2. WK - Was wäre die Folge einer Besetzung von GB gewesen?

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Re: 2. WK - Was wäre die Folge einer Besetzung von GB gewesen?

Beitragvon Vampy » 28. Juli 2015 10:16

Nur mal am Rande erwähnt: Das Thema "Invasion" scheint gar nicht mal so neu zu sein. Ich lese gerade das Buch "Can Germany invade England" von anno 1912. Dort wird sich intensiv mit der Thematik auseinander gesetzt, welche Voraussetzungen (das kaiserliche) Deutschland erfüllen müsste, um auch nur halbwegs realistische Chancen auf eine Landung zu haben.
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Re: 2. WK - Was wäre die Folge einer Besetzung von GB gewesen?

Beitragvon Vampy » 28. Juli 2015 10:31

nordstern hat geschrieben:Anders hätte es ausgesehen wenn Leningard besetzt worden währe. Dann hätte nämlich die Heeresgruppe Nord bis zu drei Korps die gut ausgebaute Straße nach Moskau nehmen können und mit diesen Truppen währe meines erachtens Moskau 1941 gefallen.


Hmm, die Rote Armee hat ja vor Moskau zum Gegenangriff angesetzt. Ich bin mir da jetzt nicht so einig, ob die drei Korps der HG Nord ausgereicht hätten, um diesen Gegenangriff zu stoppen, zumal es durch den raschen Vormarsch sowieso schon zu Nachschubproblemen gekommen ist, wenn ich mich hier nicht irre.

Mit dem Fall Stalingrads hätte die Wehrmacht entlang der Wolga in den Norden vorstoßen können und die Wolga als Grenze nutzen können (ist seeehr breit). Damit hätte sich die russische Armee hinter die Wolga zurückziehen müssen und zeitgleich währe das russische Öl in Baku gefallen und das zweite Baku bei Kazan gefährdet gewesen. Stalin währe zum frieden gezwungen gewesen, zumal dann 60% der russischen bevölkerung auf der falschen Seite der Front war. Mit einem Verbündeten Commonwealth wie oben beschrieben, hätte die Wehrmacht etwa 500.000 Mann mehr zur Verfügung gehabt wie historisch. Klingt nicht viel, währen aber 20-25% mehr gewesen an der Ostfront.


Hmm, bei Stalingrad hat es die Rote Armee doch auch erfolgreich geschafft, Truppen über die Wolga zu schaffen, obwohl das Westufer von der Wehrmacht besetzt war. Und die Wolga an sich ist recht lang. So aus dem Bauch heraus denke ich nicht, dass man den ganzen Fluß so abriegeln kann, dass der Versuch einen Brückenkopf zu errichten auf jeden Fall scheitern muss.
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Re: 2. WK - Was wäre die Folge einer Besetzung von GB gewesen?

Beitragvon Hjalfnar » 28. Juli 2015 15:46

Bezüglich dem Öl für die deutsche Armee...das kam interessanterweise ZUM TEIL von Standard Oil, das stimmt. Der weitaus größte Teil stammte aber aus den Hydrierwerken, aus Rumänien und, Überraschung, der Sowjetunion. Die Hydrierwerke waren besonders wichtig, weil sie das Flugbenzin herstellten...deswegen wars mit der Luftwaffe ab Mitte 1944 auch Essig, nachdem die Hydrierwerke bei Leuna etc. so hart getroffen worden waren.
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Re: 2. WK - Was wäre die Folge einer Besetzung von GB gewesen?

Beitragvon nordstern » 28. Juli 2015 15:55

nein.. das Ufer war nicht von der Wehrmacht besetzt. Das Ufer war von der roten Armee gehalten. Die Wehrmacht hat nie Stalingrad ganz erobert gehabt.

Es währe gelungen, da zu dieser Zeit es noch zwei inakte große Armeeformationen bei den Sowjets gab. Die Armeen bei Stalingrad und Moskau. Die Eroberung Stalingrads setzt die Niederlage der Stalingradarmee vorraus. Abgesehen davon währe die Front nicht länger geworden. Und wenn sie ohne Fluss haltbar war, dann auch mit Wolga.

Du missverstehst da etwas. 1941 gab es keine Gegenoffensive. Der Angriff auf Moskau scheiterte an der Verteidigung der Stadt. Aber die Sowjets hatten nicht die Mittel und Zeit die gesamte Stadt einzuschließen. Deswegen hätten drei Korps mit Panzern, die im Norden nicht mehr gebraucht worden währen, in der Flanke der Moskauverteidigung eine gravierende Wirkung gehabt. Leningrad währe ja bereits im September gefallen. Die sibirische Armee trat aber erst im Dezember in die Schlacht ein. Die Schlacht um Moskau begann aber bereits am 2.Oktober.
Dabei begann die Wehrmacht eine Zangenbewegung und eroberte z.b. Kalinin am 13.Oktober. Dieser nördliche Vorstoß hätte bei einem umschwenken der HG Nord nicht durchgeführt werden müssen. Damit hätte die die HG Mitte mehr Truppen für einen Vorstoß direkt auf Moskau gehabt.
Selbst wenn die sibirische Armee rechtzeitig gekommen währe, währe die deutsche Stärke größer gewesen. Wenn dazu noch sagen wir 200.000 Mann der 500.000 Mann aus dem Atlanikwall + deren Panzer, etc dabei gewesen währen hätte sich die Zahl der deutschen Truppen vor Moskau drastisch erhöht. Mit der Niederlage der sibirischen Armee hätte die rote Armee keine frische, disziplinierten Verbände mehr gehabt. Daher währe meiner Einschätzung nach Moskau frühestens ende November, spätestens Mitte 1942 gefallen. Zudem hätte mit sagen wir zusätzlichen 100.000 Mann Stalingrad ganz anders ausgegangen. Der russische Kessel hatte nur erfolg weil die Grenzdivisionen um das 8fache überdehnt waren und die Grenzen von nicht-deutschen Divisionen gehalten wurden (waren glaub Rumänen).

Ich sage nicht das ein Sieg sicher gewesen währe mit den 500.000 Mann und der HG Nord. Aber ich denke das die Chancen weit besser gelegen hätten und sogar extrem gut wenn das Militär die richtigen Entscheidungen ungeachtet des Führers getroffen hätte. Währe das nicht der Fall gewesen, geb ich dir recht, hätte Moskau, Stalingrad und co nie erobert werden können und der Krieg verloren gewesen. Der Hauptgrund war ja in gewisser Weise sogar schon früher zu suchen.
Bereits Guderian hat 1935 für den PanzerIII eine 5cm Kanone gefordert. Hitler war dagegen. Als Folge erlitten die deutschen Panzer in Polen und Frankreich empflindliche Verluste und konnten nur dank Infanterie und Luftwaffe die Alliierten Panzer schlagen sowie ihrer Mobilität. Die Folge dieser Entscheidung war jedoch, das die deutsche Panzerwaffe 1941 in Russland mit gravierenden Durchschlagsschwächen antreten musste. Die Ausfallquote der deutschen Panzer 1941 lag bis zum Winter bei 90%. Doch während viele dieser Panzer noch repariert werden konnten, wiegt der Verlust erfahrener Panzerbesatzungen deutlich schwerer. Als dann die russischen T-34 kamen hatte die Wehrmacht kaum noch Panzer, was der geringen Produktionszahlen zu verdanken war. Die Stummelkaonen-Politik anfang des Krieges führte dazu, das die Rüstungsindustrie bis Mitte 1943 brauchte um den Fehler zu korrigieren und durchschlagsstarke Kanonen zu bauen. Da war es dann jedoch bereits zuspät. Währe bereits vor dem Krieg auf Durchschlagskraft entwickelt worden wie Guderian das wollte, hätte die Wehrmacht 1941 bereits deutlich weniger Verluste hinnehmen müssen und währe spätestens Anfang 1942 da gestanden wo sie defakto erst Mitte/Ende 1943 stand.

Es gibt noch mehr militärische Entscheidungen die sehr fragwürdig waren und auf des Führers kontrollwahn und Vetternwirtschaft zurückzuführen war. Z.b. die Produktion des Tigers, die sich um über 6 Monate verzögerte weil Hitler nicht dem Besten sondern dem "Loyalsten" den Auftrag geben wollte, deren Prototypen aber nicht funktionierten. Leningrad, Stalingrad, Dünkirchen, Normandie, Kursk,... Wobei ich persönlich die "Beste" Fehlentscheidung Dünkirchen und Normandie fand. Hätte der Kessel zerschlagen worden, hätte der DDay so nicht stattfinden können 1944 und zum anderen hätte Rommel die Panzer bekommen währen die Alliierten ganz blöd dagestanden. Aber beides hat uns schließlich davor bewahrt russisch zu werden. Während Fehler im Osten und dafor bewahrt haben in einer faschistischen Diktatur zu leben.
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Re: 2. WK - Was wäre die Folge einer Besetzung von GB gewesen?

Beitragvon Stratege » 28. Juli 2015 19:22

Vampy hat geschrieben:Nur mal am Rande erwähnt: Das Thema "Invasion" scheint gar nicht mal so neu zu sein. Ich lese gerade das Buch "Can Germany invade England" von anno 1912. Dort wird sich intensiv mit der Thematik auseinander gesetzt, welche Voraussetzungen (das kaiserliche) Deutschland erfüllen müsste, um auch nur halbwegs realistische Chancen auf eine Landung zu haben.


Naja, warum sollte das Thema denn auch neu sein? England hat selbst nie besonders starke Landstreitkräfte besessen und die, die es hatte, waren häufig rund um den Erdball unterwegs um das Empire zusammen zu halten und zu erweitern, bedingung dafür war eben, das man in Europa den Rücken frei hatte und Bedingung dafür, wenn man den Gegner auf Grund kräftemangels an Land schlecht schlagen kann, möglichst unzugänglich zu sein, ist doch nur natürlich, dass man sich mit den Prämissen des Erhalts und Verlsts dieser Abschirmfähigeit im Bezug auf die möglich erscheinnden Gegner auseinander setzt.
Am Ende, war Großbritannien mit dieser Bedrohung ja auch durchaus schon konfrontiert worden, durch Spanien, dass dabei seine Armada abgewrackt hat, wie durch das napoleonische Frankreich, dass dann eben keine ausreichend große Flotte in Position hat bringen können, in die Zeiten der Normannischen Invasoren etc. möchte ich da nicht mehr zurückgreifen, aber diese Problematik is doch für Britannien immer das natürlichste von der Welt gewesen.
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Re: 2. WK - Was wäre die Folge einer Besetzung von GB gewesen?

Beitragvon Stratege » 28. Juli 2015 19:26

Hjalfnar hat geschrieben:Bezüglich dem Öl für die deutsche Armee...das kam interessanterweise ZUM TEIL von Standard Oil, das stimmt. Der weitaus größte Teil stammte aber aus den Hydrierwerken, aus Rumänien und, Überraschung, der Sowjetunion. Die Hydrierwerke waren besonders wichtig, weil sie das Flugbenzin herstellten...deswegen wars mit der Luftwaffe ab Mitte 1944 auch Essig, nachdem die Hydrierwerke bei Leuna etc. so hart getroffen worden waren.


Warum überraschung, dass das Öl zum Teil aus der Sowjetunion stammte? Ist doch weitgehend bekannt, dachte ich immer.
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Re: 2. WK - Was wäre die Folge einer Besetzung von GB gewesen?

Beitragvon Hjalfnar » 29. Juli 2015 01:22

Naja, Nordstern vielleicht nicht, zumindest klang es so. ^^ Was weniger bekannt ist, ist die enorme Wichtigkeit der Hydrierwerke...
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Re: 2. WK - Was wäre die Folge einer Besetzung von GB gewesen?

Beitragvon Stratege » 29. Juli 2015 03:43

Hjalfnar hat geschrieben:Naja, Nordstern vielleicht nicht, zumindest klang es so. ^^ Was weniger bekannt ist, ist die enorme Wichtigkeit der Hydrierwerke...


War schon eine Enorme Leistung damals die hälfte des Treibstoffbedarfs mehr oder weniger synthetisch zu decken, aber letztendlich war es dann eben doch bei weitem nich genug, stimmt allerdings, wichtig war der ganze experimentalchemische Zweig durchaus.
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Re: 2. WK - Was wäre die Folge einer Besetzung von GB gewesen?

Beitragvon Jaegerfeld » 29. Juli 2015 19:08

Irgendwie erinnert mich der Thread an den Unternehmen Seelöwe - Thread.

Von daher:

- Die USA hätten SEHR schnell Island besetzt.
- Das UK wäre nach Kanada ausgewichen und hätte die Kolonien von dort verwaltet.
- Die USA hätten noch viel schneller eine riesige Flotte geschaffen (weil diesmal wirklich viel Druck geherrscht hätte)
- Die USA & Commonwealth wären auf der britischen Hauptinsel gelandet
- Die Krieg wäre etwas blutiger verlaufen.
- Deutschland hätte wohl im Sommer 45 verloren
- Nachkriegsdeutschland wäre wohl wirklich in einen Agrarstaat verwandelt worden / Europa würde in weiten Teilen russisch sprechen.
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Re: 2. WK - Was wäre die Folge einer Besetzung von GB gewesen?

Beitragvon nordstern » 29. Juli 2015 22:04

doch wusste ich schon. Aber ab Juni 1941 war damit essig und damit stammte alles Öl das nicht aus Hydrierwerken oder Rumänien kam aus den USA.

jup... er entwickelt sich in die Richtung.. was aber logisch ist, da Seelöwe und Besetzung GB ziemlich das selbe ist mittelfristig. Daher kam das nicht überraschend.
Ob die USA auf die Besetzung Englands reagiert hätten ist die Frage... sie reagierten ja auch nicht auf Frankreich, Skandinavien, Balkan, Polen oder Russland.
Ob das Commonwealth verwaltet worden währe aus Kanada hängt von den Kapitulationsbedingungen ab. Zwar währe England in der Lage gewesen aus Indien herraus Italien in Afrika zu bekämpfen, aber die komplette Panzer, Flugzeug und schwere Waffenproduktion war in England. Historisch waren fast alle in Afrika eingesetzten Panzer amerikanisch. Also währe ein Krieg gegen Deutschland unmöglich geworden zumindest einige Zeit.

Aber im Grunde sind wir uns ja alle einig: Deutschland hätte auch ohne die USA den Krieg verloren, solange die grundlegenden militärischen Entscheidungen die selben gewesen währen und davon ist auszugehen. Dünkirchen, Stalingrad, Leningrad und Kursk hätten sich auch bei einem kapitulierten England wiederholt. Und damit hätte Deutschland verloren.
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Re: 2. WK - Was wäre die Folge einer Besetzung von GB gewesen?

Beitragvon Avarice1987 » 29. Juli 2015 22:23

Dünkirchen - Fehler war der Haltebefehl, Stalingrad - Fehler das trennen einer Heeresgruppe in 2 Teile und 2 Ziele anzugreifen anstatt sich auf eines zu konzentrieren, Leningrad - hm, hier wäre glaube ich eine Eroberung besser gewesen als eine Belagerung, zu Kursk wäre es bei einem erfolg bei beiden vorhergenannten Operationen sehr wahrscheinlich nicht gekommen.
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Re: 2. WK - Was wäre die Folge einer Besetzung von GB gewesen?

Beitragvon Stratege » 29. Juli 2015 22:41

Nein, der Unterschied zu Seelöwe ist der, dass es zu Seelöwe noch Fakten gab, die man heranziehen konnte, hier ist mehr oder weniger alles Spekulation.
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Re: 2. WK - Was wäre die Folge einer Besetzung von GB gewesen?

Beitragvon nordstern » 30. Juli 2015 02:10

Jup, aber bei Seelöwe gab es auch den weiterführenden Gedanken was währe bei einem Erfolg gewesen... und das entspricht der Entwicklung dieses Threads.


Durch den Haltebefehl bei dünkirchen konnten die Alliierten ihre Armee retten. Ohne diese hätten die Briten keinerlei Soldaten mehr in England gehabt... auch keine Ausbilder. Da der D-Day auf diesen Einheiten aufbauten im wesentlichen und ihren Erfahrungen und die Dünkircheneinheiten die Landungszonen angriffen ist davon auszugehen das ohne Dünkirchen eine Normandie 1944 nicht möglich gewesen währe, da die USA nicht alle Landungszonen hätte abdecken können. Eine Landung währe vermutlich erst 12 Monate später möglich gewesen. Angesichts der folgenden Fehler im Osten und weil wir alle nicht russisch werden sollen, war das jedoch ein sehr guter Fehler^^ ich finde sogar der Beste Fehler. Weil er Hitler von einer Invasion Englands mit FSJ abhielt, de britischen Willen stärkte und die Landung der Normandie ermöglichte und damit uns vor den Russen rettete. Und er war ein Fehler der weder Alliierten noch Russen oder Deutschen Leben kostete.

Stalingrad war nicht nur der Fehler die Heeresgruppe zu teilen sondern auch der fehlende Rückzugsbefehl.. damit hätte die 6.Armee noch gerettet werden können. Letzlich verlor die Wehrmacht durch Stalingrad und später auch Tunis nicht nur über 600.000 Soldaten sondern 600.000 erfahrene Veteranen. Und das sind 15-20% der gesamte deutschen Manstärke im Krieg (insgesamt 8Mio, aber nie mehr als 4Mio zeitgleich) aber fast 50% der Veteranen. Dazu kam die gewaltige Chance der roten Armee die HG Süd komplett abzuschneiden. Wieso die Flanke der geteilten HG nördlich von Stalingrad so lasch verteidigt war, wo ein Angriff dort die größte Gefahr darstellte ist mir ein Rätsel. Stalingrad und Tunis und das Rückzugsverbot beidesmal haben der Wehrmacht die Seele rausgerissen. Das Herz verlor sie 1941 als 90% der deutschen Panzerwaffe zerstört oder beschädigt waren.

Leningrad war als die Wehrmacht eintraf nicht verteidigt. Die Stadt währe Kampflos gefallen und mit der Stadt währe quasi die russische Nordfront zusammengebrochen oder währe für die Wehrmacht uninteressant geworden. Deswegen hätte die HG Nord Truppen an andere HG abgeben können wo die Front stark überdehnt war. Gerade nach Moskau oder Stalingrad eben. Was ggf ein Stalingrad oder Niederlage in Moskau hätte verhindern können. Die Stadt wurde belagert, weil Hitler die Stadt als Symbol des Boltschewismus in Asche gelegt haben wollte... es gab militärisch keinen Grund, da die Stadt ja nicht verteidigt wurde.

Und selbst bei Kursk hätte man das Kriegsglück noch wenden können. Die Rote Armee hatte über 20Mio Verluste. Russland selbst hat aber nur etwa 120-150Mio Einwohner gehabt. Sie hätten vielleicht an Panzern die Wehrmacht überschwemmen können, aber nicht beliebig an Soldaten. Eine Niederlage in Kursk und der Verlust der Truppen dort hätte die Russen in eine ziemlich präkäre Lage gebracht und ggf sogar einen Stellungskrieg verursacht. Der Fehler bei Kursk war es jedoch das die Wehrmacht auf die Ankunft der Panther wartete und dadurch die Russen sich vorbereiten konnten. Der Angriff scheiterte ja nicht an den deutschen Verlusten sondern am russischen Abwehrfeuer. Die deutschen Verluste waren recht gering. Die Operation hätte nicht um fast 3 Monate verschoben werden dürfen. Die Russen waren ja nicht blöd und bereiteten sich darauf vor. Ab Kursk war die Sache entschieden und es gab keine entscheidenden Fehler mehr.

Angesichts der "Gefahr" durch Alliierte oder Russen, sehe ich persönlich die Ardennenoffensive als weiteren Fehler an. Der Russe war das größere Problem, da er Rache wollte... die Alliierten nicht. Ich hätte lieber alles gegen Russland geworfen. Eventuell währe dann auch Operation Bagration gescheitert... der Zusammenbruch der Ostfront Ende 1944.
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Re: 2. WK - Was wäre die Folge einer Besetzung von GB gewesen?

Beitragvon Maniak » 30. September 2015 23:10

Wäre Deutschland damals wirklich so stark das es die Britischen Inseln erobern könnte, hätten die Amerikaner später bestimmt ein paar Atombomben auf Deutschland abgeworfen.

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Re: 2. WK - Was wäre die Folge einer Besetzung von GB gewesen?

Beitragvon Stratege » 1. Oktober 2015 13:57

Naja, dazu hätten die USA jedoch zunächstmal über Atombomben verfügen müssen, was sie jedoch zu einem Zeitpunkt, zu dem eine Invasion Britanniens überhaupt denkbar (wie gesagt, von real umsetzbar sind wir hier weit entfernt, siehe Seelöwe-Threat) definitiv nicht tun noch hätten sie sich zu diesem Zeitpunktüberhaupt im Krieg mit dem Deutschen Reich befunden.

Dies aus dem einfachen Schluss heraus, das eine Invasion und damit eine Besatzung angesichts der Kriegspläne gegen die Sowjetunion zeitlich auf den Herbst 1940 beschränkt hätte, da das Frühjahr 1941 bereits für die Vorbereitungen und den Aufmarsch im Osten benötigt wurde (respektive dafür hätte benötigt werden sollen, wenn da nicht das Intermezzo auf dem Balkan dazwischen gekommen wäre). Andernfalls, hätte man den Angriff auf die Sowjetunion um eine Jahressaison verschieben müssen, was alleine für die Ausgangslage eine katastrophale Konsequenzen zur Folge hätte haben können, da in der Sowjetunion selbst die Rüstung verschärft wurde. Wenn man sich die Produktionszahlen alleine an Panzern der Jahre '41 und '42 einmal ansieht, wird schon sehr deutlich, wohin die Reise rüstungstechnisch ging (https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsch-S ... produktion). Zeitgleich wäre das Offizierskorp der Sowjetunion in seiner Reorganisation nach den Säuberungen von 1937 (https://de.wikipedia.org/wiki/Rote_Arme ... 4uberungen) ein Jahr weitger gewesen, zudem, wäre die Molotow-Linie als Verzögerungslinie auf sowjetischer Seite deutlich effektiver gewesen (https://de.wikipedia.org/wiki/Molotow-Linie) und mit einer funktionierenden Verzögerungslinie und einem deutlichen Produktionsübergewicht der russischen Panzerwaffe und gleichzeitig exponierten vorkommen überlebenswichtiger Kriegsressourcen (Ölfelder von Ploiesti, Rumänien) wäre überhaupt kein Blitzkriegsszenario gegen die Sowjetunion denkbar gewesen, sondern man wäre eine Zeit lang an der Verzögerungslinie hängen geblieben und hätte dem motorisierten Übergewicht der Roten Armee damit Zeit gegeben die richtigen Defensiv-Positionen zu beziehen und örtliche Gegenschläge zu organisieren, so dass die diverse Kesselschlachten zu Beginn des Falls Barbarossa im Grunde nicht durchführbar und damit die gesammte motoriserte Kriegsführung der Wehrmacht egalisiert worden wäre, ergo wäre man bei einer weiteren Verschiebung des Angriffstermins von der materiellen Überlegenheit der Sowjetunion wahrscheinlich innerhalb des ersten halben Jahren völlig ausgeblutet und zerquetscht worden. Ein Verzicht auf einen Angriff auf die Sowjetunion hingegen, hätte bei kontinuierlicher Aufrüstung der Selben auf die Dauer (man beachte die Produktionszahen und die Tatsache, dass die Russen zu dem Zeitpunkt im Grunde lediglich Rumänien hätte besetzen müssen und die Hälfte aller deutschen Panzer und Flugzeuge wäre aus Treibstoffmangel stehen geblieben) ein Verhältniss geschaffen, demzufolge man von deutscher Seite eher einen Überfall hätte fürchten müssen, als das man noch selbst in der Lage gewesen wäre einen auszuführen (soll keine Verteidigung der "Präventivkriegsthese" im Sinne sowjetischer Planungen für 1941 oder 1942 darstellen, sondern nur die strategische Gesamtlage charakteriseieren).

Das vor Augen gehalten ist ein anderer Termin als die zweite Jahreshälfte 1940 für ein "Unternehmen Seelöwe" und einen fiktiven "Britannienfeldzug" zwecks Eroberung/Besetzung, was auch immer eigentlich nicht denkbar. Geht an von einem solchen Szenario aus, stellt sich wie eben auch in der vorrangengangenen Diskussion angemerkt der Frage, ob die USA sich überhaupt am Krieg beteiligt hätten. An dieser Stelle sollte man sich vor Augen führen, dass ein solcher, fiktiver Sieg über oder Frieden mit Großbritannien ein geschlagenes Jahr vor der deutschen Kriegserklärung an die USA hätte stattfinden müssen um in den Kontext der Ostkamkagne, die miitärisch gesehen, wollte man sie jemals mit Aussicht auf Erfolg durchziehen spätestens 1941 beginnen musste. Das wiederrum wirft die weiteren Frage auf, die im Threatverlauf eigentlich schon gestellt wurden, bezüglich der Grundausrichtung der US-merikanischen Politik, hinsichtlich lend-lease, der Behandlung Britanniens nach einer fiktiven Niederlage, der amerikanischen Interventionsmöglichkeiten ohne eine Aufmarschbasis Großbritannien, im Prinzip auch die Frage ach einer Kriegsbereitschaft des Amerikanischen Folkes, denn ohne das Problem England, würde für die Deutsche Seite im Grunde auch das Thema Kriegserklärung an die USA zunächst mal obsoet, wie eventueller Reaktionen Stalins.

Wollte man diesen Kontext auflösen, müsste man den Weltkrieg als Faktor an und für sich ausklammern, allerdings dürfte das Gesamtszenario dann irgendwo seinen Sinn verlieren.
Zuletzt geändert von Stratege am 1. Oktober 2015 18:54, insgesamt 2-mal geändert.
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