Kimi Ga Yo

AARs zum Zeitpunkte der beiden Weltkriege

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Taras
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Rauch auf den Meeren

Beitragvon Taras » 17. Dezember 2014 19:51

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Rauch auf den Meeren


Im Januar 1944 konnte die Umrüstung der 9 Luftverteidigungsgeschwader, über die Japan verfügte, auf die neuen Nakajima Hayate Abfangjäger weitgehend abgeschlossen werden.
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Was die Motorleistung anbelangte, erfüllte dieses moderne Jagdflugzeug die Erfordernisse des Kaiserlichen Hauptquartieres. Aber insbesondere war mit den beiden 20mm Maschinenkanonen endlich die Bewaffnung verstärkt worden um gegen die schweren amerikanischen Jäger bestehen zu können.
Auf diesem neuen Muster und den immer stärker ausgebauten und ständig modernisierten Radaranlagen auf Truk und Kwajalein basierte die Taktik, die Admiral Yamamoto für das anbrechende Jahr 44 anwenden wollte.
Trotz der zurückliegenden Erfolge, waren die alliierten Flotten der japanischen noch immer überlegen. Wobei betont werden mußte, dass nur noch die USA über die erforderlichen industrielle Kapazitäten für den Flottenbau verfügte.
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Die Flotten der übrigen Achsen Verbündeten konnten nach Größe und Entwicklungsstand unbeachtet bleiben.
Yamamoto hoffte, die angloamerikanische Überlegenheit bei den schweren Einheiten brechen zu können, indem er die alliierten Flotten auf dem gewählten Schlachtfeld – im Einzugsbereich des landgestützten Radar und der landgestützten Jäger – in verlustreiche Kämpfe verwickelte.

Den Anfang machte jedoch der Verband von Admiral Mikawa, der von Indien aus vor der somalischen Küste und im Golf von Aden operierte. Hier konnte er die Engländer erfolgreich zur Schlacht stellen und ihnen unersetzliche Verluste zufügen.
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Durch die erfolgreiche Deckung der fernen Zugänge und den ununterbrochenen Neubau von Konvoi Schiffen, konnte die Versorgungslage der Truppen in Irak und Palästina verbessert werden. Hinzu kam, dass durch die Siege im Irak, sich nun auch Persien entschieden hatte, zur Achse überzutreten. Damit war für den Transit von Truppen und Gütern auch der Landweg möglich. Ende Februar erreichten das Gebirgskorps unter General Tokunaga sowie die Marineinfanterie unter Sagara an mehreren Stellen den Suezkanal.
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Das strategische Ziel war damit erreicht, weil der wichtige Wasserweg damit für die Alliierten gesperrt war. Da die deutschen Verbündeten bereits Anfang 1943 die britische Festung Gibraltar gestürmt hatten und somit die Meerenge beherrschten, war das gesamte Mittelmeer unter der Kontrolle der Achse. Die Alliieren Positionen auf einzelnen Inseln und in Nordafrika waren mit diesen Erfolgen unhaltbar geworden.
Das Kaiserliche Hauptquartier wollte jedoch den Suezkanal selbst nutzbar machen um den verlustreichen Seeweg um Afrika herum vermeiden zu können und erteilte daher den Befehl zur Einnahme Ägyptens.

In Europa waren an verschiedenen Stellen Spannungen aufgetreten. Die Vichy Regierung war im Februar 44 zusammengebrochen. Nach dem Verlust der Gebiete in Vorderasien, in Nordafrika und im Maghreb genügten kleinere wiederholte Anlandungen von alliierten Truppen in Südfrankreich um das zerbrechliche Gebilde von Berlins Gnaden zum Einsturz zu bringen.

Die Irische Republik war seit Kriegsbeginn Hin und Hergerissen zwischen dem Druck der durch die alliierten ausgeübt wurde und der Hoffnung, im Schatten der Achse endlich seinen nordirischen Landesteil heimholen zu können. Letztendlich behielten die Alliierten die Oberhand und Irland gelang es durch all die Jahre nicht, seine selbst erklärte Neutralität auch tatsächlich durchzusetzen. Die schwache irische Armee war zu keinem Zeitpunkt in der Lage, alliierten Schiffen oder Flugzeugen die Verletzung der eigenen nationalen See- und Lufträume zu untersagen. Engländer und Amerikaner beriefen sich auf weithergeholte Durchmarschzusagen, die teilweise noch aus der Zeit stammten. Als Irland noch englische Kolonie war. Seit dem Fall Nordirlands operierten alliierten Kommandos kaum verdeckt von der irischen Insel aus. Im Februar 44 verlor die Achse die Geduld und erklärte Irland zur Kriegspartei. Nach kurzem Geplänkel – auch unter Beteiligung – japanischer Marineinfanterie, wurde in Dublin eine freundlich gesinnte Regierung Eoin MacNeill eingesetzt.

Die großen Erfolge der japanischen Truppen in Nordafrika führten eine überraschende und historische Wende herbei. Nachdem der Suezkanal überwunden war und japanische Gebirgsjäger nach Alexandria vortasteten, brach unerwartet der britische Widerstand zusammen.
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Am 1. März 1944 verkündeten die internationalen Medien den Rücktritt des englischen Königs George VI. Es wurde kein Nachfolger verkündet, es gab kein Verhandlungsangebot an die Achsenmächte, es gab überhaupt kein Signal wie es weiter gehen würde. Die britischen Truppen vor der Front lösten sich einfach auf. Von den sich masseweise ergebenden Kolonialtruppen konnte in Erfahrung gebracht werden, dass die englischen Offiziere und Soldaten Anschluss an die Amerikaner suchten. Jedes einheitliche Kommando war verloren gegangen und gepressten Soldaten aus den englischen Kolonien, warfen ihre Waffen weg und wollten einfach nach Hause.
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Rauch auf dem Pazifik

Beitragvon Taras » 21. Dezember 2014 13:47

Anlässlich des Zusammenbruches Englands, wurde eine Sondersitzung des Thronrates anberaumt um den Sieg zeremoniell zu feiern. Zur Ehre der Toten wurde traditionell mit Wein angestoßen.
Im Anschluss an die Sitzung, bat Hirohito Tenno Admiral Yamamoto Isoroku, Feldmarschall Minami Jirō und Geheimrat Tarasawa Shiro zu einer vertraulichen Unterredung in ein anliegendes Kabinett.
Trotz der strengen höfischen Etikette, konnte der Kaiser den Triumph kaum verbergen. Auch den - auf die Ahnen und auf die Seelen der Gefallenen – geleerten Weinschalen war es geschuldet, dass der Tenno begeistert ausrief: „Das ist der Sieg!“
Feldmarschall Minami stieß beide Armer in die Luft und rief mit kehliger Stimme ein kriegerisches „Banzai!“
Nicht ganz so enthusiastisch stimmten Yamamoto und Tarasawa ein: „Banzai! Banzai!“ Zehntausend Jahre sollte das Glück des Kaiserreiches währen.
Dem Tenno war die Zurückhaltung zweier seiner Berater aufgefallen. Verunsichert fragte er: „Admiral Yamamoto, teilt ihr mein Urteil nicht!“
Yamamoto verneigte sich stumm, weil er dem Kaiser nicht widersprechen wollte.
„Ich bitte euch, sprecht!“ drängte Hirohito. „Stets habt ihr mir guten Rat gegeben!“
Wieder verneigte sich Yamamoto steif. „Majestät, die Schöpferkraft Eurer Wissenschaftler und Ingenieure, der Fleiß Eurer Untertanen und die Opferbereitschaft Eurer Soldaten haben uns diesen unvergleichlichen Sieg geschenkt. Doch ich befürchte, wir haben lediglich eine Schlacht gewonnen aber noch nicht den Krieg.“
Minami, der vom Wein etwas gerötet war, warf ein: „Frankreich ist besiegt, wir haben Russland unterworfen und jetzt mußte sich auch England beugen. Mir ist zu Ohren gekommen, dass Churchill gestorben ist. Man fand ihn angeblich in einer Lache von Whisky in seinem Hotelzimmer in St Johns auf Neufundland.
Es bleibt nur noch Amerika! Ihre Krämerseele wird sie dazu bewegen einzulenken und einen annehmbaren Frieden zu suchen.“
„Richtig.“ Pflichtete Tarasawa leise bei. „Es bleiben nur noch die Vereinigten Staaten, deren Flotte fast doppelt so groß ist wie die unsere und deren Wirtschaftskraft allein so mächtig ist, wie die Deutschlands und Japans zusammengenommen. Sie verfügen über 720 IK während uns lediglich 267 IK zu Verfügung stehen. Und nicht nur, dass Ihre Wirtschaft weit aus mächtiger ist als unsere, sie ist auch wesentlich effektiver. Wenn wir einen Flugzeugträger in Auftrag geben, dauert seine Fertigstellung 553 Tage und benötigt täglich 8,26 IK – insgesamt also 4.600 IK. In einer amerikanischen Werft, benötigt man für die Auslieferung eines Trägers derzeit 467 Tage bei täglich 7,5 IK also gesamt 3.500 IK. Eine trägergestützte Fliegergruppe kostet uns 606 Tage und 2.600 IK – amerikanische Fabriken liefern in 448 Tagen zu 1.500 IK. Weiter! Ein Geschwader ihrer modernen Mustang Jäger benötigt 109 Tage und 1.240 IK um gegen uns ins Gefecht geworfen zu werden. Wir benötigen für unsere Shiden Jagdbomber 144 Tage und 2.023 IK. Ich könnte so fortfahren. Wir dürfen vor diesen Zahlen nicht die Augen verschließen! Sie haben nicht nur drei Mal mehr Industriekapazität als wir, sie produzieren außerdem noch schneller und ressourcensparender als wir!“ Tarasawa neigte sich höflich Minami zu. „Herr Feldmarschall, es liegt mir fern, Sie belehren zu wollen aber auch ich bin der Auffassung, dass wir diesen Krieg noch lange nicht gewonnen haben.“
„Ich möchte Ihre Zahlen nicht anzweifeln.“ Erwiderte Minami etwas ernüchtert. „Aber wenn ich mich recht erinnere, haben gerade sie zu Beginn des Krieges die Position vertreten, dass die Amerikaner einen Krieg nicht führen würden, wenn er keinen Gewinn abwerfen würde.“
„Richtig, aber ich habe wohl zu diesem Zeitpunkt nicht die volle Tragweite dieses Konfliktes erfasst. Mikawa Sama, für die Vereinigten Staaten geht es nicht mehr um nackte Kosten – Nutzen – Rechnung, sondern es geht für sie um die Existenz. Sie haben allen Alliierten Kredit gewährt, haben Waffen allein gegen die Zusage geliefert, dass Deutschland und Japan nach dem Sieg bezahlen würden. Die Alliierten sind bei den USA verschuldet und die Regierung der Vereinigten Staaten hat sich mit der selben Zusage bei den amerikanischen Banken verschuldet. Irgendjemand muss diese gewaltigen Schulden bezahlen oder das ganze System wird zusammenbrechen. Damit ist der Weg zu einem einvernehmlichen Frieden verbaut.“
Hirohito sinnierte. „Dann ist es also so, wie es der verehrte Yamamoto damals so treffend feststellte. Die Amerikaner werden einen Frieden nur akzeptieren, wenn unsere Truppen vor dem Weißen Haus stehen.“
Minami wiegte skeptisch den Kopf. „Eine Landung in den USA selbst halte ich derzeit für nicht durchführbar. Nach meinen Informationen verfügen die Amerikaner über mehr als 20 Panzerdivisionen und ca. 13 mechanisierte Divisionen. Wir haben nicht eine einzige. Die Deutschen müssen für diesen Plan gewonnen werden. Die verfügen über ausreichend Panzerkräfte.“
„Jedoch zuerst muss ihre Flotte geschlagen werden.“ Warf Yamamoto ein. „Ansonsten könne die angelandeten Truppen nicht versorgt werden. Und während wir versuchen die Amerikaner zum Kampf zu stellen, müssen wir nach Süden offensiv werden, um Australien und Neuseeland auszuschalten. Damit erweitern wir unsere Rohstoffbasis und mindern die Bedrohung unserer Versorgungswege. Ich wurde auch informiert, dass die Engländer die älteste Tochter des zurückgetretenen Königs zur neuen Königin gewählt haben. Sie scheinen den Krieg also auch noch weiter führen zu wollen. Ich denke, wir werden noch manche Schale Wein auf unsere gefallenen Helden leeren müssen.“

Im Anschluss an die Beratung, begab sich Admiral Yamamoto wieder nach Guam um die Bewegungen der Kaiserlich Japanischen Flotte im Pazifik zu koordinieren. Nach längerer Passivität, war im April 44 die US Navy wieder in Aktion getreten. Erneut richtete sich der Angriff gegen Truk.
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Die hier stationierten Hayate Jäger fügten den angreifenden Trägerflugzeugen schwerste Verluste zu. Als am 8. April die Trägergruppe I in die Schlacht eingriff, konnten sich die Amerikaner nur noch mit der Bordgestützten Flugabwehr verteidigen. In drei Wellen konnten die Schlachtschiffe Mississippi und New Mexico sowie zahlreiche Begleitschiffe versenkt werden.
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Zwar war durch die in der Schlacht erlittenen Verluste die Trägergruppe I für mehrer Wochen nicht einsetzbar, aber dafür konnte die Trägergruppe III unter Admiral Ozawa Jisaburō ihren Dienst aufnehmen. Den Kern der Kampfgruppe bildeten die vier modernen Flugzeugträger Zuikaku, Taiho, Hiyo und Unryu sowie das Schlachtschiff der Yamato-Klasse Musashi.

Die Radaranlage auf Kwajalein war inzwischen bis auf die Stufe 8 ausgebaut worden. Mit diesem weitreichenden Auge und besonders mit der intensivierten Funkaufklärung konnten Schiffsbewegungen und Truppenkonzentrationen beim etwa 800 km entfernten britischen Stützpunkt Nauru aufgeklärt werden. Zur Stärkung der eigenen Verteidigungslinie und zur Eröffnung der Offensive nach Süden, ordnete das Kaiserliche Hauptquartier die Einnahme dieser Insel an. Yamamoto hoffte darüber hinaus, die Amerikaner mit diesem Manöver zum Kampf mit seinen überlegenen Kräften locken zu können. Die beiden Trägergruppen, die die amphibische Operation decken sollten verfügten immerhin über 9 Flugzeugträger und 5 Schlachtschiffe.

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Der Angriff wurde daher recht offen vorbereitet. Drei Wochen kreuzten die japanischen Verbände in den Gewässern um Nauru und vernichteten zahlreiche Versorgungskonvois. Jedoch die US Navy nahm den Kampf nicht an. Erst am 14. Mai 1944 begann die Anlandung der japanischen Marineinfanteristen.
Obwohl die britischen und amerikanischen Truppen auf Nauru den Angreifern an Zahl mehr als dreifach überlegen waren. Brach der Widerstand überraschend schnell zusammen. 400 Bomber von den Flugzeugträgern hatten die Verteidigung zusammengehauen und die 46 cm Artillerie der Yamato und der Musashi hatten die Strandverhaue umgepflügt. Jedoch besonders die vorhergehende wochenlange Blockade hatte die Alliierten völlig demoralisiert.
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Obwohl der Kampf binnen weniger Stunden entschieden war, versuchten die Amerikaner doch noch einzugreifen. Drei Tage nach der Einnahme Naurus tauchte überraschend ein amerikanischer Verband auf. Das Kriegsschiffradar Typ 31 des Trägers Zuikaku hatte die Schiffsbewegungen als erstes erfaßt. Von Kwajalein und Truk wurde intensiver Funkverkehr gemeldet, der jedoch erst noch entschlüsselt werden mußte.
Die japanischen Schiffe machten gefechtsklar und von den Katapulten der Schlachtschiffe wurden die Seeaufklärer in die Luft geschleudert.
Um 13:15 Uhr wurde Kontakt gemeldet und gleich darauf signalisierte das Luftüberwachungsradar feindliche Maschinen im Anflug. Ozawa ließ die Jäger aufsteigen und die Bomber für einen Angriff bereit machen.
Die Radar-Luftkontakte stellten sich als amerikanische Aufklärer heraus, von denen einer abgeschossen werden konnte. Doch auch von den eigenen Aufklärern gingen nordöstlich von Nauru zwei Doppeldecker verloren.
Eine von Truk aus gestartete Kawanishi H8K meldete schließlich um 14:45 Uhr die Position der gegnerischen Angriffsgruppe 120 km Nord Nord Ost. Von den vier amerikanischen Flugzeugträgern waren zu diesem Zeitpunkt bereits alle Flugzeuge gestartet und im Anflug auf den festgestellten japanischen Marineverband.
Auf der Musashi, dem Flaggschiff und Kommandostand von Admiral Ozawa schrillten die Alarmglocken. Die Ausschläge an den Bildschirmen der Radaranlagen wurden immer zahlreicher und immer heftiger. Über Funk wurden die bereits in der Luft befindlichen Jagdgruppen an den angreifenden Feind geleitet. Ozawa ließ alle Bomber aufsteigen um die Flugdecks seiner vier Träger frei zubekommen. Da für eine Abrüstung keine Zeit mehr war, befahl der Admiral den Nakajima und Achi Bombern die mitgeführten Bomben und Torpedos im Notabwurf ins Meer zu werfen und in den Luftkampf einzugreifen.
60 km vor der japanischen Trägergruppe wurden die amerikanischen Flieger von den 100 Mitsubishi Rei-Sen Jägern abgefangen. Die amerikanischen Wildcat Jäger waren in Überzahl und drängten den Gegner ab. Jedoch kurz darauf trafen die herangeführten Bombergruppen der Japaner mit 200 Flugzeugen ein und begannen die Jagd auf die mit Torpedos und Bomben aufgerüsteten, schwerfälligen Dauntles und Devastator Bomber der Amerikaner.
Das Gefecht dauerte nicht länger als 15 Minuten, dann waren die Amerikaner geschlagen. Annähernd 100 amerikanische Bomber gingen verloren.
Beide Parteien riefen ihre Flieger zurück. Während die Amerikaner die Position gehalten hatten, um ihre Flugzeuge wieder an Bord zu nehmen, hatte sich Ozawa dem Feind weiter angenähert. Von der verlustreichen Schlacht hatte man an Bord der Schiffe – ausgenommen vom Funkverkehr – nichts mitbekommen. Nicht ein Amerikaner war in den Sichtbereich der Schiffe gelangt.
Im einexerzierten Höchsttempo wurden die einfliegenden Maschinen aufgetankt, aufmunitioniert und wieder in die Luft katapultiert. Um 16:00 Uhr befand sich alles was von Ozawas Verband noch fliegen konnte im Angriff auf die letzte aufgeklärte Position der Amerikaner. Jetzt waren sie nur noch 100 km entfernt.
Der amerikanische Kommandeur ahnte wohl was kommen würde und seine Befürchtungen wurden gleich darauf durch seine Luftaufklärung bestätigt. Die Jagdstaffeln seiner vier Träger waren aus dem Kampf vergleichsweise ungeschoren herausgekommen, nun stiegen die Wildcat in Schwärmen in den Himmel.
Noch war alles offen, doch die Japaner waren bereits zu nah. Rei-sen und Wildcat verbissen sich in unmittelbarer Nähe der Schiffe ineinander und machte die mächtige Flak der Amerikaner damit völlig ineffektiv. Wollten die Kanoniere nicht die eignen Flugzeuge abschießen, mussten sie abwarten wer hier verteidigte und wer angriff. Die Reaktionszeit war dabei zu knapp.
Während die Besatzung des schweren Kreuzers USS Bremerton noch rätselte, wer dort anflog, konnte die Achi bereits eine 250 kg Bombe im Vorschiff platzieren. Der Bug wurde fast komplett abgesprengt. Beim nächsten Anflug genügte ein 60 kg Bombe, die durch die aufgerissene Panzerung in die Munitionskammer des vorderen Geschützturmes eindrang und das Schiff in einer gewaltigen Explosion zerriss.

Gleich drei Nakajima Torpedobomber näherten sich knapp über den Wellen dem Flugzeugträger Hornet. Der Kommandeur dieses Schiffes hatte befohlen auf alles zu schießen, was ihm näher als 4.000 Yards kam. Zwei Nakajima explodierten in orangenen Feuerbällen, die dritte schaffte es 900 Meter vor dem Träger ihr Torpedo ins Wasser zu setzen, bevor sie umstäubt von schwarzen Rauchwolken abdrehen mußte.
Die rauschende Blasenbahn lief auf den Träger zu, doch 500 Meter vor dem Ziel, schob sich dem Torpedo der leichte Kreuzer San Diego in die Bahn. Völlig konzentriert auf den Luftkampf, hatte die Besatzung das heraneilende Verhängnis nicht bemerkt. Eine zwanzig Meter hohe Feuerzunge leckte sich in den Himmel und riss den Kreuzer auseinander. Doch trotz dieses Opfers sollte die Hornet in dieser Schlacht nicht entkommen.

Die A6M Rei-Sen des Leutnants Fusata Iida hatte bei der Luftschlacht zahlreiche Treffer bekommen und aus seinem Bein schoss ein Strahl hellroten Blutes. Mit diesen Beschädigungen und dieser Verwundung würde er es unmöglich heim zur Zuikaku schaffen. Er hatte es nicht geschafft einen Gegner abzuschießen aber er wollte seinen Ahnen in keinem Fall Schande bereiten indem er jetzt sinnlos starb. Ungefähr 3.000 Meter Rechts unter ihm konnte er in den blauen Weiten die graue Siluette des Feindes wahrnehmen. Wenn der Tod schon gewiss war, dann wollte Fusata seinem Namen Ehre bereiten! Die Beine waren taub, das Bild vor seinen Augen verschwamm. Es musste sein! Wie sollten sie daheim seiner gedenken, wenn er für den Tenno nicht ehrenvoll zu sterben in der Lage war. Über den rechten Flügel kippend raste er auf den rasch größer werdenden grauen Balken herab. Bellend detonierten die Flak Geschosse um ihn, zerrissen seine Tragflächen, seine Steuerung, seine Instrumente. Fusata sah noch, wie die feindlichen Jäger an Deck landeten, ausgebremst wurden und von der Besatzung rasch beiseitegeschoben wurden. Sakura…
Fusatas Maschine bohrte sich backbord mittschiffs auf Höhe der Insel in den Flugzeugträger und setzte mit seiner ersten Explosion einen Großteil der Flugabwehrbewaffnung außer Gefecht. Weit schlimmer aber war es, dass das Feuer auf das vollgestellte Flugdeck übergriff und die folgende Kettenreaktion das Schiff verteidigungsunfähig machte.
Gleich darauf tobten zwei Nakajima heran und setzen unangefochten ihre 250 kg Bomben in den waidwunden Riesen.

Die Japaner zogen ab. Es war 17 Uhr und die Amerikaner versuchten zu retten, was noch zu retten war. Auf den mehr oder minder funktionierenden drei Flugzeugträgern wurden die beschädigten Flugzeuge ins Meer geschoben um weiter Maschinen an Bord nehmen zu können. Die Kreuzer und Zerstörer bargen die im Wasser treibenden Piloten und versuchten bei der Stabilisierung der Hornet behilflich zu sein. In einer Stunde würde die endlich die Dunkelheit hereinbrechen und eine weitere Attacke der Japaner unmöglich machen. Mit den abgestürzten japanischen Piloten wurde kurzer Prozess gemacht. Erbarmen wurde nicht gegeben und auch nicht verlangt.
Gegen 22 Uhr erlitt die Hornett ruckartig Schlagseite. Überall an Bord tobten Brände und Explosionen. Der Kapitän ordnete daher die Räumung des Schiffes an. Von den 2.600 Mann Besatzung konnten gerade 800 an Bord der beigedrehten Zerstörer gehen. 0:25 verschwand das Riesenschiff brodelnd in den Tiefen des Pazifiks.
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Überraschender Weise versuchten auch die Briten 13 Tage später ihren Stützpunkt zurückzuerobern. Der unkoordinierte Angriff wurde durch Yamamotos Trägerverband abgefangen, bevor er Nauru erreichen konnte. Die Engländer verloren vier Kreuzer und zahlreiche Zerstörer bei minimalen Verlusten auf der japanischen Seite.
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Aber der Erfolg wurde noch gewaltiger als eine Woche später – am 9. Juni – die schlecht gesicherten Begleitträger Hermes und Eagel in den Gewässern bei Nauru abgefangen und versenkt werden konnten.
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Zuletzt geändert von Taras am 28. Dezember 2014 13:57, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Taras » 23. Dezember 2014 12:02

Im Juni 1944 wurden drei Geschwader der modernen Kawanishi Shiden Mehrzweckjäger auf Kwajalein stationiert.
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Mit ihrer starken Bewaffnung sollten sie einen großen Bereich der Gewässer rings um das Atoll abdecken und die Marine vor den Angriffen von Trägerflugzeugen schützen.

Die Offensive nach Süden war noch immer nicht in Gang gekommen. Die hierfür benötigten Flugzeugträger waren weiterhin mit Sicherungsaufgaben rings um die japanische Verteidigungslinie betraut. Doch Yamamoto wollte sich nicht in der Defensive festnageln lassen und plante daher einen überraschenden Befreiungsschlag. Der Griff nach Hawaii sollte den Amerikanern den zentralen Stützpunkt nehmen, den sie als Ausgangsbasis gegen Japan benötigten. Es bestand jedoch die Gefahr, daß seine Schiffe bei dieser Operation in den Deckungsbereich der Flugplätze auf Oahu gerieten. Das große ziel war jedoch das Risiko wert.
Mitte Juni wurde bei den Marshallinseln die gewaltige Flotte unter strengster Geheimhaltung zusammengezogen. Der Angriffsverband bestand aus der Trägergruppen I (5 Träger, 4 Schlachtschiffe) unter Admiral Yamamoto, der darüber hinaus das Oberkommando innehatte. Weiter die Trägergruppe III (4 Träger, zwei Schlachtschiffe) unter Admiral Ozawa sowie der Landungsflotte unter Admiral Fukudome Shigeru mit zwei Schlachtkreuzern und vier schweren Kreuzern.
Am 22. Juni erreichte der Angriffsverband die Gewässer vor Oahu und begannen sofort mit dem Überfall. Die ersten Luftangriffe galten den Flugplätzen der Navy in Pearl Harbor und der Armee (Wheeler, Hickam und Kaneohe). Im Hafen von Pearl Harbor und auf Reede wurden mehrere Flugzeugträger festgestellt, der Luftstaffeln sich an der Abwehr des Angriffes beteiligten. Der Kampf wurde jedoch woanders entschieden.
An der Nordküste gelang es dem 1 Marinesturmkorps in der Kaiaka Bucht an Land zu gehen. Ohne sich weiter mit der überrumpelten Verteidigung aufzuhalten, drang die Yokohama Rikusentai nach Pearl Harbor vor und erzwang das überstürzte Auslaufen der amerikanischen Flotte.
Während die japanischen Trägergruppen nach Südosten liefen um den Fliehenden den Weg zu verlegen, schlugen die Amerikaner am Landungsabschnitt hart zu und fügten den Japanern schwere Verluste zu.
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Bis zum Abend des 25. Juni waren Pearl Harbor und alle Flugplätze auf Oahu von den japanischen Marineinfanteristen erobert worden. Die Vereinigten Staaten hatten ihren wichtigsten Stützpunkt im Pazifik verloren.

Yamamoto konnte sich ausrechnen, dass die Amerikaner den Verlust Pearl Harbors nicht ohne weiteres hinnehmen würden. Vielleicht war dies ja der Ort, wo man sie zum Kampf stellen konnte. Eiligst befahl er die Verlegung von vorgefertigten Radaranlagen nach Honolulu.
Die ebenfalls hierher verlegten Jagdbombergeschwader wurden inzwischen auf die Kyushu ‚Shinden‘ umgerüstet. Noch einmal waren bei diesem Modell Bewaffnung und Geschwindigkeit erhöht worden.
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Wie erwartet wollte sich Nimitz, der Kommandeur auf der amerikanischen Seite, sich noch nicht geschlagen geben. Südwestlich der Insel Maui sammelte er Ende August seine Schiffe zum Gegenschlag.
Am 26.08.44 griffen die Flugzeuge seiner drei Träger die Truppen Japans auf Oahu an. Seine Landungsschiffe versuchten mit eilig zusammengekratzten Truppen den Strand zu erreichen um Pearl Harbor zurück zu erobern. Doch nun schlug Yamamoto zu. Die auf Hawaii stationierten Jagdbomber zerstoben die Wildcat Deckungsgruppen, seine 250 Bomber machten Jagd auf die desorganisierten Amerikaner und verwandelten die Gewässer vor Pearl Harbor in einen riesigen Friedhof. Erschwerend kam hinzu, dass beschädigte Japanische Flugzeuge auf Oahu notlanden konnten, während amerikanische Maschinen, die es nicht mehr zurück zu den Trägern schafften komplett mit Besatzung verloren gingen.
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Den Erfolg wollte die japanische Marineführung ausnutzen um ihrerseits in die Offensive zu gehen. Mittlerweile war das Radar auf Honolulu bis auf die Stufe 7 ausgebaut. Dies ermöglichte die Feststellung, daß der Feind das 1.200 km südöstlich von Hawaii gelegene Johnston Atoll als neuen Stützpunkt nutzen wollte. Dies war der richtige Ort und der richtige Zeitpunkt für die Schlacht! Das vom Feind gehaltene Atoll verfügte weder über die Hafenanlagen für die effektive Versorgung eines den Japanern gleichwertigen Angriffsverbandes, noch über ausgebaute Flugplätze oder Radaranlagen. All dies war erst im Bau und macht die Amerikaner damit verwundbar. Yamamoto ging es dabei gar nicht um den Stützpunkt, auf dem gemäß seiner Funkaufklärung zahlreiche Divisionen zusammengezogen wurden. Es ging ihm vielmehr um die hierfür erforderliche Versorgungsflotte und die Kriegsschiffe, die sie decken sollten.

Ab Anfang September begann die Schlacht um Johnston. Am 11. September erlitten die Amerikaner bereits mit dem Verlust des Schlachtschiffes ‚Pennsylvania‘ eine schwere Niederlage.
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Ebenfalls im September 44 gelang es Tarasawa endlich den Thronrat zu überzeugen, dass die Flugzeugentwicklung in Japan in eine Sackgasse geraten war. Bereits den Shinden Jäger hielt Tarasawa für eine Fehlentwicklung. Die unbestreitbaren Vorzüge der Geschwindigkeit und der Bewaffnung wurden mit deutlichen Abschnitten bei der Reichweite erkauft. Die kolbenmotorgertriebene Propellermaschine fand ihre Grenze im Luftwiderstand des eigenen Propellers.
Bei seinen zahlreichen Besuchen in Deutschland hatte Tarasawa auch Einblick in die Entwicklung von Strahltriebwerken erhalten. Für Japan war es unumgänglich diesem Weg zu folgen.
Die Widerstände dagegen waren vor allem wirtschaftlich bedingt. Der Bau der erforderlichen Forschungs- und Entwicklungskapazitäten würden 8 Monate lang annähernd ein Zehntel der japanischen Wirtschaftsleistung verschlingen. Insgesamt würde allein der Bau der Forschungsanlage die gewaltige Summe von 6.300 IK verschlingen.

Im Oktober gelang es der Trägergruppe unter Admiral Mikawa einen amerikanischen Verband im Golf von Aden zu stellen und komplett zu vernichten. In der Schlacht vom 12. Bis 19. Oktober 1944 verlor die US Navy neben zahlreichen Zerstörern und Kreuzern die Schlachtschiffe ‚Oklahoma‘ und ‚Arizona‘ sowie den Flugzeugträger ‚Hancock‘.
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Doch damit nicht genug. Am 30. Oktober gelang es Mikawa einen weiteren gegnerischen Kampfverband, der sich aus den Flugzeugträgern ‚Bunker Hill‘ und ‚Yorktown‘, dem leichten Kreuzer Trenton sowie einigen Zerstörern zusammensetzte, abzufangen und zu vernichten.
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Inzwischen war auch die Offensive gegen Australien und Neuseeland eingeleitet worden. Vor einem direkten Angriff mussten jedoch die Versorgungsrouten der Invasionstruppen gesichert werden. Von September bis Dezember nahm der Landungsverband unter Admiral Fukudome in Zusammenarbeit mit dem 5 Marineinfanteriekorps alle relevanten Stützpunkte der Alliierten - von Sulawesi bis Neuguinea – in Besitz.
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Shima-meguri – Inselspringen wurde die Vorgehensweise treffend benannt.

Die Blockade des Johnston Atolls wurde wurde durch Yamamoto weiter aufrechterhalten obwohl in den ständigen Gefechten die Anzahl seiner Begleitschiffe bedenklich abnahm. Ohne den Schutz der Zerstörer und der leichten Kreuzer wurden die Großkampfschiffe immer verwundbarer.
Anfang Januar versuchten die Amerikaner die Blockade aufzubrechen. Wiedereinmal trug Yamamoto den Sieg davon und konnte dem Gegner schwere Verluste zufügen. Doch auch die beiden japanischen Trägergruppen waren danach so abgekämpft, dass eine längere Pause verordnet werden musste.
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Beitragvon Taras » 28. Dezember 2014 14:04

Mit der Kapitulation der alliierten Truppen in Oman am 21. Januar 1945 konnte die Küste der arabischen Halbinsel von Jemen bis Qatar unter die Kontrolle der Achsen Mächte gebracht werden.
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Damit beherrschte die Achse auch die strategisch wichtigen Zugänge ins Rote Meer und in den persischen Golf.

Am 9. Februar 1945 konnte das 5 Marineinfanteriekorps bei Port Moresby an Land gebracht werden. Die hier stationierten australischen Truppen wurden in kurzem heftigem Kampf von der Küste abgedrängt und in der folgenden Woche im Landesinneren vernichtet.
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Derweil ereignete sich auf der anderen Seite des Globus für die Vereinigten Staaten von Amerika eine Katastrophe.
Der japanische Flottenbau krankte auch zu Beginn des Jahres 1945 weiterhin unter dem Dilemma, dass Schiffsbaukapazitäten anstatt für den Neubau von Kampfschiffen weiterhin massiv für die Produktion von Versorgungsschiffen belegt waren. Die Versorgungsrouten im Pazifik und im Indischen Ozean waren weitgehend unter Kontrolle der kaiserlich japanischen Flotte. Das Mittelmeer war von Italien und Deutschland kontrolliert und feindfrei jedoch von Casablanca aus operierten alliierte Schiffe gegen Versorgungsrouten der Achse entlang der afrikanischen Küste bis hinauf nach Portugal und in die Irische See. Japan verlor hier massiv Schiffsraum und auch die wiederholte Aufforderung an die Achsenpartner endlich etwas gegen die Piraterie zu unternehmen, hatte nichts geändert.
Im Februar entschloss sich Japan endlich selbst zu handeln und verlegte die Expeditions Armee von General Terauchi nach Marokko um auf Casablanca vorzurücken. Die Operation war nicht ungefährlich, weil die Amerikaner zahlreiche gepanzerte Truppen nach Nordwest-Afrika gebracht hatten und weil die Versorgung der japanischen Truppen nicht gewährleistet werden konnte. Selbst die zur Deckung eingesetzte Trägergruppe von Admiral Mikawa blieb ständig unterversorgt. Es mangelte an Treibstoffen für die Schiffe, an Munition und Ersatzteilen. Beschädigte Flugzeuge konnten nicht mehr repariert werden und selbst die Rationen der Mannschaften mussten rationiert werden.
Während sich Terauchis Truppen mühsam mit amerikanischen Panzerdivisionen herumschlugen und Angriffe immer wieder aufgrund von Versorgungsschwierigkeiten abgebrochen wurden, entschlossen sich am 18. Februar endlich auch die deutschen und italienischen Verbündeten aktiv zu werden. Das amerikanische Oberkommando hatte in Konzentration auf den japanischen Angriff aus dem Raum Agadir, die Verteidigung von Casablanca vernachlässigt. Praktisch kampflos gingen am Vormittag des 18.02.45 deutsche Gebirgsjäger und italienische Alpinis nördlich von Casablanca an Land.
Panisch versuchten die Amerikaner die riesige Flotte, die hier stationiert war, dem deutschen Zugriff zu entziehen. Dabei fuhren sie Mikawas Trägerverband, der vor Gibraltar auf Jagd nach Handelsstörern war, direkt vor den Lauf.
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Vor der Küste Marokkos ereignete sich nun ein wahres Massaker. Am 20. Und 21. Februar sanken unter den Bomben und Torpedos der japanischen Trägerflugzeuge und im Feuer der heraneilenden Großkampfschiffe zwei Kreuzer und dutzende Zerstörer, U-Boote, Transporter, Landungsschiffe und Tanker. Japan verlor den schweren Kreuzer ‚Nachi‘ der von einem amerikanischen Torpedo so schwer getroffen wurde, dass er aufgegeben werden musste.
Ungefähr 13.400 amerikanische Soldaten wurden von den Italienern und Japanern aus dem Meer gerettet. Nach Aussagen der verhörten Gefangenen waren ca. 12.000 Amerikaner mit ihren Schiffen gesunken. Dies war größte maritime Niederlagen, die die Amerikaner je erlebt hatten.

Auf dem pazifischen Kriegsschauplatz wurden im März und April weiter Truppen für das australische Unternehmen zusammengezogen. Und auch die Kämpfe um das Johnston Atoll wurden mit wechselnder Intensivität weitergeführt. Hier operierte jetzt die Kampgruppe Yamamoto mit fünf Flugzeugträgern und vier Schlachtschiffen. Am 11. April gelang es einen alliierten Geleitzug zu zerschlagen und dabei die Geleitsicherung – bestehend aus dem amerikanischen Flugzeugträger ‚Essex‘ sowie mehreren Geleitzerstörern - zu versenken.
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Die Waagschale des Krieges schien sich Richtung Achse zu neigen.
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Rauch auf dem Pazifik - Schlacht um Johnston

Beitragvon Taras » 31. Dezember 2014 12:36

Anfang Mai konnte das Raketentestgelände in Sapporo seine Arbeit aufnehmen. Mit tatkräftiger Unterstützung deutscher Ingenieure, konnten nun die deutschen Muster den japanischen Erfordernissen angepasst werden.

Im April 1945 hatte die Aufklärung (abgehörter Funkverkehr, Radarsignaturen, Luftaufklärung) ergeben, dass beim Johnston-Atoll weit über 30 feindliche Schiffseinheiten – darunter zahlreiche Flugzeugträger - zusammengezogen waren. Angesichte der alliierten Verluste im zurückliegenden Jahr, stellte diese Flotte ungefähr ein Viertel der gesamten gegnerischen Seemacht dar. Nach Admiral Yamamoto stellte die Zusammenballung einerseits eine Bedrohung für die geplante Invasion in Australien dar, war aber andererseits auch die Gelegenheit, dem Gegner so schwere Verluste zu zufügen, dass die Seeherrschaft erobert werden könnte.
In konfliktreicher Auseinandersetzung im Kronrat konnte Yamamoto die Zustimmung des Kaisers erringen, parallel zur australischen Unternehmen, beim Johnston Atoll mit der gesamten japanischen Seemacht die Schlacht zu wagen. Das bedeutete, alles auf eine Karte zu setzen. Ein schwerwiegender Fehlschlag, würde das Kaiserreich auf Jahre hinaus handlungsunfähig machen. Letztendlich war es das Urteil von Geheimrat Tarasawa, welches den Tenno bewog, das Risiko zu wagen.

Während die Invasion in Australien allein durch die Landungsgruppe Fukudome gedeckt werden sollte, wurden alle drei Trägergruppen, über die die Kaiserlich Japanische Marine verfügte, nach Kwajalein und Pearl Harbor verlegt.

Trägergruppe I Yamamoto
Die vier Schlachtschiffe Owari (V), Kii (VI), Tosa (VI) und Yamato, die fünf Flugzeugträger Amagi (VI), Soryu (VI), Junyo (VI), Hiryu (VI) und Shokaku (VI), sechs leichte Kreuzer (V) sowie drei Zerstörergruppen (VII)

Trägergruppe III Ozawa
Die beiden Schlachtschiffe Musashi (Yamato Klasse) und Suwo (V), die vier Flugzeugträger Zuikaku (VI), Taiho (VI), Hiyo (VI) und Unryu (VI), drei leichte Kreuzer (VI) und sechs Zerstörergruppen (V)

Trägergruppe Mikawa:
Die beiden Schlachtschiffe Mutsu (III) und Nagato (III), die Flugzeugträger Akagi (V), Kaga (V) und Ryujo (V), der Geleitträger Zuiho (II), sechs leichte Kreuzer (IV) vier Zerstörergruppen (V)

Landungsgruppe II Koga
Die Schlachtkreuzer Kongo und Hiei, die schweren Kreuzer Haguro (IV), Atago (IV) und Myoko (IV), 4 leichte Kreuzer (IV) und vier Zersörergruppen (V) sowie neun Landungsschiffe

Insgesamt 12 Flugzeugträger, acht Schlachtschiffe, 2 Schlachtkreuzer, 3 schwere Kreuzer, 19 leichte Kreuzer und 17 Zerstörerverbände. Später wurden noch 8 U-Bootverbände ins Gefecht eingeführt.

Auf der Shokaku waren bereits die moderne Fliegergruppe – bestehend aus Mitsubishi A7M Reppu Jägern, Yokosuka D4Y Suisei Sturzkampfbombern und Aichi B7A Ryūsei Torpedobombern eingesetzt. Alle anderen Träger waren noch mit älteren Flugzeugen ausgerüstet.
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Am 15. Mai 1945 startet von Neuguinea aus die Invasion Richtung Cairns / Australien.
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Zeitgleich liefen die drei Trägergruppen von ihren verschiedenen Stützpunkten mit dem Ziel Johnston–Atoll aus. Der Gegner ließ sich jedoch von der Blockade nicht zum Gefecht herauslocken. Yamamoto mußte schwerere Geschütze auffahren.

Die Landung in Cairns an der australischen Nordostküste glückte trotz erheblichen Widerstandes am 18. Mai.

Am 19. Mai entschloss sich Admiral Yamamoto, dem 4. Marineinfanteriekorps den Angriff gegen die weit überlegene Besatzung auf dem Johnston Atoll zu befehlen. Das Korps wurde von Generalleutnant Chandra Bose geführt - einem indischen Nationalisten, der für die Idee der Großasiatischen Wohlstandssphäre kämpfen wollte. Bereits unmittelbar nach dem Angriff kristallisierte sich heraus, dass die drei japanischen Marineinfanteriedivisionen gegen eine Garnison, zwei Infanteriedivisionen, drei motorisierte und eine mechanisierte Division kämpfen musste. Doch eine Eroberung des Atolls war gar nicht geplant. Vielmehr sollte durch den unmittelbaren Angriff endlich die gegnerische Flotte herausgelockt werden. Eine Opferung des Marinekorps wurde dabei billigend in Kauf genommen.

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Die erste Phase der Schlacht erstreckte vom 15.-23. Mai 45 und bestand aus der engeren Blockade und der Deckung der Landungstruppen.
Die zweite blutige Phase dauerte vom 23. Mai bis zum 18. Juni. In mehreren Wellen stürmten die drei japanischen Marineinfanteriedivisionen gegen die Strände. Wurden dezimiert, brandeten zurück und griffen erneut an. Ebenso heftige Kämpfe tobten am Himmel über dem Südseeatoll. Die anfliegenden trägergestützten Bomber wurden wiederholt von den amerikanischen Jagdgruppen abgewehrt. Insgesamt 9 feindliche Flugzeugträger konnten in den Gewässern um Johnston ausgemacht werden. Zu Beginn der Kämpfe konnten die Amerikaner damit annähernd 300 Grumman Hellcat Jäger ins Gefecht werfen.
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Am 8. Juni erlangten die japanischen Landungsdivisionen unerwartet – trotz der zweifachen generischen Überlegenheit - endlich die Oberhand. Die lange Blockade, die fehlenden Luftstützpunkte für die Jagdflugzeuge und die mangelnde operative Tiefe spielten dabei dem Angreifer in die Hände. Die amerikanische Flottenführung, die sich bisher gescheut hatte, in die mörderischen Kämpfe einzugreifen, entschloss sich nun panisch zum Ausbruch. Damit wurde die dritte Phase der Schlacht eingeleitet.

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Geführt von den schweren Flugzeugträgern Ticonderoga, Franklin, Intrepid und Saratoga durchbrach die amerikanische Flotte am 10. Juni die Blockade. Die Verbände der Kontrahenten kamen sich in dem Gefecht so nahe, dass sogar die schwere Schiffsartillerie zum Einsatz kam. Beide Seiten hatten in wenigen Stunden schwere Verluste. In Qualm und Feuer ging die Gefechtsführung der Amerikaner verloren und die Schlacht zersplitterte im Folgenden in zahlreiche wirre Einzelgefechte.
In mehreren Gruppen unterschiedlicher Größe liefen die Amerikaner am Folgetag in allgemeine Richtung Ost ab. Yamamoto ordnete seine Verbände entsprechend der schweren Verluste neu und nahm die Verfolgung auf. Ozawa gelang es am späten Nachmittag des 11. Juni den feindlichen Trägerverbänden nordöstlich von Johnston-Atoll den Weg zu verlegen und sie erneut zum Kampf zu stellen.
In die Luftkämpfe konnten jetzt auch drei Jagdbomber-Geschwader, die auf Hawaii stationiert waren, eingreifen. Dies waren die ersten Geschwader, die mit den modernen Nakajima Ki-201 Karyū ausgerüstet waren.
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In der Nacht zu 12. Juni gelang es der Hauptmacht der Amerikaner sich vom Gegner zu trennen und nach Osten abzulaufen. Der 12. und der 13. Juni war dennoch mit mehreren Einzel Gefechten angefüllt, bei denen die japanische Flotte generische Nachzügler versenken konnte.

Obwohl die Schlacht vom 18.05.-13.06.1945 sowohl nach Wirkung als auch nach Anzahl der verlorenen Einheiten als japanischer Sieg bezeichnet werden konnte, war dies nicht der Erfolg, den Yamamoto erhofft hatte. Die USA verloren 7 Divisionen mit über 80.000 Soldaten, über 500 Flugzeuge, drei Geleitträger, 4 Kreuzer und dutzende Zerstörer und U-Boote mit noch einmal ungefähr 12.000 Matrosen. Die japanischen Totalverluste beliefen sich auf 3.500 Marineinfanteristen, 4.200 Matrosen, zwei leichte Kreuzer, mehreren Zerstörern und U-Booten und fast 300 Flugzeuge. Jedoch waren alle schweren amerikanischen Träger der Falle entkommen und die drei japanischen Trägergruppen waren aufgrund der Verluste und Beschädigungen für mehrere Wochen nicht einsetzbar.
Intern mußten die Initiatoren dieses gewaltigen Unternehmens einen Fehlschlag eingestehen. Niemand wußte, ob sich solch eine günstige Gelegenheit zu einem kriegsentscheidenden Schlag noch einmal ergeben würde.
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Beitragvon Taras » 2. Januar 2015 13:28

Der Vormarsch in Australien kam unterdessen nur schleppend voran. Es fehlten nicht nur Versorgungskonvois, sondern auch die bisher eingenommenen Häfen reichten in ihrer Verladekapazität nicht für die Versorgung einer ausreichend großen Truppenkonzentration aus. Der Großteil der Invasionsstreitmacht wurde daher weiter auf Neuguinea zurückgehalten.
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Auch begann sich in der Heimat Kriegsmüdigkeit breit zu machen. Von überall in der Welt wurden Siegesmeldungen und Gefallenenanzeigen nach Hause geschickt doch wann war endlich wieder Frieden? Wann würden die Söhne und Väter wieder zurückkommen?

Nachdem Ende August 1945 die Trägergruppe Ozawa wieder einsatzbereit war, wurde von Johnston-Atoll aus die Offensive in den Südpazifik fortgesetzt. In Zusammenwirken mit der Landungsgruppe unter Admiral Koga wurden vom 1. bis 10. September die verbliebenen Pazifikstützpunkte der USA eingenommen.

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Bis Oktober waren die Truppen in Australien aufgrund der Versorgungsschwierigkeiten nicht wesentlich vorangekommen. Das Kaiserliche Hauptquartier entschloss sich daher, die maritime Überlegenheit auszuspielen und weitere Seelandungen in Australien zu wagen. Dies widersprach zwar dem militärischen Grundsatz, daß die eigenen Kräfte nicht aufgesplittert werden sollten aber man hoffte durch die zahlreichen Angriffe den Zusammenbruch des Gegners zu beschleunigen.
Die Landungsgruppe Fukudome erhielt daher den Auftrag, selbständig die australische Westküste zu besetzen, während das 5. Marineinfanteriekorps wieder an Bord der Landungsschiffe ging und nach Brisbane gesandt wurde.
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Mit der überraschenden Einnahme Brisbanes und der raschen Ausweitung des Brückenkopfes, konnte endlich die Versorgung der japanischen Truppen in Australien sichergestellt werden. Die gegnerische Truppenführung war außerdem gezwungen, die Front rasch nach Süden zurückzunehmen, um nicht eingeschlossen zu werden.
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Mitte Januar 1946 war die Lage der australischen Truppen hoffnungslos. Die Unterstützungsversprechen der Amerikaner blieben unerfüllt und daher entschloss sich der australische General-Gouverneur seinen eigenen Frieden mit Japan zu machen. Am 8. Februar 1946 unterzeichnete Australien den Beitritt zur Großasiatischen Wohlstandssphäre.

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Bereits im Januar waren in Tokio schwerwiegende Entscheidungen gefällt worden.
Der Fall Australiens stand unmittelbar bevor und an die beiden Marineinfanteriekorps auf dem Kriegsschauplatz waren bereits die Befehle zur Einnahme Neuseelands übergeben worden. Unmittelbar nach Einstellung der Feindseligkeiten in Australien, sollten die Korps Fujioka und Chandra Bose auf der Nord und der Südinsel angelandet werden und Neuseeland zum Ausscheiden aus dem Krieg veranlassen.
Auch dieser Staat sollte nicht von japanischen Truppen besetzt bleiben. Denn die wurde anderenorts benötigt.

Nach dem Ausscheiden Australiens und Neuseelands blieb von den Alliierten nur nach die USA als Machtfaktor übrig. Ein Einlenken der Amerikaner war jedoch nach wie vor nicht absehbar also mußten sie wohl oder übel zum Frieden gezwungen werden.
In geheimer Sitzung wurde im Januar 1946 in Tokio beschlossen, die Landung in Nordamerika zu wagen um den Feind auf seinem eigenen Territorium niederzuwerfen.
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Kimi Ga Yo

Beitragvon Taras » 4. Januar 2015 17:54

Im Februar 1946 brach auch in Neuseeland der Widerstand zusammen. Japan zeigte sich bei den Friedensverhandlungen großzügig um die hier eingesetzten Truppen so schnell wie möglich frei zu bekommen.
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Weltweit wurden japanische Truppen konzentriert um sie planmäßig auf dem risikoreichen Kriegsschauplatz einsetzen zu können. Es wurden mobile Hafenanlagen gefertigt, die an geeigneten Stränden die Versorgung der eigenen Truppen verbessern sollten. Radaranlagen wurden vorproduziert und ganze Feldflugplätze in Einzelteile zerlegt zum Abtransport bereitgestellt.
Riskant war nicht nur die Landung selbst. Das große logistische Problem blieb die Ausgewichtung zwischen angelandeten Truppen und den begrenzten Möglichkeiten zu ihrer Versorgung. Die Aufklärung hatte ergeben, dass die Amerikaner zusammen mit den Kanadiern über ungefähr 110 Divisionen verfügten. Mehr als 40 davon waren Panzerdivisionen oder mechanisierte Divisionen mit einem hohen Anteil an gepanzerten Fahrzeugen. Auch wenn nicht alle Divisionen auf dem nordamerikanischen Kriegsschauplatz eingreifen konnten, mußte Japan so viele Divisionen wie möglich einsetzen. Diese dann zu versorgen stellte eine kaum lösbare Aufgabe dar.
An der US Westküste gab es nur die Häfen San Diego, Los Angelos, San Francisco und Seattle mit einer nennenswerten Umschlagkapazität. Diese Plätze mussten so schnell es geht erobert werden, ohne die eigenen Truppen zu zersplittern. Und es durften jeweils nur so viele Truppen nach Amerika transportiert werden, wie man dort auch versorgen konnte.

Insgesamt verfügte das Kaiserreich über 128 Divisionen von denen jedoch selbstverständlich nicht alle eingesetzt werden konnten. Über gepanzerte oder mechanisierte Divisionen – vergleichbar mit den deutschen Panzergrenadierverbänden – verfügte Japan nicht.

Die maritime Sicherung der Landung war dagegen eine lösbare Aufgabe, da bei den Großkampfschiffen eine deutliche Überlegenheit erreicht worden war. Die Tokioter Admiralität ging davon aus, daß die Alliierten derzeit gerade noch über 18 schwere Einheiten verfügte – davon 13 Flugzeugträger. Selbst durch mögliche Neubauten sah man die eigene Überlegenheit nicht gefährdet, da den feindlichen Besatzungen die entsprechende Ausbildung und Erfahrung fehlen würde.
Riskant wurde es allenfalls in unmittelbarer Küstennähe, wenn landgestützte Flugzeuge in die Kämpfe eingreifen konnten.

Bei den Luftstreitkräften hatten die Amerikaner gegenüber Japan einen zahlenmäßigen Vorteil von zwei zu eins. Dafür hatten die japanischen Flieger mehr Erfahrung und konnten bessere Modelle einsetzten. Bei den Jagdflugzeugen hatte Japan in enger Zusammenarbeit mit Deutschland einen deutlichen technologischen Vorlauf erreicht. Aufklärung und Gefechtsauswertung hatte ergeben, dass die USA ihre Jagdverbände mit Mustang und Corsair Flugzeugen ausrüsteten, die den japanischen Karyu, Reppu und Shinden Maschinen deutlich unterlegen waren.
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Darüber hinaus konnte mit Verstärkung durch die Luftstreitkräfte Achse Partner gerechnet werden. Beim Einsatz deutscher Panzerdivisionen auf dem amerikanischen Kriegsschauplatz hielt sich der große Verbündete dagegen noch immer bedeckt.



Während die Landungsflotten von Hawaii aus bereits auf dem Weg in das unwägbare Unternehmen waren, entschloss sich der Tenno auf Anraten seines Geheimen Staatsrates Tarasawa eine Radioansprache am zu halten um die Nation auf die unumgänglichen Opfer vorzubereiten.

In der Gyokuon-hōsō (jap. 玉音放送, dt. etwa: „Übertragung der kaiserlichen (wörtl.: diamantenen) Stimme“) am 01. Juni 1946 verlas Tennō Hirohito den „Kaiserlichen Erlass zur Herbeiführung der Beendigung des Großostasiatischen Kriegs“ (大東亜戦争終結ノ詔書, Daitōa sensō shūketsu no shōsho). Dabei handelte es sich um die erste öffentliche Übertragung der Stimme des Tennō.

An unsere gute und loyalen Untertanen:

Nach tiefem Nachdenken über die allgemeinen Entwicklungen in der Welt und den tatsächlichen Bedingungen unseres Reiches, haben wir heute beschlossen, eine Beilegung der gegenwärtigen Situation durch den Rückgriff auf eine außerordentliche Maßnahme zu bewirken.

Wir haben unsere Regierung angeordnet, an die Regierungen der Vereinigten Staaten zu kommunizieren, dass unser Reich den angestrebten Frieden erzwingen muss.

Die Bemühung, sich für den gemeinsamen Wohlstand und das Glück aller Nationen sowie die Sicherheit und das Wohlbefinden unserer Untertanen einzusetzen, ist die feierliche Verpflichtung, die uns von unseren kaiserlichen Vorfahren weitergegeben wurde und die uns am Herzen liegt.

Tatsächlich erklärten Amerika und Großbritannien uns den Krieg, da es unserer aufrichtiger Wunsch war, Japans Selbsterhaltung und die Stabilisierung Ostasiens zu gewährleisten, wobei es uns fern lag, entweder die Souveränität anderer Nationen zu verletzen noch auf territoriale Vergrößerung zu drängen.

Aber jetzt hat der Krieg bereits vier Jahre gedauert. Trotz des Besten, das von allen geleistet wurde - des ritterlichen Kampfes der Land- und Seestreitkräfte, des Fleißes und der Emsigkeit unserer Staatsdiener, und des hingebungsvollen Dienstes unserer einhundert Millionen Menschen – habe sich die Aggressoren noch immer nicht dem Willen der friedliebenden Völker gebeugt.

Darüber hinaus hat der Feind begonnen, eine neue und grausamste Bombe zu bauen, deren Zerstörungskraft unberechenbar ist, und die viele unschuldige Leben fordern könnte. Sollten wir nicht weiter kämpfen und dieses grausame Vorhaben stoppen würden wir das vollständigen Aussterben der menschlichen Zivilisation riskieren.

Da dies der Fall ist, wie sollen wir die Millionen unserer Untertanen retten, oder uns selbst vor den heiligen Geistern unserer Vorfahren verantworten?

Dies ist der Grund, warum wir das größte Militärunternehmen in der Geschichte der Menschheit eingeleitet haben, um den erbarmungslosen Gegner niederzuwerfen.

Wir drücken das tiefste Mitgefühl und Vertrauen gegenüber unseren alliierten Nationen Ostasiens und überall auf der Welt aus, die konsequent mit uns zusammengearbeitet haben, um die Emanzipation Ostasiens zu erreichen.

Der Gedanke an die Offiziere und Soldaten sowie andere, die bisher auf den Schlachtfeldern gefallen sind, und diejenigen, die auf ihren Posten der Pflicht gestorben sind, oder diejenigen, die mit dem frühen Tod ihrer Hinterbliebenen gepeinigt sind, schmerzt unser Herz Tag und Nacht. Das Wohl der Verwundeten und der vom Krieg Betroffenen, sind Ziel unserer tiefen Sorge.

Die Verluste, die auf unsere Nation in dem gewaltigen Unternehmen warten, werden sicherlich groß sein. Wir sind uns voll im Klaren über die innersten Gefühle von euch allen, unseren Untertanen. Doch es ist entsprechend dem Diktat der Zeit und des Schicksals, dass wir beschlossen haben, den Weg für einen großen Frieden zu ebnen für all die Generationen, die ein leid erdulden müssen, das nicht erduldbar ist.

Lassen Sie die ganze Nation weiterhin als eine Familie von Generation zu Generation überdauern, immer fester in seinem Glauben an die Unvergänglichkeit seines Heiligen Landes, und eingedenk seiner schweren Last der Verantwortung und des langen Weges, der noch vor ihm liegt.

Vereinigt Eure gesamte Stärke, gewidmet dem Aufbau der Zukunft. Kultivieren Sie die Wege der Rechtschaffenheit, der Pflege des Adel des Geistes, und der Arbeit mit Hingabe - damit ihr die angeborene Herrlichkeit des kaiserlichen Staates verbessern und Schritt mit dem Fortschritt der Welt halten könnt.


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Überall auf der Welt – in Afrika, China, der Mandschurei, Neuguinea und Hawaii waren japanische Truppen in Hafennähe zusammengezogen um von einer der drei großen Landungsflotten zeitnah an Bord genommen werden zu können. Die Soldaten waren mit einem gewaltigen industriellen Aufwand auf dem neuesten Stand der technischen Entwicklung aufgerüstet worden um für die große Aufgabe gerüstet zu sein. Es waren gewaltige Schiffskapazitäten gebaut worden um auch im Falle von Verlusten ausreichend Versorgungsgüter zum neuen Kriegsschauplatz transportieren zu können.

Alles war bereit – doch eine Garantie auf den Sieg gab es nicht.
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Beitragvon Taras » 11. Januar 2015 15:19

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Am 1. Juni 1946 wurde das entscheidende Unternehmen, die Operation ‚Ketsu – gō‘ gestartet. Von Hawaii aus stießen die drei Trägergruppen Yamamoto, Ozawa und Mikawa zur amerikanischen Westküste vor um den Landungstruppen Deckung zu geben.

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Das Kaiserliche Hauptquartier hatte sich für die Landung im Südwesten der Vereinigten Staaten entschieden. Hier sollten rasch die Häfen von Los Angeles und San Diego eingenommen werden um weitere Truppen nachführen zu können. Der so eroberte Brückenkopf sollte dann schrittweise ausgebaut werden. Hauptaufgabe war es die gegnerische Armee zu vernichten um möglichst rasch zu einem Waffenstillstand zu kommen ohne dass sich die japanische Armee in den Weiten des Kontinents verzetteln müsste.

Das 1. Marineinfanteriekorps unter General Shibazaki hatte den Auftrag Los Angeles einzunehmen und den Hafen bis zur Anlandung der Burma Armee zu halten. Da die Armee von Hawaii herangeholt werden musste, war Shibazaki mehrere Tage auf sich allein gestellt.

Das 5. Marineinfanteriekorps unter General Fujioka hatte die Aufgabe San Diego einzunehmen. In Anlehnung an die mexikanische Grenze sollte diese Einheit den Brückenkopf nach Norden ausweiten um sich mit Shibasakis Verband zu vereinen. Auch hier musste mit bis zu sechs Tagen gerechnet werden, bevor Verstärkung eintreffen würde.

Der 1. Marinesturm gelang es den Gegner in Los Angeles völlig zu überrumpeln. Die schweren Schlachtschiffe der kaiserlichen Flotte schossen in die Stadt, während Shibazakis Männer am 5. Juni fast unangefochten an Land gingen. Zwar war die Stadt mit amerikanischen Truppen vollgestopft, doch handelte es sich hier vor allem um Stäbe und Logistiktruppen ohne hohen Kampfwert.
Im Süden lief das Unternehmen ‚Ketsu – gō‘ dagegen nicht gut an. Die Landungsgruppe III unter Admiral Hyakutake stieß mit mehreren amerikanischen Zerstörern zusammen, die die Annäherung der großen Flotte melden konnten. Ab der ersten Minute gerieten die japanischen Marineinfanteristen unter schweres Abwehrfeuer der in San Diego stationierten Amerikaner. Der Feind konnte seine Verteidigung auf drei Divisionen stützen wovon sich die Gebirgsjäger als die zähesten Gegner erwiesen. Einfallsreich und aufopferungsvoll kämpfend, wurden die Japaner am Strand festgenagelt und stückweise aufgerieben.

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Während General Fujioka immer wieder seine Wellen gegen die Küste branden ließ, versuchte die 1. Marinesturm von Norden aus in die Kämpfe einzugreifen. Die Trägergruppen konnten das amphibische Unternehmen nicht mit Küstenbeschuss oder Bombardements unterstützen, weil der Gegner Marineverbände heranführte um seinerseits die Landungsflotte anzugreifen.
Am 11. Juni war die 5. Marineinfanterie trotz dramatischer Verluste noch immer nicht vorangekommen. Amerikanische Zerstörer versuchten zu den Landungsschiffen durchzubrechen. Sie wurden jedoch durch die japanischen Flugzeugträger restlos aufgerieben.
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Am 13. Juni musste Fujioka seinen Angriff auf San Diego ergebnislos einstellen. An diesem Tag stand das Unternehmen ‚Ketsu – gō‘ auf Messerschneide, denn Shibazaki hatte mit seinem Stoß nach Süden seine Truppen in Los Angeles geschwächt und die gegnerische Armeeführung schien sich von der Überraschung erholt zu haben. Zahlreiche Truppen wurden an den schwachen japanischen Brückenkopf herangeführt um die Stadt zurückzuerobern.
In den Gewässern vor Los Angeles war ein amerikanischer Trägerverband eingetroffen, der auch eine Verstärkung des Brückenkopfes gefährdete.
Der Trägergruppe Mikawa gelang es den gegnerischen Verband rechtzeitig abzufangen. Die amerikanischen Angriffsflugzeuge konnten von den Reppu Jägern zerstreut werden und im nachfolgenden Angriff der trägergestützten Bomber konnten alle amerikanischen Schiffe versenkt werden. Die Amerikaner verloren hier neben zahlreichen anderen Schiffen, den modernen Flugzeugträger Franklin.
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Die USS Franklin kurz vor dem dritten japanischen Luftangriff

Am 15. Juni wurden endlich die Burma Armee unter General Terauchi in Los Angeles angelandet. Terauchi verfügte über 9 erfahrene Divisionen in drei Armeekorps, die sofort zu Angriff übergingen um den Brückenkopf auszuweiten.

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Am 20. Juni hatten zwei Divisionen des 1 Marinesturmkorps die nördlichen Vororte von San Diego erreicht. Die Gebirgsjäger, die vor einer Woche die Stadt so erfolgreich verteidigt hatten, waren abgezogen worden. Die verbliebenen Divisionen konnten dem japanischen Druck nicht lange standhalten.
So wie die Landstreitkräfte, versuchte sich auch die US Navy überstürzt dem japanischen Zugriff zu entziehen. Vor San Diego lag jedoch die Trägergruppe Ozawa, die den Feind nicht entkommen lassen wollte. Auf der amerikanischen Seite war die Führung verloren gegangen. Unter den desorganisierten Gegnern richteten die japanischen Trägerflugzeuge am 22. Und 23. Juni ein Massaker an.

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Im Zickzack versuchte der schwere Flugzeugträger ‚Ticonderoga‘ einem Torpedoangriff zu entgehen und kollidierte dabei mit dem havarierten leichten Kreuzer ‚Oakland‘. Die ineinander verkeilten Schiffe wurden dann eine leichte Beute für die heraneilenden Suisei Bomber. Eine Reihe von Explosionen auf der ‚Oakland‘ setzte die gesamte Luftverteidigung beider Schiffe außer Gefecht. Eine Bombe drang über den Aufzug in den Hangar der ‚Ticonderoga‘ ein und setzt die dort stehenden Flugzeuge in Brand. Nun war das schwer angeschlagene Schiff hoffnungslos verloren.
Die Suisei hatten keine Munition mehr und kehrten zu ihrem Träger zurück. Während die Evakuierung der Schiffe begann, fegte die nächste Staffel japanischer Sturzkampfbomber heran. Zahlreiche Treffer ließen die ‚Oakland‘ explodieren und rissen die Bordwand der ‚Ticonderoga‘ an mehreren Stellen auf. Das unaufhaltsam eindringende Wasser ließ den Flugzeugträger rasch Schlagseite bekommen. Wenige Minuten später kippte das Riesenschiff plötzlich, dümpelte noch eine Weile mit aufragenden Heck und versank dann dampfend in der kochenden See.

Während es den Japanern nun gelang systematisch weitere Armeen anzulanden und den Brückenkopf auszuweiten, unternahmen die Amerikaner einen letzten Versuch, den Angriff abzuwürgen. Am 26. Juni wurde vor Los Angeles eine große Flotte mit drei Flugzeugträgern zusammengezogen. Mit dem Mut der Verzweiflung griffen die Amerikaner die Versorgungsflotte der Invasion an. Doch bereits gegen Mittag war die Trägergruppe Yamamoto herangeführt und verwickelte die Amerikaner in verlustreiche Abwehrkämpfe. Da die Schlacht in Küstennähe stattfand, konnten auch noch landgestützte Flugzeuge der Japaner eingreifen. Gegen Abend hatten die Amerikaner bereits die Flugzeugträger ‚Independence‘ und ‚Randolph‘ verloren.
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Von Norden kam die Trägergruppe Ozawa herangedampft und gab den Amerikanern den Todesstoß. Im Laufe des 26. Und 27. Juni wurden alle amerikanischen Einheiten – darunter auch der Flugzeugträger ‚Lexington‘ versenkt
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Amerika

Beitragvon Taras » 18. Januar 2015 15:54

Der Juli war von ununterbrochenen Kämpfen in Süd Kalifornien gekennzeichnet, ohne dass eine Partei entscheidende Vorteile erringen konnte. Das Oberkommando über den amerikanischen Kriegsschauplatz hatte der 57 jährige Feldmarschall Ishiwara Kanji erhalten.
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Ishiwara legte sein Hauptaugenmerk vorerst auf die systematische Verstärkung seiner Truppen und auf den Ausbau der bereits eingenommenen Positionen.
Anfang August wurde über die Funk- und Radaraufklärung eine feindliche Truppenkonzentration bei San Franzisco erkannt. Ishiwara ordnete daraufhin einen raschen Vorstoß nach Norden an. Nicht nur der Hafen war von strategischer Bedeutung sondern hier bot sich die Möglichkeit eine größere Feindgruppierung abzuschneiden und zu vernichten.
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Am 13. August verloren die Amerikaner bei einem unkoordinierten Angriff einen weiteren Flugzeugträger. Die USS Enterprise war fast ohne Deckung nach San Franzisco unterwegs, als sie auf eine Zerstörergruppe stieß, die Admiral Yamamotos Trägergruppe abschirmte. Die Hellcats der Enterprise fügten den Japanern schwere Verluste zu, verrieten jedoch dadurch die Position ihres Trägers. Noch bevor sie zurückgekehrt waren, fielen die Flugzeuge der ‚Amagi‘ über die Enterprise her.
20 Reppu Jäger stürzten sich aus der Sonne kommend auf den Flugzeugträger und überschütteten die gegnerische Luftverteidigung mit ihren 20 Millimeter Geschossen. Ihnen folgten die Suisei Sturzkampfbomber in drei Wellen. Mehrere Bomben explodierten in den Flak Batterien und machten das Schiff wehrlos. Ein Bombe drang in den Kommandoturm ein und machte das Schiff zusätzlich führerlos. Die letzte Welle konnte dem Giganten in aller Ruhe den Todesstoß versetzen.
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Eine gewaltige Detonation zerriss den hinteren Aufzug. Die in den Hangar eindringenden Flammen setzten die hier gelagerte Munition in Brand. Den Männern an Bord blieb nur die Flucht. Jetzt bekam das Schiff auch rasch Schlagseite und war eine Stunde später gesunken, ohne dass die Japaner noch einmal angreifen mussten.

Neben dem Angriff auf San Franzisco ordnete Feldmarschall Ishiwara auch die Einnahme des Panamakanals an. Das Unternehmen gestaltete sich für die Landungsgruppe unter Admiral Hyakutake nicht ganz einfach. Zuerst mußte die britische Kolonie Belize besetzt werden, um von hier den Angriff zu starten. Vom 18. Bis 19. August 1946 wurde die Kanalzone von japanischen Marineinfanteristen eingenommen.
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Die amerikanischen Verteidiger wichen nach Panama aus. Da sich die panamaische Regierung außerstande sah, die Amerikaner zu internieren, wurde im Laufe des August auch noch Panama besetzt.
Eine kaiserliche Erklärung zu dem Erfolg besagte, dass nun endlich dieser wichtige Schifffahrtsweg gleichberechtigt für friedlichen Nationen geöffnet sei und das den USA die Möglichkeit zu Erpressung des internationalen Handels entwunden sei.

Ab Mitte August war die Schlacht um San Franzisco voll entbrannt. Zwei Korps griffen die Stadt direkt an während Gebirgsjäger weit nach Norden ausholten um den Gegner weiträumig einzuschließen. Doch die Kämpfe wurden weit schwieriger als es erwartet. Bereits nach wenigen Tagen wurde durch die Gefechtsaufklärung deutlich, dass der Gegner hier einen mächtigen Angriffsverband zusammengefasst hatte. So wurden allein sieben Panzerdivisionen ausgemacht.
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Ob die japanische Armee diesen Kessel würde halten können oder ob sie selbst in den Strudel eines mächtigen gepanzerten Angriffs geraten würde, blieb lange ungewiss. Ishiwaras Vorteil war, dass die Panzergruppierung im Stadtgebiet eingezwängt war und sich zu keinem Zeitpunkt entfalten konnte. Dafür verfügten seine Truppen über keine adäquaten Mittel zur Bekämpfung der schweren amerikanischen Panzer. Die Japaner hatten keine eigenen Panzer und auch keine Panzerbekämpfungsverbände. Soweit die feindlichen Panzer nicht mit der Artillerie ausgeschaltet werden konnten, blieb allein die aufopferungsvolle Einsatzbereitschaft des japanischen Infanteristen. Mit der deutschen Panzerschreck - einer Raketenwaffe, die eine Hohlladung auf den feindlichen Panzer schleuderte - und geballten Ladungen mussten die stählernen Ungetüme angegangen werden.
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Ende August war die San Franzisco weiterhin eingeschlossen, doch die Angreifer waren kräftemäßig nicht in der Lage den eingekesselten Feind zu zerschlagen. Von allen Seiten führte die amerikanische Armeeführung Kräfte heran um den Einschließungsring aufzusprengen.
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Beitragvon Taras » 25. Januar 2015 12:47

In Deutschland waren seit Hitlers Tod im April 1942 und insbesondere seit dem Sieg über Russland im September 1943 wesentliche Veränderungen vorgenommen worden. Die Regierung unter Reichsverweser Ludwig Beck hatte die faschistische Bewegung rasch entmachtet. Die militärische Parallelorganisation der Waffen SS war trotz der noch laufenden Kämpfe bereits im Sommer 42 beseitigt worden. Die Truppen waren als Gardedivisionen der umbenannten Reichswehr unterstellt. Das Zwangsarbeitssystem mußte aus wirtschaftlichen Zwängen bis Kriegsende aufrechterhalten werden. Die Konzentrationslager waren aber sofort aufgelöst worden.
Im Zuge der Umwälzungen wurden schrittweise auch die Verbrechen der Faschisten veröffentlicht, wodurch es zu einer völligen Diskreditierung der Bewegung und ihrer Führer kam. Im Januar 1944 war die faschistische Partei – die NSDAP verboten worden. SA und SS wurden bereits während des Krieges mit Russland aufgelöst.
Frühzeitig nach dem Sturz der Nazis war aus breiten Kreisen der Bevölkerung die Wiedereinführung des Kaisertums gefordert worden. Nachdem die Kämpfe in Europa ein Ende gefunden hatten ließ die Regierung Beck daher eine Volksabstimmung durchführen. Die überwältigende Zustimmung führte im Spätsommer 1946 zur Einberufung einer Reichsversammlung, auf der die Vertreter der Parteien und der Länder den ältesten Sohn des 1918 abgedankten und 1941 gestorbenen Kaisers zum neuen Deutschen Kaiser Wilhelm III wählten.

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Auf seiner Antrittsrede am 1. September 1946 erklärte der Deutsche Kaiser:

„Ich habe 1919 nicht dem Thron entsagt, um das Reich Wahnwitzigen und Verbrechern auszuliefern! Die Nazi-Clique hat dem deutschen Volk den geleisteten Eid durch geheime Mordbefehle gebrochen. Ich stelle mich nun vor den Thron meiner Väter, vor dem sie Unrecht nicht duldeten, vor das Werk unserer Vorfahren, um es zu retten und Euch um die Frucht harter Arbeit nicht durch Buben betrügen zu lassen, die sich scheinheilig, aber schamlos im Rücken unserer Soldaten bereichert haben. Ich habe die Führung des Reiches und den Oberbefehl über die Reichswehr übernommen. Soldaten und Beamte werden einen Eid leisten, den sie mit redlichem Herzen halten können, wie auch ich zu Gott schwöre, daß ich das Reich in Recht und Anstand, in Treue und Redlichkeit führen werde. Ich werde daher befehlen, die verantwortlichen Verbrecher dingfest zu machen und vor Gericht zu stellen. Das deutsche Volk wird Gelegenheit erhalten, sich selbst ein Urteil über Größe und Umfang der Verbrechen und der Gefahr zu bilden. Noch ist Krieg. Aber wir wollen in gemeinsamer Arbeit einen Frieden erstreben, der unsere nationalen Lebensnotwendigkeiten erfüllt, die Freiheit des ganzen Volkes und jedes Deutschen in einem lauteren, auf Recht und Anstand begründeten Staat sichert, ohne Freiheit und Glück anderer Völker zu zerstören. Nur enge Zusammenarbeit aller Völker wird uns und der Welt Wohlfahrt und Glück bringen.“




Die Kämpfe in und um San Francisco wurden auch Anfang September mit ungeminderter Härte fortgeführt.
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Erst am 12. September brach der amerikanische Widerstand im Stadtgebiet zusammen. 50.000 völlig demoralisierte Soldaten wankten in Gefangenschaft aber weit über 40.000 waren gefallen.
Die in San Francisco stationierten Einheiten der US Navy versuchten unter Führung des Flugzeugträgers USS Ranger nach Norden zu entkommen, wurden aber beim Ausbruch durch die Trägergruppe Yamamoto gestellt und vernichtet. Neben dem Flugzeugträger wurden auch über 40 Zerstörer und mehr als ein Dutzend U-Boote versenkt. Mehr als 2.000 Seeleute verloren ihr Leben.
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Auch nach diesen katastrophalen Verlusten zeigte sich die Regierung der Vereinigten Staaten nicht friedensbereit. Feldmarschall Ishiwara forderte immer weitere Truppen an, ohne entscheidende Fortschritte erzielen zu können. Die amerikanischen motorisierten und gepanzerten Truppen hatten eine wesentlich höhere Marschgeschwindigkeit als sie japanische Infanterie. Für Angriffe mußte die kaiserlich japanische Armee regelmäßig eine Überlegenheit von 3:1 herstellen doch selbst nach gewonnenen Gefechten konnten sich die Amerikaner rasch zurückziehen. Eine überholende Verfolgung oder Einkesselung gelang den Japanern kaum. Dafür waren sie ständig bedroht ausflankiert und selbst abgeschnitten zu werden.

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Ishiwaras Planung sah daher vor, zuerst im Süden der USA nach Texas durchzustoßen. Wenn japanische Truppen den Atlantik erreichen, so war seine Hoffnung, würden sich auch deutsche Panzertruppen an dem Feldzug beteiligen. Bisher hielt sich der mächtige Bündnispartner weiterhin zurück.
In der Heimat wurde die Rüstungsindustrie mit der umfangreichen Produktion von Panzerabwehrkanonen beauftragt. Die japanischen Infanteriedivisionen sollten selbständige Panzerjagdabteilungen zugeteilt bekommen. Allerdings würden die ersten Pak Regimenter erst im September 1947 in Dienst gestellt werden können. Der Gedanke, eigene japanische Panzer zu entwickeln und zu bauen, war aufgrund des uneinholbaren amerikanischen Fortschrittes auf dem Gebiet völlig abwegig. Die Infanterie würde den Krieg entscheiden müssen.

Im Vorstoß durch New Mexico eroberten japanische Marineinfanteristen im November einen umfangreichen Forschungskomplex in Los Alamos. Trotz der massiven Zerstörungen, die die Amerikaner auf dem Rückzug angerichtet hatten, wurde rasch klar, dass dieses geheime Forschungszentrum etwas Besonderes war. Aus den der Vernichtung entgangenen Unterlagen und den Aussagen von in Gefangenschaft geratenen Soldaten und Wissenschaftler wurde deutlich, dass die Amerikaner hier an einer neuen Waffe gearbeitet hatten. Radioaktives Material sollte zur Kernspaltung gebracht werden und damit eine nie erreichte Sprengkraft erzeugt werden.

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Im Tokioter Generalstab wurde deutlich, in welcher Gefahr man sich tatsächlich befunden hatte. An den Grundlagen der Kernspaltung wurde weltweit geforscht und auch die militärische Einsetzbarkeit wurde erörtert. Damit war klar, dass eine einzige solcher Bombe ganze Städte auslöschen könnte. Mit ihren weitreichenden B-29 Bombern hätten die Amerikaner nur eine Startbahn im Umkreis von 4.000 km von den japanischen Hauptinseln einnehmen müssen um Tokio einzuäschern.
Glücklicherweise war die Entwicklung ins Stocken geraten, nachdem die Faschisten in Deutschland die Macht verloren hatten. Viele immigrierte Forscher aus Europa hatten daraufhin ihre Zusammenarbeit eingestellt und auch die ethischen Diskussionen um die neuartige Waffe hatten das Projekt ausgebremst.




Nach dem sich im Herbst 46 - bedingt durch massiven Druck – Franco Spanien der Achse angeschlossen hatte, waren alle angestrebten Kriegsziele erreicht. Allein die USA musste noch zum Waffenstillstand gezwungen werden.

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Sieg

Beitragvon Taras » 1. Februar 2015 14:38

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Sieg


Im Winter 46/47 gestaltete sich das japanische Vordringen in Kalifornien noch schwieriger. Weitere Truppen auf den amerikanischen Kriegsschauplatz zu werfen, war nicht möglich, weil die Kapazität der bisher eingenommenen und gebauten Häfen nicht für die Versorgung ausreichte. Feldmarschall Ishiwara musste also notgedrungen mit dem auskommen, was vorhanden war.
Die amerikanische Seite blieb meist in der Defensive. Die maritimen Vorstöße zur Unterbrechung der japanischen Nachschubwege endeten jeweils im Desaster. Im April verloren die Amerikaner die neugebauten Schlachtschiffe Washington, North Carolina und Massachusetts.
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Ende Mai 47 wehrte die Trägergruppe unter Admiral Mikawa Gun’ichi einen amerikanischen Angriff vor San Francisco ab und konnte dabei die beiden Schlachtschiffe Alabama und Iowa versenken.
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Auch diese Schiffe kamen frisch aus der Werft und wurden völlig unkoordiniert mit aussichtslosen Einsätzen beauftragt. Selbst wenn solche Selbstmordkommandos kopfschüttelnde Verwunderung bei der japanischen Admiralität auslösten, zwang der aufopferungsvolle Kampfeswille des Gegners auch Respekt ab.

Im Mai gelang Ishiwaras Truppen endlich der Vorstoß nach Seattle. Der Rückzug der Amerikaner wurde gleich für einen Durchbruch nach kanadisch Vancouver genutzt. Da annähernd Zeitgleich die texanische Hauptstadt Houston am Golf von Mexiko eingenommen wurde, sollte sich nun - nach Instandsetzung der eroberten Häfen – endlich die Versorgungslage bessern.

Der Angriff an der Pazifikküste nach Norden kam nun jedoch gänzlich zum Stehen. Die Amerikaner hatten in Kanada eine große Truppenmassierung vorgenommen. Mehr als 30 Divisionen wurden von der Aufklärung ausgemacht. Die meisten davon waren gepanzert.
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Diese starke Flankenstellung bedrohte nicht nur Vancouver und Seattle. Einmal ins Rollen gekommen, könnte sie die gesamte Pazifikküste hinabstoßen und den japanischen Truppen den Nachschub abschneiden.
Ishiwara beschloss seinerseits die Stellungen an der amerikanisch-kanadischen Grenze zu verstärken und umso schneller auf die lebenswichtigen Landesteile um Chicago, Washington und New York vorzustoßen. Von den Heimatinseln wurde eine frischaufgestellte Armee mit 12 Divisionen nach Houston Texas verlegt. Ebenfalls wurde das gerade in Dienst gestellte Panzerkorps nach Texas verschifft. Aus Afrika wurde die Expeditionsarmee von General Terauchi nach Texas transportiert. Gestützt auf diese neueingetroffenen Truppen, plante Ishiwara rasch nach Norden vorzupreschen bevor die Amerikaner in Vancouver zuschlugen.

Das Erste Kaiserlich japanische Panzerkorps wurde unter erheblichen Schwierigkeiten aufgestellt. Gewaltige Industrieressourcen waren über einen langen Zeitraum gebunden. Darüber hinaus fehlt der kaiserlich japanischen Armee jegliche Erfahrung bei der Entwicklung und beim Einsatz der Panzerwaffe. Das Armeekorps unter Generalleutnant Amemiya verfügte über fünf Divisionen. Jede dieser Divisionen hatte zwei Panzerregimenter (leichte Panzer Typ 06), ein Regiment motorisierte Infanterie und eine Artillerieabteilung mit Sturmgeschützen.
General Ishiwara machte sich keine Illusionen darüber, dass seine Panzer sich mit den schweren amerikanischen Modellen messen könnten. Doch massiert eingesetzt und nach den Grundsätzen deutscher Militärakademien geführt, sollte dies seine gepanzerte Faust sein, die einen Vorstoß auf das Herz des Gegners beschleunigen würde.

Im August 1947 hatten sich die japanischen Truppen bis nach South Carolina vorgekämpft. Dem amerikanischen Oberbefehlshaber schien diese Bedrohung endlich deutlich geworden zu sein, denn von der Front bei Vancouver wurden nun zahlreiche Divisionen abgezogen.
Um dem Gegner das Manöver mit den Kräften auf der inneren Linie zu erschweren, lies Ishiwara den Druck an allen Fronten erhöhen. Japanische Truppen drangen in die kanadische Prärie ein und zwangen die feindliche Kräfteverlegung zu zeitraubenden Umwegen.

Auch an der Atlantikküste drängte Ishwara zur Eile. Wenn die aus Kanada abgezogenen Panzerverbände die Verteidigung von Washington und New York verstärken würden, dann würde sich dieser unselige Krieg – mit all seinen Opfern und Zerstörungen - noch weit in das Jahr 1948 hineinziehen.

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Die Operation auf die amerikanische Hauptstadt wurde am 19. August mit einem massierten Angriff in Richtung Norfolk Virginia eröffnet. Mit der Bindung an die Atlantikküste wollte Ishiwara einerseits die Versorgung seiner Truppen über die Häfen sicherstellen und andererseits wäre die rechte Flanke das Vorstoßes durch das Meer gedeckt.
Die gegnerische Verteidigung im weiten Vorfeld der Hauptstadt konnte durchbrochen werden. Zahlreiche Deckungstruppen gerieten vor Richmond und Norfolk in Kessel und konnten vernichtet werden.
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Anfang September erreichte Amemiya’s Panzerkorps als erster japanischer Verband die Vororte von Washington und begann ohne zu zögern mit dem Sturm auf die Stadt. Noch immer gaben die Amerikaner den Kampf nicht auf.
Am 6. September griff das 7. Armeekorps mit vier Infanteriedivisionen in die blutigen Kämpfe ein. Obwohl die Japaner Zahlenmäßig unterlegen waren, brach am 16. September endlich die Verteidigung zusammen
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Auf den Trümmern des Pentagons – des Hauptsitzes des amerikanischen Kriegsministeriums wurde die Kyokujitsuki, die „Flagge der aufgehenden Sonne“ gehisst. Bis zuletzt hatten hier griechische Exiltruppen für amerikanische Interessen gekämpft. Ebenso wie das Pentagon waren auch das Kapitol und das Weiße Haus fast vollständig zerstört. Admiral Yamamotos prophetische Worte, dass ein Frieden im Weißen Haus unterzeichnet werden müsse, konnten sich also nicht mehr bewahrheiten.

Nach dem Fall Washingtons wurde der amerikanische Widerstand immer schwächer. Vorausabteilungen japanischer Gebirgsjäger drangen am 20. September nach Milwaukee und Chicago vor. Damit war jetzt auch dem hartnäckigsten Politiker klar, dass jeder weitere Kampf zwecklos wurde. Das Oberkommando der US Streitkräfte bat am selben Tag um die Eröffnung von Waffenstillstandsverhandlungen.
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Entgegen dem Rat zahlreicher Offiziere, dass angesichts der militärischen Lage nur eine bedingungslose Kapitulation in Frage kommen würde, entschied Hirohito Tenno unverzüglich einen Waffenstillstand im Vorfeld eines ausgleichenden Friedensschlusses zu vereinbaren.

Am 1. Oktober 1947 erschien der Kommandeur der amerikanischen Streitkräfte General McArthur begleitet von einigen seiner Offiziere an Bord des Schlachtschiffes Yamato, die im Hafen von San Francisco ankerte. Erst eine halbe Stunde später betrat Außenminister Shigemitsu Mamoru in Begleitung von Geheimrat Tarasawa Shiro eilig das mächtige Schiff. Für Reden und Zeremonien hatte Shigemitsu keine Zeit. Er nahm noch nicht einmal den bereitgestellten Stuhl für die Unterzeichnung der vorbereiteten historischen Unterlagen. Nach weniger als fünf Minuten war er wieder verschwunden.
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Tarasawa entschuldigte das befremdliche Auftreten mit den drängenden Terminen zur Einleitung der Friedensverhandlungen und zur Regelung der Nachkriegsordnung und ließ den gedemütigten amerikanischen General dann ebenfalls am Tisch zurück. McArthur unterzeichnete allein verwirrt die Dokumente, die dann von einem japanischen Offizier übernommen wurden.

Die Waffen schwiegen!
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Beitragvon Taras » 12. August 2015 12:13

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Am 28. März 1948 war der Geheimrat Tarasawa Shiro in das Büro des Kaisers beordert worden. Zu seinem Erstaunen durfte Tarasawa feststellen, dass es sich bei diesem Termin um eine Privataudienz handelte.

Als Tarasawa in das kleine Kabinett eingelassen wurde, war der Kaiser noch bei der Arbeit. „Ah, Tarasawa Sama.“ Wurde er vom Kaiser gegrüßt. „Bitte, nehmt Platz. Ich bin hier gleich fertig.“

Tarasawa bedankte sich mit einer raschen Verneigung und nahm den angebotenen Stuhl an. Auch wenn er regelmäßig mit dem Kaiser sprach, waren solch private Begegnungen dennoch die Ausnahme. Beide Männer waren nun Mitte Vierzig doch die Anspannung der letzten Jahre, die große Verantwortung und die Last der vielen Millionen Toten hatten den Kaiser rascher altern lassen.

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Mit einem erleichterten Lachen schloss Hirohito die Arbeitsmappe und legte den Stift an die hierfür vorgesehene Stelle. „Danke dass Ihr gekommen seid.“ sagte der Kaiser. „Im Vorfeld der Friedensgespräche wollte ich mich noch einmal unter Vier Augen mit meinem langjährigen Berater und Freund abstimmen.“

„Ich bedanke mich für die übergroße Ehre.“ Tarasawa verneigte sich in seinem Stuhl.

„Berichtet doch, wie gehen die diplomatischen Bemühungen um den Friedensvertrag voran!“

„Wie ich bereits die Ehre hatte, seiner Kaiserlichen Hoheit zu berichten, war allein die Einigung auf einen Ort für die Unterzeichnung des angestrebten Friedensvertrages nicht ohne Schwierigkeiten. Die Wahl fiel schließlich auf Potsdam, eine Stadt am Rande Berlins, womit die historischen diplomatischen Tagungsorte wie Berlin, Paris, London oder Washington gekonnt umschifft werden konnten. Ich denke, im Mai diesen Jahres werden wir die Unterlagen unterschriftsreif haben.“

„Aber die geschlagenen Alliierten können doch unmöglich so viel diplomatisches Gewicht haben, dass ein langes Tauziehen notwendig wird.“

„Die Fallstricke lauern auch nicht bei den Verhandlungen mit dem Gegner als vielmehr bei den Abstimmungen mit Deutschland unserem Verbündeten. Der Krieg ist entschieden und nun müssen die Demarkationslinien der künftigen Ordnung gezogen werden. Unsere Interessen überschneiden sich jedoch kaum.“

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„Und wo liegen die Konfliktpunkte?“

„Hier ist insbesondere der Irak zu erwähnen der im Januar 44 von unseren Truppen besetzt wurde. Deutschland betrachtet das gesamte Gebiet des ehemaligen Osmanischen Reiches als seine Einflusszone. Der dahinter liegende Grund ist das Öl. Mit den erschlossenen Ölfeldern in Rumänien, Russland und Persien kontrolliert unser Partner bereits den Großteil der Weltölförderung. Nun sollen noch Irak und die arabische Halbinsel hinzukommen.
Mit Palästina und Ägypten kontrollieren wir darüber hinaus den wichtigsten Schifffahrtsweg den Suezkanal.
Ein weiterer Punkt stellt die von uns besetzte Region um Chabarowsk und Wladiwostok dar. Von dort treiben wir die wirtschaftliche Durchdringung Sibiriens voran. Russland wiederum als unser Verbündeter ist scheinbar nicht in der Lage diesen Verlust zu akzeptieren.“

Der Kaiser hatte sich erhoben und war sinnierend ans Fenster getreten. „Die Kirschblüte hat begonnen.“ Sagte er wie zu sich selbst. Zu Tarasawa gewandt erklärte er schließlich. „Mit dem Ausbau der großasiatischen Wohlstandszone von Indien bis Honolulu und von den Kurilen bis nach Tasmanien ist Japan arrondiert. Ich denke wir sollten uns entgegenkommend verhalten um eine rasche Einigung herbeizuführen.“

„Ja mein Kaiser, auch ich denke, dass Besatzungszonen in Afrika und Arabien nur schwer zu halten sein werden und auf die Dauer mehr kosten als sie einbringen können. Mit weitreichenden Handelskonzessionen und einer internationalen Kontrolle des Kanals sollten unsere Interessen ausreichend gewahrt bleiben. Wir werden bei den Verhandlungen den auch in Deutschland unbestritten Anteil Japans am gemeinsamen Sieg in die Waagschale werfen.
Auch im Übrigen plädiert der Kronrat, die Besatzungen aus zahlreichen Ländern abzuziehen. In möglichst kurzer Zeit sollten wir im Rahmen der großasiatischen Wohlstandsphäre zahlreiche Länder sich selbst verwalten lassen. Japanische Besatzungstruppen erzeugen unvermeidbar Widerstand. Nationale Regierungen – die eng mit uns befreundet sind, können weit effektiver für Harmonie innerhalb unserer Sphäre sorgen.“

„An welche Regionen denkt der Kronrat?“

Die indische Kolonie sollte in ihren muslimischen du den hinduistischen Teil aufgespalten werden. Burma selbstverständlich und auch das ehemals französische Indochina sollt seine Selbständigkeit erhalten. Ebenso die Philipien und auch China werden wir nicht dauerhaft besetzt halten können. Der gewaltige chinesische Raum sollte nach seinen kulturellen, religiösen und historischen Gegebenheiten in zahlreiche voneinander unabhängige und mit einander konkurrierende Länder aufgeteilt werden. Australien und Neuseeland sind ja bereits nominell selbständig und nur geringe japanische Truppen sind dort im Rahmen eines Freundschaftsabkommens stationiert. Die politische, wirtschaftliche und militärische Abhängigkeit vom japanischen Kaiserreich muss hier verfestigt werden. Und auch die ehemals holländische Inselwelt sollte nach und nach an die regionalen Sultane übergeben werden.“

Der Kaiser nickte beeindruckt. „Umwälzende Pläne! Wird denn das japanische Volk und besonders unser Militär nicht beunruhigt sein, wenn wir all das wofür so viele unserer besten Soldaten gefallen sind nun kampflos aufgeben?“

„Dem Militär steht die Kostenfrage der weitreichenden Besetzungen unmittelbar vor Augen. Die Parole von der großasiatischen Wohlstandssphäre ist keine leere Hülle sondern wurde von den Bevölkerungen verinnerlicht. Ja sie wird sogar eingefordert!
Japan bleibt die unangefochtene Ordnungsmacht im gesamten asiatischen Raum.
Wie mir zugetragen wurde, wird auch Deutschland diesen Weg gehen. Die unmittelbare Besetzung der Kriegsgegner wird zugunsten einer sogenannten ‚Europäischen Vereinigung‘ aufgegeben."

„Und was wird mit unserem größten Gegner – den USA?“

„Gemäß eurer kaiserlichen Anordnung haben sich unsere Truppen bereits zu großen Teilen an die Pazifikküste zurückgezogen. Die großen Hafenstädte werden wir auch nur bis zum Abschluss des Friedendvertrages und zu Zahlung der Reparationen besetzt halten.
Über die Höhe der Reparationen hatten wir uns ja bereits verständigt. Die kaiserlich japanische Armee hat annähernd 1 Million Mann verloren und kein Geld der Welt wird diesen Verlust ersetzen können. Jedoch sollten wir nicht den Fehler der Alliierten von 1918 begehen und unsere Forderungen in unerfüllbare Höhen schrauben. Der äußere Druck wird die Amerikaner nur umso fester zusammenschweißen. Mit mäßigen Forderungen und einer Stärkung der Zentrifugalkräfte in der amerikanischen Gesellschaft sollten wir den Zerfall des Staates befördern auch wenn uns dadurch Reparationen verloren gehen. Nur so kann sichergestellt werden dass sich das Riesenland mit seinen Bodenschätzen und Industrien nicht binnen Kurzem wieder gegen und stellt.“

Der Kaiser äußerte sich nicht zu den schwierigen politischen Fragen. Stattdessen lächelte er seinen Berater überschwänglichen an. „Tarasawa, alter Freund, zieht doch endlich euren Frack aus!“

Tarasawa sah verwirrt an sich herunter. Da er geglaubt hatte, dass dies ein offizieller Termin sei, hatte er selbstverständlich die diplomatische Uniform gewählt.

Hirohito hing sein Jackett über die Stuhllehne und begann sich die Ärmel seines Hemdes aufzukrempeln. „Es sind draußen 25 Grad und die Kirschen blühen. Meine Familie hat sich bereits im Garten versammelt. Ich lade Euch ein, mit uns Hanami zu feiern.“
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Beitragvon Taras » 14. August 2015 16:16

Im Park des kaiserlichen Palastes hatten Bedienstete Laken unter den blühenden Kirschbäumen ausgebreitet. Auserlesene Speisen und Kannen mit Eiswasser und Sake waren bereitgestellt worden und die kaiserliche Familie sowie zahlreiche enge Verwandte hatten sich zu dem freudigen Ereignis versammelt. Lediglich Prinzessin Teru, die seit ihrer Hochzeit nicht mehr im Palast lebte, fehlte.
Hirohito mußte seinen Gast nicht vorstellen. Ehrerbietig grüßte Tarasawa die Kaiserin Kōjun, den Kronprinzen Akihito sowie die anderen Kinder des Kaisers. Sein Gruß wurde ebenso achtungsvoll von der kaiserlichen Familie erwidert.

Nachdem man in fröhlicher Runde den Sonnenschein genossen und den Speisen und Getränken zugesprochen hatte, bat der Kaiser Tarasawa gemeinsam einige Schritte durch den Park zu machen. Wie selbstverständlich erhob sich auch Kronprinz Akihito um die Männer zu begleiten.

Nachdem sie sich von der Feierrunde entfernt hatten, nahm Hirohito das abgebrochene Gespräch wieder auf. „Wenn die Vereinigten Staaten auseinander brechen, haben wir keinen Verhandlungspartner mehr und für unsere großen Opfer können wir dann keine Entschädigung erwarten. Haben wir entsprechende Hinweise oder Informationen?“

„Ja, denn unser Sieg war nicht nur eine militärische Niederlage der USA sondern auch eine moralische, die die Grundfesten der amerikanischen Gesellschaft erschüttert. Besonders an der Pazifikküste und im ehemaligen Süden der USA treten immer stärker Kräfte auf, die sich von Washington lossagen wollen. Diese gesellschaftlichen Strömungen wollen sich nicht mit der Schuld an Krieg und Niederlage identifizieren und schon gar nicht sind sie bereit die Lasten der Niederlage zu tragen. Ich denke spätestens mit dem Friedenvertrag und dem Ende der Besatzung wird das Land zersplittern. Mit der Sicherung unserer Reparationsansprüche sollten wir uns nicht allzu sehr belasten. Japan muss seine Entschädigung aus den neuen Globalen Möglichkeiten ziehen. Eine durch eigene Bestrebungen zerfallene USA ist uns dabei von Vorteil.“ Nach einem kurzen Seitenblick auf den Kronprinzen, der sie aufmerksam schweigend begleitete fuhr Tarasawa fort. „Die zerfallenen Staaten werden auch technologisch und wirtschaftlich nicht in der Lage sein das begonnene Atomprogramm fortzuführen, womit eine große Bedrohung beseitigt wäre.“

„Ja Tarasawa Sama, die Uranbombe ist ein Problem, das mich schwer belastet. Wenn den Amerikanern diese Waffe aus der Hand geschlagen wird, ist dies ein Segen für die ganze Menschheit. Aber wenn nicht die Amerikaner, wird dann nicht eine andere Nation eine solche Waffe bauen?“

„Dazu wären allenfalls die Deutschen in der Lage und die sind unsere Verbündeten. Deutschland seinerseits hat die Kontrolle über alle weiteren Nationen die von den wissenschaftlichen Erfordernissen her eine solche Forschung betreiben könnten und es wird dafür Sorge tragen, dass dies nicht geschehen wird.
Selbstverständlich wären auch unsere Nuklearphysiker um die Wissenschaftler Nishina Yoshio und Arakatsu Bunsaku in der Lage eine solche Waffe zu entwickeln.“

„Aber allein wenn wir es könnten – sollten wir es auch?“

„Mein Kaiser, dies ist eine schwierige Entscheidung.“ Tarasawa schwieg kurz um die Bedeutung des Problems zu unterstreichen. „Nach den Erkenntnissen unserer Wissenschaftler und den in Alamo erbeuteten Unterlagen hätte eine Uranbombe eine ungeahnte Sprengkraft.
Ihr könnt Euch sicher noch an das Unglück in Halifax erinnern. Im Dezember 1917 explodierte im Hafen ein mit Sprengstoffen beladenes Schiff. Die schweren Verwüstungen wurden durch die Explosion fast 3.000 t TNT ausgelöst. Bei dem Einsatz einer Uranbombe ist mit der siebfachen Energie zu rechnen. Das ist eine völlig neue Dimension an Vernichtungsmacht. Eine ganze Stadt mit Hunderttausend Menschen könnte mit einem Schlag, mit einem Flugzeug zerstört werden. In diesem Sinne ist eine solche Bombe auch keine Waffe mehr sondern eher ein politisches Instrument. Denn gegen im Gelände entfaltetes Militär, im Regelfall eingegraben ist diese Waffe relativ wirkungslos. Sie kann ihre Macht nur gegen die Städte des Gegners ausspielen.“

Der Kaiser war erschüttert stehen geblieben. In seinem Gesicht und auch im fassungslosen Blick des Thronfolgers zeichnete das Begreifen dieser technologischen Möglichkeit ab. „Nur Deutschland ist in der Lage ein solches Ding zu bauen.“ Sinnierte Hirohito. „Sie wissen, dass auch wir es können. Also wird der deutsche Kaiser jetzt ebenfalls – wie ich darüber entscheiden müssen. Und sie werden sich für den Bau entschließen müssen, wenn sie befürchten, dass Japan ihnen anderenfalls zuvorkommt. Noch sind wir Verbündete, die aber bereits Interessenkollisionen erkennen können.“ Ohne den Gedanken zu Ende zu sprechen, schwieg der Kaiser.

Tarasawa nickte verstehend sagte jedoch ebenfalls nichts, denn dies war die Entscheidung des Monarchen.

Auch der Kaiser nickte nachdenklich. Sein Blick wanderte hinauf zu der rosa Blütenpracht. „Welch ein schöner Tag und wir beschäftigen uns mit solch schweren Themen. Mein Sohn,“ Wandte er sich an den Kronprinzen, „Die Kirschblüte, was kann sie uns lehren?“

Akihito war nun 14 Jahre alt und sollte mit der Teilnahme an wichtigen Gesprächen auf sein künftiges Amt vorbereitet werden. Aufmerksam hatte er den Ausführungen der beiden erfahrenen Männer gelauscht, obwohl er anfangs ja nicht wissen konnte, worum es ging. Der junge Mann war erfreut, dass sein Vater ihn zum Sprechen aufforderte. „Ohne je Früchte zu tragen wächst die Kirschblühte für diesen einzigen Moment von überragender Schönheit.“ Antwortete Akihito rasch. „Nach langem Reifen und kurzem Erblühen vergeht sie im Moment vollendeter Schönheit und Harmonie. Sie ist uns damit ein Symbol nach dem wir unser Leben richten können. Wie für die Sakura ist auch für den Samurai der eine Moment der höchsten Vollendung ein ganzes Leben wert.“

Hirohito nickte zufrieden. „Tarasawa Sama, waren wir in unserer Jugend auch so eifrig und lernbegierig?“.

Tarasawa Shiro lachte verhalten. „Nun ja, als ich die Ehre hatte Euch kennenzulernen, habt ihr gerade eure Bildung im Haus der Gräfin de Cluny in Brüssel ausbauen wollen.“

Hirohito ließ seine Zurückhaltung fallen und lachte laut heraus. „Brüssel, mein alter Freund, das ja so lange her. Mehr als 25 Jahre!“

Tarasawa verneigte sich mit einem erleichterten Lächeln weil sein Kaiser die schweren Gedanken beiseiteschieben konnte. „Und es war mir all die Jahre eine Ehre, Euch dienen zu können.“ Innerlich bewegt richtete er sich auf und stieß ein kehliges „Kimi ga yo!“ aus.

Akihito wollte sich begeistert anschließen. Jedoch befand er sich derzeit im Stimmbruch so dass er lediglich ein sich überschlagendes Krächzen herausbrachte.

Hirohito legte seinem Sohn die Hand auf die Schulter und lachte verständissvoll.

Um seine Versage wieder gut zu machen rezitierte Akihito nun mit gerührter aber klarer Stimme:

君が代は

kimi ga yo wa - jap. Eure Herrschaft währe
chi-yo ni - tausend Generationen,
yachi-yo ni - achttausend Generationen,
sazare ishi no - bis ein Steinchen
iwao to narite - zum Felsen wird
koke no musu made“ - auf dem Moos sprießt.

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