[Hearts of Iron IV] Entwicklertagebuch 29 - Fraktionen & Kriegsgründe

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Marvin
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[Hearts of Iron IV] Entwicklertagebuch 29 - Fraktionen & Kriegsgründe

Beitragvon Marvin » 16. Oktober 2015 14:09

https://forum.paradoxplaza.com/forum/in ... 015.887017

Johan hat geschrieben:Heute geht es um Fraktionen und Kriegsziele. In den verschiedenen Teilen der Serie haben die Fraktionen immer ein wenig verschieden funktioniert, aber es bestand immer der Grundgedanke der drei bekannten Namen: Alliierten, Achse & Komintern. Nicht mehr in HoI IV. Es gibt kein Limit für bestehende Fraktionen, das Deutsche Reich, Großbritannien & die SU starten als Führer ihrer jeweiligen Fraktion mit dem historischen Namen, aber andere Nationen können durch die nationalen Foki ebenfalls eigene Fraktionen gründen.

Was bewirkt nun eine Fraktion: Eine Fraktion ist eine Gruppe von Nationen, die zusammen in den Krieg ziehen und wenn ein Mitglied einer Fraktion überrannt wurde, ist es nicht vollständig vernichtet, solange man den Fraktionsanführer nicht zu einer Friedenskonferenz zwingen kann.

Natürlich gibt es Einschränkungen beim erklären von Kriegen. Auch ein faschistischer Kriegstreiber braucht ein Kriegsziel um einen Krieg zu beginnen, meist die Eroberung einer Region. Es gibt diverse nationale Foki, die einem Kriegsgründe für historische Erborungen geben. Aber manchmal hat man auch unhistorische Ziele, wie das Wiederherstellen der ehemaligen Grenzen Schwedens.

Demokratien können nicht andere Demokratien angreifen, vorher müssen sie faschistisch oder kommunistisch werden. Außerdem können sie Kriege nur gegen Nationen rechtfertigen, die zu einer erhöhten Weltspannung beigetragen haben.

Außerdem gibt es noch ein paar Fraktionspezifische Regeln:
  • Erobern/Annektier von nicht-Kerngebieten ist für Demokratien deutlich teurer
  • Komintern erhält einfacher Kriegziele für Marionettierung
  • Die Achse erhält keine Kostenreduktion, kann dafür ohne Rechtfertigung Krieg erklären, wenn sie bereits in einem Krieg sind
Das Rechtfertigen eines Kriegsziels dauert zw. 6-12 Monateund kostet einen Haufen politischer Punkte. Hat man sein Ziel, kann man den Krieg beginnen.

Spoiler (Öffnen)
Bild


Kriegsgründe haben auch einen Einfluss auf Friedenskonferenzen, bei denen die Mächte mit Kriegsziele Vorteile beim Fordern haben, aber dazu später mehr.

Natürlich erhöht das Rechtfertigen von Kriegszielen die Weltspannung.

Nächste Woche geht es um das glorios blaue Frankreich.
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Re: [Hearts of Iron IV] Entwicklertagebuch 29 - Fraktionen & Kriegsgründe

Beitragvon DerStudti » 16. Oktober 2015 14:40

Meines Erachtens ist das eine Mechanik, die in einer Sandbox wie bei Europa Universalis gut funktioniert...aber nicht im Szenario "WK2". Es geht hier um einen Zeitraum von unter 20 Jahren, im Kern sogar unter 10. Und da soll es plausibel sein, dass ich dem glorreichen Volk von Nicaragua durch Investition einiger Politikpunkte eintrichtere, dass es unbedingt zur Eroberung seiner Stammlande in der ostasiatischen Steppe gegen den neuen Erzfeind Mongolei ins Feld ziehen soll? Natürlich...

Klar, der Reiz der Paradox-Spiele ist das "was wäre gewesen wenn?". Aber gerade wenn man es mit nur knapp einem Jahrzehnt der Weltgeschichte zu tun hat, dann sollten doch bitte halbwegs fundierte und plausibel anmutende Ergebnisse dabei rauskommen. Und das geht bei einem Sandbox-System nur, wenn man es stark einhegt, eben mit diversen schwer veränderlichen Werten, oder indem man per Event eine gezielte Verschiebung bzw. Persistenz mancher Werte herbeiführt. Ob da die nationalen Fokus-Setzungen ausreichen, möchte ich bezweifeln. Hoffentlich kann man das wenigstens gut modden.

Mehr und mehr sinkt meine Hoffnung auf HoI4...

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Re: [Hearts of Iron IV] Entwicklertagebuch 29 - Fraktionen & Kriegsgründe

Beitragvon Shingen » 16. Oktober 2015 16:09

Es sind ja alles nur Optionen. So schlecht finde ich das gar nicht. Wenn man also mit Nicaragua unbedingt die Mongolei erobern möchte, wieso nicht? Einfach dürfte das nicht werden. Erstmal Regierungsform ändern, Marine aufbauen, Krieg gegen Japan, China oder die UdSSR führen, um an die Mongolei heran zu kommen usw.

Die Geschichte, in der HoI IV spielt, verlief auch nicht geradling. Hitler wollte ursprünglich ein Bündnis mit Polen, um zusammen die UdSSR anzugreifen. Da die Polen das abgelehnt haben, landete er schließlich in einem Bündnis mit der UdSSR gegen Polen. Also völlig umgekehrt von dem, was ursprünglich geplant war. Außerdem brachte ihm das die Kriegserklärungen der Westmächte ein, mit denen er gar keinen Krieg führen wollte (jedenfalls zu dem Zeitpunkt nicht).

Ich finde gerade den Reiz, Geschichte in einem bestimmten Rahmen ändern zu können, interessant.

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Re: [Hearts of Iron IV] Entwicklertagebuch 29 - Fraktionen & Kriegsgründe

Beitragvon DerStudti » 16. Oktober 2015 16:42

Shingen hat geschrieben:Wenn man also mit Nicaragua unbedingt die Mongolei erobern möchte, wieso nicht?


Deshalb habe ich dieses Irrsinns-Beispiel gewählt: Weil es den Nicaraguanern absolut nicht vermittelbar gewesen wäre. Ein vom Zaun gebrochener Grenzkonflikt in Mittelamerika...meinetwegen. Ein symbolischer Kriegsbeitritt auf Seite von Alliierten, Komintern oder Achse kurz vor Ende des Konflikts, um sich des Wohlwollens der jeweiligen Führungsmacht zu versichern...ok. Aber ein proklamierter Eroberungsfeldzug am anderen Ende der Welt, komplett aus heiterem Himmel? Spieltechnisch (vermutlich) möglich, nur eben extremst surreal. Mit dem Austesten von geschichtlichen Optionen hat das nichts mehr zu tun.

Es kommt eben alles hierauf an:
Shingen hat geschrieben:in einem bestimmten Rahmen

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Re: [Hearts of Iron IV] Entwicklertagebuch 29 - Fraktionen & Kriegsgründe

Beitragvon Hjalfnar » 17. Oktober 2015 12:46

Naja, da stand ja dabei, dass es einen politische Punkte kostet. Ich schätze, soetwas wie in deine Beispiel dann brutalst viele politische Punkte, dass es quasi unmöglich wird.
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Re: [Hearts of Iron IV] Entwicklertagebuch 29 - Fraktionen & Kriegsgründe

Beitragvon DerStudti » 17. Oktober 2015 13:43

In Anbetracht des Anfangszustands von HoI3, als es möglich war, durch gezielte Bauten und Forschungen das DR in kürzester Zeit zu einer Flugzeugträger-Nation zu machen, erlaube ich mir ein skeptisches Abwarten. ;)

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Re: [Hearts of Iron IV] Entwicklertagebuch 29 - Fraktionen & Kriegsgründe

Beitragvon Chromos » 17. Oktober 2015 21:44

Naja, die KI-Länder werden wohl wie bisher auch alle sehr historisch spielen um den normalen Verlauf nicht zu stören. (Bis zum Krieg GER-SOV, JAP-USA)
Also wird "Sandbox" wohl nur durch den Spieler zu erzwingen sein, und dort dürfte es NIC auch nicht so einfach fallen wie in HoI3. Soweit ich das bisher verstanden habe, werden gerade die kleinen Länder durch das neue Wirtschaftssystem nicht gerade sehr kräftig sein - und auch noch weniger auf Vordermann zu bringen- wie noch zu HOI3.

Das so eine aberwitzige Kriegserklärung dennoch möglich ist, naja, ist halt Paradox und keine "WK2-Sim". Das war ja schon immer ein Schwachpunkt auch in meinen Augen. Ein wenig zuviel Fantasie und zuwenig historische Plausibilität.

Die dt. Flugzeugträger waren allerdings ja nicht unhistorisch. Immerin waren mehrere geplant und einige sogar im Bau.
Und ich glaube GER wäre sicherlich auch technisch gut genug gewesen da schnell technologisch aufzuschließen. Immerhin war die Graf Zeppelin eines -oder gar das erste- Trägerschiff mit modernen Katapulten..
"Flugzeugträger Nation" ist da in meinen Augen auch stark abhängig von der Art wie sich das Land entwicklet. Und bei den "Nazis" hat es ja genügend erstaunliche Wendungen gegeben. Also nicht auszudenken das ein "visionärer oder bequatscher" Führer die Träger den Dickschiffen/U-Booten vorzieht.. Göring bekommt die Kontrolle über die Flugzeuge und "alles ist in Butter".
(CAG Org -25! :D )

"Demokratien können nicht andere Demokratien angreifen" ist auch wieder so eine schöne Geschichte wo das Spiel eben mehr Spiel ist. Im Forum haben sie auch geschrieben, es ist halt so weil es nie passiert ist. Komischerweise haben doch gerade die westlichen Demokratien mehr Ländern den Krieg erklärt als andere Staatsformen danach. Aber die Angegriffenen waren ja auch alles "Schurkenstaaten", von daher passt es natürlich wieder. :D
Spiele von dem WK-I bis zum Kalten Krieg! Bald möglich mit dem "AHOI-Mod"!
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Re: [Hearts of Iron IV] Entwicklertagebuch 29 - Fraktionen & Kriegsgründe

Beitragvon SCool » 22. Oktober 2015 20:21

Ich würde sogar eher das Prinzip Sandbox favorisieren, selbst wenn es nur 20 Jahre an Weltgeschichte sind. Das heißt ja nicht unbedingt, dass z.B. Rumänien einen Angriffskrieg ohne Verbündete gegen die SU führt.

Aber es würde den Wiederspielwert deutlich erhöhen, wenn jede Runde wirklich einzigartig abliefe. Dies könnte man politisch steuern, bspw. durch überraschende Regierungswechsel (Putsch, Wahlen etc.).
So gab es in GBR oder den USA doch durchaus Sympathisanten für die Nationalsozialisten. Und Frankreich war in weiten Teilen antisemitisch. Im besten Fall könnte man diese Parameter optional einstellen. Total Abwegiges würde natürlich nur die Atmosphäre stören, aber wieso nicht eine Demokratie Italien oder ein Bündnis zwischen Polen und GER?

HOI3 spiele ich nicht mehr, weil ich doch eh weiß, was wann passiert und spätestens nach der dritten Partie ist klar, wie man sich zu verhalten braucht, um Erfolg zu generieren.