Schlacht um New Horizon II - Invasion

Mögen sie in Frieden ruhen...

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Schlacht um New Horizon II - Invasion

Beitragvon Brandark » 1. Juli 2012 18:38

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Schlacht um New Horizon II
- Invasion -

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Vorwort:
Die nachfolgende Geschichte ist die von mir versprochene Fortsetzung meines Beitrags zum Story-Contest beim "Gemini Wars"-Contest. Da der eingereichte Beitrag von mir (auch für mich überraschenderweise) den 2. Platz erreicht hat will ich mit der Fortsetzung all meinen "Fans" und denen die für mich gestimmt haben Danke sagen. Freut mich sehr das euch meine Geschichte so gut gefallen hat. Natürlich möchte ich auch allen neuen Lesern ein tolles Lesevergnügen bereiten und wünsche einfach viel Spaß.

Anmerkung des Autors:
- Die nachfolgende Geschichte ist im Bereich der sog. "Military-Sciene-Fiction" anzusiedeln. Es geht in ihr also vorallem um eine kriegerische Auseinandersetzung zwischen zwei Rassen. Wer so etwas nicht mag, sei vorgewarnt.

- Zum besseren Verständnis empfehle ich vorher den Contest-Beitrag von mir zu lesen. Zu finden unter folgendem Link: Schlacht um New Horizon - Teil I

- Werbung in eigener Sache: Wer Sciene Fiction nicht mag, interessiert sich vielleicht für ein zweites "Projekt" von mir. Darin gehts eher um Fantasy. Zu finden unter folgendem Link: Aelburin - Invasion des Nordens

- Natürlich gibts auch einen Kommentar-Thread und jeder ist gerne eingeladen dort über die Geschichte zu diskutieren und (konstruktive) Kritik zu üben. Zu finden unter folgendem Link: Kommentare

Spoiler (Öffnen)
Vorab möchte ich nochmals folgends klarstellen: Die ganze Geschichte beruht in allen Details auf meiner eigenen Vorstellungskraft. Überschneidungen mit bereits existierenden Werken sind unbeabsichtigt und waren dem Autor unbekannt. Rückfragen und Kritik sind im Kommentar-Thread immer gerne gesehen. Von einer weiteren Verbreitung im Internet ohne Rücksprache mit mir bitte ich abzusehen. Die Geschichte ist mein Gedankengut.
Vielen Dank.


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Kapitel 1

Er hatte das Gefühl das sich sein Magen zuerst hob und dann senkte. Ein ziemlich widerliches Gefühl das es einem in der Regel übel werden ließ. Selbst die leistungsstarken Gravitationsdämpfer konnten das nicht völlig verhindern. Die meisten Kabinen hatten daher einen Vorrat an kleinen braunen Tüten an Bord. Man wollte kein Risiko eingehen. Während er mit reiner Willenskraft das aufkommende Gefühl der Übelkeit bändigte lächelte er leicht. Trotz all des Hightechs im Jahre 2502 benutzte die Menschheit für diesen Zweck immer noch bräunliche Papiertüten.
Er würde keine Tüte benötigen. Als Angehöriger der Flotte war man Gravitationsturbulenzen gewöhnt, da gehörte dieses kleinere Unwohlsein beim Benutzen eines Weltraumlifts noch zu den eher harmloseren Dingen.
Das Lächeln verflog so schnell wie es gekommen war, als Hauptmann Michael Rios, genannt „Mike“ durch die dicken Fenster der Kabine schaute. Das Glas war zwei Daumen dick und bestand aus einer künstlichen und äußerst wiederständigen Kristallinen Struktur verstärkt durch unzählige Hauchdünne Kohlefasern. Man wollte kein Risiko eingehen. Immerhin war alles was die Passagiere vor dem Vakuum schützte diese Glasscheibe. Während sich die Kabine des Weltraumlifts dem Planeten New Horizon entgegen senkte. Mit grimmigen Blick sah der Hauptmann wie sich die Kontinente und Meere unter im vergrößerten. Gebirgszüge entstanden und die Details erhöhten sich je tiefer sie kamen. Weit über Ihnen drehten die Überreste der Kampfgruppe von Admiral Meiser in diesem Moment ab und machten sich bereit in die Überlichtgeschwindigkeit zu wechseln. Sie flohen.
Flohen vor der großen Kampfgruppe der Skyvern die auf New Horizon zu hielt. Und was tat er? Er kam auf dem Planeten gerade erst an. Einem Planeten der in Kürze ein höllisches Schlachtfeld sein würde. Ohne Fluchtmöglichkeiten.

General Levi Jones stand nervös vor der geschlossenen Tür einer der Kabinen des Weltraumlifts. Er rieb sich seinen kleinen Schnurrbart den er sich hatte wachsen lassen. Er selbst fand dass ihn das äußerst männlich und attraktiv wirken ließ. Was er nicht wusste war das die Soldaten hinter seinem Rücken ihn für äußerst weibisch hielten. Übertriebene Gedanken über das eigene Aussehen waren in einer militarisierten Kultur und Struktur eher selten. Auch sonst machte an General Jones wenig den Eindruck eines Soldaten. Sein Körperumfang war beträchtlich, genau genommen war er ziemlich dick. Seine Haare waren ihn bis auf einen Kreis in der Höhe knapp über den Ohren ausgefallen, so dass er diese länger wachsen ließ und sich dann rüber kämmte. Was ziemlich idiotisch war, trug er darüber doch die Schirmmütze eines Generals der Armee der Terranischen Hegemonie. Die vorherrschende Meinung, zumindest hinter dem Rücken des Generals, war das dieser nur General wurde weil sein Vater Freunde in hohen Positionen auf Terra hatte.

Der General war begleitet von seinem Stab zum Weltraumlift gekommen um einen Hauptmann der Flotte zu empfangen. Es war ein ziemliches Ärgernis das ein General kommen musste um einen Hauptmann im Empfang zu nehmen. Immerhin war er hier der General.

Seit der Gründung der Terranischen Hegemonie im Jahre 2150 und der damit stattfindenden Neu-Organisation der Streitkräfte schwelte ein permanenter Konflikt zwischen der Flotte und der Armee. Die Angehörigen der Armee waren die Bodenstreitkräfte der Hegemonie und damit vor allem für die Verteidigung von Planeten zuständig. Die Flotte unterhielt mit ihren Marine-Divisionen jedoch eigene Bodenstreitkräfte. Diese hatten sich im 23. Jahrhundert entwickelt als die Ausbreitung der Menschen im Weltall vorangeschritten war und Streitkräfte benötigt wurden um Piratenschiffe zu entern und Enterversuche auf das eigene Schiff abzuwehren. Wie in den Jahrhunderten zuvor auf Terra waren die Marines daher speziell für Landungsmanöver trainiert und auf Schiffskämpfe ausgelegt. Inzwischen eben im luftleeren Vakuum anstatt den Weiten der Meere. Problematisch für die Armee wurde es erst dann als ein Admiral des Hegemon-Rates anmerkte, dass Planeten und Astroiden auch nichts anderes waren wie auf natürliche Weiße geschaffene Schiffe. Damit begann der Aufstieg der Marines. Die sich nun von einer spezialisierten Einheit zu einer modernen und gut organisierten Armee mauserten. Und damit in direkte Konkurrenz zur Armee traten.

Jones hatte noch nie mit einem Flotten-Hauptmann zusammengearbeitet, aber er wusste das es nichts Gutes bedeuten konnte wenn ihn ein hochrangiger Admiral der Flotte anwies den Hauptmann selbst in Empfang zu nehmen.
„Er kommt, Herr General.“, riss ihn ein Adjutant aus den Gedanken.

In der Tat war die Kabine des Weltraumlifts angekommen und mit einem Zischen öffneten sich die schweren Schleusen und gaben den Blick auf fünf Männer frei. Vier von Ihnen waren unzweifelhaft Marines. Sie waren von Kopf bis Fuß in Kampfanzüge verpackt, so das kein Stück haut zu sehen war. Ihre Gesichter waren hinter Helmen ohne Visier verborgen. Ihre Panzerung gab Ihnen ein breites und leicht klobiges Aussehen. Alle Vier standen regungslos einen Schritt hinter der fünften Gestalt. Diese verließ die Kabine nun gemächlichen Schrittes. Auch Sie trug einen Kampfpanzer wie der General nun sehen konnte. Aber dieser Kampfpanzer war wesentlich dünner und mit Sicherheit unterstützte er einen nicht so wie die Panzer der Marines hinter ihm. Über dem Panzer trug er einen Mantel aus einem lederähnlichen Stoff der bis zum Boden reichte – Ein Bestandteil der Gala-Uniform eines Flotten-Offiziers. Der Mantel war eine Maßanfertigung. Der Saum des Mantels befand sich genau 3 Zentimeter über dem Boden. Rechts und links auf den Schultern waren die Insignien eines Hauptmans angebracht. Gekrönt wurde die Uniform von einer Schildmütze die der Mann trug. Ähnlich der Mütze von Jones zeigten Sie den Rang und Stand des Trägers an. In dem Fall einen Hauptmann der Flotte.

Der Mann kam direkt auf ihn zu und Jones blickte ihm ins Gesicht. Es war ein hartes Gesicht. Die Augen waren eisblau und schienen einen ständig anzustarren. Er sah mehrere Narben im Gesicht des Mannes und konnte sich gerade noch davor zurückhalten verächtlich den Kopf zu zucken. Narben. Wer trug schon Narben, wo so etwas doch heutzutage in der Medizin einfach beseitigt werden konnte?! Nur Wilde trugen Narben. Dazu passte schließlich auch das auf den Wangen des Mannes ein Dreitagebart zu sehen war. Genauso pechschwarz wie seine Haare.

„General Levi Jones? Kommandeur der Streitkräfte der Terranischen Hegemonie auf New Horizon?“

Der Mann war vor ihm stehen geblieben und salutierte. Leichte Empörung wallte in ihm auf. Der Mann fragte nach seinem Namen. Dabei hätte er sich vorher selbst vorstellen sollen.
„Ja, und Sie sind?“, schnappte Jones daher zurück.
„Hauptmann Michael Rios, Angehöriger der Flotte der Terranischen Hegemonie und hier auf Sonderbefehl von Admiral Meiser. Sind Sie bereit die Daten zu empfangen?“
Die Stimme war fast emotionslos als sie dem dicken General antwortete. Dieser zog sogleich ein dünnes ca. Din-A4 großes Brett unter seiner Uniform hervor, ein sogenanntes DDI, dynamisches Daten Interface. Es war die konsequente Weiterentwicklung der vor 500 Jahren so gebräuchlichen Tablet-PCs. Wenn auch die jetzige Form wesentlich leistungsfähiger war und Papier so gut wie überflüssig gemacht hatte.
Er nickte dem Hauptmann zu und dieser zog ebenfalls ein DDI hervor. Sofort begannen Daten auf dem DDI des Generals einzutreffen. Er öffnete die Daten, die anscheinend von Admiral Meiser persönlich verfasst wurden und begann zu lesen. Nach ein paar Minuten blickte er den Hauptmann an.
„Das ist ein Witz, oder?“
„Nein.“
„Hier steht, dass ich Ihnen das Kommando über alle Streitkräfte übergeben soll. Armee und Marines!“
„Korrekt.“
„Das ist ein Affront! Wissen Sie überhaupt wer vor Ihnen steht? Ich bin General Levi Jones! Meine Familie kommt von Terra! Und was haben Sie vorzuweisen?!“
Der General verzog diesmal offen angeekelt das Gesicht als er den Hauptmann anblickte. Als sähe er etwas Ekelhaftes.
„Den Befehl des Admirals. Bestätigt durch den Hegemon-Rat. Das dürfte ausreichen.“
Wäre die Situation nicht so angespannt gewesen, wäre die Antwort fast komisch gewesen. Mit der Bestätigung des Hegemon-Rats hatte der Hauptmann die höchste Instanz der Hegemonie auf seiner Seite.
„Selbst wenn das so ist, Ich werde das nicht zu lassen! Ich bin General und Sie nur ein mickriger Hauptmann!“
Kurz herrschte Stille, bevor der Hauptmann mit einer seltsam emotionslosen Stimme weiterredete.
„Sie werden das nicht zu lassen?“
„Nein werde ich nicht!“
„Dann tut es mir leid.“

Der Hauptmann griff zur Hüfte unter seinem Mantel und zog in ruhiger Gelassenheit eine Pistole hervor. Bevor jemand etwas sagen oder unternehmen konnte richtete er den Lauf auf die Stirn des Generals.
„General Levi Jones, gemäß Direktive 2415 Absatz IIc der Terranischen Hegemonie, enthebe ich Sie hiermit ihres Amtes. Sie haben der obersten Instanz der Hegemonie widersprochen und einen Befehl verweigert. Damit sind sie ein Verräter. Als Oberbefehlshaber dieser Welt ist es meine Pflicht Recht zu sprechen und walten zu lassen.“
Es zischte und ein leichter Ozongeruch stieg auf als die Pistole Ihr Projektil durch Massebeschleunigung verschoss. Das kleine Projektil drang frontal in den Schädel des Generals ein und sprengte den Hinterkopf regelrecht weg.
Der Hauptmann ließ die Waffe sinken und blickte den Stab des nun toten Generals an.
„Räumen Sie das weg und melden Sie allen Divisionskommandeuren, dass ich Sie in 30 Minuten zu einer Besprechung im Büro des Generals erwarte. Verstanden?“
Der Adjutant des toten Generals war nicht in der Lage zu widersprechen oder zu antworten. Er nickte einfach nur mit offenem Mund, während der neue Oberbefehlshaber, gefolgt von vier Marines in Richtung Ausgang des Weltraumlifts ging.

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Re: Schlacht um New Horizon II - Invasion

Beitragvon Brandark » 14. Juli 2012 15:10

Die vier Marines hatten rechts und links neben der Tür Aufstellung genommen, jeweils zwei auf jeder Seite, sie hielten die Waffen lässig in den Händen. Die Läufe gesenkt. Noch immer trugen Sie die volle Körperpanzerung was Ihnen ein unnahbares Aussehen gab. Alle vier waren von den Marine-Streitkräften der Wolverine, das bedeutete jeder von Ihnen kannte Mike. Und Mike kannte jeden von Ihnen persönlich. Er wollte mit den vier Männern ein klares Zeichen setzen. Jeder der Marines trug einen sogenannten EVP, Mark VII. EVP stand in diesem Fall für Exo-Verstärkungs-Panzer. Mark VII war die Ausführung. VII bezeichnete dabei das neuste Modell der Reihe.
Die VII-Ausführung war erst vor wenigen Jahren bei den Streitkräften der Terranischen Hegemonie eingeführt worden und noch immer waren nicht alle Einheiten damit ausgerüstet. Die VII-Ausführung war die aktuellste Version einer langen Entwicklung. Die ursprünglichen EVP Anzüge waren bereits im Jahre 2350, also vor über 150 Jahren, entwickelt worden. Seitdem wurden die EVP Anzüge kontinuierlich weiterentwickelt und verbessert. Die neuste Version war speziell für den Kampf gegen die Skyvern ausgerüstet und brachte einige Verbesserungen mit sich.

Der Panzer an sich bestand aus zwei separaten Schichten. Einem schwarzen Ganzkörperanzug, der aus einem robusten synthetischen Kunststoff-Kohlefaser-Gewebe bestand. Dieser Anzug bedeckte die komplette Haut des Trägers und wurde unter dem eigentlichen Panzer getragen. Dieser bedeckte 100% des Körpers mit massiven Panzerungsplatten, lediglich an Gelenken war die Panzerung etwas schwächer um die nötige Bewegungsfreiheit zu garantieren. An Brust, Oberschenkeln und Schienbeinen waren die massivsten Panzerplatten angebracht.

Das hervorstechendste Merkmal war jedoch der Helm. Die neueste Version hatte kein Visier mehr. Der Helm war eine Panzerungsplatte, die mit tausenden winzigen Miniaturkameras gespickt war. Dies verstörte die meisten Leute weit mehr als ein Visier, blickten sie doch nur noch in eine graue Panzerplatte. Diese bestanden aus einem semi-organischen kristallinen Metall. Dieses Metall verhielt sich ähnlich wie die äußerste Panzerungsschicht eines Raumschiffs und konnte durch entsprechende Stimulation nachwachsen. Dazu benötigte es neben der Stimulation durch elektrische Energie nur Nährstoffe. Beides stellte der sogenannte Battlepack auf dem Rücken des Soldaten zur Verfügung. Der Battlepack war theoretisch nichts anderes wie ein Rucksack der fest auf dem Rücken der Panzerung montiert war. In diesem enthalten waren die Nährlösungen für die Panzerung und ein Generator für die Energieversorgung des Anzugs und der Waffen.

Trotz allen Hightechs und aller Fortschritte war es bisher nicht möglich gewesen die Panzerung mit Energieschilden zu versehen. Die Funktionsweise der Gravitationsschilde würde den Träger des Anzugs schlicht zerquetschen, da die Schildsysteme für Gravitationsverzerrungen in ihrem Inneren sorgten. Ein Raumschiff war groß und stabil genug um diese Verzerrungen ohne Probleme zu überstehen. Ein Mensch war es nicht. Zudem wäre es unmöglich in einem Raum der Schwerkraft enthielt, wie die Atmosphäre eines Planeten Gravschilde zu verwenden. Alles um einen würde permanent abgestoßen werden.

Bewaffnet waren die vier Männer mit Massebeschleunigerkarabinern (kurz MBKar) der neusten Bauart. Diese MBKar verfeuerten ungefähr Daumengroße Geschosse aus hochfestem Titan mit einer Uranspitze mit ca. 10% der Lichtgeschwindigkeit. Beim Kampf auf einem Planeten bedeutete das aufgrund der geringen Entfernung eine Flugzeit der Geschosse von annähernd null. Die Geschosse an sich wurden über ein Magazin auf der Unterseite der Waffe geladen, ähnlich den Ballistik-Waffen des 21. Jahrhunderts. Zusätzlich wurde die Waffe kabellos durch Energie aus dem Battlepack versorgt. Diese Energie wurde benötigt um die Magnetspulen im Inneren des langen Laufs der Waffe zu versorgen und die Geschosse zu beschleunigen.

Mike blickte gerade aus dem Fenster des toten Generals hinaus und überlegte sich wie er die vor ihm liegende Aufgabe angehen sollte, als es hinter ihm an der Tür klopfte.
„Herein.“
Ein junger Soldat streckte den Kopf herein und war sichtlich nervös.
„Herr Hauptmann, ähm... die Divisionskommandeure sind angetreten. Sie... äh... warten im Besprechungsraum.“
Mike nickte dem jungen Soldaten freundlich zu. Er musste klar stellen das er zwar alles Nötige für die Erfüllung der Aufgabe tun würde, aber kein Mörder oder Wahnsinniger war.
„Sehr gut. Vielen Dank, Soldat. Sagen Sie den Kommandeuren ich komme gleich zu Ihnen.“

Als sich die Tür wieder geschlossen hatte, wandte er sich nochmals dem Fenster zu und blickte nach draußen. Man hatte fast einen Panorama-Blick. Allerdings ist es wohl eher ein Panorama-Blick für Militärs. Vor ihm ausgebreitet lag direkt ein gewaltiges Militärlager. Es gab Kasernen, Übungsparcours, große Hallen für Kampffahrzeuge und in einiger Entfernung konnte man sogar schwere FLAK- und ORAK-Geschütze stehen. Die FLAK-Geschütze entsprachen weitestgehend ihren Pendants aus der Vergangenheit. Es waren Kombi-Geschütze die langläufige Geschützläufe auf Massebeschleunigerbasis mit Raketenbatterien verbanden. Jedes einzelne dieser Geschütze konnte einen Raketenhagel und einen Vorhang aus Titangeschossen abfeuern um angreifende Flugeinheiten unschädlich zu machen. Die dabei erreichbare Feuergeschwindigkeit war ungeheuerlich.

Die ORAK-Geschütze waren eine Weiterentwicklung des FLAK-Prinzips, die notwendig wurde als die Menschheit sich immer weiter im Weltall ausbreitete. Grundsätzlich waren die Orbital-Raumschiff-Abwehr-Kanonen, kurz ORAK, nur weit größere und leistungsfähigere FLAK-Geschütze die dafür ausgelegt waren in der Umlaufbahn befindliche Raumschiffe abzuschießen. Dazu bedienten sie sich eines gigantischen Massebeschleunigergeschützes, der ein Projektil von 40 Tonnen Gewicht mit 55% Lichtgeschwindigkeit abfeuern konnte. Dies entsprach mehr als der 8-fachen Leistung der Bewaffnung eines Schlachtkreuzers. Möglich gemacht wurde dies durch tief in der Erde befindliche gewaltige Fusionsreaktoren. Die ORAK-Geschütze an sich selbst waren gewaltige Kuppeln, da Sie feindlichem Orbital-Beschuss standhalten sollten. Gleichzeitig waren die massiven Panzerplatten notwendig um die Wucht des Geschützes aushalten zu können. Leider besaß jeder Planet nur eine Handvoll dieser mächtigen Waffen.

Er wandte sich um und verließ gefolgt von den Marines das Büro. Es war nur ein kurzer Weg bis zum Konferenzraum. Als er diesen betrat waren die Divisionskommandeure in eine Diskussion vertieft. Er betrat den Raum zügigen Schrittes und zusammen mit ihm schien sich die Stille über den Raum zu legen. Die Kommandeure blickten neugierig zu ihrem neuen Offizier und unterbrachen Ihre Diskussion. Noch bevor einer salutieren konnte winkte Mike ab und nahm am Kopfende des Tisches platz.

Er blickte in die Runde. Es waren 13 Männer und 2 Frauen anwesend. Jedem von Ihnen unterstanden 30.000 Soldaten. Und alle 15 unterstanden nun ihm. Das bedeutete ihm unterstanden 450.000 Soldaten. Nicht mitgerechnet die Marines die mit ihm angelandet waren. Er blickte in die Gesichter der 15 Personen und konnte in allen Fragende Blicke sehen, aber auch Entschlossenheit.
„Also gut, meine Damen und Herren. Gemäß dem Hegemonie-Befehl Nr. 895135/ADMM/516 bin ich der neue Oberbefehlshaber aller Bodenstreitkräfte auf New Horizon. Jeder von Ihnen hat auf Ihrem persönlichen DDI soeben die Legitimation vom Terranischen Hegemonie Rat bekommen.“
Jeder der Anwesenden zog den dünnen Computer hervor und prüfte die Aussage des Hauptmanns gegen. Nach und nach lehnten sich alle in Ihren Stühlen zurück. Was der Hauptmann sagte stimmte.
Mike nickte.

„Wie Sie alle wissen wurde die Kolonie kürzlich von einer Skyvern-Flotte angegriffen. Die Entsatzflotte unter Kommando von Admiral Mauser konnte die angreifende Flotte vernichten. Unglücklicherweise empfingen die Radar- und Scangeräte der Flotte kurz darauf eine zweite Flotte. Angeführt von einem Schiff der Warrior-Klasse. Da ein Kampf sinnlos wäre, bricht die Flotte auf und wird sich in den nächsten Kolonien verstärken um dann zurückzukommen.“
Er ließ die Bedeutung der Worte in die Köpfe der Anwesenden sickern.
„Das bedeutet wir werden die nächste Zeit eine Invasion erleben. Darum bin ich hier. Um den Planeten zu halten. Unter allen Umständen.“
Aufgeregtes Getuschel setzt ein, bis sich schließlich eine der beiden anwesenden Frauen Gehör verschaffte.
„Herr Hauptmann. Wann geht es los?“

Ein winziges Lächeln umspielte den Mund von Mike. Zumindest eine anwesende Person hatte begriffen worum es ging. Er blickte die Kommandeurin unauffällig an. Sie hatte blaue Augen und blonde Haare. Diese trug sie in einer Bob-Frisur. Etwas länger als üblich war beim Militär, aber er hatte dringendere Probleme. Gekleidet war sie in einen grauen Militäranzug und einem Barrett auf dem Kopf. Hätte sie nicht in Uniform gesteckt und würde sie ihr Gesicht durch etwas Makeup hervorheben, wäre sie eine echte Schönheit gewesen. Doch auch so, war diese Frau alles andere als unansehnlich.

„Wie ist Ihr Name, Kommandeurin?“
„Carver, Herr Hauptmann.“

„Nun Carver, ich rechne mit einer Landung der Skyvern in den nächsten 8 Stunden.“
„Das ist wenig Zeit, Hauptmann.“
„Richtig. Deswegen müssen wir uns auch beeilen.“

Er blickte in die Runde. Die Zeit wurde tatsächlich langsam knapp.

„Meinen Informationen nach, leben auf New Horizon knapp 4 Millionen Menschen. Wir haben zur Verteidigung 450.000 Soldaten und knapp 25.000 Marines der Flotte zur Verfügung. Daher werden wir die Verteidigung auf drei gut zu verteidigende Punkte konzentrieren.“
Er blickte noch einmal in die Runde. Fixierte seinen Blick kurz auf jedem Kommandeur.
„Wir treffen uns erneut in 1 Stunde. Bis dahin erarbeiten Sie Evakuierungspläne und planen Sie die Verteidigung.“
Er salutierte kurz und verließ dann den Raum. In der Tür blieb er nochmal kurz stehen.
„Kommandeur Carver?“
„Ja Hauptmann?“
„Sie sind ab sofort mein Stellvertreter. Und nun weggetreten und Ausführung!“

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Re: Schlacht um New Horizon II - Invasion

Beitragvon Brandark » 16. Juli 2012 19:45

Spoiler (Öffnen)
Wie einige sicher bemerkt haben, habe ich eine große Vorliebe dafür detailierte Erklärungen in meinen Geschichten zu geben. Ich bin mir bewusst das, dies nicht jedem gefallen mag. Für mich macht es aber an einer guten Sciene-Fiction-Story den Großteil des Reizes aus. Ich möchte verstehen wie etwas funktioniert bzw. wie sich der Autor überlegt hat das es funktioniert. Da die ganze Geschichte sich um einen intergalaktischen Krieg dreht, sind die meisten Erklärungen im Zusammenhang mit militärischen Gütern. Ich weiß das auch das nicht jedem gefällt. Ich versuche in meinen Geschichten keine Utopische Gesellschaft, sondern eine militarisierte Gesellschaft mit Abstufungen und Grau-Tönen (sprich nicht böse und nicht gut) aufzuzeigen.

Ich möchte nochmals darauf hinweisen: Bitte gebt im Kommentarthread eure Meinungen ab. Konstruktive Kritik höre ich immer gerne und auch ein Lob höre ich gerne. Was ich nicht brauchen kann sind Aussagen ala "Das ist scheiße" oder "Das gefällt mir nicht"... bei letzterem bitte ein Grund was euch nicht gefällt. Außerdem beachtet bitte die Subjektivität. Jeder mag andere Dinge beim lesen. Ich schreibe die Geschichte mit Inhalten die mir in Sciene-Fiction-Romanen gefallen.
Aber dennoch: Bitte her mit euren Kommentaren!

Und um einem Kommentar vorzubeugen der so sicher kommt wie das Amen in der Kirche: Nein Faxe, ich habe nicht ausgerechnet was die Raumstation tatsächlich an Gewicht hat! :strategie_zone_19:

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Mit einem leisen Summen erlosch der Tachyonenkonvertor in der Tiefe der Timberwulf und der Schlachtkreuzer der Warhound-Klasse fiel nach über 24 Stunden Überlichtgeschwindigkeitsflug, begleitet vom blauen Glühen der Tscherenkow-Strahlung, zurück in die Einstein-Raum-Zeit-Struktur.

Mit einem leichten Lächeln saß Admiral Michael Meiser, der „alte Mann“ der Flotte, auf seinem Kapitänsstuhl. Er hatte bereits tausende der sogenannten Sprünge absolviert, obwohl man genau genommen nicht sprang, und dennoch erstaunte es ihn jedes Mal. Manchmal glaubte er ein schwaches Kribbeln am ganzen Körper zu spüren wenn sich die Atome seines Körpers wieder zurückverwandelten. Aber er war sich nicht sicher ob er sich das nicht nur einbildete, denn die offizielle Aussage war, dass man nichts spürte wenn die spontane temporäre Materieveränderung einsetzte und alle Atome innerhalb der Tachyonen-Blase, die rund um das Schiff entstand, in Tachyonen umwandelte. Im Gegensatz zu vielen Ideen der Schriftsteller wechselte das Schiff dabei nicht in einen anderen Raum über, sondern innerhalb der Blase werden lediglich physikalische Gesetze außer Kraft gesetzt. Somit umging man auch das lange befürchtete Problem der Zeitdilatation.

Das Lächeln wurde zu einem Grinsen, als Admiral Meiser daran dachte, dass die Lösung der Überlichtgeschwindigkeit all den Physikern der vergangenen Jahrhunderte ein Schnippchen geschlagen hatte. Einstein Relativitätstheorie galt weiterhin. Einstein hatte nur keine Tachyonen gekannt. Das Universum selbst hatte dadurch die Möglichkeit der Überlichtgeschwindigkeit geschaffen.

„Admiral, eingehende Nachricht von Sparta-I. Sie fordern den Authentifizierungscode an.“
Der junge Kommunikationsoffizier riss den Admiral aus seinen Gedanken. Binnen eines Bruchteils einer Sekunde erinnerte sich der Admiral an das hier und jetzt und nickte dem Kommunikationsoffizier beinahe automatisch zu.
„Das war zu erwarten gewesen. Ich kümmere mich darum.“
Der junge Mann salutierte und ging zurück zu seiner Konsole.
„Computer, öffne einen abhörsicheren Kanal zu Sparta-I.“
Zwei Sekunden später meldete sich die synthetische Stimme des Bordcomputers.
„Kanal geöffnet, Admiral.“
„Hier spricht Admiral Michael Meiser von der 12. Terranischen-Hegemonie-Flottille. Authentifizierungscode AMM-159/6872. Waffen sind kalt. Befinden uns auf dem Rückweg von New Horizon um Verstärkung anzufordern.“

Es dauerte einige Sekunden bis die Antwort kam. In diesen wenigen Sekunden empfanden viele Kapitäne der Flotte eine größere Ehrfurcht und auch Angst, als mitten im Gefecht. Sich dessen bewusst zu sein, das eben in diesem Augenblick, nicht weniger als die komplette Bewaffnung mindestens zweier Hades-Sternenbasen auf einen gerichtet war, wirkte äußerst ernüchternd. Hades-Sternenbasen waren die mächtigste Defensivplattform die die Menschheit jemals besessen hatte. Es waren gigantische Waffenträger die im weiteren Orbit rund um einen Planeten kreisten. Jede Hades-Basis hatte eine quadratische Grundfläche und lief nach oben und unten verjüngend zu. Ihre Form entsprach damit einem Oktaeder mit abgeschnitten Spitzen. Aufgrund ihrer gewaltigen Größe von 5000 auf 5000 Metern und ihrem Gewicht von 5 Millionen Tonnen, kamen nur die wichtigsten Planeten der Hegemonie in den Genuß des Schutzes einer Hades-Sternenbasis. Terra, als Heimatplanet der menschlichen Rasse, hatte vier Hades-Sternenbasen. Sparta, als zweitwichtigster Planet, besaß drei Sternenbasen. Davon abgesehen kamen nur noch eine Handvoll wichtiger Planeten in den Schutz einer dieser mächtigen Plattformen.

Neben ihrer Größe sorgten die Kosten für den Bau dafür, dass der Bau einer Hades-Plattform nur von den höchsten Instanzen der Hegemonie angeordnet wird. Nach den astronomischen Baukosten verschlang eine Hades-Basis pro Jahr genauso viel an Unterhaltskosten wie 25 schwere Kreuzer der Vielfraß-Klasse. Dafür bot Sie mit Ihrer schweren Bewaffnung von 20 schweren Massebeschleunigergeschützen (Geschossgewicht 20 Tonnen), 200 leichten Massebeschleunigergeschützen (Geschossgewicht 2,5 Tonnen) und unzähligen Torpedolafetten eine immense Bewaffnung. Die gefährlichste Waffe einer Hades-Sternenbasis waren jedoch ihre 12 überschweren Massebeschleunigergeschütze. Jede der vier Seiten wies drei davon auf. Jedes dieser gewaltigen Geschütze konnte ein rund 65 Tonnen schweres Projektil verschießen. Geschützt wurde die Hades-Sternenbasis durch ihre Panzerung von 100m Dicke und Ihre Leistungsstarken Schildgeneratoren.

Doch trotz dieser immensen Panzerung konnte eine Hades-Plattform einen Angriff nicht alleine zurückschlagen. Die größte Schwäche war das die Plattformen unbeweglich war, abgesehen von der Umkreisung des Planeten. Es war also leicht zu berechnen wo die Plattform bei Geschosseinschlag sein würde. Ausweichen war nicht möglich, das bedeutete ihr einziger Schutz vor Beschuss war ihre Panzerung.
Einem konzentrierten Beschuss konnte auch eine Hades-Plattform nicht standhalten. Auch durch den Nahkampfangriff durch feindliche Jäger- und Bomberstaffeln war sie gefährdet. Zu Ihrem eigenen Schutz besaß die Sternenbasis zwar Hangars mit Jägerstaffeln, aber einem entschlossenen Angreifer mit ordentlicher Feuerkraft würde die Basis nicht standhalten können. Sie musste daher bei Verteidigungsmissionen von Schiffen unterstützt werden.
Die Sternenbasen umkreisten Hades so, das immer zwei Basen Sichtkontakt hatten. Dies bedeutet das ein Angreifer immer von zwei Basen unter feuer genommen werden konnte.

„Sparta-I an Timberwulf. Authentifizierung akzeptiert. Willkommen zu Hause, Admiral. Bitte passieren Sie die Todeszone und docken Sie bei Bucht 256B an.“
Admiral Meiser nickte seinem Steuermann zu, der die Timberwulf, gefolgt vom Rest der Flottille, zum Planeten Sparta steuerte.

Sparta war einer der ersten kolonisierten Planeten der Menschen gewesen. Der Planet Sparta war eine Gartenwelt der 4. Stufe. Dies bedeutete, dass zwar eine für den Menschen atembare Atmosphäre vorhanden war, sich auf dem Planeten aber keine Fauna entwickelt hatte, sah man mal von mikroskopisch kleinen Mehrzellern ab. Auch die Flora des Planeten war nur rudimentär ausgebildet und belief sich nur auf eine Handvoll verschiedener Flechten und Mose, die die Atmosphäre aufrecht hielten. Auch größere Wasseransammlungen gab es auf Sparta nicht. Alles in allem war der Planet eine Steinkugel mit Luft drum herum und ein paar Pflanzen drauf. Nichts was besonders einladend wäre. Aber ein Detail machte den Planeten für die Hegemonie interessanter als alle anderen Planeten. Er besaß gigantische Mineralvorkommen und lag in einem System, in dem drei weitere Planeten reichhaltige Mineralvorkommen vermuten ließen. Daher wurde Sparta im Jahre 2250 a.D. unter dem Namen Minenplanet-11b erschlossen und begonnen die reichhaltigen Bodenschätze abzubauen.

Ungefähr 50 Jahre nach der Erschließung und lange vor dem vollständigen Abbau der Bodenschätze wurde dem Planeten eine neue Rolle in der Terranischen Hegemonie zugeteilt. Minenplanet-11b wurde zum Werft- und Rüstungsplaneten. In Windeseile entstanden auf dem Planeten unzählige Fabriken, die das in den Minen gewonnene Metall direkt weiterverarbeiteten um mit dem Bau von Schiffen im All den Expansionsdrang der Hegemonie zu stillen. Um den neuen Zweck des Planeten zu verdeutlichen wurde er in Sparta umbenannt. Tatsächlich wusste heute aber so gut wie keiner mehr was der Name Sparta für eine Bedeutung hatte.

Heute, 252 Jahre nach der Erschließung, war Sparta die größte Werft und Rüstungsschmiede der Hegemonie und nach Terra der wichtigste Planet. Die Oberfläche des Planeten war zu 85% bebaut. Hauptsächlich mit Fabrikationszentren und Kasernen. Die Atmosphäre wurde inzwischen von Atmosphären-Wandler, großen Türmen die atembare Luft produzierten, aufrecht erhalten. Die verbliebenen 15% der Oberfläche wurden von Marines und Armee benutzt um Rekruten zu trainieren. Sogar an Bars und Kneipen war gedacht worden um den Rekruten und Flottenangehörigen die nötige Unterhaltung zu Teil werden zu lassen. Alle Etablissements wurden von der Hegemonie selbst betrieben. Selbst die Bordelle und Casinos gehörten der Hegemonie. So etwas wie Privatbesitz gab es auf Sparta nicht. Dies sorgte unter anderem dafür dass die Kriminalitätsrate bei null lag, da die Hegemonie Vergehen hart bestrafte und eine Zivilbevölkerung nicht vorhanden war. Jeder Einwohner von Sparta war automatisch Angehöriger der Streitkräfte. Neben einigen hundert Millionen dauerhafter Einwohner, kamen Milliarden Arbeiter von anderen Planeten. Diese verpflichteten sich in der Regel ein Jahr auf Sparta zu bleiben und erhielten dafür ein hohes Gehalt. Danach verließen Sie den Planeten wieder und kehrten auf Ihre Heimatplaneten zurück.

Sparta besaß nicht weniger als acht Weltraumaufzüge und wurde im nahen Orbit von einem umlaufenden Ring umkreist. Dieser war künstlich erstellt worden und beherbergte die gewaltigen Werftanlagen von Sparta. Im größeren Orbit darum kreisten die drei Hades-Sternenbasen und weitere Verteidigungsmaßnahmen wie Flottenstationen und kleinere Geschütztürme. Als letzte Verteidigungslinie besaß auch der Ring einige Geschütztürme.
All dies sollte sicherstellen das Sparta eine uneinnehmbare Festung ist. Die Hegemonie ging davon aus, das sollte Sie Sparta verlieren, dies ein Schlag war von dem sich die Hegemonie nie wieder erholen würde, immerhin wurden fast 40% aller Schiffe auf Sparta gebaut und annähernd 47% aller millitärischen Güter, vom Kampfanzug bis zum Terradyn, kamen von Sparta.

Ein leichtes Zittern durchlief die Timberwulf als diese, an ihrer zugewiesenen Bucht andockte.
„Andockvorgang abgeschlossen, Admiral.“
Mit einem leisen Ächzen erhob sich Admiral Meiser und stützte sich auf seinen Stock.
„Sehr gut. 1. Brückenoffizier, sie haben die Brücke. Geben Sie der Mannschaft Landgang.“
„Aye, Admiral!“

Ein leises Klocken war zu hören als der Admiral die Brücke, gestützt auf seinen hölzernen Gehstock, verließ. Es wurde Zeit sich an die Arbeit zu machen und eine Entsatzflotte für New Horizon aufzustellen.

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Re: Schlacht um New Horizon II - Invasion

Beitragvon Brandark » 2. August 2012 18:38

Er genoss den frischen Flugwind und blickte aus den geöffneten Seitenschotten nach unten Richtung Boden, während die Harpyie mit einem satten Donnern durch die Luft schoss. Wachsam ließ Mike seinen Blick über die ersten Ausläufer der Gebirgsformation unter ihm streifen. In ein paar Kilometer Entfernung sah er etwas silbern aufblitzen. Als er seinen Blick darauf fokussiert hatte sah er, dass es einer der unzähligen Konvois war, die auf dem Weg zur Schwert-Basis waren. Nicht zum ersten Mal dankte er im Stillen einem höheren Wesen das er in einer Harpyie reisen konnte und sich nicht durch den Staub und die engen Schluchten unter ihm quälen musste.
Die Harpyie kippte zur Seite und vollführte einen schnellen Schwenk um 30°, so dass er den Konvoi aus den Augen verlor. Aber er wusste auch so dass sich eben in diesem Augenblick hunderte von ähnlichen Fahrzeugtrecks durch die Gebirgsausläufer abmühten. Jeder wollte rechtzeitig in der trügerischen Sicherheit der Schwert-Basis ankommen.
„Hauptmann, Schwert HQ in Sicht.“
Die Stimme des Piloten wurde per Funk übertragen. Eine andere Art der Kommunikation war bei offenen Seitenschotten nicht möglich. Das laute Rauschen des Winds und das Fauchen der vier Raketentriebwerke verschluckte jedes Wort. Natürlich hätte man die Seitenschotten schließen können um normale Unterhaltungen im Innenraum zu ermöglichen, aber Mike genoss es den Wind zu spüren und die Landschaft von New Horizon unter sich vorbeigleiten zu sehen. Er hatte das Gefühl das er lange Zeit keinen so friedlichen Augenblick mehr erleben würde.
„In Ordnung, Feldwebel. Bringen Sie uns rein.“
„Jawohl, Hauptmann.“


Erneut änderte sich die Flugbahn der Harpyie als der Pilot den Kurs zur Landung einschlug. Dennoch würde es noch einige Minuten dauern, bis sie Schwert-Basis erreicht haben würden. Doch das gab Mike Gelegenheit Schwert-Basis in seiner Gänze von oben zu überblicken. Er war noch nie auf New Horizon gewesen, hatte also auch die Schwert Basis noch nie gesehen. Natürlich hatte er sich in den letzten Stunden genauestens über optimale Verteidigungsstellungen auf dem Planeten informiert und war dabei auch immer wieder auf Baupläne und Bilder der Schwert-Basis gestolpert, aber nichts hätte ihn auf die Realität vorbereiten können.
Schwertbasis war eines der ersten Gebäude auf dem Planeten gewesen. Begonnen hatte Sie als kleiner unterirdischer Schutzraum in einem Gebirgsmassiv. Mit dem Wachstum der Kolonie und insbesondere dem Auftauchen der Skyvern war auch die Schwertbasis beträchtlich angewachsen und erstreckte sich inzwischen über mehrere Berggipfel im Gebirgsmassiv. Dabei waren 95% der Anlage unterirdisch angelegt und lediglich die Eingänge waren oberirdisch und schwer befestigt angelegt.
So sah man von der Schwertbasis eigentlich nicht viel, außer vereinzelt Bunker in der Bergwand und natürlich die Plattformen der FLAK-Geschütze. Diese verteilten sich über das komplette Bergmassiv. Besonders konzentrierten sie sich jedoch um einen Punkt. Dort waren zwei ORAK-Geschütze zu sehen. Genau genommen sah man eigentlich nur die langen Läufe der großen Geschütze, alles andere war unterirdisch angebracht.
„Wir landen.“
Der schwere Truppentransporter der Harpyie-Klasse drosselte die Leistung der vier Raketentriebwerke die paarweiße Rechts und Links des länglichen Rumpfs angebracht waren und sank schnell nach unten. Erst jetzt konnte man große, runde metallene Flächen auf dem Rücken eines Berggrats sehen.
Eine davon öffnete sich und gab eine Plattform frei. Beinahe sanft glitt die Harpyie im Senkflug auf die Plattform, diese wiederrum setzte sich in Bewegung kaum das die Harpyie gelandet war und glitt wie ein großer Aufzug nach unten, während sich über Ihnen die schweren Panzerplatten zurück über das Einflugdock schoben. Das Sonnenlicht verschwand und die Schwert-Basis hieß sie willkommen.

Leutnant James „Jimmy“ Monreau gähnte herzhaft. Wache stehen war doch scheiße.
„Hey Jimmy, hör auf mit dem Scheiß!“
Jimmy grinste. Alle waren fürchterlich aufgeregt wegen dem neuen Kommandeur. Irgendein Hauptmann der Flotte. Soll früher bei den Marines gewesen sein und so hart sein wie Granit.
„Reg, dich ab, Mann. Wache stehen ist doch scheiße!“
„Halt die Klappe. Der neue Boss soll’n verdammt harter Hund sein.“
Nun das hatte er auch gehört. Hatte so ziemlich jeder. Man wusste kaum etwas über den neuen Kommandeur, nur das er den General umgelegt hatte, kaum dass er auf New Horizon eingetroffen war. Jimmy war das nur Recht. Er hatte den alten Fettsack nie gemocht. War nur auf seinem Arsch gesessen und hatte Parolen über das harte Militärleben geschwungen.
„Keine Sorge, der legt uns schon nicht gleich um.“
Der andere Mann seufzte. Jimmy mochte ihn. Er kannte Miller schon seit Jahren, aber der Typ war einfach zu unentspannt.
„Komm schon Mann, wir haben hier ne Invasion laufen! Wahrscheinlich hüpfen uns in den nächsten Stunden ein paar hunderttausend Bugs auf den Kopf und du machst dir Sorgen wegen dem neuen Boss?“
Jimmy machte eine wegwerfende Handbewegung und wollte gerade weiter sprechen als der neue Kommandeur am Ende des Gangs ums Eck bog.

Mike war zusammen mit den Divisionskommandeuren schnell zu einer einheitlichen Meinung über die Verteidigungsstrategie gelangt. Konzentration der Abwehrmaßnahmen an drei Punkten. Der zentrale Punkt und damit auch die letzte Rückzugsposition bildete die Schwert-Basis. Sie war am besten befestigt und am leichtesten zu halten. Außerdem boten die ORAK-Geschütze und das Gebirgsmassiv über Ihren Köpfen Schutz vor einem Orbitalbombardement.
Neben der Schwert-Stellung würden noch zwei andere Positionen gehalten werden. Die beiden hatten die Kürzel „Dolch“ und „Hammer“ erhalten. Beide Positionen befanden sich ungefähr 200 km von der Schwertstellung entfernt und konnten so über den Luftweg schnell erreicht werden. Mike war äußerst froh dass die Kolonie auf New Horizon ziemlich kompakt lag. Außerhalb eines 500 km Kreises gab es nur automatisierte Metallabbauanlagen oder ganz vereinzelt kleine Siedlungen. Diese waren informiert worden und sollte sich inzwischen auf dem Rückweg zur Hauptkolonie befinden. So musste er seine Männer nicht unnötig verteilen.
Gleich nach der Landung hatte er sich, gefolgt von Kommandeurin Carver auf den Weg zur Operationszentrale gemacht. Von dort aus würden Sie den Kampf um New Horizon führen.
„Wie sieht‘s mit den Evakuierungen aus?“
„Laufen Hauptmann, wir werden den Großteil ungefähr 50% der Menschen in den gesicherten Einrichtungen haben, bevor die Sykvern landen.“
„Und der Rest?“
„Ist auf sich gestellt.“
„Es wird Verluste geben.“
„Das ist zu erwarten.“
„Verdammt.“


Sie rauschten im schnellen Gang an zwei Wachposten vorbei, wovon der eine Mike irgendwie ins Blickfeld stach. Ein junger Kerl, lässig an der Wand lehnend. Bewaffnet mit der Standardkampfmontur der Armee. Beide Unterarme tätowiert. Irgendwas an diesem Mann fiel auf.
Er nahm sich vor Carver danach zu fragen.
Sie passierten die beiden und betraten die Operationszentrale. Noch bevor er etwas sagen konnte, rief ein Kommunikationsoffizier.
„Sie treten in die Umlaufbahn ein!“
Mike verzog das Gesicht, als würde ihm etwas Schmerzen bereiten.
„Verdammt. Sie sind zu früh!“
Kommandeurin Carver, die einen Schritt hinter ihm stand, strich sich nachdenklich eine Strähne Ihrer blonden Haare aus dem Gesicht.
„Das wären Sie auch gewesen, wenn sie in 1000 Jahren gekommen wären, Hauptmann.“
Mike blickte die Frau an und nickte knapp. Dann wandte er sich an die versammelten Offiziere im Raum.
„Befehl an alle Einheiten. Bereitmachen für Landungstruppen. Es geht los!“
Sofort setzte emsige Betriebsamkeit ein, als die Männer und Frauen sich daran machten den Befehl weiterzugeben. Mike wandte sich Carver zu.
„So, und jetzt Feuer frei für die ORAKs! Blast ein paar dieser Arschlöcher vom Himmel!“

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Re: Schlacht um New Horizon II - Invasion

Beitragvon Scutum Templi » 10. Oktober 2012 19:57

Thema auf ausdrücklichen Wunsch des Autors archiviert aufgrund geplanter Neu-Auflage.