns provisorischer Funker, seinen eigentlichen Mann für diese Aufgabe hatte man bisher nicht aufspüren können, aufgeregt angerannt kam.
"Meldung vom 25. Regiment, drei Panzer haben ihren Belagerungsring durchbrochen und sind vom Fabrikgelände aus Richtung Stadtzentrum aufgebrochen. Sie hatten nicht die Mittel, sie aufzuhalten."
"Wie lange ist das her?!"
"30 Minuten. Ihr Funkgerät wurde bei dem Ausbruch plattgefahren, sie mussten erst eins der Reservegeräte aufspüren."
"VERDAMMT! Holen Sie den BA-10 zurück, sonst..."

Ein lauter Knall war aus Richtung Roten Platzes zu hören, auf den direkt darauf ein weiterer folgte. Dann rollte fast anklagend ein Reifen brennend in die Straße, in der Graumann mit einem Teil seiner Männer stand. Mit viel Gebrüll scheuchte der junge Offizier seine Truppe von der Straße und die Gebäude hoch. Womit zum Teufel sollten sie denn richtige Panzer bekämpfen, die Panzerbüchsen konnten gegen die neueren sowjetischen Modelle kaum mehr etwas aussrichten, und sonst standen ihnen keinerlei Panzerabwehrwaffen zur Verfügung. Das würde blutig werden! Er trat eine Tür ein und stürmte auf das Flachdach des Gebäudes hinaus. Ein Blick auf den Bahnhofsplatz zeigte ihm das qualmende Wrack des Panzerwagens und die feindlichen Panzer...ein T-34 war für die leichtbewaffneten Springer
schon schlimm genug, aber auf dem Platz standen zwei davon, und noch ein größeres Monster.

Bild

[img]http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/d/d7/Кв-2_3.jpg/800px-Кв-2_3.jpg[/img]

"Verflucht! Wie viele Panzerbüchsen haben wir?!"
"Fünf, Herr Hauptmann.", antwortete Feldwebel Fuchs. "Sollen wir ihnen die Ketten wegschießen, und dann stürmen?"
"Das wäre Selbstmord...aber ja, verdammt, etwas anderes bleibt uns wohl kaum übrig! Granaten in die Rohre und Auspüffe, Feuerstöße in die Sichtschlitze, was bleibt uns anderes übrig! Los!"

Fünf Minuten später dröhnten die Schüsse der Panzerbüchsen über den Platz. Beide T-34 verloren ihre Ketten, der KV-2 eine. Dann eröffneten die Maschinengewehre aus erhöhter Position das Feuer auf die Panzer, die Besatzungen sollten die Luken dicht lassen und nicht sehen, was auf sie zukam. Zumindest dem Kommandanten des KV-2 war das egal, sein Turm drehte sich langsam herum, bevor eine gewaltige Stichflamme aus dem Rohr schoss und unter lautem Getöse das Dach eines der Gebäude weggeblasen wurde, auf dem sich Sekunden zuvor noch eines der MGs befunden hatte. Der MG-Trupp hatte glücklicherweise schnellstens die Position geräumt, als sie sahen, woher der Wind wehte. Diesen Moment der Ablenkung nutzten die Fallschirmjäger unter Graumanns Kommando, und stürmten über den Platz auf die Panzer zu. Einer der T-34 ließ seinen Turm kreisen und feuerte eine Granate ab, die aber schlecht gezielt war und harmlos in einem der Häuser am Rande des Platzes einschlug. Dann fielen die Soldaten über die Panzer her. Ein T-34 wurde durch das Feuern durch die Sichtschlitze ausgeschaltet, mehrere Fallschirmjäger leerten ihre Sturmgewehre in den Panzer, die so erzeugten Querschläger töteten oder verwundeten die ganze Besatzung. Beim zweiten explodierte der Turm, als jemand eine Handgranate in den Lauf warf und diese das offenbar im Lauf befindliche Sprengeschoss zur Detonation brachte. Beim KV-2 hingegen öffnete sich am Heck des Turms eine Luke. Feuerstöße aus Maschinenpistolen streckten mehrere der heranstürmenden Deutschen nieder, ehe diese das Feuer erwiderten. Nach kurzem Schusswechsel fiel ein Besatzungsmitglied tödlich getroffen aus der Luke, während ein weiteres mit blutender Schulter in den Turm zurücksackte. Gerade wollten die Männer eine Granate in den Innenraum werfen, als sie verzweifelte "Stoj, stoj"-Rufe innehalten ließen. Dann drängte die restliche Besatzung des Panzers nach draussen, mit erhobenen Händen und, was die Soldaten des 24. Fallschirmregiments am meisten verblüffte, ohne Uniformen. Es handelte sich offenbar um ehemalige Wehrpflichtige, die in der Traktorenfabrik gearbeitet hatten.

Graumann trat aus dem Gebäude heraus, aus dem er den Angriff beobachtet hatte, und betrachtete den Panzer. Dann winkte er Liebknecht zu sich.
"Sie haben doch die Farbe mitnehmen lassen, nicht wahr?"
"Jahwohl, Herr Hauptmann!", salutierte der junge Obergefreite.
"Holen sie die mal her. Ich habe da eine Idee..."

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Zuletzt geändert von Hjalfnar am 22. Januar 2014 11:18, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: [AAR HoI3] Im Zeichen der Walküre - Ein alternativer 2.W

Beitragvon Hjalfnar » 29. Juli 2013 12:27

Trenne den Kopf ab, und die Schlange stirbt

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Die russischen Posten an den Barrikaden vor dem Stalingrader Hauptbahnhof blieben entspannt, als sich das Klirren von Ketten näherte. Immerhin waren Fallschirmtruppen über der Stadt abgesprungen, und nicht die gefürchteten deutschen Panzerstreitkräfte. Als dann der KV-2 um die Ecke bog, erhob sich Jubel über dem Platz...bis zu dem Moment, in dem der KV-2 seinen riesigen Turm drehte und mit einem Schuss seines 152mm-Geschützes das Zentrum der Sandsackbarrikade in Fetzen schoss. Und dabei auch gleich die wichtigsten MG-Stellungen. Unter wildem Gebrüll stürmten die Männer Graumanns' hinter dem Panzer her und rannten auf die Lücke in der Verteidigungslinie zu. Die sowjetischen Soldaten starrten teilweise immer noch entsetzt auf die verstümmelten Leichen ihrer Kameraden, während bereits die Fallschirmjäger über sie herfielen. Der Hauptmann selber klappte die Turmluke des KV-2 auf und stemmte sich mit dem StG44 in der Hand aus dem schwerfälligen Behemoth. An der linken Flanke brachte sich ein MG-Trupp in einem zerbombten Gebäude in Stellung und bestrich die wankenden Russen.

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"Ab, brecht durch! Los los los!", schrie Graumann, sprang vom Panzer und stürmte seinen Männern hinter her. Diese leisteten ganze Arbeit, dutzende Rotarmisten fielen und blieben tot oder verwundet liegen. Die letzten sammelten sich um das große Portal des Bahnhofs. Die ersten Fallschirmjäger wurden getroffen, als die sowjetischen Soldaten das Feuer aus Fenstern und vom Dach aus eröffneten. Hier durften sie nicht aufgehalten werden, selbst diese schlecht ausgebildeten und bewaffneten Stubenhocker konnten ihnen auf dem offenen Platz gefährlich werden. Er winkte nach seinem Funker.
"Granatwerferzug, ich brauche drei Ladungen Splitter auf und direkt vor den Bahnhof, danach ordentlich Nebel, verstanden?"
"Jawohl, Herr Hauptmann, kommt sofort!", sprachs und schon eröffneten die im Parkgelände des Roten Platzes eingegrabenen Granatwerfer (damalige deutsche Bezeichnung für die heute allg. Mörser genannten Waffen) das Feuer.

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Wenige Sekunden später war das Heulen der Granaten zu hören, und die deutschen Fallschirmjäger zogen die Köpfe ein. Im Gegensatz dazu starrten die Russen nur in den Himmel, die wenigsten hatten Kampferfahrung und warfen sich in Deckung. Dementsprechend wüteten die Splittergranaten unter den auf dem Dach und vor dem Haupteingang befindlichen Soldaten. Als nach drei Salven dann künstlicher Nebel den Platz bedeckte, sprangen die Fallschirmjäger aus ihrer Deckung und stürmten über den Platz. Vereinzelte Schüsse fielen, meist direkt beantwortet durch kurze Feuerstöße aus Sturmgewehren und FG's. Schließlich löste sich der Nebel auf, und vor dem Bahnhof regte sich nur noch das Flecktarn der Fallschirmjäger.

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Vorsichtig öffneten sie die Türen des Gebäudes und huschten hinein. Langsam schlichen Graumanns Leute durch den Bahnhof und suchten nach Anzeichen von Widerstand. Plötzlich hob Feldwebel Fuchs die Hand. Leise flüsternde Stimmen waren von einer in den Keller führenden Treppe zu hören. Vorsichtig näherten sie sich den Stufen und stiegen hinab. Fuchs wandte sich an den Hauptmann: "Herr Hauptmann, hier stimmt etwas nicht. Sehen Sie sich die Wände an. Das ist massiv verstärkter Stahlbeton, wie bei den Bunkeranlagen in Sewastopol. Das hier ist ein massiver Luftschutzkeller! Wir sind schon mindestens 10 Meter unter der Erde!"

Graumann nickte nachdenklich und wies einen Obergefreiten an, den Helm abzusetzen und um die Ecke am Ende der Treppe zu spähen. Kaum hatte er den Kopf herausgestreckt, zog er ihn auch schon mit einem Aufschrei zurück, und Feuer aus automatischen Waffen peitschte aus dem Gang. Der Soldat tastete mit bebenden Schultern auf seinem Kopf herum und hob dann zitternd eine blutige Hand. Der Feldwebel klopfte im beruhigend auf die Schulter: "Nur ein Streifschuss quer über deine zukünftige Platte, nochmal Glück gehabt, Jungchen. Wie viele?"
"Vier Mann, mit Maschinenpistolen und einem leichten Maschinengewehr, Herr Feldwebel. Vielleicht zehn Meter langer Gang. Entschuldigen Sie, ich muss kurz...", stotterte der Mann. Fuchs schaute kurz zu seinem Hauptmann herüber, während noch ein paar Schüsse aus dem Gang kamen und sich in die Wand gruben.
Graumann winkte dem Leichtverwundeten bestätigend zu. "Gehen Sie sich erleichtern, Soldat. Was meinen Sie, Fuchs? Ein Bündel Granaten und dann den Korridor mit Kugeln füllen?"
Der Feldwebel überlegte kurz. "Wie wäre es, noch eine Nebelgranate hinterher, ein Stück rein in den Gang und dann hinschmeissen? Die rechnen bestimmt nicht mit sowas."

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Gesagt, getan. Die krachenden Explosionen der Granaten übertönten das wilde Fluchen der Rotarmisten mit Leichtigkeit, während die Nebelgranaten den Gang in eine weisse Wand verwandelten. Neben Hauptmann Graumann stürmten Feldwebel Fuchs und zwei weitere Männer fünf Schritt tief in den Gang, bevor sie sich hinwarfen und die Kameraden hinter ihnen ihre Magazine leerten. Noch mehr Flüche und ein spitzer Schrei schallten durch den Korridor. Dann klärte sich der Nebel ein wenig, und die Fallschirmjäger streckten die drei dunklen Schemen vor ihnen mit Feuerstößen nieder, um dann um die Ecke zu stürmen und fast gegen die massive Stahltür zu knallen, die ihnen den Weg versperrte. Sie war nicht verschlossen. Graumann riss sie auf und seine Männer warfen sich durch die Öffnung. Erschrockene Rufe auf Russisch waren zu hören. Er trat durch die Tür, sein Gewehr im Anschlag, und sperrte bei dem sich bietenden Anblick den Mund auf. In kräftigem Rot gestrichene Wände waren mit Karten und Tabellen beklebt, und um einen großen Konferenztisch standen etwa ein Dutzend Männer in feinen Anzügen, in ihrer Mitte ein Mann in Uniform.

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Während die deutschen Soldaten noch völlig verblüfft auf ihre neuen Gefangenen starrten, wandte sich einer der Anzugträger an Stalin und redete eindringlich auf den roten Tyrannen ein. Dieser machte nur eine wegwerfende Handbewegung und starrte den Mann wütend an. Mehr und mehr der Männer mischten sich ein, nur einer blieb am Rande der Gruppe, während alle anderen auf den Diktator zurückten und ununterbrochen plapperten.

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Dann drängte der stille Brillenträger von aussen durch die Gruppe, zog eine kleine Pistole aus der Tasche, setzte sie Stalin auf die Brust und drückte schnell hintereinander ein, zwei, dreimal ab, um die Waffe dann auf den Boden zu werfen und die Hände zu heben.

Funkspruch des Divisionskommandos der 7. Fallschirmjägerdivision an den Oberbefehlshaber Ost
Unternehmen Henker erfolgreich. Stalin durch Soldaten des 26. Regiments getötet. Politbüro festgesetzt. Molotow und Beria übernehmen provisorische Regierungsführung. Bedingungslose Kapitulation um 0:00 Uhr Moskauer Zeit. Heil dem Kaiser!

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Kommentare: viewtopic.php?f=256&t=11713
Zuletzt geändert von Hjalfnar am 22. Januar 2014 11:20, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: [AAR HoI3] Im Zeichen der Walküre - Ein alternativer 2.W

Beitragvon Hjalfnar » 8. August 2013 07:58

Ok, ich habe ein MASSIVES Problem: Mein Screenshotordner wurde gestern von meinem Sohnemann gelöscht...normalerweise würde man jetzt einfach im Papierkorb auf "Wiederherstellen" klicken und fertig. Nur leider habe ich, wie mindestens einmal in der Woche, per CCleaner aufgeräumt und nicht bemerkt, was da im Papierkorb lag, bis bei CCleaner kurz ein "Lösche: C:\Desktop\Papierkorb\HoI3-AAR" aufploppte. Meine Screens sind also endgültig futsch.

Frage: Ich habe die nächsten 2 Wochen einiges um die Ohren, und die WK-I.-Mod will auch gespielt werden. Würde es den Lesern etwas ausmachen, wenn der AAR für ca. 2-3 Wochen auf Eis gelegt und dann mit einem neuen Savegame weitergeführt wird? Ich werde natürlich alles daran setzen, die gleichen Bedingungen wie im Ursprungssave zu schaffen, im Notfall muss halt von Hand ein wenig am Save rumgeschraubt werden, um die Provinzen in die richtige Hand zu bringen. :D Aber Graumann wird nicht einfach verschwinden, so viel verspreche ich schon einmal.
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Re: [AAR HoI3] Im Zeichen der Walküre - Ein alternativer 2.W

Beitragvon Hjalfnar » 21. September 2013 02:00

Lebenszeichen!

Die Offensive gegen die Sowjetunion hat begonnen, und ein Doppelkessel konnte bei Kiew und Lemberg gebildet werden. Insgesamt befinden sich dort ca. 750.000 Rotarmisten in der Falle, der Großteil dabei im kleineren Lemberg-Kessel, der nur dank dem raschen Eingreifen des ungarischen Verbündeten erfolgrreich geschlossen werden, welcher der Bitte des Oberbefehlshabers Ost umgehend nachkam und die sich nach den heftigen Schlägen durch die Luftwaffe und die 2. Panzerarmee in völliger Konfusion befindlichen Kommunisten abschnitten.

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Beide Kessel stehen nun kurz vor der Auflösung, mehr als 250.000 Rotarmisten sind im Zuge der Kämpfe bereits gefallen oder gefangen genommen worden. Großes Lob geht hierbei an die Männer des 1. Panzerkorps unter Generalleutnant von Manstein, die dank der Informationen vorausoperierender Fernspäher das Gelände optimal ausnutzten und zwei Tage nach Offensivenbeginn sechs sich zurückziehende sowjetische Divisionen überrannten.

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In Ägypten wurde die Offensive der deutschen Fallschirmjäger am Suezkanal zurückgeworfen, und nur mit der Unterstützung der Italiener (ja...ich bin geschockt...) gelang eine Frontstabilisierung. Mittlerweile sitzen die britischen Afrika-Kämpfer aber in Nordägypten fest, während sich ihre Versorgungslage zusehends verschlechtert. Grund hierfür war die rasche Aufstellung zweier weiterer Fallschirmjäger-Divisionen, die im Rücken der britischen Truppen absprangen und ihren wichtigen Versorgungshafen in Romani besetzten. Hier sehe ich die Lage zwar als angespannt, aber derzeit sicher an.

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Die Wiederherstellung des alten Saves schreitet also voran. Rome 2 und alte Leidenschaften wie Fallout 2 haben mich leider ausgebremst. Ich hoffe, in den nächsten Wochen Zeit für weitere Fortschritte zu finden.
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