Über KI und LLM, deren Einsatz in Spielen und Anderwo, sowie mögliche Folgen

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Über KI und LLM, deren Einsatz in Spielen und Anderwo, sowie mögliche Folgen

Beitragvon Nightslaver » 18. August 2026 07:36

Hexenkönig hat geschrieben:Zum Glück leben wir seit kurzem in der Ära der KI. Wenn die jetzt eine moderne KI nehmen, so wie sie grade überall Mode ist und sie dem Spiel beimengen, sodass eine KI-KI entsteht, dann hat es Chancen großartig zu werden. Man denke als Beispiel nur an "Omea - Odin's Trial" wie dort damit umgegangen wurde. Ich bin sicher dann kann man auch das ganze auf Diplomatie und Storytelling ummünzen, damit man da gegen den Computer ein "Spiel der Throne" spielen kann, nicht nur schnödes auf den Feind draufeinhacken.


Zum einen ist KI dafür noch nicht ausgereift genug (ohne wie bisher eh schon cheaten, schlagen KIs aktuell nicht mal zuverlässig in deutlich simpleren Spielen einen menschlichen Gegner).
Zum anderen müsstest du, für eine ausreichend komplexe KI, die das bewerkstelligen kann, Medievial 3 mit permanenter Internetverbindung spielen, da so eine KI eben nur über ein Rechenzentrum laufen könnte, welches die nötige Rechenleistung dafür bereitstellt (was auch wieder Geld kostet), die lokal schlicht nicht verfügbar ist.

Wird auch sicher lustig, wenn Publisher / Entwickler dann die Kosten für so eine KI-Miete nicht mehr bezahlen wollen und die Funktion einfach abschalten, dann spielst du in Spielen wie Medieval 3 nur noch "Game of KI tut einfach gar nichts mehr" (weil es plötzlich einfach keine KI mehr gibt).

Wir sind schlicht noch extrem weit davon entfernt das moderne KI für die KI von Gegenspielern und NPCs (abseits von Chatbots für Dialoge), in Videospielen, genutzt werden kann und noch viel weiter davon, das sowas auch lokal, auf jeden Rechner und jeder Konsole, funktionieren könnte.
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Re: [Total War: Medieval III] News / Neuigkeiten Plausch

Beitragvon Hexenkönig » 18. August 2026 15:48

Wenn es zu dem Zeitpunkt dann überhaupt noch Konsolen gibt…

Ich habe mir auch gerade auf Gamestar dieses Welt- und Fraktionsupdate angesehen. Kommt darauf an wie sie die fraktionsinterne Handhabung im Detail ausgestalten werden, aber grundsätzlich halte ich es für einen Fehler das HRR wieder nur als eine einzige Fraktion darzustellen. Viel eleganter wäre es gewesen die größeren Fraktionen selbst davon auf der Karte abzubilden und sie dann untereinander aneinander zu „fesseln“ so wie das bei den römischen Fraktionen in RTW gewesen war. Und dann natürlich Trigger, die diese Fesseln auch lösen können, immerhin führten auch im Mittelalter untertänige Fürsten des römisch-deutschen Kaisers gegeneinander Krieg, oder gegen den Kaiser selbst oder wenn sie miteinander um die Kaiserkrone stritten…

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Re: [Total War: Medieval III] News / Neuigkeiten Plausch

Beitragvon Homerclon » 18. August 2026 21:40

Sofern die Preise nicht noch um ein vielfaches explodieren, wird es zumindest eine Konsolen-Generation noch geben.
An PS6 und Xbox Next wird ja schon eine ganze weile gearbeitet, und die Chips werden bei AMD wohl kurz vor dem Tape-Out stehen - der Chip wäre damit dann fertig entwickelt, und geht als nächstes in die Massenfertigung.
Wenn MS / Sony die Konsolen doch nicht bringen, und daher den Chip bei AMD abbestellen, wird ganz sicher eine Vertragsstrafe fällig.

Für die XBox Next war zumindest mal ein Release im Jahr 2027 vorgesehen, dementsprechend müsste der Chip von AMD spätestens Anfang nächsten Jahres in die Fertigung gehen. Selbst wenn MS den Start bereits final verschoben haben sollte - was sogar wahrscheinlich ist, allein schon um ein solchen Release wie Valve bei seiner Steam Machine zu vermeiden -, dürfte sich seitens der Chip-Entwicklung nicht mehr viel tun. Liegt das Design dann eben in der fertig in der Schublade, und wartet auf Abholung. Änderungen sind nicht mal eben in ein paar Tagen vorgenommen - auch wenn "KI" dies bereits deutlich beschleunigt hat, hatte NVIDIA zumindest mal PR-Trächtig bekannt gegeben -, Änderungswünsche würden den Release der Konsole auf 2029 verschieben, oder später, je nachdem wann der Wunsch geäußert wurde und was zu tun wäre.
(Falls jemand dazu was suchen will: Der Codename des Chips lautet Magnus.)

Zur PS6 gibts bisher keine Angabe zum geplanten Release - die letzte offizielle Verlautbarung sagte: Intern gibts noch keine Einigung über den Termin -, aber Sony wird wohl auch 2027/2028 geplant haben. Durch die Speicherkrise wird es nun wohl nichts vor 2028. Je nach Entwicklung der Krise und was MS tut bzw. welchen Erfolg verzeichnen, evtl. 2029.
Sicher bekannt ist bisher ja nur, das diese kein optisches Laufwerk mehr bekommen wird, auch nicht als separat zu kaufendes Zubehör.

Später als 2029 ist weder von MS noch Sony zu erwarten.


HRR als Bündnis-System wie das Römische Reich in RTW, hätte ich auch besser gefunden.
Aber mit einem stark verbessertem Innenpolitik-Feature, könnte es auch was werden.


*Deshalb Blase, weil der Wert von "KI" derzeit maßlos überschätzt wird. Ja, "KI" hat einen Wert, aber eben nicht in dem Maß wie er derzeit dargestellt wird.
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Re: [Total War: Medieval III] News / Neuigkeiten Plausch

Beitragvon Fridericus Secundus » 19. August 2026 20:38

Nightslaver hat geschrieben:Wir sind schlicht noch extrem weit davon entfernt das moderne KI für die KI von Gegenspielern und NPCs (abseits von Chatbots für Dialoge), in Videospielen, genutzt werden kann und noch viel weiter davon, das sowas auch lokal, auf jeden Rechner und jeder Konsole, funktionieren könnte.

Homerclon hat geschrieben:Deshalb Blase, weil der Wert von "KI" derzeit maßlos überschätzt wird. Ja, "KI" hat einen Wert, aber eben nicht in dem Maß wie er derzeit dargestellt wird.


Ich hab auch mal so gedacht - bis vor ca. 1-2 Jahren. Inzwischen sehe ich das fundamental anders und mache mir sehr große Sorgen. Ich bin in der IT und ich sehe die Einschläge näher kommen - bei einem anderen Unternehmen, wo ein Bekannter arbeitet, gibt es angeblich inzwischen Arbeitsanweisungen, dass bestimmte (relativ weitreichende) Bereiche der Codebase nicht mehr von Hand geschrieben werden dürfen - KI ist einfach besser und schneller. Tendenz steigend. Wenn man sich anschaut, wo wir vor gerade mal drei (!) Jahren standen, als ChatGPT frisch war und wo wir jetzt stehen, dann ist es absolut nicht abwegig, dass es schon in ein paar Jahren spezialisierte LLMs gibt, die mit relativ wenig Kosten auf einem dezidierten Server laufen und die KI für ein Spiel bereitstellen. Dann braucht man halt ne permanente Internetverbindung mit gewisser Power, ist ja nichts Neues. Es ist m.E. auch nicht so sehr das Problem, dass man keine LLM-basierte KI bauen könnte, die in der Lage wäre, einen Menschen ohne Cheaten in einem taktischen Spiel wie der TW-Reihe zu schlagen, sondern dass das keiner will. Die wenigsten haben schließlich Bock darauf, gegen einen Gegner zu spielen, den man nach ein paar Partien nicht mehr schlagen kann.
Also nein, KI ist ganz sicher nicht überbewertet (die Börse mal ausgenommen. Da schepperts garantiert irgendwann, aber das ist ein anderes Blatt)
Ich bin Historiker. Da geht man immer mit ganz niedrigen Erwartungen an die Menschen ran.
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Re: [Total War: Medieval III] News / Neuigkeiten Plausch

Beitragvon Nightslaver » 19. August 2026 21:24

Fridericus Secundus hat geschrieben:Ich hab auch mal so gedacht - bis vor ca. 1-2 Jahren. Inzwischen sehe ich das fundamental anders und mache mir sehr große Sorgen. Ich bin in der IT und ich sehe die Einschläge näher kommen - bei einem anderen Unternehmen, wo ein Bekannter arbeitet, gibt es angeblich inzwischen Arbeitsanweisungen, dass bestimmte (relativ weitreichende) Bereiche der Codebase nicht mehr von Hand geschrieben werden dürfen - KI ist einfach besser und schneller. Tendenz steigend.


Code zu schreiben ist etwas völlig anderes als als taktisch und strategisch vorrausschauend und klug gegen einen Kontrahenten zu spielen, der unberechenbar agieren kann.

Fridericus Secundus hat geschrieben:Wenn man sich anschaut, wo wir vor gerade mal drei (!) Jahren standen, als ChatGPT frisch war und wo wir jetzt stehen, dann ist es absolut nicht abwegig, dass es schon in ein paar Jahren spezialisierte LLMs gibt, die mit relativ wenig Kosten auf einem dezidierten Server laufen und die KI für ein Spiel bereitstellen.


Man kann Dinge selten 100% ausschließen, die Wahrscheinlichkeit dafür ist aber aktuell so gering das es als ziemlich unwahrscheinlich einzustufen ist und das eben nicht nur, weil niemand dadran ein Interesse hätte (auf wissenschaftlicher Basis gibt es dazu durchaus Forschung mit KI, z.B. auf Grundlage von Starcraft).

Das Problem ist schlicht das KI auf Basis der Erkennung von Mustern arbeitet und dadurch Probleme hat unkonventionelle Taktiken, oder Cheese Strategien, zu erkennen.
Das wird sich auch nicht so schnell ändern, schlicht weil dazu halt richtige Intelligenz notwendig wäre und die gibt es bei KI eben nicht.
Sobald Situationen konstant individuell bewertet werden müssen hat KI schlicht ein großes Problem.

Das KI trotzdem in solchen Spielen, wie eben Starcraft, bei Test gerne mal besser als über 80% der Spieler abschneidet, liegt vor allen schlicht übermenschlicher Reaktionszeit und Kontrolle (von Einheiten) durch KI, wo das senormotorische System von Menschen schlicht nicht mithalten kann.
Schraubt man das aber auf grob das menschliche Niveau runter, verliert KI gegen menschliche Spieler eben dann doch wieder ziemlich häufig.

Fridericus Secundus hat geschrieben:Die wenigsten haben schließlich Bock darauf, gegen einen Gegner zu spielen, den man nach ein paar Partien nicht mehr schlagen kann.


Wie geschrieben, du überbewertest da schlicht die Fähigkeiten von KI, die eben nicht auf der Grundlage von aus einer wirklichen Intelligenz entstandenden Entscheidungen und den individuellen Bewertungen einzelner Handlungen agiert, sondern eben ausschließlich auf Basis von gelernten und dann erkannten Mustern handelt.

Fridericus Secundus hat geschrieben:Also nein, KI ist ganz sicher nicht überbewertet (die Börse mal ausgenommen. Da schepperts garantiert irgendwann, aber das ist ein anderes Blatt)


Genau davon hat Homerclon doch im Grunde gesprochen, das KI in bestimmten Bereichen durchaus wertvoll ist, wie in der Medizin, IT, Ingenieurswesen, oder dem Militär, ect. (eben überall da wo vor allen das erkennen von Mustern gefragt ist), aber eben nicht, wie aktuell an der Börse, als gelobtpreiste Wundertechnologie der Zukunft, für alles und jeden Bereich (von der Kaffeemaschine, über Altenpfleger, bis zum Ersatztherapeuten für Psychotherapie) taugt (zumindest nicht auf absehbare Zeit).
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Re: [Total War: Medieval III] News / Neuigkeiten Plausch

Beitragvon Homerclon » 19. August 2026 22:34

Das Coden der "KI" zu überlassen, kann sich zu einem Bumerang entwickeln. (Zumal ich nicht glaube, das KI bereits besser darin ist. Sie ist definitiv schneller.)
Es kann dazu führen das es irgendwann kein Nachwuchs mehr gibt, der gut genug sein wird um zu prüfen was dieses "KI" gemacht hat. "KI" kann man relativ simpel trainieren, ein Mensch braucht jedoch Praxis und auch länger zum erlernen von Fähigkeiten. Wenn man dem Mensch diese Möglichkeit nimmt, ist man irgendwann von "KI" abhängig.
Wenn es niemanden mehr gibt der den Code versteht, kann keine Fehlersuche stattfinden, man muss sich darauf verlassen dass das schon alles richtig so ist. Solange dabei keine offensichtliche Fehler entstehen - bspw. SmartHome das bei Aktivierung des Alarm-Modus alle Fenster und Türen öffnet, anstatt diese zu verschließen - würde das nicht mal jemanden auffallen. Und selbst wenn jemand etwas auffällt und es stutzig macht, könnte trotzdem effektiv nichts dagegen getan werden.

Es muss erkannt und akzeptiert werden, das "KI" ein Werkzeug ist das die Arbeit erleichtern sowie auch die Effizienz erhöhen kann, diese aber nicht komplett übernehmen sollte. Jedenfalls nicht in den Bereichen, in denen Menschen auf absehbare Zeit nicht ersetzt werden können, um mit einfacheren Aufgaben die nötige Erfahrung für schwierige Aufgaben sammeln zu können. Das wird man nicht alles auf (Berufs-)Schulen abwälzen können.

"KI" ist ein PR-Begriff, der schlechter nicht hätte gewählt sein können. Gut, aus Sicht der PR war er wohl Goldrichtig. Das Problem ist das "KI" Erwartungen weckt, dass das was aktuell als "KI" verkauft wird, nicht erfüllen kann. Evtl. kann es irgendwann dabei helfen eine KI zu entwickeln - was eine der Erwartungen sein dürfte, weshalb da so viele Unternehmen zig Milliarden investieren, und manche davon dabei gar die Existenz des eigenen Unternehmens riskieren.


Wenn die Blase nicht platzt, oder zumindest stark schrumpft, und dem Endkunden-Markt wieder bezahlbaren Zugang zu v.a. Speicher gibt, ist ein Always-on wegen einer Cloud-KI als Spielgegner ohnehin das geringste Problem. Denn dann wird es kaum noch jemanden geben der sich eine Konsole / Spiele-PC leisten kann um dann zudem die Spiele zu kaufen, und das gibt den nötigen Impuls um Cloud-Gaming Massentauglich zu machen. Dabei können Spieler jedoch nur verlieren, da sie keinerlei Kontrolle mehr haben werden. Auch Indie-Entwickler wird das treffen, da sie auf Dienstleister angewiesen sein werden, die ihre Spiele in den Katalog aufnehmen.
Aktuell ist der wichtigste Dienstleister Steam, weil es die größte Plattform ist und viele nur noch Steam-Spiele haben wollen, die Indie-Entwickler aber auch keine (unüberwindbare) Steine in den Weg legen - abgesehen evtl. von der 30% Umsatzbeteiligung -, wenn es jedoch 3+ Cloud-Gaming-Dienste gibt, die alle ein Abo verlangen - ohne Game-Pass, also Spiele kosten extra -, wird der Indie-Markt verschwinden. Dann gibts niemanden mehr der neue Impulse setzen kann, und ein Spiel spielt sich wie das andere, da alles nur nur auf Basis von irgendwelchen Features bewertet wird die von irgendwelche Meinungsforscher festgelegt wurden.
(Ich werde jedoch solange an lokaler Spielbarkeit festhalten wie es geht. Mein PoS ist groß genug das dieser wohl noch für Jahrzehnte reicht, fraglich ist dann nur ob die Hardware durchhält.)


Bzgl. überbewertet: Siehe Nightslavers letzten Beitrag.
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Re: [Total War: Medieval III] News / Neuigkeiten Plausch

Beitragvon Accept » 20. August 2026 00:52

Also markttechnisch ist es eine Riesen Blase, die zwecks Bereinigung so schnell wie möglich platzen sollte. Einfachstes Beispiel: Bei Nvidia tut man ja so, als seien sie wer weiß was für ein Wunderkonzern. Dabei schreibt Open AI bei denen im Grunde die ganze Zeit nur an, ohne diesen Deckel jemals mit verkauften Abos bezahlen zu können. Und so läuft derzeit das ganze "Geschäftsmodell": Man leiht seinen eigenen Kunden immer größere Summen, ohne das diese auf absehbare Zeit beglichen werden könnten....verrückte Welt....

Ich würde schon davon ausgehen, das KI unsere Welt entscheidend verändern wird, fürchte aber nicht zum Guten. Wenn irgendwann Software/komplexe Maschinen komplett von KI entworfen und gebaut wird, wird niemand mehr die Technik dahinter verstehen...das ist Dystopie aus Science Fiction Romanen.
Auch das genannte logische Argument, das es doch Menschen geben müsste, die es beherrschen, um Fehler glatt zu bügeln, interessiert in gewissen Führungsebenen Niemanden, da man auf Gewinnmaximierung aus ist.- selbst wenn man sich den eigenen Ast absägt. Leider.

Das sowas also "richtige KI" im Bereich gaming Anwendung findet, naja ich vermute da sind wir noch min 5-10 Jahre von entfernt. Zum einen wie andere hier schon gesagt haben, fehlt es da schlicht an der Möglichkeit selbstständig Taktiken zu entwickeln/ "kreativ" zu werden. Zum anderen müsste man sobald das möglich ist, die ki entsprechend ausbremsen, da der menschliche Spieler sonst gar keine Chance mehr hätte.
Beim Schach, was ja relativ limitiert ist, hat der Mensch gegen die Stockfisch KI im Grunde heute schon keine Chance mehr.

Wo ich sagte das CA seid 20 Jahren keine vernünftige KI zustande bringt, meinte ich die "herkömmliche gaming ki". CA steckt aus guten Gründen tief in der Krise. Am besten merkt man es daran, dass die Spiele nicht mehr wie früher "tripple A" sind, teilweise bekommt man einen Total War Release eher am Rande mit. Naja hoffen wir das Beste für MTW3. Spiele diese Spiele grundsätzlich auf mittleren Schwierigkeitsgrad und gebe der KI ganz lange Zeit zum aufbauen. Habe das Gefühl, dass auf diese Weise die ki noch am nachvollziehbarsten handelt. Sobald man es schwerer stellt, kommt dieses "Ich muss unbedingt auf den Spieler draufhauen, auch wenn es für mich das dümmste ist was ich tun kann" durch.

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Re: [Total War: Medieval III] News / Neuigkeiten Plausch

Beitragvon Fridericus Secundus » 20. August 2026 09:34

Ich glaube, wir sprechen ein Stück weit von unterschiedlichen Dingen. Ja, Code zu schreiben ist etwas anderes als in einem Spiel gegen einen "unberechenbaren" Gegner anzutreten. Aber ich hatte auch nicht die "Standard" LLMs wie ChaGPT oder Claude im Sinn, die jeder aktuell benutzt. Ich meine eher spezialisierte LLMs, die anhand eines vorgegebenen Sets an Spielen bzw. Spielzügen trainiert werden (das können in diesem Fall auch ältere TW-Titel sein, da sich am Grundprinzip wenig ändert). Wenn man sich anschaut, was "KI" im Grunde ist (extrem ausgefuchste Statistik in einem neuronalen Netz), dann kann das schon funktionieren: wenn man dem LLM alle paar Sekunden bestimmte Parameter zum Spiel übergibt, kann es aufgrund von Wahrscheinlichkeiten relativ gut antizipieren, was kommen könnte und was wahrscheinlich passieren wird. Denn so unberechenbar, wie man denkt, ist der menschliche Spieler letztlich gar nicht. Wenn er nicht der einen Standardtaktik folgt, hat er insgesamt vielleicht ein paar Dutzend Varianten, die er in gewissen Grenzen unterschiedlich zusammenkombinieren kann. Durch die Features des Spiels sind nun mal Grenzen gesetzt, die auch die Anzahl möglicher Spielzüge und Taktiken limitieren. Also nichts, was sich nicht analysieren ließe - klar hat die KI dann zuerst mal ein Problem mit einem Spielzug, der nicht ins Muster passt. Aber wenn man das LLM dann auf den existierenden Spielen weiter trainiert, hat man relativ schnell ne relativ gute Entscheidungsbasis für die KI.

Dass das in den kommenden ein, zwei Jahren umgesetzt wird, glaube ich auch nicht - initial zu aufwendig, zu teuer. Aber möglich ist es sicherlich und dass es in relativ naher Zukunft kommen könnte, halte ich für durchaus wahrscheinlich.
Nightslaver hat geschrieben:Wie geschrieben, du überbewertest da schlicht die Fähigkeiten von KI, die eben nicht auf der Grundlage von aus einer wirklichen Intelligenz entstandenden Entscheidungen und den individuellen Bewertungen einzelner Handlungen agiert, sondern eben ausschließlich auf Basis von gelernten und dann erkannten Mustern handelt.

Aber genau dasselbe tun wir Menschen größtenteils doch auch. In der Forschung ist gar nicht so 100%ig klar, wie sich Intelligenz eigentlich präzise definieren lässt. Zudem reicht diese "künstliche" "Intelligenz" (also Entscheidungen auf Basis gelernter Muster) im Kontext von Spiele-KI vollkommen aus, um 99% der Spieler in 99% der Szenarien zu schlagen.
Nightslaver hat geschrieben:Genau davon hat Homerclon doch im Grunde gesprochen, das KI in bestimmten Bereichen durchaus wertvoll ist, wie in der Medizin, IT, Ingenieurswesen, oder dem Militär, ect. (eben überall da wo vor allen das erkennen von Mustern gefragt ist), aber eben nicht, wie aktuell an der Börse, als gelobtpreiste Wundertechnologie der Zukunft, für alles und jeden Bereich

Das sehe ich durchaus genauso, aber KI wird zweifellos einen enormen Impact auf den Großteil der irgendwie "hirnbezogenen" Tätigkeiten haben. Und gerade in unseren Breiten sind das schon derart viele Berufe, dass die Zukunft ungemütlich werden kann. Und wenn man sich den Automatisierungsgrad in manchen "handwerklichen" Bereichen anschaut und dann noch KI hinzudenkt, wirds auch nicht besser (Beispiel: in größeren Schreinereien kommen die Einzelteile für "individuelle" Möbel etc. inzwischen auch fix und fertig aus der CNC Fräse, da macht keiner mehr was mit Hobel und Säge, außer in Spezialfällen. Das hat mir neulich ein Schreiner erzählt, der meinte wörtlich, dass es sowas wie den Meister Eder schon lange nicht mehr gibt).

Homerclon hat geschrieben:Das Coden der "KI" zu überlassen, kann sich zu einem Bumerang entwickeln. (Zumal ich nicht glaube, das KI bereits besser darin ist. Sie ist definitiv schneller.)

Ich sehe ebenfalls das große Risiko, dass man dadurch Blackboxes erschafft, die keiner mehr versteht (Randnotiz: KI liefert inzwischen Lösungen für mathematische Probleme, welche die Mathematiker nicht mehr verstehen...). Nur heißt das leider nicht, dass es nicht trotzdem gemacht wird, denn KI fixt inzwischen selbst recht komplexe Probleme selbständig (weiß ich aus eigener Erfahrung). Und sie codet definitiv besser als 95% der Entwickler, die ich kenne, mich eingeschlossen. Ja, sie hat einen Hang zum Overengineering, aber wirklich gravierende Bugs oder Lücken haut sie inzwischen kaum noch raus. Und das führt dann vsl. dazu, dass "Entwickler" künftig nicht mehr selber coden werden, sondern eher Sachbearbeiter sind, die halt der KI sagen, was sie tun soll. Probleme fixt die KI eigenständig und wenn wirklich mal gar nichts mehr geht, holt man einen externen Experten, der noch selber coden und das KI-Zeug analysieren kann. Das werden dann aber eine Handvoll hochspezialisierter Profis sein, so ähnlich wie heutzutage diese Datenbankexperten von Oracle oder IBM, die man holt, wenn keiner im Unternehmen mehr weiterkommt...
Mir gefällt das auch ganz und gar nicht, es muss auch nicht zwingend so kommen. Ich persönlich hoffe inständig, dass du mit
Homerclon hat geschrieben:Es muss erkannt und akzeptiert werden, das "KI" ein Werkzeug ist das die Arbeit erleichtern sowie auch die Effizienz erhöhen kann, diese aber nicht komplett übernehmen sollte.

Recht behältst. Aber in den USA und China scheint das die Richtung zu sein, in die es bereits geht.
Homerclon hat geschrieben:und das gibt den nötigen Impuls um Cloud-Gaming Massentauglich zu machen

Stimme dir 100% zu; wobei ich Cloudgaming für die (schwarze) Zukunft halte. Damit lässt sich im Endeffekt viel besser Kohle machen als mit dem bisherigen System, wo Hard- und Software getrennt sind: Du zahlst z.B. einen Sockelbetrag als Abo für die Hardware (geht an den Cloudanbieter) und dann nochmal Abogebühren für ein Spiel (geht an Cloudanbieter und ein kleiner Teil an den Entwickler). Das erzeugt konstantere und auf lange Sicht höhere Einkünfte als der Verkauf einzelner Hardwareteile, wo es dann am Ende noch mehr Konkurrenz gibt...
Ich bin Historiker. Da geht man immer mit ganz niedrigen Erwartungen an die Menschen ran.
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Re: [Total War: Medieval III] News / Neuigkeiten Plausch

Beitragvon Nightslaver » 20. August 2026 11:31

Fridericus Secundus hat geschrieben:Ich glaube, wir sprechen ein Stück weit von unterschiedlichen Dingen. Ja, Code zu schreiben ist etwas anderes als in einem Spiel gegen einen "unberechenbaren" Gegner anzutreten. Aber ich hatte auch nicht die "Standard" LLMs wie ChaGPT oder Claude im Sinn, die jeder aktuell benutzt. Ich meine eher spezialisierte LLMs, die anhand eines vorgegebenen Sets an Spielen bzw. Spielzügen trainiert werden (das können in diesem Fall auch ältere TW-Titel sein, da sich am Grundprinzip wenig ändert). Wenn man sich anschaut, was "KI" im Grunde ist (extrem ausgefuchste Statistik in einem neuronalen Netz), dann kann das schon funktionieren: wenn man dem LLM alle paar Sekunden bestimmte Parameter zum Spiel übergibt, kann es aufgrund von Wahrscheinlichkeiten relativ gut antizipieren, was kommen könnte und was wahrscheinlich passieren wird. Denn so unberechenbar, wie man denkt, ist der menschliche Spieler letztlich gar nicht. Wenn er nicht der einen Standardtaktik folgt, hat er insgesamt vielleicht ein paar Dutzend Varianten, die er in gewissen Grenzen unterschiedlich zusammenkombinieren kann. Durch die Features des Spiels sind nun mal Grenzen gesetzt, die auch die Anzahl möglicher Spielzüge und Taktiken limitieren. Also nichts, was sich nicht analysieren ließe - klar hat die KI dann zuerst mal ein Problem mit einem Spielzug, der nicht ins Muster passt. Aber wenn man das LLM dann auf den existierenden Spielen weiter trainiert, hat man relativ schnell ne relativ gute Entscheidungsbasis für die KI.


Nein eben nicht.
Das funktioniert solange das Spiel in sehr berechenbaren Parametern funktioniert, wie in Starcraft, weshalb das auch für Tests mit KI benutzt wird, eben weil es sehr berechenbar bleibt, aber schon wesentlich komplexer daher kommt, als eben z.B. Schach.
Es findet aber direkt sein Ende sobald unberechenbare Elemente im Spielprinzip hinzukommen, wie zufällig generierte Maps, Zufallsereignisse, oder Ergebnisspannen in der Mechanik, wie beim Schaden, oder der Trefferchance, unterschiedlichsten Loadouts, Würfelglück, usw. usf, sowie unterschiedliche aber verknüpfte Spielebenen, mit völlig gegensätzlichen Spielprinzip (wie im Fall von Total War mit der rundenbasierten Karte und den Echtzeitschlachten).

Das ist auch der Grund warum z.B. für solche Tests mit KI eben kein Spiel wie Civilization genommen wird, oder Endless Space 2, oder Total War, kein X-COM, oder ein Stellaris, usw. usf.
Weil eine schlichte Mustererkennung von KI dort nicht mehr genügt, sondern Kreativität und Anpassungsfähigkeit wesentlich entscheidener werden, sich auf fortlaufend wechselnde Gegebenheiten und unterschiedlichste Ergebnisse einstellen zu können und das kann KI halt (aktuell) einfach nicht, oder maximal äußerst schlecht, egal wie "hoch entwickelt" sie ist und welches KI-Modell du da ranlässt.

Schon bei einem vergleichsweise noch recht überschaubaren Brettspiel, wie "Die Siedler von Catan", fallen die Ergebisse von KI da merklich ab, auch weil da die größten Vorteile von KI, von überlegener übermenschlicher Reaktion und Einheitenkontrolle halt egalisiert werden.

Dazu kommt dann halt noch die menschliche Komponente.
Eine KI berechnet was du warscheinlich machen wirst an Hand von Mustern, nach denen sie deine Handlungen auf Basis von Wahrscheinlichkeit bewertet.
Das reicht eben um vielleicht 80 bis 90% der Spieler in Starcraft zu schlagen, wirkliche Topspieler werden aber ihr Verhalten anpassen und dann zu Taktiken greifen die von dem abweichen was die KI von dir wahrscheinlich erwartet und das überfordert sie dann halt, weil die KI z.B. nicht einschätzen kann ob dein Angriff gerade ein Bluff sein könnte, oder eine vielleicht vorgetäuschte Schwäche ein Falle ist, um deine Einheiten zu exponieren und sie dann in einem Base race zu besiegen, oder weil der menschliche Spieler sich plötzlich für einen frühen Tower-Rush entscheidet, ect.

Fridericus Secundus hat geschrieben:Aber genau dasselbe tun wir Menschen größtenteils doch auch. In der Forschung ist gar nicht so 100%ig klar, wie sich Intelligenz eigentlich präzise definieren lässt. Zudem reicht diese "künstliche" "Intelligenz" (also Entscheidungen auf Basis gelernter Muster) im Kontext von Spiele-KI vollkommen aus, um 99% der Spieler in 99% der Szenarien zu schlagen.


Siehe oben, und nein, reicht sie eben nicht.
Hast du dich überhaupt schon einmal eingängiger mit dem Einsatz von KI-Modellen in (Video)spielen auseinandergesetzt, oder woher entnimmst du diese Behauptung, das KI 99% aller menschlichen Spieler, in 99% aller Szenarien, schlagen kann (unter gleichen Bedingungen und Gegebenheiten)?
Weil das entspricht eben schlicht und ergreifend nicht den Tatsachen und Fakten.

Fridericus Secundus hat geschrieben:Das sehe ich durchaus genauso, aber KI wird zweifellos einen enormen Impact auf den Großteil der irgendwie "hirnbezogenen" Tätigkeiten haben. Und gerade in unseren Breiten sind das schon derart viele Berufe, dass die Zukunft ungemütlich werden kann. Und wenn man sich den Automatisierungsgrad in manchen "handwerklichen" Bereichen anschaut und dann noch KI hinzudenkt, wirds auch nicht besser (Beispiel: in größeren Schreinereien kommen die Einzelteile für "individuelle" Möbel etc. inzwischen auch fix und fertig aus der CNC Fräse, da macht keiner mehr was mit Hobel und Säge, außer in Spezialfällen. Das hat mir neulich ein Schreiner erzählt, der meinte wörtlich, dass es sowas wie den Meister Eder schon lange nicht mehr gibt).


Nur ist das eben auch keine irgendwie geartete neue Erkentnis, die einen irgendwie überraschen sollte.
Das Automobil hatte einen großen Einfluss, die Fließbandfertigung hatte sie, Industrieroboter haben sie seit den 1970er Jahren, der PC hatte sie.
Kurz gesagt, jeder Schritt im steigenden Grad der Automatisierung hatte großen Einfluss.

1910 hattest du in einer durchschnittlichen Fabrik 3000 bis 5000 Arbeiter, nach Fließband und Industrieroboter sind es heute vielleicht noch 500 bis 1000.
1950 hat ein durchschnittliches mittelgroßes Unternehmen (mit etwa 200 Angestellten) etwa 5 bis 8 Buchhalter für die Buchführung beschäftigt, weil alles Handarbeit war.
In den 1980er Jahren, nach aufkommen des Computer waren es durchschnittlich noch 3 bis 4.

Der große Unterschied bei KI ist nicht das irgend ein Beruf wegfällt, oder sich auch nur verändert, sondern das anders als bisher noch der Fall (Stichwort, von der "Industriegesellschaft zur Dienstleistungsgesellschaft"), mit KI keine Berufe nachkommen werden, die das kompensieren, sondern das KI ehr auch noch diese Stellen ersetzt.
Schon jetzt erlebst du ja im Grunde eine Stagnation bei den Areitslosenzahlen, weil die Arbeitskraft in der eigentlich reale (physische) Werte schöpfenden Wirtschaft immer weniger benötigt wird, ohne das der Ausstoß sinkt, oder während er sogar noch größer wird.

Genau deshalb kommst du auch langfristig nicht um die Debatte über die soziale Gerechtigkeit herrum, das wenn der Bedarf an menschlicher Arbeitskraft sinkt, weil Automatisierung und KI menschliche Arbeitskraft ersetzt, das Einkommen der Menschen trotzdem irgendwie gesichert bleiben muss.
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Re: Über KI und LLM, deren Einsatz in Spielen und Anderwo, sowie mögliche Folgen

Beitragvon Kralj Tomislav » 21. August 2026 09:21

Ich hab mir das online Spiel Pax Historia und Davia mal angeschaut, und ich denke dass es die Zukunft der Strategiespiele sein wird.
Man gibt einfach Befehle und die KI simuliert darauf die Erignisse, es ist als Rundenstrategie ausgelegt.

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Re: Über KI und LLM, deren Einsatz in Spielen und Anderwo, sowie mögliche Folgen

Beitragvon Homerclon » 21. August 2026 22:58

Klingt für mich (noch) nicht überzeugend, aber in die Richtung wird es sich wohl entwickeln, ja.
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Nightslaver
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Re: Über KI und LLM, deren Einsatz in Spielen und Anderwo, sowie mögliche Folgen

Beitragvon Nightslaver » 23. August 2026 09:34

Homerclon hat geschrieben:Klingt für mich (noch) nicht überzeugend, aber in die Richtung wird es sich wohl entwickeln, ja.


Ist es auch nicht, weil wenn ich "alles machen kann", kann ich im Grunde gar nichts machen, wenn es dann nicht auch von entsprechend ausgearbeiteten Spielmechaniken unterfüttert wird und es wird im Grunde alles bedeutungslos.

Chatbot KI-Modelle sind halt gut um RPGs in Bezug auf die Lore eine tiefe Welt vorzugaukeln und unbedeutenden Charakteren / NPCs dabei mehr Plastizität zu verleihen.
In anderen Genre aber funktioniert das einfach nicht wirklich gut, wenn sie irgendwelche Event und Ereignisse generieren sollen, wie in 4X Games.

Nicht zuletzt auch weil sie dabei üblicherweise auch keine Konsistenz und in sich geschlossene Logik zu vorrangegangenen Inhalten hinbekommen (sie vergessen gerne Zusammenhänge).
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