[AAR] Tagebuch eines deutschen Landsers

AARs zum Zeitpunkte der beiden Weltkriege

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Galien
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Das Jahr 1946 - Erste Hälfte

Beitragvon Galien » 8. September 2013 19:24

1. Januar 1946: Stundenlang hatte die Feindliche Artillerie unsere Stellungen unter schwersten Beschuss genommen – nachdem sie verstummt war rückten feindliche Panzer vor. Aufgesessen, GI‘s. Da der Führer unseres Korps nicht aufzufinden war und alle anderen Offiziere ausharren wollten musste ich Funkverbindung zu den umliegenden Verbänden herstellen. Im Norden liegt der Lake Erie, von dort konnte ich also keine Unterstützung erwarten. Im Süden liegt jedoch das berühmt berüchtigte LXXVII Armeekorps unter Führung von Schlieper welches umgehend Unterstützung versicherte und Teile der 2. SS-Panzer-Division „Das Reich“ losschickte. Das XLI Armeekorps versicherte, es würde, sofern benötigt, in den nächsten Stunden Verstärkung schicken. Doch bis dahin müssen wir noch weiter in den Kratern der Artillerie ausharren und versuchen den Gegenstoß des Gegners aufzuhalten – doch er schiebt sich immer weiter in unsere Stellungen herein.
Gerade fuhr ein Sherman neben meinem Krater her. Ich hatte Glücklicherweise noch eine einzige Granate in der Hand. Ich klemmte sie so gut es ging an den Panzer, zog den Stift und sprang zurück in meinen Krater. Im nächsten Moment explodierte auch schon die Granate. Im ersten Momente passierte nichts, aber dann hörte ich wie aus dem Panzer geschrieben wurde „Go out of it!“ – doch da flog der Sherman auch schon in die Luft. Die Granate muss es irgendwie geschafft haben den Motor in Brand zu stecken, dieser hat dann die Munition zur Detonation gebracht. Als ich dann hoffnungslos nach hinten blickte glaubte ich zu träumen:
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Die Verstärkung der 2. SS-Panzerdivision „Das Reich“ traf ein! Kurz nachdem sie das Feuer auf den Feind eröffnet hatten versuchte der Feind noch zu entkommen. Doch unsere Kanonen ließen noch viele ihrer Panzer brennen. Von überall her hörte man das schreien Amerikanischer Panzersoldaten, welche es irgendwie geschafft hatten aus ihren Panzern zu klettern – doch ihre Kleidung stand in Flammen! Von überall her roch man verbranntes Fleisch, Menschliches Fleisch! Dazu das schreien der verbrennenden Soldaten. Es war ein schrecklicher Anblick, noch jetzt riecht man über das gesamte Feld die verbrannte Haut der Soldaten – widerlich!
Nachdem dieser Angriff des Feindes zurückgeschlagen war zogen wir uns auf die Hügelkette zurück um von dort einen besseren Überblick zu haben. Nach langem verhandeln mit der geschickten Verstärkung konnten wir erreichen, dass diese noch einige Tage bei uns stationiert bleiben würden. Somit begannen wir ihre Panzer irgendwie mit Büschen und Ästen zu verstecken.
Nachtrag Abend: Der Rest des Tages blieb glücklicherweise Ruhig, doch der Wind weht direkt in unsere Richtung und man hat das Gefühl jeden einzelnen Tommy zu riechen, welcher verbrannt dort unten auf dem Feld liegt.

5. Januar 1946: Seit zwei Tagen versucht der Feind nun schon unsere Stellungen hier oben zu durchbrechen. Die Unterstützung der Division „Das Reich“ musste zum Teil wieder abgezogen werden, da sie selbst nun Angriffe erwarten. Doch wir konnten Unterstützung des XLI Armeekorps anfordern. Diese wird jedoch wohl erst in etlichen Stunden bei uns eintreffen – bis dahin müssen wir diese Stellungen mit dem was wir haben verteidigen! Leider ist dies nicht gerade viel, einige Panzer stehen uns noch zu Verfügung und mehrere Panzerschrecks – aber nichts um weitere Großangriffe des Feindes abwehren zu können!

6. Januar 1946: Endlich, in der Nacht erreichten uns die Panzer des XLI Armeekorps – kurz danach versuchte der Feind wieder einmal unsere Stellungen zu durchbrechen. An unserem Abschnitt des Schützengrabens gelang es uns jedoch mit letzter Kraft den Angriff zurück zuschlagen, doch Gerüchten zufolge sollen Amerikanische Panzer im Norden durchgebrochen sein und nun einen Angriff auf unsere Rückwertigen Stellungen planen. Daher mussten einige Panzer abgezogen werden um diesen erwarteten Angriff abzuwehren – bisher sind diese noch nicht zurückgekommen.

10. Januar 1946: Endlich, Meldung von hinter der Front: Die wenigen Amerikanischen Panzer, denen es gelungen war, unsere Stellungen zu umgehen wurden in einem kurzen Feuergefecht mit den abkommandierten deutschen Panzern völlig aufgerieben, keiner von ihnen schaffte es zu entkommen.
Inzwischen war es wieder ruhiger geworden an unserem Frontabschnitt, der Tommy scheint gemerkt zu haben, dass wir keinen Millimeter zurückweichen ohne ihn dafür bluten zu lassen!

20. Januar 1946: Abgesehen von einigen Artillerieeinschlägen in den letzten Tagen ist es sehr ruhig geworden hier bei uns. Dafür hat es aber wieder angefangen zu schneien und das nicht zu wenig! Außerdem haben wir gestern frische Soldaten aus der Heimat erhalten, junge Spunde welche sich freiwillig gemeldet haben um für „Ruhm und Ehre“ zu kämpfen. Viel zu übermotiviert stürmten sie in die vordersten Frontgräben und ihre einzigen Fragen waren: „Wo ist der Feind?“, „Wann greifen wir endlich an?“ Den Vogel schoss allerdings ein höchstens 23 Jähriger ab. Er stolzierte, wie die Einbildung persönlich, an der Spitze der neuen Truppen voran und hielt es anscheinend nicht für Nötig unseren Brigadeführer zu grüßen. Dieser schaute nur ungläubig und schüttelte den Kopf. Die Einbildung stolzierte als nächstes auf mich zu und erkannte wohl das er es hier mit einem höheren Dienstrang zu tun hat. Als er die Hand zum Gruß erhob musste ich sie ihm ausschlagen, Grüßen eines Offiziers an der Front? Der Spinnt doch! Besser kann man einem Scharfschützen des Feindes doch keine Ziele mit Bedeutung geben. Was für ein Idiot! Ganz verdattert schaute er mich daraufhin an und als ich ihn fragte, warum er mich grüßen wollte aber an unserem Brigadeführer vorbeistolziert war, bekam er kein Wort mehr heraus und lief rot an. Die Truppe welche er mitgebracht hatte, lachte ihn aus.

23. Januar 1946: In den letzten Tagen haben sich die neuen ganz gut angestellt. Selbst Einbildung ist nicht mehr, für ihn, besonders unangenehm aufgefallen. Abgesehen von heute Mittag….
Mitten in der Essensverteilung meinte er das Wort ergreifen zu müssen. Er prustete sich auf, stellte sich vor die versammelte Mannschaft von knapp 150 Soldaten und begann eine Rede zu halten wie sie wohl noch nie an einer Essensausgabestelle gehalten wurde. Er scheint lange dafür vor seinem Spiegel zu Hause geübt zu haben, er hätte damit fast Goebbels Konkurrenz machen können. Zumindest war seine Rede genauso voller Hass gegen alles Mögliche, was „nicht Deutsch“ ist, wie die vom Humpelstilzchen. Nach einer halben Stunde war er dann aber zum Glück auch fertig, wobei kaum noch ein Kamerad ihm zugehört hatte. Spätestens nach: „Ich bin gekommen um den Deutschen Vorstoß auf meinen Schultern weiter nach Westen zu tragen und dem Feind das Fürchten vor den Deutschen Soldaten zu lehren. Für Deutschland, für Hitler – in den Kampf!“ hat ihm nur noch sein „eigener“ Zug zugehört. Und auch dieser war es, der allein für die Rede applaudierte, wobei man unter gewissen Umständen sicherlich die Feindliche Artillerie mit ins das Boot des Applaus nehmen darf, welche seit dem Ende dieser Rede, vor knapp drei Stunden, wieder ununterbrochen auf unsere Stellungen schießt.

24. Januar 1946: Ein erwarteter Angriff auf unsere Frontstellungen blieb glücklicherweise aus, auch wenn wir dafür nach dem Artilleriefeuer von gestern mehr als Sturmreif gewesen wären. Dafür hatte ich heute wieder mit Herrn Hochmut zu tun, wie er inzwischen überall nur noch genannt wird. Er fragte warum wir nicht angreifen würden? Schließlich hätte der Feind keine Munition mehr, da er das Feuern seiner Geschütze eingestellt hätte. Ich schaute ihn daraufhin nur unglaubwürdig an und wusste nicht so recht was ich auf diese mehr als idiotische Frage antworten sollte. Als Max kam und Fragte was los sei, wiederholte Hochmut seine Frage und Max sagte kalt, er könne ja aus dem Schützengrab klettern und alleine angreifen. Wenn der Feind über keine Munition mehr verfüge, bräuchte er ja alleine nichts zu befürchten. Mit so einer Antwort schien er nicht gerechnet zu haben und fühlte sich anscheinend persönlich angegriffen. Er prustete daraufhin los, dass er der beste Soldat seines Jahrganges gewesen sein und sich so ein Verhalten nicht gefallen lassen müsse. Ich erwiderte daraufhin, dass er sich ja bei seinem Vorgesetzten beschweren könne. Dieser bin leider ich, da meine Einheit schwere Verluste erlitten hatte. Beleidigt zog Hochmut danach weg und ist seitdem nicht mehr gesehen worden – so wirklich scheint ihn auch keiner zu vermissen.

30. Januar 1946: Unser Vorposten berichtet seit einigen Tagen wieder von verstärkten Bewegungen des Feindes, mal sehen was da die Tage auf uns zukommt – wir dürfen gespannt sein. Gespannt vor allem darauf, wie sich Hochmut verhalten wird – seine Feuertaufe! Falls es dazu kommt.

2. Februar 1946: Endlich, Ablösung, da es in den letzten Tagen wieder ruhiger geworden ist, dürfen sich die „altgedienten“ einige Zeit ausruhen. Das heißt, vorausgesetzt der Feind greift nicht an, einen Tag einige Kilometer hinter der Front, endlich. Die neuen werden solange die Stellung halten, morgen ist es so weit.

3. Februar 1946: Endlich, der Tag ist gekommen. Wir, die „altgedienten“ haben frei, vereinbart wurde unter uns, dass wir uns am See treffen und dort, zumindest die harten unter uns, ein paar Bahnen schwimmen werden. Danach geht’s in die Ortsnahe Bar!
Nachtrag später: Verdammt! Es war ja klar, dass die jungen die Linie nicht werden halten können, wenn der Feind angreift! Als wir „weit genug“ weg waren, griff der Feind an. Massierte Artillerie- und Panzerunterstützung, kombiniert mit Massenweise Infanterie. Sie müssen einen Spion haben! Derzeit sind wir auf dem Weg zurück, aufgesessen auf den Lastern der Umgebung. Gerüchten zufolge konnte der Feind auf voller Breite an unserem Abschnitt durchstoßen – gnadenlos zurückgeworfen! Wir dürfen nun versuchen unsere Kameraden vor der Einkesselung zu bewahren und ihnen somit das Leben zu retten – allerdings brauchen wir dazu Unterstützung, welche wir gerade nicht besitzen, da diese gestern abgezogen wurde.

4. Februar 1946: Heute Nacht näherte sich eine Gruppe Soldaten unserer derzeitigen Lager- und Verteidigungsstellung. Ihnen voran stolzierte die Einbildung, als hätte er den Feind alleine zurückgeschlagen. Er selbst hatte keinen einzigen Kratzer, aber seine Kameraden hatten wohl stark bluten müssen. Das einzig gute was er dann tat war, dass er uns recht genaue Positionen über den Gegner verraten konnte – allerdings nicht ohne sich selbst in die Angriffspläne einzumischen. Denn am Morgen sollte die Unterstützung von Luftwaffe und Heer eintreffen um den Gegner wieder zurück zuschlagen.
In der Ferne hört man amerikanische Sherman Panzer rollen, aber da ist noch ein anderes Geräusch – doch niemand kennt es. Seit einiger Zeit liegen wir bereits unter leichtem Feuer feindlicher Mörser, wer weiß was da noch kommt. Oder versucht der Feind jetzt die anderen Stellungen zu umgehen? Wer weiß. Ich weiß nur, dass wir noch keine Verstärkung erhalten haben und daher einen erwarteten Angriff nicht abwehren können – doch wir müssen diese Stellung halten. So lautet zumindest der Befehl, auch wenn es unmöglich scheint. Wir liegen mitten in einer kleinen Senke und sind von allen Seiten leicht angreifbar, während der Feind sich durch das Unterholz vor tasten kann.
Nachmittag: Endlich, die Verstärkung traf endlich ein, aber das Wetter hat sich so verschlechtert, dass unsere Luftwaffe keine Angriffe fliegen kann. Nun stehen wir alleine hier und müssen Kämpfen, denn unsere eingeschlossenen Kameraden berichten von einem Zangenangriff des Feindes und der Hoffnungslosigkeit einiger. Unser Entsatzangriff muss aber noch warten, da der Feind sich vor uns verschanzt hat und nur durch die Luftwaffe zurückgeworfen werden kann.

5. Februar 1946: Endlich, in den Morgenstunden klarte es auf und die Luftwaffe startete unverzüglich mit mehreren Bombern und Stukas – auf die ist immer Verlass! Sehr schnell hatten sie ihre tödliche Fracht abgeworfen und unsere Truppen stürmten vor – zu aller Überraschung waren die Verteidigungsstellungen des Feindes jedoch geräumt. Alles zerstört, aber kein Feind aufzufinden – weit und breit. Wir dachten erst an einen Hinterhalt, doch um diesen effektiv legen zu können ist die Umgebung zu zerbombt.
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Wir ziehen also weiter, jederzeit bereit dem Gegner zu begegnen, aber weit und breit tut sich nichts.

6. Februar 1946: Heute Nacht hatten wir den ersten Feindkontakt, unsere Spitze traf auf einen kleinen Haufen betrunkener GI‘s, sie waren sehr redsam, was uns von großem Nutzen ist. So erfuhren wir bspw., dass es sich hierbei um eine Großoffensive des Feindes handelt, da wir im Süden so leicht vorstoßen, greifen sie im Norden an. Allerdings hatten sie nicht mit so großer Gegenwehr gerechnet, weder bei ihrem ersten Angriff, noch jetzt. Es scheint, als würden sich die letzten Widerstandsnester deutscher Landser tapfer halten, kein Durchkommen für den Feind.

10. Februar 1946: Nach härtesten Kämpfen konnten wir ein erstes einbrechen in den Feindlichen Kessel erreichen. Eine schmale, aber effektive Bresche konnte geschlagen werden. Schon bald werden wir unsere Kameraden daraus holen und dann den Amerikanischen Kessel sprengen!

20. Februar 1946: Heute trafen wir mit den überlebenden im Kessel zusammen und werden nun versuchen, gemeinsam aus dem Kessel auszubrechen. Doch, wie die Divisionsleitung heute mitteilte, wird dies kein einfaches Unterfangen werden, da die Bresche, welche wir geschlagen haben, von unseren Nachschubeinheiten nicht gehalten werden konnte und wir nun selbst eingeschlossen sind.

21. Februar 1946: Um 3Uhr in der Früh eröffnete unsere Artillerie das Feuer auf einen kleinen Bereich der feindlichen Linien, dort werden wir versuchen durchzubrechen. Nach 10 Salven aus den Geschützen rollten unsere Panzer vor und sollten die Verteidigungslinien des Feindes durchbrechen. Zusammen mit den Pionieren traten sie den Weg in das Ungewisse an. Die Infanterie sollte solange noch bei den Geschützen bleiben und helfen die Kolonne für die Abfahrt fertig zu machen. Diese Arbeit wurde uns jedoch erheblich dadurch erschwert, dass feindliche Jabos unseren Aufmarsch angriffen und unter Feuer nahmen. Ebenso schien das Feuer unserer Artillerie nicht besonders erfolgreich gewesen zu sein, da unsere Panzer schnell um Unterstützung riefen. Nachdem wir nun allerdings keine Unterstützung schicken konnten, mussten sich unsere Panzerverbände wieder zurückziehen. Nun hocken wir wieder im Schützengraben und warten auf Unterstützung von außen…

22. Februar 1946: Der Feind beschießt unsere Stellungen nun seit gestern Mittag mit Artillerie und seiner, kleinen, Luftwaffe. Doch die Führung konnte Funkkontakt zu Divisionen der Waffen-SS herstellen und sie versicherten uns, einen Einbruch in den Kessel von Süden zu wagen. Vorteilhaft an dieser Sache ist, dass der Tommy bereits beim bloßen nennen von SS Divisionen es mit der Angst zu tun bekommt. Gegen 9Uhr am Abend soll ein gemeinsames Artilleriefeuer den Gegner dezimieren, um dann erneut mit der Panzerspitze vorzubrechen. Bis dahin heißt es: Stellung halten!
Eintrag Nachmittag: Endlich, die feindliche Artillerie hat aufgehört uns zu beschießen! Gegnerische Jabos haben schon vor Stunden aufgehört ihre Fracht auf uns zu werfen – doch irgendetwas ist im Busch! Feindliche Kommandos hört man schreien, sie wollen wohl angreifen. Vorsichtshalber hat unser Kommandeur uns in Verteidigungsstellung gehen lassen – Verdun?

23. Februar 1946: Zum Glück erfolgte kein Angriff des Feindes, sodass pünktlich mit dem Feuer auf die Feindlichen Stellungen begonnen werden konnte – sofern meine Landseruhr richtig geht. Es muss sich recht schnell herumgesprochen haben das Verbände der Waffen-SS einen Entsatzangriff durchführen, denn so schnell habe ich den Tommys noch nie rennen gesehen.

25. Februar 1946: Der Entsatzangriff war ein voller Erfolg – wir sind befreit! Ohne unsere Kameraden der Waffen-SS hätten wir es wohl nicht so einfach gehabt, dort heile heraus zu kommen. Wie unsere Divisionsleitung heute bekanntgab, sollen wir wohl für einen letzten Angriff gegen den Feind bereitgestellt werden, allerdings nur als Reserve. Danach ginge es dann in einen Urlaub – über die Länge wurde allerdings geschwiegen…

28. Februar 1946: Nun scheinen endlich vernünftige Verbindungen zur Heimat zu bestehen, denn es wurde über den Landserempfänger mitgeteilt, dass Schweden der Alliierten Fraktion beigetreten ist. Ebenso vermute ich, dass wir in wenigen Tagen mit dem Gegenangriff beginnen werden, denn die Vorbereitungen dazu laufen auf Hochtouren. Schwere Geschütze werden in Stellung gebracht und auch die Waffen-SS bringt ihr Material und ihre Soldaten in Stellung.

1. März 1946: Der Schlaf wurde uns verboten und so sitzen wir nun hier unter unseren Planen und warten was da kommen mag – in Landsermunde wird von dem Angriff berichtet. Warum auch sonst sollte man uns verbieten zu schlafen?
2:55Uhr, die Artillerie eröffnet das Feuer.
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Über unsere Köpfe hinweg fliegen deutsche Bomber ihre Angriffe und auch Stukas unterstützen den Beginn mit all ihren Kräften – wir müssen es schaffen!
Nach stundenlangem Artilleriefeuer mit Bomberunterstützung starten im Morgengrauen nun gerade die Panzer ihre Motoren – auch ich muss mich nun fertig machen. Berichten zufolge sollen wir etwas Nördlich unserer derzeitigen Position den Angriff verstärken.

5. März 1946: Das Dauerfeuer unserer Artillerie scheint den Gegner nicht großartig überrascht zu haben, er hockte in seinen Stellungen, hinter seinen MG’s, hinter seinen Pak’s und erwartete unseren Angriff. Wir waren etwa auf Höhe eines Pz. IV als dieser von einer gegnerischen PaK getroffen wurde und explodierte. Der Kamerad links von mir wurde tödlich getroffen – rettete mir jedoch wohl so das Leben.
Nach schweren Kämpfen und großen Verlusten konnten wir den Gegner aus seinen errichteten Stellungen vertreiben und haben somit einen großen Schritt gemacht. Als nächstes wird es dann hoffentlich die versprochenen freien Tage geben…

10. März 1946: Was bilde ich mir eig. ein? Freie Tage an der Front? Wäre ja auch zu schön gewesen – durften Drecksarbeit machen. Eine Schneise für unsere Panzer in einen Wald schlagen und ein etwas sumpfiges Gebiet mit den gefällten Bäumen für unsere Panzer präparieren... Nun stehen wir hier und warten darauf neue Befehle zu bekommen vom Divisionskommandeur…
Desto länger wir hier sitzen desto mehr Zeit hat der Tommy sich einzubuddeln.

12. März 1946: Anscheinend gab es Probleme mit dem Nachschub weshalb wir eine Pause einlegen mussten. Landser ohne Zigaretten können nämlich nicht kämpfen! Inzwischen taut der Schnee weg, sodass wir im Schlamm sitzen.

15. März 1946: Ein neuer Angriff hat begonnen, gestern Morgen stürmten wir vor. Aufgrund des Terrains müssen wir auf Panzerunterstützung im großen Stil verzichten – doch der Gegner ist nicht vorbereitet, sodass wir die ersten beiden Verteidigungsstellungen bereits überrannt haben. Einzig und allein die letzte Verteidigungsposition wird vom Gegner noch stark gehalten. Doch das Wetter ist schlecht und somit können wir weder auf Artillerie noch Luftunterstützung hoffen – wir müssen da alleine durch!

20. März 1946: Nach tagelangen Kämpfen und schwersten Verlusten konnten wir nun endlich diese Verdammte Position erobern und somit die Höhe 112 – von hier hat man einen wunderbaren rundum Blick über die ansonsten eher Flache Gegend. Darum ist sie für uns so wichtig.
Kurz nachdem der Feind geflohen war, kam Hochmut zu mir und fragte ob es nun geschafft sei. Ich dachte er bezöge sich auf diese Höhe und bejahte dies. Daraufhin drehte er sich um und meinte, dann könne er ja nun nach Hause gehen wenn der Krieg gewonnen sei. Er sei nur traurig, dass er nur eine Handvoll Amerikaner hätte ins Jenseits schicken können. Danach ging er einfach weg – ehrlich gesagt hatte ich auch keine Lust ihn aufzuhalten.

21. März 1946: Ein Wunder ist geschehen! Zwar hat die USA noch nicht kapituliert aber wir wurden aus der Front herausgelöst. Das OKW vermutet keine weiteren Angriffe und so sollen andere Teile unserer Armee unseren Abschnitt mit übernehmen. Wir haben frei, zumindest bis 1. April, dann müssen wir uns pünktlich um 14Uhr bei unseren Vorgesetzten melden.

25. März 1946: Was ich heute gesehen habe, mag ich nicht so recht glauben. Es kann nicht wahr sein! Ich ging gemütlich spazieren in einem kleinen Wäldchen, als ich plötzlich ein Feuer sah. Ich rannte hin und sah, wie Angehörige der Einsatzgruppen die Bewohner des Bauernhofes heraus gezerrt, danach an eine Wand gestellt und exekutiert haben. Danach gingen sie zu einer Scheune, feuerten durch die Tür, warfen Handgranaten und zündeten auch dies an. Wer oder was sich darin befunden hat konnte ich leider nicht herausfinden, da ich dafür hätte aus meinem Versteck gehen müssen. Aber ich denke in den nächsten Tagen werde ich die Gegend nochmal aufsuchen und schauen was dort los ist.

26. März 1946: Ich glaub es nicht, gestern Abend ging ich in eine Bar und trank dort gemütlich ein oder zwei Bier. Da kam plötzlich einer der SS Männer von dem Bauernhof herein und bot mir an, mich zu ihnen in das Haus gegenüber zu setzen. Zuerst stutzte ich ein wenig, doch dann willigte ich ein und ging mit ihm herüber. Dort waren noch etwa zwei Dutzend weitere SS Männer, die Hälfte war ebenfalls an dem Bauernhof beteiligt gewesen. Wenn ich ehrlich bin, war mir ein wenig unwohl bei der Sache. Aber die haben so gekippt das sie bereits kurze Zeit so dicht waren, dass sie wie aus dem Nähkästchen geplaudert haben. Irgendwann kamen wir dann auch zum Thema „Bauernhof“. Sie erzählten, oder besser lallten, dass es sich wohl um eine Familie gehandelt hätte, welche eine Gruppe Amerikanischer Soldaten versteckt gehalten hatte. Dafür hätten sie halt nun „bezahlen“ müssen. Dies wurde mir dann in allen Einzelheiten genau erklärt, was sie wie gemacht haben – widerlich! In diesem Augenblick habe ich mich für diese Kameraden geschämt.
Aber wenn ich dieses Verbrechen melde, dann wird gefragt werden woher ich das weiß. Ich muss schweigen, auch wenn es noch so schwer sein wird.

27. März 1946: Ich habe nurnoch wenige Tage Urlaub und weiß nicht so recht wie ich sie nach den Ereignissen der letzten Tage verwenden soll. Hier will ich nicht bleiben, aber ich weiß auch nicht wo ich sonst hin könnte.

1. April 1946: Schon ist mein „Urlaub“ wieder rum – letztendlich war ich dann doch in der Ortschaft geblieben. Glücklicherweise war der SD allerdings wieder weiter gezogen. Nun beginnt der Kriegsalltag wieder.

2. April 1946: Die Truppe ist endlich wieder zusammen – als letztes, mit deutlicher Verspätung – kam, wer sonst, unser geliebter Hochmut. Dafür hat er dann auch gleich einen Einlauf bekommen – der hätte mit Zylinder noch im Panzer springen können! Wir müssen auch gleich schon wieder Marschbereitschaft herstellen, der Tommy soll sich zurückgezogen haben, sodass wir seine Überbleibsel nun übernehmen können.

3. April 1946: In den frühen Morgenstunden sind wir los gezogen, Richtung Westen. Ohne Gegenwehr konnten wie die Ortschaft Euclid nehmen. Eine Geisterstadt. Alle Einwohner haben sich zurückgezogen, alles stehen und liegen gelassen. Das hat für uns den Vorteil, dass wir nicht irgendjemanden aus seinem Haus ausweisen müssen und somit der Divisionsstab recht schnell eine Bleibe gefunden hat. Auch Offizieren haben eine nette Bleibe gefunden…

9. April 1946: Noch immer liegen wir in Euclid – gemütlich gemacht haben wir es uns hier inzwischen. Durch gute Verbindungen zum Divisionsstab konnte ich allerdings in Erfahrung bringen, dass wir noch einige Zeit hier bleiben werden. Somit werde ich wohl heute Abend zusammen mit Max die Bar besuchen – er ist ein guter Trinker!

10. April 1946: Über unsere Vorgesetzten haben wir heute erfahren, dass das XVI Armeekorps unter Kienitz die Provinz Corpus Christ erreicht hat – die Grenze zu Mexiko. Das bedeutet, alle Verbindungen zum Meer im Osten und Süd-Osten der USA gehören uns. Damit können wir den Feind nun nach Nord-Westen treiben. Vorausgesetzt der Mexikaner fällt uns nicht in den Rücken.

11. April 1946: Neuigkeiten vom Europäischen Kontinent, nicht direkt von Deutschland, aber unserem Verbündeten Spanien: sie haben sich mit Portugal verkracht und diese haben ihnen daraufhin den Krieg erklärt. Man darf gespannt sein, wer diesen Konflikt gewinnen wird. Beide Nationen haben nicht gerade die modernsten Heere…

15. April 1946: Noch immer sitzen wir in unserer netten Ortschaft und es gibt noch immer keine Hinweise darauf, dass wir in den nächsten Tagen weiterziehen werden – so meine Quellen aus dem Divisionsstab. So habe ich allerdings wenigstens Zeit, meine Truppe auf den Häuserkampf zu schulen und so stürmen wir eine Wohnung nach der anderen. Die Bewohner sind ja eh weg und somit können wir uns das erlauben. Bisher konnte ich jedoch leider nur Mängel finden. Liegt wohl daran, dass die meisten aus Stalingrad nicht mehr sind und durch neue Frischlinge ersetzt wurden die absolut keine Ahnung haben – viel zu tun in der nächsten Zeit also.

23. April 1946: In den letzten Tagen konnte ich meinen Soldaten ein wenig was beibringen was den Häuserkampf angeht. Morgen werden wir wohl einen Industriekomplex stürmen. Man vermutet dort einige Amerikanische Partisanen. Mein Trupp wurde auserwählt diese Mission anzuführen.
Nebenbei bekamen wir wieder Nachricht aus der Heimat, die Schweiz ist den Alliierten beigetreten und die Portugiesen stehen an der ehemals Französischen Grenze. Da haben die Spanier ja tolle Arbeit geleistet. Derzeit ist man wohl dabei, eine Unterstützungsarmee aufzubauen um die Spanier zu entlasten.

25. April 1946: Die Stürmung des Industriekomplexes war ein voller Reinfall, nichts außer Staub und Spinnen hat man dort gefunden. War wohl eher eine Probe für uns als ein Ernstzunehmender Einsatz. Doch er legte weitere Mängel unserer Truppe offen, an denen wir nun arbeiten werden. Wir haben knapp eine Woche Zeit dazu, da es früher wohl nicht losgehen wird wie heute öffentlich verkündet wurde.

28. April 1946: Akuter Schlafmangel macht sich unter meinen Soldaten breit, ich erwarte, dass sie an ihre Grenzen gehen – körperlich sowie seelisch – und darüber hinaus! Zwar können sich nicht alle damit anfreunden, aber ihre Beschwerden bei ihrem Vorgesetzten, mir, bleiben ungehört. Wer kämpfen und siegen will muss Top Fit sein! Doch vor allem die jungen haben ihre Probleme damit, während Max das Ganze mit einem Müden Lächeln über sich ergehen lässt.
Und wieder gab es Neuigkeiten aus der Heimat, Spanien erhält Unterstützung durch unsere Luftwaffe. Ein entsprechendes Kontingent, die Legion Condor, wurde von Hermann Göring aufgestellt.
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2. Mai 1946: Die Bismarck hat im Golf von Mexiko ein schweres Gefecht geschlagen, eines der schwersten die es in dieser Hälfte der Welt bisher gegeben hat.
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Durch die Übermacht des Feindes musste sie sich leider aus dem Kampfgeschehen zurückziehen, doch nicht ohne das ihre mächtigen 38er weiter feuerten. Sie schaffte es, sich im dichten Nebel der Küste zu verstecken und von dort ihren Taktischen Rückzug anzutreten. Nach erstem zwischenankern an einem Hafen in Kalifornien wurde das Schlachtschiff zurück ins Reich beordert, zu stark seien die Schäden. Dort wird die Besatzung dann vom Führer persönlich ausgezeichnet werden – für ihren tapferen Kampf gegen eine weite Überlegenheit amerikanischer Kriegsschiffe.

5. Mai 1946: Endlich, wir marschieren weiter. Heute konnte Cleveland genommen werden. Wie erwartet, ohne Gegenwehr.

6. Mai 1946: Immer mehr deutsche Soldaten treffen an der Grenze zu Mexico ein. Will man sich nun auch noch Mexico genehmigen oder die USA von Süden her weiter aufräumen?
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7. Mai 1946: Die Legion Condor erzielt große Erfolge gegen die Portugiesen. Doch weitere Streitkräfte befinden sich bereits in der Ausbildung, damit wir die Spanier auch auf dem Landweg unterstützen können.

9. Mai 1946: In einem riesigen Kessel konnte die Stadt Chicago eingeschlossen werden. Nur wenige Amerikanische Einheiten sollen sich in diesem befinden, doch ihr Widerstand ist mörderisch!
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16. Mai 1946: Der Kessel wird von Tag zu Tag kleiner und alle verfügbaren Truppen der Gegend beteiligen sich an dieser, sich langsam schließenden, Zange. Ihr Zentrum bildet die Stadt Chicago, ich bezweifle jedoch, dass sich die Amerikanischen GIs hierhin großartig zurückziehen werden. Uns gegenüber stehen Truppenteile der 101st Airborne Division und sie weichen keinen Meter zurück, ohne uns dafür bluten zu lassen! Viele Kameraden mussten bereits ihr Leben opfern.
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22. Mai 1946: Die Spanier geraten immer weiter in Bedrängnis, heute konnten Portugiesische Panzerverbände die Vororte von Toledo erobern. Damit sind sie nur noch wenige Kilometer von Madrid entfernt. Unsere Legion Condor fliegt Angriff um Angriff, doch die Portugiesen fügen ihnen schwere Verluste mit ihrer FlaK zu. Anscheinend können nur Bodentruppen den Vorstoß aufhalten…
Doch es gibt auch erfreuliche Nachrichten, zwar nicht aus Europa, aber von unserem Frontabschnitt. Vor wenigen Tagen war es dem Feind gelungen, kleinere Verbände von uns in der Nähe von Detroit einzukesseln, dieser Kessel wurde heute von unserer Division gesprengt und viele Tausend Amerikanische GIs ergaben sich. Somit gibt es nur noch kleine Widerstandsnester im Kesseln von Chicago.
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27. Mai 1946: Wie vermutet, der Tommy zieht es lieber vor zu kapitulieren als in Chicago die Entscheidung zu suchen. Der Kessel ist eingenommen. Unser nächstes Ziel lautet nun: Mountain Home. Irgendwo weit im Westen…

3. Juni 1946: Nachdem die Fieseler Fi 103 bereits weitgehend in der Heimat erprobt wurde, erfolgt nun ihre Feuertaufe in Amerika. Dort soll sie die nächste Offensive unterstützten, aber dies wird wohl noch ein wenig dauern. Viel dringender wird sie dabei eigentlich in Spanien gebraucht, zwar wird heftig um Madrid gekämpft und unsere Luftwaffe erzielt erstmals größere Erfolge, doch noch ist der Sieg dort nicht unser.

18. Juni 1946: Endlich, nach langem und beschwerlichen Fußmarsch konnten wir heute Mountain Home erreichen.

30. Juni 1946: Der Spanische Widerstand scheint vollkommen gebrochen zu sein, denn heute konnten die Portugiesen die Hauptstadt Madrid erobern. Jedoch unter schwersten Verlusten, da unsere Luftwaffe Flug um Flug geflogen ist!
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Zuletzt geändert von Galien am 9. Oktober 2015 22:56, insgesamt 2-mal geändert.

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Das Jahr 1946 - Zweite Hälfte

Beitragvon Galien » 25. September 2013 17:48

1. Juli 1946: Ein letzter Stoß, ein letzter Angriff, eine letzte Anstrengung und wir könnten es bald geschafft haben! Wir sind in den frühen Morgenstunden mit Millionen anderer Deutscher Landser aufgebrochen, gen Westen, um Amerika endlich niederzuringen! Ihr Widerstand lässt sich nirgends sehen, nicht einmal ein Heckenschütze – nichts. Unser Ziel heißt: Fort Smith.

2. Juli 1946: Noch immer keine Spur vom Feind, unsere Panzerverbände fahren voraus, dahinter wir auf unseren Blitzen. Einen feindlichen Angriff brauchen wir nicht zu fürchten, diese karge Gegend hier eignet sich nicht für einen Hinterhalt.
Gerade eben sind wir in Fort Smith angekommen, eine durchaus nette Stadt. Doch das Divisionskommando schickt uns weiter, McAlester. Gerüchten zufolge sollen alte diesen Ort halten – abwarten.

8. Juli 1946: Auch unsere Truppen im Süden beteiligen sich nun an der Offensive, geschlossen überquerten sie heute Nacht die Mexikanische Grenze, ein breiter Fluss erschwert dieses Unternehmen allerdings.
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10. Juli 1946: Was für unfähige Kriegsgefangene! Heute Mittag sind wir in McAlester einmarschiert, da kam uns auch schon eine Gruppe mit vier Dutzend erhobenen Armen entgegen. Allesamt alte Leute die sich uns ergeben haben, ohne auch nur einen Schuss abzugeben. Weiter geht unser Marsch gen Westen, in der Hoffnung auch weiterhin nicht in starke Gefechte verwickelt zu werden – wobei. Vielleicht würde die Einbildung dann endlich mal sein Maul halten, der brabbelt unaufhörlich!

22. Juli 1946: Unser Marsch geht immer weiter und wie berichtet wird, halten sich nur vereinzelt feindliche Verbände im Norden, zur Grenze nach Kanada auf. Doch die dortigen Einheiten der Waffen-SS haben die Lage voll unter Kontrolle und werden wohl bald den Durchbruch schaffen.

24. Juli 1946: Wir marschieren weiter und immer weiter – ohne ein genaues Ziel. Nur Teiletappen werden geschafft, der große Zielort ist unbekannt. Doch wenigstens tritt keine Langeweile auf, die Einbildung, welche im Übrigen richtig Hermann heißt, redet wie ein Wasserfall – oder schlimmer. Ohne Punkt und Komma, er erzählt von seinen „Heldenhaften“ Taten im Krieg und wie tapfer die Heimatfront hinter uns stehen würde. Doch da war die Geduld von Max zu ende, er sprang auf und schrie Hermann an, er solle gefälligst die Klappe halten sonst würde es knallen. 10m weiter knallte es dann auch, aber nicht etwa, weil eine gewisse Person einfach nicht still sein kann, sondern weil der Blitz 10m vor uns von einem feindlichen Sherman getroffen wurde. Sie sprangen aus dem LKW, einige brannten und schrien, im nächsten Moment kam auch schon die nächste Granate des Shermans geflogen, er verfehlte sein Ziel – unseren Blitz. Schon hatte ein Panther sein Rohr gedreht – Schuss. Volltreffer. Explosion. Der feindliche Sherman war zerstört, einer unserer Blitze in die Luft gegangen und 15 Landser verbrannt. Ihre Schreie habe ich noch immer in den Ohren – schrecklich! Das Schreien, der Gestank und das Schreien der verbrennenden. – Selbst Hermann wusste nicht was er sagen sollte und schwieg.
Am späten Nachmittag wurden die gefallenen dann beigesetzt, ein schrecklicher Anblick!
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25. Juli 1946: Unberührt der gestrigen Ereignisse ließ der Divisionskommandeur weitermarschieren, Richtung Enid.

2. August 1946: Unsere Marinelandetruppen kämpfen tapfer auf dem Landweg zwischen Nor- und Südamerika. So kapitulierte heute Guatemala.

5. August 1946: Die Panzerspitze des XXVIII Armeekorps erreichte den Pazifik! Somit können wir nun von Norden, Osten und Süden den Amerikaner einkesseln und zur Kapitulation zwingen.

6. August 1946: Ein weiteres Land auf diesem schmalen Landweg schaffte es nicht, unsere Siegreichen Truppen etwas entgegenzusetzen, Nicaragua hat heute gegen 12Uhr Ortszeit kapituliert.

11. August 1946: Während wir von Ortschaft zu Ortschaft vorrücken und immer behutsam sind, rücken unsere Marinelandetruppen weiter vor, heute konnten sie Honduras in die Knie zwingen.

13. August 1946: Amerika ist unendlich, größer als Sowjetrussland, wie es mir scheint. Heute erreichten wir Woodward, eine Stadt in den unendlichen Weiten der USA und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht.

30. August 1946: Wir rücken immer weiter vor, ebenso unsere Verbündeten Truppenteile. So konnte heute Mexiko zur Kapitulation gezwungen werden. Ein kleiner und doch bedeutender Staat im Süden der USA, da somit der Panama Kanal auch auf dem Landweg erreichbar ist für unsere Truppen.

3. September 1946: Heute setzten wir uns wieder in Bewegung, Richtung Santa Fee.
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25. September 1946: Ein weiterer kleiner, unbedeutender Staat hat kapituliert, El Salvador. Vom Namen her hört er sich bereits sehr nach Südamerika an – der Führer will doch wohl nicht…
Wie dem auch sei, wir erreichten endlich Santa Fee und haben hier nun ganze zwei Tage Aufenthalt. Mal sehen ob das so stimmt…

27. September 1946: Unglaublich aber wahr, wir durften uns tatsächlich zwei Tage lang ausruhen und die Bierkeller der Stadt plündern – sehr erholsam. Wobei das amerikanische Bier, im Vergleich zum deutschen, lediglich den Namen Limonade verdient. Nun geht es jedoch weiter, nach Phoenix. Hier soll sich ein recht großer Widerstand des Feindes gebildet haben, in der Wüste rund um die Stadt herum.

16. Oktober 1946: Wir stehen nun kurz vor Phoenix, doch wir haben Befehl zum halten bekommen – was das soll, weiß keiner so recht. Doch Hermann hat bereits seine wildesten Spekulationen, welche er jeden Abend in seiner „eigenen großen Landserrede“ kundtut. Das diese keine wirklich interessieren, scheint ihm völlig egal zu sein.

25. Oktober 1946: Wie es scheint, wird es noch dauern bis wir endlich Angreifen dürfen, denn unsere Artillerie wurde erst einmal in Stellung gebracht und beschießt die Stadt seitdem schwer.

2 November 1946: Nördlich von uns sieht es gar nicht gut aus, der Feind konnte Einbrüche über mehrere Kilometer Tiefe erreichen und die 12. SS Panzerdivision „Hitlerjugend“ hat ihren gesamten Divisionsstab im Gefecht verloren – ein letztes Aufbäumen des Feindes? Nun wird sich unser Angriff auf Phoenix weiter verschieben, denn unsere Unterstützungskäfte sollen dort erst einmal für Ruhe sorgen.

3. November 1946: Panzer der 24. und 26. Pz. Div. des XXII Armeekorps haben heute die Stadt Tocoma genommen, wo auch immer das sein mag.

4. November 1946: Der Kampf um Phoenix hat nun begonnen. Bisher konnten wir uns seit den Morgenstunden in die ersten Gebäude am Stadtrand vorarbeiten, doch nur mit schwerer Unterstützung unserer Panzerverbände, die ihrerseits große Verluste zu beklagen haben. Unsere Division greift von Osten her an, während das XVI Armeekorps unseren Angriff von Norden her unterstützt.

8. November 1946: Die Kämpfe dauern weiter an, sie sind hart und der Tommy verschanzt sich schwer. Ich hoffe es wird kein zweites Stalingrad, denn das schaffe ich nicht. Das einzig gute an dieser Schlacht ist, dass es hier keinen russischen Winter gibt, dem einer meiner sieben Zehen zum Opfer fallen könnte – doch das ist auch schon alles. Meter um Meter müssen wir uns vor kämpfen, jedes Haus und jede Wohnung einzeln erstürmen.

10. November 1946: Nachtkämpfe in Gebäuden sind die schwierigste Form des Kampfes. Begriffe wie Vorhut, Nachhut oder Flanken sind hier nicht anwendbar. Der Feind kann überall sein: im Stockwerk über dir, unter dir und um dich herum. Du hörst etwas. Wer atmet in der Dunkelheit? Wer ist das? Freund? Feind? Wie kannst du das erkennen? Ihn fragen? Was, wenn er mit einer MG-Salve antwortet? Du musst entscheiden und zwar schnell. Vielleicht hast du dafür nur einen Augenblick Zeit, vielleicht trennt dich nur ein Sekundenbruchteil von einer leise geworfenen Granate oder einem Bajonettstich.

12. November 1946: Endlich, der Durchbruch ist gelungen, der Keller des Rathauses gestürmt, der letzte Widerstand gebrochen. Die Verteidiger haben kapituliert. Es mögen zwar kurze Kämpfe gewesen sein, doch sie waren hart. Durch die Kampfpausen der letzten Monate waren viele nicht mehr in Übung und vor allem die neuen hatten ihre Probleme dabei, durch einen Flur zu stürmen und jederzeit damit zu rechnen das ein Tommy sein Gewehr herausstreckt und dich absticht. Viele der jungen sind gefallen, keine ausreichende Ausbildung. Auch Hermann hat es getroffen, beim Stürmen eines Kellers überhörte er das werfen einer Handgranatenkette – wenige Sekunden später war er ein Puzzle aus tausend Teilen. Das einzige was geblieben ist, ist seine Hundemarke – das dürfte auch schon das größte Überbleibsel von ihm sein. Die Trauer über seinen Verlust hielt sich sehr in Grenzen bei den Kameraden, alle haben nur noch den Sieg vor Augen und wollen endlich zurück nach Hause - doch noch ist es nicht geschafft.
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15. November 1946: Unser Marsch geht weiter, nun sind wir wieder fast nur noch die „alten“, die bereits in England, Russland und davor gekämpft haben. Die jungen sind so gut wie alle gefallen. Es geht nach San Diego, eine große Stadt, wie Kameraden mir sagten.

22. November 1946: Kanada hat kapituliert, im Morgengrauen besetzten Verbände der 2. SS Pz. Div. „Das Reich“ und der Fallschirm-Panzer-Div 1. HG sowie Einheiten der 22. Pz. Div. die Stadt Vancouver, Kanada kapituliert.

30. November 1946: Das XI Armeekorps unter Führung von Manstein hat den gleichen Plan wie wir, die Eroberung von San Diego, somit ist ein Wettrennen zwischen unseren Korps entstanden, ich bin gespannt wer dieses gewinnen wird.

6. Dezember 1946: Verdammt, Manstein ist uns knapp zuvorgekommen, nur einige Stunden nachdem seine Panzer in der Stadt einrollten, trafen unsere ein. Nebenbei ist heute Nikolaus, fast untergegangen in diesem ganzen Tumult. Ich verschaffte mir mithilfe meines Kolbens Zutritt in ein Geschäft und schaffte es noch, Max eine Kleinigkeit zu besorgen.

12 Dezember 1946: Immer mehr Truppen sammeln sich in unserer Gegend, denn es gibt nur noch kleine Widerstandsnester des Feindes, so wird nun ein Sitz der amerikanischen Regierung nach der anderen gejagt – bald ists aus. Dann können wir endlich wieder nach Hause und die Beine hochlegen…

13. Dezember 1946: Gestern in den Abendstunden rollten Panzer der 3. SS Pz. Div. in der Stadt Coos Bay ein, vorrübergehender Regierungssitz der amerikanischen Regierung. Doch sie war bereits getürmt.

15. Dezember 1946: Panzer der 10. SS Pz. Div. eroberten heute Mittag die Stadt Roseburg, ebenfalls kurze Zeit Regierungssitz.

16. Dezember 1946: Wir hatten heute das Vergnügen in Los Angeles anzukommen. Selbst für Dezember ist es hier erstaunlich warm. In den Hügeln versteckten sich einige Amerikaner, doch um die war sich schnell gekümmert…

17. Dezember 1946: Im Divisionsstab der XII scheint es Probleme zu geben. So ganz konnte ich das jedoch leider nicht mitverfolgen, da unser Zug dann weiter musste. Immer weiter gen Westen, doch die Küste ist nahe.
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21. Dezember 1946: Bald ist wieder Weihnachten und die Hoffnung bis dahin zuhause zu sein ist mir vollkommen verblasst. Die Kapitulationsbereitschaft der Amerikaner ist sehr gering, wobei die einfache Bevölkerung keine größeren Schwierigkeiten bereitet. Anders als es in Russland der Fall war, da standen Partisanensonderbehandlungen ja nach einigen Monaten fast auf dem Tagesplan.

23. Dezember 1946: Morgen ist wieder Weihnachten, einmal mehr werde ich es weit ab von der Heimat feiern - die Familie alleine zu hause und ich hier bei meinen Kameraden. Das einzig erfreuliche in dieser Zeit ist, dass die amerikanische Front immer weiter in sich zusammenbricht.
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28. Dezember 1946: Die Weihnachtstage sind wieder vorüber und die Generalität lässt weitermarschieren. Die Weihnachtsstimmung hielt nicht lange dieses Jahr unter den Kameraden, wieso sollte sie auch? Wir befinden uns im siebten Kriegsjahr und können die paar Male, die wir bisher unsere Heimat seit 1939 gesehen haben, an einer Hand abzählen! Aber es macht sich allmählich Hoffnung breit unter uns, dass wir bald wieder zu hause bei unserer Familie sitzen können, die Amerikaner leisten überhaupt keinen Widerstand mehr und wir fahren von Ort zu Ort.
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Das Jahr 1947 - Erste Hälfte

Beitragvon Galien » 1. Oktober 2013 19:53

10. Januar 1947: Alle Gebiete der USA auf dem amerikanischen Kontinent konnten inzwischen besetzt werden. Es gibt nur noch einige Inseln Westlich von Alaska, welche sich in amerikanischen Händen befinden, doch die 3. SS Pz. Div. wurde damit beauftragt und bekanntlich macht diese ihre Arbeit immer äußerst zuverlässig. Für den Rest der III Armee gilt: sammeln in Hughson.

15. Januar 1947: Neuigkeiten aus Europa, zum einen ist der Führer äußerst erfreut über die Leistungen aller, an den Kämpfen um Amerika, beteiligten Kräften und zum anderen marschieren auch auf dem Europäischen Kontinent wieder aktiv deutsche Soldaten. Nicht etwa der Ivan, die Bedrohung aus dem Osten, hat es geschafft unsere Grenze zu überwinden, nein. Schweden hat einen Kooperationsvertrag mit Deutschland ausgeschlagen und so marschieren unsere Gebirgsjäger nun gegen sie. Ebenso hat sich die Schweiz unbeliebt gemacht, damit wurde Italien beauftragt.
Aber auch aus Amerika gibt es neues, wir werden wohl nach Osten ziehen um dann in die Heimat geschifft zu werden.

18. Januar 1947: Unter dem Druck der Italienischen Offensive, in Zusammenarbeit mit unseren Verbündeten, hat die Schweiz heute kapituliert. Nun gibt es gute Schweizer Uhren und das berühmte Taschenmesser für kleines Geld.

20. Januar 1947: Ich frage mich, wie unser Armeestab nach Osten marschiert, desto weiter wir gen „Osten“ marschieren, desto wärmer wird es – dies sollte doch eigentlich nicht so sein?

3. April 1947: Auch Schweden hat kapituliert, bei der Ankunft unserer Fallis in der Nähe von Stockholm war dem Regierungsoberhaupt ein großer Krieg gegen uns doch zu gefährlich und er unterschrieb.
Wir marschieren nun schon seit längerer Zeit und ich bin mir nun fest sicher, dass wir nicht gen Osten marschieren, gen Heimat, sondern gen Süden, nach Süd-Amerika um dort die Kämpfe der VI Armee zu unterstützen. Diese versucht seit Monaten sich durch den dichten Dschungen zu kämpfen.








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Das Jahr 1947 - Zweite Hälfte

Beitragvon Galien » 9. Oktober 2013 18:12

24. August 1947: Nach endlosem Marsch stehen wir nun endlich am Panama Kanal und werden diesen wohl morgen überschreiten – damit sind wir unserem Bestimmungsort bereits, im Vergleich zu noch vor einigen Monaten, bereits sehr Nahe – dem Dschungel Südamerikas!

6. September 1947: Endlich - ? Heute erreichten wir den Bestimmungsort der gesamten III Armee, Medellin. Seit Monaten habe ich schon nicht mehr eine so dermaßen große Ansammlung von Mensch und Material gesehen – mitten im Dschungel! Doch schon morgen soll es weiter gehen, unser Ziel wird die Provinz Bucaramanga sein – diesmal wohl aber nicht bereits so schön hergerichtet wie das HQ der Armeeführung hier, Schade eigentlich. Ein wenig Luxus nach diesem schier endlosen Marsch hätte mir und den Kameraden sicherlich nicht geschadet.

11. September 1947: Inzwischen scheinen wir Asien näher als Europa zu sein habe ich das Gefühl…
Gegen Mittag erreichte uns die Nachricht, dass unser Protektorat Vichy-Frankreich vor dem Asiatischem Staat Guangxi-Clique kapituliert hat – zumindest die Streitkräfte und Provinzen welche von Vichy-Frankreich auf dem dortigen Kontinent liegen. Auch wurde bekanntgegeben, dass Japan aufs schärfste Bedroht wird und fast alle Stellungen auf dem Asiatischen Festland verloren hat – doch der Retter und Befreier, das Deutsche Reich, hat bereits einige seiner modernsten Truppen losgeschickt, um gegen die Gefahr auf dem Asiatischen Kontinent für unsere Verbündeten anzukämpfen! So zumindest die Meldung aus Berlin…

23. September 1947: Desto weiter wir in die Tiefen des Südamerikanischen Dschungels vorstoßen, desto später ereilen uns die Nachrichten aus dem Rest der Welt… So wurde bereits vor Tagen bekanntgegeben, dass die V Armee nach Spanien verlegt wird, um dort unseren Verbündeten im Kampf gegen die Portugiesen zu unterstützen, die bereits an den Südlichen Ausdehnungen unseres Reiches stehen!
Direkt mit Eingang dieser Nachricht bei mir, wurde auch bekannt gegeben, dass wir in den späten Abendstunden, zusammen mit der XVI und VI Armee eine Offensive gen Süden starten werden, uns wurde starke Luftunterstützung durch das Oberkommando zugesichert. Ganze Bomber- und Stukaverbände sollen den Gegner aus seinen, mehr oder minder, befestigten Stellungen jagen und uns den Weg frei machen. Dabei wird unser Korps die Provinz Tunja angreifen –auf der anderen Seite des großes Flusses! Wie wir darüber kommen sollen, weiß ich noch nicht so recht. Bisher haben wir noch keine Wirklich schwimmfähigen Flöße, geschweige denn, irgendwelche Schiffe zu Verfügung – hat sich die Führung ja wieder etwas ganz tolles ausgedacht! Einzige Erleichterung, die Stellungen des Feindes sollen hier nicht sehr stark sein, sodass wir sie schnell durchbrechen sollten.
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30. September 1947: Seit einer Woche läuft nun bereits unsere breit angelegte Offensive gegen die Südamerikanische Staaten welche sich gegen den Nationalsozialismus verschworen haben! So zumindest Dr. Goebbels und sein Reichs Lügenministerium. Vor wenigen Tagen hat Kolumbien bereits gegenüber unserer Fraktion kapituliert und sie wurden, nachdem lokale Faschisten die Macht übernommen haben, zu einem Marionettenstaat unseres Reiches gemacht. Wir hocken jedoch noch immer auf unserer Flussseite hier, da der Gegner an unserem Angriffspunkt schweres Gerät aufgefahren hat und von der versprochenen Luftunterstützung in unserem Sektor nichts zu spüren ist! Bisher hat unser Korps bereits etwa 250 Kameraden verloren, weil sie versuchten das andere Ufer zu erreichen um dort feindliche Stellungen auszumachen. Heute Nacht soll ich dann mit einer Handvoll Männern in die Nähe des anderen Ufers um dort Ausschau zu halten und unserer Artillerie die genauen Koordinaten geben…

3 Oktober 1947: Seit Tagen liegen wir nun unter anhaltendem Mörserfeuer des Feindes! Gerade als ich mit meinen Männern das Floß besteigen wollte, eröffnete der Feind sein Mörserfeuer auf unsere Stellungen! Zwar nur äußerst Spärlich und kein großes Kaliber, doch trotzdem sollten wir zurück bleiben und abwarten – dies tun wir nun seit geraumer Zeit! Durch einen Splitter bin ich am rechten Oberschenkel verwundet, bleibe jedoch bei meinen Kameraden - verdammter scheiß Krieg!

8. Oktober 1947: Endlich, durch Unterstützungsfeuer der Luftwaffe sowie unserer Verbündeten Kampftruppen konnten wir durch die Stellungen des Feindes brechen und ihn bis an die Brasilianische Grenze treiben. Hier stehen wir nun – was uns erwartet wissen wir nicht. Aber eines wissen wir, Ekuador hat Kapituliert und lokale Faschistengruppierungen erhielten die Offizielle Amtsgewalt, sodass wir einen weiteren Marionettenstaat haben. Wollen wir hoffen, dass sich nicht eines Tages alle Marionetten gegen uns erheben!

14. Oktober 1947: Noch immer stehen wir hier, regungslos und auf weitere Befehle „wartent“. Ich gab meinen Männern daher den Befehl, einen Brief in die Heimat zu schreiben, an ihre liebsten. Sie sollten mal wieder ein Lebenszeichen ihrer Männer, Väter und Kinder bekommen – schließlich sind wir schon wieder viel zu lange hier draußen!
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16. Oktober 1947: Kurz nach Mitternacht überflog die Luftwaffe unseren Bereitstellungsraum und wir sahen in der Ferne, wie sie ihre tödliche Fracht in den Dschungel warfen – unsere Zeit war gekommen, wir sollten Angreifen. Die Müdigkeit und Lustlosigkeit ist jedem einzelnen von uns anzusehen, doch es nützt nichts – wir müssen marschieren. Benjamin Constant heißt unser Ziel und liegt in Brasilien – ein neuer Feind!

17. Oktober 1947: Nördlich von uns hat ein weiterer Staat kapituliert, Venezuela. Wir rücken nun vor, doch was sich uns hier zeigt ist nicht gerade aufbauend für Soldaten, welche allmählich unter Heimweh leiden. Die Luftwaffe hat ihre Bombenlast hier abgeworfen und einen Großteil des Waldes in Brand gesteckt.
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Der Feind hatte keine Zeit sich auf diesen Angriff vorzubereiten und somit stinkt es nach verbrannten Tieren und Menschen. Nicht selten liegt eines von beiden auf unserem Weg – ihr schmerzverzehrtes Gesicht noch gut erkennbar! Selbst einige der härteren Jungs, die bereits seit Jahren dabei sind, halten diesem Anblick nicht stand und ihnen dreht sich der Magen um. Führen wir nun etwa auch Krieg gegen Unschuldige Tiere welche hier leben?! Ich kann es nicht glauben!

2. November 1947: Unsere Kameraden brechen immer weiter durch die feindlichen Gebiete, so konnten sie Peru überrennen und zur Kapitulation zwingen – ob auch sie diese schrecklichen Bilder sehen müssen, welche sich bei uns zeigen? Zwar sind es keine verbrannten Lebewesen mehr, doch hat der Feind überall Fallen hinterlassen, welche sich nur schwerstens ausmachen lassen! Täglichen fallen mind. fünf Soldaten aus, zwei von ihnen tödlich, weil sie in eine Falle des Feindes geraten sind! Unser schweres Gerät mussten wir bereits vor langer Zeit zurück lassen, hier sind wir auf uns gestellt. Infanterie rückt vor und kleine Mörser geben ihnen Feuerunterstützung, die gewohnte Feuerunterstützung bleibt fern! So müssen wir weitermarschieren, Ziel: Ji-Paraná.

10. November 1947: Wir sind heute in einen schweren Feuerhinterhalt des Feindes geraten! Wir mussten am Fuß eines Hügels marschieren, da ergoss sich plötzlich von oben eine große Wassermacht. Durch diese zum Liegen gekommen, eröffnete der Feind das Feuer auf uns. Durch den dichten Bewuchs konnten wir nicht ausmachen von woher das Feuer kommt und somit mussten wir blind unsere Handgranaten werfen und auf vermutete Stellungen des Feindes schießen! Der Überfall dauerte über zwei Stunden und ich bin mehrfach verwundet, zwei Streifschüsse in den Beinen und einen am Hals. Viele von uns sind gefallen, und mindestens genauso viele sind verwundet worden. Ich habe noch keinen Überblick über die derzeitige Lage, doch sie scheint sich erst einmal beruhigt zu haben, jedoch geht unseren Sanis allmählich das Verbandszeugs aus und Hilfe können wir frühestens in einigen Tagen erwarten! Was mit Max ist, weiß ich nicht. Er stand zum Zeitpunkt des Wasserschwalls direkt neben mir, doch danach konnte ich ihn nicht mehr finden – hoffentlich geht es ihm gut!

13. November 1947: In den letzten Tagen seit dem Überfall auf uns hat es schwer geregnet, der gesamte Boden ist aufgeweicht, gerade zu schlammig. Wir stehen hier Knietief im Schlamm und sollen täglich weiter vorrücken – so hätte es zumindest gerne die Führung. Aber diese sitzt weit weg von der Front in ihren beheizten und trockenen Stuben und denkt sich diesen ganzen Mist aus, den wir dann erledigen sollen – wir müssen unseren Kopf für das Hinhalten, was die sich ausdenken – was ER befiehlt! Wir können die Verwundeten nicht zurück lassen, also müssen wir sie schleppen, doch immer wieder, vor allem nachts, werden wir von Heckenschützen überfallen und wir verlieren weitere Männer! Verdammter scheiß Krieg – warum wir?!

16. November 1946: Heute bekamen wir nach Tagen endlich wieder ein Lebenszeichen unserer Kameraden, Bolivien hat kapituliert. Doch wie viele Menschen, Kameraden und „Feinde“ mussten ihr Leben dafür geben? Dafür, dass der Führer einen weiteren Hacken hinter ein Land machen kann, dass er nicht einmal auf einer Karte zeigen könnte!

18. November 1947: Die Blitzartigen Angriffe haben sich nun auf die Nacht beschränkt, und auch hat es endlich aufgehört zu regnen. Wir können also nun, abgesehen von der Nacht, die Toten bergen und die Verwundeten pflegen. Meine Wunde am Bein hat sich inzwischen entzündet und es sieht nicht gut aus – verdammt! Aber von Max hab ich noch immer kein Lebenszeichen, hoffentlich lebt er noch…

21. November 1947: Aus dem Reich wird gemeldet, dass über das gesamte „Reichsgebiet“ sich organisierte Partisanen erhoben haben, um gegen ihre neue „Freiheit“ anzukämpfen. Unschuldige Angehörige der Wehrmacht werden beim durchstellen von Nachschub an die Front von ihnen überfallen und auf Barbarische Art und Weise ermordet. Nun soll die SS gegen sie vorgehen, zu ihrer Unterstützung sind auch einige Verbände der Waffen-SS entsendet worden, um diese „Unrechtsmenschen“ und die Aufstände schnell niederrzuschlagen. Aber waren unsere Einheiten nicht in Russland und Polen genauso Barbarisch gegen den Feind? Womit rechtfertigen wir nun dieses Handeln?!

25. November 1947: Warum er, wieso? Er war ein so guter Freund und Kamerad – noch so jung! Unsere Nachhut besichtigte heute den Ort des schrecklichen Überfalls am 10. November und bargen auch die Leichen – Max war unter ihnen. Neben zwei Kopfschüssen, einer aus nächster Nähe, hat er auch noch zwei Bajonetteinstiche in Brust und Bauch. Den anderen Kameraden erging es nicht viel besser, auch sie wurden gerichtet – auf Brutalste Art und Weise! Für meine gefallenen Kameraden in meinem Zug darf ich nun die Todesnachrichten in die Heimat schreiben – auch für Max. Ich kann es noch immer nicht fassen - ich würde am liebsten in Tränen ausbrechen, aber ein Leutnant der die Fassung verliert, vor seinen Soldaten? Niemals!

27. November 1947: Das sitzen tut mir gut, die Wunde an meine Knie heilt einigermaßen ab. Doch in wenigen Tagen werden wir wohl schon weitermarschieren zu müssen – um noch mehr Bäume zu erobern?!

30. November 1947: Heute kam der Marschbefehl, Pontes-e-Lacerda.

15. Dezember 1947: Nach Eroberung einiger weiterer Bäume wird unser Korps nun nach San Javier verlegt – was dann kommt, ist ungewiss.

23. Dezember 1947: Das Oberkommando hat uns ein ganz spezielles Weihnachtsgeschenk gemacht, eine Offensive gegen den „Feind“. Dabei wurde uns die Provinz Robore zugeteilt welche wir zu erobern haben – so ein Blödsinn! Ein vernünftiges Friedensangebot an die Staaten Südamerikas von Seiten Deutschlands und alle wären zufrieden, aber nein. Der Herr Oberbefehlshaber und Führer, Adolf Hitler, ist wohl ein wenig Machtgierig geworden. Für so eine Person müssen wir unsere Köpfe, in diesen verdammten Dschungeln, hinhalten während er nun, mit hohen Funktionären in der warmen Reichskanzlei Weihnachten feiert!







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Das Jahr 1948 - Erste Hälfte

Beitragvon Galien » 13. Oktober 2013 21:25

10. Januar 1948: Seit einigen Tagen sind wir nun wieder am Marschieren, Tag für Tag kämpfen wir uns weiter in das Unbekannte Nichts vor – ohne Kontakt zur Außenwelt! Auch der Nachschub kommt nicht mehr durch und somit müssen wir wohl schon in wenigen Tagen sehen, womit wir überleben werden…

15. Januar 1946: Nachricht aus Berlin, in einer Woche soll der Führer unsere Truppen an der Front besuchen um ihre Moral zu heben - und vielleicht mal selbst einen Karabiner in die Hand zu nehmen um sich die Hände selbst zu beschmutzen?

20. Januar 1948: In wenigen Tagen kommt er persönlich, um sich die Lage in diesem Gestrüpp anzuschauen – mal sehen welchen Frontabschnitt er besichtigen wird.
Um sich Sympathien zu erschleichen, wie ich vermute, hat er den Staaten Nicaraguat sowie Honduras die „Freiheit“ geschenkt. Eine Nationalsozialistische Partei hat die Regierungsarbeit dort übernommen und wird nun dort regieren.

22. Januar 1946: Er ist da, der Chef persönlich, aus Berlin hier her gereist um sich ein „eigenes“ Bild der Lage zu machen. Selbstverständlich besucht er aber nicht uns, mitten im Dschungel, sondern lässt es sich an der Pazifik Küste gut gehen – dieser Hund! Da wo kein Feind ist, wo man schön Propaganda machen kann, da schaut er sich die Lage an um dann zu sagen: Läuft doch alles wunderbar! Schweinehund! Er soll nach hier kommen um sich ein WAHRES Bild der Lage zu machen – um zu sehen, was seine Plastiksoldaten erleiden müssen, die er auf seiner Weltkarte hin und her schiebt!

30. Januar 1948: Seit 15 Jahren sind die Nazis nun an der Macht in Deutschland, der Machtbereich hat sich weit mehr als vervielfacht, seit Jahren war ich nicht mehr zuhause, den Leuten in der Heimat geht es gut – wenn man dem Landserempfänger glauben schenken darf, viele Kameraden – und Freunde – habe ich verlieren müssen, die Wirtschaft erlebte einen Aufschwung, doch das Kriegsmaterial ist dem Dschungel nicht gewachsen. Vom begeisterten Anhäger des Regimes bin ich nun zum großen Skeptiker, wenn nicht sogar Gegner geworden – was will man hier in Südamerika, Bäume fällen? Das kann man in Polen, Russland, Lettland, Litauen, Estland und wie die Staaten im Osten alle heißen, auch tun – was gibt es hier, außer Spinnen, Bäumen, Regen und feuchten Böden?! - Gerade reingekommen: Die „15 Jahres Offensive“ steht an – passend zum Jahrestag… Heute Abend werden wir weiter müssen, weiter in das unbekannte Dschungelnichts. Damit der Führer was in Berlin zu zeigen hat…
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15. Februar 1948: Der Führer ist wieder weg, zurück nach Berlin – das Wetter ist umgeschlagen – Regen. Der Engländer würde sagen „ It rain like cats and dogs!“ – aber wir stehen hier unter den Bäumen und marschieren weiter – immer weiter. Wie sich unsere Pioniere hier zu Recht finden, ist mir ein Rätsel…

23. Februar 1948: Heute erreichten wir eine kleine Stadt, mitten im Dschungel, Porto Murtinho – oder so. Klein aber doch recht gemütlich, verglichen mit dem, was wir die letzten Monate durchgemacht haben…

25. Februar 1948: Es geht weiter, wohin, ich weiß nicht. Allmählich macht sich Unzufriedenheit bei der breiten Truppe breit. Kaum Pausen, keine Beschäftigung, kein Feindkontakt, Nahrungsknappheit, Nachschubmangel, Verstärkungsmangel – ich könnte diese Liste noch um einiges ergänzen…
Gerüchten zufolge, soll es bei der 254. ID eine Meuterei von einer Handvoll Soldaten gegeben haben – sie marschieren weiter hinter uns - die Sache soll jedoch schnell „geklärt“ worden sein, auf Preußische Art und Weise. Ob es nur ein Gerücht ist oder nicht, mein Zug hat es eingeschüchtert.

15. März 1948: In der Heimat würde man bei einem solchen Wetter nicht vor die Tür gehen, hier stehen wir im Wald… Zwar halten die riesigen Blätter einiges an Regen zurück, doch trotzdem sind wir bis auf aufs Knochenmark durchnässt. In Russland die Kälte, hier der Regen. Unsere Kameraden an der Irakischen Grenze können sich wohl nicht beklagen, sie werden schön in der Sonne liegen und sich bräunen – ein Angriff wird dort wohl nicht zu erwarten sein…

25. März 1948: Wir erhalten einen Tag Marschpause, einen Tag in halbnassen Sachen sitzen – welch eine Freude… Dadurch, dass mein Schreibzeug durchnässt ist, kann ich nicht einmal einen Brief an meine liebsten in die Heimat schicken, dazu fragt sich, ob er überhaupt aus diesem Gewirr von Blättern herauskommen würde…
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6. April 1948: Unsere Kameraden im Westen haben es geschafft, die Hauptstadt von Paraguay zu erobern, mithilfe von Lokalen Faschisten. Diesen hat man dann auch gleich die Regierungsarbeit übertragen, somit wurde das Land zu einer deutschen Marionette – einer weiteren der vielen…

30. April 1948: Unsere Mörser werden mal wieder in Stellung gebracht, heute Abend soll ein Vorstoß auf Caracol erfolgen. Berichten der Aufklärer zufolge soll sich dort kein feindlicher Widerstand befinden – warum wir dann die Mörser aufbauen versteh ich nicht – wie so vieles in diesem Krieg…

2. Mai 1948: Wie vermutet, das Feuer unserer Mörser war Verschwendung wichtiger Resources und Zerstörung wichtigen Bodens. Weit und breit war kein Feind zu erblicken…

8. Mai 1948: Anscheinend haben auch die weiter Westlich gelegenen Truppen einen Weitermarsch Befehl erhalten, sie müssen an der Küste gen Süden marschiert sein, auf die Hauptstadt Chiles, da diese besetzt wurde und somit das Land kapitulierte. Wie bereits bei Paraguay hat man auch dieses Land unter die Kontrolle von Faschistischen Sympathisanten gestellt, sodass es einen weiteren Marionettenstaat gibt.

9. Mai 1948: Weite Teile von Brasilien sind von unseren Kameraden besetzt, geplündert und zum Teil, wahrscheinlich, auch gebrandschatzt worden. Doch sie wollen noch immer Kämpfen, nicht aufgeben. Und dass wobei die 9. SS Pz.-Div. „Hohenstaufen“ vor den Toren Rios steht, ich hoffe, sie werden, entgegen ihrem Ruf, die Stadt und die Bewohner verschonen.

13. Mai 1948: Panzer der 9. SS-Panzer-Division „Hohenstaufen“ rollten heute durch die Straßen Rio de Janeiro’s. Berichten zufolge, soll das Regierungsviertel schwer umkämpft sein. Sowohl Artillerie als auch die Luftwaffe setzt immer wieder Angriffe gegen dieses Stadtviertel an, es wird wohl nicht viel stehen bleiben, wenn der Widerstand sich nicht ergibt. Die Angehörigen dieser SS Div. sind nämlich nicht für ihr Mitgefühl bekannt… Hunde!

14. Mai 1948: Wie es scheint, steht von dem ehemaligen Regierungsviertel nicht mehr besonders viel und der Widerstand konnte mit härtesten Mitteln und ohne jedes Mitgefühl gebrochen werden. In den frühen Morgenstunden wurde dann auch schon wieder aus der Stadt heraus gezogen, Richtung Uruguay. Auch unser Korps wird verlegt, irgendwo in den Süden.

15. Mai 1948: Durch die direkte Grenze nach Uruguay starten diese mehrere Angriffe gegen „unser“ Land. Einige Gebietsgewinnungen konnten sie wohl schon verzeichnen. Es bleibt nur zu hoffen, dass sie dem wilden Treiben der dortigen SS Einheiten ein Ende setzen können und nicht geschlachtet werden…

25. Mai 1948: Die Offensive unserer Kameraden in Spanien ist zum erliegen gekommen, sie konnten weite Landstriche erobern, um diese nun ebenfalls zu unterdrücken, doch der Großteil der Iberischen Halbinseln darf noch weiter in Freiheit leben.
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3. Juni 1948: Unser gesamtes Korps darf sich weiter durch den undurchdringbaren, nassen, mit Spinnenweben verhangenen Dschungel kämpfen. Verlegung nach Sao Borja, an die Grenze zu Uruguay. Diese haben inzwischen ihre Offensive eingestellt und verhalten sich passiv.







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Das Jahr 1948 - Zweite Hälfte

Beitragvon Galien » 21. Oktober 2013 14:19

1. Juli 1948: Endlich, nach Tagelangen Gewaltmärschen, die vielen die letzten Reserven gekostet haben, konnten wir gegen Mittag unseren neuen Lagerort erreichen. Eine ehemalige Siedlung, mitten im Dschungel. Die Häuser inzwischen im Verfall, aber, aus Sicht der Führung, noch gut genug für uns Landser.

6. Juli: 1948: Es geht los, 0:00Uhr. Die Ruhe der Nacht wird für 30 Minütiges Artilleriefeuer unterbrochen, danach erfolgt ein Angriff der Luftwaffe woraufhin die einfache Infanterie vorrücken darf. Ich rechne mit hohen Verlusten in unserer Division, da die letzten Nächte mehr als Kraftraubend waren und daher die Moral der Truppe ziemlich am Boden ist. Niemand versteht, warum wir Deutschland hier in Südamerika verteidigen müssen? Polen? Ja, sie haben uns angegriffen, England und Frankreich standen auf der verräterischen Seite und mussten ebenfalls geschlagen werden. Der Kommunismus bereitete einen Angriff auf uns vor, auch er musste stürzen. Aber was suchen deutsche Soldaten, mit modernstem Kriegsgerät, hier unten in Südamerika?! Ich und ein Großteil meines Zuges versteht es nicht, dieser Krieg hat keinen Sinn mehr…

7. Juli 1948: Unser Angriff „rollt“. Wir hatten in der Nacht einen kleinen Fluss zu überqueren, unter feindlichem Feuer. Unsere Artillerie sowie die Luftwaffe haben den Boden umgegraben, aber nicht die Erdlöcher des Feindes getroffen. Viele von uns haben das Ufer nicht erreicht. Mit veralteten Panzerabwehrwaffen wurden unsere Flöße beschossen. Ein heilloses Durcheinander, viele Tote konnten nicht geborgen werden, sie wurden von der Strömung erfasst. Wie wir erfuhren, hat sich in der letzten Nacht die gesamte Front in Bewegung gesetzt. Einmarsch in Argentinien sowie Uruguay. Wir müssen noch die Provinzhauptstadt erobern, dann haben wir weiter zuziehen – ins Ungewisse.

10. Juli 1948: Die Panzerspitze des XIV Korps hat die Hauptstadt Uruguays erreicht, Montevideo. Daraufhin kapitulierten sie. Einzig behindert durch einige Heckenschützen konnten wir in der Provinzhauptstadt, Artigas, einmarschieren. Ein kleiner Marktplatz in der Mitte war umgeben von einigen Steinbauten, der Rest bestand nur aus Holz. Einige „Kameraden“ hatten das Verlangen, ihren Biologischen Trieben nachzukommen – sie wurden nicht aufgehalten! Unfassbar, der deutsche Landser, der sich als „Befreier“ versteht, vergeht sich an der unschuldigen Zivilbevölkerung, zum Teil Minderjährigen und die Führung interessiert dies nicht im Geringsten. Als ich einen meinen Männer bei dem Spiel erwischte, wollte ich ihn gerade bestrafen, doch mein Vorgesetzter verbot es mir: „Haben Sie Einsicht mit diesem Mann, er ist so lange von zuhause weg. Hier, nehmen sie auch eine – frei Haus!“ Ich war schockiert und musste mich Abseits des Treibens in der Stadt irgendwo hinsetzen. Mir kommt das kalte kotzen, wenn ich an die Bilder zurückdenke die sich da heute auf der Straße abgespielt haben – noch immer hört man sie! Hundesöhne!

13. Juli 1948: Als wenn die Taten der letzten Tage nicht schon schlimm genug gewesen wären, nein. Betrunkene Landser haben in der Nacht ein Feuer entfacht, es geriet außer Kontrolle und das ganze Dorf brannte komplett nieder – nur die Grundmauern der Häuser stehen noch. So wie es derzeit aussieht, ist auch kein Prozess gegen die Mutmaßlichen Täter geplant, ohne Begründung – gerät hier denn alles außer Kontrolle? Warum nehmen wir uns das Recht heraus, über diese Menschen und ihr Eigentum zu entscheiden?! Wir könnten genauso an ihrer Stelle stehen, aber wir hatten „Glück“ als deutsche geboren zu werden – nun schäme ich mich dafür den Adler auf der Brust zu tragen!

15. Juli 1948: In den letzten Tagen haben sich drei Männer unseres Korps das Leben genommen, einer mit einer Handgranate, einer mit seiner Waffe und der andere – man weiß es nicht. Einer dieser Männer war Friedrich. Leutnant eines anderen Zuges, ich kannte ihn ganz gut. Ab und an hatten wir miteinander zu tun, aber nicht besonders. Er war ein feiner Kerl und verurteilte diesen Krieg von Anfang an, aber er kam aus einer Offiziersfamilie und hatte damit keine andere Wahl. Es sind nicht die ersten Selbstmorde seitdem wir Europa verlassen haben, viele können die grausamen Bilder des Krieges im Dschungel nicht verarbeiten und sehen nur noch einen Ausweg – allem ein Ende zu bereiten… Die Führung würde diese Verluste am liebsten verheimlichen, doch der Landser flüstert schneller.

20. Juli 1948: Ein neuer Angriff steht bevor, diesmal sollen wir in Argentinien einmarschieren. Von Nord-Osten her wird die III Armee anrücken, auf die Hauptstadt, währenddessen kommt die IV Armee von Nord-Nord-West und arbeitet sich nach Süden vor. Bei unserem Angriff werden wir umfangreiche Artillerie und Luftunterstützung bekommen – um weitere Bäume und Lebewesen zu töten… Unser „Ziel“ wird die Stadt San Nicolás sein.

27. Juli 1948: Ich bekomme die Bilder nicht mehr aus meinem Kopf, der Luftwaffe waren die „normalen“ Bomben ausgegangen, so warfen sie Tannenbäume – mitten in die schlecht aufgebauten Verteidigungsanlagen des Feindes. Unser Angriff verzögerte sich somit, da wir erst warten mussten bis die Feuer aus waren. Doch der Regen setzte schnell ein, sodass wir am nächsten Tag vorrücken mussten. Der Boden war ganz aufgewühlt, erst das Feuer der Brandbomben und darein das Artilleriefeuer – ein schauderhafter Anblick. Überall roch es nach verkohltem Fleisch. Als wir einen „Bunker“ betraten, lag in dem Eingangsraum ein Menschlicher Körper. Wir gingen weiter rein, er schien tot zu sein, durchsuchten den Bunker und begaben uns wieder auf den Rückweg. Als wir wieder in dem Raum waren, stand er vor uns. Der, der gerade noch gelegen hatte. Die schwarze, verkohlte Haut löste sich von seinem Körper und sein leerer, weißer Blick schaute uns alle nacheinander an. Mir kam es vor wie eine Ewigkeit. Er taumelte, doch sein Blick war Zielgerichtet. In der rechten Hand trug er noch eine Waffe – es schien eine veraltete Handfeuerwaffe zu sein. Doch er richtete sie nicht auf uns – er stand einfach da. - Plötzlich fiel er dann zu Boden, lag mitten im Raum. Ein Soldat meiner Einheit, aus den hinteren Reihen, hatte angelegt und abgedrückt. Aus der Wunde lief das Blut über den schmutzigen Boden – ich taumelte heraus und musste mich übergeben.
Wieso?! Womit haben es diese Menschen, die nicht einmal im Geringsten etwas haben, womit sie gegen uns Kämpfen können, es verdient so zu sterben? Welchen Sinn hat dieser Krieg noch? Doch die Führung hetzt unermüdlich weiter - phantasievolle Ziele geben sie uns vor, doch die Moral ist am Boden. Schlimmer als Stalingrad.
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28. Juli 1948: Die ganze Nacht lag ich wach, ich bekam kein Auge zu. Immer wieder die gleichen Bilder, die gleichen Töne, die gleiche Frage. Ich habe lang darüber nachgedacht, aber ich kann nicht anders. Ich kam als stolzer Soldat, der für Führer und Vaterland in den Krieg zog, im Glaube das deutsche Volk vor Versklavung und Tod zu beschützen. Doch diesen Weg haben wir schon lange verlassen, wir schänden Frauen und Kinder, brennen Dörfer nieder und niemand wird bestraft. Ich kann es nicht länger ertragen, ich muss dieser Qual ein Ende setzen...






ENDE






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Beitragvon Galien » 21. Oktober 2013 22:32

Auch dieser AAR hat nun ein Ende gefunden. Er gehört wohl zu der Kategorie, die es nicht allzu häufig gibt - der Zweite Weltkrieg aus der Sicht eines deutschen Landsers. Ich hoffe das Lesen hat gefallen und ich konnte den ein oder anderen mit meinem AAR ein wenig fesseln. Ein weiteres Zukunftsprojekt ist bereits geplant und ich muss mal schauen ob und wann ich das in die Tat umsetzen werde.
Über das ein oder andere nette Wort zum Ende würde ich mich noch freuen.

Aber bevor ich nun hier beende, noch ein kleiner Überblick über den Umfang des AAR - ohne Bilder
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