Seit Wochen standen überlegene Kräfte der Reichsarmee, geführt von den Generälen des Kurfürsten von Hannover, nahe Paris. Hier war das Wetter im November aber zu schlecht, um einen Angriff auf die Stadt zu wagen. Zudem liefen noch hektische Verhandlungen mit dem französischen König Ludwig XVI., in denen Möglichkeiten über den Verbleib der Bourbonen auf dem Thron Frankreich, aber unter Regie des Geschlechts der Welfen, diskutiert wurden.
Die Soldaten der hannoverschen Reichsadministration gingen während dieser Wochen in den besetzten Gebieten bei der Rekrutierung und dem Eintreiben von Versorgungsleistungen äußerst brutal vor, worunter vor allem die Landbevölkerung zu leiden hatte. Als Konsequenz kam es zu ersten Aufständen und Gewalttätigkeiten der von der Zwangsaushebung betroffenen Männer, die bereits die Losung für die folgenden Revolten prägten: „Lieber französisch sterben, als kaiserlich darben“. Anfang Dezember 1751 wurden achtzehn Rekruten, die zur Armee abgeführt werden sollten, auf offener Straße befreit. Trotz des Einschreitens der Reichstruppen breiteten sich die Aufstände in den besetzten französischen Gebieten schnell aus.
Die Zeit des Waffenstillstands nutzten die Aufständischen zur Ausarbeitung eines Plans, wie die deutsche Besatzungsmacht vor Paris vertrieben werden könnte. Die kaiserlichen Soldaten sollten im Osten Frankreichs durch Aufstände gebunden werden. Zugleich sollte die ehemalige Pariser Bürgerwehr die Revolutionäre mit einem Ausfall aus Paris unterstützen. Man beschloss, sich nicht an den Waffenstillstand zu halten und mit der Aktion so schnell wie möglich zu beginnen.

Als der Aufstand losbrach, streute man in Frankreich das Gerücht, dass der französische König die Revolte mittragen und so bald wie möglich zu den Revolutionären stoßen würde. Diese dienten vor allem dazu, patriotische Gefühle anzusprechen und eventuelle Legitimitätsbedenken auszuräumen. Wo dieser Appell an die Heimatliebe und Untertanentreue zur Mobilisierung des Volkes nicht ausreichte, half man mit Druck und Zwang nach. So drohten einige französische Bürgermeister ihren Bürgern mit dem Entzug der Bürgerrechte, sollten sie sich dem Aufstand verweigern. Im gesamten Land wurden Bauern vor die schwere Wahl gestellt, entweder ihre Söhne und Knechte mit den aufständischen Truppen ziehen oder ihre Höfe in Schutt und Asche legen zu lassen.
Am Heiligen Abend gegen Mittag begannen die Aufständischen ihren Marsch auf Paris. Doch sie erhielten die schlechte Nachricht, dass die Pariser Verbündeten die geplanten Aktionen nicht mehr wie besprochen durchführen könnten. Die deutschen Besatzer hatten die Truppen verstärkt und Soldaten patrouillierten bereits auch in der Stadt. Gegen Mitternacht erreichte der Tross der Franzosen die Vororte von Paris, wo das Kommando im örtlichen Wirtshaus Stellung bezog, während das gemeine Volk in eisiger Winternacht im Freien kampierte.
Leicht- und Unbewaffnete sollten in den Vororten bleiben, während zwei weitere Gruppen sich zum Angriff auf Paris postierten. Die aufständischen Verbündeten sollten die Stadttore um 1 Uhr früh des 25. Dezembers öffnen, was aber nicht geschah. In den folgenden nächtlichen Kämpfen um die Stadtmauern konnte keine Seite die Oberhand gewinnen. Im Morgengrauen wurden die französischen Volkstruppen aus Osten von herangeführten Reichstruppen angegriffen und aufgerieben. Einige Aufständische konnten sich nach Versailles durchschlagen, wo sie sich erneut verschanzten. Kurz darauf nahmen auch hier die deutschen Truppen Aufstellung. Die aufständischen Franzosen ergaben sich und legten ihre Waffen nieder, doch die kaiserlichen Offiziere gewährten nur scheinbar Pardon und ließen die entwaffneten Revolutionäre an Ort und Stelle niedermetzeln. Einige letzte Überlebende flüchteten auf den Friedhof einer nahen Kirche in der Hoffnung, die kaiserlichen Truppen würden zumindest am Weihnachtstag den geweihten Bezirk achten und sie dort nicht töten. Doch auch hier kannten die Besatzer kein Pardon und töteten jeden. Auch die Kirche wurde mehr oder weniger vollständig zerstört und geplündert.
(Im Beitrag vom 31. Mai hatte ich anstelle des Bildes vom Angriff auf Turin bereits dieses hier verwendet, ich habe sie nun ausgetauscht)Entgegen landläufiger Auffassung wurde das Blutbad bei Versailles nicht von Hannoverschen Soldaten selbst angerichtet, sondern von einem würzburgischen Infanterieregiment aus dem Kontingent des fränkischen Reichskreises der unter kaiserlichem Befehl stehenden Reichsarmee. Auch ungarische Husaren waren beteiligt, sie machten ohne Pardon insbesondere Flüchtende nieder. Der für die Zeit der Kabinettskriege ungewöhnliche Gewaltexzess dieses Massakers hat historische Vorläufer z. B. in der brutalen Unterdrückung der Bauernaufstände des 16. Jahrhunderts. Gerade weil die kaiserlichen Truppenführer nicht mit "ebenbürtigen" Gegnern, sondern unbotmäßigen Aufrührern konfrontiert waren, konnte jegliche Rücksicht und Hemmung fallengelassen werden. Der blanke Hass, mit dem die adeligen Offiziere gegen die Aufständischen vorgehen ließen, resultierte auch aus der Erkenntnis, dass diese mit ihrem demokratischen Ansatz ein überaus gefährliches Gegenmodell zum absolutistischen Staat in die Welt gesetzt hatten.
Nach diesem Massaker sammelten die kaiserlichen Soldaten die etwa 500 noch lebenden Verwundeten ein und brachten sie nach Paris, wo man sie vor dem Jesuitenkolleg gefangen hielt. Um die Verwundeten durfte sich auf Befehl der Administration drei Tage niemand kümmern, um so weitere Revolutionsgedanken im Keim zu ersticken. Die zeitgenössische Rezeption des Aufstands war ambivalent. Von Ludwig XVI. wurde überliefert, dass er nicht die geringsten Sympathien für die Bauern hatte, die vor Paris für seinen Verbleib auf dem französischen Thron protestierten. Stimmen die Berichte, so teilte er die deutsche Sicht, nach der jeder vergleichbare Aufstand im Keim erstickt werden musste. Jegliche königliche Machtausübung durften an dieser Stelle keine Toleranz gegen Bauernrevolten zulassen.
Hier galt eine Standesklausel: Ein Adelsaufstand hatte politische Dimension, eine Bauernrevolte stellte dagegen die ständische Ordnung der Gesellschaft und damit die herrschende Stellung des Adels und der Fürsten in Frage und war daher ein nicht zu duldender Aufruhr.
Die Folge dieser Ereignisse war die Abdankung des Bourbonen Ludwig, der seinen französischen Thron nun zugunsten der Welfen räumen musste. Politisch waren die Veränderungen beispiellos: In Wien hatte man Frankreich bereits als gefährlichen Gegner erkannt, als es noch gegen Großbritannien und Hannover stand. Jetzt sah sich die Kaiserin Elisabeth I. durch den überraschend klaren und schnellen Sieg der Welfen einem vereinten Frankreich-Hannover, das zudem mit Großbritannien verbunden war, gegenüber! Das konnte auch für die Rolle Österreichs bzw. Hannovers innerhalb des Reiches nicht ohne Folgen bleiben. Die Kaiserkrone des Heiligen Reiches war für Habsburg vorerst noch nicht gefährdet, weil sich diverse Kurfürsten ja zur Unterstützung eines Habsburger Kandidaten bei einer Kaiserwahl verpflichtet hatten. Zudem nahm der König von Hannover 1752 die Krone von Frankreich an - ihm dann noch die Kaiserkrone anzutragen hätte in den Augen der übrigen Kurfürsten eine zu große Machtkonzentration bedeutet. Hannover war im Reichsverbund bereits jetzt übermächtig und hatte Österreich und erst recht Preußen bereits überflügelt.

Für den Bourbonen Ludwig XVI. blieb nach dem Verlust seines Königreiches Frankreich nur noch der Besitz der Kolonien in Amerika. Von Neufrankreich, wie das koloniale Territorium genannt wurde, war er aber nur das nominelle Oberhaupt. Natürlich erhielt er seine ihm zustehenden Einkünfte aus den Steuern der Kolonie, betreten hatte Ludwig XVI. sie aber nie, erblieb bis zu seinem Tod in Madrid, am Hof des spanischen Königs.
Die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Neufrankreich waren aber gar nicht so schlecht. Ihr blieb in der strategisch wichtigen Grenzregion Akadien, die am Zugang des Sankt-Lorenz-Strom zum Atlantik lag, im besonderen Fort Louisbourg. Folgerichtig wurde Louisburg zur militärischen Feste, zur mächtigsten Zitadelle Nordamerikas ausgebaut. Um 1750 hatte das Fort in etwa 2.000 Einwohner – eine Zahl, die sich in den nächsten Jahren schon verdoppelte. Louisburg wurde eine militärische Festung, aber auch einer der wichtigsten Handelshäfen für britische Schiffe von den westindischen Inseln und Neuengland, aber ebenso für jene aus Québec und Frankreich.
In der kommenden Friedensperiode begann Neufrankreich wirtschaftlich erstmals verstärkt zu prosperieren. Der französische Fellhandel hatte zwar nun mit der britischen Hudson Bay Company starke Konkurrenz bekommen, trotzdem florierte auch der Warenaustausch auf der längeren, mühsameren und kostenintensiveren Sankt-Lorenz-Route. Indianische Stämme begaben sich nun oft selbst zur Hudson Bay, um ihre Felle zu handeln und sich im Gegenzug direkt dort mit Gütern zu versorgen. Dies ging auf Kosten der Wirtschaft Neufrankreichs, das sich gezwungen sah, mit den indianischen Völkern ins Geschäft zu kommen, bevor diese mit den Briten handelten. Franzosen errichteten entlang der als indianische Transportrouten genutzten kleinen Flüsse deshalb neue Handelsposten westlich der Bay. Fischerei und Landwirtschaft, aber auch der Schiffbau entwickelten sich als tragende Wirtschaftszweige Neufrankreichs. Der Bau einer königlichen Straße, der Chemin du Roy zwischen Montreal und Québec verbesserte die infrastrukturelle Verknüpfung der wichtigen Städte und ermöglichten intensiveren Warentausch und schnellere Abwicklung des Handels. Neue Häfen wurden errichtet und ältere ausgebaut.
Die Anzahl der Neukolonisten wuchs stark an und Québec wurde zu einer eigenständigen Kolonie innerhalb Neufrankreichs mit 25.000 Einwohnern. Diese Jahre des Friedens wurden oft auch als das goldene Zeitalter Neufrankreichs bezeichnet – wenn es auch, dies darf nicht ungesagt bleiben, für die Indianer ein Zeitalter fortschreitender Dezimierung ihrer Stämme gewesen ist. Zugleich traute man dem Frieden mit Großbritannien nicht, daher erhielt Montreal ab 1757 eine steinerne Stadtmauer, ähnlich wie Québec, das schon ab 1690 befestigt worden war.